you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 28. Februar 2010

LBI x 2 = ?

Was kommt raus, wenn sich 2 LBIs an einem Tag treffen und partout meinen, die leider gegensätzlichen Pläne stur durchsetzen zu müssen?
Genau, ein RBE, der fluchend und aufstampfend wie Rumpelstilzchen durch die Halle tobt, um schließlich plärrend in der Ecke zu sitzen und über Hamsterzucht nachzudenken.

Vergib mir, Buffalo :-(

Donnerstag, 25. Februar 2010

Denksport

Bin heute wieder einmal FreeStyle geritten mit Pad und Hackamore.

Ich habe abwechselnd "Denkarbeit" und zur Auflockerung und Stressabbau dazwischen flotte Trabstückchen über einzelne Stangen eingebaut.

Als Denkarbeit gab es heute Vorderbeine einzeln mit direktem Zügel ansprechen. Das setzt mein Pferd - genauso wie Seitwärts - unter relativ großen Stress, irgendwann beginnt er, die Unterlippe auf und zu zu klappen und am Seil zu lutschen.
Es ging ganz gut, Stress hielt sich in Grenzen, und die Übung wird langsam besser. Ich habe begonnen, eine Art "Backwards & Over" im Sattel daraus zu machen, so ist das Isolieren der Vorderbeine leichter, er geht sonst immer vorwärts statt nur ein Bein quasi zur Seite zu stellen.

Wenn ich bemerkt habe, dass er langsam unrund wird, gabs ein paar Runden flotten Trab, mit vielen Handwechseln, die über die schräg im Zickzackmuster aufgelegten Stangen geführt haben. Das hat er immer sehr brav gemacht und ich glaube es hilft ihm schon, etwas lockerer zu werden, wenn ihm das Denken zu viel wird.

Als zweite Denksport-Aufgabe gab es rückwärts mit 2 Sticks. Das setzt ihn auch ganz schön unter Stress. Allerdings wird es besser, wenn ich die Sticks in Phase 4 (die leider fast immer nötig ist) nicht in Zone 1 einsetze, sondern weiter unten, an der Brust. Das scheint ihn weniger zu ärgern und führt eher zum Erfolg (Sticks in Zone 1 haben nur zur Folge, dass er ein "schau-wie-sehr-ich-den-Kopf-verdrehen-kann" Spielchen startet, aber völlig ohne Rückwärts-Tendenz, und dann auch noch ärgerlich nach dem Stick schnappt.)
Ich habe dann ein Spiel draus gemacht und Punkte fürs Pferd und für mich gegeben. Gab es Rückwärtstendenz oder sogar ein Schrittchen, bevor ich ihn berühre (Phase 4), kriegt er einen Punkt. Reagiert er so langsam oder gar nicht, dass ich ihn berühre, krieg ich einen. Tja, habe gewonnen, leider :-(. Es wurde aber doch besser und einige Male ist er auf eine Phase 3, kurz vor der Berührung, einen oder sogar 2 Schritte nach hinten ausgewichen. Damit hab ichs gut sein lassen und wieder eine "komm, lass es raus" - Trabeinheit eingelegt und bin sogar ein bissl galoppiert, was er suuuper gemacht hat.

Ganz zum Schluss noch eine Stange entlang Seitwärts im Sattel, war super schwierig, Pferd legte dann den Bulldozer-Gang ein, bin halt drangeblieben, hab ihn wieder neu eingaparkt, bis wir 1 Stange geschafft haben (ich bin 100% sicher, dass er es kann und mich auch versteht) in jede Richtung, und dann war Schluss für heute.

Dienstag, 23. Februar 2010

Dein Tanzbereich, mein Tanzbereich...

Die heutige Einheit mit Buffalo Bill war wieder einmal sehr lehrreich.

Wir haben eine Übung gemacht, bei der er seitwärts auf dem Zirkel gehen soll, auf einem kleinen Zirkel, dessen Mittelpunkt ich bin. Ich drehe mich mit und halte ihn mit gestrecktem Arm gerade so auf Abstand.
Wie es bei diesem Tierchen ist, ist das Abstand halten das Schwierigste bei der ganzen Sache. Immer wieder trat er einen Schritt vor und zwang mich so, entweder nachzugeben, einen Schritt zurück zu machen (schlechte Wahl für mich), oder ihm ein deutliches Nein in Form eines Impulses mit dem Strick und Knotenhalfter zu geben. Wie es seine Natur auch will, reicht ihm dabei ein sanftes Wacheln (Phase 1) nicht unbedingt, sondern er will es ganz genau wissen, und so waren wir schwuppdiwupp wieder in einer gröberen Diskussion, an deren Ende er zwar verstanden hatte und akzeptierte, dass er Abstand halten muss, ich mich aber schlecht fühlte, eben weil ich quasi so hart hatte durchgreifen müssen... und das Pferd bei diesem Druchgreifen auch deutlich "unconfident" wurde - nur für Sekunden, aber... für mich trotzdem ungewohnt.

Beim Heimfahren hab ich darüber nachgegrübelt, v.a. warum es mir denn überhaupt so viel ausmacht, ihm seinen Tanzbereich gegenüber meinem abzugrenzen. Hauptsächlich stört mich dabei, dass er eben unconfident reagiert. Kopf geht rauf, Augen werden aufgerissen, alles im Pferd spricht "Hilfe, was'n jetzt los??". Das fühlt sich für mich furchtbar an, er soll doch Spaß haben am Lernen. Trotzdem, wenn ein Lehrer einen Schüler nie auf einen Fehler aufmerksam macht, weil er ihn nicht kränken möchte, ist das auch nicht gerade zum Vorteil des Schülers...

Also gelernt: Tanzbereiche immer schön abgrenzen, und zwar konsequent, sonst wird's für beide unschön ;-).

Ansonsten haben wir noch das Circling Game auf kleine Distanz im Trab geübt, Seitwärts ohne Zaun und ein bisschen Schulterherein am Knotenhalfter.

Sonntag, 21. Februar 2010

Es riecht nach Frühling...

Wie könnte man ein Blog besser beginnen als mit dem ersten frühlingshaften Tag im Jahr? Wenn nach Wochen des grau-tristen Regen- und Schneewetters endlich wieder blauer Himmel und strahlender Sonnenschein das Gemüt streichelt? Wenn das Thermometer zum ersten Mal seit Wochen wieder deutlich über Null hinauskommt?

Und was gäbe es Schöneres, als an einem solchen Tag, der zudem sogar noch ein Sonntag ist, zum Pferdchen zu fahren und einen kleinen Ausritt zu wagen?

Also hab ich genau das gemacht.
Ich bin ohnehin gerade dabei, ein "Ausreit-Programm" zu absolvieren, nachdem das eigentlich entspannende Durchs-Gelände-Schlendern zunehmend schwieriger wurde. Denn Billy entschied, dass es zu Hause vor der Heuraufe doch am schönsten ist, und er hatte so seine Strategien, mich davon abzuhalten - dazu gehörten u.a. umdrehen und mich ignorierend heimwärts durchgehen (denn laufen liegt dem Tier eher fern), oder auch rückwärts auf den Abgrund zuzusteuern, oder auch einfach stehenzubleiben, letzteres gerne wenn hämische Zuschauer vorhanden waren.

Also ging ich Anfang des Winters in mich und philosophierte, meditierte, las und versuchte so schlauer zu werden als mein Tier.
Schließlich habe ich begonnen, Parelli's "Point to Point"-Reitprogramm für das Geländereiten umzufunktionieren. Zum Gaudium manch anderer packte ich einen Haufen Heu ein und begann vom Stall wegzureiten. An Stellen, wo Billy besonders gern umdrehte, gab es nun nach Überwindung eine Handvoll Heu. So tasteten wir uns nun über mehrere Wochen, wann immer ein Ausritt möglich war, etwas weiter weg vom Stall, mit dem Ziel, Billy einen Zweck im Ausreiten zu bieten. Das Programm wirkt!

So auch heute. Heu eingepackt, und los gings im strahlenden Sonnenschein, blitzblauer Himmel, dazu der noch vorhandene Tiefschnee, der besser ist als jedes Cavaletti-Training ;-). Absolute Stille bis auf das frühlingshafte Vogelgezwitscher, das Knirschen des Schnees und das Schnaufen des Pferdes, das sich durch den Tiefschnee kämpft. Perfekt, nur eines hat gefehlt - der Fotoapparat ;-).
Schließlich die Überwindung einer "schwierigen" Stelle, fast ohne Diskussion, wir reiten in den Wald, Billy geht ohne Zögern über alle natürlichen Hindernisse - Wurzeln, Matschlöcher, Schnee, ... An einer netten Stelle unter einem dicken Baum fällt mir dann das Heu aus der Hand und er darf fressen, während ich mir die Sonne ins Gesicht scheinen lasse und der Rest der Welt verschwindet und nur mich, das Pferd und sein gleichmäßiges Kauen und das Vogelgezwitscher zurücklässt...