you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Samstag, 19. Juli 2014

Flugstunde - und Billy als Lehrpferd

Tja, also irgendwie werden ich, Billy und das Ausreitgelände nicht wirklich warm miteinander. Heut ging es sich endlich einmal aus, dass ich mit meinen Miteinstellern (insgesamt zu dritt) ausreiten gehen konnte, ich war auch total entspannt, und dann passierte das:
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:


Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)

Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen  Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.

Sonntag, 13. Juli 2014

Bosal-Workshop II - "Reiten ist nicht Fahrradfahren!!"


Nachdem unser erster Bosal-Workshop mit Kurt Murauer ein voller Erfolg war, haben wir Kurt noch einmal zu uns geholt, diesmal für einen 1-tägigen Workshop, in dem das gelernte und (manchmal) geübte begutachtet, korrigiert, und um die nächsten Schritte ergänzt wurde. War wieder richtig super, und auch das Wetter war uns (fast die ganze Zeit) hold - und wo nicht, da halfen unsere neuen Strandschirmchen ;-).

Hier meine Zusammenfassung:

In zwei Gruppen haben wir die Übungen vom letzten Mal wiederholt und Korrekturen bekommen.

Immer wieder auftretendes Problem bei mir: ich „fahre Rad“ statt zu reiten. D.h. ich bringe in der Wendung die äußere Schulter nach vorn. Ich glaube mittlerweile, ich weiß woher das kommt - vom Reiten mit Stick! Ein paarmal hat Kurt mich „ertappt“, wenn ich dabei war, meiner Gewohnheit nach den äußeren Zügel gegen Billys Hals zu klatschen, damit er weicht – dabei kommt natürlich meine Schulter vor! Soweit zu den Wendungen, sonst haben die gut geklappt.

Dann Biegung und Genickbeugung. Wir haben das bisher halbwegs richtig geübt, aber ich muss länger in Kontakt bleiben, damit Billy mal kapiert, dass er diese Haltungen beibehalten soll. Ich soll also durchaus nicht immer den Zügel sofort als Lob wieder hingeben, sondern dabehalten, wirklich mit leichtem Kontakt, und Billy gleich wieder in die Position holen, die ich möchte. Sowohl bei Genickbeugung als auch Biegung.

Übrigens hat Kurt den Unterschied zwischen Biegung (z.B. auf einem Zirkel) und Stellung (auf der ganzen Bahn brauchts keine Biegung) erklärt. Für Stellung Innenzügel hoch, für Biegung Innenzügel seitliche impulse. Genickkontrolle äußerer Zügel nach der Seite Impulse (eher unten).

Viel geübt haben wir auch die Diagonalkontrolle: HH weichen lassen aus der Bewegung heraus (Kreinbergs „dynamische VH-Wendung“), daran anschließend umsitzen (von vorne-außen nach hinten-innen) und die Vorhand weichen lassen. Wichtig für mich dabei war: Das muss keine perfekte HH-Wendung werden, bei der die HH am Punkt stehenbleibt. Es darf ruhig ein kleiner Kreis werden.

In Verbindung damit machten wir die neue Übung „Kälbchen treiben“: Am 2. Hufschlag reiten, Schritt oder Trab, Biegung Richtung Zaun, als würde parallel ein Kälbchen getrieben. Dann mit passiver Schulterkontrolle in Richtung Bahninneres ausweichen (ein Kälbchen würde jetzt langsamer, also rein theoretisch zumindest ;-)), dann Anhalten und direkt eine HH-Wendung Richtung Zaun (das Kälbchen hätte jetzt gewendet - wiederum, Theorie!) und dasselbe auf der anderen Hand.

Und dann kamen noch die ersten Übungen für die Aktivierung der Hinterhand diesmal dazu: Zirkel verkleinern mit Innenbiegung, bis das Hinterbein schön untertritt, wieder vergrößern. Am besten im Trab. Fand Billy anstrengend, hat sich aber bemüht.

Angalopp war auch noch ein Thema ganz zum Schluss. Billy war schon müde und grantig und diskutierte teils heftig. Er verstand anfangs nicht, was ich wollte, kennt das ja auch so nicht. Ich wiederum habe Schwierigkeiten mit der Koordination. 2. Hufschlag, ins Bahninnere gestellt, passive Schulterkontrolle Richtung 1. Hufschlag, dabei hinten-außen sitzen, Innenschenkel. Am Hufschlag bleibt Gewicht wie es ist, nur der Schenkel wechselt, Impuls mit dem Außenschenkel -->  Galopp. Wichtig dabei, Zügel nachgeben, sonst kann das Pferd nicht vorn raus. Kurt forderte von uns auch viele Runden im Galopp auf Zirkeln, und dass Billy dabei Innenbiegung hat. Dabei legt er sich dann auf den Zügel, es ist eher krampfhaft. Wir sollten generell üben, das Tempo innerhalb jeder Gangart schön zu variieren. Schneller, langsamer Schritt, schneller Trab, langsamer Trab, schneller Galopp, langsamer Galopp…


War wieder ein wunderbarer Tag! Wir haben wieder jede Menge neuer Übungen und Inputs, bis Kurt hoffentlich im Herbst dann wiederkommt!

Danke an Manuela für dieses wunderschöne Photo!

Donnerstag, 10. Juli 2014

Der Billy war heut supergut drauf und wir konnten - schnell noch bevor Kurt am kommenden Sonntag wieder für einen Workshop kommt - ein paar Sachen wirklich fein üben. Hackamore angezogen und los gehts!

Zuerst einmal Aufwärmen. Ich möchte das Lenken rein auf Gewicht besser etablieren, aufwärmen im Schritt eignet sich dazu hervorragend. Wir gingen auf dem Hufschlag, Zügel lagen auf dem Hals, und ich ritt Volte um Volte. Was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich Billy jede Einheit von neuem erklären muss, dass das ganze auch heute nach den gleichen Regeln funktioniert. Jeweils am Ende einer Einheit kann ich ein sehr fein reagierendes Pferd haben - aber am nächten Tag geht alles von vorn los. Heut war ich ein bisschen strenger, sprich, schnelles gehen durch die Phasen bei Nichtreaktion. Entsprechend schneller hatte ich dann auch das fein reagierende Pferd. Phasen: Gewicht verlagern, keine oder sehr zögerliche Reaktion: Schenkel leicht anlegen. Noch immer keine Reaktion --> da ich mir nicht angewöhnen möchte, mit dem Schenkel fest einzuwirken oder zu klopfen, kommt jetzt ein Anlegen der Gerte, nochmal eine Sekunde Zeit für Reaktion, dann ein Gertenschnalzer auf die Schulter. Das Geräusch wirkt (der Reitstick hat, obwohl festere Einwirkung, lange nicht die folgende Reaktion). DA gingen wir heut mehrmals schnell durch und schon klappte es, Billytier zog hübsche Volten, bald auf Schenkelanlegen, danach auf Gewicht. Wenn das gut geklappt hatte, gabs auch 1 Min+ Pause zum Verdauen.

Danach die nächste Übung: Nun gings wieder ans Biegen und Biegung-Halten in Bewegung mit der Hackamore. Wir ritten ganz ganz viele Schlangenlinien. Immer schön umsitzen, umstellen, Biegung halten. Klappt schon für immer mehr Tritte, das Stellen geht schon recht fein und leicht. Billy folgte heut brav und hatte auch einen angenehm flotten Schritt drauf.

Als nächtes ein paar Übergänge. Antraben - wieder war Billy flott, aber entspannt unterwegs, sehr angenehm. Wir schalteten an jeder Ecke Volten dazu, im Schritt. Während der Schritt-Volte etablierten wir wieder Biegung und dazu nun Genickbeugung. Die Haltung versuchte ich dann, beim Antraben auf der Geraden aus der Volte heraus mitzunehmen. Das gelang so lala, aber Billy bemühte sich. Während des Trabs auf der Geraden fragte ich Stellung und Genickbeugung ab, mit Hingeben der Zügel auf die richtige Reaktion. So reagierte Billy schneller und schneller.

Fein war das! Am Schluss noch ein kurzes Rückwärts, das auch ganz exzellent war, und Feierabend für uns beide (ach nein, Frauli musste noch abmisten... aber Feierabend für Billy ;-).