you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Unglaublich: ich konnte heute Billys beide Vorderhufe aufheben und auskratzen.
Einfach so
AM PUTZPLATZ!!
Normalerweise geht dort eher nix, die Wand ist in der NÄhe, wie dafür gemacht, das lästige Menschlein am Bein daran einzuquetschen. Aber diesmal: nix. Fuß gefordert, Billy hebt ihn als wäre nie was gewesen. Ich fange an auszukratzen, da äußert er leichten Unmut indem er leicht herumrudert, aber leicht zu halten, also keine ernsthafte Gegenwehr.
Ich war völlig baff.
Dann habe ich heut die Gelegenheit ergriffen und bin mit einer Miteinstellerin mitgegangen, die einen Schrittausritt machte. Billy an der Hand. Hui, war das aufregend, und Billy bewies wieder einmal, dass seine Nerven aus Stahl sind.
Wir haben überstanden: Den Traktor, der auf der Wiese gerade Heu wendet. Eine Bundesstraßenüberquerung. Auf der engen Straße kommt uns dann ein Riesenlastwagen entgegen (Miteinstellerin ganz baff, sowas wäre ihr da noch nie begegnet). Er fährt so knapp vorbei, dass ich ihn mit der Hand berühren könnte. Rechts von uns ein Abgrund. Billy schaut zwar aufgeregt, aber macht keinen Schritt. Im WAld kommt uns dann mit lautem Getöse ein Quad entgegen. Fährt ebenfalls so nah vorbei, dass wir es berühren könnten. Das andere PFerd macht einen Hupfer, Billy steht und schaut. Danach wieder eine Kuhherde. Ein Bahnübergang mit Holzplanken. Billy schnofelt einmal und spaziert ruhig hinüber. MIteinstellerin höchst erstaunt. Wieder Bahnübergang, diesmal zuerst Metall und dann Holzplanken. Billy überlegt nicht mal. Nochmal Querung der Bundesstraße. Kein Problem. Dann: Bachüberquerung. Mit Wasser, das NICHT aus einem Schlauch kommt, hats Billy ja nicht so. Aber das andere Pferd, das schon am andern Ufer ist, ist wohl ausschlaggebend - Billy fasst einen Entschluss (sieht man richtig) und trabt durchs Wasser (ca. 5 cm tief *gg* - eine kleine Pfütze an dieser Stelle). Auf der andern Seite die Böschung nimmt er ohne Zögern, ich lasse ihm das Seil lang, schicke ihn voraus hinauf und klettere dann nach.
Ganz schön ins Schwitzen gekommen (nur ich, Billy nicht), wir waren ca. 1 Stunde unterwegs, viel auf und ab.
Ich schreib nimmer so oft ... wir haben ja eh oft ein ähnliches Programm, zwar immer schön im Wechsel, aber mit mehr ABstand sehe ich selbst besser, was für Fortschritte wir machen.
Durch die viele Bodenarbeit ist Billy schon wieder wesentlich weniger frech geworden und testet im Moment weniger. Wir können jetzt schon ganze Vorhandwendungen mit nur ganz geringem Druck, tw. nur Hinsehen auf den Popo von Herrn Billy, Schulter von mir weg weichen lassen geht schwieriger, aber doch auch. Auf leichten Druck weicht Billy rückwärts (auch in Alltagssituationen), er bleibt stehen, während ich mich am 4-m-Seil wegbewege und Tore öffne oder schließe, bis ich ihn auffordere, herzukommen. Wegschicken auf den Zirkel funktioniert links sehr gut, rechts z.T. etwas zäh, aber doch auch. Am Zirkel geht Billy jetzt oft schon sehr entspannt, im Schritt eigentlich immer, im Trab immer öfter, an der leicht durchhängenden Longe. Heute hat er im Schritt für Sekundenbruchteile so was wie eine Dehnhaltung eingenommen
. Er hält auf Kommando (meist
) an, hört auf Trab- und Schrittkommando. Letztens sind wir über ein Cavaletti getrabt, niedrigste STufe, aber doch. Cavaletti auf höchster Stufe kann ich ihn auch drüberschicken, da springt er meistens. Aus dem Halten schaffen wir auch einen schönen Handwechsel.
Die Füße hebt Billy nach dem letzten verunglückten Behandlungsversuch langsam wieder, ich konnte heute auskratzen. Hinten bin ich wieder soweit, dass ich mich relativ entspannt in die GEfahrenzone wage (übe zur Zeit mit dem STock + Handschuh-Trick).
Unsere Spaziergänge hab ich jetzt in meinem Urlaub ausgedehnt, heute wars wunderschön und lustig: Wir waren alleine unterwegs, Billy war für seine Verhältnisse ziemlcih aufgedreht, weil wir eine STrecke gingen, die er alleine noch nicht gegangen ist.
Und dann passierts: Kopf ruckt in die Höh, Augen weit aufgerissen, Nüstern beben. Ich seh nix, bin zu klein, ein Hügel ist im Weg. Wir gehen weiter, Billy präsentiert sich, sieht sich dauernd um. Dann sehe ichs auch: Eine Kuhherde! SCHWARZ-WEISSE Kühe! Ein ganzer ganzer Haufen! Billy glaubt offenbar ARtgenossen vor sich zu haben. Er präsentiert sich als Möchtegern-Hengst, rollt mit den Augen, wiehert den Kühen zu. Die glotzen nur. Eine muht.
Die STraße führt in Serpentinen ins Tal, und überall um uns herum sind diese schwarzweißen Kühe, Billy kriegt sich gar nicht mehr ein
vor lauter Schauen. Den Kühen ist dieses Gebaren nicht ganz geheuer, und die ganze Kuhherde galoppiert davon.
Uh-oh, denk ich, bloß cool bleiben. Billy ist ziemlich enttäuscht von dieser Intoleranz seiner Schwarz-Weiß-Kollegen, und wir drehen um.
Weil da ein schöner Wiesenweg ist, probiere ich mal, mit ihm an der Hand zu joggen, und BILLY TRABT! Er trabt an der Hand, das SEil hängt gerade locker durch, er hält Abstand zur Seite und trabt entspannt mein gemächliches Tempo, sicher ein paar hundert Meter weit. Schööön ist das. Es geht leicht bergauf, und wir sind bald beide außer Puste (ich mehr als er), also genug. Wir trabten dann noch 1,2 kurze Strecken.
Das war einfach nur traumhaft. Zur Belohnung gabs dann noch ausgiebiges Grasen (funktioniert übrigens schon recht gut - nur auf Befehl
.
Schon wieder so viele Hochs und Tiefs *seufz*.
Montag waren wir spazieren, das war wirklich ganz ganz toll. Ich hab ein perfektes Spaziergeh-Pferd. Er bleibt brav hinter mir, überholt nicht, geht langsamer oder schneller, wie ich es vormache. Hie und da wechselt er ungefragt die Seite, wenn er auf der andern was interessantes sieht, geht aber wieder zurück, ohne Ohrenanlegen und Drohen, wenn ich leicht mit dem Strick oder Stick wackle.
Ganz mutig haben wir sogar auf meine Aufforderung hin eine Pfütze untersucht
Und gutes Koordinationstraining ist das auch, weil auf der STrecke ziemlich viele Äste herumlagen - Stangentreten einmal anders.
Und natürlcih die Kondi nicht zu vergessen, tw. gehts ganz schön steil bergauf *hechel* - die einzige Situation, in der er gern überholt, allerdings weil Frauli schon so schnauft und er Schwung holt. Auf Aufforderung bleibt er trotzdem zurück.
Dienstag: Katastrophentag. Wir hatten uns vorgenommen, endlich mal zu sedieren mit SEdalin in Absprache mit dem TA, um die Hufe zu behandeln. Gut, Sedalin rein, warten, irgendwann scheint Billy zu dösen. REaktionen getestet - nix mehr viel, das Pferd döst. OK, hinten zuerst, mein SB greift beherzt zum Bein, hebts hoch, Billy macht ein halbes Auge auf, dann beide, fängt an ganz leicht zu zappeln.. ich denk mir noch ohoh, ob das wohl ruhig genug ist für das Strahlfäule-Zeugs? Und dann gehts schon kawumm, und mein armer SB fliegt in hohem Bogen durch die Luft - GsD aus eigener Kraft, Billy hat ihn nur gestreift.
Das Pferd ist wieder munter als wär nix gewesen. Aha. TA angerufen. Der meint er kommt noch. ok. TA kommt nach langer Wartezeit, sediert richtig. Billy schon richtig knapp vorm Umfallen, und noch immer kann der auskicken, wenn man ein Bein haben will!! TA also noch die Nasenbremse dazugeholt, Billy jetzt völlig außer GEfecht, und endlich kann man behandeln... TA leert sich, damit es nicht so fad ist, noch schnell das Jodoformether übern Arm...
Mannomann, ich steh nur daneben völlig fertig...
TA sagt, vorn ist die Strahlfäule schlimmer als hinten. Schmied hat genau das GEgenteil gesagt, na toll. Aber vorn hab ich ja wenigstens halbwegs Chancen, das hinzukriegen, nur hinten??
Ziemliche Verzweiflung macht sich breit...
Mittwoch gibt Billy erwartungsgemäß kein Füßchen mehr her, um nix in der Welt verlagert er auch nur sein Gewicht. Na toll, das ging doch schon wieder so gut - wieder alle kaputt gemacht
(.
Naja, dafür nochmal meinen Sattel mit einem andern Pad getestet, das der Sattler geschickt hat. Billy schreckt einen Moment vorm Sattel zurück und beäugt ihn skeptisch, als hätt er sowas noch nie gesehen, dann steht er aber gaaanz ganz still und lässt satteln, gurten, ganz entspannt.
Wir machen mit Sattel noch ein bissl Bodenarbeit, damit er sich damit ein bissl bewegt, dann wirds schon dunkel und regnet, also hör ich auf.
Donnerstag hab ich wieder NH-Stunde. Billy benimmt sich vorbildlich. Er schlägt nicht, beißt nicht und rempelt beachtenswert selten herum. Wir üben an der Hand im Schritt langsame Volten, damit Billy sich biegt. Links geht das besser als rechts, da mag Billy lieber nicht auf die Volte, wenns nicht sein muss... Muss aber *g*.
Dann noch ein bissl vorwärts und rückwärts über eine Stange - das haben wir ja schon geübt und geht super gut.
Dann noch mit dem Gymnastikball spielen - ich soll Billy dazu kriegen, ihn mit dem Bein zu berühren. Schaffen wir dann auch!
Jetzt bin ich mal eine halbe Woche weg in Urlaub, und Billy ebenso. Dann hab ich noch zwei Wochen frei und 24/7 Zeit, mich dem Hufproblem zu widmen *pläneschmied*
Was gibts von dieser Woche zu berichten...
Ach ja! Erstens: Mein Pferdi hat doch einen Fluchtinstinkt
Damit habe ich ja schon gar nicht mehr gerechnet! Ich freue mich ja auch richtig drüber, dass ihn mal was aus der Fassung bringt, wenn es nicht dazu geführt hätte, dass er mich übern Haufen rennt
. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er kaum eine andere Möglichkeit hatte, so wie ich dastand
. Das kam so: Wir übten grad freudigst das Hinterteil-Weichen auf dem Viereck und standen gerade beide mit dem Rücken Richtung Weide, ich in etwa bei seiner Schulter. Da kam in vollem Karacho eine Gruppe Pferde auf der Weide angaloppiert von hinten. Billy explodierte regelrecht und machte ein paar GAloppsprünge aus dem Stand von mir weg, durch seinen Schwung fand ich mich allerdings, bevor ich noch wusste warum wieso, mit dem Gesicht im Sand wieder (davor machte allerdings mein Steißbein noch kräftig Bekanntschaft mit dem Boden *aua*) und sah nur noch Schwarz und Weiß an mir vorbeiflitzen.
Billy blieb nach den 2,3 Galoppsprüngen ruhig stehen, wo er war, und ließ sich von Freunden einfangen (Gott sei Dank, bei uns wird nämlich der STall erweitert, und deshalb ist im Moment das Viereck nicht ganz verschließbar), während ich mich aufrappelte, den Sand ausspuckte und probierte, ob noch alle Gliedmaßen ihren Dienst verrichten. Gott sei Dank nix weiter passiert, wie gesagt mein Hintern tat ordentlich weh, und am Oberschenkel hab ich einen riesigen mittlerweile schwarzen Fleck,...
Und mein Pferd ist doch auch ein Fluchttier!
Am Freitag hatte ich endlich !! wieder eine Trainerstunde, die nicht abgesagt wurde.
Ich denk ich hab hier viel gelernt. V.a. mich wirklich durchzusetzen. Die Trainerin arbeitete zuerst selbst kurz mit Billy zum Vorzeigen; und ich muss schon sagen, teilweise siehts brutal aus
. Aber Billy rüttelt halt wirklich dauernd am Watschenbaum, wie man so schön sagt.
Mit ihrer Hilfe schaffte ich dann auch halbwegs, ihn auf den Zirkel rauszuschicken, die Schulter weichen zu lassen und beim Führen endlich mal die Nase zu lassen, wo sie hingehört.
Am Sonntag hab ich mich dann wieder mal intensiv den Hufen gewidmet und kann da schönen Erfolg vermelden, er lässt mich wieder auskratzen. Wirklich mit Engelsgeduld hab ich mich immer weiter vorgetastet: Nur aufheben, dann länger halten, dann das aufgehobene Bein abklopfen, etwas herumbewegen, schließlich mit dem Hufkratzer nähern und dann eine Furche nach der andern auskratzen. Dazwischen immer wieder niedergestellt und überschwenglich gelobt und in Ruhe gelassen. Für Protestaktionen wie der Versuch, mir trotz hochgehobenem Vorderbein den Hintern zuzudrehen (wären wir am Putzplatz gewesen, hätte er mich damit schon wieder an die Wand klatschen wollen), übte ich gleich das neu erlernte Auf-den-Zirkel-Schicken, und Herr Billy durfte sich einige Runden flott bewegen. Hat wunderbar geklappt übrigens.
Am Putzplatz hat er wieder sooo getestet. Ich hoffe das gewöhnt er sich bald ab. Sicher 4x hat er versucht, den Hintern zu drehen. Wir habens jedesmal abgefangen, und Billy hat für jeden Trittversuch seinerseits nen Tritt kassiert. Mein Freund ist da echt schnell ... nur ich werd das glaube ich nie zusammenbringen, ich klatsche halt mit beiden Händen auf die Flanke oder mit dem Seil. Irgendwie scheint das nicht optimal, aber das Treten durchgehen lassen kann man auch nicht