you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Was in der letzten Woche geschah:
ERstens ist Billy seit einer Woche fix in der Herde integriert, d.h. keine Box mehr
. Das kommt seinen Hufen auch sehr zugute, hoffe ich. während er in der Box zwangsläufig früher oder später in den Mist steigt, kann er sich jetzt auf der WEide im Gras schön brav die Füße selbst abputzen, zumindest zum Teil
.
Zweitens: Das Hufgeben ist immer noch ein Problem, und leider wurde vieles, was wir schon erreicht hatten, zunichte gemacht, weil ich auf Leute gehört habe, von denen ich halt dachte, sie wüssten es besser als ich... Er hob wunderbar brav die Vorderfüße (von hinten reden wir jetzt erstmal nicht) und ließ sie sich auskratzen. So kamen wir auf die Idee, wir könnten ihm nun endlich einmal die Strahlbehandlung mit dem Mittelchen des Schmieds angedeihen lassen.
Es war ein Desaster. Schon beim Ausputzen der mittleren Furche führte er sich auf, die SB wollten dann natürlich nicht nachgeben, er gebärdete sich auf 3 Beinen wie ein Irrer, kurz hatte ich angst, er würde sich jetzt einfach hier und jetzt vor Verzweiflung mitten im Hof auf den Beton hinlegen
Ich war dafür, das ganze zu lassen, weil wir uns nur das schon Erreichte kaputt machen. Der SB meinte, neinnein, er würde schon noch brav anheben. Tatsächlich, macht er, aber... sobald man sich nun mti dem Hufkratzer nähert und die Sohle auch nur berührt, fängt er nun wieder an zu strampeln... über das Stadium waren wir ja schon hinaus.
Ich glaube aufgrund dieses Ereignisses auch eigentlich nicht mehr, dass er testet (zumindest nicht nur).
Sehr gut gemacht

Drittens: Mein Freund und ich haben daher die letzten Tage Hufe Hufe sein lassen (sie sehen ohnehin eigentlich gut aus, wie mir einige Freunde bestätigt haben, die auch nix von Strahlfäule sehen konnten) und mehr an Vertrauen vom Boden aus gearbeitet, voererst nur in der Halle, wegen etwaiger Ablenkungen. Es hat toll geklappt! Freilaufend (die Halle ist mir zu klein zum Longieren, außerdem mach ich gern "ohne alles") lässt Billy sich in Schritt und Trab und tw. auch schon Galopp setzen und wieder zurückbremsen (Stimme und Körpersprache). Auf (übertrieben) passive Körpersprache bleibt er stehen, wendet sich uns zu und latscht auf Einladung entspannt und sehr zufrieden hinter uns her, wenn wir durch die Halle gehen. Das hat sich auch auf das Führen draußen ausgewirkt - er überholt nicht mehr und läuft am durchhängenden Strick hinterher. Wenn ihn etwas ablenkt, ist er auf einen kurzen Zupfer oder Zuruf wieder "da". Die Leckerlis hab ich abgestellt, belohnt wird mit In-Ruhe-Lassen und, wenn er möchte, streicheln - Die Streicheleinheiten kommt er sich meist abholen
Zuletzt, als das alles schon gut klappte, d.h. rausschicken und in entsprechende Gangart versetzen, haben wir in der Halle, d.h. unangebunden, ohne Halfter und ohne ihn zu halten, wieder an den Hufen gearbeitet. Hält er sie ruhig hoch ohne zu strampeln, gibts Entspannung und Streicheleinheit. Strampelt er, "darf" er sich ein bisschen im Trab abreagieren. Ich möchte versuchen, so von null wieder anzufangen. Bisher klappts, hochhalten tut er wieder ohne Probleme, auch über ziemlich lange Zeit. Nächster Schritt ist dann das Auskratzen, und wenn das geht, dann werden wir uns dem Hinterteil widmen.
Komischerweise fühle ich mich in der Halle, wenn er ganz frei ist, viel sicherer. Denn ich kann ihn wegschicken, sollte er was versuchen... Wenn ich ihn anbinde dagegen (wir haben nur Anbinderinge an der Wand), kann er mich wunderbar zwischen Wand und sich selbst einquetschen, sobald er mir den Hintern zudreht - hat er zwar noch nicht gemacht (eingequetscht), aber das Wissen darum macht mich eben unsicher.
Nächste Woche kommt die Parelli-Trainerin, da werde ich mit ihr reden.
Vom entsprechenden Schmied hab ich leider noch immer keine Nummer kriegen können...
Billy ist seit heute in der Herde integriert! Am Vormittag durfte er erstmals mit allen anderen raus, und es gab überhaupt keine Zwischenfälle. Der Stallbesitzer hat einen neuen Weideteil abgesteckt, und das neue Gras war viiiel interessanter als die neuen Herdenmitglieder.
Über MIttag war es so heiß, dass der SB die Pferde wieder in den Offenstall zurück holte, und Billy in die Box.
Abends kam dann ich, wir übten wieder Füße heben (vorn: ganz problemlos! hinten: eine neue Variante; sobald Billy erkennt, dass ich gern den Fuß hätte, drischt er nicth nur aus, sondern dreht mir vorher noch schnell das Hinterteil zu, macht also einige seitliche Schritte auf mich zu, und täuscht dann an *seufz*
).
Wir haben auf dem Platz noch "mit Abstand führen", Stehenbleiben ohne mich umzurennen und ein paar Schritte rückwärtsgehen geübt, was halbwegs funktioniert.
Dann entließ ich ihn wieder zur HErde, und es war sooo schön anzusehen, wie er über die riesige Weide zu seinen neuen Freunden trabte und galoppierte... er hält sich noch abseits, und ich glaube prinzipiell, dass er nie ein Kleber wird
. Auch bei Arbeit allein auf dem Platz oder in der Halle ist er cool und gelassen und scheint die Freunde nicht zu vermissen...
Heute war uns eine Freundin besuchen, die durfte gleich einmal bewundern, wie mein Pferd den Stallbesitzer drischt
. Also echt, langsam wird es unlustig. Die Vorderbeine gehen mittlerweile suuuper, er hebt an, er hält ruhig auf, er lehnt sich nicht mit dem Gewicht drauf, er erträgt Kratzen und Bürschteln.
Aber hinten! Sobald er kapiert, dass es jetzt ans Füße-Heben geht, schlägt er aus, und zwar mit ordentlich Schmackes und schön seitlich. Unser Stallbesitzer ist ziemlich beweglich, trotzdem hat er ihn irgendwann gestreift.
Das Komische ist, dass er sich die Hinterbeine sonst bravest anfassen lässt. Füße abspritzen, einshampoonieren, wieder abduschen, streicheln, abtasten, putzen - alles lässt er machen, nur wenn man die spezielle "ich heb dir jetzt gleich die Füße auf-STellung" einnimmt, wehrt er sich.
Tips werden dankbar aufgenommen!
Ansonsten hab ich Hinweise zum Führen gekriegt sowie den Tip, mir einen anderen Strick zu kaufen ... ooookaaay...
. Vielleicht haben sie recht
.
Am Samstag hat Billy es hinter sich gebracht: Der Hufschmied war da! Eigentlich kam er zum Pferd der SB, sie hat ihn dann gebeten, auch mal bei Billy zu probieren. Muss dazu sagen, dass ich leider nicht konnte an dem Tag. Aber ich konnte beruhigt sein, dass die SB dem Schmied schon auf die Finger schaut...
Wir haben dann telefoniert, und ich nahm stolz zur Kenntnis, dass es funktioniert hat... sie brauchten zwar glaub ich 5 Leute (4 vorne zur Beruhigung und Leckerli-Versorgung, als 5. der Schmied), aber es ist geschafft, und Billy steht wieder halbwegs gut da. Mir fällt ein sTein vom Herzen, das war sowas von dringend nötig. Jetzt haben wir wieder ein paar Wochen Zeit zum Üben und üben und üben und üben...
Bei mir zappelt er trotzdem noch herum, ich hab halt irgendwie weder Kraft noch Technik des Schmiedes...
Leider sagten sie mir aber auch, dass der Schmied an den Hufen leichte Strahlfäule diagnostiziert hat, die aber schon länger sein müsste - also beim Vorbesitzer. Die Aussage wurde jetzt aber wieder von einer Einstellerin relativiert, die mir gesagt hat, dass dieser Hufschmied an allen Pferden Strahlfäule diagnostiziert, egal wie die Hufe aussehen, um sodann sein Mittelchen an den Mann zu bringen.
Mann, ist das alles schwierig. Wenn ich nur mal genug Zeit hätte, genau hinzusehen, aber ich bin meistens mit Festhalten und Loben beschäftigt... *seufz*.
Erfreulicher war der Sonntag. Wir nahmen Billy einmal weg von seinen FReunden und gingen mit ihm alleine in die Halle, und ich kann nur sagen, soo ein cooles Pferdchen
. Er ging bravest mit, ich führte ihn zuerst ein paar Runden ruhig herum; danach sollte er sich eigentlich austoben, drehte aber stattdessen brav Schrittrunden auf dem Hufschlag
. Wir nahmen ihn wieder an den Strick, und mein Freund durfte ihn mal führen, mit kurzen Anhalte-Übungen dazwischen. Billy trottete brav hinter ihm her, blieb stehen, wenn er stehen blieb, trat wieder an, wenn er weiterging. Ich meinte dann, er sollte doch mal den Strick wegtun... tat er, und siehe da, Billy folgte ihm kreuz und quer durch die Halle - brav Kopf auf Schulterhöhe, blieb stehen, wendete, links, rechts, Achten.... Ich machte dasselbe nochmal, auch bei mir trottete er seelenruhig hinterher.
Zur Belohnung gingen wir dann mit ihm eine Zeit an der Hand grasen.
Heute war erstens für mich Shoppen angesagt: Messe! Konnte einige Sachen ergattern und ausführlich mit einem Sattler sprechen, der Barefoot-Sättel vertreibt, diese aber individuell und vor Ort anpasst. SEhr sympathisch, und weil ich mich auch noch in den Barefoot-Zaum verliebt hatte und noch einmal (zum vierten Mal
) zu seinem Stand pilgerte, um es zu kaufen, er aber auf der Messe nichts verkaufen, sondern nur beraten will, hat er es mir einfach so mitgegeben (Wert 80,-), quasi auf Ehrenwort - wir würden uns ja eh bald bei der Sattelprobe sehen (ich habe gesagt, dass ich wegen Termin anrufen werde)...
Da hab ich nicht schlecht gestaunt.
Dann zu Billy. Erstmal hat uns wer den Weg aus der Box verparkt, die fuhr dann weg, aufhalftern wollte er sich nicht lassen, und nach ein paar guten Tips vom SB haben wir es geschafft. Dann hat er uns noch mit den Füßen geholfen - hie und da hebt er scho brav und hält sie auch, aber dann rudert er wieder so wild, hat mich auch mal halb an die Wand geklatscht dabei...
Obwohl wir eigentlich lauter Erfolge hatten, waren wir unzufrieden beim Heimfahren, ich weiß nicht wieso. Wir haben aber eh mit Erfolg dann aufgehört...
Wahrscheinlich waren wir beide müde...
Heute war Billy mit seinem Kumpel das erste Mal auf der Weide. Einstweilen ist ein Stück für die beiden extra abgesteckt. Vormittags waren sie sogar auf der großen, abgeweideten Weide, die Herde auf dem kleinen Stück, und abends wurde kurz getauscht. Es muss wohl ziemlich abgegangen sein, so viel Freiheit hatte Billy überhaupt noch nie, soweit ich weiß. Leider hab ichs nicht gesehen.
Er hatte offenbar einen guten Tag. Ich erfuhr zuerst von einer Einstellerin, dass er morgens wohl aus Langeweile so lange am Wasserrohr in der Box gespielt hat, bis er es aus der Verankerung gerissen hatte - und somit a) seine Box und die seines Kumpels knöcheltief unter Wasser setzte sowie b) dem Waschplatz die Wasserzufuhr kappte, weshalb jetzt keiner mehr Pferd abspritzen kann und Wasser vom Waschbecken beim WC holen gehen muss *ähem*
. Der Stallbesitzer nahms gelassen, er hätte es mir gegenüber offenbar gar nicht erwähnt, wenn ich ihn nicht selbst drauf angesprochen hätte...
Das war aber noch nicht alles... denn als wir die zwei von der Weide in ihre Integrationbox verfrachten wollten, fühlte sich Herr Billy offenbar an frühere Zeiten erinnert, in denen er von der Koppel zur Box laufen durfte (gut, das waren dort nur 10m). vor ihm nur ein dünner Spiraldraht, in dem schon kein STrom mehr war, links ich, um aufzuhalftern, hinter ihm kam der andere Wallach herangedüst - und Herr Billy sah offenbar keinen Ausweg, als Anlauf zu nehmen und mit Karacho durch die zugegebenermaßen provisorisch anmutende Absperrung zu brechen - und ich sah mein Pferdchen nur noch von hinten, fröhlich über zig Hektar Wiese Richtung Straße traben (gut, die ist weit weg).
Als ihm irgendwann klar wurde, dass er sich diese noch viel größere Freiheit mit Einsamkeit erkaufen musste, kam er doch zurückgetrabt und jagte quer über den Hof, zielsicher in seine Box (braaaves Pferdchen). Blöd nur, dass die ja unter Wasser stand
. Billy also angewidert wieder raus und wieder übern Hof; da konnten wir ihn aber dann einfangen und er ließ sich brav aufhalftern.
Puh, noch nicht mal eine Woche da, und schon 2x Sachen ruiniert *hüstel*.
Billy und ich gewöhnen uns weiter aneinander. Am Putzplatz steht er schon sehr ruhig und entspannt, er lässt sich brav überall anfassen. Gestern haben wir mal Beine duschen probiert, weil er so dreckig war - kein Problem. Das Wasser macht ihm gar nichts, nur der Schlauch war dann doch ein bisserl suspekt.
Wir haben übrigens so ein Luxus-Dusch-Ding mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten von Tröpferlbad bis Massagestrahl - mehr als meine Dusche daheim
. Weil er so ruhig stand, habe ich sogar gewagt, sein bestes Stück und die Kastrationswunde zu duschen - überhaupt kein Problem.
Was wir noch geübt haben ist Halfter-selbst-anziehen. Billy hatte ja die nette Angewohnheit, einem erst mal den Hintern zuzudrehen, wenn man in die Box will. Ich hab ihn mir dann mit Strick geschnappt, Halfter hingehalten, angezogen - Leckerli. Ausgezogen, weggegangen, wieder gekommen, Halfter angezogen - Leckerli. So ca. 10x haben wirs gemacht, ab dem 5. Mal hat er die Nase schon von selbst ins hingehaltene Halfter gesteckt und senkt dann den Kopf, um ins GEnickteil zu schlüpfen
Was dagegen gar nicht geht, ist Füße aufheben *seufz*. Mir graut furchtbar vor dem Hufschmied, der leider in nicht allzulanger Zeit fällig ist! Wir schaffen es zwar, dass er das Bein aufhebt, aber entweder macht er einen Riesenschritt vorwärts oder, wenn man es dann doch zu fassen kriegt, reißt es einem mit aller Kraft wieder weg. Danach ist er aufgeregt und es geht gar nichts mehr, er zappelt nur noch. Offensichtlich verbindet er Füße-aufheben mit unangenehmen Dingen. Die SB meint, ich müsste halt einmal wirklich solange festhalten, bis er sich kurz entspannt, und dann loslassen und viel loben, aber soweit kommen wir gar nicht *seufz*.
Werde es wieder versuchen, aber für Tips bin ich dankbar
.
Ansonsten wird weiter langsam integriert. Billy und der neue Wallach in ihren Integrationsboxen haben den Reiz des neuen für die Herde glaub ich schon verloren. Am Sonntag haben wir Billy und den Wallach in den Auslauf gelassen, während die Herde auf der Weide war. So konnten sie schon die Heuraufen, die Wasserstelle usw. kennen lernen. Viel Action gabs dabei nicht.
Die SB hat mir am Sonntag auch die Weiden gezeigt. 25ha sind tatsächlich verdammt groß
. Es gibt sogar irgendwo einen Teich. Und Bäume. Und sanfte Hügel *schwärm*. habe jetzt mit mehreren Einstellern geredet, und alle sind nur voll des Lobes und sehr nett.
Es kommen übrigens demnächst noch zwei Neue, und dann ist Schluss, aus, Aufnahmestopp! Grade noch reingerutscht
Heute durfte Billy mit seinem neuen Freund, dem grantigen Wallach, in der Halle laufen. Der Stallbesitzer hat die beiden rausgelassen. Leider war ich nicht da, hätte es gern gesehen. Jedenfalls hat er sich ordentlich ausgetobt.
Ein paar Blessuren vom Kontakt mit den andern hat er auch, aber nur kleine Kratzer, die der Stallbesitzer sofort eingeschmiert hat. Die sind da wirklich auf zack.
Konnte auch mit einer Einstellerin reden, deren Stute sehr kolikanfällig ist und jetzt herauskam, dass sie Gastritis hat - auch da werden Medikamente gegeben, aus diesem Anlass ein zweiter großer Ruheraum errichtet und das Heu auf noch mehr Stellen verteilt, damit sie mehr Ruhe hat.
Wir haben Billy heute mal am Putzplatz angebunden und ruhig geputzt, was er sehr zu genießen schien. Klar, die meiste Zeit starrte er mit weit aufgerissenen Augen durch die Gegend, aber eine Zeitlang entspannte er sich richtig, ließ den Kopf entspannt hängen, genoss seine Massage und hatte die Augen dösend halb geschlossen.
Es kam dann noch die Einstellerin mit der Gastritis-Stute in den Putzraum (jaaaa, wir haben einen Putz, einen Waschraum sowie Putzplätze draußen, allesamt überdacht
), das nahm er auch recht cool hin.
Viel Erziehungsarbeit steht uns bevor: Hufe geben geht gar nicht, mit viel Mühe konnten wir den vorderen Fuß heben, den hielt er dann auch brav, aber alles andere ist eine Katastrophe. Würde ja gerne mit Leckerli arbeiten, aber leider mag Billy meine Leckerlis nicht
... bzw. war er zu aufgeregt und abgelenkt, um sie anzunehmen... naja, für den einen Fuß konnte ich ihn grad noch belohnen *leckerli reinstopf*, aber bei den andern hatte ich keine Chance mehr.
Eins nach dem andern, morgen nehmen wir uns den rechten vor
. Vor dem Hufschmied graut mir etwas, und der ist bald fällig *fürcht*
Billy kam heute früh erstmals in die "Integrationsbox". Brav wär er gewesen, sagte mein Stallbesitzer, und - nach einer Pause - "in der Box!" Denn beim dorthin-Führen zeigt er dem Stallbesitzer laut dessen eigener Aussage, "wo Gott wohnt".
Offenbar hat Billy ihn vor lauter Aufregung angesichts der vielen fremden Pferde erstmal durch die Gegend geschleift.
Wie dem auch sei, wir konnten die Annäherungsversuche der verschiedenen Pferde an Billys Box, die etwa halbhoch ist, gut beobachten. Tja, was soll ich sagen, die Stute, die ihm mitten vor die Nase rosste, mit der wollte er lieber "ich zwick dich" spielen, dagegen interessierte ihn ein Hafi-Wallach aufs äußerste
Insgesamt zeigt sich Billy aber sehr freundlich und neugierig und möchte am liebsten gleich mit allen spielen, und der Stallbesitzer ist sicher, dass er sich schnell integrieren wird.
Später wurde er wieder in die Nacht-Box gebracht, er ließ sich dabei problemlos führen. Waren in der Früh wohl doch nur die anderen Pferde.
Wir haben dann noch ein bisschen an ihm herumgeputzt, massiert und "Ich greif dich an, und du beißt mich trotzdem nicht" gespielt. Er hat mir sogar den Huf gegeben
. Dann wollten wir gehen, und plötzlich...
... schaut Billy nachdenklich, geht in die Knie - und legt sich gemütlich hin, um sich dann genüßlich zu wälzen. Ich hab mich sehr gefreut, weil ich mir dachte, er fühlt sich wohl doch schon ein bisserl zu Hause, wenn er das tut. Tja, Billy also in seinem Element, links, rechts (er kann gut überrollen
) links rechts links rechts links rechts, und es kam wie es kommen musste, plötzlich bleibt Herr Billy liegen, gestreckt auf der rechten Seite. Meine Freude verflog schlagartig ... wasn jetzt los? Ja klar, Herr Billy hats geschafft, sich festzulegen in der Box, die Beine stehen an der Wand an, aufstehen geht sich offenbar nicht aus, und Schwung genug zum neuerlichen Überrollen kriegt er nicht zusammen. Panik!
Stallbesitzer war natürlich grade vorher kurz weggefahren. Gott sei Dank waren nur wir panisch, Billy aber nicht... wenn man nicht mehr aufstehen und nicht mehr wälzen kann, mampft man halt liegend ein paar Halme, die man grade so erwischt. Gut, dann wurde es ihm wohl doch etwas mulmig, er versuchte ein paar Mal mit dem Hals Schwung zu holen, ging natürlich nicht... wir rein in die Box, irgendwie mit dem Gedanken, ihn ein bisschen von der Wand wegzuschieben, es konnte sich nur um Zentimeter handeln. Doch schon etwas in Panik, hab ich ihn dann mal angeschrien, daraufhin strampelte er doch mal etwas mehr, das genügte, er rollte noch mal rüber auf die andere Seite, steht wie die Ruhe selbst dann auf - und steckt die Nase ins Heu.
Wir blieben noch ein bisserl, um von unseren 200 Puls runterzukommen, beobachteten ihn. Er, als ob nie was gewesen wäre: frisst, säuft, pinkelt...
mannomann....
Es ist vollbracht!
Wir haben Billy gestern wohlbehalten in seine neue Heimat transportiert.
Ziemlich spät ist es geworden, aber das war nicht Billys Schuld, sondern Schicksal: erstens hat sich mein Stallbesitzer/Transporteur verspätet, weil eine Stute im Stall gekolikt hat. Haben wir halt einmal am Treffpunkt gewartet. Dann erreichte mich ein Anruf vom Vorbesitzer - er ist auf einem Wanderritt, hat sich verirrt, kommt später. Gut, dachte ich, wenn sich beide verspäten, muss keiner warten (außer wir, aber das macht ja nix).
Als wir dann am Abholort waren, hatte der Vorbesitzer leider noch immer nicht nach Hause gefunden, und wir mussten über 1 Stunde auf ihn warten. Dann gings aber ruckzuck, Billy zum Hänger geführt, zuerst wollte er nicht so recht da rauf, aber wenn man ihm einen Huf aufhebt und auf die Rampe setzt, spaziert er einfach rein- Klappen zu und los.
Während der Fahrt - wir sind erst um 19:30 weg gekommen, da wollte ich eigentlich schon längst im neuen Stall sein - hat es furchtbar zu schütten begonnen, sodass sie mit dem Hänger stehen bleiben mussten, um hinten zuzumachen. Billy war aber völlig cool.
Schwieriger war dann das Aussteigen...
Es hat in Strömen geschüttet, dunkel wars, spät wars, und der Vorbesitzer hatte Billy im Hänger immer umdrehen und vorwärts rausspringen lassen. Ich bin nicht sicher, ob Billy überhaupt jemals rückwärts aus einem Anhänger gegangen ist. Jedenfalls hat er sich mit "Händ und Füß" dagegen gesträubt, die Rampe rückwärts zu betreten. Umdrehen wollte der Stallbesitzer ihn aber nicht lassen, weil er Angst um seinen Hänger hatte. Trotzdem, Billy machte keinen Schritt rückwärts, hat furchtbar angefangen zu zittern, weil er sich nur mit dem äußersten Zehenspitzerl auf die nasse, rutschige Rampe gewagt hat. Ich stand mit zitternden Knien daneben und dachte nur "Oh mein Gott, mein Pferd bleibt jetzt auf immer und ewig im HÄnger".
- naja, und dann haben sie ihn eben doch umgedreht, und er ist ziemlich manierlich vorwärts rausgegangen.
Da war er dann natürlich schon aufgeregt, weil ihm alle Pferde vom Offenstall entgegengewiehert haben, aber er hat sich eigentlich gut benommen.
Wir haben ihn dann in eine von zwei Krankenboxen gestellt; er ist gleich von selbst hingestartet: "oh, eine leere Box, die gehört sicher mir"
. sein boxennachbar ist ein ebenfalls neuer Wallach - ein armes, krankes Boxen-Turnier-Springpferd mit doppeltem Sehnenriss, ein ziemlicher Grantscherm, der sich ordentlich aufführt (ist erst seit gestern da) - inklusive Steigen in der Box und ähnliche Späße. Billy hat gleich neugierig hingeschnofelt - ich hab mich sehr gefreut, er war total freundlich und neugierig und hätt wohl gern mit dem gespielt - der Grantscherm wollte aber nicht wirklich. 
Als nächstes hat er dann auch gleich Heu zu fressen begonnen und schien sich gleich zu Hause zu fühlen. Getrunken hat er auch gleich und als nächstes die Box markiert.
Aufgeführt hat er sich überhaupt nicht, nur neugierig alles angesehen. Katzen kennen wir jetzt auch
. Ich glaub er hat vorher noch nie eine gesehen - Katze spazierte oben auf dem Rand der Boxen herum, Billy reckte den Kopf, schnofelt sie an und dachte sichtlich verwirrt: "wasn das für ein seltsames Mini-Pferd??" Auch mit der Katze hätte er glaub ich gern gespielt, aber die wollt auch nicht *g*.
Morgen kommt er dann in eine der Integrationsboxen und wird den Offenstall-Bewohnern langsam einzeln vorgestellt
. Er ist der jüngste jetzt, und der Stallbesitzer freut sich schon, dass er ein bissl Action in die "Pensionistengang" bringen wird
.