you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 30. August 2011

Zum Aufwärmen bin ich heute eine kleine Runde um die Geländestrecke geritten. Billy war wieder aufgekratzt, aber total brav. Beim Matschloch musste er 5x drüber, dann ging es auch im Schritt. Aber immerhin ließ er von Anfang an diese Riesenhüpfer drüber sein.

Dann zurück zum Stall und aufs Viereck.
Heute hab ich zum ersten Mal ganz bewusst versucht, mit Neckstring zu reiten. Zügel und Knotenhalfter war zwar drauf, aber ich hab glaub ich nur 2x hingegriffen. Zuerst alle Gangarten und Übergänge ausprobiert. Da war ich sicher, dass das gut geht, das reite ich ja sonst auch ohne Zügel. Diesmal aber wirklich nichtmal angefasst. Mit dem Neckstring ging sogar etwas rückwärts, zwar zäh, muss ich weiterüben, aber es ging.
Danach Wendungen probiert in allen Gangarten. Schritt und Trab sowieso ziemlich einfach, und im Galopp gingen wir richtig schöne Zirkel. Schließlich (wieder mal zuviel?) fing Billy aber an im Galopp zu diskutieren, drehte sich eng ein auf winzige Volten und machte sein persönliches ungefragtes "Bull's Eye" (ohne Bull's Eye *lol*) um sich Pause zu holen. Das war der Augenblick, als ich in die Zügel griff ;-). Na gut, ein schöner Zirkel noch, und dann sind wir zu langsamen, dafür kniffligen Übungen übergegangen:
Nur mit Neckstring Vorhand weichen, Hinterhand bleibt stehen - ging erstaunlich gut. Nur mit Neckstring Hinterhand weichen, Vorhand bleibt stehen - war erstaunlicherweise schwieriger, da hier dann doch die Halsbiegung fehlt, die er sonst kennt (und jetzt erst fällt mir auf, dass ich die ja mit dem STick machen hätt können - gar nicht dran gedacht). Trotzdem, bald hatte er es heraußen, dass bei Körperdrehung + Bein hinten die Hinterhand weichen soll. So, und dann kombiniert *g*. Bein vorne und Körperdrehung + Blickwinkel in Bewegungsrichtung = Vorhand weicht 1 Schritt, Bein nach hinten und Körperdrehung in die andere Richtung, Blick auf Hinterhand = Hinterhand weicht. Da konnte man wieder mal richtig das Hirn rattern hören "was will die von mir eigentlich???", bis er das mit Schenkel vorn/Schenkel hinten kapiert hatte und unterscheiden konnte - dann hat ers auch superbrav umgesetzt --> Ende, Wutzeln, Fressen, Weide :-)

Montag, 29. August 2011

Heute haben wir wieder einmal etwas Liberty gemacht. Auf dem Viereck, dem ohne Zaun ;-). Natürlich nur Dinge auf enge Distanz.

Zuerst ein bisschen Stick to Me. Da traue ich mich jetzt langsam an Galopp heran. Rechtsrum funktioniert das auch schon hübsch, aber linksrum haben wir PRobleme, ich vermute hier eher Balanceprobleme als sonstwas. Billy kippt nach innen, kommt mir daher zu nahe, findet, dass er so langsam schon überhaupt nicht galoppieren kann, und dann verkleinert sich auch noch das ganze (ungewollt) aufgrund des Nach-innen-Kippens zu einem kleinen Zirkel...
Ich hab deshalb geübt, dass er a) mehr Abstand einhält und b) nicht überholt, das fängt er nämlich jetzt an, im Trab. Ein paar Sprünge schaffen wir links, aber mehr nicht. Und Pferdchen wird schön grantig dabei, aber auch übermütig (ich weiß nicht ob es Grant oder Übermut ist, ehrlich gesagt) - jedenfalls wildes Kopfschütteln und da ist mir dann auch nicht mehr ganz wohl dabei - also leiber zurück zu Trab.

Danach die Schrittzirkel um mich rum auf David-Art weiter geübt und dann schon auf Trab hingearbeitet. Der Draw ist momentan ein Wahnsinn - aaaber die Waage kippt nun wieder ein bisschen in die andere Richtung - Herr Pferd kommt mir gern zu nahe und fängt bei den engen Zirkeln auch an, mich anzudrohen; fast fühl ich mich wie vor 3 Jahren, als das das übliche Gesicht war - Hals rein auf mich zugebogen und ordentlich giften. Das kommt nun nur, wenn ich Trab verlange, und Herr Pferd meinte dann auch, giften erspart ihm den Trab... er hat nicht kapiert, dass er ruhig einen ein wenig größeren Kreis auch gehen darf, kam immer wieder zu eng rein. Also zurück ans Seil, ordentlich geklärt dass Abstand trotzdem einzuhalten ist und Trab trotzdem Trab heißt - und danach ging es auch Liberty für eine Runde, und das reichte mir.
Vielleicht mach ich schon wieder mal zu viel davon...

Trotzdem, der Draw ist super... Billy trabt aus dem Stand auf mich zu und lässt den Blick nicht von mir. Auf der Koppel galoppierende Pferde oder selbst das Gras in Maulreichweite sind ihm... nun ja, sicher nicht egal (v.a. letzteres ;-) - aber ich und was ich sage scheint doch wichtiger :-).

Freitag, 26. August 2011

Wie zuletzt - die gleiche kleine Ausreitrunde mit der gleichen Stallkollegin.

Diesmal war Billy von Anfang bis Ende sehr entspannt, wie ich ihn kenne :-). Beim kurzen Galopp über die Wiese bin ich diesmal vorangegangen, weil er letztes Mal hinterm andern Pferd her ganz schön angezogen hat :-/ - wollte testen ob das prinzipiell hier so ist oder nicht. Nein, ist es nicht - auf Schnalzen angaloppiert, die gaaanze lange Wiese gemütliches GEschaukel, Hand an der (nicht existenten) Schnalle der Zügel, und am Ende der Wiese anhalten auf Ausatmen und Hand bisschen anheben - so kenn ich mein Tierchen ;-).
Scheinbar müssen wir ein bissl an der Temporegulierung üben, wenn vor uns ein anderes Pferd ist.

Bin jedenfalls froh, dass ich derzeit so schön viel zum Ausreiten komme, da ist in diesem Sommer diesmal echt viel weitergegangen.

Dienstag, 23. August 2011

Heute waren Billy und ich trotz der großen Hitze ausreiten, eine kleine Runde mit einer Miteinstellerin.
War sehr schön und alle entspannt und ruhig im kühlen Wald.
Danach Dusche mit Wasser, dann Bad im Sand, frisches Weidestück - alle glücklich :-).

Sonntag, 21. August 2011

klongklongklong - muuuuh

Puh, heut war das ein aufregender Ausritt bzw. Spaziergang. Knapp sind Billy und ich an der Grenze zum roten Teil unserer Comfort-Zone entlanggeschrammt ...

Obwohl Billy beim "Pre-Ausritt-Check" im Viereck wie immer gelassen war, war er, kaum hatten wir den Stall verlassen, ungewohnt schreckhaft und aufgekratzt. Das geht schon eine ganze Weile so, ich weiß nicht woran es liegt.

Als erstes brachte ihn ein Reh und raschelndes Gebüsch noch gleich beim Stall (wo wir uns nun wirklich beide sehr sicher fühlen) zu drei plötzlichen Seitwärts-Galoppsprüngen; nicht weiter schlimm, trotzdem seltsam. Ein paarmal zuckte er auch im Wald zusammen bei Dingen, bei denen er normalerweise kein Ohrwaschl rührt.

Wir näherten uns dem Ende des "stillen blauen Sees", also dem Zentrum, wo wir uns sicher fühlen - ich versuche gerade, die Grenzen hier zu erweitern. Naja, heut war der stille blaue See sogar kleiner als zuletzt. Schon bei einer Wegkreuzung, die ich normalerweise schon in die Comfort-Zone inkludiert habe, musste ich absitzen, weil ichs nicht mehr aushielt: Billy war erstarrt, nur noch völlig blockiert zu einzelnen klemmigen Schritten zu bewegen, Kopf hoch und in die Ferne gestarrt, auf irgendwelche Monster, die er sah, aber ich nicht. Ein Musterbeispiel des erstarrten RBI kurz vor der Explosion. Ich hatte keine Lust, in gestrecktem Galopp nach Hause zu galoppieren, also runter da, und zu Fuß weiter!
Nachdem wir um die Ecke des Weges bogen, sah ich sie auch schon, die Monster: Mindestens 5 braunscheckige große Raubtiere, die mit den großen Eutern ;-). Weit weg auf einer Anhöhe lagen sie im Gras und verdauten das letzte gerissene Pferd, sicherlich ;-). Gut, auf dem gleichen Weg waren die gleichen Monster letzte Woche in gleicher Entfernung, damals konnten wir relativ unspektakulär daran vorüber. Also dachte ich, das machen wir diesmal auch. Allerdings: Don't make assumptions! z.B. dass die Monster diesmal genauso liegenbleiben wie letztes Mal... nein, diesmal haben sie sich erhoben und kamen mit lautem klongklongklong langsam und neugierig auf uns zu und blieben mitten auf unserer Höhe hinter ihrem Zaun stehen - uns trennte nur noch die Straße, auf der einen Seite wir, auf der anderen das Fleckvieh. Billy flippte für einen Introvertierten ziemlich aus, hüpfte am Seil herum und wollte nur noch weg, umdrehen und nach Hause. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge schon wieder mit hinterherwehendem Strick allein die Strecke zurückgaloppieren und versuchte ziemlich panisch (und ganz sicher nicht wie ein souveräner Leader *seufz*) mir seine Aufmerksamkeit wenigstens zum Teil zu sichern, das ist auch gelungen, jedenfalls konnte ich verhindern, dass er umdreht und sich losreißt. Trotzdem waren wir irgendwie "gefangen", denn das doofe Fleckvieh verfolgte uns nun. Ich konnte mich nicht entfernen, ging ich die Straße entlang vorwärts, ging das Fleckvieh in die gleiche Richtung den Zaun entlang. Drehte ich um Richtung heimwärts, verfolgten sie uns eben dorthin. Das Fleckvieh im Rücken zu haben war jedenfalls für Billys Entspannung nicht förderlich. Was sich wie 10 Minuten anfühlten, waren in Wirklichkeit wahrscheinlich nur 30 Sekunden.
Gerade als ich dachte, aus der Situation komm ich jetzt nicht mehr raus, zeigte mir das Billytier, wie er die Aufregung zu bewältigen gedenkt: Übersprungshandlung hastiges Grasrupfen! Entspannt war da zwar mal gar nichts, sondern es war wirklich das hastige, nervöse RBI-Grasrupfen, das ich von ihm in solchen Situationen kenne, aaber Davids Worte vom Kurs hallten in meinem Gedächtnis wider: "Kopfsenken bedeutet zwar an sich noch nicht Entspannung, aber ein Schritt dahin". Ich ließ Billy also das Gras rupfen, das dort zum Glück schön wuchs, während uns die Kühe zusahen. Das dauerte eine ganze Weile und tatsächlich konnte man sehen, dass es ihn mit der Zeit tatsächlich entspannte, zumindest ein bisschen. Bei jedem Geräusch zuckte er zwar immer noch zusammen und war sprungbereit, aber nun zeigte sich auch einmal, dass mein "Friss"-Kommando, das ich installiert habe (eigentlich um ungewolltes Fressen abzugewöhnen) nicht nur wirklich gut isntalliert zu sein scheint, sondern auch zu was nütze ist - starrte er grad wieder die Kühe an und ich konnte die Explosion kommen spüren, reichte tatsächlich, den Kopf zu senken, auf ein schönes Grasbüschel zu zeigen und "friss!" - und er fraß und entspannte sich wieder ganz wenig.
So standen wir da ziemlich lange und er wurde immer ruhiger. Schließlich dachte ich ich kann es wagen, ein paar Schritte richtung Heimat zu gehen, ohne dass er gleich losspurtet. Tatsächlich ging das ganz gut, er trippelte zwar etwas seitwärts, um die uns verfolgenden Kühe im Blick zu haben, aber jedesmal wenn ich das Gefühl hatte dass er mir langsam entgleitet, konnte ich ihn eindrehen, mit der Nase zum Gras, und er fraß wieder ein bissl. So schafften wir den Weg zurück bis zur "sicheren" Kreuzung, wo uns die Kühe nicht mehr folgen konnten.

Tja, und natürlich konnte ichs nicht lassen, wurde übermütig und hab dann noch mit Annäherung und Rückzug gespielt. Ich überredete Billy Schritt für Schritt wieder zurückzugehen, bis zur Zaungrenze, wo die Kühe nun standen. Er fror wieder ein, ließ sich dann aber meistens doch noch zu 1-2 weiteren Schritten überreden. Und durfte dann fressen, bis er wieder ruhig war. Weitere 2 Schritte, fressen. Wieder zurück, warten, wieder annähern, fressen, annähern, fressen. Kontrollierter Rückzug, wieder Annäherung und so weiter. Es wurde besser und besser, bis ich beschloss es gut sein zu lassen, an der Kreuzung wieder aufstieg und ohne weitere Vorkommnisse heim ritt.

Bin froh dass wir die Situation so gut händeln konnten ... das Kuhproblem schränkt mich schon sehr ein - diese Monster lauern einfach bei uns an jeder Ecke. Ein Ausritt ganz ohne Kuhbegegnung ist quasi nur auf unserm Grundstück möglich...

Donnerstag, 18. August 2011

So, geschafft! Kursbericht ist draußen!

Mittwoch, 17. August 2011

Am Wochenende haben wir ein bisschen at Liberty rumgeblödelt und ich hab mich dabei filmen lassen. Und zwar das ganze auf unserem Viereck, nicht eingezäunt :-). Hat alles toll geklappt, bissl Stick to Me, bis hin zu Galopp (einstweilen funktioniert das interessanterweise nur für Rechtsgalopp, links kriegen wir keinen Galopp zusammen, das wird nur Renntrab), kleine Kreise im Schritt (wie wir sie bei David Lichman gelernt haben) und beginnend ein paar Tritte Trab (und größerer Distanz); sonst ein bisschen WEichen in alle Richtungen.
Billy hat brav mitgemacht, und das größte kam, nachdem ich ihn eine Weile in der Viereck-Ecke "geparkt" hatte, um ihn dort grasen zu lassen, während ich Hindernisse her- und wegräume: ich war fertig, rief ihn, ging 2, 3 Schritte auf ihn zu - und er drehte sich um, sah mich an, und ließ das Gras stehen und kam her übers halbe Viereck. Hach, wie toll!

Am Montag hab ich das noch schöne Wetter am Vormittag genutzt um wieder einen Ausritt zu machen, einen neuen Weg erkundet. Das war alles ziemlich am Rande meiner/unserer Comfort-ZOne. Billy ist ungewöhnlich überaufmerksam, fürchtet sich vor Verkehrszeichen (völlig ungewohnt) und Radfahrern. Dort wo der Weg "neu" für uns beide wird, klemmte er so, dass ich lieber abgesessen bin, bevor er womöglich doch wieder mal explodiert und heimrennt... war gut so, so sind wir beide sehr confident ein ganzes Stück des neuen Weges gegangen, haben die Kühe aus der Ferne betrachtet und haben dann ein bisschen gegrast, bevor wir umgedreht haben. Dann bin ich aufgesessen - komischerweise hab ich keine Angst vor Explosionen, wenn es heimwärts geht (vielleicht weil eine Explosion dann wenigstens in die Richtung gehen würde, in die wir ohnehin unterwegs sind??). Das war problemlos dann, bis auf die paar Galoppsprünge, als sich ein lautloser Radfahrer von hinten angeschlichen hat ;-).
Jedenfalls wieder ein positives Erlebnis; wir waren eine gute Stunde unterwegs.

Donnerstag, 11. August 2011

Heute war zum einen Pediküre-Termin für Billy. Alles gut.

Danach bin ich etwas aufs Viereck und hab Neckstring-Reiten geübt. Rückwärts. Das klappt! *jubel* - habe ich mit David am Kurs erarbeitet, er hat mir dabei vom Boden aus geholfen. Billy war heute abgelenkt, hat aber trotzdem recht brav mitgemacht.

Danach hab ich ihn noch on Line genommen und wieder die Galoppwechsel geübt. Viele Richtungswechsel haben ihn ein bisschen aufgeweckt, und tatsächlcih ist es so: Sobald ich die Energie raufdrehen kann, er ordentlich Schwung bekommt, und ich dann noch genug Koordination habe, um wirklich schnell rückwärts zu laufen (jetzt versteh ich langsam, warum das im alten Level 2 so sehr betont wird im Zusammenhang mit den Fliegenden Wechseln - es ist wirklich wirklich wichtig!!), dann klappt der Fliegende. Oder es klappt zumindest ein Wechsel ohne Brechen der Gangart: Zweimal hat Billy heute im Galopp die Richtung gewechselt, ohne den GAlopp zu wechseln, war dann noch eine halbe Runde im Außengalopp - das ist ungewöhnlich, muss ich drauf schauen. Einmal hat er dann, als ich (Außengalopp) etwas mehr Energie gefordert habe, auf dem Zirkel gewechselt - und ich bin wieder mal zu langsam im Schauen und hatte daher leider nicht das richtige Timing, um ihn sofort zu belohnen. Nun ja, wird schon...

Dienstag, 9. August 2011

Der Kursbericht braucht noch etwas. Ich tippe. Das wird lang ;-)

DAher inzwischen ein bisschen Bericht, was wir so gemacht haben.

Also zuerst sind wir wieder Finesse geritten, mit dem Glücksrad. Billy hasst es schon wieder. Klar, wenn das kommt, muss er ja auch hart arbeiten. Wenn es mal oben ist, gibt es aber keine Abwehrreaktionen mehr. Vielleicht mag er es nur nicht über die Ohren gezogen bekommen, grübel ich schon.
Dann sind wir damit Übergänge geritten, die werden langsam richtig richtig toll. Dass das ehemalige Büffeltier jemals so spritzig am Schenkel werden könnte, hätt ich mir nie träumen lassen. Wir sind über "einfache" (z.B Schritt-Trab) Übergänge mittlerweile bei solchen Dingen wie Halt-GAlopp angekommen. Und wie er sich bemüht! Meist haben wir da noch 1-2 Trabtritte drin, aber die darf er vorerst zur Beinsortierung. Der beste Übergang war der, als (wir hielten gerade und bereiteten uns für Galopp vor) eine Spaziergängerin am Viereckrand auftauchte, die dort definitiv nicht hingehört - da brauchte es kein Beine-Sortieren, das Billytier ging quer durch die Bahn durch, fiel Gott sei Dank nicht über unsere Cavaletti-Hürden, und während ich mir noch der Tatsache bewusst wurde, dass ich ja ohne Sattel bin, standen wir auch schon wieder. Also Halt-Jagdgalopp-Halt innerhalb einer Bahnlänge, nicht schlecht. Das kommt davon, wenn man mittels vieler Übergänge das Pferd "spritzig" macht. Ich hielt es für einen günstigen Zeitpunkt, abzusitzen, jedenfalls ;-).

Aufgehört haben wir dann noch nicht, sondern On Line an Galoppwechseln gefeilt; Billy hatte aber nicht mehr wirklich viel Schwung, war wohl schon müde. Trotzdem, er bemüht sich so! Ich bekam einen halbherzigen fliegenden in beide Richtungen, dann haben wir natülrich gleich aufgehört.

Kursbericht: David Lichman, 30.-31. Juli 2011

Bericht vom 2-Tages-Workshop mit David Lichman (5-Stern-Instruktor aus den USA), 30.-31. Juli 2011

"Come bearing gifts" ...

So ist Davids Einstellung zur Pferdearbeit.
Billy hat das ganz außerordentlich gefallen. Und mir auch! Ich war vom Kurs hellauf begeistert, wir haben wieder Unmengen gelernt. Grund dafür war sicher nicht zuletzt, dass das Niveau der Teilnehmer recht hoch war, und so konnte man auch einen Blick in die vielleicht eigene Zukunft sehen, wenn David mit einer Teilnehmerin Spins at Liberty erarbeitete oder Liberty-Figure-8s.

Wie die Überschrift vermuten lässt, arbeitet David sehr viel über Lob, und auch gerade Futterlob. Am meisten von allen Instruktoren, die ich bisher kennengelernt habe. Um ein neues Pferd kennenzulernen, gabs erst mal Streicheln, hallo sagen und eine Karotte. Sooo gefiel das dem Billy, er liebte den Mann sofort von Anfang an ;-).
Dazwischen gab es bei allen kleinen Zwischenschritten, die gut gelungen waren, gleich ein Stückchen Karotte. David hatte sich gleich zu Beginn eine ganze Schüssel voll bringen lassen ;-) .

Los ging es am ersten Vormittag - wie ja meistens - mit Theorie bzw. Kennenlernen der Teilnehmer. Einige kannten sich untereinander schon. Und was mir sehr gut gefallen hat - David lässt schon Wochen vorher jeden Teilnehmer ein online-Formular ausfüllen, mit ganz schön vielen ausführlichen Fragen. Die eigenen Horsemanship-Goals im allgemeinen, die Ziele für den anstehenden Kurs; die Einschätzung, wo man gerade steht; Einschätzung des Charakters des Pferdes und der eigenen Person; Probleme die mit dem Pferd auftreten; und ob er sonst noch etwas über Teilnehmer und Pferd wissen muss. Das fand ich toll, beim Ausfüllen musste ich direkt viel nachdenken, was ich denn da nun hinschreiben soll. Somit hat es den Vorteil, dass jeder Teilnehmer sich bereits VOR dem Kurs ausgiebig Gedanken gemacht hat; David ist vorbereitet, hatte die Fragebögen eindeutig genau angesehen und "kannte" die Leute also bereits - was viel Zeit zu Kursbeginn spart.
Wir haben nur die Ziele von jedem durchbesprochen. In den Formularen waren von uns die drei Dinge zusammenfassend genannt worden, die offenbar immer die Problemstellen sind:
- motivation
- relaxation
- liberty.
David brachte kurz vergleichend das Schema von Karen Rohlf, bestehend aus den 3 "Arbeitskreisen" realaxation, energy und balance. Wenn alle 3 zusammentreffen, sich diese 3 Kreise überschneiden, hat man den "sweet spot" gefunden (meist nur kurz, bevor eins davon wieder flöten geht und man erneut daran arbeiten muss, den entsprechenden Bereich wieder herzustellen und die drei Kreise sich wieder überschneiden zu lassen) - ein Zufall, dass ich ihre DVD kurz davor geschaut hatte ;-)

Im Zusammenhang mit diesen 3 großen Zielen brachte David ganz kurz (da fortgeschritten, kannten es wohl eh alle) das Horsenality-Muster und brachte es mit den 3 Zielen in Zusammenhang:
- LBE: Möchte Spiel, braucht Gehorsam, mittels Kreativität.
- RBE: Möchte Hilfe, braucht calmness, mittels consistency (= patterns)
- LBI: Möchte ... hier hab ich nichts aufgeschrieben, also: nichts *g*, braucht Motivation, mittels Futter
- RBI: Möchte Sicherheit, braucht Selbstsicherheit, mittels Zeit und einer Spur "get over it" (das erwähnte David, weil RBI-Besitzer wohl oft so viel Rücksicht auf ihr Pferd nehmen, dass sie gar keine Fortschritte machen - bezüglich gewisser Dinge müsse man zum Pferd auch sagen können: "get over it", um ihm zu zeigen, dass es nichts Schlimmes ist).
Das Diagramm fand ich eine gute Gedächtnisauffrischung.

Auf das Thema relaxation ging er dann noch ausführlich ein. David bringt vielen Pferden erstmal bei, bei Angst/Unsicherheit den Kopf zu senken. Ganz einfach mittels Konditionierung, fast schon clicker-mäßig ;-). Eine Teilnehmerin mit ihrem oft unsichern, ängstlichen Pferd, demonstrierte dann an den zwei Tagen, wie gut das klappt. Wenn auch Kopf unten noch nicht gleichzusetzen ist mit Entspannung, so ist es doch ein erster Schritt dahin. Bis es funktioniert, durchläuft das Pferd die Stufen 1) tolerate (d.h. entgegen dem natürlichen Fluchtinstinkt bei Angst oder Diskomfort stehen bleiben), 2) accept, 3) relax, 4) generalize (d.h. das unter kontrollierten Bedingungen antrainierte Kopfsenken funktioniert auch in anderen Situationen).

Gut, dann ging es an die Praxis. David hatte uns schon zuvor in 2 Gruppen eingeteilt, jeweils nur 3 pro Gruppe, das war toll

Wir arbeiteten - weil ich das nach wie vor als unser Problemfeld angegeben hatte - am Rückwärts, zuerst vom Boden. Hier sah man einen sehr großen Unterschied zum letzten Kurs. Wenig Druck, trotzdem ein schönes Ergebnis. Bald war es flüssig genug, dass David mich eine weitere Zutat hinzufügen ließ: flüssig Rückwärts, dabei Kopf nach unten, mittels Porcupine Game unten am Halfterknoten. Klappte schnell sehr gut. Dann durfte ich an diesem Vormittag noch aufsitzen und gemeinsam mit David am Boden erarbeiteten wir mit Billy ein Rückwärts nur mit Neckstring! Genial. Ich glaube 10 Minuten und Billy ging rückwärts auf Sitz + Neckstring. Seither übe ich auch vermehrt das Reiten mit dem Neckstring, hab ich irgendwie ganz vernachlässigt, das mal zu probieren.

Die anderen werkten - z.T. On Line, z.T. Liberty - am Draw in einer Figure 8. David hat das mit ihnen durch eine Art Stick To Me bzw. Zirkel auf sehr geringe Distanz, gefolgt von schnellem Rückwärtslaufen, um das Pferd bis zur Mitte der 8 zu ziehen. Daraus erhöhten sie langsam die Distanz und veränderten die eigene Position - am Anfang liefen sie quasi den 8er (bzw. halben 8er) mit, Füße still halten kam erst später. Eine ander Teilnehmerin am Nachmittag arbeitete eben daran, ihr nervöses Pferd den Kopf senken zu lassen, während Sackerln etc. raschelten, und hatte gute Erfolge. Außerdem wurden stehende einzelne Tonnen gehüpft - On Line und auch Liberty. Eine andere Teilnehmerin hatte als Ziel angegeben, ihr Pferd bridleless im Trab dazu zu bringen, entspannter den Kopf zu senken - da war auch spannend, wie es erarbeitet wurde.

Zu Mittag und am nächten Tag vormittags zeigte uns David auch noch inspirierende Videos.
Billy und ich arbeiteten am zweiten Tag zunächst an Liberty-Zirkeln. David zeigte sich als kein Freund von zuviel Circling Game. Er erarbeitet den Zirkel folgendermaßen, und ich denke das hilft wirklich, um den Draw zu fördern und zu erhalten: Als erster Schritt sollte ich drauf achten, dass Billy mir immer 2 Augen schenkt. Reichlich belohnen, wenn ja. Dann nur wenige Schritte zur Seite um mich rum schicken, mit einer ganz kleinen Bewegung. Wobei es für David egal war, ob er dabei vorwärts ging und mich ansah, oder überhaupt seitlich trat. Sobald die Aufmerksamkeit flöten gehe, sollte ich sie wiederholen, durch Hinterhand disengagement, danach aber rückwärtslaufen, sodass er wieder zu mir gezogen wurde. Tatsächlich hatten wir so recht bald eine ganze Zirkelrunde in beide Richtungen. Zuerst online, klappte danach aber genauso at Liberty. ich habe es seither nur wenig weiterentwickelt, aber etwas mehr Distanz und 2, 3 Trabtritte gehen nun schon auf diese Weise - und Billy nimmt keinen Augenblick den Blick von mir.

Mit den anderen arbeitete David am Spin at Liberty, weiter am Kopfsenken im Trab oder Halten, und Tonnenhüpfen und Reiten von 8ern.

Am Nachmittag sind wir dann alle gemeinsam geritten, und es war echt lustig. Zuerst spielte David unterschiedliche Lieder an, und wir sollten zuerst den Schritt, dann den Trab, den unterschiedlichen Takten (mal schnell, dann langsam, noch schneller, noch langsamer) anpassen. Das war total interessant; vor allem erkannte ich, dass Billy und ich exakt ein einziges Trabtempo gehen können. Der SChritt ließ sich so noch gut regulieren, aber im Trab gibt es nur einen einzigen Takt bei uns, will ich langsamer, geht er Schritt, will ich schneller, gibts Galopp. Interessant, und eine Hausaufgabe ;-).
Überhaupt bindet David Musik stark in den Unterricht ein, macht es kurzweilig und unterhaltsam!
Zuletzt pappte David Ringe an Sprungständer, die wir mit unseren Sticks auffädeln sollten - zuerst im Schritt, dann Schritt ohne Zügel, dann Schritt ohne Zügel mit der linken Hand statt der rechten, dann im Trab ohne zügel mit der linken, und auch im Galopp. Ich war ganz überrascht, dass ich überhaupt was getroffen habe *lol* - 2x sogar im Galopp.

Das war auch schon das letzte für den Kurs.

Fazit: David ist total unterhaltsam und hebt sich durch das viele Loben mit Futter von den anderen Instruktoren (die ich bisher kennenlernen durfte) deutlich ab. Der Kurs war gleichzeitig lustig und lehrreich (bisher wars meist eher entweder-oder). David erarbeitet ganz konkrete Aufgaben nach Wunsch der Teilnehmer, er erklärt ganz genau was wie wann warum, lässt einen aber auch selbst machen und probieren. Außerdem ist er durchaus auch einmal "risiko"freudig und probiert einfahc mal aus, ob das Pferd nun reif ist, das Seil abzunehmen - war beim "Nervösling" 2x die falsche Entscheidung, machte aber nix.
Also alles in allem eine wirklich schöne Mischung!