you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 31. Mai 2010

Seitengänge - Handarbeit

Billys Rücken zuckt noch immer weg. :-( Wird wohl doch ein Osteopath her müssen, nur wieder mal die große Frage: Welcher!?
Zusätzlich hat er eine große abgeschabte Stelle an derKruppe, knapp rechts neben der Wirbelsäule. Keine Ahnung, ob er sich da gescheuert hat (wir hatten letzte Woche leider eine Entdeckung von Haarlingen und gleich alle Pferde durchbehandelt - bisher konnte ich auf Billy keine entdecken) oder versucht hat, ob er wo drunterpasst, wo er nicht drunterpasst ;-). Jedenfalls hab ich die Stelle, glatt und verkrustet war, wohlmeinend eingeschmiert, war natürlich gerade falsch, war noch zu frisch offenbar, drunter hats genässt und heute war es richtig heiß und tat bei Berührung sichtlich weh. Hab also heute den Großteil meiner Zeit damit verbracht, die blöde Salbe vooorsichtig abzuwischen, dann mit kaltem Wasser abzuwaschen und mit immer neu gekühlten Fetzchen zu kühlen. Wurde auch bald besser und kühler, das war wohl wirklich nur ein Hitzestau unter der Salbe. Dazwischen noch Unmengen an Betaisodona verbraucht aus Angst vor Verdreckung und Entzündung, und dann sind wir doch noch etwas arbeiten gegangen.

Ich habe die Seitengänge an der Hand jetzt monatelang vernachlässigt, weil Billy so starke Stresssymptome dabei zeigte. Das Maul Auf- und Zuklappen zum Beispiel. Das zeigte er zum Schluss auch bei jeglicher Form des Rückwärts... und erst jetzt - Schande über mich! - fällt mir auf, dass sich das in den letzten Wochen wieder gelegt hat.
Also heute vorsichtige Versuche, mit Knotenhalfter, weil ihm irgendwie der Kappzaum nicht zu gefallen scheint.
Wir haben nach kurzem Aufwärmen mit Übertreten auf kleiner Volte begonnen. Er war sehr bemüht, rechts tat er sich offensichtlich wirklich schwer, das Bein unter den Schwerpunkt zu setzen, was ich aber auf die Wunde schiebe - sie befindet sich genau an dem Fleck, der sich dann dehnen und bewegen müsste.
Dann Schulterherein, und das ging links perfekt. Brauchte kaum Zügel, die hingen quasi durch, auch kaum Gerte, er erinnerte sich offenbar sofort an die Übung und führte sie brav aus. Natürlich gabs immer wieder eine lange Seite, die er gedehnt neben mir herlatschen durfte, und Leckerlis zuhauf. Rechts war das SH etwas schlechter, er wurde zu schnell (ganz was neues!!), überholte mich quasi, kam zu weit in die Bahn rein. Ich brauchte mehr Einwirkung, aber gemacht hat er es dann trotzdem brav und schön.
Dann noch ein bisschen Renvers und Travers, immer wieder ein Stücken, hier tat er sich schon schwerer, verdrehte den Hals in die falsche Richtung oder irgendwie S-förmig, da musste ich schon etwas mehr nachhelfen. Teilweise schiebe ich das aber aufs Knotenhalfter (statt Kappzaum), weil ja doch eine exakte seitliche Einwirkung fehlt. Hier begann dann aber auch sichtlich wieder der Stress für ihn, er begann wie ganz zu Anfang, in die runterhängende Zügelschalufe zu schnappen oder nach meiner Hand. Ich bin allerdings manchmal unsicher, ob die Schnapperei nicht (auch) mit der exzessiven Leckerli-Fütterei bei der Handarbeit zusammenhängt.
Er hat sich jedenfalls sehr bemüht und viele Dehn- und Leckerlipausen und Stimmlob bekommen. Nach 15 Minuten waren wir auch wieder fertig, er durfte sich noch genüßlich wutzeln, worauf ich die Schürfwunde neuerlich verarztete, weitere Mengen Betaisodona verbrauchte und ihn dann mit Hoffnung auf schnelle Krustenbildung (bevor er sich in den nächsten Misthaufen legt) auf die Weide zu den Kumpels entließ.
Beim Galoppieren auf die Weide war die Schürfwunde jedenfalls offenbar nicht hinderlich ;-)

Sonntag, 30. Mai 2010

Rückentraining

Nach der gestrigen Erfahrung hab ich heute nur On Line gemacht mit dem Ziel, den Rücken zu lockern. Er scheint doch hauptsächlcih verspannt, an einer Stelle macht er auf leichten Druck einfach den Muskel steinhart, genießt dann aber eine feste Massage (drückt sich dagegen und senkt das Hinterteil so ab, dass ich besser hinkomme). Wenn er genug hat, geht er einen Schritt weg zur Seite (wofür ich ihn knuddeln könnte - vor einem Jahr hätte er mich vermutlich einfach weggetreten *g*).

Ich hatte das Glück, zwischen all dem strömenden Regen und Gewittern ein kurzes Sonnenfenster zu erwischen. Das Viereck war ziemlich nass, aber noch nicht ganz überschwemmt, noch brauchbar. Das ist gut, denn die Halle ist irgendwie doch zu klein, erfordert sehr enge Wendungen.

Habe wieder Stangen aufgelegt auf einem Zirkel.
Anfangs war Billy aufgeregt, weil alle Kollegen auf die Weide durften und grad dorthin spazierten, als ich mit ihm aufs Viereck ging. Dementsprechend ist er sofort angetrabt und ziemlich verspannt. Hab drauf geachtet, dass er nach innen sieht und den Kopf senkt, das war aber grad bei den Stangen schwierig, er ist sie tw. gesprungen statt zu traben und irgendwie war das kontraproduktiv, schien mir.
Also bin ich auf einen Zirkel ohne die Stangen ausgewichen und ließ ihn traben, immer bestrebt, dass er sich dehnt und ich den Rücken schwingen sehe ... nicht so einfach für mich. Anfangs war der Kopf hoch oben, Schlauchgeräusche, sehr verspannt. Dann wanderte der Kopf nach unten, seeehr weit nach unten, die Lippen schlackerten entspannt - aber noch immer Schlauchgeräusche. Interessant.
Irgendwie gelang es mir anfangs nicht, ihn dehnen zu lassen, immer war er zu weit oben oder zu weit unten oder schlurfte dahin. Dann hatte ich eine Idee, die sehr gut funtkoniert hat, nämlich: Billy musste antraben, wurde verbal gelobt wenn er (sekundenweise) in Dehnung geriet; meist kam danach der Kopf zu tief und das Schlurfen, daraufhin habe ich ihn angaloppieren lassen, immer nur ein paar Sprünge. Der Trab nach dem Galopp war dann meist wieder mit zu hohem Kopf, aber nach einigen Sekunden dann wieder in Dehnung. Dafür Schrittparade und kurze Pause. Wieder antraben, und immer wenn der Kopf zu tief kam, Galopp.
So, mit den Übergängen, haben wir immer länger eine ordentliche Haltung zusammengebracht. Das sah teilweise wirklich gut aus und der Rücken schien zu schwingen (soweit ich das halt sehe *seufz*).

Als ich den Rücken danach abgestrichen hab, hat er diesmal überhaupt nicht reagiert *freu* - also vielleicht mal so der richtige Weg. Werde das jetzt eben öfter einbauen. Ist zwar wenig "Spiel", sondern wirklcih Arbeit (so viele Kreise auf einmal hat der kleine Büffel glaub ich noch nie laufen müssen *g*), aber was sein muss muss sein ;-).

Samstag, 29. Mai 2010

Bull's Eye

Billy zuckt weiterhin an gewisser Stelle mit dem Rücken weg, wenn man dort hindrückt... ich bin trotzdem geritten, mit Sattel, wollte mal schauen ob ich irgendwas bemerke und dann doch mal beginnen, ein bissl mit leichtreiten und leichtem Sitz zu arbeiten und Pferd in eine anständige Haltung zu reiten probieren.

Zu dem Zweck auch weiter mit dem Gebiss geübt, d.h. mal angezogen und Knotenhalfter drüber, 2 Paar Zügel. Angezogen war es diesmal recht flott, ohne Leckerlis. Am Putzplatz gings nicht, da schob er rückwärts mit Giraffen-Hals, aber in der Halle ging es erstaunlicherweise. Musste es ihm zwar lang vor die Schnauze halten, aber dann hat ers genommen und sich ohen Widerstand das Kopfstück drüberstreifen lassen (ist nicht selbstverständlich!).

Als ersten Teil der Einheit, den Großteil, hab ich das Gebiss nicht angefasst und bin alles am losen Zügel geritten. Wir sind über ein paar Stangen gegangen, dann getrabt, Follow the Rail im leichten Sitz. Er ist tatsächlich momentan verspannt und rennt mit Kopf oben, wie ich es eher nicht kenne. Hat ihn erst nach und nach gesenkt.

Als zweiten Teil bin ich Bull's Eye geritten, vielelicht war das nicht so gut. Trotzdem gab das schon auch Rückschlüsse... wann habe ich das erste Mal geschrieben, dass die Links-Volten besser waren als rechts? Und ich mich drüber gewundert habe, wo doch rechts die bessere Seite ist? Jedenfalls ging heut der Linksgalopp super, er bot ihn sogar an, als ich nur traben wollte, und rechtsherum war nicth so gut. Das war vor 1 Woche auch schon so... vielleicht die ersten Anzeichen?
Ich bin dann wahrscheinlich zu viel bull's Eye geritten... aber konnte nicht aufhören, weil er sich vehementest seine Pause in der Mitte selbst holen wollte, und das konnte ich irgendwie auch nicht erlauben.
Zeitweise war - v.a. der links-Galopp wirklcih schön und locker zu sitzen, er springt sehr brav an.

Für den letzten Teil der Einheit - die letzten 5 Minuten - hab ich dann die Zügel vorsichtig aufgenommen und bin so einfach Schritt ganze Bahn geritten, habe sonst nichts verlangt, außer dass er den Kopf unten lässt und den Kontakt zulässt - wie es scheint, werden wir aber hier eh eher das Problem "auf den Zügel drauflegen" haben als "Kopfhoch" - ganz wie gemäß der Büffelnatur zu erwarten ;-). Einmal auf jeder Hand bin ich dann auch angetrabt ohne den Kontakt zu verlieren, das ging schon alles sehr gut.

Billy hatte tatsächlcih einmal geschwitzt, und so konnte ich zum ersten Mal sehen, dass der Barefoot doch irgendwie seitlich der Wirbelsäule reindrückt, da waren 2 große trockene Stellen. Sonst sieht eigentlich alles gleichmäßig aus. Rücken war allerdings nachher natürlich nicht besser, werde in nächster Zeit nur Boden und vielleicht Schritt-Reiten machen.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Stangentraining

Wieder Regen, wieder Halle. Und sogar die ist mittlerweile in großen Teilen abgesoffen, das Wasser kommt quasi von unten rein. Aber in der Mitte ist ein kleiner Zirkel frei, und den haben wir eben heut genutzt.

Anfangs sind wir unser nächstes Pattern nach der Figure 8 (die zuletzt super ging im Trab) angegangen: Weave. Ich habe 4 kleine Pylonen aufgestellt und parallel dazu dann die ganze Länge entlang eine Stange, die als Orientierung für mich dient.
Wir haben die Weave schon früher probiert, aber war immer begleitet von ziemlichem Gegiftel bei jedem Drive, schlechtem Draw und Trab war zu unkontrolliert um ihn ernsthaft zu versuchen.
Da hat sich inzwischen schon einiges geändert, obwohl ich das Pattern ganz gelassen habe.
Begonnen habe ich, indem ich Billy einfach den Slalom geführt habe, also mitgegangen bin. Dann langsam mal das Seil länger lassen, aber noch mitgehen. Dann gerade entlang der Pylonen rückwärts gehen und das Pferd auf mich zu links und rechts in Bögen um die Pylonen rum. Das hat super geklappt! Und dann bin ich dazu übergegangen, eben seitlich - möglichst jenseits meiner Stangenlinie - mitzugehen und ihn von dort aus um die Pylonen zu fädeln. Hat gut geklappt, v.a. hat das Gifteln beim Drive aufgehört, und Draw ist auch besser als früher.
Außerdem war es super leicht, ihn antraben zu lassen, und auch wenn ich das oft noch nicht hinkriege (bin einfach zu langsam in der Koordination von Seil und Stick), haben wir einmal oder zweimal eine ganze Länge durchgehend im Trab geschafft :-). Mehr möcht ich noch gar nicht. Nur noch etwas kontrollierter und sicherer, DRaw sollte noch besser werden, aber dann bin ich hochzufrieden.

Danach habe ich beschlossen, wieder einmal etwas Stangentraining zu machen - Hil Therapy sozusagen, für den Rücken und überhaupt, Billy sieht nicht ein warum er die Hinterhand heben sollte (vielleicht kann er auch nicht, glaube ich aber gar nicht so). An einer SEite des Zirkels hab ich 1 Stange aufgelegt, leicht erhöht, und auf der anderen 2 ohne Erhöhung.
Dann musste der gute Billy da leider mal durch, ein längeres CG zu ertragen, sonst hilfts ja nix. Er war superbrav, verfiel fast nie, war aber furchtbar verspannt - ständig Schlauchgeräusche, v.a. am Anfang, und es hat erstaunlich lange gedauert, bis er den Kopf mal etwas runternahm. Ziemlich ungewöhnlich, normal schleift er ja eher im Sand als sonstwas. Über die Stangen hievt er sich regelrecht mit Schwung aus dem Hals drüber, das wurde aber besser. Für Kopf-runter, möglichst noch ohne gleichzeitiges Schlurfen, gab es kurze Schritt- oder Haltpausen. Das resultierte dann zwar darin, dass er die meiste Zeit ohne korrekte Haltung lief, aber ich muss das wohl erst neu konditionieren; habe wohl zu lang nur auf CG geachtet, ohne die Haltung im Auge zu haben.
Es wurde besser, Kopf kam schneller runter mit der Zeit, und dann hatte ich eh schon den Eindruck dass er wirklich müde wurde, er blieb öfter stehen (meist direkt über einer Stange, das kann ich nächtses Mal einbauen als Übung) und fragte ob er nicht schon Shcluss machen dürfte, und nach ein paar besonders schönen Tritten hab ich dann aufgehört.

Um das viele CG etwas zu kompensieren, hab ich dann noch Yoyo gemacht, weil er nach so viel CG meist meint, mein Send vorweg nehmen zu können und ich ihn nicht mehr rückwärts kriege - er weicht dann sofort auf den Zirkel aus. Brauchte auch diesmal ein, zwei heftigere Einwirkungen auf die Nase, bis er kapierte, dass ich ernst meine, dass er nun einfach stillstehen und mich ansehen soll und yoyo angesagt ist, nicht CG-Send. Dann ging es aber wirklich gut, ein kleiner Tanz, 2 Schritte zurück, 1 vor, 3 zurück, 2 vor, usw. Wurde richtig gut!

Sonntag, 23. Mai 2010

Ein Alptraum...

... wurde heut wahr :-( .

Endlich endlich... das Wetter besser, Sonne, Feiertag, viel Zeit. Endlich wieder raus!

Weil ich bemerkt, habe, dass Billy in den letzten zwei Tagen den Rücken etwas wegdrückt, wenn man fest links und rechts der Wirbelsäule entlangstreicht, hab ich nur lang massiert, was er sehr genossen hat, und bin dann spazieren gegangen. Möchte mal schauen, ob sich das wieder legt. Trat ziemlich plötzlich auf...

Also Stick, Seil und Tier geschnappt und spazieren gegangen, im Grunde einen schönen langen Grase-Spaziergang. Wir haben uns von Grasfleckchen zu Grasfleckchen gehangelt und waren beide so richtig schön entspannt.

Und dann ist passiert wovor ich mich immer gefürchtet habe.... Ich ging den Weg entlang, Billy untersuchte die einzelnen Halme auf ihren Geschmack, man hörte schon von weitem ein Moped herankommen. Ist ja kein Problem... Billy ist Moped-sicher - normalerweise. Blöderweise befanden wir uns in einer relativ unübersichtlichen Kurve. Zur Seite konnte ich nicht, rechts ausgerechnet hier steile felsige Böschung bergauf, links steile felsige Böschung bergab. Also stehengeblieben, Billy vorbereitet und gehofft, dass der Mopedfahrer uns rechtzeitig sieht und nicht überfährt. Billy trotz lauter werdendem Moped-Motorgeräusch entspannt, suchte noch immer die besten Halme, horchte mit dem andern Ohr auf den Motor.
Und dann ging alles ganz schnell. Das Moped oder besser Motocross-Ding schoss ziemlich rasch um die Kurve, sah uns, bremste. Er war so schnell da und das Geräusch mit einem Mal so plötzlich laut, dass Billy sich schreckte und einen Hupfer machte, er kreiselte mal um mich rum, sah das Moped an... Ich dachte noch: alles ok, hab ihn wieder....
und dann machte das blöde Motocross-Dings noch irgendeinen Zucker oder Aufheuler oder ein Knacksen, weil der eh nette Mensch den Motor abstellte; aus irgendeinem Grund gab das dem jetzt aufgeregten Billy den Rest, er drehte sich nach außen, ich versuchte noch ihn zu halten, aber das Seil flutschte nur so durch die Finger, Brandblasen trotz Handschuhen. Billy auf und davon, in absoluter Panik wie ich ihn noch nie gesehen habe.

Und zwar heimwärts.
Richtung Bundesstraße.

Ich beschimpfte kreischend den armen Motocross-Menschen, der doch auch nur seinem Hobby frönte, so wie ich... wurde mir im gleichen Moment dessen bewusst, entschuldigte mich und wetzte hinterher.
Ich glaub ich bin noch nie so schnell gelaufen in meinem Leben; wohl wissend dass das eh nix bringt... anfangs sah ich noch den schwarz-weißen Hintern eine ganze Weile weit vor mir... ich hab geheult, gekreischt, ihm nachgeschrien, gebetet dass der Fresstrieb siegt und er irgendwo stehenbleibt, bei jeder Kurve hab ich gehofft ihn dahinter stehen zu sehen... ich hab sogar gehofft, er möge sich übers Seil derstessen, alles besser als die Bilder, die vor mir auftauchten von zerstückelten Motorradfahrern, demolierten Autos, angefahrenen Billys...

Wir hatten tausend Schutzengel... mir war speiübel als ich zur Bundesstraße kam. Doch dort nix los außer Feiertags-Ruhe. Kein totes Pferd, keine toten Menschen. Irgendwie hat ers über die Straße geschafft. Mein Stallbesitzer rief mich an um mir zu sagen dass Billy da war und ob sie mich wo holen sollten. Hab nur verneint und mich nur noch den Wald raufgeschleppt, speiübel war mir.

Millionen Schutzengel. Das Tier hat keinen Kratzer. Von der Hufwand ist ein 1cm-Stückchen ausgebrochen. Sonst nichts.
Bin mit ihm in der Halle langsam Schritt gegangen, er hat noch eine Stunde gepumpt, nach 40 Minuten hatte er noch 80 Atemzüge pro Minute und fast 100 Puls. Irgendwann hat er 3x gepinkelt, 10x gegähnt, dann schlief er im Stehen kurz ein, und dann ging es langsam besser. Nach einer Stunde war er wieder ganz der alte. Und hatte am nächsten Tag nichtmal merklich Muskelkater (im Gegensatz zu mir).

Millionen Schutzengel...
und man grübelt und grübelt, was man hätte anders machen können... doch im Grunde nichts... ich war gut ausgerüstet, ich habe richtig und schnell reagiert, auch der Motocross-Fahrer hat richtig und schnell reagiert. Das Pferd ist normalerweise "bomb-proof", und kennt Motocross-Fahrer, beachtet sie normal nicht weiter. Einfach zur falschen Zeit am falschen Ort...

Nicht mehr über die Bundesstraße gehen. Ich denke das mache ich auch ein Weilchen nicht mehr. Am besten bleib ich überhaupt in der Halle. Meine gesamte Confidence ist natürlich beim Teufel....

Donnerstag, 20. Mai 2010

Liberty & Finesse

Weiterhin grauslichstes Wetter, aber Billy war besser gelaunt als zuletzt.
Beim Holen aus dem Auslauf hat er mich allerdings schon von 10m Entfernung mit angelegten Ohren begrüßt. Daraufhin bin ich stehengeblieben und hab mal so in der Gegend herumgeschaut und konnte dann beobachten, wie er nachdenkt. Er führt Selbstgespräche, das sieht man am Ohrenspiel *g*. Jedenfalls hat er sich dann entschlossen, auf mich zuzukommen, was mich kurz gefreut hat, bevor er abgebogen und selbständig den Weg zum Tor angetreten ist. Naja, aufmachen darf ich ihm dann...

Wir haben am Anfang etwas Liberty gemacht in der Halle, wobei er sich anfangs überraschend viel bewegt hat (normalerweise steht er wie angewurzelt und tut mal gar nix). Er ging quasi von sich aus in ein CG, auch ohne abzuhauen. Hm, how interesting, vielleicht mach ich doch zu viel davon.
Ich hab anfangs ganz viele Übergänge zwischen Schritt und Trab gemacht, immer nur ein paar Schritte, dann Übergang, und die waren bald richtig richtig fein. Dann zum Abschluss ließ ich ihn mal einfach traben - wollte gern sehen, wie viele Runden er von sich aus macht, bevor er in Schritt verfällt ---- und war baff. 10 Runden gleichmäßiger Trab (und das Antraben auf Phase 1), dann hab ich ihn doch reingeholt, sooo viele Runden! Er war zwar ein bissl dominant dabei (Ohren manchmal zurück und Kreis unerlaubt immer enger gemacht), aber trotzdem brav, und Bring Back war auch gut. In die andere Richtung schicken (nur 1x heute und mit kurzer Pause in der Mitte) ging auch super.

Dazwischen hab ich wieder geübt - ganz Liberty - ihm das Gebiss mit Zaumzeug anzuziehen. Er macht ziemlich Theater, nicht weil er Angst hat, sondern weil er es nicht mag . Schwierig, es ihm dann schmackhaft zu machen! Naja, irgendwie haben wirs geschafft, aber gern mag ers (noch!) nicht, und schön war es vermutlich auch nicht anzuschaun (einmal startete er zackig rückwärts, und zwar die ganze Länge der Bahn - soviel zu "ich kann nicht rückwärts!").
Als es dann drin war, hab ich ihm lange Pause gegeben und dann noch 2 Runden Galopp Liberty auf jeder Hand verlangt.

Und weil ich ja nie genug kriegen kann bin ich dann auch noch raufgeklettert (nachdem laterale Biegung und rückwärts mit dem Gebiss vom Boden aus gut waren) und bin auf jeder Hand 1 Runde Ganze Bahn mit ein paar Volten gegangen und hab probiert, Kontakt aufzunehmen. Lief teilweise sehr gut, aber hie und da kriegt er einen Rappel und büffelt gegens Gebiss - ich hab die Hände einfach stehenlassen (Zügel eh sehr lang) und den Stick eingesetzt, konnte so verhindern, womöglich an den Zügeln und somit am Gebiss zerren zu müssen.

Naja, das war zu früh - und das nächste Mal Gebiss-Anziehen wird sicher nicht leichter. Wir werden sehen.

Dienstag, 18. Mai 2010

FreeStyle - Follow the Rail

Das Wetter ist weiter schlecht, daher nur Halle möglich.

Zu Anfang hab ich wieder lange mit dem Tierchen herumgespielt, bis das Gebiss endlich drin war. Er mags einfach nicht besonders, obwohl ich fast nix oder gar nix damit tue. Also nach einer halben Stunde geduldiger Annäherung + Rückzug war's dann drin.
Ließ ihn damit stehen und ging die Halle mit Spielzeug bestücken inzwischen. Danach kam es auch schon wieder raus. Bin gespannt ob es nächstes Mal dann doch mal schneller geht...

Bin mit Knotenhalfter + BBP in der Halle Follow the Rail geritten. Möglichst ohne Zügel, möglichst alles mit Stick, aber am allermöglichsten alles nur mit Bein. Wir gingen auf jeder Hand ein paar Runden Schritt (wobei er links hie und da abdriftet in die Mitte, rechts nie), dann jede Hand viele viele Schrittvolten, so oft bis ich zumindest mal eine ohne Stick, nur mit Bein reiten kann. Dann Pause.
Zwischendurch ein bisschen Rückwärts, das geht immer noch nicht ohne Zügel, aber immerhin damit dann halbwegs leicht, und nach einigen Wiederholungen dann auch nur mit Stick, allerdings zögerlich.
Dann noch etwas Trab, wobei hier dann stärker auffällt, dass er links ständig von der Wand kommt. Im Trab hab ich mich nur drauf konzentriert, eine Runde ganz ohne Einwirkung zu schaffen. Hat ein wegig gedauert...

Wenn ich ganz ganz ehrlich bin zu mir selbst, dann ist unser FtR alles andere als gut und ich verwend die Zügel offenbar mehr als ich selbst merke. Hm. Üben! Wenn's halt nicht soo fad wäre!!

Sonntag, 16. Mai 2010

Figure 8, Sideways

Das Wetter wird immer grauslicher, strömender Regen bei nur 5°, und das Mitte Mai. Tja, da freut man sich über die Halle :-).

Billy war - kaum ist das Wetter schlecht - wieder mal ziemlich grantig. Nachdem jetzt einige Wochen alles gut war und er das Putzen genoss, war es wieder wie im Winter - kaum mit der Bürste berührt, schon gehen die Ohren zurück, er mag nicht angefasst werden wenns geht, und Hufe heben auch nicht. Haben wieder ziemlich miteinander gekämpft, v.a. bei den Hufen, die müssen einfach sein. Meine momentane Strategie, bei jedem Gifteln bezüglich der Hufe ihn eine Umdrehung um die Hinterhand machen zu lassen (also ziemlich vehement die Schulter 1x herum zu schicken) funktioniert ganz gut. Er lässt dann den Huf heben und versucht nicht mehr zu beißen, aber fröhlich schaut er auch nicht grad drein.
Die Hufe wachsen momentan ziemlich, daher musste er leider etwas länger still halten und ich hab ein bisschen herumgeschnitzt und -geraspelt. Er war dann dabei auch relativ brav - es geht immer nur um den Anfang...

Danach haben wir On Line in der Halle gespielt.
Billy war überraschend überdreht und übermütig, sodass ich mehrmals versucht war, das Seil abzunehmen und Liberty zu arbeiten, habs aber dann doch gelassen. Er war richtig verspielt/dominant, was ich einerseits immer schön finde, andererseits war das heute fast zu viel.

Bei der Figure 8 war er so übermütig, dass er jeweils in der Mitte beim Wechsel mit wildem Möchtegern-Hengst-Kopfschütteln im Galopp durchstartete und ich war mit einem mir völlig unbekannten Pferd konfrontiert, das nach außen zog. Die Wechsel waren schön, und ich hatte eher Schwierigkeiten, ihn im Schritt zu halten - da er bei den Wechseln oft knapper an mir vorbeischrammte als mir das lieb war und ich nicht 100% sicher war, dass nicht ein Kick in meine Richtung erfolgt vor lauter Übermut, ging ich eben zurück zum Schritt, bis das flüssig ging. Danach schafften wirs auch schön im Trab!
Da sieht man wieder mal, wie sehr man sich an das Übliche gewöhnt und wie unflexibel man ist, sich auf das "horse that shows up" einzustellen.

ich hab ihn dann - wenn er schon so voller Energie ist - in ziemlich schneller Abfolge ins CG und Sideways geschickt, dazwischen Travelling Circles, wieder Sideways die lange Seite, und flott das ganze - er trabt zwar noch nicht, aber geht sehr zügig seitwärts, sodass ich ganz langsam neben ihm herjoggen kann.

Stick to Me in schneller Abfolge von Trab, Halt, Rückwärts, Wendungen haben wir dann auch noch gemacht, als ein weiteres Pferd in die Halle kam. DAs klappte gut, er war sehr aufmerksam, zwar immer an der Grenze zu frech, aber es ging noch.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Finesse-Probe

Für heute hatte ich mir vorgenommen, mal endlich etwas weiter ins Finesse reinzuschnuppern. Bisher haben sich meine Finesse-Versuche darauf beschränkt zu vesuchen, dem Tierchen das Gebiss schmackhaft zu machen, ein schwieriges Unterfangen. Weil er immer so wild drauf herumkaute, hab ich es dann immer wieder aufgegeben.

Heute hab ich mal probiert was passiert wenn ich ihm das Seilchen ins Maul schnalle, also Cherokee Bridle. Das hat überraschend gut funktioniert, jedenfalls wars schneller drin als sämtliche bisher ausprobierten Gebisse. Und meine ganz ganz zaghaften Versuche einer lateralen Biegung waren sogar auch fast sofort erfolgreich. Und: Er konnte so sogar rückwärt gehen *staun*. Alles vom Boden aus natürlich, und mit Knotenhalfter und Seil als Haupthilfe, falls benötigt. Das war aber eben überraschenderweise nicht nötig.
Gut, danach hatte er dann heraußen, wie er die Zunge drüberlegt und sich das Seilchen, wenn es keinen Spaß mehr macht dran rumzulutschen, aus dem Maul arbeitet. Und fester wollte ich es nicht schnallen, also reichts das vorerst.

Danach habe ich das Gebiss wieder einmal vorgestellt - dauerte wieder laaange, anstupsen-Lob, anstupsen - Lob, schnell reinbeißen und wieder weg - Lob usw. usf., bis er es von selbst ins Maul nimmt und ich den Genickriemen über die Ohren streifen konnte. Ich habe dann noch leichte Zügel eingeschnallt und bin eine Runde geritten, mit Knotenhalfter drunter und weiteren Zügeln, und hab versucht, mal ganz vorsichtig Kontakt herzustellen. Was ihn nicht hinderte, mit Schwung anzureißen um eine Maulvoll Gras zu schnappen, das war wieder einmal eine Probe für emotionale Fitness *grr*.
Wir haben dann ein, zwei Volten probiert und auch ein Rückwärts, jeweils mit leichtem Kontakt, und ich muss sagen, ich war recht angetan vom Ergebnis. Abgesehen von der Futtergier reagierte er fein, aber nicht hektisch (frühere Versuche hatten eher zur Folge, dass er wie verrückt herumkaute, anriss, etc.), sehr positiv.

Dienstag, 11. Mai 2010

Das große Fressen...

... hat begonnen! Weidezeit! Seit Sonntag sind die Pferdchens nach und nach länger stundenweise auf der Wiese.

Und da ich das Pferdchen ja sowieso holen gehen muss dachte ich: Warum nicht ausprobieren was passiert, wenn 20 andere Pferde und ein paar ha Wiese, das Büffelchen und ich + mein Stick aufeinandertreffen? -- Toll war's!

Zuerst bin ich mal hin und bin eine Weile beim Grasen einfach so mitgeschlendert. Dann mal Catching Game probiert. Denkste, er wandte sich mir natürlich nicht zu, sondern suchte (im Schritt) das Weite. Nach 2 Versuchen hab ich es gelassen, weil ich dachte, so bringe ich ihm sichtlich nur das Wegrennen bei. Bin hinterher und hab mal ein "Stick to HIM" gemacht. Ging los wenn er ging, blieb stehen wenn er wieder weiter graste. Interessanterweise begann er dann, sich doch noch an mir zu orientieren und wir haben Rollen getauscht - und ab da liefs echt toll.

Ich bin voraus getrabt und er doch tatsächlich hinter mir her. Blieb stehen wenn ich stehenblieb, ging sogar 1,2 Schritte rückwärts mit mir. Klar sind wir alle paar Sekunden stehengeblieben um Gras zu fressen, gegen das frische Grün hab ich auf Dauer sonst keine Chance, man muss es ja nicht herausfordern. Aber total faszinierend... begann ich zu laufen, ließ er das Gras stehen und kam hinterher.
In meinem Übermut hab ich dann, als er den Kopf grad im Gras hatte, mal Energie hochgefahren und Finger nach links ausgestreckt *mal sehen was passiert* - und das Pferdi zirkelt 1x um mich rum, einen engen Kreis, im Trab *staun*. Gut, danach hatte er sofort den Kopf wieder im Gras und irgendwie war klar, dass das sicher nicht länger und höchstwahrscheinlich kein zweites Mal mehr klappt, aber musste es auch nicht, habs nicht mehr probiert.
Wir sind dann gemeinsam den Wiesenweg zur Winterkoppel getrabt und sogar galoppiert (weg von den andern Pferden, weg von der Wiese!), und ich dachte ich probier etwas mehr Liberty dort, wo kein Gras wächst. Da kamen mir andere Pferde dazwischen, die fühlten sich ebenfalls animiert, glaubten wohl es gibt im Stall noch besseres Futter oder so, und zischten im Galopp vorbei - na gut, da lief er dann mit denen mit. ich ging inzwischen mein Seil holen, das lag noch auf der Weide. Und dann kam er mir wieder entgegen, hatte mich wohl gesucht :-) *he, wo isse denn geblieben?*
Jedenfalls sind wir nochmal den Wiesenweg entlanggaloppiert, über die Winterkoppel und dann in den Auslauf. Dort hat er mir mal aufgetragen, die (leider schon wieder verbogene kaputte) Nachlaufsperre vom Kraftfutterautomaten beiseite zu räumen und hat sich seinen Getreide-Snack geholt.

Hab ihn dann ein bissl geputzt und Beine abgespritzt (auch at Liberty :-) , steht wie angegossen das Tier). Dann kurz wutzeln am Sandviereck und warten bis die Halle frei wird, wollte doch noch ein bisschen mehr Liberty machen.

Hat dann auch noch super geklappt, paar Runden Trab, er hält die Gangart momentan phänomenal; eine Stange hab ich auch aufgelegt, brav drübergetrabt. Und: ich kann die Zirkel vergrößern und verkleinern, wie ich das mach weiß ich zwar nicht, aber es hat heut geklappt (ok, vielleicht wars auch Zufall *g*). Zum Schluss noch Galopp auf jeder Hand, wird auch schon besser, rechts war es sofort gut und eine vollständige Runde ohne Erinnern, links muss ich ihn weiterhin "driven", wenn ich mehr als 2 Sprünge möchte, aber das Angaloppieren war jedes Mal super, also er bemüht sich. Daher haben wir danach auch gleich Schluss gemacht und sind nachher wieder gemeinsam auf die Weide getrabt :-).

Samstag, 8. Mai 2010

Mehr Zirkel

Zuerst etwas On Line: Wir hatten ein wirklich geniales Circling Game! Super Send, und Billy trabt sofort an und trabt... und trabt .... und trabt ... und trabt ... *staun*. Das kenne ich so gar nicht, normal geht das eher so Trab, nach ein paar Schritten probiert er mal ob er Schritt gehen kann ohne dass ichs merke... aber heut, gleich beim ersten Mal, super! Ich weiß gar nicht wie viele Runden er gemacht hat, irgendwann hab ich aufgehört zu zählen (das bin ich ja nicht gewohnt!!) und dann reingeholt.
Es ging in beide Richtungen gleich gut, er hatte heute irgendwie mehr Go als sonst.

Galopp auch probiert, der war auch super, 2 lockere Runden auf jeder Hand, am 7m Seil (Lasso geht normal besser). Allerdings muss ich mitgehen, er macht den Zirkel groß und ich hab das Gefühl wenn er kleiner wäre könnte er nicht mehr gut galoppieren, also gehe ich einen kleinen Zirkel mit, um den Radius zu vergrößern und ihm mehr Platz zu geben. Nächstes Mal muss ich wieder das Lasso nehmen.

Danach noch etwas Seitwärts und versucht, schneller zu werden dabei, was noch nicht so ganz gelingen will.

Dann das Bull's Eye geritten, heute nach rechts (gestern ja nur links, rechts wollte ich heut nachholen). Schritt ging schnell gut, Trab war wieder irgendwie frei geformt, wurde aber schneller besser als gestern und ich konnte pausieren. Dann Galopp, das Ziel der Übung... und - ganz komisch - der war furchtbar! Normal geht Rechts immer besser als Links, aber dieses Wochenende war es genau umgekehrt. Es fühlte sich an als würden wir gegeneinander arbeiten, wobei ich denke dass es an mir lag - ich konnte mich irgendwie nicht nach rechts biegen, nicht richtig drehen - also ich konnte schon, aber irgendwie fühlte es sich komisch an. Ständig wurde ich nach links geschmissen, knickte ein, verlor die Balance, und Billy war auch grantig, legte die Ohren an, wollte sich die Pause bei der Tonne selbst holen oder machte Notstopps vor dem Gras. Nach einer halbwegs akzeptablen Runde habe ich aufgehört.
Es war total seltsam, normal ist es umgekehrt - links fühlt sichs so komisch an wie heute rechts und rechts so gut und flüssig wie gestern links...
Irgendwie ein total krasser Gegensatz zu gestern.

Ich glaub wir brauchen wen der uns beide wieder grade macht :-(.

Freitag, 7. Mai 2010

Bull's Eye

Zum Aufwärmen sind wir Follow the Rail mit 2 Sticks geritten. Volten nach links konnte ich ganz ohne Zügel- und Stickeinsatz, also rein auf Drehung, reiten *freu*. Nach rechts gingen sie wesentlich schlechter, da brauchte ich den Stick.

Danach Übergang zu Bull's Eye. Paar Runden im Schritt, das war aber schnell sehr gut und ich ging zu Trab über. Hatte nicht viel Zeit und hab daher nur die linke Hand bearbeitet heute. Im Trab brauchten wir für den ersten Durchgang gleich ewig, Runde um Runde um Runde; ich brauchte viel viel Zügel (das Gras am Rand war seeehr anziehend), was wir da für Figuren machten war nicht nur vom Zirkel, sondern sogar von Ostereiern weit entfernt, mehr eine Art "freie Form" um die Tonne. Es brauchte Ewigkeiten, bis es dann besser und dann eine Runde gut wurde, und dann gab es lange Pause an der Tonne.
Mein urprünglicher Plan war Galopp zu üben, also hab ich das getan, obwohl ich leicht skeptisch war ob das klug ist nach der schweren Geburt eines Zirkels im Trab. Aber gut, dass ich es probiert hab... denn: Büffli schenkte mir einen genialen Zirkel rund um die Tonne im Linksgalopp, einfach nur perfekt. Bis aufs Angaloppieren vielleicht, er rennt immer noch rein, aber für vier (!!) ganze Runden wunderbar lockeren Galopp, der sich super harmonisch anfühlte. Kein einziger Versuch, die Gangart zu wechseln, also in Trab zu verfallen; ich konnte lockers oben sitzen, es war so flüssig dass ich gar nicht versucht war, irgendwie "anzuschieben", wie das oft der Fall ist, Zügel konnte ich mit einer Hand halten und brauchte so gut wie keine Korrekturen. Ich war völlig fasziniert, v.a. weil es linke Hand, die schlechtere war... natürlich dann sofort rein zur Tonne, Pause, abgesessen und aus für heute!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Besuch :-)

Heute hab ich dem Büffli Besuch mitgebracht und er hat neue Fans gewonnen :-).

Wir haben zuerst ein bisschen On Line gemacht, ich natürlich planlos, wegen Besuch und sowieso ;-). Dann wichen wir in die Halle aus und ich hab ein bisschen unsere Liberty-Zirkel vorgeführt, die gut geklappt haben.

Und dann hab ich den Besuch genötigt, ein bisschen mit dem Büffli zu spielen (On Line). Ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie jemand anders mit ihm spielt und wie er reagiert usw. Hat sie jedenfalls toll gemacht und das Büffli mochte sie (ist ja nicht sooo selbstverständlich). Er hat brav auf alles reagiert, nur beim Porcupine Game hat er ein bisschen den LBI raushängen lassen *hihi* - aber auch nur kurz ;-).

Also... hoffe auf baldige Wiederholung ;-)

Dienstag, 4. Mai 2010

Endlich wieder frei!

Es regnet, und der neue Hallenboden ist fertig --> endlich wieder mal Liberty! Wurde stark vernachlässigt in letzter Zeit, da die Halle der einzige fest eingezäunte Ort ist, wo das geht, und die war eben in Arbeit. Aber jetzt haben wir schönen feinen frischen Sand drin *freu*.

Das Video, das wir Sonntag gemacht haben, hat mir schon viel zu denken gegeben. Ich wusste nicht dass alles so fahrig wirkt. Nach meinem inneren Gefühl spielt sich alles ganz langsam ab, wenn wir spielen - zu langsam sogar, wie in Zeitlupe. Und außerdem völlig lasch, energielos. Folglich bemühe ich mich seit Ewigkeiten, meine Energie hochzuschrauben in der Hoffnung, das Tier mitzunehmen, und schneller zu agieren, damit ja keine Langeweile aufkommt. Tja, das war vielleicht übers Ziel hinausgeschossen...

Aus diesen Erkenntnissen habe ich heute probiert was passiert, wenn ich alles ganz ganz fein mache, ganz ganz leise, körpersprachlich flüsternd sozusagen, dem Tier mehr zuhören, wirklich danach suchen, ob es wirklich keine Reaktion gibt wie ich mir einbilde (don't make assumptions!), mich laaaangsam bewegen, laaangsam denken, und so weiter. Tatsächlich wurde es eine tolle Liberty-Einheit, in der ich mehr bekommen habe als ich erwartet hätte!

Begonnen haben wir mit flüsterndem Yo-Yo. Ihr wisst ja, rückwärts, die schwierigste Übung hier ;-). Ich hab mich vors Büffli gestellt und nur mit dem Finger gewachelt, wirklich nur dem Finger. Und auch die Phasen laaaang nicht erhöht (unsere Auffassungen von laaaanger Phase 1 sind wohl auch unterschiedlich). So nach gefühlten 5 Minuten Finger-Millimeter-Wacheln gabs eine Gewichtsverlagerung. Entspannt, kurz gewartet, wieder von vorn. Tatsächlich hab ich so, immer wieder gesteigert bis zum Schluss der Einheit heute 4 zaghafte Schritte bekommen. Warum das so toll war: Er wich nicht aus (sonst dreht er den Kopf zur Seite oder geht zur Seite oder glaubt er soll in ein Circling Game), er nahm nicht gleich das Circling Game vorweg, und, am allerbesten: Er sah entspannt aus, ungrantig und freundlich. Die Reaktion wurde auch flotter und deutlicher. Tja, wieder was gelernt...
Der zweite Teil vom Yo wurde allerdings nicht besser, obwohl es On Line mit SEil am Boden funktioniert, geht es Liberty nicht. Er bleibt einfach stehen und scheint keinen Anlass zu sehen, herzukommen, auch nur 1 Schritt. Ich kann ihn in Bewegung setzen und diese "Starre" etwas lösen, wenn ich mich rüberbeuge und die Hinterhand zentimeterweise löse - dann setzt er sich in Bewegung und kommt auch her.

Weiter gings dann mit Circling Game, wo ich Galopp üben und Send verbessern wollte. Ich war baff, beides klappte toll.
Erstens blieb er in der ganzen Einheit bei mir, sobald er erkannt hatte, dass es jetzt ums CG geht. Nur ein einziges Mal ist er Richtung Tor geflitzt, und das war als der Traktor fuhr, was für unsere Pferde quasi der Gong zum Abendessen ist (zuerst wird abgemistet, dann Heu verteilt) - konnte man ihm kaum übel nehmen, und wie schnell er wieder da war, während ich mich nur 2 Meter bewegen musste, war sowas von brav!
Auch beim CG hab ich mich bemüht zu flüstern und alles gaaaaaanz laaaaaangsam zu machen. Nur Finger ausstrecken fürs Send. Ich war entzückt wie gut das klappte. Noch entzückter war ich dass es immer besser klappte, obwohl ich die Phasen nicht ehöht habe - das Tierchen wachte langsam auf. Wohl hab ich meine Körperspannung beim Send erhöht, aber immer noch nur den Finger gehoben - Send im Trab, und ein oder zweimal zischte er auch übermütig im Galopp ab *stauuun*. Trab halten war auch leicht, obwohl ich nichts herausgefordert habe und ihn immer schnell, v.a. wenn das Send so gut war, wieder zurückgeholt hab. Dann lange Pausen, wo wir uns beide sehr entspannt haben. Leckerlis hab ich in letzter Zeit, v.a. seit dem Wochenende, übrigens mal weggelassen. Hie und da hab ich sie durch Bauch-Kratzen ersetzt, das steht immer noch hoch im Kurs, fast bin ich froh über die Stechviecher ;-).
Und dann und dann und dann haben wir unsern ersten Handwechsel Liberty gemacht - bisher weggelassen, weil ja immer gewarnt wird, man soll sich den Draw nicht damit verderben, das wollte ich vermeiden. Weil aber der Draw sehr gut war und es sich einfach so ergeben hat, dass Billy mit total aufmerksamen Ohren und sehr energievoll zu mir hergetrabt ist, hab ich von meiner Draw-Position einfach in eine Halt-Position gewechselt, also Energie wieder raufgefahren, als er fast bei mir war, Finger in die andere Richtung ausgestreckt und er flitzt galoppierend in die andere Richtung. *jubel* So schön hab ich das On Line noch nie hingekriegt *g*. Ich hab ihn sofort zurückgeholt, Pause. Dann noch zwischendurch ein oder zweimal mehr gemacht, aber darauf geachtet, dass dazwischen immer deutliche Bring Backs sind, die "Ende vom Spiel" bedeuten mit Pausen.

Galopp ging ganz gut, er tut sich aber echt schwer ihn zu halten, v.a. links, rechts war er eigentlich sehr schön und gleichmäßig und auch nicht so gequält.

Übergänge nach unten waren komischerweise von Trab nach Schritt schwierig, er wird da immer zuerst mal schneller, bis er kapiert hat was gemeint ist, aber dann hat es gut geklappt.

Supi war das :-).

Sonntag, 2. Mai 2010

On Line Video

Tags darauf habe ich - mit Kameramann - so ziemlich dasselbe nochmal gemacht, inklusive Figure 8. Und die ging noch nie so gut!! Wir haben tatsächlich eine ganze 8 im Trab geschafft *jubel*. Sollte ich nur noch versuchen, das ganze aufs Viereck mitzunehmen, irgendwie muss es ja auch dort zu schaffen sein.

Allerdings war Herr Billy heute wieder etwas weniger gnädig und mehr dominant als verspielt. Kann daran gelegen haben, dass die Kamera lief, und sobald die läuft, denkt mein Kopf leider nur noch "audition, audition, Perfektiooooon" und dann - eh klar - gehts viel schlechter als tags zuvor...

aber seht selbst. Es enthält zwar so ziemlich alle Elemente für eine L2 On Line Audition, allerdings ist die Einstellung von Herrn Pferd mehr als deutlich negativ *seufz*. Und es war anfangs mehr als 10 Minuten, aber der Anfang ist weggeschnitten, da nicht öffentlichkeitstauglich *ähem*, wir mussten uns erst ausmachen, wer hier mit wem rennt, und zwar mehr als deutlich... dann ging's plötzlich, aber natürlich grantig...

http://www.youtube.com/watch?v=kq77j1SK5EA

Samstag, 1. Mai 2010

Kleine Veränderung...

... große Wirkung!

Ich habe heute beschlossen, mit Billy auf unserer Winterkoppel zu spielen. Wenn dort grad keine Pferde sind, dürfen wir das, und unsere lieben Stallbesitzer haben sie außerdem kürzlich mit etwas Spielzeug aufgepeppt - ein paar Baumstämmen zum Drüberhüpfen z.B.

Ich hab mich daher nicht lange aufgehalten, weder geputzt noch sonstwas, sondern nur kurz Hallo gesagt, langes Seil dran und rauf auf die Winterkoppel (die ist auch leicht schräg, perfekt für Hill Therapie übrigens!). Billy konnte es gar nicht glauben, sein Blick sprach Bände ("häh?? Was'n nu los? Haaalllooo, falsche Richtung!!"), er blieb stehen und wollte erstmal nicht mit.

Und dann hatten wir zusammen so viel Spaß wie kaum je zuvor! Er war munter, freundlich, verspielt, übermütig, einfach toll. Antraben auf Körperspannung, kein Problem! Hüpfen über den Baumstamm, kein Problem! Circling Game kein Problem, Handwechsel im Trab, ich glaube unsere ersten flüssigen überhaupt!! Dabei musste ich zwar viel rückwärtsrennen um ihm Platz zu machen, aber es klappte!

Ich hab keine Ahnung, was hier nun den Unterschied macht. Es ist nicht sooo viel mehr Platz als im Viereck... vielleicht ist der Boden besser bei trockenem Wetter (Viereck = relativ tiefer Sand, Koppel = harter Naturerdboden), sodass ihm die engen Wendungen leichter fallen?
Ich weiß nicht, aber es hat sich selten so sehr nach "Spiel" angefühlt oder nach "genau so muss das sein". Es war deshalb auch nur kurz, mir fiel dann nix mehr ein, alles was ich probierte klappte fast auf Anhieb, also nach höchstens 20 Minuten wieder runter von der Koppel, raus aus dem Offenstall, und rein ins Grüne!
Wir waren noch 15 Minuten grasen, wobei ich ein Online-Point-to-Poitnt eingebaut habe, im Trab und sogar Galopp! Er war so gut drauf, es brauchte nicht mehr als bissl Körperspannung, dass er zu fressen aufhörte (*stauuun*), wenn ich loslief lief er auch los, und dann haben wir den Feldweg entlang sogar unser erstes Stick-to-Me im Galopp geschafft, und das allerschönste war, dass es kein Grantel-Gesicht dabei gab, und kein Dominanzgegiftel!

Bin mit einem Riesengrinsen im Gesicht heimgefahren... so soll es sein! :-)