Heute gabs eine gemischte Session.
Zuerst habe ich wieder einmal den Kappzaum rausgekramt. Ich dachte ich flechte wieder einmal ein paar Basisübungen ein, denn in letzter Zeit fand ich, Billy biegt sich - v.a. links - wieder etwas schlechter. Daher haben wir die ersten 20 Minuten gemütliche Handarbeit gemacht: Stellen auf der Geraden, stellen am Zirkel, Untertreten mit dem inneren Hinterbein in den Ecken und in Volten, kurze Reprisen auch Antraben in Stellung und Stellung halten. Klappte alles sehr gut, und Billy machte brav mit. Wenn ich da an früher denke, da war das alles eine einzige Schnapporgie.
Dann habne wir ein bisschen Liberty gespielt. Billy blieb auf dem großen Platz tatsächlcih bei mir, in einem Trab-Stick-to-me. Toll! Ich ging dann noch einfach in den dastehenden Hänger, und er ist mir - nach einigem Zögern - gefolgt, was wiederum Leckerlis zur Folge hatte. Toll, das hab ich noch nie hingekriegt! Da sieht man wieder: Wenn man es tatsächlich schafft, nicht direct-line zu denken und auch zu fühlen!, dann ist das das Wichtigste - denn er ging vermutlich nur in den Hänger, weil es mir in dem Augenblick wirklich ganz und gar egal war, ob er reinkommt oder nicht ;-)
Danach griff ich noch zum Lasso und hab ein bisschen Lasso-Aufrollen geübt. Billy durfte dabei - langweiliiiig - große Zirkel gehen und auch ein bisschen galoppieren. Geht ganz gut mit dem Lasso, wenn ich mich erst wieder neu eingefummelt habe.
you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Donnerstag, 6. November 2014
Donnerstag, 30. Oktober 2014
Heute gab es wieder ein bisschen Bodenarbeit:
Wir haben daran gearbeitet, mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Zuerst im Slalom, dazu ging ich innen am Viereck und ließ Billy am Ende des 7-m-Seils am Hufschlag gehen. Dann holte ich ihn immer wiedr mal rein und schickte ihn wieder raus. Klappte hervorragend im Schritt, im Trab wurde er mir manchmal zu schnell und ich war unkoordiniert (und unkonditioniert!!).
Später gingen wir über zu Achtern, zuerst im SChritt, dann im Trab, dann mit Galopp, und Billy vollführte sogar ein paar fliegende Wechsel. Trotzdem kommt er einem manchmal wirklich patschert vor, also ein Supertalent für fliegende Wechsel ist er nicht. Er scheint sich mit den Beinen zu verheddern, springt falsch um, korrigiert sich selbst, stolpert manchmal, fällt in Trab, wird zu eilig, oder oder oder. Aber WENN er dann einen schafft, schaut er sehr stolz, und er hat sich heute wirklich sehr sehr viel Mühe gegeben und wurde dafür groß belohnt.
Dann haben wir zum ABschluss noch mit einem neuen Podest gespielt, wir können jetzt ruhig und sehr koordiniert in einer Schrittbewegung darüber steigen. also mit den Vorderbeinen rauf, und dann kommt das 3. Bein, und wenn das 4. nachkommt, dann macht er schon wieder vorne einen Schritt hinunter. Aber dass wir dann im richtigen Moment innehalten und dann somit alle 4e auf dem Podest sind, das schaffen wir auch noch.
Ich war auch verwndert, wie gut es ging, denn das Podest ist ein neues, rundes, und noch kleiner als das Parelli-Podest. Da muss er sich schon wirklich sehr zusammenschieben, um alle 4e überhaupt drauf zu bekommen, mein kleiner Panzer.
Aber immer noch ist das Podest sein absolutes Lieblingsspielzeug! :-)
Wir haben daran gearbeitet, mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Zuerst im Slalom, dazu ging ich innen am Viereck und ließ Billy am Ende des 7-m-Seils am Hufschlag gehen. Dann holte ich ihn immer wiedr mal rein und schickte ihn wieder raus. Klappte hervorragend im Schritt, im Trab wurde er mir manchmal zu schnell und ich war unkoordiniert (und unkonditioniert!!).
Später gingen wir über zu Achtern, zuerst im SChritt, dann im Trab, dann mit Galopp, und Billy vollführte sogar ein paar fliegende Wechsel. Trotzdem kommt er einem manchmal wirklich patschert vor, also ein Supertalent für fliegende Wechsel ist er nicht. Er scheint sich mit den Beinen zu verheddern, springt falsch um, korrigiert sich selbst, stolpert manchmal, fällt in Trab, wird zu eilig, oder oder oder. Aber WENN er dann einen schafft, schaut er sehr stolz, und er hat sich heute wirklich sehr sehr viel Mühe gegeben und wurde dafür groß belohnt.
Dann haben wir zum ABschluss noch mit einem neuen Podest gespielt, wir können jetzt ruhig und sehr koordiniert in einer Schrittbewegung darüber steigen. also mit den Vorderbeinen rauf, und dann kommt das 3. Bein, und wenn das 4. nachkommt, dann macht er schon wieder vorne einen Schritt hinunter. Aber dass wir dann im richtigen Moment innehalten und dann somit alle 4e auf dem Podest sind, das schaffen wir auch noch.
Ich war auch verwndert, wie gut es ging, denn das Podest ist ein neues, rundes, und noch kleiner als das Parelli-Podest. Da muss er sich schon wirklich sehr zusammenschieben, um alle 4e überhaupt drauf zu bekommen, mein kleiner Panzer.
Aber immer noch ist das Podest sein absolutes Lieblingsspielzeug! :-)
Sonntag, 5. Oktober 2014
Bosal Workshop III - Einmal durchknuddeln, bitte!
Heute war wieder Kurt da, für den 3. Bosal-Workshop in Folge :-).
Rückblicke: Workshop I , Workshop II
Das war wieder ein Workshop-Tag, der uns glaube ich alle wieder ein ganzes Stück vorankatapultiert hat.
Anfangs wiederholten wir die schon gelernten Basis-Übungen, Kurt ließ sich zeigen, wie das alles so aussah, machte Korrekturen und hob dann das Gelernte auf die nächste Niveaustufe: Wir sollten nun regelmäßig am Beginn der Trainingseinheiten unsere Pferde mit einer fließenden Abfolge der Basisübungen "so richtig durchknuddeln". Also nicht mehr auf eine Übung um der Übung willen konzentrieren, sondern in einem fließenden Übergang Innen- und Außenstellung abwechseln, Gdnickkontrolle kleine und große Zirkel, Untertreten, Kruppe rausschwingen, Diagonalkontrolle, Anhalten zum Rückwärts usw., das ganze mit Schritt und Trab abwechseln, bis das Pferd richtig schön weich und geschmeidig ist. "Durchgeknuddelt" eben! ;-)
Dabei ging uns ein großes Licht in punkto Genickkontrolle auf. Immer noch konnte ich Billy nicht dazu bringen, gleichmäßig und länger im Genick nachzugeben. Auf Anfrage (Impulse am Außenzügel) reagierte er zwar brav und prompt, irgendwie hatte er aber den Eindruck gewonnen, dass das, was ich möchte, ein kurzes Nach-hinten-Schnicken des Kopfes ist - und nach einem Sekundenbruchteil war er wieder vorn. Hier zeigte mir Kurt, mit dem äußeren Zügel stärker dran zu bleiben, und siehe da, so konnte Billy dann doch die Haltung seitenlang halten, und auch im Trab. Am Nachmittag wurde das besonders gut. Hier fingen wir auch am Zirkel an, Innenzügel hinstellen, weit vorne, ziemlich kurz, und halten. Der äußere Zügel liegt in losem Kontakt am Hals, die Hand bleibt an der Pferdeschulter. So muss das Pferd sich biegen und gibt sich innen selbst release, wenn es die Biegung beibehält. Hie und da kann man mit einem kurzen Impuls auch innen erinnern. Das klappte super, Billy biegt sich wirklich toll.
Dann kam der neue Teil, wir widmeten uns bei diesem Kurs jetzt erstmals ernsthaft der Hinterhand (bisher haben wir ja eher vorne bearbeitet).
Als erstes bekamen wir Übungen, die die Hinterhand zu anständigem Untertreten bringen sollen: Kleine Zirkel, bis das Hinterbein gut untertritt, dabei Vorwärts erhalten. Danach gingen wir dazu über, die Kruppe auf der Geraden nach außen zu schicken (mit Schenkel/Gerte). Da taten Billy und ich uns sehr schwer. Kurt verglich es für mich dann mit dem One-Rein-Stop, nur dass das Pferd sich nicht so stark drehen soll. Bei dem Vergleich löste sich dann ein Knoten in meinem Kopf, und es klappte besser. Auf dem Zirkel taten wir uns auch leichter mit dem "Kruppe raus".
Als nächstes haben wir das Rückwärts verfeinert. Wir sollten nun üben, aus einem Vorwärts direkt ins Rückwärts überzugehen, möglichst ohne Stop dazwischen, ein fließender Übergang. Anfangs war Billy hier zäh, aber zum Schluss hat ers toll gemacht. Wichtig wird nun, dass das Pferd sich im Rückwärts nach hinten setzt und nicht mit der Vorhand rückwärts schiebt, denn das bremst bei jedem Schritt. Es soll also vorn hoch und hinten runter kommen. Wir sollten dazu im Schritt zunächst wieder Genickkontrolle verlangen, sobald die erreicht ist, einsitzen für rückwärts. Reicht das Einsitzen noch nicht als alleinige Hilfe, mit den Schenkeln deutlich vorne an der Schulter treiben. Hand dabei hoch, nicht zurückziehen. Wichtig war Kurt: Das Pferd wird mit den Schenkeln rückwärts getrieben, nicht mit der Hand rückwärts gezogen, hier musste ich etwas aufpassen. Aus dem Rückwärts gingen wir dann direkt wieder in ein Vorwärts über und übten so die Schaukel. Man spürt auch deutlich, wenn das Rückwärts fließend und leicht wird. Wichtig nach wie vor: Bei Beendigung der Übung zuerst den Sitz (Rückwärts) auflösen und danach erst die Vertikalkontrolle auflösen. Niemals soll das Pferd verbinden, dass die Vertikalkontrolle Einfluss auf Richtung bzw. Tempo hat.
Damit verbunden war eine weitere Übung, die Tempokontrolle im Trab. Durch einsitzen ähnlich wie für Rückwärts wird die Trabbewegung gebremst, aber erhalten. Hier sollten wir hie und da dann aber auch tatsächlich anhalten und rückwärts verlangen.
Am Nachmittag kamen wir zum Galopp. Zum Glück war Billy etwas motivierter als am Vormittag, wo er völlig transusig war... . Rechts ging es ganz gut, Kurt ließ uns auf dem Zirkel galoppieren. Im Zirkel sollte ich dann mit der inneren Hand weit vor, Zügel sehr kurz, Stellung und Biegung verlangen, und auf vorwärts bestehen. Links wurde es dann schwierig, Billy geriet eher in Renntrab. Kurt gab mir den Tip, mal mit beiden Schenkeln zugleich ein ordentliches Vorwärts einzufordern, und das klappte überraschend gut. Wichtig bei Pferden, die sich wie Billy schwer mit dem Galopp tun, sagte Kurt: Angaloppieren ohne auf die Stellung oder sonst etwas zu achten. Hauptsache Galopp. Sobald der Galopp da ist, dann kann an Stellung und Biegung gearbeitet und dabei das Vorwärts erhalten werden. Wichtig auch: Eher kurze Reprisen, dafür oft. Zwischen den Zirkeln mit der Stellung auch hie und da mal ganze Bahn und ordentlich vorwärts, dann pareieren und schön loben.
Am Schluss kam dann noch das nächste ganz Neue: Schulterherein! Wir sollten die Pferde genau zwischen den Zügeln und Schenkeln führen, anfangs noch nicht sehr auf die Stellung achten. Der äußere Arm mit dem Außenzügel hat Kontakt und zeigt über die äußere Pferdeschulter in Reitrichtung. Wichtig: Punkt anvisieren, auf den man zureitet. Wir visierten Kurt an, und die letzten Tritte, wenn er schon ganz nahe war, waren immer die besten. Mit dem Schenkel korrigierten wir die Hinterhand, wenn sie den Hufschlag verlassen wollte. Auf der rechten Hand bog Billy gern nach innen ab, da musste ich die Hinterhand mehr korrigieren. Links ging es etwas besser, da kam er dafür mit der Vorhand immer wieder zurück zum Hufschlag. Trotzdem machte er das richtig gut. Wir machten ungefähr 3-5 Durchgänge auf unseren langen Seiten, dazwischen loser Zügel und Trab.
Somit haben wir wieder neue Sachen zum Üben: GAlopp werde ich forcieren und das Schulterherein, gemeinsam mit der Durchknuddelei, die Billy wirklich gut tut.
Wichtige Inputs von Kurt am Schluss waren noch: Abwechselnd Anspannung und Abspannung soll den Hals kräftig machen, sodass er hoch kommen kann. Dann erst könne man verlangen, dass das Pferd hinten tiefer kommt. D.h. also fürs Training immer Genickkontrolle und Biegung für eine Weile, danach wieder locker traben am losen Zügel und dabei Vorwärts verlangen. Man kann auch mit der Hand auf dem Widerrist ein Signal für Kopfsenken einbauen, das Pferd sollte sich schön nach unten dehnen.
Und zum Schluss gab mir Kurt noch ein Plädoyer für regelmäßiges Training mit auf den Weg: für grantige Pferde wie Billy sei regelmäßiges Training wichtig, weil viel einfach auch Gewöhnung ist. Trainiert man mit solchen nur sporadisch, gewöhnen sie sich einfach nie daran, auch einmal ein bisschen Anstrengung an den Tag zu legen, der Grant und die Abwehr wird dann eher größer. Bei schöner Regelmäßigkeit gewöhnen sie sich eher dran, akzeptieren es eher, und nicht zuletzt wird mit steigender Kraft auch alles leichter und der Grant schwindet. Ist sicher ein wahres Wort, und genau wie bei uns Menschen beim Sport: Wenn ich nur 1x pro Monat zum Joggen gehe, wird es jedesmal ein anstrengender Kraftakt werden und die Überwindung, es wieder zu tun, sehr groß. Zwingt man sich einmal eine Zeitlang, täglich seine Runde zu joggen, wird es leichter und leichter und etwas so Selbstverständliches, dass es einem geradezu abgeht, wenn man mal keine Zeit hat.
In diesem Sinne: Auf geht's, auf ein fleißiges Knuddeln bis zum nächsten Workshop!
Montag, 22. September 2014
Rezension
Alfonso Aguilar – Professionelle Ausbildung am Boden… für jedes Alter, für jede Rasse. Schondorf: Wu Wei Verlag, 2013. 359pp.
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Bot es beim ersten Durchblättern nicht wirklich etwas Neues in punkto Praxis, so hat es mich dann auf den letzten Seiten dazu gebracht, es mitzunehmen. Dort bietet es nämlich eine „Roadmap“, die Aguilars Methode und Aufbau der Ausbildung eines Pferdes von Anfang bis … nun ja, Ende gibt es ja nie, also bis „ziemlich weit“ darstellt. Scheinbar haben Alfonso Aguilar und ich etwas gemeinsam: wir mögen listenhafte Darstellungen ;-). Schon in „Wie Pferde lernen wollen“ hat mich die dortige Liste verschiedener Konditionierungsmethoden beeindruckt – und hier nun die schöne Liste, in der er alle Übungen einer Kategorie zuordnet (z.B. alle Seitwärtsbewegungen) und diese dann von Level zu Level auf immer höheres Niveau bringt (zur allgemeinen Verwirrung nennt er „Kategorie“, was in meinem Kopf Niveau bzw. Level ist).
Aber abgesehen von dieser schönen Liste, die einen wirklich guten Überblick bietet, habe ich in dem Buch auch sonst noch einiges lesenswertes gefunden.
Aguilar beginnt mit dem Fohlen-ABC. Er beschreibt im Zeitraffer, wie er ein Fohlen ausbildet; dabei setzt er es in bestimmten Lebensabschnitten jeweils kurzen intensiven Lernblöcken von einigen Tagen aus, in denen er es täglich für kurze Einheiten mit Neuem konfrontiert (z.B. das Thema „Anbinden“), um das junge Tier danach wieder für Wochen oder Monate ganz Pferd zu lassen. Ich denke dieser Abschnitt des Buches ist toll für Leute, die ihr erstes Fohlen erziehen müssen und zwar das Handwerkszeug prinzipiell kennen, aber einen Fahrplan brauchen.
Nach dieser Beschreibung des „Volksschul“-Niveaus geht das Pferd dann „aufs Gymnasium“. In „Levels“ von 1-8 zusammengefasst geht Aguilar jeweils eine bestimmte Übung durch. Nicht jede Übung beginnt auf Level 1 (z.B. beginnt die Freiarbeit erst ab Level 2, Übungen mit der Doppellonge auf Level 6), und nicht jede Übung geht hinauf bis Level 8 (z.B. die Übung „Kopf senken“ – da ist nach Level 2 alles zu Erreichende erreicht).
Die einzelnen Übungsgruppen dabei sind: Kopf senken – Biegen – Rückwärtsgehen – Verschieben der Hinterhand – Verschieben der Vorhand – Kombination aus beidem – Longieren – das Pferd zu sich holen – Führen und Schicken – Seitwärtsbewegungen – Freiarbeit – Doppellonge – Arbeit am langen Zügel.
Jede dieser Übungsgruppen wird im Hauptteil des Buches beschrieben und mit vielen Fotos und Skizzen gut illustriert.
Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass das Buch eher nur einen Überblick über die Methode „Horsemanship“ gibt. Zwar ist jede Übung auf jedem Niveau beschrieben, aber erstens meist sehr kurz, und zweitens lebt Alfonso Aguilar wie die meisten anderen Ausbilder in einer Welt, in der alles klappt und funktioniert, wenn man nur die richtigen Knöpfe drückt. Es wird gut beschrieben, wie man diese „Knöpfe drückt“, aber es gibt keine „Was tun, wenn…“-Hilfe für den weniger talentierten Horseman; und wie immer scheinen Pferde, die auch mal mit dem linken Huf aufstehen und heute einfach keine Lust zur Mitarbeit haben, nicht zu existieren. ;-) Da wird jemand, der noch wenig Erfahrung hat, sich u.U. etwas alleine gelassen fühlen.
Sehr gut fand ich, dass Aguilar ein paar Übungen im Repertoire hat, die mir neu waren – nicht unbedingt Weltbewegendes, aber Dinge, wo man beim Lesen gleich Lust bekommt, sie auszuprobieren.
Ich denke, das Buch ist eine tolle Ergänzung zum Parelli-Level-System. Letzteres widmet sich – zumindest in seiner ursprünglichen Version – oft so sehr den kleinen Details, dass man als Anfänger den roten Faden nur allzuleicht verliert. Aguilar wiederum zeichnet diesen roten Faden so deutlich auf wie eine Autobahn, hält sich aber nicht großartig mit Details auf. Die Vorgangsweise, die Reihenfolge und die Übungen selbst und ihre Durchführung sind dagegen auf weiten Strecken mehr oder weniger identisch, sodass beides eine wunderbare Kombination ergibt.
Fazit: Lesenswert und sicher ein Buch, das man gerne immer wieder in die Hand nimmt, um etwas nachzusehen. Super für Leute, die das große Ganze manchmal aus den Augen verlieren; nichts für Totalanfänger, hier fehlen zu viele kleine, aber wichtige Informationen.
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Bot es beim ersten Durchblättern nicht wirklich etwas Neues in punkto Praxis, so hat es mich dann auf den letzten Seiten dazu gebracht, es mitzunehmen. Dort bietet es nämlich eine „Roadmap“, die Aguilars Methode und Aufbau der Ausbildung eines Pferdes von Anfang bis … nun ja, Ende gibt es ja nie, also bis „ziemlich weit“ darstellt. Scheinbar haben Alfonso Aguilar und ich etwas gemeinsam: wir mögen listenhafte Darstellungen ;-). Schon in „Wie Pferde lernen wollen“ hat mich die dortige Liste verschiedener Konditionierungsmethoden beeindruckt – und hier nun die schöne Liste, in der er alle Übungen einer Kategorie zuordnet (z.B. alle Seitwärtsbewegungen) und diese dann von Level zu Level auf immer höheres Niveau bringt (zur allgemeinen Verwirrung nennt er „Kategorie“, was in meinem Kopf Niveau bzw. Level ist).
Aber abgesehen von dieser schönen Liste, die einen wirklich guten Überblick bietet, habe ich in dem Buch auch sonst noch einiges lesenswertes gefunden.
Aguilar beginnt mit dem Fohlen-ABC. Er beschreibt im Zeitraffer, wie er ein Fohlen ausbildet; dabei setzt er es in bestimmten Lebensabschnitten jeweils kurzen intensiven Lernblöcken von einigen Tagen aus, in denen er es täglich für kurze Einheiten mit Neuem konfrontiert (z.B. das Thema „Anbinden“), um das junge Tier danach wieder für Wochen oder Monate ganz Pferd zu lassen. Ich denke dieser Abschnitt des Buches ist toll für Leute, die ihr erstes Fohlen erziehen müssen und zwar das Handwerkszeug prinzipiell kennen, aber einen Fahrplan brauchen.
Nach dieser Beschreibung des „Volksschul“-Niveaus geht das Pferd dann „aufs Gymnasium“. In „Levels“ von 1-8 zusammengefasst geht Aguilar jeweils eine bestimmte Übung durch. Nicht jede Übung beginnt auf Level 1 (z.B. beginnt die Freiarbeit erst ab Level 2, Übungen mit der Doppellonge auf Level 6), und nicht jede Übung geht hinauf bis Level 8 (z.B. die Übung „Kopf senken“ – da ist nach Level 2 alles zu Erreichende erreicht).
Die einzelnen Übungsgruppen dabei sind: Kopf senken – Biegen – Rückwärtsgehen – Verschieben der Hinterhand – Verschieben der Vorhand – Kombination aus beidem – Longieren – das Pferd zu sich holen – Führen und Schicken – Seitwärtsbewegungen – Freiarbeit – Doppellonge – Arbeit am langen Zügel.
Jede dieser Übungsgruppen wird im Hauptteil des Buches beschrieben und mit vielen Fotos und Skizzen gut illustriert.
Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass das Buch eher nur einen Überblick über die Methode „Horsemanship“ gibt. Zwar ist jede Übung auf jedem Niveau beschrieben, aber erstens meist sehr kurz, und zweitens lebt Alfonso Aguilar wie die meisten anderen Ausbilder in einer Welt, in der alles klappt und funktioniert, wenn man nur die richtigen Knöpfe drückt. Es wird gut beschrieben, wie man diese „Knöpfe drückt“, aber es gibt keine „Was tun, wenn…“-Hilfe für den weniger talentierten Horseman; und wie immer scheinen Pferde, die auch mal mit dem linken Huf aufstehen und heute einfach keine Lust zur Mitarbeit haben, nicht zu existieren. ;-) Da wird jemand, der noch wenig Erfahrung hat, sich u.U. etwas alleine gelassen fühlen.
Sehr gut fand ich, dass Aguilar ein paar Übungen im Repertoire hat, die mir neu waren – nicht unbedingt Weltbewegendes, aber Dinge, wo man beim Lesen gleich Lust bekommt, sie auszuprobieren.
Ich denke, das Buch ist eine tolle Ergänzung zum Parelli-Level-System. Letzteres widmet sich – zumindest in seiner ursprünglichen Version – oft so sehr den kleinen Details, dass man als Anfänger den roten Faden nur allzuleicht verliert. Aguilar wiederum zeichnet diesen roten Faden so deutlich auf wie eine Autobahn, hält sich aber nicht großartig mit Details auf. Die Vorgangsweise, die Reihenfolge und die Übungen selbst und ihre Durchführung sind dagegen auf weiten Strecken mehr oder weniger identisch, sodass beides eine wunderbare Kombination ergibt.
Fazit: Lesenswert und sicher ein Buch, das man gerne immer wieder in die Hand nimmt, um etwas nachzusehen. Super für Leute, die das große Ganze manchmal aus den Augen verlieren; nichts für Totalanfänger, hier fehlen zu viele kleine, aber wichtige Informationen.
Dienstag, 16. September 2014
Wir bekommen bald Zuwachs im Stall, bzw. haben wir Zuwachs bekommen. Einerseits hat Billy die Chance auf einen neuen Freund und Spielpartner - ein Isi-Herr ist eingezogen und wird gerade integriert. Und bald bekommen wir was Kleines - Minishetties! Es wird fleißig ein Teil des Auslaufs abgetrennt und shetty-sicher gemacht - mit schwerem Gerät, Traktor fährt, Steine werden geschüttet, Planen ausgebreitet, Sachen beklopft -und alles neben dem Viereck.
Nun ja, Billy ists - wie meistens - völlig egal. Einmal in jede Richtung vorbeigegangen, den laufenden Traktor angeschnofelt und geschaut, ob einem diese netten Arbeiter vielleicht Futter ins Maul stopfen wollen - nö? Dann nicht. Toller Billy, ich konnte ganz normal reiten als wär nix.
Folgende Übungskonstellation gab es heute, mit der haben wir uns in Varianten dann die ganze Einheit beschäftigt:
Hufschlag im Trab, in der Ecke eine Volte platzieren, diese Volte im Schritt. Ziel und Focus auf punktgenauen Übergängen, in der Volte auf der Biegung. Klappte gut, dann fügte ich auf den Geraden zwischen den Volten Galopp hinzu. Billy galoppierte toll an, war aber nachher aufgedreht und dachte nach der nächsten Volte, es ginge nun immer im Galopp weiter.Also habe ich dann immer wieder Trab und Galopp abgewechselt. Als Eefolg konnte ich dann bald ruhigeres Angaloppieren verzeichnen. Als nächstes fügten wir eine Haltparade und einen kurzen Wiegetritt am Ende der Volte hinzu. Dann mehrere Tritte rückwärts, und dann alles wild durcheinandergemixt. Als anspruchsvollsteVariante dann: Volte im Schritt, Anhalten, 5 Tritte rückwärts, aus dem Rückwärts angaloppieren bis zur nächstenVolte. Billy hat sich toll bemüht, ist schließlich super glaoppiert, ließ sich brav pareieren und bemühte sich in den Volten um Biegung.
End of session nach einem besonders willigen und flüssigen Rückwärts!
Nun ja, Billy ists - wie meistens - völlig egal. Einmal in jede Richtung vorbeigegangen, den laufenden Traktor angeschnofelt und geschaut, ob einem diese netten Arbeiter vielleicht Futter ins Maul stopfen wollen - nö? Dann nicht. Toller Billy, ich konnte ganz normal reiten als wär nix.
Folgende Übungskonstellation gab es heute, mit der haben wir uns in Varianten dann die ganze Einheit beschäftigt:
Hufschlag im Trab, in der Ecke eine Volte platzieren, diese Volte im Schritt. Ziel und Focus auf punktgenauen Übergängen, in der Volte auf der Biegung. Klappte gut, dann fügte ich auf den Geraden zwischen den Volten Galopp hinzu. Billy galoppierte toll an, war aber nachher aufgedreht und dachte nach der nächsten Volte, es ginge nun immer im Galopp weiter.Also habe ich dann immer wieder Trab und Galopp abgewechselt. Als Eefolg konnte ich dann bald ruhigeres Angaloppieren verzeichnen. Als nächstes fügten wir eine Haltparade und einen kurzen Wiegetritt am Ende der Volte hinzu. Dann mehrere Tritte rückwärts, und dann alles wild durcheinandergemixt. Als anspruchsvollsteVariante dann: Volte im Schritt, Anhalten, 5 Tritte rückwärts, aus dem Rückwärts angaloppieren bis zur nächstenVolte. Billy hat sich toll bemüht, ist schließlich super glaoppiert, ließ sich brav pareieren und bemühte sich in den Volten um Biegung.
End of session nach einem besonders willigen und flüssigen Rückwärts!
Sonntag, 31. August 2014
Nachdem es jetzt dauernd geschüttet hat, gab es heute eine kurze Regenpause, und der Platz war erstaunlicherweise brauchbar. Abends fing es nachher wieder an zu regnen und das blieb die nächsten 3 Tage so. Gut, dass ich das heute genutzt hab. Bin wieder mit Hackamore geritten.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Wieder musste ich Billy anfangs vehement überreden, es brauchte Gerte auf die Brust etc. Am Schluss dann wieder supergut. Wie oft muss ich das wiederholen?
Übung 2: Zirkel verkleinern und vergrößern. Ich habe die Marker aufgelegt zur Orientierung. Ich bin nur einige wenige Male mit Billy in den Zirkel geritten: groß, kleiner, kleiner, kleiner, und wieder raus. Billy hat sich Mühe gegeben und angestrengt. Er biegt sich gut, in beide Richtungen, er kann wirklich schon sehr kleine Zirkel traben. Ich belasse es bei ganz kurzen Reprisen, um ihn nicht sauer zu machen, aber bei denen strengt er sich dafür toll an.
Übung 3: Diagonalkontrolle. Das Untertreten unter den Schwerpunkt mit der Hinterhand klappt toll auf stärkeres Biegen mit Anheben des inneren Zügels und Gewichtsverlagerung nach außen-vorn. Manchmal muss ich etwas mit dem Schenkel nachhelfen, aber oft geht es ohne. Aus der Bewegung ist es viel einfacher als aus dem Stillstand. Überrascht hat mich das jeweils darauffolgende Verschieben der Vorhand. Billy reagiert super auf das Gewichtsverlagern (von vorn-außen nach innen-hinten, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen und die Vorhand frei zu machen), plus direkten Zügel und Anlegen des äußeren Zügels bzw. der Hand an den Hals und äußeren Schenkel in vorderer Lage. Er macht oft noch kleine Kreise, v.a. in eine Richtung, aber ich war überrascht, wie flüssig der Wechsel von HH-Verschieben zu VH-Verschieben jetzt geht. Wir haben das ja kaum geübt.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Wieder musste ich Billy anfangs vehement überreden, es brauchte Gerte auf die Brust etc. Am Schluss dann wieder supergut. Wie oft muss ich das wiederholen?
Übung 2: Zirkel verkleinern und vergrößern. Ich habe die Marker aufgelegt zur Orientierung. Ich bin nur einige wenige Male mit Billy in den Zirkel geritten: groß, kleiner, kleiner, kleiner, und wieder raus. Billy hat sich Mühe gegeben und angestrengt. Er biegt sich gut, in beide Richtungen, er kann wirklich schon sehr kleine Zirkel traben. Ich belasse es bei ganz kurzen Reprisen, um ihn nicht sauer zu machen, aber bei denen strengt er sich dafür toll an.
Übung 3: Diagonalkontrolle. Das Untertreten unter den Schwerpunkt mit der Hinterhand klappt toll auf stärkeres Biegen mit Anheben des inneren Zügels und Gewichtsverlagerung nach außen-vorn. Manchmal muss ich etwas mit dem Schenkel nachhelfen, aber oft geht es ohne. Aus der Bewegung ist es viel einfacher als aus dem Stillstand. Überrascht hat mich das jeweils darauffolgende Verschieben der Vorhand. Billy reagiert super auf das Gewichtsverlagern (von vorn-außen nach innen-hinten, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen und die Vorhand frei zu machen), plus direkten Zügel und Anlegen des äußeren Zügels bzw. der Hand an den Hals und äußeren Schenkel in vorderer Lage. Er macht oft noch kleine Kreise, v.a. in eine Richtung, aber ich war überrascht, wie flüssig der Wechsel von HH-Verschieben zu VH-Verschieben jetzt geht. Wir haben das ja kaum geübt.
Donnerstag, 28. August 2014
Bin wieder einmal zum Reiten gekommen! Es wurde später heute, zum ersten Mal ist es mir wieder dunkel geworden.
Bin mit Hackamore geritten.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Billy ließ sich wieder ordentlich bitten, bis zur deutlichen Phase 4, und er ärgerte sich, irgendwann fügte er sich in sein Schicksal und dann gings auch ganz weich. Ich glaube manchmal kapiert er einfach die Hilfen nicht. Soft Feel mit abwechselnd Vorwärts und Rückwärts, dass er da auf meinen Sitz hören soll und nicht auf die Zügel, versteht er noch nicht so ganz. Zum Schluss gings aber super, ein Schritt rückwärts, einer vorwärts, hin und zurück, mal mehr Tritte, dann nur einer usw. Ich wollte einfach, dass er lernt, dass mein Sitz das ausschlaggebende ist, nicht der Zügel. Ich weiß nicht ob er es ganz kapiert hat, aber am Schluss war es super.
Übung 2: Schritt-Trab Übergänge. Ich versuchte, Soft Feel und Biegung beim Antraben beizubehalten. Soft Feel klappt noch nicht, er verliert die Genickbeugung beim Antraben. Das Antraben war dafür sehr sehr fein auf Sitz. Biegung klappt super.
Übung 3: Volte über Stangen. In der Mitte ein Pylon, rechts und links Stangen, über die er traben musste. Da wurde es ihm irgendwann zu viel, aber wir haben dann noch ein zwei Runden drangehängt, bis es gut war. Anfangs fühlte ich, wie er richtig Schwung holte; der Kopf ging nach oben, er hat sich quasi drüberkatapultiert. Am Schluss konnte er flüssig drübertraben, da merkte man fast keinen Unterschied mehr ob Stange da war oder nicht, so wollte ich das. Biegung hielt er brav mehr oder weniger alleine, ohne viel und ständiges Zügelzuppeln.
Freitag, 22. August 2014
Verladewoche
Etwas, was mich bei den angereisten Teilnehmern vom David Lichman-Kurs sehr beeindruckte, war die Entspannung ihrer Pferde im stehenden Hänger. Da standen sie, entweder vor ihrer Abreise oder nach ihrer Ankunft, Klappen offen, Pferde neugierig, aber kein Hüpfen, kein Trampeln, kein unbedingt-sofort-Rauswollen.
Ein neues Ziel für uns, Billy zum Verlade-Profi zu machen. Einsteigen tut er ja brav, aber wir wissen: Kaum wird gefahren, kriegt er Schweißausbrüche. Und Stehen ohne Fahren ist auch blöd, findet er. Da kann man ja genausogut auch wieder aussteigen, oder?
Dass das alles eine Sache der Übung ist, ist klar.
In dieser Woche hatte ich Urlaub, das Zugfahrzeug und sein Lenker standen mir zur Verfügung - Gelegenheit zum Verladetraining!
Am Montag hatte ich noch folgenden Plan: Billy sollte einfach lernen, dass man sich im stehenden Hänger nicht aufregen muss. Nichts anderes als in der Box stehen, Billy! Oder im Futterautomaten! (Wo Herr Billy ja mit Vorliebe mal ein Zwischendurch-Nickerchen einlegt - Klaustrophobie ist nicht der Grund für die Nervosität im Hänger!). Ich wollte ihm einfach mal zeigen, dass nicht immer was passieren muss (fahren), wenn die Hängerrampen zugehen. Wir hängten als Entspannungsbeschleuniger ein Heunetz auf ... Billy trapste ohne Schwierigkeiten in den HÄnger und mampfte los. In kleinen, aber (rückblickend) doch zu schnellen STufen ließen wir ihn allein: Zuerst gingen wir weg, dann machten wir die Reitertür vorn zu, dann hängten wir die Stange ein, dann machten wir die Rampe zu, dann banden wir ihn an (weil ich nicht möchte, dass er womöglich mal probiert, ob er umdrehen kann). Billy stand und fraß. Wir setzten uns unter einen Sonnenschirm neben den Hänger und entspannten.
Und dann war das Heu gegessen.
Billy wartete kurz, was nun zu seiner Bespaßung passieren würde, und als genau nichts passierte und er zusätzlcih feststellte, dass er aufgrund des Angebunden-Seins nicht jede Fliege so wegscheuchen konnte wie er wollte, began er zu randalieren. Meine Nerven!
Er trat hinten gegen die Rampe, er stampfte dass ich Angst hatte, er käme gleich durch den Boden durch, er trampelte hin und her, dass der ganze Hänger mitsamt Auto wackelte.
Weil ich meinen Hänger gern noch länger haben wollte, wie auch ein Pferd ohne Blessuren, brachen wir die Übung irgendwann ab, als es meine Nerven nicht mehr ertrugen. Natürlich ein schlechtes Ende, denn nun hatte Billy die Erfahrung: Randalieren hilft.
Am Dienstag änderten wir nach reiflicher Überlegung die Strategie. Wir stellten den Hänger mitsamt Auto aufs Viereck und erklärten ihn zum Ruhepol. Draußen gabs Arbeit über Arbeit, Ruhepausen nahm Billy nur im Hänger ein. Billy sabotierte die Pläne ein wenig, indem er heute sehr gehfreudig war, aber es klappte schließlich trotzdem. Wir fingen mit Bodenarbeit an. Billy war übermütig, galoppierte an, versuchte mir zweimal das Seil aus der Hand zu reißen und wegzugaloppiern, und schlug in meine Richtung aus; ich konnte ihn aber halten. Wir machten zuerst am Boden, dann beim Reiten anstrengende Dinge: Achter, Slalom, ganz viele Handwechsel mit Galopp dazwischen, ganz viele Übergänge, schließlich Hopser über Cavaletti. Hier versuchte ich wie bei David, ihn trabend hinzuschicken und dann über dem Sprung angaloppieren zu lassen. Billy vergingen langsam die Flausen. Als ich das erste Mal das Gefühl hatte, er bräuchte eine Belohnungspause, gingen wir zum Hänger. Anfangs zierte sich Billy und wollte sich nicht reinschicken lassen. Das ganze dauerte zu lange, er bekam die Pause vor statt im Hänger, das war nicht so gut. Also mit ihm reingegangen, das klappte immer gleich. Reinschicken wird dann später eine weitere Phase.
Der Plan war: Billy darf sich drin ausruhen mit mir, ein wenig Hafer haben wir ihm auch gegeben. Alle Türen bleiben offen, ich verhindere nur mit dem Seil, dass er womöglich umdreht. Sobald er rückwärts aussteigt von alleine, geht es weiter mit der Arbeit. Tatsächlich passierte das am Anfang sofort nach dem Auffressen vom Hafer. Billy schob geordnet rückwärts, stieg super aus der Tür mit Stufe aus.
Weiter gings! Weiter Bodenarbeit, Seitwärts, viel viel Rückwärts, und wieder Hänger anbieten. Immer wieder und wieder. Billy fraß jedesmal nur die paar Haferkörner und stieg selbst wieder aus.
Nach der Bodenarbeit bin ich noch geritten: Trab und Schritt nach Rhythmus von Musik, wie bei David, dabei sehr sehr schneller Trab und Schritt (spätestens da hatte Billy dann genug). Nach jeder anstrengenden Übung boten wir ihm Ruhe im Hänger an und etwas Hafer. Die Pausen, in denen Billy drinstand, wurden langsam länger, aber trotzdem ging er immer selbständig wieder raus. Am Abschluss des Dienstag war es dann aber schließlich so (nach einer 2-3 Stunden-Session), dass er einen Schritt nach rückwärts machte und deutlich dran dachte, auszusteigen, dann aber wieder einen Schritt nach vor tat und ausruhte. Das war am Dienstag der Zeitpunkt, wo ich ihn aktiv rausschickte, wutzeln ließ und nach Hause brachte.
Am Donnerstag ging es weiter. Wir parkten den Hänger diesmal am Ausgang des Vierecks, weil das so nass war. Klappte auch gut. Der Unterschied zu Dienstag war enorm. Ich arbeitete kurz mit Billy, wir machten wieder lästige anstrengende Übungen (heute war er von Anfang an nicht so ungewöhnlich energievoll wie am Dienstag), dann ging ich mit ihm in den Hänger (reinschicken klappte immer noch nicht, egal). Er blieb von Anfang an länger drin und musste eigentlich fast immer rausgeschickt werden. Wir schlossen auch erstmals hinten die Rampe für kurze Zeit und ließen ihn kurz allein. Da wird er schon wieder nervös, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Mit geschlossener Klappe zeigte Billy dann bei einem der Versuche ein „coming off Adrenaline“ wie aus dem Bilderbuch: Er blinzelte, die Augerl fielen ihm zu, er gähnte, er kaute, Hals senkte sich und er war nun sichtlich entspannt. Ein super Abschluss, Klappe wieder auf und raus geschickt und heim.
Freitag dann noch einmal, Hänger wieder außerhalb vom Viereck. Billy ließ sich zwar immer noch nicht reinschicken, aber wir konnten die Klappe wirklich schon lange lange Zeit zulassen, ohne bei Billy zu bleiben und ohne dass er Futter hatte. Er begann dann zwar wieder etwas ungeduldig zu stampfen und nach Fliegen zu schlagen, aber er sah die ganze Zeit relativ entspannt aus. Wieder zeigte er so schön einen Entspannungsanfall, und wir luden ihn wieder aus.
Donnerstag und Freitag ging er kein einziges Mal von sich aus rückwärts. Und interessanterweise war das Raussteigen über die Stufe plötzlich wieder ein Problem.Am Dienstag hatte er da nicht gezögert, d.h. es war offenbar noch gruseliger, im Hänger zu stehen, als das schwierige Raussteigen. Donnerstag und Freitag dann langsam umgekehrt.
Schön, wenn man einmal so viel Zeit hat und kontinuierlich an sowas arbeiten kann. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das Zugfahrzeug wieder einmal zur Verfügung steht.
Ein neues Ziel für uns, Billy zum Verlade-Profi zu machen. Einsteigen tut er ja brav, aber wir wissen: Kaum wird gefahren, kriegt er Schweißausbrüche. Und Stehen ohne Fahren ist auch blöd, findet er. Da kann man ja genausogut auch wieder aussteigen, oder?
Dass das alles eine Sache der Übung ist, ist klar.
In dieser Woche hatte ich Urlaub, das Zugfahrzeug und sein Lenker standen mir zur Verfügung - Gelegenheit zum Verladetraining!
Am Montag hatte ich noch folgenden Plan: Billy sollte einfach lernen, dass man sich im stehenden Hänger nicht aufregen muss. Nichts anderes als in der Box stehen, Billy! Oder im Futterautomaten! (Wo Herr Billy ja mit Vorliebe mal ein Zwischendurch-Nickerchen einlegt - Klaustrophobie ist nicht der Grund für die Nervosität im Hänger!). Ich wollte ihm einfach mal zeigen, dass nicht immer was passieren muss (fahren), wenn die Hängerrampen zugehen. Wir hängten als Entspannungsbeschleuniger ein Heunetz auf ... Billy trapste ohne Schwierigkeiten in den HÄnger und mampfte los. In kleinen, aber (rückblickend) doch zu schnellen STufen ließen wir ihn allein: Zuerst gingen wir weg, dann machten wir die Reitertür vorn zu, dann hängten wir die Stange ein, dann machten wir die Rampe zu, dann banden wir ihn an (weil ich nicht möchte, dass er womöglich mal probiert, ob er umdrehen kann). Billy stand und fraß. Wir setzten uns unter einen Sonnenschirm neben den Hänger und entspannten.
Und dann war das Heu gegessen.
Billy wartete kurz, was nun zu seiner Bespaßung passieren würde, und als genau nichts passierte und er zusätzlcih feststellte, dass er aufgrund des Angebunden-Seins nicht jede Fliege so wegscheuchen konnte wie er wollte, began er zu randalieren. Meine Nerven!
Er trat hinten gegen die Rampe, er stampfte dass ich Angst hatte, er käme gleich durch den Boden durch, er trampelte hin und her, dass der ganze Hänger mitsamt Auto wackelte.
Weil ich meinen Hänger gern noch länger haben wollte, wie auch ein Pferd ohne Blessuren, brachen wir die Übung irgendwann ab, als es meine Nerven nicht mehr ertrugen. Natürlich ein schlechtes Ende, denn nun hatte Billy die Erfahrung: Randalieren hilft.
Am Dienstag änderten wir nach reiflicher Überlegung die Strategie. Wir stellten den Hänger mitsamt Auto aufs Viereck und erklärten ihn zum Ruhepol. Draußen gabs Arbeit über Arbeit, Ruhepausen nahm Billy nur im Hänger ein. Billy sabotierte die Pläne ein wenig, indem er heute sehr gehfreudig war, aber es klappte schließlich trotzdem. Wir fingen mit Bodenarbeit an. Billy war übermütig, galoppierte an, versuchte mir zweimal das Seil aus der Hand zu reißen und wegzugaloppiern, und schlug in meine Richtung aus; ich konnte ihn aber halten. Wir machten zuerst am Boden, dann beim Reiten anstrengende Dinge: Achter, Slalom, ganz viele Handwechsel mit Galopp dazwischen, ganz viele Übergänge, schließlich Hopser über Cavaletti. Hier versuchte ich wie bei David, ihn trabend hinzuschicken und dann über dem Sprung angaloppieren zu lassen. Billy vergingen langsam die Flausen. Als ich das erste Mal das Gefühl hatte, er bräuchte eine Belohnungspause, gingen wir zum Hänger. Anfangs zierte sich Billy und wollte sich nicht reinschicken lassen. Das ganze dauerte zu lange, er bekam die Pause vor statt im Hänger, das war nicht so gut. Also mit ihm reingegangen, das klappte immer gleich. Reinschicken wird dann später eine weitere Phase.
Der Plan war: Billy darf sich drin ausruhen mit mir, ein wenig Hafer haben wir ihm auch gegeben. Alle Türen bleiben offen, ich verhindere nur mit dem Seil, dass er womöglich umdreht. Sobald er rückwärts aussteigt von alleine, geht es weiter mit der Arbeit. Tatsächlich passierte das am Anfang sofort nach dem Auffressen vom Hafer. Billy schob geordnet rückwärts, stieg super aus der Tür mit Stufe aus.
Weiter gings! Weiter Bodenarbeit, Seitwärts, viel viel Rückwärts, und wieder Hänger anbieten. Immer wieder und wieder. Billy fraß jedesmal nur die paar Haferkörner und stieg selbst wieder aus.
Nach der Bodenarbeit bin ich noch geritten: Trab und Schritt nach Rhythmus von Musik, wie bei David, dabei sehr sehr schneller Trab und Schritt (spätestens da hatte Billy dann genug). Nach jeder anstrengenden Übung boten wir ihm Ruhe im Hänger an und etwas Hafer. Die Pausen, in denen Billy drinstand, wurden langsam länger, aber trotzdem ging er immer selbständig wieder raus. Am Abschluss des Dienstag war es dann aber schließlich so (nach einer 2-3 Stunden-Session), dass er einen Schritt nach rückwärts machte und deutlich dran dachte, auszusteigen, dann aber wieder einen Schritt nach vor tat und ausruhte. Das war am Dienstag der Zeitpunkt, wo ich ihn aktiv rausschickte, wutzeln ließ und nach Hause brachte.
Am Donnerstag ging es weiter. Wir parkten den Hänger diesmal am Ausgang des Vierecks, weil das so nass war. Klappte auch gut. Der Unterschied zu Dienstag war enorm. Ich arbeitete kurz mit Billy, wir machten wieder lästige anstrengende Übungen (heute war er von Anfang an nicht so ungewöhnlich energievoll wie am Dienstag), dann ging ich mit ihm in den Hänger (reinschicken klappte immer noch nicht, egal). Er blieb von Anfang an länger drin und musste eigentlich fast immer rausgeschickt werden. Wir schlossen auch erstmals hinten die Rampe für kurze Zeit und ließen ihn kurz allein. Da wird er schon wieder nervös, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Mit geschlossener Klappe zeigte Billy dann bei einem der Versuche ein „coming off Adrenaline“ wie aus dem Bilderbuch: Er blinzelte, die Augerl fielen ihm zu, er gähnte, er kaute, Hals senkte sich und er war nun sichtlich entspannt. Ein super Abschluss, Klappe wieder auf und raus geschickt und heim.
Freitag dann noch einmal, Hänger wieder außerhalb vom Viereck. Billy ließ sich zwar immer noch nicht reinschicken, aber wir konnten die Klappe wirklich schon lange lange Zeit zulassen, ohne bei Billy zu bleiben und ohne dass er Futter hatte. Er begann dann zwar wieder etwas ungeduldig zu stampfen und nach Fliegen zu schlagen, aber er sah die ganze Zeit relativ entspannt aus. Wieder zeigte er so schön einen Entspannungsanfall, und wir luden ihn wieder aus.
Donnerstag und Freitag ging er kein einziges Mal von sich aus rückwärts. Und interessanterweise war das Raussteigen über die Stufe plötzlich wieder ein Problem.Am Dienstag hatte er da nicht gezögert, d.h. es war offenbar noch gruseliger, im Hänger zu stehen, als das schwierige Raussteigen. Donnerstag und Freitag dann langsam umgekehrt.
Schön, wenn man einmal so viel Zeit hat und kontinuierlich an sowas arbeiten kann. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das Zugfahrzeug wieder einmal zur Verfügung steht.
Freitag, 15. August 2014
Kursbericht: David Lichman, 14.+15. August in Mauerbach
Es war soweit, schon wieder das nächste Kurs-Highlight bei uns im Stall - David Lichman, 5-Stern-Parelli-Instruktor, beehrte uns mit einem 2-tägigem Kurs. Als i-Tüpfelchen schaute Michael Grohmann am ersten Tag vorbei und coachte sogar ein bisschen mit.
Selbst das Teilnehmerfeld war erlesen, wir waren 6 Teilnehmer mit durchwegs hohem Niveau, Level 3, Level 4, da versteckten sich sogar noch 1, 2 Parelli-Instruktoren-Sternchen unter den Teilnehmern, ohne dass ich es wusste ;-). Das waren dann also 10 Parelli Sterne auf einem Platz. Wow.
Während ich mich also zwischen lauter Level-4-Leuten etwas klein fühlte, ging es dem Billy wohl nicht anders, denn der stand nun zwischen Ex-Renntrabern, Vollblutarabern und einem Isi mit 5-Gang-Getriebe. Insgesamt fühlten wir uns ein bisschen wie ein Fahranfänger, der mit einem Traktor in ein Formel-1-Rennen geraten ist.
Das Billy-Tier und ich versuchten also, das Niveau nicht allzu sehr nach unten zu ziehen *g*. Billy gab sich alle Mühe und zeigte sich von seiner besten Seite, ich war furchtbar stolz :-).
1. Kurstag:
Der erste Programmpunkt für die Bodenarbeit am Vormittag war 45''-Rope-Handling. Ich hatte mir das gewünscht, weil ich mich in den letzten Jahren immer mehr dabei ertappe, dass das lange Seil zusehends im Spind verstaubt, weil ich mich jedesmal, wenn ich es zu benutzen versuche, darin verheddere, oder - noch schlimmer - den Billy gleich mit. Es bleibt also im Spind und damit beschränkt sich die Distanz, die ich zum Pferd aufbauen kann, halt auf unsere üblichen 7 Meter. Daher hoffte ich schwer auf Tips und Tricks. Eine andere Teilnehmerin war von der Idee auch angetan und interessierte sichs fürs Roping, also ging es gleich damit los; wobei David durchaus gleich durchblicken ließ, dass das ganze nicht unbedingt seine Lieblingsdisziplin sei ;-).
Zuerst ließen wir die Pferde angebunden stehen (superbrav) und übten „trocken“. Rope auswerfen und einholen. David zeigte uns verschiedene Arten, wie man die Hand halten kann. Dann kam der erste Trick und die erste Erleuchtung bei etwas, wo ich immer Schwierigkeiten hatte: Kommt das Pferd auf mich zu und ich muss schnell das Rope verkürzen, dann ist nix mehr mit „coiling“! In dem Fall legt man (zumindest als Nicht-Super-Profi) keine sauberen Schlaufen mehr, sondern zieht das Seil nur mit der einen Hand schnell durch die andere und „sammelt“ das Rope hinter sich. Und ist das Pferd dann da und die Situation wieder beruhigt, dann „coilt“ man das Seil nunmehr von hinten „up“. So erspart man dem Pferd nämlich auch das Herumschlackern des Ropes am Halfter. Das Seil „sammelt“ man dabei auf der rechten Körperseite (d.h. linke Hand hält/stabilisiert, rechte Hand zieht durch, Seil liegt dann rechts hinten), steigt dann zum Aufwickeln drüber, sodass es auf der linken Körperseite liegt, hält die Schlaufen mit rechts und rollt mit links das liegende Seil ein. Umgekehrt macht man es (links hält, rechts wickelt), wenn man den zum Pferd führenden Teil des Ropes aufwickelt. Das war schon einmal eine Erkenntnis.
Dann begannen wir zu werfen. Zuerst ohne Schlinge, kreisen lassen und dann von rechts, mit einer „Zeigebewegung“ auf das Ziel, loslassen. Nicht nach oben werfen, sondern eher von oben nach unten. Danach zeigte uns David noch, wie man mit einer ganz gewissen Handbewegung die Schlinge groß macht. Man muss zwei oder dreimal umgreifen und dabei die Schlinge lang ziehen. Das war meinem Hirn zu viel… Jedenfalls begannen wir dann die Schlingen kreisen zu lassen. Man muss das Handgelenk dabei drehen, die Schlinge dreht sich dann so, dass man bei jeder Umdrehung durchschauen kann. Und in dem Moment, wo man vorne durchschaut, muss man sie loslassen. Eh ganz einfach !!! ;-)
Mit diesem neuen Wissen schickte David uns dann Pferd holen. Der erste Stolz-Moment: Ich durfte tatsächlich gleich mit dem langen Seil ans Pferd. Ich sollte Billy auf einen Riesen-Zirkel schicken (das war das schwierigste daran) und gehen lassen und ihm das ganze Seil geben. Dann einfach üben: Seil vom Pferd her einholen, dann die Schlingen nach hinten raus werfen, von hinten wieder einholen. Nach vorne Richtung Pferd Schlingen loslassen, wieder einholen. Das klappte bald ganz gut, ich konnte dann Billy sogar antraben lassen und diese Übungen machen. Klappte besser als ich zu träumen gewagt hätte (jedenfalls bin ich nicht hingefallen und hab uns nicht peinlich verheddert).
Ich fragte David dann noch danach, wie bzw. ob ich es mit Billy je hinkriegen werde, ihm die „coils“ hinzuwerfen, und er geht willig rückwärts (denn das hatten wir davor mit Zuschauern, die "Pferd" spielten, so geübt). Die Antwort lautete mehr oder weniger nein, und David brachte in Bezug auf Billy einen tollen Vergleich. Zuerst zeigte er mir einmal, wie er Billy rückwärts gehen ließ. Und ich war superbaff und so froh, das sah nämlich nicht viel anders aus als bei mir. Billy giftelte, David musste ihm ordentliche Flicks auf die Brust verpassen, Billy ärgerte sich... Naja jedenfalls sah das auch weit entfernt von „fein“ und "schön" aus. Wir redeten da dann drüber, und David brachte das interessante Bild von „sharpening your tools“. Im Grunde sagte er nur, dass man bei manchen Pferden wie Billy nun mal schärfere Werkzeuge braucht, und dass man sie immer schärfen muss, wenn sie gut funktionieren sollen. Wie ein Koch sein Messer vor fast jedem Schnitt schleift, muss man bei Pferden wie Billy auch die Phase 1 quasi schärfen – mit einer kurzen Erinnerung an Phase 4. Man muss dabei dann auch nicht lange durch die Phasen gehen, einfach: Phase 1 – keine Reaktion, daher Werkzeug schärfen – zack – und dann wieder probieren, geht es jetzt, noch immer nicht? – zack – geht’s jetzt? Ja! Danke. Und David überschlug sich dann noch im Lobpreisen von billy-like LBI s (man werde ja auch nicht jünger!) ;-). Er redete noch drüber, wie man Tools stumpf macht: over-use, mis-use, under-use (dann rosten sie – bei Pferden wie Billy kommt das aber kaum vor ;-).
Am Nachmittag gings dann zum Reiten, und das war auch wieder sowas von super! David ist echt ein sehr großer Motivator. Wir ritten alle zusammen, weil bei uns ja genug Platz ist. Als erstes machten wir Zirkel mit starker Biegung, mit dem Ziel, dass die ganzen Rennpferde, die noch so dabei waren, sich mal nach unten strecken wollten. Billy sollte das aus anderen Gründen machen. Billy liefe ganz vernünftig, meinte David, nicht mit durchgedrücktem Rücken, aber auch nicht mit aufgewölbtem Rücken. Durch das Biegen auf dem Zirkel würde das besser werden. Billy bog sicher sehr sehr gut am Knotenhalfter, ich bemerke einen Effekt des Hackamore-Trainings! Er gab auf die gleiche Handhabung des Knotenhalfters nämlich auch im Genick nach! Ganz toll gemacht, nur manchmal etwas unmotiviert zu traben.
Dann eine weitere Übung, die für den Teilnehmer mit dem beim Ausreiten zu flott werdenden Araber gedacht war: das „Beep Beep Game“. Hier geht’s drum, das eigene Pferd vom Vorderpferd in einer Reihe rückwärts richten zu lassen. Alle stehen, der vorderste fängt an rückwärts zu schieben und wachelt mit dem Stick hinter sich (und sagt dabei wie ein LKW: Beep beep beep). Der Hintermann hält nur die Nase des eigenen Pferdes am Schweif des Vorderpferdes und wartet, bis dieses durch das Stick-Wacheln ebenfalls zurücktritt. Aufhören, wenn es leicht ist. Billy ließ ich lieber nicht als Vorderpferd agieren, wir trauten uns nicht. Anfangs kapierte ich das Spiel nicht ganz und richtete Billy aktiv rückwärts. Was soll ich sagen, er schenkte mir in dieser halben Stunde das beste Rückwärts ever. Leicht, willig, ohne Diskussion. Einfach nur genial, ich kam aus dem Loben gar nicht heraus! Ich fragte David später, ob das mit dem Zirkeln mit enger Biegung zusammenhängen könnte, und er meinte ja, posture wurde besser, daher auch leichter für ihn, rückwärts zu gehen. Ich werde damit experimentieren.
Zurück zum Beep Beep. Ich war mit den beiden RBE-Renntrabern in der Gruppe. Denen wurde bald zu fad, und sie machten das Spiel nicht mehr aus dem Stehen, sondern im Schritt, dann Trab, dann machten wirs im Galopp. Super geklappt. Ganz zum Schluss hängte David noch den Araber an uns hinten dran, ich schaute, dass ich ihn vehement mit Stick und String abhielt, und es passierte nix, uff. Billy war brav.
Dann packte David wieder die Musik aus, und es ging rund. Wir mussten den Schritt-Takt wieder dem Musiktakt anpassen. Billy und ich hatten sowas ja vor kurzem geübt, Schritt und Trab schneller und langsamer über den Sitz zu machen. Und mit Musik ist das dann überhaupt toll; ich kann gar nicht genau sagen wie ich es mache, aber wir waren meistens im Takt. Los ging es mit mittlerem Tempo, dann schneller und schneller im Schritt. Ich legte mich richtig ins Zeug. Am Schluss war Billy an der Grenze seiner Kapazitäten, was den Schritt anbelangt, es gelang mir aber, ihn so an der Grenze zum Antraben zu halten, dass wir den Takt immer noch halten konnten. Am Schluss spielte David noch eine Ballade, superlangsam zum Schreiten, da packte Billy dann sein Talent aus - sooooooo ein langsamer Schritt, da staunten die Rennpferde ;-). Das ganze kam dann noch im Trab. Auch da konnte ich Billy meistens super im Takt halten. Ich war die einzige mit Barebackpad, und als es richtig schnell wurde, musste ich für Billy Pausen einlegen. Er verspannte sich aber nie, ich konnte es super sitzen. Und dann gings auch noch in den Galopp. Die anderen sausten herum, Billy war müde und begann zu quengeln. Ich ließ ihn immer wieder kurz stehen und verschnaufen und hängte mich dann hie und da an die anderen an, um zu sehen, ob ich den Galopptakt auch halten kann. Konnte er gut! Am Schluss war das richtig schnell, Billy hielt mit, halt immer nur eine kurze Runde, dann ließ ich ihn wieder ausruhen.
Ein suuuper-Kurstag! David ist vor allem einfach auch ein super Motivator.
2. Kurstag:
Tag 2 vom David Lichman-Kurs!
Am Vormittag gab es wieder Bodenarbeit: Kopf auf ein bestimmtes Signal senken, um im Panikfall dieses entspannende Kopfsenken parat zu haben. David möchte dem Pferd beibringen, dass die Antwort darauf, wenn es sich in einer Situation sorgt, Kopfsenken ist. Also macht er mit dem Stick und String irgendwas zwischen Friendly und Driving Game, etwas, was das Pferd nervt und stört. Er schubst z.B. den String über den Rücken mit einem leichten Klatschen. Die meisten Pferde orten das als „sideways towards“, auch Billy. Ganz tolles Sideways Towards hat er gemacht! Also versuchte ich ein anderes Signal, klopfen auf die Schulter. Dadurch bekomme ich auch gleichzeitig die richtige Biegung, auf die David ebenso achtet, als weiteren Schritt. Also nerven mit einem bouncing stick, wenn das Pferd keine Antwort sucht, am Halfter nachhelfen und Kopf senken lassen, Pause. Ein Friendly Game im Grunde, nur dass die Antwort nicht stillstehen, sondern Kopfsenken ist. Wir übten im Stillstand, dann im Schritt und auch im Trab. Nur: Billy zeigte sich unüblich lernresistent, vielleicht muss man es mit Cookies installieren. Ich war jedenfalls leicht frustriert. Vielleicht klappte es auch nicht, weil mich das Signal nicht überzeugt hat – ich habe Angst, dass mein Driving Game leidet. Im Grunde ist es aber wie Karen Rohlfs Friendly Game in Bewegung, was wir ja auch machen, nur dass die Antwort Kopfsenken ist. Damit ging der Vormittag vorbei.
Am Schluss haben wir noch Anleitung zum Spin gekriegt, da hat unser erster Versuch gleich gut geklappt, ich habe das wieder aus Zone 5 aufgebaut. David baut den Spin so auf, dass er das Pferd am Hufschlag gehen lässt, es zu sich zieht ("draw"), die Nase am Bauchnabel vorbeischickt und dann von hinten die Vorhand rum, um es auf der anderen Seite wieder in Empfang zu nehmen. Haben wir auch am Kurs vor 3 Jahren gemacht.
Die zweite Gruppe übte „Boomerang“ at liberty: mit dem Pferd zu einem Hindernis, dann selbst rückwärts drumrum und das Pferd mitziehen. Von immer größerer Entfernung. Weitere Übungen: das Pferd „parken“ und dann zu sich rufen. Das klappte bei einigen wirklich toll.
Außerdem machten sie Sprung über eine Tonne: Auf dem Hufschlag ein hohes Hindernis aufgebaut, dann eine Lücke gelassen, dann eine liegende Tonne, dann wieder hoch. Das Pferd wird durch die Lücke durchgeschickt, und mit dem „Boomerang“ kombiniert, d.h. nicht die Hinterhand disengaged wie bei einem normalen Squeeze Game, das Pferd soll gleich herkommen. David lässt einen dann immer auf das Hindernis hinsetzen, als neutrale Position und "gut gemacht". Die Lücke zwischen den Hindernissen wird nach und nach verkleinert, bis sie ganz weg ist und das Pferd als nächst einfachste Möglichkeit die niedrige Tonne springt. Nach und nach kann man dann die höheren Hindernisse rundherum entfernen und beginnen, freistehende Tonnen zu springen. Eine Möglichkeit dazu ist auch, das Pferd über die "Falling Leaf"- Übung nahe heranzuführen und dann mit einem Fingerzeig über die Tonne zu schicken. Klappte schon gut bei manchem Teilnehmer!
Am Nachmittag sind wir wieder alle zusammen geritten, wir waren jetzt 1 Pferd mehr, denn die Vollblüter hatten sich verdoppelt: Eine Zuschauerin war offenbar so begeistert gewesen, dass sie in der Früh ihr Pferd nachholte, um den 2. Tag mit Pferd teilzunehmen. :-)
Am Anfang hat David das gelernte von gestern üben lassen; wir haben also enge Zirkel mit viel Biegung im Schritt und Trab geübt, auf dass Billy den Kopf senken soll. Lustig, im Gegensatz zur Bodenarbeit funktioniert das beim Reiten richtig gut.
Einige wollten an den Flying Lead Changes arbeiten. David ließ ein Bow Tie Muster aufbauen, mit 2 schräg vor dem Hufschlag aufgestellten niedrigen Cavalettis. Also so, dass man quasi einen Achter drumrum reiten konnte. Wir sollten auf die ersten Stangen hintraben und den ersten Galoppsprung genau über der Stange verlangen, und dann noch 2, 3 Galoppsprünge weiterreiten. Billy und ich schafften es, jedesmal justament den falschen Galopp zu kriegen. Ich mach also irgendwas falsch. Zusätzlich sollte ich das Pferd in die Richtung „pushen“, in die der Galopp stattfinden soll. Billy traf den Galopp manchmal, und manchmal nicht, das war pures Zufallsprinzip. Es liegt natürlich daran, dass wir nie ein eindeutiges Links- und Rechtsgalopp-Signal etabliert haben *ähem*. Das muss ich mir noch irgendwie mal überlegen.
Als es dann daran ging, nicht mehr im Trab hinzugehen, sondern hinzugaloppieren und auf einen fliegenden Wechsel zu hoffen, habe ich aufgehört, weil es uns glaub ich nur verwirrt hätte. Das kleine Hüpfen mit Billy nur im Barebackpad war aber toll. Hie und da machte er einen größeren Hüpfer als nötig, aber es fühlte sich immer gut an, konnte gut mitgehen und alles gut sitzen.
Am Schluss kam noch Davids „Ringstechen“, das er auch beim letzten Kurs gemacht hat. Ringe wurden am Zaun befestigt, und wir mussten sie aus verschiedenen Situationen mit dem Stick auffädeln: Im Schritt, mit der linken Hand, ohne Zügel, im Trab, im Galopp, … natürlich immer alles hübsch mit Musik ... da waren ein paar wirklich gute Leute dabei: Galopp ohne Zügel und beide – auch den wirklich winzigen – Ringe aufgefädelt, alle Achtung.David verteilte Punkte und alle hatten eine Riesen-Hetz!
Das war der Abschluss wie schon beim letzten Mal.
Kann auch nach dem 2. Tag nur wiederholen: Ein super Kurs!
Wir hoffen sehr, dass David vielleicht nächstes Jahr wiederkommt. Kann wirklich nur jedem empfehlen, hinzugehen, es lohnt sich!
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| Und so idyllisch war's! |
Samstag, 19. Juli 2014
Flugstunde - und Billy als Lehrpferd
Tja, also irgendwie werden ich, Billy und das Ausreitgelände nicht wirklich warm miteinander. Heut ging es sich endlich einmal aus, dass ich mit meinen Miteinstellern (insgesamt zu dritt) ausreiten gehen konnte, ich war auch total entspannt, und dann passierte das:
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:
Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)
Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:
Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)
Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.
Sonntag, 13. Juli 2014
Bosal-Workshop II - "Reiten ist nicht Fahrradfahren!!"
Nachdem unser erster Bosal-Workshop mit Kurt Murauer ein voller Erfolg war, haben wir Kurt noch einmal zu uns geholt, diesmal für einen 1-tägigen Workshop, in dem das gelernte und (manchmal) geübte begutachtet, korrigiert, und um die nächsten Schritte ergänzt wurde. War wieder richtig super, und auch das Wetter war uns (fast die ganze Zeit) hold - und wo nicht, da halfen unsere neuen Strandschirmchen ;-).
Hier meine Zusammenfassung:
In zwei Gruppen haben wir die Übungen vom letzten Mal wiederholt und Korrekturen bekommen.
Immer wieder auftretendes Problem bei mir: ich „fahre Rad“ statt zu reiten. D.h. ich bringe in der Wendung die äußere Schulter nach vorn. Ich glaube mittlerweile, ich weiß woher das kommt - vom Reiten mit Stick! Ein paarmal hat Kurt mich „ertappt“, wenn ich dabei war, meiner Gewohnheit nach den äußeren Zügel gegen Billys Hals zu klatschen, damit er weicht – dabei kommt natürlich meine Schulter vor! Soweit zu den Wendungen, sonst haben die gut geklappt.
Dann Biegung und Genickbeugung. Wir haben das bisher halbwegs richtig geübt, aber ich muss länger in Kontakt bleiben, damit Billy mal kapiert, dass er diese Haltungen beibehalten soll. Ich soll also durchaus nicht immer den Zügel sofort als Lob wieder hingeben, sondern dabehalten, wirklich mit leichtem Kontakt, und Billy gleich wieder in die Position holen, die ich möchte. Sowohl bei Genickbeugung als auch Biegung.
Übrigens hat Kurt den Unterschied zwischen Biegung (z.B. auf einem Zirkel) und Stellung (auf der ganzen Bahn brauchts keine Biegung) erklärt. Für Stellung Innenzügel hoch, für Biegung Innenzügel seitliche impulse. Genickkontrolle äußerer Zügel nach der Seite Impulse (eher unten).
Viel geübt haben wir auch die Diagonalkontrolle: HH weichen lassen aus der Bewegung heraus (Kreinbergs „dynamische VH-Wendung“), daran anschließend umsitzen (von vorne-außen nach hinten-innen) und die Vorhand weichen lassen. Wichtig für mich dabei war: Das muss keine perfekte HH-Wendung werden, bei der die HH am Punkt stehenbleibt. Es darf ruhig ein kleiner Kreis werden.
In Verbindung damit machten wir die neue Übung „Kälbchen treiben“: Am 2. Hufschlag reiten, Schritt oder Trab, Biegung Richtung Zaun, als würde parallel ein Kälbchen getrieben. Dann mit passiver Schulterkontrolle in Richtung Bahninneres ausweichen (ein Kälbchen würde jetzt langsamer, also rein theoretisch zumindest ;-)), dann Anhalten und direkt eine HH-Wendung Richtung Zaun (das Kälbchen hätte jetzt gewendet - wiederum, Theorie!) und dasselbe auf der anderen Hand.
Und dann kamen noch die ersten Übungen für die Aktivierung der Hinterhand diesmal dazu: Zirkel verkleinern mit Innenbiegung, bis das Hinterbein schön untertritt, wieder vergrößern. Am besten im Trab. Fand Billy anstrengend, hat sich aber bemüht.
Angalopp war auch noch ein Thema ganz zum Schluss. Billy war schon müde und grantig und diskutierte teils heftig. Er verstand anfangs nicht, was ich wollte, kennt das ja auch so nicht. Ich wiederum habe Schwierigkeiten mit der Koordination. 2. Hufschlag, ins Bahninnere gestellt, passive Schulterkontrolle Richtung 1. Hufschlag, dabei hinten-außen sitzen, Innenschenkel. Am Hufschlag bleibt Gewicht wie es ist, nur der Schenkel wechselt, Impuls mit dem Außenschenkel --> Galopp. Wichtig dabei, Zügel nachgeben, sonst kann das Pferd nicht vorn raus. Kurt forderte von uns auch viele Runden im Galopp auf Zirkeln, und dass Billy dabei Innenbiegung hat. Dabei legt er sich dann auf den Zügel, es ist eher krampfhaft. Wir sollten generell üben, das Tempo innerhalb jeder Gangart schön zu variieren. Schneller, langsamer Schritt, schneller Trab, langsamer Trab, schneller Galopp, langsamer Galopp…
War wieder ein wunderbarer Tag! Wir haben wieder jede Menge neuer Übungen und Inputs, bis Kurt hoffentlich im Herbst dann wiederkommt!
| Danke an Manuela für dieses wunderschöne Photo! |
Donnerstag, 10. Juli 2014
Der Billy war heut supergut drauf und wir konnten - schnell noch bevor Kurt am kommenden Sonntag wieder für einen Workshop kommt - ein paar Sachen wirklich fein üben. Hackamore angezogen und los gehts!
Zuerst einmal Aufwärmen. Ich möchte das Lenken rein auf Gewicht besser etablieren, aufwärmen im Schritt eignet sich dazu hervorragend. Wir gingen auf dem Hufschlag, Zügel lagen auf dem Hals, und ich ritt Volte um Volte. Was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich Billy jede Einheit von neuem erklären muss, dass das ganze auch heute nach den gleichen Regeln funktioniert. Jeweils am Ende einer Einheit kann ich ein sehr fein reagierendes Pferd haben - aber am nächten Tag geht alles von vorn los. Heut war ich ein bisschen strenger, sprich, schnelles gehen durch die Phasen bei Nichtreaktion. Entsprechend schneller hatte ich dann auch das fein reagierende Pferd. Phasen: Gewicht verlagern, keine oder sehr zögerliche Reaktion: Schenkel leicht anlegen. Noch immer keine Reaktion --> da ich mir nicht angewöhnen möchte, mit dem Schenkel fest einzuwirken oder zu klopfen, kommt jetzt ein Anlegen der Gerte, nochmal eine Sekunde Zeit für Reaktion, dann ein Gertenschnalzer auf die Schulter. Das Geräusch wirkt (der Reitstick hat, obwohl festere Einwirkung, lange nicht die folgende Reaktion). DA gingen wir heut mehrmals schnell durch und schon klappte es, Billytier zog hübsche Volten, bald auf Schenkelanlegen, danach auf Gewicht. Wenn das gut geklappt hatte, gabs auch 1 Min+ Pause zum Verdauen.
Danach die nächste Übung: Nun gings wieder ans Biegen und Biegung-Halten in Bewegung mit der Hackamore. Wir ritten ganz ganz viele Schlangenlinien. Immer schön umsitzen, umstellen, Biegung halten. Klappt schon für immer mehr Tritte, das Stellen geht schon recht fein und leicht. Billy folgte heut brav und hatte auch einen angenehm flotten Schritt drauf.
Als nächtes ein paar Übergänge. Antraben - wieder war Billy flott, aber entspannt unterwegs, sehr angenehm. Wir schalteten an jeder Ecke Volten dazu, im Schritt. Während der Schritt-Volte etablierten wir wieder Biegung und dazu nun Genickbeugung. Die Haltung versuchte ich dann, beim Antraben auf der Geraden aus der Volte heraus mitzunehmen. Das gelang so lala, aber Billy bemühte sich. Während des Trabs auf der Geraden fragte ich Stellung und Genickbeugung ab, mit Hingeben der Zügel auf die richtige Reaktion. So reagierte Billy schneller und schneller.
Fein war das! Am Schluss noch ein kurzes Rückwärts, das auch ganz exzellent war, und Feierabend für uns beide (ach nein, Frauli musste noch abmisten... aber Feierabend für Billy ;-).
Zuerst einmal Aufwärmen. Ich möchte das Lenken rein auf Gewicht besser etablieren, aufwärmen im Schritt eignet sich dazu hervorragend. Wir gingen auf dem Hufschlag, Zügel lagen auf dem Hals, und ich ritt Volte um Volte. Was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich Billy jede Einheit von neuem erklären muss, dass das ganze auch heute nach den gleichen Regeln funktioniert. Jeweils am Ende einer Einheit kann ich ein sehr fein reagierendes Pferd haben - aber am nächten Tag geht alles von vorn los. Heut war ich ein bisschen strenger, sprich, schnelles gehen durch die Phasen bei Nichtreaktion. Entsprechend schneller hatte ich dann auch das fein reagierende Pferd. Phasen: Gewicht verlagern, keine oder sehr zögerliche Reaktion: Schenkel leicht anlegen. Noch immer keine Reaktion --> da ich mir nicht angewöhnen möchte, mit dem Schenkel fest einzuwirken oder zu klopfen, kommt jetzt ein Anlegen der Gerte, nochmal eine Sekunde Zeit für Reaktion, dann ein Gertenschnalzer auf die Schulter. Das Geräusch wirkt (der Reitstick hat, obwohl festere Einwirkung, lange nicht die folgende Reaktion). DA gingen wir heut mehrmals schnell durch und schon klappte es, Billytier zog hübsche Volten, bald auf Schenkelanlegen, danach auf Gewicht. Wenn das gut geklappt hatte, gabs auch 1 Min+ Pause zum Verdauen.
Danach die nächste Übung: Nun gings wieder ans Biegen und Biegung-Halten in Bewegung mit der Hackamore. Wir ritten ganz ganz viele Schlangenlinien. Immer schön umsitzen, umstellen, Biegung halten. Klappt schon für immer mehr Tritte, das Stellen geht schon recht fein und leicht. Billy folgte heut brav und hatte auch einen angenehm flotten Schritt drauf.
Als nächtes ein paar Übergänge. Antraben - wieder war Billy flott, aber entspannt unterwegs, sehr angenehm. Wir schalteten an jeder Ecke Volten dazu, im Schritt. Während der Schritt-Volte etablierten wir wieder Biegung und dazu nun Genickbeugung. Die Haltung versuchte ich dann, beim Antraben auf der Geraden aus der Volte heraus mitzunehmen. Das gelang so lala, aber Billy bemühte sich. Während des Trabs auf der Geraden fragte ich Stellung und Genickbeugung ab, mit Hingeben der Zügel auf die richtige Reaktion. So reagierte Billy schneller und schneller.
Fein war das! Am Schluss noch ein kurzes Rückwärts, das auch ganz exzellent war, und Feierabend für uns beide (ach nein, Frauli musste noch abmisten... aber Feierabend für Billy ;-).
Samstag, 28. Juni 2014
Wir waren ausreiten!! Nicht allein, neinnein, mit einer Stallkollegin.
Völlig entspannt im Schritt und etwas Trab, Billy manchmal voran,manchmal hinterdrein. Wir haben auch geübt, stehenzubleiben (ohne fressen!!), während das andere Pferd weiter Richtung Stall marschierte. Erstaunlich guter Erfolg!! Zuerst zappelte der Billy etwas, dann wollte er fressen, aber dann akzeptierte er das stehenbleiben einfach und entspannte ganz gut. Das ganze nur kurz vom Stall entfernt, nicht schlecht.
Schlechtere Nachrichten erreichten mich am Sonntag... Kaum denkt man, es geht alles gut und man kann dem Tier wieder langsam vertrauen, beweist er das Gegenteil - und tritt einfach so, ohne jeglichen ersichtlichen Grund, die Stallbesitzerin ans Knie. Zum Glück scheint nichts Ernstes passiert, aber es war wieder einmal gezielt und unvorhersehbar - sie stand bei ihrer eigenen Stute, zwischen den beiden war auch kein Gezicke... und aus dem Nichts heraus tritt Billy (so stark, dass sie hinfiel) und rennt dann sofort davon. Wie soll man ihm da je vertrauen?! *grummel*
Völlig entspannt im Schritt und etwas Trab, Billy manchmal voran,manchmal hinterdrein. Wir haben auch geübt, stehenzubleiben (ohne fressen!!), während das andere Pferd weiter Richtung Stall marschierte. Erstaunlich guter Erfolg!! Zuerst zappelte der Billy etwas, dann wollte er fressen, aber dann akzeptierte er das stehenbleiben einfach und entspannte ganz gut. Das ganze nur kurz vom Stall entfernt, nicht schlecht.
Schlechtere Nachrichten erreichten mich am Sonntag... Kaum denkt man, es geht alles gut und man kann dem Tier wieder langsam vertrauen, beweist er das Gegenteil - und tritt einfach so, ohne jeglichen ersichtlichen Grund, die Stallbesitzerin ans Knie. Zum Glück scheint nichts Ernstes passiert, aber es war wieder einmal gezielt und unvorhersehbar - sie stand bei ihrer eigenen Stute, zwischen den beiden war auch kein Gezicke... und aus dem Nichts heraus tritt Billy (so stark, dass sie hinfiel) und rennt dann sofort davon. Wie soll man ihm da je vertrauen?! *grummel*
Donnerstag, 26. Juni 2014
Heute gab es wieder abwechslungsreiche Gymnastizierungsarbeit:
Aufwärmen im Schritt auf der ganzen Bahn mit Übung der Innenstellung, die jetzt schon ganz gut über längere Strecken gehalten wird am leicht losen Zügel. Von der ganzen Bahn Übergang zu vielen Kehrtvolten, eine nach der anderen, von großem Radius zu immer kleiner werdendem Radius, wobei je kleiner, desto mehr der äußere Zügel als Neckrein dazukommt (Übung von Kreinberg). Hier tu ich mir wieder schwer, innen zu sitzen, wandere wieder einmal nach außen mit dem Gewicht und versuche krampfhaft, Billy rüberzu"schieben". Dann die Kehrtvolten genutzt, um immer später die Biegung umzustellen und somit beim Zurückreiten auf den Hufschlag etwas Reiten in Außenstellung/passive Schulterkontrolle hinzugefügt.
Nächste Übungsfolge: 4 Hütchen standen da. Slalom im Schritt, mit abwechselnder Biegung, hauptsächlcih Übung für mich, die Zügel schnell zu bedienen (und wieder loszulassen!). Nach dem Slalom Wiederherstellung des Vorwärts (das aber heut nicht so schlecht war) durch Antraben und eine halbe Runde Trab (später Galopp), bis wir wieder bei den Hütchen angelangt waren: Im Trab und Galopp ließ ich ihn dabei ganz lang, wie er halt wollte. Nächste Übungsstufe: Slalom ganz durchreiten unter Beibehaltung ein und derselben Biegung (z.B. nur links). D.h. um ein Hütchen in Innenstellung, ums nächste in Außenstellung. Wir machten nur ganz flache Bögen, ist einfacher. Links war wieder schwierig, da fügte ich dann am Ende ganze Volten in Außenstellung hinzu. Immer wieder auflockern mit Galopp dazwischen. Wenn ich den Galopp auf der ganzen Bahn abwechsle mit den gefinkelten Biege-Slalom-Übungen, wird der Galopp auch ruhiger bzw. antizipiert Billy ihn nicht mehr so - er weiß, dass er sich nach einer halben Runde wieder auf die Kurven konzentrieren muss. Weitere STeigerung durch Übergang zum Trab im Slalom. Zuerst immer Innenbiegung, dann mutig probiert, ob wir auch die Außenbiegung im Trab zusammenbringen. Durch die flachen Bögen sind das immer idealerweise nur ein paar Tritte, und klappte erstaunlich gut. Aufgehört, bevor es schlechter wurde *stolz auf die Schulter klopf*.
Wir ritten dann noch raus auf den Weg hinterm Stall und übten ein bisschen anhalten ohne fressen dabei (die schwierigste Übung überhaupt!!), und rückwärts und seitwärts im Gelände mit Gras in Maulhöhe. Billy war erstaunlich kooperativ und konzentrierte sich durch schnelle Übungsabfolge sehr gut auf mich.
Vielleicht trau ich mich ja doch irgendwann wieder einmal alleine raus ;-)
Schön war das heut :-)
Aufwärmen im Schritt auf der ganzen Bahn mit Übung der Innenstellung, die jetzt schon ganz gut über längere Strecken gehalten wird am leicht losen Zügel. Von der ganzen Bahn Übergang zu vielen Kehrtvolten, eine nach der anderen, von großem Radius zu immer kleiner werdendem Radius, wobei je kleiner, desto mehr der äußere Zügel als Neckrein dazukommt (Übung von Kreinberg). Hier tu ich mir wieder schwer, innen zu sitzen, wandere wieder einmal nach außen mit dem Gewicht und versuche krampfhaft, Billy rüberzu"schieben". Dann die Kehrtvolten genutzt, um immer später die Biegung umzustellen und somit beim Zurückreiten auf den Hufschlag etwas Reiten in Außenstellung/passive Schulterkontrolle hinzugefügt.
Nächste Übungsfolge: 4 Hütchen standen da. Slalom im Schritt, mit abwechselnder Biegung, hauptsächlcih Übung für mich, die Zügel schnell zu bedienen (und wieder loszulassen!). Nach dem Slalom Wiederherstellung des Vorwärts (das aber heut nicht so schlecht war) durch Antraben und eine halbe Runde Trab (später Galopp), bis wir wieder bei den Hütchen angelangt waren: Im Trab und Galopp ließ ich ihn dabei ganz lang, wie er halt wollte. Nächste Übungsstufe: Slalom ganz durchreiten unter Beibehaltung ein und derselben Biegung (z.B. nur links). D.h. um ein Hütchen in Innenstellung, ums nächste in Außenstellung. Wir machten nur ganz flache Bögen, ist einfacher. Links war wieder schwierig, da fügte ich dann am Ende ganze Volten in Außenstellung hinzu. Immer wieder auflockern mit Galopp dazwischen. Wenn ich den Galopp auf der ganzen Bahn abwechsle mit den gefinkelten Biege-Slalom-Übungen, wird der Galopp auch ruhiger bzw. antizipiert Billy ihn nicht mehr so - er weiß, dass er sich nach einer halben Runde wieder auf die Kurven konzentrieren muss. Weitere STeigerung durch Übergang zum Trab im Slalom. Zuerst immer Innenbiegung, dann mutig probiert, ob wir auch die Außenbiegung im Trab zusammenbringen. Durch die flachen Bögen sind das immer idealerweise nur ein paar Tritte, und klappte erstaunlich gut. Aufgehört, bevor es schlechter wurde *stolz auf die Schulter klopf*.
Wir ritten dann noch raus auf den Weg hinterm Stall und übten ein bisschen anhalten ohne fressen dabei (die schwierigste Übung überhaupt!!), und rückwärts und seitwärts im Gelände mit Gras in Maulhöhe. Billy war erstaunlich kooperativ und konzentrierte sich durch schnelle Übungsabfolge sehr gut auf mich.
Vielleicht trau ich mich ja doch irgendwann wieder einmal alleine raus ;-)
Schön war das heut :-)
Donnerstag, 19. Juni 2014
verLADAtraining
Am langen Wochenende haben wir mal was Verrücktes gemacht. Wir haben einen Lada Taiga getestet, und zwar im Anhängerbetrieb. Wobei das Verrückte nicht ist, dass wir ihn getestet haben, sondern dass er mir gefällt und ich tatsächlich seine Anschaffung in Erwägung ziehe. ;-)
Es ist einige Jahre her, da blätterten wir durch eine Zeitschrift, in der alle Autos mit ihren Anhängelasten aufgelistet waren - elendslang natürlich, Seite um Seite um Seite. Mein Blick ging dabei immer folgendermaßen: Zuerst in die Spalte mit der Anhängelast, gefolgt von hie und da hoffnungsvollem Luftschnappen, danach auf die Spalte mit dem Auto-Kaufpreis, gefolgt von hoffnungslosem Schnaufen (manchmal auch gepaart mit einem halben Erstickungsanfall). Bis ich in eine Zeile kam, da stand in der Spalte mit der Anhängelast 1.900 und in der Spalte mit dem Neukaufpreis 10.000 €. .... "??????" dachte ich damals, und "ein Tippfehler". Aber nach einiger Recherche erkannt: Mitnichten. Das 10.000,- € Russen-Fahrzeug darf ohne Auflastung 1490kg ziehen und mit Auflastung 1900. Unglaublich.
Nun ist "dürfen" natürlich noch nicht "können", und überhaupt....
Durch Zufall fanden wir dann einen Händler, einen wahren Lada-Enthusiasten, der uns einfach mal so ("no da kummts hoit amal vurbei") kurz probefahren ließ. Wir verließen das kleine Auto mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Meine Anfrage, ob man vielleicht mal mit Hänger vorbeikommen könnte, um zumindest auf einer ganz kurzen Strecke auszuprobieren, wie das Auto so zieht, hieß es: "Jo do nimmstn hoit amal mit a wochn oder so und kaunst ollas ausprobieren wos'd wüst". Also haben wir am vergangenen Wochenende genau das getan!
Als erstes wurde einmal der Hanger ausgemottet und Reifen etc. überprüft. Dank Schutzhülle hat er den Winter super überstanden. Dann angekuppelt, dank bereits einiger absolvierter Übungsstunden mit dem Lada (wie beim Pferd gilt hier, sehr sympathisch: Mit "rein und los" gehts nicht, man muss sich erst einmal aneinander gewöhnen, Fahrer und fahrbarer Untersatz! Wenn man überhaupt das Zündschloss findet!!) ging das sehr gut. Elektrik überprüft (erstaunlich! Alles funktioniert!) und dann mal eine Runde auf dem Hof gedreht (durchaus mit der Erwartung, dass wir entweder nicht vom Fleck kommen oder das Auto auseinanderfällt). Nichts passierte, weder röhrte das Auto lauter als ohne Hänger, noch knarrten irgendwelche Teile mehr als vorher.
Wir wagten uns dann tatsächlich mit leerem Hänger auf die Straße. Das ging ebenfalls gut, wir beschlossen wagemutigst, eine Steigung zu befahren. Der Lada beschwerte sich etwas. Der 2. Gang war ihm zu wenig, der 3. zu viel. Nach kurzem nervlichem Zusammenbruch hievten wir (hieven ist genau das Verb, das angebracht ist, um Schaltvorgänge adäquat zu beschreiben!) den Untersetzungshebel rum und gönnten ihm also Untersetzung: und siehe da, er bestätigte dann seinen Ruf als Arbeitstier und zog den Hänger als wäre nichts; bergauf mit Hänger in die 5. schalten, das war nicht schlecht.
Mutig geworden, zitierten wir das Billytier zu uns und starteten eine Verladesession. Ich erwartete Übles. Unsere letzte Fahrt war lang und endete im neuen Stall, die davor auf einem anstrengenden Kurs. Und meine Versuche, Billy im Winter auf einen zu Übungszwecken abgestellten Hänger auf dem Viereck zu verladen, waren allesamt nicht sehr erfolgreich (und auch nicht sehr ernsthaft von mir). Aber der gute Billy mag seinen eigenen Hänger. Hinten die Tür auf (nicht Rampe), vorn die Tür auf, und auf altbewährte Art mal von vorn nach hinten verkehrtrum einfach durchspaziert. Dann von hinten nach vorn durchspaziert. Dann draußen geblieben und Billy reingeschickt. Er machte Annäherung und Rückzug ganz eigenständig, verlud sich quasi selbst... ich musste nur daneben stehen, das Seil halten und beobachten. Erst mal nur den Hals rein, wieder retour. DAnn einen Fuß rein, wieder retour (zu diesem Zeitpunkt war ihm wohl bewusst, dass vorne die Stange nunmehr zugemacht worden war). Dann beide Vorderbeine rein und wieder retour. Wie aus dem Bilderbuch! Schließlich 3 Beine drin, dann alle 4, noch einmal gleich wieder retour, aber dann stand er drin und war abfahrbereit, soweit er halt abfahrbereit sein konnte.
Ziemlich aufgeregt fuhr ich los. Gleich mit Untersetzung. Beim Anfahren spürte man nun zum ersten Mal, dass da überhaupt was dran hing. Der Plan war, einfach nur mal kurz die Straße rauf und bei der ersten Umkehrmöglichkeit rum und wieder runter, nur mal kurz hin und her. Doch da es sich mit 600kg mehr kaum anders anfühlte, wagten wir es: Wir fuhren mit Billy die große Runde mit allen Steigungen! Wir waren verblüfft, der 6-Zylinder-Jeep mit 3,5 Tonnen Anhängelast hat mehr geschnauft als der kleine Lada. Klar waren wir sehr langsam, aber das war der wertvollen Fracht geschuldet, nicht der Fähigkeit des Autos.
Nach 15 Minuten waren wir auch wieder wohlbehalten zu Hause. Nur der arme Billy war völlig fertig mit den Nerven, wie immer. Er hatte sich in den 15 Minuten derart nassgeschwitzt, dass die Tropfen auf der vorderen Stange standen und sich eine kleine Pfütze gebildet hatte. Er bekam im Hänger noch sein Belohnungsfresschen, die Aufregung war immerhin so, dass er das genüßlich mampfte. Er tat mir natürlich leid, aber a) war ich wie mit einem rohen Ei gefahren und b) wird es vom Vermeiden nicht besser werden. Wir werden halt einfach weiter üben. Mit einem immer und stets verfügbaren Zugfahrzeug ginge das natürlich am allerbesten ;-) .
Es ist einige Jahre her, da blätterten wir durch eine Zeitschrift, in der alle Autos mit ihren Anhängelasten aufgelistet waren - elendslang natürlich, Seite um Seite um Seite. Mein Blick ging dabei immer folgendermaßen: Zuerst in die Spalte mit der Anhängelast, gefolgt von hie und da hoffnungsvollem Luftschnappen, danach auf die Spalte mit dem Auto-Kaufpreis, gefolgt von hoffnungslosem Schnaufen (manchmal auch gepaart mit einem halben Erstickungsanfall). Bis ich in eine Zeile kam, da stand in der Spalte mit der Anhängelast 1.900 und in der Spalte mit dem Neukaufpreis 10.000 €. .... "??????" dachte ich damals, und "ein Tippfehler". Aber nach einiger Recherche erkannt: Mitnichten. Das 10.000,- € Russen-Fahrzeug darf ohne Auflastung 1490kg ziehen und mit Auflastung 1900. Unglaublich.
Nun ist "dürfen" natürlich noch nicht "können", und überhaupt....
Durch Zufall fanden wir dann einen Händler, einen wahren Lada-Enthusiasten, der uns einfach mal so ("no da kummts hoit amal vurbei") kurz probefahren ließ. Wir verließen das kleine Auto mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Meine Anfrage, ob man vielleicht mal mit Hänger vorbeikommen könnte, um zumindest auf einer ganz kurzen Strecke auszuprobieren, wie das Auto so zieht, hieß es: "Jo do nimmstn hoit amal mit a wochn oder so und kaunst ollas ausprobieren wos'd wüst". Also haben wir am vergangenen Wochenende genau das getan!
Als erstes wurde einmal der Hanger ausgemottet und Reifen etc. überprüft. Dank Schutzhülle hat er den Winter super überstanden. Dann angekuppelt, dank bereits einiger absolvierter Übungsstunden mit dem Lada (wie beim Pferd gilt hier, sehr sympathisch: Mit "rein und los" gehts nicht, man muss sich erst einmal aneinander gewöhnen, Fahrer und fahrbarer Untersatz! Wenn man überhaupt das Zündschloss findet!!) ging das sehr gut. Elektrik überprüft (erstaunlich! Alles funktioniert!) und dann mal eine Runde auf dem Hof gedreht (durchaus mit der Erwartung, dass wir entweder nicht vom Fleck kommen oder das Auto auseinanderfällt). Nichts passierte, weder röhrte das Auto lauter als ohne Hänger, noch knarrten irgendwelche Teile mehr als vorher.
Wir wagten uns dann tatsächlich mit leerem Hänger auf die Straße. Das ging ebenfalls gut, wir beschlossen wagemutigst, eine Steigung zu befahren. Der Lada beschwerte sich etwas. Der 2. Gang war ihm zu wenig, der 3. zu viel. Nach kurzem nervlichem Zusammenbruch hievten wir (hieven ist genau das Verb, das angebracht ist, um Schaltvorgänge adäquat zu beschreiben!) den Untersetzungshebel rum und gönnten ihm also Untersetzung: und siehe da, er bestätigte dann seinen Ruf als Arbeitstier und zog den Hänger als wäre nichts; bergauf mit Hänger in die 5. schalten, das war nicht schlecht.
Mutig geworden, zitierten wir das Billytier zu uns und starteten eine Verladesession. Ich erwartete Übles. Unsere letzte Fahrt war lang und endete im neuen Stall, die davor auf einem anstrengenden Kurs. Und meine Versuche, Billy im Winter auf einen zu Übungszwecken abgestellten Hänger auf dem Viereck zu verladen, waren allesamt nicht sehr erfolgreich (und auch nicht sehr ernsthaft von mir). Aber der gute Billy mag seinen eigenen Hänger. Hinten die Tür auf (nicht Rampe), vorn die Tür auf, und auf altbewährte Art mal von vorn nach hinten verkehrtrum einfach durchspaziert. Dann von hinten nach vorn durchspaziert. Dann draußen geblieben und Billy reingeschickt. Er machte Annäherung und Rückzug ganz eigenständig, verlud sich quasi selbst... ich musste nur daneben stehen, das Seil halten und beobachten. Erst mal nur den Hals rein, wieder retour. DAnn einen Fuß rein, wieder retour (zu diesem Zeitpunkt war ihm wohl bewusst, dass vorne die Stange nunmehr zugemacht worden war). Dann beide Vorderbeine rein und wieder retour. Wie aus dem Bilderbuch! Schließlich 3 Beine drin, dann alle 4, noch einmal gleich wieder retour, aber dann stand er drin und war abfahrbereit, soweit er halt abfahrbereit sein konnte.
Ziemlich aufgeregt fuhr ich los. Gleich mit Untersetzung. Beim Anfahren spürte man nun zum ersten Mal, dass da überhaupt was dran hing. Der Plan war, einfach nur mal kurz die Straße rauf und bei der ersten Umkehrmöglichkeit rum und wieder runter, nur mal kurz hin und her. Doch da es sich mit 600kg mehr kaum anders anfühlte, wagten wir es: Wir fuhren mit Billy die große Runde mit allen Steigungen! Wir waren verblüfft, der 6-Zylinder-Jeep mit 3,5 Tonnen Anhängelast hat mehr geschnauft als der kleine Lada. Klar waren wir sehr langsam, aber das war der wertvollen Fracht geschuldet, nicht der Fähigkeit des Autos.
Nach 15 Minuten waren wir auch wieder wohlbehalten zu Hause. Nur der arme Billy war völlig fertig mit den Nerven, wie immer. Er hatte sich in den 15 Minuten derart nassgeschwitzt, dass die Tropfen auf der vorderen Stange standen und sich eine kleine Pfütze gebildet hatte. Er bekam im Hänger noch sein Belohnungsfresschen, die Aufregung war immerhin so, dass er das genüßlich mampfte. Er tat mir natürlich leid, aber a) war ich wie mit einem rohen Ei gefahren und b) wird es vom Vermeiden nicht besser werden. Wir werden halt einfach weiter üben. Mit einem immer und stets verfügbaren Zugfahrzeug ginge das natürlich am allerbesten ;-) .
Mittwoch, 18. Juni 2014
Fürchterlich, langsam wird dieser Blog zu einem 1-Eintrag-pro-Monat-Blog. Ich reite definitiv öfter als ich hier eintrage (wirklich!!).
Die letzten 2 Wochen gab es nicht viel zu berichten; Billy und ich hatten Streit, dauernd. Nix klappte mehr, keine Biegung, jeder Schritt vorwärts eine Quälerei, keine Ursache zu eruieren, keine Ahnung. Seit letzter Woche ist das wie weggeblasen und wir hatten wieder ein paar schöne Sessions.
Zum einen machen wir kurze Bodenarbeits-Einheiten mit - zugegeben - ein paar Drillübungen. Anständiges Drive, Rückwärts, Draw... aber auch gepaart mit spannenderen Dingen wie wieder einmal alles aus Zone 5 (tolle Achter im Trab!).
Hauptsächlich aber widmen wir uns in der spärlichen Reitzeit der Hackamore. Billy steigt immer noch freiwillig ein, auch wenn er gottergeben und genervt die Augen schließt, während Frauli dann ungeschickt herumfingert, um die Länge zu justieren und das Seil an den Sattel zu knoten (kann ich immer noch nicht und brauche 3 Versuche).
Während eben die 2 Wochen davor gar nichts klappen wollte, Billy steif wie ein Brett und ungefähr ebenso unwillig, lief es diese Woche sehr gut. Im Stand geht die Laterale Biegung und die GEnickbeugung sehr gut. Im Schritt klappt jeztt die laterale Biegung schon - an guten Tagen - über ganz schöne Strecken. Die passive Schulterkontrolle - Außenbiegung - klappt auch besser und unangestrengter. Weiters üben wir Tempokontrolle und rückwärts über den Sitz, Schaukel, Achter mit Außen- und Innenbiegung usw.
Unser nächster Termin für den Folge-Bosal-Workshop steht schon: 13. Juli! Wir freuen uns drauf :-))).
Die letzten 2 Wochen gab es nicht viel zu berichten; Billy und ich hatten Streit, dauernd. Nix klappte mehr, keine Biegung, jeder Schritt vorwärts eine Quälerei, keine Ursache zu eruieren, keine Ahnung. Seit letzter Woche ist das wie weggeblasen und wir hatten wieder ein paar schöne Sessions.
Zum einen machen wir kurze Bodenarbeits-Einheiten mit - zugegeben - ein paar Drillübungen. Anständiges Drive, Rückwärts, Draw... aber auch gepaart mit spannenderen Dingen wie wieder einmal alles aus Zone 5 (tolle Achter im Trab!).
Hauptsächlich aber widmen wir uns in der spärlichen Reitzeit der Hackamore. Billy steigt immer noch freiwillig ein, auch wenn er gottergeben und genervt die Augen schließt, während Frauli dann ungeschickt herumfingert, um die Länge zu justieren und das Seil an den Sattel zu knoten (kann ich immer noch nicht und brauche 3 Versuche).
Während eben die 2 Wochen davor gar nichts klappen wollte, Billy steif wie ein Brett und ungefähr ebenso unwillig, lief es diese Woche sehr gut. Im Stand geht die Laterale Biegung und die GEnickbeugung sehr gut. Im Schritt klappt jeztt die laterale Biegung schon - an guten Tagen - über ganz schöne Strecken. Die passive Schulterkontrolle - Außenbiegung - klappt auch besser und unangestrengter. Weiters üben wir Tempokontrolle und rückwärts über den Sitz, Schaukel, Achter mit Außen- und Innenbiegung usw.
Unser nächster Termin für den Folge-Bosal-Workshop steht schon: 13. Juli! Wir freuen uns drauf :-))).
Samstag, 24. Mai 2014
Unverhofft kommt oft... meistens ja eher ... "was dazwischen", aber heute wars genau umgekehrt; ursprünglich dachte ich, ich komme heut eh nicht zum Reiten, aber dann ging es sich überraschend doch aus :-). Blöd nur, dass meine Hackamore sich nicht im Stall, sondern - formenderweise eng die Whisky-Flasche umschlingend - zu Hause in meinem Wohnzimmer befand, wo sie immer ihre Feierabende verbringen darf.
Macht ja aber nichts, ritt ich wieder einmal mit dem Knotenhalfter. Da wurde ich dann auch gleich wieder an die Limits desselben erinnert: Laterale Biegung ja, das ging noch gut; die Anfrage für Genickbeugung versteht Billy aber schon nicht mehr. Auch das Stellen und Biegen geht mit dem Bosal in feineren Nuancen.
Ich ließ das viele sinnlose Gezuppel dann lieber sein und ritt wieder einmal Freestyle. Billy durfte wieder einmal nach Herzenslust galoppieren ;-). Wir übten Übergänge, zuerst in den unteren Gangarten zwischen Schritt, Trab, Halt und Rückwärts, und später dann versuchte ich mir einen ruhigen Galopp am völlig losen Zügel zum Ziel zu setzen. Immer noch wirft sich Billy mit Kraft in den ersten Galoppsprung, regt sich außerdem ganz untypisch auf und zackelt dann im Trab dahin wie ein Weltmeister. Also blieb ich in Trab und begann einfach "million transitions" in den Galopp. Galopp-Trab-Galopp-Trab-Galopp-Trab usw. usf. immer wieder und wieder und wieder, bis Billy aufhörte, sich aufgeregt in den Galopp zu werfen.
Es wird schon noch Übung brauchen, bis das richtig flüssig und selbstverständlich wird, wie ich das gern hätte.
Macht ja aber nichts, ritt ich wieder einmal mit dem Knotenhalfter. Da wurde ich dann auch gleich wieder an die Limits desselben erinnert: Laterale Biegung ja, das ging noch gut; die Anfrage für Genickbeugung versteht Billy aber schon nicht mehr. Auch das Stellen und Biegen geht mit dem Bosal in feineren Nuancen.
Ich ließ das viele sinnlose Gezuppel dann lieber sein und ritt wieder einmal Freestyle. Billy durfte wieder einmal nach Herzenslust galoppieren ;-). Wir übten Übergänge, zuerst in den unteren Gangarten zwischen Schritt, Trab, Halt und Rückwärts, und später dann versuchte ich mir einen ruhigen Galopp am völlig losen Zügel zum Ziel zu setzen. Immer noch wirft sich Billy mit Kraft in den ersten Galoppsprung, regt sich außerdem ganz untypisch auf und zackelt dann im Trab dahin wie ein Weltmeister. Also blieb ich in Trab und begann einfach "million transitions" in den Galopp. Galopp-Trab-Galopp-Trab-Galopp-Trab usw. usf. immer wieder und wieder und wieder, bis Billy aufhörte, sich aufgeregt in den Galopp zu werfen.
Es wird schon noch Übung brauchen, bis das richtig flüssig und selbstverständlich wird, wie ich das gern hätte.
Donnerstag, 22. Mai 2014
Wir üben brav und fleißig weiter!
Zum Aufwärmen mache ich gern ganz simple Übungen zur Innenstellung, also am Hufschlag entlang und schauen, wie lang Billy die Innenstellung am losen Zügel hält. Das geht jetzt manchmal schon ein paar Schritte. Wichtiger ist mir aber, dass Billy jetzt viel besser auf mein Gewicht hört. Es passiert immer seltener, dass er auf einen Impuls am Innenzügel abbiegt, weil er ignoriert, wo mein Gewicht ist (nämlich in der MItte für "weiter geradeaus").
Aus der simplen Innenstellungs-Übung hab ich dann heute ein Spiel mit der passiven Schulterkontrolle und eben der Reaktion auf meine Gewichtshilfe für die Richtungsänderung entwickelt. Wir gehen also mit Innenstellung auf dem Hufschlag, Fraulis Gewicht sagt: weiter geradeaus, Billy macht, sehr brav! Ich lasse alles wie es ist, verlagere aber mein Gewicht nach innen bzw. blicke nach innen - wir biegen ab :-). Ich lasse wieter die Stellung wie sie ist, verlagere aber das Gewicht nach außen - wir gehen in passiver Schulterkontrolle wieder 2, 3, Tritte bis zum Hufschlag. Für letzteres braucht es noch manchmal eine Schenkelhilfe, aber im Großen und Ganzen orientiert sich Billy jetzt mehr auf mein Gewicht.
Am meisten aber freut mich, dass das Ganze etwas später dann sogar im Trab zu funktionieren begonnen hat! Da hat er sich richtig bemüht, der Bub.
Das Untertreten/Kreuzen mit dem Hinterbein im Stilltand haben wir auch wieder geübt, auch das wird immer besser und braucht immer weniger Schenkel. Jetzt nehme ich dann demnächst den zweiten Teil der Übung dazu, d.h. nach dem Weichen der HH ein Weichen der Vorhand.
Und galoppiert sind wir auch noch ganz hübsch, wobei ich Billy tw. deutlich machen musste, wohin die Reise zu gehen hat - er wollte sich gern wieder oben in seiner Ecke einschleifen, denn dort waren die Kumpels auf der Weide. Kaum kommt etws mehr Energie zu der Sache, meint er schon mich ignorieren zu können. Wir sind daher viele schöne Zirkel geritten, quer übers Viereck verteilt.
Zum Aufwärmen mache ich gern ganz simple Übungen zur Innenstellung, also am Hufschlag entlang und schauen, wie lang Billy die Innenstellung am losen Zügel hält. Das geht jetzt manchmal schon ein paar Schritte. Wichtiger ist mir aber, dass Billy jetzt viel besser auf mein Gewicht hört. Es passiert immer seltener, dass er auf einen Impuls am Innenzügel abbiegt, weil er ignoriert, wo mein Gewicht ist (nämlich in der MItte für "weiter geradeaus").
Aus der simplen Innenstellungs-Übung hab ich dann heute ein Spiel mit der passiven Schulterkontrolle und eben der Reaktion auf meine Gewichtshilfe für die Richtungsänderung entwickelt. Wir gehen also mit Innenstellung auf dem Hufschlag, Fraulis Gewicht sagt: weiter geradeaus, Billy macht, sehr brav! Ich lasse alles wie es ist, verlagere aber mein Gewicht nach innen bzw. blicke nach innen - wir biegen ab :-). Ich lasse wieter die Stellung wie sie ist, verlagere aber das Gewicht nach außen - wir gehen in passiver Schulterkontrolle wieder 2, 3, Tritte bis zum Hufschlag. Für letzteres braucht es noch manchmal eine Schenkelhilfe, aber im Großen und Ganzen orientiert sich Billy jetzt mehr auf mein Gewicht.
Am meisten aber freut mich, dass das Ganze etwas später dann sogar im Trab zu funktionieren begonnen hat! Da hat er sich richtig bemüht, der Bub.
Das Untertreten/Kreuzen mit dem Hinterbein im Stilltand haben wir auch wieder geübt, auch das wird immer besser und braucht immer weniger Schenkel. Jetzt nehme ich dann demnächst den zweiten Teil der Übung dazu, d.h. nach dem Weichen der HH ein Weichen der Vorhand.
Und galoppiert sind wir auch noch ganz hübsch, wobei ich Billy tw. deutlich machen musste, wohin die Reise zu gehen hat - er wollte sich gern wieder oben in seiner Ecke einschleifen, denn dort waren die Kumpels auf der Weide. Kaum kommt etws mehr Energie zu der Sache, meint er schon mich ignorieren zu können. Wir sind daher viele schöne Zirkel geritten, quer übers Viereck verteilt.
Donnerstag, 15. Mai 2014
Es schüttet ohne Unterlass, daher waren Billy und ich faul die letzte Woche.
Umso mehr Zeit, endlich meinen ausführlichen Kursbericht zu verfassen!!
Umso mehr Zeit, endlich meinen ausführlichen Kursbericht zu verfassen!!
Donnerstag, 8. Mai 2014
Hab heute wieder die Technik von Kurt mit Übungsabfolge von Kreinberg kombinieren können, und zwar die Vorderhandwendung. Bei Kreinberg haben wir im Kurs 4 Hütchen in einem Quadrat aufgestellt, und an jeder Ecke war die Übung anzuhalten, dann mit 2, 3 Tritten die Hinterhand 90° herumschwenken zu lassen und dann wieder geradeaus weiterzureiten bis zum nächsten Hütchen.
Kurt hat uns ja gezeigt, dass das Übertreten der Hinterhand auf Anheben des Innenzügels (bzw. halt einfach Innenstellung) plus Gewicht nach außen-vorne (Hinterhand Platz machen) weichen soll, und zwar wenn möglich ohne Schenkel. Der Schenkel kommt dazu, wenn das Pferd nicht aufs Gewicht reagiert.
Tja, und Billy reagierte natürlich ... nicht! Er war komisch drauf, während ich ihn gebogen hielt und wartete, ob er vielleicht doch … knabberte er ungeduldig am Fender, nahm ihn richtig zwischen die Zähne und versuchte mich so von seinem Rücken zu ziehen, glaub ich. ;-) Jedenfalls fand er es doof. Ich blieb aber einfach dran, und irgendwann schwenkte er die HH schön, allerdings fast immer mit Schenkel.
Die Übung auf das Quadrat zu verlegen, half enorm. Hier konnte ich besser dran bleiben, ohne ihn so sehr zu nerven, weil es ja dazwischen immer wieder geradeaus geht. Also einfach: Zur Ecke geritten, Innenzügel hoch, Innenstellung herstellen, Gewicht nach außen/vorn (sehr deutlich vorerst noch!), 10 Sekunden warten, wenn keine Reaktion kam, den Innenschenkel dazu, ganz leicht nur nötig, und die HH schwenkte (er kennt es ja!); gleich geradeaus weitergeritten zum nächsten Hütchen, dasselbe von vorne. Irgendwann hatte ich dann plötzlich den ersten Erfolg, Billy hatte die Übung auswendig gelernt und schwenkte die Hinterhand ohne das Zutun von meinem Schenkel. Es gab ein riesiges Lob. Dann noch dasselbe auf der anderen Hand, ebenfalls so lange und so oft wie nötig, bis er wenigstens einmal das ganze ohne Schenkel machte. Brauchte wieder ewig viele Wiederholungen, aber plötzlich war es da. Und ab da funktionierte es abwechselnd auf beiden Händen, hab es noch 2x getestet. Innenstellung + Gewicht nach außen heißt für Billy jetzt: Schwenk die Hinterhand unter den Schwerpunkt!
Einheit erledigt, fertig!
Kurt hat uns ja gezeigt, dass das Übertreten der Hinterhand auf Anheben des Innenzügels (bzw. halt einfach Innenstellung) plus Gewicht nach außen-vorne (Hinterhand Platz machen) weichen soll, und zwar wenn möglich ohne Schenkel. Der Schenkel kommt dazu, wenn das Pferd nicht aufs Gewicht reagiert.
Tja, und Billy reagierte natürlich ... nicht! Er war komisch drauf, während ich ihn gebogen hielt und wartete, ob er vielleicht doch … knabberte er ungeduldig am Fender, nahm ihn richtig zwischen die Zähne und versuchte mich so von seinem Rücken zu ziehen, glaub ich. ;-) Jedenfalls fand er es doof. Ich blieb aber einfach dran, und irgendwann schwenkte er die HH schön, allerdings fast immer mit Schenkel.
Die Übung auf das Quadrat zu verlegen, half enorm. Hier konnte ich besser dran bleiben, ohne ihn so sehr zu nerven, weil es ja dazwischen immer wieder geradeaus geht. Also einfach: Zur Ecke geritten, Innenzügel hoch, Innenstellung herstellen, Gewicht nach außen/vorn (sehr deutlich vorerst noch!), 10 Sekunden warten, wenn keine Reaktion kam, den Innenschenkel dazu, ganz leicht nur nötig, und die HH schwenkte (er kennt es ja!); gleich geradeaus weitergeritten zum nächsten Hütchen, dasselbe von vorne. Irgendwann hatte ich dann plötzlich den ersten Erfolg, Billy hatte die Übung auswendig gelernt und schwenkte die Hinterhand ohne das Zutun von meinem Schenkel. Es gab ein riesiges Lob. Dann noch dasselbe auf der anderen Hand, ebenfalls so lange und so oft wie nötig, bis er wenigstens einmal das ganze ohne Schenkel machte. Brauchte wieder ewig viele Wiederholungen, aber plötzlich war es da. Und ab da funktionierte es abwechselnd auf beiden Händen, hab es noch 2x getestet. Innenstellung + Gewicht nach außen heißt für Billy jetzt: Schwenk die Hinterhand unter den Schwerpunkt!
Einheit erledigt, fertig!
Dienstag, 6. Mai 2014
Heute gings gleich los, das beim Kurs gelernte in die Praxis umzusetzen! Trotz später Stunde kletterte ich auf den Billy, der war etwas baff ob dieser Spätschicht.
Auf dem Programm stand Kreinbergs Übung „Voltenslalom“. 4 Hütchen aufgestellt und dann mit normalem Slalom begonnen, dabei immer schön links und rechts gedehnt mit kleinen Impulsen. Billy bog sich nach rechts sehr gut, nach links hatte er Schwierigkeiten. Ich muss aufpassen, dann nicht am Innenzügel hängen zu bleiben. Wir gingen dann über zu Volten + Slalom im Schritt, d.h. eine volle Volte um ein Hütchen, dann Richtung wechseln und zum zweiten Hütchen, Volte in die andere Richtung, wieder wechseln, Volte in die erste Richtung um das 3. Hütchen usw.. Billy bemühte sich sehr, obwohl die anderen Pferde neben dem Viereck grasten.
Zwischendurch gingen wir dann über zu einem frischen Trab, Billy war gut drauf und trabte flüssig und flott. Den Trab nützte ich, um das Nachgeben im Genick im Trab zu üben. (Schritt und Stehen hat gut geklappt). Mit wechselnden Impulsen links und rechts, manchmal auch gleichzeitig (Innenzügel etwas anheben und angehoben lassen und mit dem Außenzügel nach der Seite Impulse geben) gelang es dann immer schneller, dass Billy im Genick ganz kurz abkippt. Jetzt muss er nur noch lernen und üben, das über immer mehr Schritte zu halten. So 2,3 Tritte geht das hie und da schon, danach wurde er auch immer super gelobt.
Wir kehrten dann zurück zu dem Voltenslalom und probierten ihn im Trab. Genial! Billy bog sich super, zumindest rechts. Links fiel ihm einfach schwer, ich begnügte mich mit anständigen Bemühungen. Aber rechtsrum, genial: Kurz gezupft und er hielt oft die Innenbiegung für fast eine ganze Volte (ca 8m-Volten). Rechts kippte er auch fast automatisch im Genick ab. Und das allergenialste war, dass er begann, im Trab zu federn und zu schweben, wie ichs bisher nur von der Gebissreiterei kenne. Linksrum blieb das schweben aus, aber auch da bemühte er sich zumindest um Biegung, war auch ganz gut.
Dann fragte ich noch kurz das Rückwärts mit Soft Feel ab. Soft Feel -->warten --> dann erst rückwärts. Billy horchte nicht gleich auf den Sitz, also schaltete ich den Schenkel zu, sobald die Rückwärtsbewegung ins Stocken geriet, hörte wieder auf mit dem Schenkel (rückwärts-Sitzen bleibt natürlich), solange er die Bewegung aufrecht erhielt, bei drohendem Absterben wieder Schenkel dazu. Ein paar Minuten, und Billy horchte auf den Sitz :-) . Dann noch kurz drauf konzentriert, das Soft Feel zu behalten und abwechselnd, mit absolut keiner Änderung der Zügel- und daher Kopfposition, vorwärts und rückwärts geritten. Klappte super. Das hat er entkoppelt, der Billy: Soft Feel bedeutet nicht automatisch Rückwärts. Und Rückwärts bedeutet nicht automatisch Nachgeben im Genick.
Super Einheit!
Auf dem Programm stand Kreinbergs Übung „Voltenslalom“. 4 Hütchen aufgestellt und dann mit normalem Slalom begonnen, dabei immer schön links und rechts gedehnt mit kleinen Impulsen. Billy bog sich nach rechts sehr gut, nach links hatte er Schwierigkeiten. Ich muss aufpassen, dann nicht am Innenzügel hängen zu bleiben. Wir gingen dann über zu Volten + Slalom im Schritt, d.h. eine volle Volte um ein Hütchen, dann Richtung wechseln und zum zweiten Hütchen, Volte in die andere Richtung, wieder wechseln, Volte in die erste Richtung um das 3. Hütchen usw.. Billy bemühte sich sehr, obwohl die anderen Pferde neben dem Viereck grasten.
Zwischendurch gingen wir dann über zu einem frischen Trab, Billy war gut drauf und trabte flüssig und flott. Den Trab nützte ich, um das Nachgeben im Genick im Trab zu üben. (Schritt und Stehen hat gut geklappt). Mit wechselnden Impulsen links und rechts, manchmal auch gleichzeitig (Innenzügel etwas anheben und angehoben lassen und mit dem Außenzügel nach der Seite Impulse geben) gelang es dann immer schneller, dass Billy im Genick ganz kurz abkippt. Jetzt muss er nur noch lernen und üben, das über immer mehr Schritte zu halten. So 2,3 Tritte geht das hie und da schon, danach wurde er auch immer super gelobt.
Wir kehrten dann zurück zu dem Voltenslalom und probierten ihn im Trab. Genial! Billy bog sich super, zumindest rechts. Links fiel ihm einfach schwer, ich begnügte mich mit anständigen Bemühungen. Aber rechtsrum, genial: Kurz gezupft und er hielt oft die Innenbiegung für fast eine ganze Volte (ca 8m-Volten). Rechts kippte er auch fast automatisch im Genick ab. Und das allergenialste war, dass er begann, im Trab zu federn und zu schweben, wie ichs bisher nur von der Gebissreiterei kenne. Linksrum blieb das schweben aus, aber auch da bemühte er sich zumindest um Biegung, war auch ganz gut.
Dann fragte ich noch kurz das Rückwärts mit Soft Feel ab. Soft Feel -->warten --> dann erst rückwärts. Billy horchte nicht gleich auf den Sitz, also schaltete ich den Schenkel zu, sobald die Rückwärtsbewegung ins Stocken geriet, hörte wieder auf mit dem Schenkel (rückwärts-Sitzen bleibt natürlich), solange er die Bewegung aufrecht erhielt, bei drohendem Absterben wieder Schenkel dazu. Ein paar Minuten, und Billy horchte auf den Sitz :-) . Dann noch kurz drauf konzentriert, das Soft Feel zu behalten und abwechselnd, mit absolut keiner Änderung der Zügel- und daher Kopfposition, vorwärts und rückwärts geritten. Klappte super. Das hat er entkoppelt, der Billy: Soft Feel bedeutet nicht automatisch Rückwärts. Und Rückwärts bedeutet nicht automatisch Nachgeben im Genick.
Super Einheit!
Sonntag, 4. Mai 2014
Hackamore-Kurs mit Kurt Murauer, 3.-4. Mai 2014
Es war soweit!! Kurs mit Kurt!
Wie schon vor dem Workshop im Jänner war ich so aufgeregt wie ein Kind vor Weihnachten, sodass ich schon am Freitag um 3:30 aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte. Die beiden Kurstage gings mir nicht viel anders ;-)
Noch am Freitag abend schlug leider das Wetter – wie schon lange vorhergesagt – um, und es gab ein Gewitter mit Platzregen.
Das schlechte Wetter hielt am Samstag leider an, sodass wir in die Halle auswichen.
Zuerst gab es aber noch die Theorie im Stüberl. Kurt verteilte Unterlagen, zeigte seine Hackamore, erklärte kurz woraus sie besteht und wie sie wirkt, wie sie passen muss und die Grundpfeiler der altkalifornischen Reitweise.
Wir waren 4 Teilnehmer mit Pferd und 7 Zuschauer!
Danach bildeten wir 2 Gruppen: Die ersten beiden waren Hackamore-Neulinge (ok, eigentlich waren wir das alle). Sie probierten zuerst verschiedene Hackamores an, bis die richtige für die jeweiligen Pferde gefunden war. Kurt zeigte uns gleich wie man die Zügel beim Führen richtig verknotet. So führten sie die Pferde in die Halle. Dort gleich der nächste Knoten: Wie montiert man ordentlich das Führseil an den Sattel (bis heute hab ichs nicht mehr zusammengebracht!)?
Dann gings los. Gruppe 1 und Gruppe 2 machten jeweils die gleichen Übungen. Wir schnitten die Übungen immer nur an, Kurt ließ sie uns probieren, bis wir die Hackamore korrekt handhabten und die erwünschten Reaktionen von den Pferden bekommen hatten; danach ging es meist gleich weiter zur nächsten Aufgabe. Wir sollten einfach ein möglichst großes Repertoire an Übungen bekommen, damit wir dann nach Ende des Kurses mit unseren Pferden alleine üben könnten. Dabei baute immer ein Schritt auf dem nächsten auf, alles wurde ausführlich erklärt, geübt, Fehler ausgebessert, nochmal probiert, und auch die Zuschauer wurden immer wieder extra miteinbezogen, wenn sie Kurts Erklärungen gegenüber den Reitern nicht hatten hören können.
So erarbeiteten wir uns mit unseren Pferden die folgenden Übungen:
1) Allgemeine Grundlagen
a) Lenkung
Gelenkt wird "altkalifornisch" mit dem Gewicht. Das Gewicht gehört immer in Bewegungsrichtung. Gut üben kann man das, indem man den inneren Arm mit relativ lockerem Hackamore-Zügel in die Richtung weist, in die man möchte (nach vorn/seitlich, nicht nach hinten oder unten). Das Handgelenk ist dabei nach oben gedreht. Die äußere Hand bleibt am Vorderteil des Sattels liegen, der äußere Zügel hängt ganz durch. Durch die weitausholende Bewegung des Armes verlagert sich das Gewicht automatisch nach innen.
b) Armhaltung
Um die Hackamore richtig zu bedienen, sollten wir die Arme eher strecken als zu weit anwinkeln, "wie ein Dirigent" (ein enthusiastischer ;-). Dabei bleiben die Hände immer vor dem Sattel. Nur ja nicht die Ellbogen an den Körper pressen, denn von dort ist es dann nicht mehr weit, die Arme zugleich nach hinten zu ziehen.
Im Zusammenhang damit: Die Zügel nicht lang wie Wäscheleinen lassen, denn auch das verleitet dazu, die Arme schlussendlich nach hinten zu ziehen. Also besser: Zügel kürzer und Arme vor.
2) Innenstellung
Zuerst vom Boden, dann vom Sattel aus, mit kleinen Zupfern zur Seite, wird das Pferd gestellt. Unsere Pferde hatten allesamt Horsemanship-Hintergrund, daher war das prinzipiell für keinen ein Problem.
Dann aber kommt irgendwann der schwierige Part: Pferd soll verstehen, dass es die Stellung so beibehalten soll, auch wenn wieder etwas Slack im Seil ist. Denn das wichtigste Um und Auf: Es wird immer nur mit Impulsen geritten, niemals sollte man an den Zügeln "hängenbleiben". Aber irgendwann nach der Lernphase ist auch ein ständiges Zupfen unerwünscht - lästig für beide Seiten, Pferd und Reiter. Wie also dem Pferd klarmachen, dass es die Stellung beibehalten soll, wenn es sie einmal eingenommen hat? Das war eins der Dinge, an denen ich mit Billy ja vorher bereits scheiterte, wir gerieten in ein ständiges Zupfen.
Und das hat funktioniert: Den Pferd in diesem Fall nicht den "Fehler machen lassen", um es danach (wenn es den Hals wieder gerade hält) neuerlich zu stellen. So denkt Pferd nur, dass dies die neue Übung ist: Stellen - gerade - stellen - gerade. Ist es aber nicht. Es hilft daher, nach dem ersten Stellen nur minimalen Slack im Zügel zu behalten und das Pferd, sobald es ansetzt, den Hals wieder gerade zu stellen, mit einem zweiten kleinen Impuls dazu zu bringen, die Stellung zu behalten. So oft und so lange, bis es sichtlich verstanden hat.
Die Entlassung in die gerade Halshaltung erfolgt auf ein deutliches Signal, z.B. ein Stimmlob und deutliches Hingeben des Zügels oder Streicheln.
Die Methode hat erstaunlich schnell und gut funktioniert bei Billy, der hatte das in kürzester Zeit begriffen.
3) Innenstellung in die Bewegung übertragen
Klappt das Halten der Stellung gut im Stillstand, kann man dann nach und nach dazu übergehen, die Stellung in der Bewegung (zuerst einmal Schritt natürlich ;)) zu verlangen und dann wiederum nach und nach über einen, zwei, dann immer mehr Schritte zu halten.
Sobald man sich in Bewegung setzt und die Innenbiegung fordert, gehen die meisten Pferde naturgemäß ihrer Nase nach, sprich: wenden nach innen ab. Das bedeutet, dass einfach die Lenkung von der Biegung noch nicht genug "entkoppelt" ist. Mit dem Innenschenkel (in Impulsen, nur wenn nötig) und Gewichtshilfe kann man das Abwenden verhindern, bis Pferd kapiert hat, dass der Zügel nur die Kopfstellung anspricht, die Richtung aber vom Reitergewicht (und als Verstärkung desselben dem Schenkel) bestimmt wird.
Wichtig dabei: An der Bande gibt es jeweils nur Innenstellung. Außenstellung oder einen Wechsel zwischen Links- und Rechtsstellung immer nur im "freien Raum". Ja, das hatte einen Grund, aber der ist mir hier zu kompliziert ;-)
4) Genickbeugung
Von der gelungenen Innenstellung gehts dann weiter, die Genickbeugung abzufragen. Zur Innenstellung kommen seitliche Impulse mit dem Außenzügel. Sofort wenn das Pferd im Genick abkippt, nachgeben, loben. Im Stillstand hatte ich das mit Billy schon geübt und das klappte ganz gut. Wir übertrugen es dann noch in die Bewegung, Schritt und sogar Trab. Natürlich immer nur für Momente; 2-3 Tritte dies zu halten war dann schon ein Fortschritt. Billy glaubt nach dieser Übung dann hie und da, dass das Genick-Abkippen nun die Antwort auf alles ist ;-). Mit ein bisschen Geduld bringt man ihn aber dann schon noch dazu, zu differenzieren. ;-)
5) Passive Schulterkontrolle
Eine ganz wichtige Übung, deren Name mich aber schon im Jänner bei unserem ersten Workshop verwirrt hat. Schulterkontrolle versteh ich ja noch, aber was soll passiv bedeuten?? Nun ja, im Grunde bedeutet es für mich simpel "Reiten in Außenstellung" bzw. "Halsstellung unabhängig von Bewegungsrichtung". Man stellt also z.B. rechts und reitet nach links. Theoretisch kein Problem, schließlich "lenkt" man ja ausschließlich mit dem Gewicht. Theoretisch. Praktisch wissen wir, dass Pferde gern ihrer Nase nachgehen, man braucht also dann zusätzlich den Außenzügel mit Impulsen zur Seite und/oder Innenschenkel zur Verdeutlichung der Richtung.
Wir übten das auf einer Acht, bei der wir eine Hälfte mit Innenbiegung, die andere mit Außenbiegung ritten (sprich: Die Stellung nach z.B. rechts bleibt gleich, man wechselt auf der 8 aber die Hand). Die gleiche Übung kenne ich wieder einmal von Kreinberg :-). Etwas fortgeschrittener wechselt man von Außenstellung zu Außenstellung: Auf der linken Hälfte in Rechtsstellung reiten, auf der rechten Hälfte in Linksstellung.
Eine sehr gute Übung für den Anfang fand ich so einen "freien Slalom": Nur ganz wenige Schritte werden mit passiver Schulterkontrolle geritten (Außenstellung), danach wechselt man gleich wieder die Richtung für ein paar Schritte und reitet in die andere Richtung, nun Innenbiegung. Man bewegt sich dann in einem kleinen Slalom übers Viereck. Es macht die Übung zu Anfang leichter, weil man immer nur 2, 3 Tritte fordert und zu "normaler" Innenbiegung (durch simplen Richtugnswechssel, die Biegung bleibt immer gleich) übergeht. Man kann so auch das u.U. verlorengegangene Vorwärts wieder gut herstellen.
Am 2. Tag haben wir das dann sogar schon im Trab probiert (die Betonung liegt auf "probiert" ;-).
6) Anhalten zum Rückwärts
Beim Rückwärts war Kurt ganz wichtig, dass die Rückwärts-Bewegung von der Genickbeugung "entkoppelt" wird. Und tatsächlich ist es ja bei Billy so, dass er die beiden Dinge miteinander assoziiert. Da ich doch immer noch den Zügel annehmen muss für das Rückwärts, beugt er das Genick, dann geht's rückwärts. Fertig mit Rückwärts bedeutet für ihn automatisch fertig mit Genickbeugung. Das soll entkoppelt werden. Wir übten daher, aus dem Schritt (später Trab) anzuhalten durch einsitzen, Genickbeugung abfragen, aber zuerst noch ohne Bewegung, dann durch Gewicht (Steigbügel nach unten drücken) rückwärts, wieder anhalten, aber weiter Genickbeugung abfragen, dann erst Zügel hingeben als Release. D.h., Pferd soll die Genickbeugung vorher und nachher beibehalten, auch ohne die Rückwärtsbewegung. Wenn man das versucht, merkt man erst, wie sehr man ankonditioniert hat, dass beides zusammengehört.... Wir übten dann auch weiter, abwechselnd rückwärts und wieder vorwärts zu gehen, immer nur ein paar Tritte, und dabei die Hände völlig unverändert zu lassen. Wie beim Wenden zur Seite wird die Richtung auch im Fall von vorwärts oder rückwärts alleine durchs Gewicht bestimmt (Schenkel bedeutet in beiden Fällen: "beweg dich [schneller]", wobei die Schenkellage beim rückwärts schon etwas weiter vorn ist als beim vorwärts). Also weiterhin alles total logisch aufgebaut: Gewicht bestimmt: vorwärts, rückwärts, links und rechts;Schenkel sind eher für die Bewegungsintensität zuständig, und die Zügel widmen sich rein der gewünschten Kopfstellung. (Wenn ich denn nu alles richtig verstanden hab ;-).
7) Diagonalkontrolle
Die "Diagonalkontroll"-Übung bestand für mich aus 2 Teilen. Teil 1 lässt die Hinterhand herumschwenken (also Vorhandwendung), gleich im Anschluss die Vorhand herumschwenken, also Hinterhandwendung. Die Übung kenne ich mittlerweile von allen Horsemanship-Richtungen. Parelli nennt sie "Indirect-Direct-Rein-Ballett", Richard Thompson hat sie uns gezeigt (vom Boden und vom Sattel aus) und Buck Brannaman verwendet viel Zeit darauf in seiner "7-Clinics"-DVD-Reihe. Und auch sonst überall sieht man sie: Hinterhand weichen lassen, Vorhand weichen lassen.
Wie üblich war Billys Vorhand etwas "sticky", die weicht immer noch nicht gerne ;-)
Interessant war auch der 1. Teil der Übung, also die Hinterhand weichen zu lassen. Billy hat es so gelernt, dass Innenzügel ohne Schenkel = Biegung und stillstehen. Innenzügel + Innenschenkel = Biegung + Hinterhand weichen. Nun mussten wir beide umlernen, denn Kurt lehrt das ganze so, dass der Innenzügel Innenstellung gibt, dann aber kein Schenkel kommt, sondern nur eine Gewichtsverlagerund (in Bewegungsrichtung und etwas nach vorn, um die Hinterhand frei zu machen, damit sie wieder unter den Schwerpunkt treten kann). Schenkel sollte nur dazu als letzte Phase, wenn keine Reaktion kommt. Und natürlich kam bei uns keine, ich hab Billy ja ausführlich beigebracht, dass er stillzustehen hat und erst auf Schenkel seitwärts weichen soll. DAs hat er auch brav gemacht, sprich, er tat nix. Wir werden das üben, um es umzukonditionieren. Mit Gewicht hab ich beim HH-Weichen noch nicht wirklich bewusst gearbeitet.
Warum das ganze aber überhaupt? Kurt erklärte den Zusammenhang: Übt man fleißig, dass die Hinterhand mit Innenstellung und Gewichtsverlagerung kreuzt, so kann man das später in die Bewegung übertragen und erreicht, dass das Pferd später bei einem Impuls am Innenzügel mehr oder weniger automatisch das gleichseitige, innere Hinterbein mehr unter den Schwerpunkt bringt, die Effekte werden sozusagen automatisch gekoppelt. Fand ich sehr interessant und bin gespannt, ob wir einmal da hin kommen ;-).
7) Angalopp
Ganz zum Schluss widmeten wir uns noch ganz kurz dem Angalopp. Theoretisch hab ichs verstanden, praktisch hats nicht so wirklich geklappt, aber deshalb, weil Billy a) schon etwas ausgepowert und stinkig war und b) die Vorübung, nämlich die passive Schulterkontrolle, noch besser werden muss.
Um den jeweiligen Handgalopp zu bekommen, sollten wir etwas von der Bande wegreiten, dann mit passiver Schulterkontrolle die Schulter nach außen verschieben (sodass man also in eine Kruppherein-Stellung kommt; aber eben nicht, indem man die Kruppe herein schiebt, sondern indem man die Schulter hinaus schiebt); dadurch ist das Gewicht außen, wo es auch beim Angaloppieren sein soll (um das innere Vorderbein frei zu machen).
NAch den zwei Kurstagen war mein Kopf (und der von Billy glaube ich auch) solchermaßen voll bis oben und ich brauchte erst einmal so ca. 15 Stunden Schlaf ;-)
Jedenfalls ganz toll, danke Kurt! :-)))
Samstag, 3. Mai 2014
Was für ein Kurs!!! :-)
Endlich war es soweit, unser Bosal-Kurs hat stattgefunden! Und was für ein Kurs das war! Wir haben alle so unglaublich viel gelernt und hatten gleichzeitig unglaublich viel Spaß. Selten hab ich so viel in einem Kurs gelernt!
Kurt führte uns von Übung zu Übung, aufeinander aufbauend, immer nur kurz angeschnitten, sodass wir einen Überblick bekamen, wie man mit der Hackamore einwirkt und arbeitet, und welche Dinge man sich - eins nach dem anderen - so erarbeiten kann, von der lateralen Stellung im Stehen bis hin zum Angaloppieren. Ich jedenfalls habe jetzt eine wirklich gute Vorstellung davon, wie ich - endlich!!! - mit der Hackamore gebisslos all die tollen gymnastizierenden Übungen reiten kann, die ich von meinen Kursen bei Peter Kreinberg mitgenommen habe - die aber bisher immer nur mit Gebiss wirksam waren.
Ich hoffe, ich kann vielleicht bald einen ganz ausführlichen Kursbericht posten, vorher muss ich aber ein bisschen Schlaf nachholen ;-).
Besonders gefreut hat mich das durchgehend positive Feedback von allen Teilnehmern und Zuschauern.
Super wars!! Bericht folgt!
Kurt führte uns von Übung zu Übung, aufeinander aufbauend, immer nur kurz angeschnitten, sodass wir einen Überblick bekamen, wie man mit der Hackamore einwirkt und arbeitet, und welche Dinge man sich - eins nach dem anderen - so erarbeiten kann, von der lateralen Stellung im Stehen bis hin zum Angaloppieren. Ich jedenfalls habe jetzt eine wirklich gute Vorstellung davon, wie ich - endlich!!! - mit der Hackamore gebisslos all die tollen gymnastizierenden Übungen reiten kann, die ich von meinen Kursen bei Peter Kreinberg mitgenommen habe - die aber bisher immer nur mit Gebiss wirksam waren.
Ich hoffe, ich kann vielleicht bald einen ganz ausführlichen Kursbericht posten, vorher muss ich aber ein bisschen Schlaf nachholen ;-).
Besonders gefreut hat mich das durchgehend positive Feedback von allen Teilnehmern und Zuschauern.
Super wars!! Bericht folgt!
Samstag, 22. März 2014
Das Wetter war herrlich heute, und Billy und ich haben es für einen schönen Spaziergang genutzt. Über eine Stunde sind wir schön durch den Wald spaziert, Billy war großteils entspannt und superbrav. Einen großen Teil, wo die Wege es zuließen, sind wir auch gemeinsam getrabt, das war herrlich! Billy passt sich toll meinem Tempo an, und nur ein paarmal verfiel er in Schritt, meist bedingt durch die Wege (z.B. bergab oder wenn Frauli sehr langsam wurde). Kein Überholversuch und kein Rempeln, alles perfekt. Inklusive gemeinsamem Hüfper über einen Baumstumpf :-)
Geschwitzt haben wir beide ordentlich bei über 20°! Billy trägt noch den Winterpulli, und Frauli war auch zu warm angezogen. Macht nix, so ein bisschen schwitzen tut gut :-)
Schön wars!
Geschwitzt haben wir beide ordentlich bei über 20°! Billy trägt noch den Winterpulli, und Frauli war auch zu warm angezogen. Macht nix, so ein bisschen schwitzen tut gut :-)
Schön wars!
Donnerstag, 20. März 2014
Letzte Woche hab ich eine Bodenarbeitseinheit eingelegt, in der ich mich einmal überwunden habe, das Lasso auszupacken. Neben Kurts Kurs im Mai haben wir im Stall am 29. + 30. März einen Kurs mit Michi Grohmann, wo ich vielleicht einmal daran arbeiten möchte, die Distanz zum Pferd etwas zu vergrößern. Dem weiche ich nämlich aus Faulheit ständig aus - immer noch kann ich mit dem Lasso nicht wirklich gut umgehen :-/
Das tolle ist, dass ich jetzt einen Reitplatz habe, wo man das Lasso auch richtig ausnutzen kann! Also gleich ein CG geübt, Lasso am letzten Zipfel. Übergänge, Handwechsel. Bei letzteren scheiterte es an meinem Handling *hüstel*, die Übergängen waren gut. Am schwierigsten war eben, Billy draußen zu halten, da musste ich ihm schon immer wieder bedeuten, weiter nach außen zu gehen, von alleine hielt er die Zirkellinie nicht.
Dann haben wir noch Seitwärts geübt, und zwar von mir weg und zu mir her, abwechselnd. Lange nicht gemacht, daher brauchte es etwas Einfummeln, danach ging es gut. Allerdings habe ich gleich wieder auf den Vorsatz, "mehr Distanz zum Pferd" vergessen bzw. ist das Sideways lange noch nicht gut genug dafür.
Reitenderweise haben wir auch weitergübt, mit Bosal. Allerdings ohne es zu verwenden, wir steckten irgendwann beim Lenken im Trab ohne Zügel fest. Ich ärgerte mich ein bisschen über Billys transusiges Umsetzen von Gewichtsverlagerungen. Er kann das besser, das weiß ich! Ich ärgerte mich auch über mich selbst, dass ich dann beginne, bei Nicht-Reaktion von Billy immer weiter und weiter zur SEite zu lehnen, als könnte ich ihn zwingen, oder als hätte ers nicht verstanden. Irgendwann verlor ich die Geduld, als er immer in die falsche Richtung abbog, und ich klopfte mal etwas fester mit der Wade hin. 2x noch musste ich es deutlicher erklären, aber danach hatte ich - als hätte man einen Schalter umgelegt - plötzlcih ein superfeines Pferdchen! So fein, dass meine Gewichtsverlagerungen viel zu stark waren und wir eiernd oder in scharfen Kurven daherkamen (eigentlich war das Ziel einfach nur ein korrekter Zirkel!!). Plötzlcih ritten wir im Trab durch das Stangenlabyrinth. Ein völlig neues Gefühl war das, ganz plötzlich. So fühlt sich ein kooperatives Pferd also an!! Es hagelte dann natürlich Lob und Leckerlis, und die Einheit war zu Ende. :-) Bin gespannt, ob das nächstes Mal auch hinzukriegen ist oder eine Eintagsfliege war. So feine und schnelle Reaktionen hatte ich echt noch nie!
Das tolle ist, dass ich jetzt einen Reitplatz habe, wo man das Lasso auch richtig ausnutzen kann! Also gleich ein CG geübt, Lasso am letzten Zipfel. Übergänge, Handwechsel. Bei letzteren scheiterte es an meinem Handling *hüstel*, die Übergängen waren gut. Am schwierigsten war eben, Billy draußen zu halten, da musste ich ihm schon immer wieder bedeuten, weiter nach außen zu gehen, von alleine hielt er die Zirkellinie nicht.
Dann haben wir noch Seitwärts geübt, und zwar von mir weg und zu mir her, abwechselnd. Lange nicht gemacht, daher brauchte es etwas Einfummeln, danach ging es gut. Allerdings habe ich gleich wieder auf den Vorsatz, "mehr Distanz zum Pferd" vergessen bzw. ist das Sideways lange noch nicht gut genug dafür.
Reitenderweise haben wir auch weitergübt, mit Bosal. Allerdings ohne es zu verwenden, wir steckten irgendwann beim Lenken im Trab ohne Zügel fest. Ich ärgerte mich ein bisschen über Billys transusiges Umsetzen von Gewichtsverlagerungen. Er kann das besser, das weiß ich! Ich ärgerte mich auch über mich selbst, dass ich dann beginne, bei Nicht-Reaktion von Billy immer weiter und weiter zur SEite zu lehnen, als könnte ich ihn zwingen, oder als hätte ers nicht verstanden. Irgendwann verlor ich die Geduld, als er immer in die falsche Richtung abbog, und ich klopfte mal etwas fester mit der Wade hin. 2x noch musste ich es deutlicher erklären, aber danach hatte ich - als hätte man einen Schalter umgelegt - plötzlcih ein superfeines Pferdchen! So fein, dass meine Gewichtsverlagerungen viel zu stark waren und wir eiernd oder in scharfen Kurven daherkamen (eigentlich war das Ziel einfach nur ein korrekter Zirkel!!). Plötzlcih ritten wir im Trab durch das Stangenlabyrinth. Ein völlig neues Gefühl war das, ganz plötzlich. So fühlt sich ein kooperatives Pferd also an!! Es hagelte dann natürlich Lob und Leckerlis, und die Einheit war zu Ende. :-) Bin gespannt, ob das nächstes Mal auch hinzukriegen ist oder eine Eintagsfliege war. So feine und schnelle Reaktionen hatte ich echt noch nie!
Dienstag, 11. März 2014
Heute gabs wieder Zone-5-Spielereien. Schon wieder Fortschritte, damit hab ich gar nicht gerechnet.
Anfangs war es etwas schwierig, Billys Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn unser kleiner Hengst ist nun bei seinen Stuten. Sie befanden sich grad alle auf einem Weidestück, das ans Viereck angrenzt. Da wollte Billy gleich zum Hengst, Hengsti hätte wohl auch gern einfach gespielt, gleichzeitig aber auch die neuen Stuten verteidigen, denk ich. Na jedenfalls war das für Billy anfangs interessanter als ich. Zum Glück haben wir ja genug Platz, und so ging ich ins weitest entfernte Eck des Vierecks, um uns einmal aufeinander einzustellen und aufzuwärmen.
Wie immer hantelte ich mich von vorn langsam (geht aber innerhalb weniger Minuten mittlerweile) nach hinten bis Zone 5. Nach wie vor verwende ich nur 1 Seil, mal links, mal rechts, so kann man auch das drüberschupfen gut üben. Ein bisschen die Lenkung justiert und dann einige Male durch die Hütchen Slalom. Ging noch besser als beim letzten Mal, ich brauchte kaum den Stick. Billy reagiert jetzt darauf, dass ich mich hinter ihm ein Stück nach links oder rechts versetze - er korrigiert seine Richtung dann so, dass ich wieder hinter ihm bin.
Als nächstes gingen wir wieder das Podest an. Mein Ziel letzte Woche war ja: Von Zone 5 aus drüberschicken. Drauf schicken mit den Vorderbeinen hatte schon geklappt, aber wenn ich ihn drüber haben wollte, musste ich nach vorn, um ihm das zu zeigen. Diesmal brauchte es auch einige Anläufe, aber dann - voilà - Billy traute sich über das Podest, mit allen Vieren draufstapfend, während ich hinter ihm war. Ziel schon erreicht (schneller als gedacht :-) ).
Zweites Ziel war, Billy über Stangen gehen zu lassen. DA war er letztes Mal überraschend penetrant ausgewichen. Heute: Kein Problem, ließ sich fein justieren. Ich probierte, Billy an einer ganz bestimmten STelle über STangen gehen zu lassen (also z.B. nahm ich mir die Mitte vor, oder das linke oder das rechte Drittel). Klappte hervorragend!
Ich probierte dann noch quer übers gesamte Viereck, die Lenkung im Trab ebenfalls zu verbessern. Die ist noch ziemlich schlecht. Antraben geht gut, auch Zurückparieren in den Schritt, aber Lenken war noch nicht so richtig auf dem Programm. Wir haben hier so viel Platz, dass ich das gut üben kann jetzt. Und siehe da: Klappte besser als gedacht. Nur sobald Billy an den Zaun auf den Hufschlag geht, bleibt er "kleben", bzw. kann ich da dann mit meiner Methode schlecht eingreifen, denn der Zaun ist mir im Weg. Solange ich in der Mitte blieb, klappte die Lenkung aber auch hier schon relativ genau. Ich beschloss, die Probe zum machen und fädelte Billy im Trab in die Hütchenreihe ein. Und siehe da: Weave aus Zone 5 mit nur einem Seil, durchgehender Trab, 2 Längen, d.h. auch die Volte rund ums letzte Hütchen, sogar diese ohne in Schritt zu verfallen! Da war ich richtig stolz!
End of session, natürlich :-)
Anfangs war es etwas schwierig, Billys Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn unser kleiner Hengst ist nun bei seinen Stuten. Sie befanden sich grad alle auf einem Weidestück, das ans Viereck angrenzt. Da wollte Billy gleich zum Hengst, Hengsti hätte wohl auch gern einfach gespielt, gleichzeitig aber auch die neuen Stuten verteidigen, denk ich. Na jedenfalls war das für Billy anfangs interessanter als ich. Zum Glück haben wir ja genug Platz, und so ging ich ins weitest entfernte Eck des Vierecks, um uns einmal aufeinander einzustellen und aufzuwärmen.
Wie immer hantelte ich mich von vorn langsam (geht aber innerhalb weniger Minuten mittlerweile) nach hinten bis Zone 5. Nach wie vor verwende ich nur 1 Seil, mal links, mal rechts, so kann man auch das drüberschupfen gut üben. Ein bisschen die Lenkung justiert und dann einige Male durch die Hütchen Slalom. Ging noch besser als beim letzten Mal, ich brauchte kaum den Stick. Billy reagiert jetzt darauf, dass ich mich hinter ihm ein Stück nach links oder rechts versetze - er korrigiert seine Richtung dann so, dass ich wieder hinter ihm bin.
Als nächstes gingen wir wieder das Podest an. Mein Ziel letzte Woche war ja: Von Zone 5 aus drüberschicken. Drauf schicken mit den Vorderbeinen hatte schon geklappt, aber wenn ich ihn drüber haben wollte, musste ich nach vorn, um ihm das zu zeigen. Diesmal brauchte es auch einige Anläufe, aber dann - voilà - Billy traute sich über das Podest, mit allen Vieren draufstapfend, während ich hinter ihm war. Ziel schon erreicht (schneller als gedacht :-) ).
Zweites Ziel war, Billy über Stangen gehen zu lassen. DA war er letztes Mal überraschend penetrant ausgewichen. Heute: Kein Problem, ließ sich fein justieren. Ich probierte, Billy an einer ganz bestimmten STelle über STangen gehen zu lassen (also z.B. nahm ich mir die Mitte vor, oder das linke oder das rechte Drittel). Klappte hervorragend!
Ich probierte dann noch quer übers gesamte Viereck, die Lenkung im Trab ebenfalls zu verbessern. Die ist noch ziemlich schlecht. Antraben geht gut, auch Zurückparieren in den Schritt, aber Lenken war noch nicht so richtig auf dem Programm. Wir haben hier so viel Platz, dass ich das gut üben kann jetzt. Und siehe da: Klappte besser als gedacht. Nur sobald Billy an den Zaun auf den Hufschlag geht, bleibt er "kleben", bzw. kann ich da dann mit meiner Methode schlecht eingreifen, denn der Zaun ist mir im Weg. Solange ich in der Mitte blieb, klappte die Lenkung aber auch hier schon relativ genau. Ich beschloss, die Probe zum machen und fädelte Billy im Trab in die Hütchenreihe ein. Und siehe da: Weave aus Zone 5 mit nur einem Seil, durchgehender Trab, 2 Längen, d.h. auch die Volte rund ums letzte Hütchen, sogar diese ohne in Schritt zu verfallen! Da war ich richtig stolz!
End of session, natürlich :-)
Montag, 10. März 2014
Strahlend blauer Sonnenschein, der Reitplatz mit perfekter Sandkonsistenz. Ich wollte ein bisschen ruhig Schritt und vielleicht etwas Trab reiten und hab für diesen Zweck meine Hackamore ausgepackt und entstaubt :-). Wir müssen ja üben für unseren Kurs im Mai!
Übung 1) Mal wieder reiten und lenken ganz ohne Zügel ;-). Klappte gut: Weave, Zirkel (möglichst exakte), Achten.
Übung 2) Biegung mit Impulsen im Stillstand herstellen. Billy soll die Biegung halten, auch wenn der Zügel wieder durchhängt. Das braucht immer so 3, 4 Erinnerungen, dann geht es. Billy döst mit der gewünschten Stellung in der Sonne ein.
Übung 3) Ich versuche, die Biegung ebenfalls über Impulse in die Bewegung zu übertragen. Klappt nicht mehr so gut. Ich stelle fest, dass ich Biegung über Zügel und Lenkung über Sitz noch mehr und deutlciher entkoppeln muss. Sprich: Noch glaubt Billy, er soll in die Richtung gehen, in die seine Nase zeigt, d.h. bei Innenbiegung biegt er gern nach innen ab; ich muss dann ständig mit dem inneren Schenkel „gegenhalten“. Er sollte ja aber auf meinen Sitz hören... also nochmal die Zügel weggelassen und wieder Slalom über Sitz geübt. Dann überlegt, welche Übungen das am besten Entkoppeln könnten. Ich versuchte einfach geradeaus zu reiten und die Biegung abwechselnd links und rechts zu fordern, das klappte dann zumindest am Zaun entlang ganz gut. In der Mitte der Bahn wird es eher eierig; also bleiben wir einmal am Zaun und üben dort: Innenstellung (Zügelimpulse), aber geradeaus gehen (Sitz). Der Zaun wirft herrliche Schatten, die uns ein paar Hufschläge vom Rand weg quasi eine doppelte gerade Linie auf den Boden malen, perfekt zum Üben :-).
Als nächste „Entkopplungsübung“ beschließe ich zu versuchen, den Slalom mit ganz flachen Bögen zu reiten und dabei die Kopfstellung unabhängig von der Bewegungsrichtung zu verlangen. Wir haben das viel geübt bei Peter Kreinbergs Kursen, aber eher mit Anlehnung. Können wir es auch mit Impulsen? Klappt erstaunlich gut! Wir reiten also einen flachen Rechtsbogen um unsere Hütchen mit leichter Linksbiegung und umgekehrt. Oder einen ganzen Slalom mit ständig beibehaltener Linksbiegung (egal ob der Bogen grad nach rechts oder links geht). Billy beginnt seine Richtung mehr nach Sitz und Schenkel auszurichten als nach den Zügelimpulsen. Auch das mit den Impulsen kriege ich ganz gut hin und bleibe immerhn nicht am Zügel hängen. Allerdings bemerke ich die Tendenz, Billy mit dem äußeren Zügel „rüberdrücken“ zu wollen, da kommt meine Hand dann über den Mähnenkamm, uiuiui.
Trotzdem recht erfolgreich, es freut mich v.a., dass wir nun die Biegung an einem wirklich durchhängenden Zügel halten können für ein paar Tritte. Bisher war, sobald Bewegung ins Spiel kam, selbige immer sofort futsch. Es wird!
Übung 1) Mal wieder reiten und lenken ganz ohne Zügel ;-). Klappte gut: Weave, Zirkel (möglichst exakte), Achten.
Übung 2) Biegung mit Impulsen im Stillstand herstellen. Billy soll die Biegung halten, auch wenn der Zügel wieder durchhängt. Das braucht immer so 3, 4 Erinnerungen, dann geht es. Billy döst mit der gewünschten Stellung in der Sonne ein.
Übung 3) Ich versuche, die Biegung ebenfalls über Impulse in die Bewegung zu übertragen. Klappt nicht mehr so gut. Ich stelle fest, dass ich Biegung über Zügel und Lenkung über Sitz noch mehr und deutlciher entkoppeln muss. Sprich: Noch glaubt Billy, er soll in die Richtung gehen, in die seine Nase zeigt, d.h. bei Innenbiegung biegt er gern nach innen ab; ich muss dann ständig mit dem inneren Schenkel „gegenhalten“. Er sollte ja aber auf meinen Sitz hören... also nochmal die Zügel weggelassen und wieder Slalom über Sitz geübt. Dann überlegt, welche Übungen das am besten Entkoppeln könnten. Ich versuchte einfach geradeaus zu reiten und die Biegung abwechselnd links und rechts zu fordern, das klappte dann zumindest am Zaun entlang ganz gut. In der Mitte der Bahn wird es eher eierig; also bleiben wir einmal am Zaun und üben dort: Innenstellung (Zügelimpulse), aber geradeaus gehen (Sitz). Der Zaun wirft herrliche Schatten, die uns ein paar Hufschläge vom Rand weg quasi eine doppelte gerade Linie auf den Boden malen, perfekt zum Üben :-).
Als nächste „Entkopplungsübung“ beschließe ich zu versuchen, den Slalom mit ganz flachen Bögen zu reiten und dabei die Kopfstellung unabhängig von der Bewegungsrichtung zu verlangen. Wir haben das viel geübt bei Peter Kreinbergs Kursen, aber eher mit Anlehnung. Können wir es auch mit Impulsen? Klappt erstaunlich gut! Wir reiten also einen flachen Rechtsbogen um unsere Hütchen mit leichter Linksbiegung und umgekehrt. Oder einen ganzen Slalom mit ständig beibehaltener Linksbiegung (egal ob der Bogen grad nach rechts oder links geht). Billy beginnt seine Richtung mehr nach Sitz und Schenkel auszurichten als nach den Zügelimpulsen. Auch das mit den Impulsen kriege ich ganz gut hin und bleibe immerhn nicht am Zügel hängen. Allerdings bemerke ich die Tendenz, Billy mit dem äußeren Zügel „rüberdrücken“ zu wollen, da kommt meine Hand dann über den Mähnenkamm, uiuiui.
Trotzdem recht erfolgreich, es freut mich v.a., dass wir nun die Biegung an einem wirklich durchhängenden Zügel halten können für ein paar Tritte. Bisher war, sobald Bewegung ins Spiel kam, selbige immer sofort futsch. Es wird!
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