you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Donnerstag, 11. Juni 2015


Es ist weiter sehr sehr heiß.
Billy geht es sehr gut,heute war er richtig gut drauf, er läuft gern momentan (obwohl er irgendwann dann auch genug hat).
Ich bin heut wieder mit Bosal geritten. Aufgezäumt hab ich ihn am Putzplatz vor dem Viereck, und siehe da, das alte Phänomen, hier wehrt er sich nicht wirklich, sondern lässt es sich brav über die Nase stülpen.
Wir haben dann ein Programm quer durch Kurts Gymnastik-Übungen gemacht. Ich hab drauf geachet, ihn immer nur kurz aufzunehmen, nicht mit Dauerdruck hängenzubleiben (das muss endlich besser werden, dass er z.B. Biegung von alleine hält), und dazwischen schön strecken zu lassen.
3 Stangen habe ich aufgelegt, über die sind wir 2 oder 3x drüber, dann hatte er sie so verschoben, dass nicht mehr brauchbar. Ich möchte die Stangenübungen wieder forcieren. Und dafür muss ich meinen Sattel wieder aktivieren.
Dazwischen haben wir uns den Seitengängen gewidmet, Kruppherein und Schulterherein abwechselnd. Auf der linken Hand tun wir uns mit Kruppherein schwer, aber ich helfe ein bisschen mit Gertenklapsern nach, dann bemüht sich Billy. Allerdings glaub ich, ich sitze auch sehr verkorkst. Rechts fühlt es sich viel natürlicher an. Schulterherein ist auf beiden Händen gut gewesen.
Dann haben wir noch wieder sehr sehr viel am Galopp gefeilt. Immer noch regt sich Billy auf und wird dann zu schnell. Wir arbeiten dran, einen sauberen Galopp hinzubringen, einfach ruhig, locker von einer Gangart in die andere zu gleiten ohne Aufregung und wegrennen. Immer noch wirft sich Billy richtig rein in den Galopp. Mit Übung wird es dann immer besser und besser. wir haben uns so wieder hochgearbeitet zu recht annehmbaren Übergängen von Halt in den Galopp. Halt hat Billy wieder mal nicht ernst genommen, bis ich ihm eine vor die Brust geklatscht habe, und voilà, Signal zum Halt, Pferd steht. Schlawiner der. Ich konnte merken dass er gegen Ende müde wurde.
Wir haben als Abschluss wieder Seitwärts gemacht am Zaun entlang, dann abgesessen und fertig.

Dienstag, 9. Juni 2015

Heut war wieder einmal Bodenarbeit dran. Wir haben DRiving Game auf Zirkeln gespielt, wobei ich daran gearbeitet habe, dass Billy seine Position stets genau einhält und auch der Abstand zwischen uns immer gleich bleibt. Dazu lege ich das Ende vom Stick über den Widerrist und achte darauf, dass der dort bleibt. Ich muss dabei aufpassen, dass ich Billy nicht meinerseits bedrängle, wenn wir uns z.B. dem Zaun nähern oder einem Hindernis. Wir haben es so weit gebracht, dass er trabt, während ich schnellen Schritt gehe. Je kleiner der Zirkel, umso einfacher wird das. Ich hatte dann die Idee zu versuchen, ob ich langsam laufen und er galoppieren kann, und das hat auch funktioniert! Links besser als rechtsrum, weil es für mich leichter ist mit Stick und Rope. Billy hat sich jedenfalls bemüht, er muss dann natürlich extrem langsam galoppieren, hat er aber sehr brav gemacht.
Auch Handwechsel haben wir zuerst vorsichtig und langsam mit Stehpause, dann immer flüssiger und öfter gemacht. Billy hat guten Respekt vor dem Hinterhand-Wegschicken und hopst richtig hinten herum, sehr schön, er lässt sich dann auch flüssig vorholen. Solange ich das Stickwechseln hinkriege, ist das schon sehr schön.
Abgeschlossen haben wir dann wieder mit einem Seitwärts am Zaun entlang, diesmal nach links. Wir gingen ungefähr 2 Seillängen bis zum Tor, und zwar: Billy am Anfang aus naher Distanz weggeschickt, während ich mich nicht mitbewegt hab, bis er am Ende des Seils war (7m). Das ging auf der anderen Hand besser, aber auch hier habe ich auf die Distanz Einfluss auf die Hinterhand, super. Dann gingen wir mit Einhaltung dieser Distanz weiter seitwärts, nun bewegte ich mich mit. Klappt hervorragend, man merkt schon den Effekt der „Feiertagsübung“.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Bin heute wieder mit dem Bosal geritten. Anfangs Freestyle, habe die Zügel auf den Hals gelegt. 3 Pylonen im gleichseitigen Dreieck hab ich aufgestellt, mit ca. 6m Abstand. Lenken geübt mit Gewicht, ich bin ein dreiblättriges Kleeblatt geritten, hat super geklappt. Billy lauscht aufmerksam und geht wohin ich will. Wenn er einmal mit den Gedanken und den Füßen woandershin wandert, reicht ein wenig Schenkel, und er hört wieder zu und setzt um, sehr brav.
Danach hab ich beschlossen zu versuchen, dass ich das ganze rückwärts reite. Da wars dann eher dahin mit der Kooperation. Ich bin beim Rückwärts immer noch zu abhängig vom Zügel. Mit wäre es sofort gegangen, aber ohne… probiert er immer mal, ob er nicht doch vorwärts geht oder einfach gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich hier die Phasen nicht eingehalten habe, sodass der Zügel einfach immer noch ein essentieller Teil der Hilfe für rückwärts ist. Andererseits versteht er mich wohl, sobald ich dann die Geduld verliere und vehementer Gehorsam einfordere.
Jedenfalls haben wir zäh und unschön unser 3-blättriges Kleeblatt rückwärts irgendwie zusammengebracht, war ja schon mal was ;-).
Dann bin ich übergegangen zum Finesse-Reiten; Biegung gefordert, Nachgeben im Genick gefordert. Schlangenlinien am Hufschlag entlang mit Innen- und Außenstellung, diagonaler Schulterkontrolle, im Trab. Klappte gut. Ich versuche dann noch, das innere Hinterbein zum Untertreten zu bringen, indem ich den Zügel innen hebe und mich außen-vor setze, aber so ganz automatisiert hat sich das noch lange nicht.
Schließlich haben wir noch ganz intensiv die Schaukelübungen gemacht. Billys rückwärts war nach wie vor nicht gut, jedesmal hat er sich geweigert und musste überredet werden. Die Leichtigkeit ist irgendwie dahin bzw. muss ich jedesmal Phase 4 nehmen, um sie herzustellen, so ist das auch nicht wirklich toll. Ich bin einfach dran geblieben und hab mehr oder weniger gedrillt, bis es besser ging. Anhalten, dabei schon an rückwärts denken wie Kurt gesagt hat, dann rückwärts. Je leichter es von Anfang an ging, umso weniger Tritte. Immer so lange, bis es sich leicht, flüssig, tänzerisch anfühlt und ich zu fühlen glaube, dass er die Kruppe senkt. Dann daraus zuerst Schritt anreiten und im Laufe der Übung antraben.
Zum Abschluss bin ich um die 3 Pylonen ein Dreieck seitwärts geritten. Wird jetzt meine Feierabend-Übung. Ging noch zäh, aber Billy hat sich bemüht. Das Seitwärts wird schon auch noch richtig gut werden.

Dienstag, 5. Mai 2015

Endlich kommt wieder etwas Kontinuität ins Training!
Wetter war heut super, richtig schwül war es. Es gab Föhn und Sahara-Staub; die Mückenviecher sind schon ordentlich lästig, aber Billy nimmts wie immer recht gelassen.


Heute war Bodenarbeit dran. Es ist Mai und damit gibt’s den 2. Virtuellen Playday im Natural Friends Forum. Das Muster diesmal: 3 Pylonen aufgestellt als gleichseitiges Dreieck in einem Abstand von ca. 6 Metern.
Wir haben begonnen mit langsamen Achten im Schritt, dabei haben wir uns von Pylon zu Pylon gehangelt. Dazwischen immer außenrum zum nächsten Pylon. Dieses Weiterbewegen hab ich dann etwas später im Trab verlangt, mit punktgenauem Antraben beim einen Pylon und punktgenauem Schrittparieren beim nächsten. Hat gut geklappt auf beiden Händen, wir sind dann zu Achten im Schritt und die Zwischenräume im Galopp übergegangen. Ging auch noch super, aber Billy bekam langsam genug von Achten. Ich schaltete trotzdem noch eine Stufe höher (er bekam natürlich schon Pausen auch dazwischen, aber nicht allzu viele) und wir machten die Achter im Trab und die Zwischenräume im Galopp. Das war schon schwieriger, die ersten beiden gingen noch, ab da musste ich Billy regelmäßig dran erinnern, dass er zu traben hatte. Ich ließ ihn so lange gehen, bis wir einen ganzen Durchgang im Trab geschafft hatten.

Wir machten dann das „Game of  Effort“ im Galopp, aber das ist mir diesmal ordentlich misslungen. V.a. deshalb, weil Billy so eine hohe Latte vorlegte: Auf das erste Galoppkommando hin galoppierte er, während ich in Neutral bleiben konnte, sage und schreibe 43 Galoppsprünge. Das war nur schwer zu überbieten und ist eben auch kaum gelungen. Vielleicht sollte man an einem solchen Tag einfach sofort wieder aufhören. Oder nicht vielleicht, sondern ziemlich sicher. Aber ja, da kommt mir wieder das Direct-line-Denken in die Quere: Ich will das Spiel of Effort spielen, also spiel ich es auch. Tja. Ich konnte merken, dass Billy müder und müder wurde. Einmal schafften wir dann 46 Sprünge, und da hätte ich aufhören sollen, aber nein! Er bekam zwar eine wirklich lange lange Pause, aber danach war er müde und verfiel immer schon bei 5, 6, Sprüngen, höchstens 20 schafften wir und ich merkte, dass sein Angaloppieren immer unsauberer wurde und grantig wurde er auch. Ich wartete dann auf 50 TRABtritte und konnte aufhören. Hab ich vermasselt.

Schließlich hatten wir dann doch noch einen fulminanten Abschluss! Feierabend-Übung: Sideways! Diesmal mit Kopf zum Zaun, von links nach rechts Richtung Ausgang. Irgendwie ergab es sich, dass ich mit nur einer Armlänge Distanz begann und Billy seitwärts schickte. Er verstand sofort (schau, schau!) und legte ein sowas von sauberes, flüssiges Seitwärts hin, dass ich nur so staunte. Das beste: Ohne dass ich das eigentlich vorgehabt hatte, wurde es ein Seitwärts, bei dem Billy sich von mir weg bewegte und ich ruhig stehen bleiben konnte. Eigentlich wollte ich anfangs nur etwas mehr Abstand zwischen uns bringen, aber dann gelang das so gut, dass ich einfach stehenblieb um zu sehen, bis zu welcher Distanz wir das schaffen können. Tja, es ging super bis zum Ende des Seils. Ganz toll, ich konnte auf die 7m Distanz Billys Hinterhand, als er schief stehen blieb, noch einen Tritt zur Seite schicken, cool. Insgesamt 3x klappte das (beim 3. Mal dachte ich noch: soll ich wirklich nochmal? Naja, ist gut gegangen ;-), aber insgesamt war mein Timing des Aufhörens heute etwas aus der Spur, wie man merkt!). Nach jeder Seillänge ließ ich das Seil fallen, ging zu Billy und gab ihm eine Belohnung. Cooler Abschluss.

Sonntag, 3. Mai 2015

Ich hab begonnen mit Ganze Bahn im Schritt zum Aufwärmen, 1 Runde auf jeder Hand. Dabei hin und wieder Biegung und Genickbiegung abgefragt, aber nur kurz. Dann noch 1 Runde auf jeder Hand mit Üben der Außenstellung, d.h. wieder einmal unser Slalom mit dem Sitz geritten: Paar Schritte nach innen, nach außen, alles mit gleichbleibender Biegung. Ging leicht und flüssig.

Als nächstes bin ich gleich den Galopp angegangen. Angaloppieren war insgesamt sehr gut! Ich kann langsam außen sitzen und innen freimachen. Billy hatte heut gutes Go, ich hab den Galopp deshalb ja auch an den Anfang gesetzt. Galoppiert sind wir einen Zirkel, den hält er jetzt schon von selbst ein, auch wenn ich Fehler mache ;-).

Dazwischen, um ihn wieder etwas ruhiger und zum Denken zu kriegen, habe ich Hinterhand-Verschieben geübt. Zuerst gegen die Biegung im Schritt, dann hinein in die Biegung im Halten. Das hat bei der Linksbiegung gut geklappt, sofort, bei der Rechtsbiegung hat er versucht mit Rückwärts auszuweichen oder überhaupt die Hinterhand in die falsche Richtung gedreht etc. Es gab dann für angestrengte Versuche viele Leckerlis, und das hat geholfen. Er hat zumindest das Prinzip verstanden. Zum Abschluss dieser Übung bin ich auf jeder Hand am Hufschlag ein paar Meter Kruppherein geritten. Links ist das wirklich einfach, wie schon beim Kurs, aber rechts war es heute viel besser als am Kurs, eigentlich fast völlig problemlos.

Zum Abschluss setze ich jetzt immer ein Seitwärts, wie zuvor das Rückwärts, als Feierabend-Übung ein. Ich möchte das Seitwärts verbessern. Zum Start gings nach links – einfachere Seite – ein Quadrat um aufgestellte Cavalettis entlang. An den Ecken eine VH-Wendung. Billy ließ sich VH und HH schön dirigieren. Manchmal geht er jetzt zu viel nach hinten, aber lässt sich sehr gut und fein justieren und so korrigieren.

Mittwoch, 29. April 2015


Irgendwie bin ich wieder mal fast 2 Wochen zu nix gekommen, Billy hatte quasi Urlaub.
Aber heute endlich wieder mal Zeit! Es ist schon soo schön lange hell!

Wir sind aufs Viereck mit 7m Seil und Knoti und haben wieder bodengearbeitet.
Übung 1 war ein Stick to Me mit Abstand, ¾ vom Seil ungefähr. Billy sollte sich meinem Gehtempo anpassen, mal schnell, mal langsam. Interessant: Langsam war heute schwieriger als schnell. Er trabte schnell nach, wenn er zurückblieb und ich ihn aufforderte, aber er war schwerer zu bremsen, wenn er überholte.

Wir gingen über zu Sideways. Machten wir heute durchgehend mit Hintern zum Zaun. Da habe ich einen schönen Anhaltspunkt, ob er vortritt oder nicht. Von rechts nach links taten wir uns schwer, unsere Distanz zu wahren, ich kam immer näher, und unglaublich frech hat er nach meiner Hand geschnappt, als ich mich auf die HH konzentriert habe. Mehr hat er nicht gebraucht, ab da hab ich die Distanz ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt und er musste viel mehr Sideways gehen als ursprünglich geplant. Tsts. Ich hab begonnen Schritte zu zählen, wenn er schön mit dem Hinterbein kreuzt. Zuerst 3 - Belohnung, dann 4, dann 5, dann 6, 7, 8, 9, 10. Klappte gut so.

Als nächstes dann noch ein CG. Was heute genial gut war, war das Yoyo! Billy ging gerade rückwärts, während ich nur den Arm etwas hob und das Seil durch die Hand länger machte, brauchte kaum wackeln oder sonstwas. Ganz toll. Und freundlich! Nach dem CG wurde er etwas unfreundlicher, das machte ihm weniger Spaß heut. Nur rechte Hand. Ich spielte das Game of effort: Zählen, wie viele Trabtritte Billy von sich aus anbietet. 16. Reinholen loben, Pause. Das nächste Mal 16+1 verlangen. Waren 26. Wieder danach, wenn er aufhört von sich aus, reinholen, loben, Pause. Dann 26+1, das war schon schwieriger, wir mussten etliche Male ansetzen. Schließlich ist es gelungen, 32. Reinholen, Pause. Und dann 32+1, das war schwierig, weiß gar nicht wie oft wir angesetzt haben. Billy hatte genug, hörte immer wieder zum Traben auf, wenn ich ihn antrieb, galoppierte er dann gleich… naja, als ich schon dachte ich hab es übertrieben und hätte mich heut mit 32 zufrieden geben sollen, kamen 50 Tritte, und dann reinholen, Pause.

Als Abschlussübung habe ich ihn nochmal auf den Zirkel geschickt und im Galopp mal richtig zum Gasgeben aufgefordert, mit viel Körpereinsatz (seinerseits!). 1 Runde schnellen Galopp, und dann sind wir heim. Vielleicht mache ich das jetzt immer als „Feierabendübung“. Damit er weiß: Einsatz im Galopp lohnt sich.

Samstag, 18. April 2015

Bosal-Workshop IV - Raus aus dem Winterschlaf!

Juhu, heut wars soweit, Kurt war wieder bei uns!
Das Wetter war sehr bescheiden, es war Aprilwetter, aber so richtig. Sonne wechselte mit Hagel, Wind, Schüttregen, Graupeln, … alles im 5-Minuten-Takt.

Wir haben nach der langen Winterpause viel wiederholt, aber auch Neues war dabei. Zum Nachlesen: Bosal-Workshop I, II, III.

Übung 1) Verfeinern der Zügelführung und Neckreining: 
Zum Aufwärmen sollten wir ganz ohne Zügel lenken und Figuren reiten. Das klappte bei Billy und mir gut, er hört ja jetzt so brav auf Gewicht. Wenn er aber nicht hört, so Kurt: ruhig mal deutlich mit dem Schenkel klopfen und „hallo“ sagen ;-). Es reichte einmal Klopfen, und Billy war wieder feiner als ich, d.h. wir kamen wie die Betrunkenen daher, weil er jede feinste Gewichtsverlagerung umsetzte. Dann zur Zügelführung. Kurt führte ein neues Feature ein, das Neckreining. Als neues Ziel gab uns Kurt die einhändige Führung des Bosals, die auch möglich ist. Wir sollten also in Vorbereitung darauf Neckreining üben: den inneren Zügel öffnen und gleichzeitig den äußeren an den Widerrist legen, das gleiche mit den Schenkeln: Inneren öffnen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach außen zu drehen, und den äußeren anlegen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach vorn zu drehen. Insgesamt sollten wir zunehmend mit allen Hilfen „kleiner werden“.
2) Galopp:
Ich hatte Kurt gebeten, den Galopp recht an den Anfang zu legen, weil Billy sonst nach einem vollen Kurstag immer schon lasch und der Galopp eine Qual für uns beide ist. Daher gingen wir recht früh zum Galopp über. Ich sollte auf einem großen Zirkel zuerst Biegung herstellen und angaloppieren. Klappte gut, aber Plan vom Angaloppieren hab ich nach wie vor nicht. Wir galoppieren einfach. Ich versuche außen zu sitzen dabei, ist für mich aber schwierig. Nach wie vor muss ich auf meine innere Schulter achten, sie soll nach vor, nicht zurück, nicht radfahren! Während des Galopps sollte ich dann immer wieder nach Biegung und Nachgeben fragen und wieder selbst nachgeben. Zeit für Pause und Lob ist schon nach ein paar guten Sprüngen. Wir bekamen das eigentlich überraschend gut hin (besser als beim Üben allein jedenfalls) und nun muss ich es einfach nur üben.
3) Tempokontrolle: Wir ritten langsamen und schnellen Trab, kontrolliert über den Sitz. Das klappte super bei Billy. Wenn er nicht gerade sehr aufgeregt und unkonzentriert herumtrabselt, hört er mir brav zu. Zum langsamer-Werden dabei einsitzen wie zum Anhalten.
4) Die Tempokontroll-Übung ist die perfekte Vorbereitung für die Schaukelübungen: Wichtig dabei: Schon beim Anhalten sollte ich ans Rückwärts denken. Wenn es über den Sitz allein nicht schon klappt, als nächste Phase der Hilfen den Schenkel deutlich vor dem Gurt einsetzen. Ich sollte mehr fordern, so lange rückwärts gehen, auch mit stärkeren Hilfe-Phasen, also leichtem Klopfen, bis ich spüren kann, dass das Rückwärts flüssig wird und die Kruppe sich senkt. Das haben wir ja in letzter Zeit so gut hingekriegt immer, so weich und flüssig… aber es gab natürlich den Vorführ-Effekt, Billy sträubte sich und ich musste leicht diskutieren, dann gings.
5) Kruppe weichen lassen im Schritt: Als nächstes diese bekannte Übung. Billy machte sie ganz gut, beim ersten Mal war er mir zu lasch, aber ein Gertenklopfer erinnerte ihn daran, dass er sich Mühe geben soll. Das Untertreten mit dem inneren Hinterbein soll langsam automatisiert passieren, wenn ich den inneren Zügel anhebe und mein Gewicht nach außen-vorn verlagere. Letzteres mach ich wohl noch zu übertrieben, das muss ich mir bald abgewöhnen, sonst bleibts. Ich soll das ganze jetzt auch im Trab üben, dann allerdings die Kruppe nicht mehr wirklich zur Seite schwenken lassen, es geht nur um das Untertreten des inneren Hinterbeins. Irgendwann ganz später soll das ganze dann auch automatisiert im Galopp funktionieren.
6) Schulterherein: Am Schluss gingen wir noch zu den Seitengängen über. Schulterherein macht Billy richtig gut. Innerer Zügel soll die Stellung nur halten, äußerer Zügel macht auf nach vorne. Die Schenkel kontrollieren die Schultern (vor dem Gurt) und die Kruppe (hinter dem Gurt). Kurt verlangte von uns dabei auch, dass wir ihm benennen, wann das innere Bein vortritt – oje. Ging aber doch. Wenn sich die Hüfte senkt, tritt es vor, fertig. Keine Ahnung, warum ich mir damit so schwer tu.
7) Und dann kam eine neue Übung dazu: Kruppherein! Das passte zufällig dazu, was ich vor ein paar Tagen geübt hatte, nämlich dass Billy die Hinterhand auf Schenkelanlegen in die Biegung hinein bewegen soll. Bisher hat er sie ja eher aus der Biegung heraus bewegt, was einfacher ist. Wir ritten nun auf dem Hufschlag, gaben wenig Stellung. Die Kruppe wird dann im Schritt mit dem Außenschenkel nach innen gebogen, nur ganz wenig. Ich tendierte dazu, zu viel zu wollen. Auf der linken Hand machte Billy das exzellent, das fühlte sich so einfach und leicht an! Er verstand sofort und setzte es um und ging einfach mal so im Kruppherein dahin. Rechte Hand taten wir uns dann schwerer. Kurt empfahl, das ganze dann im Stand zu üben, genau wie ich das letztens gemacht habe. Billy und ich mühten uns ab, er regt sich dann etwas auf und beginnt manchmal rückwärts zu rennen, aber zum Schluss kapierte ers. Wird schon. Wir werden das gut üben.

Freue mich schon aufs nächste Mal, aber jetzt sind Mitte Mai mal Berni Zambail und dann Mitte Juli David Lichman dran! Puh, ein enger Kurskalender! ;-)

Dienstag, 7. April 2015

Im Forum der "Natural Friends" haben wir einen Virtuellen Playday ausgerufen. Es gibt ein vorgegebenes Stangenmuster, und jeder lässt sich etwas Kreatives damit einfallen.

Da machen wir natürlich auch mit! Das Stangenmuster sind 4 Stangen, die im Abstand 1,35 aufgelegt sind und dabei um die Hälfte versetzt sind.

Ich hatte heut den Plan, online das folgende Muster zu probieren: Billy aus Zone 1 seitwärts schicken, über die uns nächste Stange. Dann rückwärts bis zur nächsten Stange, und seitwärts wieder über diese drüber, jetzt natürlich in die andere Richtung. Wieder rückwärts bis zur 3. STange, seitwärts drüber, wieder rückwärts bis zur 4., wieder seitwärts in die andere Richtung. Bei gutem Gelingen dann dasselbe retour, also von der 4. Stange dann vorwärts zur 3., zur 2., zur 1.

Ja schmeck's!!! Schon nach 5 Minuten hatte ich die bittere Erkenntnis: Ich hab unsere Bodenarbeit wirklich sehr vernachlässigt. Und das ungeliebte Seitwärts sowieso! Da ging gar nix. Billy spielte mit den leichten Kunststoffstangen, die wir haben, höchstens Mikado. Er verstand schon grundsätzlich das Seitwärts nicht... ich habe offenbar in letzter Zeit übertrieben zu üben, dass wir mal den einen, mal den anderen Fuß über die Stange setzen. Ständig wollte er die Vorderfüße rückwärts über die Stange setzen, oder er suchte schon mit den Hinterfüßen "Wo ist die Stange, muss sicher drübersteigen!!". Erhöhte ich die Phasen, um ein sauberes Seitwärts zu bekommen, wurde er hektisch und aufgeregt und verstand die Welt nicht mehr.
Ich gab das Muster recht bald auf und legte die Stangen dann in einer langen Linie aneinander, um immer nur wenige Tritte seitwärts mit anschließendem Lob zu üben. Ging aber auch recht schlecht, also kehrte ich ganz zum Start zurück und übte simples Sideways aus Zone 3 quer übers Viereck und dann am Zaun entlang; letzteres mal mit dem Kopf zum Zaun, dann mit dem Hintern zum Zaun.
Interessant ist, dass sich Billys "Ausweichtaktik" gewandelt hat. Früher stapfte er immer vorwärts, um dem Seitwärts zu entkommen. Jetzt habe ich so viel Rückwärts geübt, dass dies seine Ausweichtaktik wurde - ich hatte - ganz was Neues, darauf musste ich mich erstmal einstellen!! - ganz schön zu tun, ihn immer wieder vorwärts zu schicken, weil er immer nach rückwärts auswich oder dachte, das soll er.

Das Seitwärts klappte dann zum Schluss besser; ich habe wieder die konsequente "hart, aber herzlich"-Methode angewandt, also es gab durchaus feste Klopfer mit dem Stick-Ende auf den Popo, wenn der hinterherhinkte. Billy wurde da dann wieder sehr flott, sein Hinterteil in Sicherheit zu bringen und sich zu konzentrieren (Unkonzentriertheit war nämlich heute unser Hauptfeind, schien es).
Und auch wie immer in letzter Zeit hatte ich zuerst Zweifel, ob ich nicht zu hart bin - und der Zweifel wandelte sich, wie ebenfalls oft in letzter Zeit, in Verwunderung, dass Billy die "hart-aber-herzlich"-Methode mit klaren Ansagen deutlich sympathsicher zu finden scheint als nörgelndes Wischiwaschi - er wurde aufmerksam, aber nie grantig, die Ohren waren vorne, nie hinten, und am Ende jeder Seitwärtsphase kam er mit freundlichem Gesicht auf Aufforderung zu mir und holte sich sein Leckerli ab. Ganz am Schluss, nachdem ich weggeräumt hatte, ließ er auf Zuruf sogar vom Gras ab und kam freundlich und freudig auf mich zugetrabt.... zum Staunen....

Samstag, 28. März 2015

Natürlich muss ich meine Schwärmereien vom letzten Post etwas relativieren. Natürlich gibts auch Tage, an denen es nicht so supertoll rennt wie beschrieben. Heute z.B. hatten wir einen guten Beginn, und ich wollte zuviel und habe einen schlechten Abschluss produziert, naja.

Billy und ich gingen mal ins Roundpen um etwas Liberty zu üben. Das habe ich total vernachlässigt; bald stehen ja Kurse mit Berni Zambail und David Lichman an - vielleicht kann ich mit beiden ein wenig am Liberty feilen. Wenn ich ehrlich bin, stehe ich einfach an: Manche (wenige) Dinge klappen toll, die sind schon langweilig. Bei den meisten Dingen, die ich gern at Liberty üben würde, habe ich aber einen Punkt erreicht, wo ich nicht weiterkomme.
Eins davon ist z.B. der Spin. Schon vor längerem haben wir erarbeitet, dass ich Billy aus Zone 5 in einen Spin schicken kann: Er steht mit dem SChweif zu mir, wendet die Vorhand, ich mache Platz und sende gleichzeitig die Vorhand weiter herum, von mir wieder weg, bis er wieder mit dem SChweif zu mir dasteht; danach bekomme ich noch eine halbe Wendung, bis er mich ansieht, und das wars. KOmischerweise gelingt mir aber kein Spin, wenn ich ihn aus Position 1 (Billy sieht mich an) beginnen will. Irgendwie haperts da an der Kommunikation. Ich bekomm ihn nicht weg von mir, oft geht er seitwärts weil er denkt das soll er, oder er dreht mir den Hintern zu, bleibt also mit der Vorhand stehen statt umgekehrt. Und das eigentliche Ziel, das ganze aus einer Bewegung heraus zu bekommen, scheitert ebenfalls daran, dass Billy zwar z.B. aus dem Circling Game zu mir kommt, sich dann aber die Vorhand nicht mehr wegschicken lässt, sondern an mir klebt. Etwas frustrierend.

Im Roundpen haben wir heut zuerst an Richtungswechseln gearbeitet. Also ganz zuerst an Übergängen, die waren super. Auch die Richtungswechsel waren gut. Billy wendet brav nach innen ab und lässt sich in die neue Richtung schicken. Gleichzeitig hab ich mich bemüht, immer wieder ein Hereinholen mit Pause (ohne neuerliches Wegschicken) einzubauen, damit er nicht frustriert wird. Und dann wagte ich es, einen Spin anzugehen. Billy in Schwung versetzt, irgendwie schien mir, dann gehts einfacher. Also Trab. Schritt rückwärts, reinholen, Stick wechseln, wieder rausschicken.
Voilá, und Billy hat sowas ähnliches wie einen Spin gemacht! Wahnsinn! Na gut, es war mehr eine gelaufene Volte, aber toll! Ich probierte es auch aus dem Galopp, und voilà, klappte auch! Gut, er verfiel auf seiner Volte in Trab, aber für so eine richtig schön gesprungene Pirouette fehlt ihm wohl die Übung ;-).

Jaaa, und da hätte ich aufhören sollen, nicht wahr? ;-)

Hab ich Dummkopf aber nicht... ich wollte die Volte noch bisschen mehr Richtung Hinterhandwendung verbessern. Aber Billy fand das Spiel inzwischen doch doof, da nützte dann auch nichts mehr, viele viele Pausen einzulegen, ich ruinierte nacheinander den Spin, dann die Handwechsel, dann das Reinkommen und dann auch noch die Übergänge und das Go *g*. Also so richtig gründlich ;-).
Billy wollte nimmer, sobald ich mit dem Stick in seine Nähe kam, rollte er die Augen, begann widerwillig und cholerisch zu werden und überhaupt, "das ist eine blöde Übung und ich weiß überhaupt nicht mehr was du eigentlich willst!!!"
Naja, wir kehrten zu Slowmo zurück, machten ein bisschen seitwärts am Roundpen-Zaun entlang, und dann ließ ichs gut sein.

Meine Lernerfahrung, dass ich mehr Konsequenz brauche und manchmal eine klarere Phase 4, die gilt für alles - nur bei Liberty, da taugt sie halt nix. ;-)

Freitag, 27. März 2015

Entdeckung von Phase 4

Herrje, hier tut sich ja gar nichts mehr...

Machen wir einen kurzen Rückblick auf das Ende des Jahres 2014:
Da habe ich nichts mehr eingetragen, weil ich mit Billy kaum etwas gemacht habe. GEgen Mitte Dezember begann er ganz plötzlich stark zu lahmen, hinten links. Es war keine Verletzung zu finden, die Lahmheit war auch mal da, mal nicht, mal stark, mal weniger, bis sie eines Tages dann von einem Tag auf den anderen wie weggeblasen war. Beim nächsten Bearbeitungstermin fand mein Hufbearbeiter dann unter Billys immer stark wucherndem Sohlenhorn die Überreste eines Mini-Hufgeschwürs, an dem er offenbar laboriert hatte und das ihm als Folge ein paar Blockaden im Knie eingebracht hatte (denn die Schwierigkeiten im Knie waren das einzige, was wir herausfinden konnten).

Wie auch immer, so gegen Ende Jänner starteten wir langsam wieder voll durch. Da wir für April unseren nächsten Workshop mit Kurt Murauer planen, begann ich wieder, Kurts Übungen systematisch durchzumachen und Billy "durchzuknuddeln".
Während er Ende 2014 wirklich schon schön geschmeidig gewesen war, merkte man das eine Monat Trainingspause stark; Billy war unglaublich steif geworden, wie ein Brett. Ich kämpfte wieder wie am Anfang mit simpler Biegung und dem Vorwärts, aber wir haben uns da durch gebissen.

Und bei all der Beißerei ging mir - nach nunmehr acht Jahren der Billy-Partnerschaft - irgendwie der Knopf im Umgang mit ihm auf. Zuckerbrot und Peitsche, wie immer ;-). Aber der Durchbruch: Von beidem massig. Nämlich auch von der Peitsche.
Es war kein schöner Durchbruch irgendwie so, dass ich eine Erleuchtung gehabt hätte, oder ein Buch gelesen hätte, das mir DIE Antwort gab, oder sowas in der Richtung. Im Gegenteil. Mir ging die Geduld aus. Scheinbar war sie nach acht Jahren erschöpft. Und gleichzeitig aber auch die Wut. Beides ging mir an einem Tag, als das Viereck nach dem Winter wieder wunderbar bereitbar war, schlicht und einfach aus. Und ich denke, das war genau die Kombination, die es brauchte, und der Büffel hat sich zu einem flatternden Schmetterling verpuppt.

Es kam so: Ich wollte Kurts Übung weiterbringen, die da so geht: Man gehe im Schritt gerade aus, biege dann das Pferd auf eine Seite, verlagere das Gewicht und setze nötigerweise den Schenkel ein, und erwarte, dass das Pferd mit der Kruppe nach außen schwenkt bzw. in verfeinerter Form am Schluss dann das innere HInterbein weit unter den Schwerpunkt setzt. Ich bog, ich verlagerte, ich setzte Schenkel ein, aber Billy wanderte gebogen gradeaus und die Kruppe blieb wo sie war, ebenso die Hinterbeine. Er verstand mich einfach nicht, v.a. auf der linken Seite; rechts ging es irgendwie so halbwegs. Ich probierte, ich verbog mich, ich hing schon an der Seite, ich klopfte mit dem Schenkel ... nix, oder kaum eine Reaktion. Das war schon im Herbst lange so gegangen, und auch jetzt eine Woche oder so. Billy verstand und versand nicht, oder er konnte und konnte nicht, oder er wollte und wollte nicht.
Und dann geschah es eben, dass ich die Geduld verlor. Ich bog, ich verlagerte, ich drückte mit dem Schenkel, es kam keine Reaktion.... und dann touchierte ich ihn mit der Gerte. Es kam keine Reaktion. Mit meiner Geduld am Ende, gleichzeitig aber auch mit den Emotionen, klatschte ich ihm nochmal eine auf die Kruppe, und siehe da.... ich hatte mal die Phase 4 gefunden, denn der Billy schwang sein Hinterteil aber sowas von elegant nach rechts, dass ich die Version, er könnte das einfach nicht, sofort ad acta legte.
Ab da zählte ich meine Phasen mit: 1-Biegen, 2-GEwicht verlagern, 3-Schenkel, 4-KAWUMM! Und es dauerte ungefähr 5 Minuten, und Billy schwebte über das Viereck, so sensibel auf den Schenkel und Gewicht, dass wir tanzten: 5 Schritte gradaus, Hintern nach rechts geschwenkt, 5 Schritte gradaus, Hintern nach links geschwenkt. Überschwengliches Lob. Billy schaute stolz und ... ich glaubte es kaum ... eifrig.

Nach diesem Ereignis hatte ich mal mächtig was zu Schlecken und zu Kauen. Ich dachte an David Lichman's Kurs, wo er vom "sharpening your tools" gesprochen hatte; und ich beschloss, die Taktik so diszipliniert wie möglich weiter anzuwenden. Keine neue Taktik war das natürlich, denn es war einfach nur das konsequente Anwenden einer wirklichen und echten Phase 4.

Ich wendete die Phase 4 als nächstes konsequent mitzählend bei Billys Schlurf- und Schleichschritt an - und habe nun ein am Schenkel hochsensibles, ordentlich vorwärtsschreitendes stolzes Ross.
Ich wendete die Taktik erhöhter Anforderungen und konsequenter Phase 4 beim Rückwärts an. (Man erinnere sich, noch immer hatte ich regelmäßige Diskussionen, die mich im Endeffekt für jeden Schritt rückwärts dankbar sein ließen). Ich war für 1 Schritt rückwärts nicht mehr dankbar. Billy kann mehr. Ich wusste das jetzt und forderte es ein. Ich verlangte, dass er sich rückwärts lenken lässt - und reite nun 8er, Slalom und sonstige Bahnfiguren rückwärts.
Ich verlangte viel und mehr, und mit Konsequenz, und Billy biss sich durch. Das lustige dabei: Ich erwartete während der Wochen, in denen ich mich so sehr um diese Konsequenz bemühte und so viel einforderte, dass jederzeit der Moment kommt, wo Billy die Zusammenarbeit völlig einstellt. Tat er aber nie. Im Gegenteil. Er scheint aufzublühen! Bei der Bodenarbeit ist er übermütig und hat ordentliches Go. Er galoppiert 10 Runden am Stück. Er macht fliegende Wechsel und hat Spaß daran. Er lässt sich rückwärts durch einen Slalom schicken. Er lässt sich am Ende des Lassos relativ genau durch ein Tor, oder davor oder dahinter vorbeidirigieren.
Am genialsten ist aber seit einigen Wochen einfach das Reiten. Durch die hohen Anforderungen und die Konsequenz hat er seine Geschmeidigkeit sehr schnell wiedererlangt und noch um einiges gesteigert. Wir traben einen Achter mit abwechselnder Innen- und Außenstellung. Er trabt einen Slalom nur über mein Gewicht. Wir beherrschen die Schaukel Galopp-Halt-Rückwärts-Galopp. Ich kann dirigieren, mit welchem Fuß er zuerst über eine Stange steigt.

Die Leichtigkeit, die Feinheit - ein Traum! Endlich streiten wir nicht mehr ständig, sondern tanzen!

Letzte Woche hat er irgendwas (ich weiß nicht mehr was es war, aber das Gefühl von "unglaublich toll" ist noch da) so toll gemacht, dass ich einfach nicht anders konnte, als abzusteigen und mich vor ihm in den Sand zu knien ;-).

Und ich werde mich ab sofort bemühen, auch mehr Konsequenz an den Tag zu legen, was die Dokumentation unserer Fortschritte im Blog anbelangt. Versprochen ;-).