you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Montag, 28. Februar 2011
Einsamer Ausritt
Guat ists gangan, nix is g'schehn! kann ich gleich mal sagen :-). Aber ganz cool war ich nicht. Billy auch nicht. Zuerst im Wald (noch am Grundstück) war alles gut. Aber aus dem Wald rausreiten auf die kleine Straße, das war schon nicht ok. Da war ein Treshhold - für uns beide sicherlich. Mein Magen hat sich etwas zusammengekrampft, aber irgendwann muss ich es üben.
So, nach ein paar Schritten waren wir beide eigentlich recht cool, aber was würde man meinen, wie viele Autos einem an einem Sonntagnachmittag auf einer 1km langen Straße, die eigentlich nur vereinzelte Bauernhöfe miteinander verbindet, wohl begegnen kann. Jaaa, jede MEnge. Bei den 3 Autos konnten wir jeweils am Wegrand ganz gut parken, da war ich auch nicht aufgeregt und Billy auch überhaupt nicth.
Etwas anders war das, als wir grad an einer schmalen Wegstelle waren, rechts gings steil rauf, Berg. Straße an dieser Stelle nur einspurig. Ich hörte Motorgeräusch und parkte halt mal am Bankett, da an dieser STelle GsD vorhanden ist. Und dann kam ... nicht ein Auto, nein der große NÖM - Milchtankwagen *hilfe*. Ehrlich gesagt wurde mir dezent schlecht, aber der Fahrer war nett, fuhr ganz langsam vorbei und Billy stand zwar angespannt, aber wie eine Statue, wahrlich ein Squeeze Game zwischen Bergwand und Milchtanker. Gefühlsmäßig war er weit entfernt von einer Explosion. Kaum war der Tankwagen vorbei, wollte er auch schon hinterhertraben. *Uff*!!!! Gut gemeistert ist Balsam für unser Selbstbewusstsein!!
Das war nur eine kurze Runde zum Aufwärmen. Danach bin ich in die Halle gegangen und hab beschlossen, wieder etwas Finesse mit Gebiss zu reiten. Oh Wunder, selbiges war in 1 Minute im Pferdemaul! Das monatelange Üben hat offenbar doch was gebracht!
Wir haben dann ein bisschen Biegen geübt und Antraben mit sanftem Kontakt, das hat ganz gut funktioniert. Billy scheint aber das dünne Westerngebiss doch lieber zu haben als das dickere Plastik-Apfel-Ding, das ich ihm wohlmeinend verpasst habe.
Wir sind entweder gradaus ein wenig getrabt oder haben im Schritt viel Slalom zum Biegen geübt. Hat gut geklappt, ist halt alles noch ganz am Anfang.
Freitag, 25. Februar 2011
Liberty - Fig. 8 Fortschritt
Zuerst habe ich einmal ausprobiert, ob es die Stelle innerhalb der Halle ist, die Billy steckenbleiben lässt - nein. Er bleibt immer in der rechten Schleife stecken, egal ob das näher am Ausgang oder weiter weg ist,nah an der Wand oder weit davon weg. Es ist der Wechsel von rechts auf links, den er vermeiden will, genau wie beim Handwechsel im CG.
Heut ging es aber super. Ich hab mir wieder viel Zeit gelassen, wenig Druck gemacht, ihn machen lassen, und dann entdeckt, wo cih ihm am wenigsten im Weg stehe! Nämlich dann, wenn ich mich von einem pylon zum andern bewege, und zwar immer zu dem, den er gerade nicht umkreist. Auf dieser Höhe habe ich am meisten Draw. So bewegte ich zwar heut die Füße relativ viel, aber dafür hab ich keinen Stick nutzen müssen, nur mit dem Arm Richtung zeigen, und auf diese WEise haben wir 4 lupenreine 8er hinbekommen, im Schritt. Trab lass ich nochmal sein bis zur nächsten Wiederholung. Die Figure 8 lass ich jetzt insgesamt wieder ein Weilchen ruhen, das war heut toll :-).
Donnerstag, 24. Februar 2011
Liberty: Fig. 8
Danach bin ich noch kurz mit ihm in die Halle, um Figure 8 at liberty zu üben. Wie zuvor hab ich 2 x 2 Pylonen aufgebaut, 1x für eine kleine 8, 1x für eine große 8. Zuerst mit der kleinen, das ging ganz gut. Bei der rechten Schleife blieb Billy aber fast immer regelrecht "stecken". Auf der großen 8 war das noch stärker. Er stand einfach, ziemlich introvertiert, und wollte nicht vorwärts. Weit weg gehen half nicht, wollte ich die Hinterhand disengagen um ihn zu mir zu locken, verkroch er sich regelrecht in der Wand. Teilweise ging er sogar rückwärts (!).
Ich bin mal davon ausgegangen, dass es Unsicherheit ist und hab einfach den Druck ganz weggenommen und minutenlang gewartet, bis ich dachte, er könnte sich jetzt bewegen. Irgendwie hab ich es auch jedesmal geschafft, dass er doch wieder herkam - aber bei der nächsten Runde blieb er wieder an exakt der gleichen Stelle stecken. Manchmal habe ich ihn dann auch von hinten weiter getrieben und ließ ihn vom Muster abweichen und mal ganze Bahn traben - er hatte heute mehr Go als sonst und galoppierte auch... Hab ihn dann einfach eine Runde machen lassen und probiert, beim nächsten Vorbeikommen wieder auf den 8er zu schicken.
War zwar nicth allzu erfolgreich, aber irgendwie spannend - vielleicht war der eine Pylon zu nah an der Wand, obwohl Billy sonst keinerlei Schwierigkeiten hat, sich an irgendwelchen Wänden durchzuquetschen. Mal sehen, wie es nächstes Mal ist.
Dienstag, 22. Februar 2011
... und immer wieder rückwärts
Wir haben wieder mit den Kappzaum-Übungen "Führen in Stellung" und zusätzlich "Untertreten auf dem Zirkel" begonnen heute - das war schon mal besser. Anfangs musste ich Billy sehr oft an die Stellung erinnern, die hielt er immer nur 1 Schritt, aber nach ein paar Minuten wurde es besser. Das Übertreten hab ich auf einer Volte um mich herum gemacht. Also Zirkel mit Stellung, Übergang zu einer Volte, weiter auf dem Zirkel wieder mit Stellung. Hat er schön gemacht.
Ganz ganz kurz hab ich probiert, ob wir so - in Stellung - antraben können. Billy fand nein und schnappte mal her *gr*. Ok, das hat er sich dann anders überlegt und so ein paar Trabtritte haben wir dann noch gemacht, der Ordnung halber ;-).
Als nächster Punkt auf der Tagesordnung stand nochmal ein Auffrischen des Seitwärts. Mein Plan war, nur raufzuhopsen, einmal die eine Richtung, einmal die andere Richtung und fertig - und geworden ist es wieder mal eine Mega-Diskussion... nicht ums seitwärts, das machte er ganz brav. Allerdings mit zu viel vorwärts dabei, also fragte ich um einen Schritt rückwärts - und nix. Höhere Phasen, nix. Billy stand wie eine Statue, gestresst ohne Ende und ich weiß nicht warum, aber kein Schritt rückwärts. Ich bin abgesessen und hab ihn vom Boden rückwärts geschcikt - klappte wie immer. Wieder aufgesessen - nix ging. Kein Millimeter. Keine Gewichtsverlagerung. Nur ein immer ärgerlicheres und gestressteres Pferdchen und immer ärgerlicheres Frauli, das alle Tricks und Kniffe probierte und nix half. Aber aufhören? Geht auch nicht (oder doch?), also weitergestritten bis er halt mit Müh und Not schließlich doch ein paar Schritte rückwärts ging und sich das flüssig anfühlte...aber es war kein schönes Gefühl, von Harmonie keine Spur :-(. Wie mach ich bloß das Rückwärts zu seiner Idee? Immer damit aufzuhören, es als Markierung für "Trainingsende" zu etablieren klappt ja scheinbar auch nicht. Bin wie immer ratlos und ich versteh versteh versteh es einfach nicht.... Was ist so schlimm am Rückwärts? Irgendwann werd ichs schon rausfinden *seufz*.
Nach dem herausgepressten Rückwärts hab ich noch ein bisschen Liberty gemacht, was eigentlich heute als Hauptteil geplant war. Wir haben wieder 8er gemacht. 2 Pylonen hab ich in engem Abstand aufgestellt, für Schritt und kleine 8er. Und 2 für größere. Im Schritt ging alles gut, er ist nie abgehaut und blieb brav da, kannte das Muster, wechselte brav von einer Schleife zur anderen. Wir sind dann zu den 2 Pylonen im größeren Abstand gegangen, wo ich auch etwas Trab verlangt hab. Hat gut geklappt. Die linke Schleife klappt im Trab, bei der rechten Schleife kommt er mir manchmal abhanden, dann trabt er halt einen Zirkel und wir probieren es noch einmal. Ich bin dann dazu übergegangen, ihn nur kurz in Trab zu setzen und vor der Schleife wieder in Schritt zu parieren, dann schaffen wir auch die rechte Schleife. So weit so gut, haben wir ja erst 3x geübt :-).
Montag, 21. Februar 2011
Rezension
Alexandra Zich: Calme, en avant, droit. Ruhig, vorwärts, gerade. Ein Buch über den Weg zur Reitkunst. Schondorf: Wuwei Verlag, 2007. 196pp. EUR 19,80.
Dieses Buch ist, auch wenn der Titel ein bisschen danach klingt, keine Reitlehre, wie gleich im Vorwort klargestellt wird:
„Calme, en avant, droit […] möchte Sie sensibilisieren für unser aller Verantwortungsbewusstsein dem Pferd gegenüber. […] Es erwartet Sie keine Reitlehre – und dennoch ist dies ein Buch, das es sich zur Pflicht gemacht hat, Ihnen einen Weg zur Reitkunst zu ebnen.“
So geht es dann auch gleich los mit der Geschichte der Mensch-Pferd-Beziehung. Dabei zeigt sich sofort der rote Faden, der sich durchs ganze Buch zieht: immer steht die Beleuchtung des schmalen Grats zwischen Nutzung und Ausnutzung des Pferdes durch den Menschen im Mittelpunkt. Nach relativ kurzer Abhandlung des Einflusses des Pferdes auf die Wirtschaft, Kriegsführung usw. gibt es einen sehr schönen Überblick über die „alten Reitmeister“ – von Xenophon bis ins 19. Jh. Dabei werden auch die behandelt, über die nicht schon zig Bücher geschrieben wurden und deren Namen man nicht unbedingt dauernd hört.
Im 2. Kapitel gibt es dann doch so ein kleines bisschen Reitlehre. Anatomische Hintergründe werden behandelt, die Begriffe Gleichgewicht und natürliche Schiefe definiert und ihre Ursachen, Symptome und Auswirkungen auf die verschiedenen Körperpartien des Pferdes beleuchtet. Ich muss sagen, dass ich diese Begriffe selten so kompakt und gut erklärt gelesen habe. Weiters wird der Weg der Remonte zum künstlichen Gleichgewicht, d.h. zur Gewichtsverlagerung auf die Hanken, erklärt; und auch manches neues, das ich noch nirgendwo gelesen habe, wurde erwähnt, wie z.B., dass das Gebiss gemeinsam mit dem Hinterbein eine Drehung im Pferdemaul machen soll und dies die Voraussetzung für „durch das Genick Gehen“ ist (p. 164) – ganz ehrlich – noch nie gehört… interessant.
Immer wieder wird der Text mit Zitaten veschiedener Reitmeister gewürzt, deren Quellen – endlich einmal in der Reitsportliteratur!! – genau, korrekt und vollständig angegeben sind. Das hat wirklich Seltenheitswert ;-).
Schließlich widmet sich das 3. Kapitel dem „Pferd heute“, im Sport, in der Zucht, in Reitpferde- und Leistungsprüfungen, deren Vorgangsweise kritisch betrachtet wird. Schließlich noch abschließend – das Ende fand ich etwas abrupt – 3 neumodische Reitarten, die als falsch dargestellt werden, weil sie nur den Pferdehals bearbeiten … so weit so gut, dass dann aber nach 1) Schlaufzügeln, 2) Rollkur schließlich als 3) Philipp Karls „hohe Hand“ angeführt wird, hat mich doch etwas schlucken lassen. V.a. da nur seine Schüler angeprangert werden, untermauert durch ein winziges, schemenhaftes Schwarz-Weiß-Bild aus dem Internet einer Schülerin (deren Name nicht genannt wird) erschien mir schon irgendwie kindisch, oberflächlich und mehr wie eine persönlich motivierte Spitze, die - gerade auf der letzten Seite - am Ende noch einen komischen Nachgeschmack hinterließ.
Noch ein Wort zum Layout: Das ist… nennen wir es einmal so… innovativ. Es ist auf jeden Fall Geschmacksache – meinen Geschmack trifft es nicht ganz. V.a. die Zitate der Reitmeister sind – orange auf weißem Hintergrund – nicht sehr augenfreundlich zu lesen; aber wie auch immer, das tut dem Inhalt sicher keinen Abbruch.
Insgesamt hat mir das Buch besser gefallen als ich erwartet habe, da ich schon einige enttäuschte Meinungen gelesen hatte. Wenn man es aber nicht mit der Erwartungshaltung liest, eine Reitlehre vorzufinden, erfährt man doch kompakt und gut zusammengefasst und erklärt einiges neues.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Zahnarzt
Sie tastete also mal alles ab... und ging dann wieder. Nix zu tun! Billy nützt seine Zähnchen ideal ab. In 3, 4 Monaten soll ich mich wieder melden, da werden sich dann die 2 Häkchen, die sie heute fühlen konnte, zu einer behandlungswürdigen Sache ausgewachsen haben.
Okaaaay... ich war ziemlich perplex und hatte plötzlich einen Haufen Zeit (und Geld *lach*) übrig - also musste Billy heute doch auch was arbeiten.
Angefangen wie immer mit Führen in Stellung am Kappzaum, heute ein bisschen gewürzt mit der nächsten Übung, hinten Übertreten. Das kann Billy gut. Immer abwechselnd: In Stellung führen, bisschen strecken lassen, in Stellung führen, 1-2 Schritte hinten übertreten, wieder in Stellung führen und wieder strecken lassen.
Danach kommt jetzt wieder eine Phase Liberty. Zuletzt haben wir mit unserer ersten Figure 8 aufgehört, und dort jetzt weitergemacht. Abwechselnd mit ein bisschen auf den Zirkel schicken, damit er neu "Schwung holen" kann. Die 8er sind schon richtig gut, im Schritt. Man merkt dass Billy das Muster verstanden hat. Teilweise brauchte ich keinen Stick mehr und auch nicht mehr die Hinterhand bei jedem Bring Back auskuppeln (was meist nötig ist, um ihn "um die Kurve" zu bringen). Er folgte dem Muster von fast allein, ich musste nur im richtigen Moment Platz machen. Hie und da wurden es größere 8er (wenn er überlegte, doch gradaus weiterzugehen - aber ich habe ihn immer noch wieder holen und um die 8er-Schleife schicken können), und oft wurden es Mini-Mini-8er... das ist so witzig, wenn er die Kurve möööglichst eng um die Pylonen zieht, wirklich geraaaade so noch vorbei mit den Vorderbeinen, und den Hinterbeinen. Und dann schaut er einen an: "Das gilt doch, oder????" *lach*.
Ich habe auch versucht, ihn beim WEchseln von einer Schleife zur anderen auch einmal in Trab zu setzen, aber das ging heut nicht so leicht bzw. war es immer knapp dran, dass er mir dann abhaut - und da blieb ich lieber mit wenig Energie im Schritt.
Teilweise war schön zu sehen, wie ich ihn blockiere - er stockt und schaut skeptisch und ist unsicher. Wenn ich in dieser Situation Druck mache, macht er dann zu und will sich nicht mehr mit mir und der Aufgabe beschäftigen - dann kommt das "Totstellen". Das war heut echt gut zu beobachten. Ich muss tatsächlich schauen, dass ich dann weit weg komme. Dann kann man sehen, wie der Druck irgendwann abfällt und er wieder einen Schritt vorwärts machen kann. Ich weiß nicht, ob ich richtig interpretiere, aber heute hat die Strategie geklappt. Statt mehr Druck auf "der will nicht" weniger Druck auf "der kann nicht", und dann hat er das Muster brav wieder aufgenommen.
Danach bin ich auch noch geritten, die letzte Seitwärts-FreeStyle-Session. jetzt werd ich das wieder ruhen lassen. Heut haben wir aber Gas gegeben *g*. Seitwärts links, seitwärts rechts, wirklich wirklich viel, und er hat das toll gemacht.
Mit rückwärts haben wir wieder abgeschlossen, und ich kann nur sagen "wow" was für ein rückwärts! Wahrscheinlich hab ich in meinem Bemühen, es ihm schmackhaft zu machen, immer zu früh aufgehört - und immer weniger gekriegt. Die letzten paar Sessions hab ich mich ja nicht mit irgendeinem Rückwärts zufrieden gegeben, sondern - auch wenn es ein Kampf war und Billy grunzen musste - erst dann aufgehört, wenn es flüssig, flott, und ohne Furchen in den Sand zu ziehen, geklappt hat. Er scheint es sich gemerkt zu haben, denn dieses flüssig, flott und Füße heben kam heute nun viel früher, Grunzen war zwar immer noch dabei, aber heute war es wirklich nach den ersten paar Schlurfschritten supergut, und da hab ich wieder aufgehört. Es wird irgendwann werden, ich glaub ganz fest dran ;-).
Dienstag, 15. Februar 2011
Mehr Seitwärts
Danach bin ich wieder geritten, FreeStyle, zuerst zur Einstimmung einfaches Follow the Rail im Trab. Das war richtig toll, er ist auf Anhieb im Trab geblieben und hat seine Runden gezogen, und die Zirkel, die ich zwischendurch 2, 3x eingebaut habe, lief er ohne Zügel und ohne Stick, auf den Hauch eines Schenkels und Gewicht. Super!
Dann das Seitwärts, ich lass nicht locker. Heute war es besser als zuletzt. Irgendwie war mir heut aber danach, das bisschen Vorwärtstendenz, das da noch drin ist, halt mal zu erlauben. Dafür geht es dann richtig flüssig und teilweise auch schon richtig flott. Noch immer muss ich aber mit dem Stick als "Dirigierstab" (d.h. ohne Berührung, aber er muss da sein) die Hinterhand heranholen, sonst vergisst er die.
Dann wars auch schon wieder vorbei. Zum Abschluss habe ich rückwärts abgefragt, das diesmal weniger opposition reflex hervorrief (aber immer noch weit entfernt von harmonisch, der erste Schritt *seufz*). Ich ließ ihn rückwärts gehen, egal wie weit, egal wie lang, bis es sich so anfühlte wie ich es gut fand: er hob endlich die Füße vom Boden, flott und zügig, ohne grunzen und zähneknirschen *seufz*. Dann gleich runtergehüpft und fertig für heute... Vielleicht gewinnt die Übung ja etwas Sympathie, wenn sie öfter mal den Abschluss der Einheit darstellt...
Montag, 14. Februar 2011
Freestyle: Seitwärts
Danach bin ich geritten, nochmal Seitwärts. Ich wollte die Phasen verfeinern, ich möchte endlich mal keinen Stick brauchen, aber nur mit Bein kapiert er es einfach noch nicht. Allerdings tat Herr Billy, als hätte er noch nie was von Seitwärts gehört, geschweige denn es schon fast perfekt ausgeführt. Er ging vorwärts, dann fochten wir wieder mal Kämpfe um einen Schritt rückwärts aus, dann bog er einfach ab und ging statt seitwärts geradeaus auf die Wand zu, zu der ich seitwärts gehen wollte, usw. Statt feinerer habe ich wesentlich höhere Phasen gebraucht *grrr*. Es dauerte ein ganzes Weilchen bis er sich wieder dran erinnerte, wie die Übung geht, dann war er auch recht eifrig und brav - aber immer noch brauche ich den Stick, ich muss nicht immer touchieren, aber zumindest mal vorn, mal hinten hinhalten.
Um es etwas interessanter zu gestalten, habe ich hie und da in der Mitte der Länge angehalten (ich möchte verhindern, dass die Übung "von einer Wand zur anderen" zum Selbstläufer und die Wand allzu magnetisch wird ;-) ) und bin wieder in die andere Richtung seitwärts gegangen, oder ich habe es mit einer Hinterhandwendung kombiniert und bin dann in die andere Richtung weiter zur gegenüberliegenden Wand. Das waren Übungen fürs Hirn und Billy hat gut mitgemacht und "Seitwärts" von "Hinterhandwendung" erstaunlich sauber unterschieden (diese Kombi in rascher Abfolge habe ich glaub ich zum ersten Mal gemacht).
Zum Schluss hat er mir noch so viel opposition reflex bei einem einzigen Schritt rückwärts geboten, dass ich das leider nicht so lassen konnte und mich noch irgendwie da durchwursteln musste, bis das Rückwärts auch wieder leicht war - das dauerte länger als ich eigentlich wollte und Herr Billy musste eine halbe Runde rückwärts... dann wars aber gut, wenigstens. Pfuh, das wird die nächste Übung, die wir wieder auffrischen müssen....
Sonntag, 13. Februar 2011
Billy war beim Putzen sein früheres Ich, es wurde gegiftelt und er war klar grantig. Dann zuckte er auch noch mit dem Rücken weg, worauf ich beschloss nicht zu reiten sondern etwas Bodenarbeit zu machen. Das Zucken war allerdings in der Halle dann plötzlich verschwunden, aber nun gut.
Ein Kumpel von Billy hatte eine Verletzung, Bein doppelt so dick und eine Wunde, aus der schon Eiter lief *igitt*. TA da, kläffende Hunde, viel Trubel, irgendwie alles komisch.
Billys Auge sah relativ unverändert aus, jedenfalls nicht nach einer Entzündung. Bin daher in die Halle gegangen und hab viel Augen-Friendly Game geübt.
Außerdem haben wir wieder ein paar Übungen vom Longenkurs aufgefrischt. Billy war allerdings schon vom Führen in Stellung gestresst und zeigte seine Stressabbau-Varianten, Zungelutschen und heftiges Strickkauen *seufz*. Um ihm immer wieder etwas "Luft" zu geben (obwohl das Führen in Stellung eigentlich nix einengendes ist), habe ich einfach Stick to Me mit Seil am Hufschlag gemacht und ließ mich dann phasenweise immer weiter zurückfallen, bis ich in Zone 4 führen konnte. Von dort aus haben wir dann langsam Haltparaden und Wieder-Schritt-Antreten entwickelt, das war überraschend leicht, da hat er super mitgemacht. Werde ich öfter üben, um endlich auch mal was aus den hinteren Zonen zu machen, das hab ich bisher ganz vernachlässigt.
Samstag, 12. Februar 2011
Million Transitions
Wir haben Übergänge FreeStyle gemacht, ich glaube hunderte *g*. Schritt-Halt-Schritt, alle 3 Schritte, manchmal auch eine halbe Runde. Dann Trab dazu: Trab-Schritt-Trab-Schritt, Trab-Halt-Schritt-Halt-Schritt-Trab-Schritt-halt-Trab-halt-Schritt-halt-Schritt-Trab-Schritt usw. Billy wurde sehr sehr munter und war super dirigierbar. Ich bin dann übermütig geworden und probierte, ob ich in der kleinen Halle auch mal Galopp fordern kann - bisher bin ich dran gescheitert, dass er sich dann quer in die Kurve legt, weil er den Galopp einfach nicht langsam genug hinkriegt. Aber wenn ich schon dabei war, alle paar Schritte eine andere Gangart zu fordern, könnte ich ja auch an der langen Seite 2 Galoppsprünge erbitten und schauen, was raus kommt.
Tatsächlcih hat das dann toll geklappt! Bei den ersten paar Angaloppier-Versuchen ist er noch reingelaufen, aber nach 2 Sprüngen war wieder Ende, dann wieder andere Übergänge, bzw. ganz ganz viele Trab-Galopp-Trab-Galopp-Übergänge, und irgendwann sprang er richtig bergauf in den Galopp und so 2 Sprünge fühlten sich dann auch schon etwas kürzer und gesetzter an, sodass wir es durch die Ecke geschafft haben, ohne den Hufschlag zu verlassen. Wirklich toll. Und der richtige Zeitpunkt aufzuhören.
Zwischendurch hab ich auch noch wieder unser Seitwärts eingebracht, das hat sich auch wieder etwas verbessert.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Augen-Aua
Naja, er ist ein braves und tapferes Pferdchen.
Ansonsten wurde mir normal weiterarbeiten, -spielen und -bespaßen verordnet bzw. erlaubt.
Dienstag, 8. Februar 2011
Flankenseil III - Seitwärts
Billy war generell ziemlich energievoll - das Circling Game mit Flankenseil war kein Problem, er ließ sich leicht antraben, und ein Stückchen ist uns sogar mit Flankenseil im Galopp gelungen. Viel möchte ich das aber nicht machen, ich habe (berechtigte) Angst dass er sich verheddert.
Daher bin ich nach ein bisschen Schwungholen dazu übergegangen, ihn 1-2 Runden traben zu lassen, dann wieder in Schritt und Halt durchpariert (Haltparade und stillstehen ist merkwürdigerweise weiterhin nicht so einfach wie ich erwarten würde, das muss ich als nächstes mal getrennt und gezielt üben), dann kurze Pause, und dann habe ich ihn mit Flankenseil zu mir geholt, seitwärts. Letztes Mal habe ich nur einen Schritt mit der Kruppe nach innen abgefragt, diesmal sollte er ganz zu mir in die Mitte kommen. Es hat auch sehr gut geklappt, die Phasen müssen aber noch niedriger werden, teilweise lehnt er sich da ordentlich dagegen. Vorwärtstendenz ist außerdem noch viel da, fast 1/4-Runde hat er sich vorwärtsbewegt. Macht aber nichts, war ja das erste Mal.
Bei mir hat er dann Belohnung und Pause bekommen, bevor ich ihn dann seitwärts wieder raus bis zum Hufschlag geschickt habe - was wirklich toll geklappt hat, das sitzt! Ich konnte die ganze Zeit in der Mitte stehen, ohne die Füße groß zu bewegen.
Heute haben wir das einmal nur links gemacht, die andere Seite kommt dann nächstes Mal dran.
Weil er so energetisch war, hab ich das Flankenseil dann beiseite getan und ließ ihn ein bissl galoppieren, um auch das zu üben. Ging leicht und war ihm glaub ich ganz recht, sich ein bissl schneller bewegen zu dürfen. Weil das mit Neutral im Galopp einfach nicht und nicht klappen will, habe ich mich halt mitgedreht und ein Driving Game draus gemacht. Er soll einfach mal üben, dass er den Galopp mehr als 3 Sprünge halten kann - kann er ja nämlich! Er glaubts mir nur nicht ;-).
Danach bin ich noch etwas FreeStyle geritten und habe genau wie On Line das Seitwärts wieder etwas aufgefrischt. 2 Runden Trab, dann halt an der langen Seite und seitwärts zur gegenüberliegenden langen Seite, dort wieder halt. Da es von links nach rechts viel schlechter ging als umgekehrt, haben wir dann vermehrt diese SEite geübt: 2 Runden Trab, Halt, Seitwärts, und an der anderen Seite eine saubere Hinterhandwendung - klappte super :-) - und wieder Trab. Mit Päuschen für besonders sauberes Seitwärts.
Zum Abschluss musste Herr Billy noch lernen, dass man auch länger traben kann als 2 Runden, ich habe uns beide zu einem furchtbar langweiligen Follow The Rail gezwungen... aber hie und da soll das einfach auch mal sein. Da bemerkt man schnell, wann einem selbst meistens zu langweilig wird *lol*. Nach 5 Runden bog das Billytier öfters in die Mitte ab und meinte: "normalerweise ist das jetzt vorbei!" - Nö, heut nicht. Nach 7 Runden wurde er grantig und machte ein paar plötzliche Stops, die nicht erbeten waren. Nach 9 Runden hat ers dann akzeptiert und nach so 5-10 Minuten war dann Schluss. Kaum war ich unten, nahm die Zügel ab und sortierte meine Seile, hat er sich dann in den Sand geschmissen - sooo anstrengend war das! Jawoll! ;-)
Sonntag, 6. Februar 2011
Gruppenausritt
Könnte man meinen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, 15° plus, und das an einem Sonntag, für den wir uns im Stall einen Gruppenausritt vorgenommen hatten.
Natürlich bedeuteten die Temperaturen andererseits, dass 1m Schnee innerhalb von 3 Tagen weggeschmolzen ist und man besser keinen Pferdehuf auf irgendwelche Wiesenwege setzt. Wir sind daher auf den festen Wegen durch den Wald geblieben und haben eine wunderschöne Runde in 1,5 Stunden absolviert.
Feste Wege bedeutete, dass ich die Bundesstraße überwinden und die Stelle passieren musste, an der vor mittlerweile 8 Monaten das böse böse Moped den Billy zu seiner 5-km-Flucht über die Bundesstraße animiert hat. Der Schreck sitzt immer noch tief, ich hab mich danach nie wieder über die Straße getraut. Aber irgendwann muss es ja sein, und in der Gruppe ist es eh am besten.
Der Ausritt verlief ganz ohne Vorkommnisse, Billy brav und cool, und ich nur einmal in Panik. Justament, als wir schon wieder auf dem Rückweg und nur ein paar 100 m von der Bundesstraßen-Querung entfernt waren, kam von hinten ein Auto - eh ganz rücksichtsvoll - aber trotzdem spürte ich Billy sich anspannen und hab kurz gepanikt und der Gedanke schoss mir durch den Kopf, dass wenn er jetzt durchgeht, wir gemeinsam über die Bundesstraße rasen... aber er ging nicht durch, machte nur ein paar schnelle Schritte nach vorn bis er sich gleich wieder einfangen ließ und das Auto vorbei war, und danach war er cool wie eh und je.
Etwas Kondi sollten wir trainieren - ok, tun wir ja. Jedenfalls blieb Herr Billy auf der Hofzufahrt wieder mal 3x stehen um zu verschnaufen - nur paar 100m vom Stall entfernt, während sich die Kollegen allesamt im flotten Schritt entfernten. Sowas scheint ihm aber dann egal zu sein. Vermutlich versteht er einfach, dass er ja jetzt eh gleich zu Hause ist, warum also so eilig und anstrengend, der Weg wird ja nicht kürzer, nicht wahr? *g*
Freitag, 4. Februar 2011
Flankenseil II
Hinterhand weichen ging schon viel schneller und mit weniger Druck. Deshalb hab ich dann neue Übungen probiert und tatsächlich hat das gut geklappt! Ich konnte ihn in ein Circling Game schicken und ließ ihn mal ein bisschen im Schritt rumschlapfen. Das zusätzliche Flankenseil schien ihn nicht zu stören. Also mal nach Trab gefragt, was mir einiges an Koordination abverlangt hat, weil ich doch noch zusätzlcih den Stick in die Hand nehmen wollte. Aaaber, tatsächlich, Billytier fiel in Trab, er streckte sich sogar schön runter und bot schönes gleichmäßiges Tempo an. Ein paar Übergänge probiert, die gingen gut, und dann hab ich ihn abwechselnd Trab, Schritt, Halt und daraufhin einen Schritt mit der Kruppe herein machen lassen. Dann wieder rausschicken und weiter Schritt oder Trab. Das war total lustig und er hat richtig gut mitgemacht. Zeitweise schien er verwirrt, wo der Druck außen herkommt, wo ich doch in der Mitte innen stehe *ggg*.
Zum Zerkugeln ist das neugierige Untersuchen des Flankenseils - ich habe 2 dünne 7m-Seile aneinandergeknotet, schlinge sie um den Bauch und halte die Enden lose in der Hand, sodass ich jederzeit loslassen kann. Das Durch-den-Ring-Fädeln des Parelli-Programms erscheint mir doch etwas unfallträchtig. Jedenfalls führen also von Billys Flanke zwei gespannte Seile zu meiner Hand, daraufhin dreht er sich gaaanz weit um nach hinten und beginnt mit der Lippe dran Gitarre zu spielen *lach*: "nimm das weg da, das neeeeaaavt!!" war seine erste Reaktion, bis er draufgekommen ist, dass der Druck weggeht, wenn er den Hintern herschwingt *g*.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Flankenseil
Ich weiß nicht, ob ich das Flankenseil je beim Circling Game benutzen werd, darin seh ich wenig Sinn. Wo es aber gut nützlich sein wird, ist Seitwärts zu mir her und vielleicht auch die eine oder andere Übung wie Travers. Das werden wir mal in den nächsten Sessions probieren.
Danach haben wir alte Sachen aufgefrischt, zum einen On Line ganz speziell das Send im Circling Game. Ich wollte ein etwas energiereicheres Losstarten und hab ihn nach einem Schleichstart einfach reingeholt, ohne Pause wieder raus. Ein-, zweimal, und tatsächlcih wurden die Starts spritziger, dann durfte er rein und bekam Pause und/oder Leckerli. Ein paar Diskussionen hatten wir dann beim rückwärtsschicken vor dem Send, er meinte den Startzeitpunkt selbst bestimmen zu können, das ließ sich aber ganz gut wieder reparieren. Ganz kurze Galoppphasen - immer nur ein paar Sprünge - haben wir auch eingebaut.
Und schließlich bin ich noch kurz raufgeklettert, um das Platziere das Hinterbein noch etwas zu festigen. Es klappt wirklich gut, die Hinterhand lässt sich ziemlich zielgenau Schritt für Schritt schwenken, rückwärts klappte bis auf kurze Diskussionen auch gut. Dazwischen eine oder zwei Runden mit Zügelkontakt im Schritt und sogar Trab geritten, das wird auch schon besser.
Mittwoch, 2. Februar 2011
... viele viele bunte farben...
Ich habe einfach gedacht, ein bisschen mehr Farbe und ein neues Design hie und da können nicht schaden. :-)
Dienstag, 1. Februar 2011
Platziere den Fuß - Advanced I
Die Vorderbeine sind mittlerweile keine Herausforderung mehr, vielmehr ist es eine Herausforderung, neben dem Frisbee zu stehen und zu verhindern, dass er es im Boden vergräbt oder die Füße drauf stellt. Also hab ich heute beschlossen, dass wir das ganze halt mit den Hinterbeinen machen: Hinterhand seitlich aufs Frisbee schwenken oder rückwärts aufs Frisbee reiten, das war schon wieder eine knifflige Aufgabe. Billy steigerte sich total rein, grunzte in einem Fort konzentriert und schaute sowas von stolz, wenn ich ihm durch Lob und Pause signalisierte, dass er "getroffen" hat. Es war echt witzig, wie plötzlich das Rückwärts ganz schön leicht ging, mit einem derartig genauen Purpose und Focus - wobei ich nicht sagen kann, ob das an mir oder Billy liegt... macht es ihm mehr Spaß, wenn er einen Zweck in seinem Tun sieht (= Frisbee tottrampeln)? Oder ist nur mein Focus genauer und ich - mit so einem klaren Ziel vor Augen - bin genauer und strenger und gebe mich nicht, wie sonst oft, mit "naja, klappt ja so halbwegs" zufrieden?
How interesting!
Das Reiten mit Zügelkontakt geht langsam auch etwas besser, ich hab erkannt, dass ich einfach wirklich nach nur ganz kurzen Einheiten - 1, 2 Minuten maximal - wieder flottes Vorwärts ohne Zügelkontakt fordern muss, dann bleibt er nicht so "stecken". So beim Spiegel-Vorbeireiten, da dacht ich mir schon ein oder zweimal, dass das doch schon ganz passabel ausschaut. Das Nachtreiben hapert noch manchmal, denn Billy fühlt sich - gar nicht zu unrecht - kritisiert, wir kriegens aber immer besser hin.
Dazu übe ich viele viele viele Hinterhandwendungen - ganz langsam, aber ganz präzise - gemischt mit Übergängen vom Halt zu Trab und immer wieder kurzem Angaloppieren, wenn möglich - vielleicht wird er tatsächlich mal vorn etwas "leichter".