you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Donnerstag, 29. April 2010

Follow the Rail

Heute nur sehr wenig Zeit, daher bin ich nur ganz kurz geritten.
Vor und nach dem Reiten waren wir je so ca. 5-10 Minuten grasen.

Pferdi hat irgendwie ein bisschen angeschwollene Ohrspeicheldrüsen, kommt mir vor - bin daher nur Schritt geritten. Abgesehen davon gings ihm prächtig.

Beim Follow the Rail habe ich diesmal versucht, wirklich die Zügel möglichst wenig anzufassen - jaja, da merkt man dann die Lücken! Also so ein Indirect-Direct-Rein-Ballett krieg ich so nicht hin - muss mir noch einmal anschauen, wie Pat das auf der Patterns-DVD macht. V.a. die Hinterhand wegzuschicken wurde aber in dieser Einheit wesentlich besser, am Anfang wurde er nur schneller - Missverständnis!

Tja, und dann das Rückwärts - wollte ich wieder zwischendurch einbauen. Und ich habs ruiniert, vermutlich mit meinem letzten Rückwärts-Exzess *heul*. Hätt ich doch wissen müssen - aber ich dachte vielleicht kommt er auf den Geschmack, wenn er sich rückwärts zum Fressen bewegen darf. Wohl nicht. Heute wieder ein massiver Rückschritt, kaum hat er geschnallt ich möchte rückwärts, macht er sich steif, geht vorwärts, mit einem Wort: wehrt sich. Ich musste wieder massiv Druck einsetzen um wenigstens eine Gewichtsverlagerung zusammenzubringen, und mit der Zeit so 2,3 zaghafte unwillige Schritte.
Keine Ahnung wie ich das je besser kriegen soll.

Dienstag, 27. April 2010

On Line: Figure 8

Weiter werken wir an unserer Figure 8 im Trab.

Zum Aufwärmen ein bisschen Stick to Me On Line, was super geklappt hat. Habe 4 hohe Cavalettis aufgestellt (die sollten mir später beim 8er helfen). Wirklich hoch. Zuerst im Schritt drübergekraxelt, später aus dem Trab drübergehopst, was er super gemacht hat.
Mir ist gestern aufgefallen, wie viel leichter Billy in Trab zu bringen ist. Beim Stick to me braucht es nicht viel, um ihn im Trab aufholen zu lassen (z.B. wenn wir eine Kurve machen und ich an der Innenseite bin), manchmal fällt er von selbst in Trab. Beim ersten Mal braucht er noch eine Erinnerung mit dem String von hinten, aber danach geht es meistens mit Energie-hoch.

Dann habe ich ihn noch über ein Cavaletti seitwärts geschickt, hat ein bisschen gedauert, aber mit viel Geduld und Zeit haben wir es mit ganz leichten Phasen hingekriegt.

Also dann - auf zum Hauptteil, Figure 8 verbessern. Wieder hatte ich die 2 Pop-up-Tonnen, als Herausforderung ;-). Zusätzlcih dachte ich ich mach es uns etwas leichter und begrenze den Weg durch den 8er quasi optisch ein wenig - habe daher 4 Cavalettis aufgestellt, bei jeder Tonne vorn und hinten je eins, sodass er quasi, wenn er den Wechsel verweigert (was ja passiert), er über ein Cavaletti drübermuss. In der Hoffnung, dass er dann den einfacheren Wechsel ohne Cavaletti lieber wählt.
Naja, viel hat das nicht gebracht. Der 8er hat sich gegenüber letztem Mal nicht viel verbessert. ich kann aber ein Muster erkennen (aus dem ich nicht ganz schlau werde): Bei der linken Schleife (von mir aus gesehen links, egal ob das dann Richtung Stall oder weg vom STall ist, es bleibt immer gleich) ist der Draw sehr schlecht, sprich: er düst ab. Dafür ist dieses Send in die linke Schleife sehr gut (er düst ab, oft auch mit Galopp). Ist dafür nur schwer um die Biegung zu kriegen und wenn, möchteer, statt gleich wieder nach rechts zu wechseln, lieber hinter mir vorbei und gradeaus. Auf der rechten Schleife ist wieder das Send sehr schlecht, er ist schwer anzutraben, will nicht wechseln, geht lieber seitwärts, rennt vor der Tonne herum oder macht einen so engen Bogen um die Tonne wie es nur geht (verliert dann natürlich den Trab) oder trampelt am liebsten sowieso drüber. Dafür krieg ich ihn hier ganz leicht um die Kurve, und das folgende Send nach links ist wieder gut.
Sehr interessant, und ich würde sagen es hängt damit zusammen, dass rechts die gute Seite ist (warum will er dann aber nicht nach rechts wechseln??), WENN das ganze nicht beim Reiten einfach nur.... einfach wäre! Da klappt die Figure 8 nämlich ohne Wimpernzucken.

Vermutlich stehe ich dem Tier wieder mal dauernd im Weg...

Wir haben lange dran gewerkt mit vielen Pausen, wenn einzelne Elemente gut waren, und schließlich einen ganz guten Durchgang geschafft, wo er die ganze Zeit im Trab blieb - dann aufgehört.

Was wir dann noch geübt haben war ins Mauls greifen und Zunge streicheln - Pferd völlig entspannt, scheint ihm sogar zu gefallen *wunder*. Das ganze ist eher Mutprobe für mich... Wie ich da jemals reingreifen und die Zunge rausholen sollte, ist mir allerdings ein Rätsel... Ist doch kein Platz??

Sonntag, 25. April 2010

Ausritt - Grenzöffnungen!

Geniales Wetter, warm, strahlend blauer Himmel, also eh klar, ein Ausritt!

Und: Wir haben DIE KREUZUNG überwunden, ich freu mich riesig! Wir sind an dieser Stelle, die uns seit 1 Jahr zu schaffen macht, vorbei als wäre nie was gewesen. Versteh einer das Tier. Was er für Theater gemacht hat! Diesmal: nix.
Allerdings gabs davor schon 2 Situationen, die mir nicht so gefallen haben...

Erstens hat er heute verweigert, den steilen Weg im Wald runterzugehen. Statt dessen stapfte er bergauf mitten in den Wald, wo wir noch nie waren und wo auch gar kein richtiger Weg ist. Keine Ahnung was er dort oben wollte. Ich habs 2 oder 3x versucht, ihn den Abhang hintunter zu reiten, ging aber nicht, und so bin ich dann abgesessen und habe ihn geführt, wobei er mir ohne zögern und am durchhängenden Strick gefolgt ist. Unten auf der Wiese bin ich dann fluchend über meine Ungelenkigkeit wieder aufgestiegen.
Dann zur Straße. Büffli wartete brav, bis weit und breit kein Auto mehr zu sehen war. Sicher 5 Minuten. Dann Kommando zum Antreten - ein Schritt vorwärts, dann umdrehen und Richtung heimwärts, das war auch ein eher ungutes Gefühl von Kontrollverlust an der Straße. Bin aber einfach eine Volte geritten, habe nochmal angehalten mehrere Minuten, nochmal etwas bestimmteres Vorwärts-Kommando, und dann ist er drüber, zügig und ohne jegliches Klemmen.

Und dann gabs drittens eine neue Problemstelle. Dort wo ich letztes Mal gefüttert habe, aber ich glaube nicht dass es damit zu tun hatte. Wir ritten schön zügig gerade aus den Weg entlang, bricht das Büffli plötzlich ohne ersichtlichen Grund wieder aus und stapft den wirklich steilen Abhang nach rechts hinauf, wo auch kein Weg ist. Ich dachte er weiß sicher, dass DIE KREUZUNG gleich kommt und möchte ihr entgehen, aber wieder versuchte er nicht umzudrehen und heimzugehen, sondern steil bergauf in den Wald reinzugehen. Leicht anzuhalten, relativ leicht wieder umzudrehen.
Ich bin dann gesessen und hab mal nachgedacht. Wirklich lange, war total unschlüssig. Absitzen? Noch mal probieren? Riskieren, dass er doch heimläuft? Ich wollte irgendwie nicht absitzen und schon wieder den Kreis beginnen (Büffli hat ja letztes Jahr, als ich öfter abgesessen bin, bald heraußen gehabt, wann das passiert und es immer früher provoziert, bis ich nicht mal mehr den STall verlassen konnte...). Und da die Stelle dort ausnahmsweise mal ungefährlich war, hab ich nach sicher 5 Minuten sitzen und den Weg anstarren mal kurz angetestet was passiert wenn ich Vorwärts-Kommando gebe.... gab es und Pferd läuft geradeaus als wäre nie was gewesen. Kein "Klemmen" (dieses GEfühl, dass er gleich wieder stehen bleiben wird), keine erkennbare Angst vor dieser Stelle des Weges, einfach nur zufriedenes Schritt-Stapfen. Nein, ich versteh das Büffli wirklich nicht immer. Er wollte ja nicht mal fressen bei seinem "Ausbruch".

Wenig später kommt dann DIE KREUZUNG und ich war wirklich auf alles gefasst. Beim kleinsten Klemmen wollte ich absitzen (denn die Stelle dort ist doch etwas gefährlicher - links und rechts gehts steil nach unten). Und dann: nichts, gar nix. Kein Klemmen. Kein Zögern. Kein Ohrwaschelzucken. Ich habe zwar versucht, besonders stark den Weg voraus zu fokussieren, aber ich musste nicht treiben oder erinnern, wo wir lang gehen wollen... einfach nichts.

Ein Stückchen weiter hab ich ihn auf einen kleinen Nebenweg gelenkt und Heu gefüttert, das wie immer natürlich mit dabei war ;-). Er hat es entspannt gemampft, und dann sind wir zügig heimgeritten ohne Vorkommnisse.

Samstag, 24. April 2010

Mehr Bull's Eye

Heute wieder Feestyle geübt, wieder mit Sattel.

Anfangs Aufwärmen mit Follow the Rail: Übergänge, Volten eingebaut, Umkehrtwechsel eingebaut, Halt, ein bisschen rückwärts, Schritt-Trab-Schritt, Trab-Galopp-Trab, Schritt-Halt-Schritt und dann auch nocht Trab-Halt-Trab, was ganz gut geht!

Dann Übergang zum Bull's Eye, das ich weiter im Galopp verbessern möchte. Zuerst Trab, und hier hat mich der Sattel wahnsinnig gemacht. Ich glaub ich brauch doch einen andern. Oder zumindest Fender! Wem ist eingefallen, die Riemenschnallen der Bügel unten zu machen, genau auf Schienbeinhöhe? *grml* Ich bin grün und blau. Beim Traben rutsche ich ständig aus den Bügeln, hab sie 3x verstellt aber es ist egal wie kurz oder lang die sind. Ohne Bügel reiten ist wieder ok, aber da nehm ich dann doch lieber das Bareback Pad, was ich nächstes Mal auch tun werde, jawoll.

Das Bull's Eye selbst ist besser geworden, durch den Ärger mit dem Sattel war ich nur nicht ganz bei der Sache... armes Pferd. Galopp war dann sogar besser als Trab (da kann ich wieder besser sitzen), und wir haben VIER Runden im Linksgalopp geschafft, das ist viel für uns! Rechts übe ich nicht so oft, das kann er eh besser, dort hab ich nur 1x 3 Runden gefordert.

Zum Schluss habe ich meine neue Rückwärts-Strategie nochmal angewendet, d.h. wir sind fertig und gehen heim - aber rückwärts *lol*. Und es ging soooo gut, unglaublich. Wir sind fast 3/4 des Vierecks längs zurückgeritten (schon mit Lobpausen dazwischen), raus aus dem Viereck, drüber über den Begrenzungsmuggel, weg von der Wiese (!), und weil es so toll war (ich weiß, da sollte ich aufhören, aber es ging ja heimwärts...) habe ich probiert, ob ich den Weg zum Putzplatz weiter rückwärts reiten kann. Also weiter: rückwärts über den Schotterweg, rückwärts bergab, rückwärts am Misthaufen vorbei, und zwar zwischen dem Traktor durchgeschlängelt. Nochmal rückwärts um die Kurve, und dann umgedreht und nur noch die letzten paar Meter bis zum Putzplatz geritten und fertig.
Man muss ihm echt nur eine Aufgabe geben, die in seinen Augen Sinn macht, dann tut er alles.

Donnerstag, 22. April 2010

Nicht alles was im Viereck steht...

ist ein Podest. Auch wenn Billy das glaubt ;-)

Wir haben heute wieder einmal geübt, was ich mittlerweile als für uns (zumindest mich) schwierigste Übung bezeichnen würde: Figure 8. Keine Ahnung, warum ich das nicht hinkriege. Ich verheddere mich, bin zu langsam, Billy verheddert sich, ich scheine permanent damit beschäftigt zu sein, Füße und Arme aus dem Seil (mit dem Lasso hab ichs ja gleich wieder aufgegeben) zu befreien.

Das ist das eine. Das andere ist die Zerstörungswut des Büfflis. Ich weiß nicht warum, aber wenn Tonnen im Muster für die Fig. 8 da stehen, möchte er gern drauf rumtrampeln. Das passiert nur bei Figure 8, nicht bei Weave, auch sonst kaum. Und heute... hatte ich sogar Pop-Up-Tonnen, große, solche für den Garten. Sie sind höher als der Freiraum unter Billy's Bauch.

Der erste Versuch eines Achters resultierte darin, dass Billy zielstrebig genau auf die Tonne zuging, sich mit der Brust dranlehnte (mein heftiges Gestikulieren mit Stick und String völlig ignorierend), mit Freude feststellte dass das Ding raschelnd nachgibt, und daraufhin nacheinander alle 4 Füße draufsetzte, um fröhlich zu beobachten, wie das Ding sich zusammenfaltet und wieder up-pop-t (unterm Bauch fand er das besonders lustig scheinbar).

Ein weiterer Versuch resultierte in einem Seitwärts über die Pop-up-Tonne, ich wollte eigentlich rückwärts, um ihn dann in den Achter zu schicken. Also lieber seitwärts drüber, ist ja viel einfacher.... wie erwähnt passt die Tonne nicht ganz unter den Bauch, aber die Dinger sind insofern praktisch, als sie sich dann aufs nötige Maß zusammenfalten, bis der Bauch drüber vorbei ist, und dann auf der andern Seite wieder up-pop-en. Ein lustiges Spiel! Er bot mir sofort darauf an, die Tonne seitwärts auf mich zu zu überwinden, das konnte ich aber verhindern.

Ich war echt hin- und hergerissen zwischen Lachen über den Kaschperl und wütender Verzweiflung, weil ich keinen 8er hinkriege und die Tonne so viel interessanter ist als ich.

Gut, so schlimm wars dann auch nicht, ich glaube ein oder zweimal haben wir dann den 8er hingekriegt, sogar halbwegs im Trab. Zwischendurch kam sogar etwas Übermut raus, und wir hatten eine Hälfte sogar in Galopp, des öfteren. Also es war schon viel besser als letztes Mal, wo ich ziemlich ausgezuckt bin *hüstel*...

Dienstag, 20. April 2010

Bull's Eye & Rückwärts

Das Viereck hat gerade den richtigen Feuchtigkeitsgrad dafür, das Bull's Eye endlich im Galopp zu üben. In der Halle (nur 12m breit) wurde das im Winter irgendwie nix. Also schnell die große Tonne aufgestellt und ausnahmsweise auch gesattelt (worüber ich die ersten 15 Minuten im Trab nur noch geflucht hab *seufz* - dann ging's langsam besser).

Anfangs im Schritt, immer nur kurz, schöne Pausen bei der Großen Schwarzen Tonne. Dann Trab, beide Hände je ein paar kurze Durchgänge.

Anfangs wars furchtbar, als ob wir das Muster noch nie geritten wären. Dabei kannte er es eigentlich schon recht gut, allerdings war danach dann längere Pause damit. Aber heute... ich war die paar ersten Runden im Trab nur am Korrigieren. Zu weit außen - Zügel innen. Zu weit innen bzw. zur Tonne gestartet auf eigene Faust - Zügel außen. Stick innen, Stick außen, Schenkel rechts, Schenkel links... Ich kam kaum mehr nach und hab gefühlte 200 Korrekturen pro Runde gebraucht. Uff! War ziemlich frustriert muss ich sagen, es ging doch schon so gut, und außerdem über meine mangelnde Koordination.
Wurde dann aber immer besser, Korrekturen weniger, bis ich nur noch an bestimmten Punkten vielleicht ein bisschen korrigieren musste - oder hie und da verhindern, dass er sich seine Pause bei der Tonne selbst nimmt.
Als das soweit gut war, bin ich zu Galopp übergegangen, und da hat sich schon einiges verbessert! Vorigen Herbst hab ich es ein oder zweimal versucht, aber mehr als ein Angaloppieren mit fast sofortigem Verfallen in Trab war damals kaum möglich. Und der Galopp war ziemlich geprägt von Grantelei und Versuchen, mich in den Fuß zu beißen.
Diesmal viel besser. Das Angaloppieren klappte zackig, und auch das Halten des Galopps geht schon viel besser und länger. Ein Durchgang war besonders gut, richtig lockerer, gleichmäßiger Galopp, ohne dieses Gefühl "hoffentlich verfällt er nicht gleich wieder", das ich halt schon noch oft habe, außerdem ein richtig schöner halbwegs gleichmäßiger Zirkel. Dafür gabs dann natürlich große Pause.

Zwischendurch hab ich das Rückwärts wieder eingebaut, und zwar weiterhin mit großen Fortschritten. Momentan wandle ich fast alle Muster und Programme so ab, dass vor der Pause noch ein bisschen rückwärts kommt. Sodass die Pause immer auf das rückwärts folgt und es so hoffentlich ein wenig akzeptabler macht.
Ich hab daher das Bull's Eye so abgewandelt, dass wir nach einer schönen Runde reingeritten sind, ein kurzes Touch it an der Tonne gemacht haben und dann rückwärts gingen bis wieder raus auf den Zirkel, und DORT dann Pause machten. Die Tonne ist wahrlich sweet spot genug, das brauchen wir eh nicht üben.
Rückwärts funktioniert momentan sehr gut, wenn ich die Zügel sehr hoch hebe. Schaut doof aus, wirkt aber ohne viel Kraft (im Gegensatz zu "nur Hand stehen lassen", wo er heftigst dagegen drückt). Sobald er sich rückwärts in Bewegung setzt, lasse ich die Hände wieder sinken, der Sitz bleibt auf "rückwärts-Stellung", und so geht das mittlerweile recht fein. Allerdings habe ich ständiges Lippenklappern. Das übrigens fällt mir immer öfter bei anderen Pferden auf. Auf Youtube, bei Bent Branderup (jawoll, und zwar ganz stark auf seiner DVD zum Buch, in der Schlussaufstellung, also in den letzten Sekunden, mit dem blinden Pferd!) und auch bei Remmer ist mir sowas ähnliches aufgefallen (in der März DVD, obwohl ich nicht genau sagen kann, ob das nicht ein normales "auf dem Gebiss kauen" ist, obwohl es mir wie mehr als das vorkommt.

Wir haben jedenfalls ganz am Schluss was höchst geniales gemacht, letztes Mal habe ich es erfolglos versucht, diesmal gings pipifein: nach dem letzten Durchgang gabs kurze Pause, dann rückwärts, und zwar aus dem Viereck raus . Was nicht so leicht ist, denn dort sind Muggel, über die er drübersteigen muss. Aber er hats ganz toll gemacht, dann hab ich die Vorhand 90° verschoben, was auch super geklappt hat, und dann sind wir Richtung Putzplatz und die Session war beendet und es gab Futter.

Also momentan versuche ich alles was positiv ist, mit vorhergehendem rückwärts zu verbinden. Mal schauen ob es wirkt, es scheint so.

Sonntag, 18. April 2010

On Line - Richtungswechsel

Heute haben wir uns auf dem Platz mit Lasso wieder einmal dem Richtungswechsel gewidmet. Nachdem ich da letztens wieder mal ausgezuckt bin (hier glaub ich gar nicht reingeschrieben weil so peinlich), weil wir die Figure 8 nicht und nicht hinkriegen, bin ich es sehr ruhig und vorsichtig angegangen.

Ein wenig aufwärmen mit Führen, Stick to me, Go-Button aktivieren, Weave...

Dann rückwärts hin und her, ich mache zu oft das Circling Game direkt nach rückwärts, dann wird das rückwärts wieder schleißig (da er meint, er weiß ja eh was gleich kommt, geht er gleich auf den Zirkel, ohne dass man darum bittet).

Das Send war anfangs sehr lasch, selbst für Schritt, mehr wollte ich eh noch nicht. Also reingeholt, rausgeschickt, wieder reingeholt, rauschgeschickt. Schließlich wurde es besser und er ist mal (ärgerlich über das hin und her glaub ich) weggetrabt.
Dann hab ich begonnen mit Gangartenübergängen, Schritt-Trab-Schritt usw. Antraben ging ganz erfreulich leicht auf Phase 1 (Finger ausstrecken). Und als das gut war, hab ich bei jeder Runde einen ganz simplen Schritt-Handwechsel eingebaut; versucht mich nicht so sehr aufs Gelingen zu konzentrieren. Ich darf echt nicht zu perfektionistisch sein. Siehe da, es wirkt, die Wechsel im Schritt waren sehr flüssig (ist auch noch nicht selbstverständlich).
Immer wieder abgewechselt mit Übergängen und Bring Back mit langer Kraul-Pause. Da ich vom Putzen vorher schon wusste, wo es heute besonders juckt, konnte ich dabei viele Pluspunkte sammeln ;-).
Wir sind dann auch ein wenig galoppiert, der Galopp war rechts schon richtig gut, feines Angaloppieren auf fast nur Arm oder Finger ausstrecken (ohne Stick ! *staun*), er konnte ihn zwar immer noch nicht länger halten als eine halbe Runde, solange ich neutral stehe, und an einer STelle musste er immer in Trab parieren, aber es war - im Gegensatz zu sonst oft - kein Problem sofort wieder Galopp zu bekommen. Linke Hand war wie immer etwas schlechter, aber auch bemüht. Bring back aus dem Galopp bringt dann meistens ein Zu-Mir-Traben, mit freundlichem Gesicht sogar *freufreu*.
Stimmt, auch deshalb fand ich den Galopp wohl so gut... kein Gifteln, kein Granteln dabei.

Ich denke das Lasso trägt wirklich auch viel dazu bei... er nimmt sich fast das ganze, was ich nie gedacht hätte. Ich denke das 7m-Seil ist einfach wirklich sehr sehr schwer. Ich kann zwar immer noch nicht gut mit dem Lasso umgehen, lass das Ende meistens unfallträchtig am Boden herumliegen, aber nun ja... werds schon noch lernen. :-)

Ach ja, und noch was neues können wir (was ich mich vor 1 Jahr auch noch nicht getraut hätte ihm beizubringen): eine Vor- und eine Hinterhandwendung zu mir her. Wobei Hinterhandwendung (also Vorhand verschieben, auf mich zu) hier natürlich leichter geht; das konnte er ja auch schon gut ohne Kommando. ;-). Ich habe es abgewechselt mit Schulter wegschicken und wieder herholen, denn ich glaub da muss ich bei ihm wirklich sehr sehr aufpassen, dass es ihm nicht zu Kopf steigt, dass er mir die Hinterhand und die Schulter herschiebt und ich ihm ausweiche. Aber toll wie das klappt... das war mehr oder weniger "einfach mal so".

Samstag, 17. April 2010

Ausritt - Grenzerweiterung

Heute war wunderschönes Wetter nach all dem Regen! Herrlich! Blauer Himmel, ein bisschen Wind, aber nicht unangenehm, perfekt.

Ich habe mir viel Zeit gelassen, bin erstmal 10 Minuten grasen gegangen und habe dann langsam geputzt und alles fertig gemacht.
Hab ich schon erwähnt, dass ich nach nunmehr 3 Jahren endlich ein Putzwerkzeug gefunden habe, dass Herr Billy gutheißt? Ein Grob-Noppen-Gummistriegel, den ich mir eigentlich gekauft hab wegen seines Griffes, um mein vom exzessiven Tippen malträtiertes Handgelenk zu entlasten. Zum ersten Mal sehe ich regelmäßig ein Putzgesicht (das allerdings auch im Sekundenbruchteil-Takt in "ich-beiß-dich"-Gesicht umgewandelt werden kann, abgesehen von der verwunderlichen Tatsache, dass mein Tierchen selbst während Putzgesicht noch herschnappen kann. Beachtlich!). Ich darf jetzt also so richtig massieren, und mir scheint, dass das Putzen seither wesentlich besser geworden ist. Weniger gifteln und granteln, weniger ernsthaftes Schnappen sowieso, dafür gibts nämlich jetzt immer eine. Es kann natürlich auch sein, dass auch ich positiver gestimmt bin beim Putzen, wo ich sehen kann, dass es ihm gefällt.

Nachdem alles geputzt und gepackt war, Pferd gesattelt und mit Hackamore versehen, gingen wir ausreiten. Es war toll!
Vom Stall weg war überhaupt kein Problem, keinerlei Zögern zu spüren. Am Ende des ersten WEgelchens, kurz bevor wir dann die Straße überqueren müssen, stand ein Riesentraktor mit Riesenanhänger mit Holzstämmen obendrauf. hat ihn nicht weiter interessiert, ich musste aber über die Wiese ausweichen, und das gab dann eine kleine Fress-Diskussion, die mir so knapp vor der Straße nicht geheuer war. Denn als ich ihn nicht fressen lassen wollte war seine erste Reaktion: "na dann geh ich halt wieder heim", mit dem bekannten Umdrehen und so... habe es mit relativ vehementem Hinterhand-Lösen beantwortet.
Ich musste schon ein bisschen Mut zusammennehmen, um dann knapp an die Straße heran- (sonst sehe ich nicht, ob was kommt) und dann drüberzureiten. Büffli hat's aber toll gemacht und sowohl das punktgenaue Anhalten als auch Losreiten und kurzes Antrabseln (zu meiner Beruhigung: "geht der Go-Button eh noch???") waren völlig problemlos.

Wir kamen zu unserer/meiner ersten Grenze (ok, die 2. nach der Straße): die Unterführung. Bin wieder sehr entschlossen hingeritten und keinerlei Problem, wie schön!
Wir sind dann das Wegelchen weiter, vorbei an der Abzweigung die wir letztes Mal genommen hatten, noch ca. 50 oder 100 Meter weiter, da kommt dann eine hübsche Ausweichbucht neben einem Bächlein. Dort angehalten, Gras zupfen lassen und dann das mitgeführte Heu hingeworfen.
Nach Hause können wir auch nach wie vor ruhig im Schritt gehen. Er bot zwar Trab an, das war aber schnell erledigt.

Ich freu mich so :-). Es wird, es wird :-) Die nächste Grenze ist dann DIE GROSSE GRENZE, mal schauen ob das auch noch so gut geht. Jedenfalls wirkt die Heu-Strategie wie es scheint. Pferdchen ist richtig zielstrebig unterwegs und es fühlt sich endlich nicht mehr so an, als würde dauernd irgendwas festklemmen in die eine Richtung.

Freitag, 16. April 2010

Riding in the Rain...

Unser Hallenboden wird weiterhin erneuert, was ja erfreulich ist. Und natürlich regnet es gleichzeitig. Heißt: Gar nix tun oder im Regen reiten. Wir haben beides probiert, aber gar nix tun (d.h. grasen) war mir dann doch zu nass und kalt, doch lieber bewegen.

Wir sind wieder mein neues Lieblingsmuster, Volte - gradaus - Volte - gradaus geritten, zuerst im Schritt, dann mit Trab auf den gradaus-Sequenzen. Nach wie vor bin ich stolz, dass ich Volten nicht nur rund um Pfützen herum, sondern auch mitten durch abfragen darf. Hie und da ist das viele Wasser zwar irgendwas zwischen unheimlich und unheimlich faszinierend, sodass pferd stehenbleiben musss, um es genau zu untersuchen, aber er geht wenigstens rein :-).

Dann noch etwas rückwärts, das langsam wieder viel besser wird. Habe auch wieder 2 Carrot Sticks dazu genommen und sogar 2 Schritte bekommen, ohne dass ich Pferd berühren musste. Allerdings ist eine Phase 4 jetzt der Zügel, das wirkt besser als wenn ich ihm die Carrot Sticks auf die Nase knalle, das hat wenig Effekt. Also 1: Sitz, 2: Carrot Sticks rotieren langsam und noch weit weg, 3: Carrto Sticks patschen 1-2 Mal maximal auf die Brust, 4: Zügel und ab da halt "normales Zügel-Rückwärts". Hat wie erwähnt momentan gute Erfolge!

War nur ein kurzer Ritt heute, denn es wurde dann wirklich kalt *brrr*.

Donnerstag, 15. April 2010

Volten + rückwärts

Hufbearbeitungstermin. Billy war brav für seine Verhältnisse ;-).
Ich wurde gelobt für meine Raspelarbeit, er steht nicht schlecht da (so gut es halt geht mit den schiefen Füßen).

Unsere Halle kriegt einen neuen Boden! *freu*. So blieb nur das Viereck, im Regen und überschwemmt.

Ich hab also gleich Schwimmtraining gemacht. Wasserbüffel ist er ja nämlich eher keiner. Bisher war er nur schwer durch Pfützen am Platz zu kriegen. Das hat sich stark verbessert!
Er ist zwar noch immer bisschen skeptisch, aber viel mutiger als zuvor; mit ein bisschen Überredungskunst sind wir sogar durch Pfützen durchgetrabt! Nur an einer Stelle, da musste er immer stehenbleiben und mit der Lippe mit dem Wasser spielen Die Zunge rausstrecken . Sah lustig aus.

Lange sind wir nicht geritten, es war doch nass von oben... Ich bin Follow the Rail gegangen, mit vielen Volten. Trab am Hufschlag, ein paar Tritte nur, dann Schrittparade, Volte im Schritt (durchs Wasser), wieder am Hufschlag, antraben, wieder paar Tritte, wieder Schritt, wieder Volte. Auf beiden Händen mit vielen Volten einmal rundherum.

Am Schluss noch Rückwärts, das hat sich in den letzten Einheiten sehr verbessert Ich wollte eigentlich rückwärts aus dem Viereck reiten und dann Schluss machen - quasi um das Rückwärts nochmal zu versüßen. Das wurde aber nicht so ganz was.
Zuerst ging er mal wieder stark gegen den Druck, d.h. vorwärts. Ich habe diesmal mehr gemacht als einfach nur die Hände wie Zaunpfosten stehenzulassen wie sonst immer. Die "Zaunpfosten" sind ihm ja eher egal, er geht einfach durch diesen Druck durch. Ich habe also erstens die Hände höher genommen (sieht sicher toll aus, wirkt aber gut) und wenn er weiter durchbrechen wollte, Rhythmus gemacht (statt nur stehenzulassen) und wenn er dann noch durchwollte, Hinterhand gelöst, eine Drehung, wieder in die Ursprungsposition und nochmal von vorne. Hat ziemlich schnell gute Ergebnisse gebracht.
Und was ich mich dann noch bemühe ist, zu einer wirklichen Phase 1 zurückzugehen, während er rückwärts geht. Als Endziel möchte ich, dass er auf bloßen Sitz rückwärts geht, also muss ich dorthin als Phase 1 zurück. Habe daher nicht nur mit der hand leicht nachgegeben (wie sonst immer), sondern ganz sinken lassen und die Zügel in Grundposition, also lang durchhängen. Er hat gebraucht um zu kapieren, dass das nicht heißt - geh vorwärts (dann bin ich einfach wieder durch die Phasen hoch), sondern dass er auf meinen Sitz achtet, der weiter sagt: geh rückwärts. 1 oder 2 Schrittchen haben wir am weit durchhängenden Zügel geschafft :-). Hat ein Weilchen gedauert, aber so wird es vielleicht auch was mit dem Rückwärts nur mit CS.

Dienstag, 13. April 2010

Rezension: Stodulka, "Das Phänomen Francois Baucher"

Im Urlaub hatte ich schön viel Zeit zum Lesen. Vielleicht interessiert den einen oder anderen eine Zusammenfassung diverser Bücher :-) . Selbstverständlich gibt das Folgende nur meine eigene Meinung wieder ;-).
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Robert Stodulka: Das Phänomen Francois Baucher. Sein Leben – Seine Lehre – Der Mythos. Schondorf: Wuwei Verlag, 2009. 332p. EUR 68,-


Stodulkas Buch teilt sich in zwei große Abschnitte: Erstens allgemeine Informationen zur Person Francois Bauchers, Erläuterungen aus tierärztlicher Sicht zu seiner Lehre und Methode, zweitens der Text von Bauchers „Methoden der Reitkunst nach neuen Grundsätzen“, und zwar in der Übersetzung von Carl von Kopal nach der 12. Auflage dieses Werkes.

Zum ersten Teil: Da hat Stodulka wirklich große Arbeit geleistet; von der Entwicklung der französischen Schulen der Reitkunst, über eine Auflistung sämtlicher Schriften Bauchers, eine Biographie, seine Schüler, seine Pferde bis hin zu einer Analyse der Baucher’schen Methoden aus biomechanischer und veterinärmedizinischer Sicht ist hier alles dabei. Vor allem die letzten Kapitel (Erklärung z.B. der „cession de machoire“ im Sinne der Biomechanik) ist dabei sicher sehr wertvoll, wenn Stodulka auch manchmal zu vergessen scheint, dass nicht jeder seiner Leser Veterinärmedizin studiert hat (z.B. p. 141:„Das Ceratohyoid geht in das beim erwachsenen Pferd verknöcherte Epihyoid fließend in die paarig angelegten Stylohyoide über, die dann als Tympanohyod mit dem Schädel gelenkig verbunden sind.“ – Aha. Wer sich noch dazu in der Lage sieht, kann umblättern und die Fachtermini in den Bildunterschriften auf der nächsten Seite suchen; leider gibt es keine Verweise auf die Bebilderung, das hätte mir viel Verzweiflung erspart ;-) ). Hier heißt es u.U. nur einen Absatz pro Abend lesen, um die geistige Verdauung nicht überzubelasten. Die gewonnenen Erkenntnisse sind die Mühe aber wert ;-).

Was in diesem ersten Teil sehr schade ist, ist die etwas willkürliche Aneinanderreihung der Kapitel, noch mehr aber die oft mangelhaften Angaben der Quellen. Stodulka muss unglaubliche Mühe aufgewendet haben, um all die Informationen zusammenzutragen, doch in vielen Fällen ist es dem Leser nicht möglich (oder nur sehr schwer) nachzuvollziehen, wer oder was genau hier zitiert oder wiedergegeben wird, wenn er z.B. den Zusammenhang nachlesen wollte oder überhaupt seine Leseliste erweitern möchte. Von S. 59-67 gibt es z.B. ein durchgehendes Zitat, dessen Quelle unklar bleibt, Stodulka schreibt nur von einem „sehr unbekannten Text, welcher den „hippologischen Reisen“ Heinzes entstammt...“ Leider fehlt besagter (Theodor) Heinze in der Bibliographie völlig, wie auch viele andere, die nach Zitaten oder Inhaltswiedergabe nur per Nachname in Klammern genannt werden. Das ist einfach schade, manchmal möchte man den Zusammenhang eines Zitates nachlesen können ... nun gut, tut aber dem Informationsgehalt natürlich trotzdem keinen Abbruch.

Am besten im Buch hat mir dann aber der zweite Teil gefallen. Denn Stodulka ließ den Text Bauchers (in Übersetzung) nicht nur abdrucken, sondern kommentiert ihn zwischendurch, abgesetzt durch Klammer und Fettdruck. Hier wird vieles erst so richtig klar, was man bei Lektüre des bloßen Baucher’schen Textes vielleicht einfach überlesen hätte.
Einige Anmerkungen halte ich allerdings auch für überflüssig, z.B. p. 229 kommentiert Stodulka Baucher folgendermaßen: „[...] im anderen [Falle] hingegen bildet [der Reiter] aus [dem Pferd] ein fügsames Werkzeug (Partner), das sich von den Eingebungen seines Willens unterwerfen wird (führen lässt).“ Warum er meint, Bauchers „Werkzeug“ mit „Partner“ und „unterwerfen“ mit „führen“ beschönigen zu müssen, weiß ich nicht. Ich glaube wer bis hierhin gelesen hat, dem ist mittlerweile schon klar, dass Bauchers Sprache und Einstellung gegenüber dem Pferd die des 19. Jahrhunderts und daher vermutlich etwas anders als die unsrigen sind. Vielleicht wollte Stodulka ja aber nur solcherlei Aussagen in unser Jahrhundert hinüber übersetzen oder kund tun, dass er selbst das Pferd nicht als Werkzeug oder zu unterwerfen sieht.

Was ansonsten zu erwähnen ist sind die schönen Fotos und abgebildete Zeichnungen sowie anatomischen Darstellungen, die vieles schön klar werden lassen. Viele Fotos zeigen Stodulka selbst, manche Zeichnungen stammen vermutlich aus Bauchers Werk (??? auch Bildnachweise fehlen teilweise, aber lassen wir das ;-) ).

Insgesamt empfehlenswert, v.a. wenn man vielleicht noch nicht viel oder gar nichts über oder von Baucher gelesen hat, ein schöner Einstieg also in die theoretische Lehre der Légèreté! Praktischen Nutzen sehe ich momentan wenig, aber das ist, denke ich, auch gar nicht so gedacht.

Und meine I-Tüpferl-Reiterei, die muss halt sein ;-).

Sonntag, 11. April 2010

Grenzüberschreitungen

Nach ein paar Tagen Osterurlaub in unserm Nachbarland bin ich wieder da :-).

Das Wetter war bescheiden und verwandelte den Sand im Viereck zu einem lebendigen Etwas, das versucht, einem die Gummistiefel vom Fuß zu saugen. Ich habe ein paar Biegeübungen gemacht mit Billy, die er brav mitgemacht hat, hatte dann aber genug, als der Himmel aufriss und sich sogar etwas Sonne durchkämpfte. Also gesattelt und auf zu einem Ausritt!

Billy war gehfreudig, er war mir bei dem rutschigen Untergrund bergab manchmal entschieden zu flott unterwegs. Normalerweise geht er bei rutschigem Boden extrem vorsichtig, er rutscht auch leicht und schien immer unsicher. Aber heute: Ohne Zögern, stapf stapf stapf, rutsch, stapf stapf, trab trab, ruuuuutsch, egal, trab trab. Ließ sich aber auch brav bremsen.

Jedenfalls waren heute alle Treshhold scheinbar nicht vorhanden. Keine Anstalten umzudrehen oder stehenzubleiben oder rückwärtszuschieben. Flott und selbstbewusst. Sogar das ziemlich steile - heute natürlich extrem matschige - Stück am Ende des Waldweges ging er ohne zu zögern und für meinen Geschmack fast zu schnell, aber gut.

Und dann beschloss ich, meine Grenzen zum ersten Mal seit dem Herbst wieder zu überschreiten ... wir ritten über die Bundesstraße! Ich blieb in sicherer Entfernung stehen, wartete mal bis nichts zu hören und zu sehen war. Dann vorsichtige Annäherung, nochmal Halt und schauen... und dann flott drüber.
Hier beginnt eindeutig die Zone, wo meine Confidence aufhört. Im Hinterkopf habe ich immer noch die Szenen, wo Pferdchen zwar nicht schnell, aber ziemlich zielsicher wie ein Bulldozer mit defekten Bremsen umdreht und heimwärts stapft - in dem Moment, wo zwischen mir und heimwärts die Bundesstraße liegt, ist das dann nicht mehr lustig.
Heute aber kein Problem. Immer wieder sanft den Go-Button ausgetestet.
Die nächste Grenze ist dann eine Unterführung, wo ich schon so manche Diskussion mit Billy ausgefochten habe. Ich spürte ein leichtes Zögern bei ihm und hab einfach nochmal den Go-Button betätigt, möglichst bestimmt und mit dem Gedanken, dass ich bestimme wo wir hingehen. Es hat super geklappt, ich ließ ihn dann sogar durchtraben, wobei ich nicht fühlen hätte können, dass er irgendwelche Probleme hatte beim Durchreiten.
Dann sind wir die nächste Abzweigung nach oben gegangen, dort ist dann eine Kehre im Weg wo man gemütlich bissl pausieren kann, dort hab ich das Picknick-Heusackerl aufgeschnürt und er war sichtlich überrascht (hatte diesmal nicht mitbekommen dass wir was mithaben, hihi) und erfreut. Durfte es in Ruhe mampfen, dann noch die vorhandenen Grasbüschel abrupfen und dann hab ich ebenso bestimmt "nach Hause" geordert.
Wir kamen dann in einen Eisregen/Hagelschauer *iiieh*, aber Büffli wie immer cool und es war - bis auf die Kälte und den plötzlichen eisigen Wind - eigentlich sehr romantisch im Eisregen bei pechschwarzem Himmel im flotten Schritt (aber heimwärts nicht flotter, danke schön) den Berg wieder retour raufzukraxeln.

Ich hoffe dass das heute einen deutlichen Eindruck gemacht hat: Wenn Frauli bestimmt sagt, wir gehen zu Punkt X, und zwar zügig und ohne Fressi-Pausen, dann hat das einen Sinn und Zweck und Punkt X ist super ;-). Und danach geht es ja eh schon wieder heimwärts.

Jetzt werde ich Punkt x jeweils ein paar Meter weiter weg, jeweils ans nächste gut geeignetenPlätzchen, verlegen, bis wir - hoffentlich - in diesem Sommer dann unseren ultimativen Treshhold, diese eigentlich völlig unspektakuläre Abzweigung, bewältigen können :-).

Donnerstag, 1. April 2010

Podest-Experiment, FreeStyle

Heute habe ich mein Experiment gestartet, allerdings - ja, ich muss es zugeben - hatte ich etwas zu wenig Geduld.

Gleich am Anfang war ich verwundert zu sehen, dass Billy nicht von alleine das Podest betritt. Ich ließ ihn und das Podest allein in der Halle und habe mich auf die Tribüne gesetzt um zuzuschauen. Er stand mal 5 Minuten bewegungslos da. Dann schnüffelte er den Boden ab, auch das Podest, ging aber immer drumrum. Er stellte sich davor, stieg aber nicht rauf. Als er sich genau in der Ecke wälzen wollte, bin ich kurz eingeschritten, bevor er sich festlegt.

Ich bin dann rein zu ihm, ging ziellos an ihm vorbei, und er folgte mir sofort. Ich ging aufs Podest zu, und dann stellte er sich sofort drauf. How interesting! Scheint also schon irgendwie so zu sein, dass das Pferd denkt, es soll da rauf, aber ohne mich keine Veranlassung sieht.

Dass er wieder runtersteigt hab ich dann eben nicht derwartet *hüstel*. Statt dessen haben wir gemeinsam daran geübt, ein drittes Bein raufzustellen, was auch supi funktioniert hat schließlich, auch ein Ansatz, es zu belasten (und dann das vierte raufzustellen) war kurz da, was ich groß belohnt habe.

Danach bin ich noch aufs Viereck und habe Follow the Rail im Galopp geübt, etwas was ich seit dem Herbst liegen gelassen habe, weil die Halle einfach zu klein ist. Ich habe mich darauf konzentriert, die Zügel wirklich nur mit einer Hand zu halten und in der anderen den STick zu führen, und es hat recht gut geklappt. Der Galopp ist über den Winter besser geworden, 2 Runden gehen nun schon ganz gut, ohne dass er verfällt, auf beiden Händen.

Ganz zum Schluss habe ich noch aus allen 3 Gangarten geübt, die Hinterhand nur mit dem Stick zu lösen, als (Not)Halt ohne Zügel. Aus dem Trab und Galopp haben wird das zum ersten Mal so richtig geübt und es funzt super (anhalten geht immer gut *lach*)! Er lässt sich den Hals schön biegen, selbst im Galopp, kreuzt wunderbar mit der Hinterhand, wenn ich mich bissl rüberbeuge und hinschaue, und steht :-).