you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 31. August 2014

Nachdem es jetzt dauernd geschüttet hat, gab es heute eine kurze Regenpause, und der Platz war erstaunlicherweise brauchbar. Abends fing es nachher wieder an zu regnen und das blieb die nächsten 3 Tage so. Gut, dass ich das heute genutzt hab. Bin wieder mit Hackamore geritten.

Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Wieder musste ich Billy anfangs vehement überreden, es brauchte Gerte auf die Brust etc. Am Schluss dann wieder supergut. Wie oft muss ich das wiederholen?

Übung 2: Zirkel verkleinern und vergrößern. Ich habe die Marker aufgelegt zur Orientierung.  Ich bin nur einige wenige Male mit Billy in den Zirkel geritten: groß, kleiner, kleiner, kleiner, und wieder raus. Billy hat sich Mühe gegeben und angestrengt. Er biegt sich gut, in beide Richtungen, er kann wirklich schon sehr kleine Zirkel traben. Ich belasse es bei ganz kurzen Reprisen, um ihn nicht sauer zu machen, aber bei denen strengt er sich dafür toll an.

Übung 3: Diagonalkontrolle. Das Untertreten unter den Schwerpunkt mit der Hinterhand klappt toll auf stärkeres Biegen mit Anheben des inneren Zügels und Gewichtsverlagerung nach außen-vorn. Manchmal muss ich etwas mit dem Schenkel nachhelfen, aber oft geht es ohne. Aus der Bewegung ist es viel einfacher als aus dem Stillstand. Überrascht hat mich das jeweils darauffolgende Verschieben der Vorhand. Billy reagiert super auf das Gewichtsverlagern (von vorn-außen nach innen-hinten, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen und die Vorhand frei zu machen), plus direkten Zügel und Anlegen des äußeren Zügels bzw. der Hand an den Hals und äußeren Schenkel in vorderer Lage. Er macht oft noch kleine Kreise, v.a. in eine Richtung, aber ich war überrascht, wie flüssig der Wechsel von HH-Verschieben zu VH-Verschieben jetzt geht. Wir haben das ja kaum geübt.

Donnerstag, 28. August 2014


Bin wieder einmal zum Reiten gekommen! Es wurde später heute, zum ersten Mal ist es mir wieder dunkel geworden.

Bin mit Hackamore geritten.

Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Billy ließ sich wieder ordentlich bitten, bis zur deutlichen Phase 4, und er ärgerte sich, irgendwann fügte er sich in sein Schicksal und dann gings auch ganz weich. Ich glaube manchmal kapiert er einfach die Hilfen nicht. Soft Feel mit abwechselnd Vorwärts und Rückwärts, dass er da auf meinen Sitz hören soll und nicht auf die Zügel, versteht er noch nicht so ganz. Zum Schluss gings aber super, ein Schritt rückwärts, einer vorwärts, hin und zurück, mal mehr Tritte, dann nur einer usw. Ich wollte einfach, dass er lernt, dass mein Sitz das ausschlaggebende ist, nicht der Zügel. Ich weiß nicht ob er es ganz kapiert hat, aber am Schluss war es super.

Übung 2: Schritt-Trab Übergänge. Ich versuchte, Soft Feel und Biegung beim Antraben beizubehalten. Soft Feel klappt noch nicht, er verliert die Genickbeugung beim Antraben. Das Antraben war dafür sehr sehr fein auf Sitz. Biegung klappt super.

Übung 3: Volte über Stangen. In der Mitte ein Pylon, rechts und links Stangen, über die er traben musste. Da wurde es ihm irgendwann zu viel, aber wir haben dann noch ein zwei Runden drangehängt, bis es gut war. Anfangs fühlte ich, wie er richtig Schwung holte; der Kopf ging nach oben, er hat sich quasi drüberkatapultiert. Am Schluss konnte er flüssig drübertraben, da merkte man fast keinen Unterschied mehr ob Stange da war oder nicht, so wollte ich das. Biegung hielt er brav mehr oder weniger alleine, ohne viel und ständiges Zügelzuppeln.

Freitag, 22. August 2014

Verladewoche

Etwas, was mich bei den angereisten Teilnehmern vom David Lichman-Kurs sehr beeindruckte, war die Entspannung ihrer Pferde im stehenden Hänger. Da standen sie, entweder vor ihrer Abreise oder  nach ihrer Ankunft, Klappen offen, Pferde neugierig, aber kein Hüpfen, kein Trampeln, kein unbedingt-sofort-Rauswollen.
Ein neues Ziel für uns, Billy zum Verlade-Profi zu machen. Einsteigen tut er ja brav, aber wir wissen: Kaum wird gefahren, kriegt er Schweißausbrüche. Und Stehen ohne Fahren ist auch blöd, findet er. Da kann man ja genausogut auch wieder aussteigen, oder?

Dass das alles eine Sache der Übung ist, ist klar.
In dieser Woche hatte ich Urlaub, das Zugfahrzeug und sein Lenker standen mir zur Verfügung - Gelegenheit zum Verladetraining!
Am Montag hatte ich noch folgenden Plan: Billy sollte einfach lernen, dass man sich im stehenden Hänger nicht aufregen muss. Nichts anderes als in der Box stehen, Billy! Oder im Futterautomaten! (Wo Herr Billy ja mit Vorliebe mal ein Zwischendurch-Nickerchen einlegt - Klaustrophobie ist nicht der Grund für die Nervosität im Hänger!). Ich wollte ihm einfach mal zeigen, dass nicht immer was passieren muss (fahren), wenn die Hängerrampen zugehen. Wir hängten als Entspannungsbeschleuniger ein Heunetz auf ... Billy trapste ohne Schwierigkeiten in den HÄnger und mampfte los. In kleinen, aber (rückblickend) doch zu schnellen STufen ließen wir ihn allein: Zuerst gingen wir weg, dann machten wir die Reitertür vorn zu, dann hängten wir die Stange ein, dann machten wir die Rampe zu, dann banden wir ihn an (weil ich nicht möchte, dass er womöglich mal probiert, ob er umdrehen kann). Billy stand und fraß. Wir setzten uns unter einen Sonnenschirm neben den Hänger und entspannten.

Und dann war das Heu gegessen.
Billy wartete kurz, was nun zu seiner Bespaßung passieren würde, und als genau nichts passierte und er zusätzlcih feststellte, dass er aufgrund des Angebunden-Seins nicht jede Fliege so wegscheuchen konnte wie er wollte, began er zu randalieren. Meine Nerven!
Er trat hinten gegen die Rampe, er stampfte dass ich Angst hatte, er käme gleich durch den Boden durch, er trampelte hin und her, dass der ganze Hänger mitsamt Auto wackelte.
Weil ich meinen Hänger gern noch länger haben wollte, wie auch ein Pferd ohne Blessuren, brachen wir die Übung irgendwann ab, als es meine Nerven nicht mehr ertrugen. Natürlich ein schlechtes Ende, denn nun hatte Billy die Erfahrung: Randalieren hilft.

Am Dienstag änderten wir nach reiflicher Überlegung die Strategie. Wir stellten den Hänger mitsamt Auto aufs Viereck und erklärten ihn zum Ruhepol. Draußen gabs Arbeit über Arbeit, Ruhepausen nahm Billy nur im Hänger ein. Billy sabotierte die Pläne ein wenig, indem er heute sehr gehfreudig war, aber es klappte schließlich trotzdem. Wir fingen mit Bodenarbeit an. Billy war übermütig, galoppierte an, versuchte mir zweimal das Seil aus der Hand zu reißen und wegzugaloppiern, und schlug in meine Richtung aus; ich konnte ihn aber halten. Wir machten zuerst am Boden, dann beim Reiten anstrengende Dinge: Achter, Slalom, ganz viele Handwechsel mit Galopp dazwischen, ganz viele Übergänge, schließlich Hopser über Cavaletti. Hier versuchte ich wie bei David, ihn trabend hinzuschicken und dann über dem Sprung angaloppieren zu lassen. Billy vergingen langsam die Flausen. Als ich das erste Mal das Gefühl hatte, er bräuchte eine Belohnungspause, gingen wir zum Hänger. Anfangs zierte sich Billy und wollte sich nicht reinschicken lassen. Das ganze dauerte zu lange, er bekam die Pause vor statt im Hänger, das war nicht so gut. Also mit ihm reingegangen, das klappte immer gleich. Reinschicken wird dann später eine weitere Phase.
Der Plan war: Billy darf sich drin ausruhen mit mir, ein wenig Hafer haben wir ihm auch gegeben. Alle Türen bleiben offen, ich verhindere nur mit dem Seil, dass er womöglich umdreht. Sobald er rückwärts aussteigt von alleine, geht es weiter mit der Arbeit. Tatsächlich passierte das am Anfang sofort nach dem Auffressen vom Hafer. Billy schob geordnet rückwärts, stieg super aus der Tür mit Stufe aus.
Weiter gings! Weiter Bodenarbeit, Seitwärts, viel viel Rückwärts, und wieder Hänger anbieten. Immer wieder und wieder. Billy fraß jedesmal nur die paar Haferkörner und stieg selbst wieder aus.
Nach der Bodenarbeit bin ich noch geritten: Trab und Schritt nach Rhythmus von Musik, wie bei David, dabei sehr sehr schneller Trab und Schritt (spätestens da hatte Billy dann genug). Nach jeder anstrengenden Übung boten wir ihm Ruhe im Hänger an und etwas Hafer. Die Pausen, in denen Billy drinstand, wurden langsam länger, aber trotzdem ging er immer selbständig wieder raus. Am Abschluss des Dienstag war es dann aber schließlich so (nach einer 2-3 Stunden-Session), dass er einen Schritt nach rückwärts machte und deutlich dran dachte, auszusteigen, dann aber wieder einen Schritt nach vor tat und ausruhte. Das war am Dienstag der Zeitpunkt, wo ich ihn aktiv rausschickte, wutzeln ließ und nach Hause brachte.

Am Donnerstag ging es weiter. Wir parkten den Hänger diesmal am Ausgang des Vierecks, weil das so nass war. Klappte auch gut. Der Unterschied zu Dienstag war enorm. Ich arbeitete kurz mit Billy, wir machten wieder lästige anstrengende Übungen (heute war er von Anfang an nicht so ungewöhnlich energievoll wie am Dienstag), dann ging ich mit ihm in den Hänger (reinschicken klappte immer noch nicht, egal). Er blieb von Anfang an länger drin und musste eigentlich fast immer rausgeschickt werden. Wir schlossen auch erstmals hinten die Rampe für kurze Zeit und ließen ihn kurz allein. Da wird er schon wieder nervös, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Mit geschlossener Klappe zeigte Billy dann bei einem der Versuche ein „coming off Adrenaline“ wie aus dem Bilderbuch: Er blinzelte, die Augerl fielen ihm zu, er gähnte, er kaute, Hals senkte sich und er war nun sichtlich entspannt. Ein super Abschluss, Klappe wieder auf und raus geschickt und heim.

Freitag dann noch einmal, Hänger wieder außerhalb vom Viereck. Billy ließ sich zwar immer noch nicht reinschicken, aber wir konnten die Klappe wirklich schon lange lange Zeit zulassen, ohne bei Billy zu bleiben und ohne dass er Futter hatte. Er begann dann zwar wieder etwas ungeduldig zu stampfen und nach Fliegen zu schlagen, aber er sah die ganze Zeit relativ entspannt aus. Wieder zeigte er so schön einen Entspannungsanfall, und wir luden ihn wieder aus.
Donnerstag und Freitag ging er kein einziges Mal von sich aus rückwärts. Und interessanterweise war das Raussteigen über die Stufe plötzlich wieder ein Problem.Am Dienstag hatte er da nicht gezögert, d.h. es war offenbar noch gruseliger, im Hänger zu stehen, als das schwierige Raussteigen. Donnerstag und Freitag dann langsam umgekehrt.

Schön, wenn man einmal so viel Zeit hat und kontinuierlich an sowas arbeiten kann. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das Zugfahrzeug wieder einmal zur Verfügung steht.

Freitag, 15. August 2014

Kursbericht: David Lichman, 14.+15. August in Mauerbach


Es war soweit, schon wieder das nächste Kurs-Highlight bei uns im Stall - David Lichman, 5-Stern-Parelli-Instruktor, beehrte uns mit einem 2-tägigem Kurs. Als i-Tüpfelchen schaute Michael Grohmann am ersten Tag vorbei und coachte sogar ein bisschen mit.
Selbst das Teilnehmerfeld war erlesen, wir waren 6 Teilnehmer mit durchwegs hohem Niveau, Level 3, Level 4, da versteckten sich sogar noch 1, 2 Parelli-Instruktoren-Sternchen unter den Teilnehmern, ohne dass ich es wusste ;-). Das waren dann also 10 Parelli Sterne auf einem Platz. Wow.

Während ich mich also zwischen lauter Level-4-Leuten etwas klein fühlte, ging es dem Billy wohl nicht anders, denn der stand nun zwischen Ex-Renntrabern, Vollblutarabern und einem Isi mit 5-Gang-Getriebe. Insgesamt fühlten wir uns ein bisschen wie ein Fahranfänger, der mit einem Traktor in ein Formel-1-Rennen geraten ist.
Das Billy-Tier und ich versuchten also, das Niveau nicht allzu sehr nach unten zu ziehen *g*. Billy gab sich alle Mühe und zeigte sich von seiner besten Seite, ich war furchtbar stolz :-).

1. Kurstag:

Der erste Programmpunkt für die Bodenarbeit am Vormittag war 45''-Rope-Handling. Ich hatte mir das gewünscht, weil ich mich in den letzten Jahren immer mehr dabei ertappe, dass das lange Seil zusehends im Spind verstaubt, weil ich mich jedesmal, wenn ich es zu benutzen versuche, darin verheddere, oder - noch schlimmer - den Billy gleich mit. Es bleibt also im Spind und damit beschränkt sich die Distanz, die ich zum Pferd aufbauen kann, halt auf unsere üblichen 7 Meter. Daher hoffte ich schwer auf Tips und Tricks. Eine andere Teilnehmerin war von der Idee auch angetan und interessierte sichs fürs Roping, also ging es gleich damit los; wobei David durchaus gleich durchblicken ließ, dass das ganze nicht unbedingt seine Lieblingsdisziplin sei ;-).
 Zuerst ließen wir die Pferde angebunden stehen (superbrav) und übten „trocken“. Rope auswerfen und einholen. David zeigte uns verschiedene Arten, wie man die Hand halten kann. Dann kam der erste Trick und die erste Erleuchtung bei etwas, wo ich immer Schwierigkeiten hatte: Kommt das Pferd auf mich zu und ich muss schnell das Rope verkürzen, dann ist nix mehr mit „coiling“! In dem Fall legt man (zumindest als Nicht-Super-Profi) keine sauberen Schlaufen mehr, sondern zieht das Seil nur mit der einen Hand schnell durch die andere und „sammelt“ das Rope hinter sich. Und ist das Pferd dann da und die Situation wieder beruhigt, dann „coilt“ man das Seil nunmehr von hinten „up“. So erspart man dem Pferd nämlich auch das Herumschlackern des Ropes am Halfter. Das Seil „sammelt“ man dabei auf der rechten Körperseite (d.h. linke Hand hält/stabilisiert, rechte Hand zieht durch, Seil liegt dann rechts hinten), steigt dann zum Aufwickeln drüber, sodass es auf der linken Körperseite liegt, hält die Schlaufen mit rechts und rollt mit links das liegende Seil ein. Umgekehrt macht man es (links hält, rechts wickelt), wenn man den zum Pferd führenden Teil des Ropes aufwickelt. Das war schon einmal eine Erkenntnis.
Dann begannen wir zu werfen. Zuerst ohne Schlinge, kreisen lassen und dann von rechts, mit einer „Zeigebewegung“ auf das Ziel, loslassen. Nicht nach oben werfen, sondern eher von oben nach unten. Danach zeigte uns David noch, wie man mit einer ganz gewissen Handbewegung die Schlinge groß macht. Man muss zwei oder dreimal umgreifen und dabei die Schlinge lang ziehen. Das war meinem Hirn zu viel…  Jedenfalls begannen wir dann die Schlingen kreisen zu lassen. Man muss das Handgelenk dabei drehen, die Schlinge dreht sich dann so, dass man bei jeder Umdrehung durchschauen kann. Und in dem Moment, wo man vorne durchschaut, muss man sie loslassen. Eh ganz einfach !!! ;-)
Mit diesem neuen Wissen schickte David uns dann Pferd holen. Der erste Stolz-Moment: Ich durfte tatsächlich gleich mit dem langen Seil ans Pferd. Ich sollte Billy auf einen Riesen-Zirkel schicken (das war das schwierigste daran) und gehen lassen und ihm das ganze Seil geben. Dann einfach üben: Seil vom Pferd her einholen, dann die Schlingen nach hinten raus werfen, von hinten wieder einholen. Nach vorne Richtung Pferd Schlingen loslassen, wieder einholen. Das klappte bald ganz gut, ich konnte dann Billy sogar antraben lassen und diese Übungen machen. Klappte besser als ich zu träumen gewagt hätte (jedenfalls bin ich nicht hingefallen und hab uns nicht peinlich verheddert).

Ich fragte David dann noch danach, wie bzw. ob ich es mit Billy je hinkriegen werde, ihm die „coils“ hinzuwerfen, und er geht willig rückwärts (denn das hatten wir davor mit Zuschauern, die "Pferd" spielten, so geübt). Die Antwort lautete mehr oder weniger nein, und David brachte in Bezug auf Billy einen tollen Vergleich. Zuerst zeigte er mir einmal, wie er Billy rückwärts gehen ließ. Und ich war superbaff und so froh, das sah nämlich nicht viel anders aus als bei mir. Billy giftelte, David musste ihm ordentliche Flicks auf die Brust verpassen, Billy ärgerte sich... Naja jedenfalls sah das auch weit entfernt von „fein“ und "schön" aus. Wir redeten da dann drüber, und David brachte das interessante Bild von „sharpening your tools“. Im Grunde sagte er nur, dass man bei manchen Pferden wie Billy nun mal schärfere Werkzeuge braucht, und dass man sie immer schärfen muss, wenn sie gut funktionieren sollen. Wie ein Koch sein Messer vor fast jedem Schnitt schleift, muss man bei Pferden wie Billy auch die Phase 1 quasi schärfen – mit einer kurzen Erinnerung an Phase 4. Man muss dabei dann auch nicht lange durch die Phasen gehen, einfach: Phase 1 – keine Reaktion, daher Werkzeug schärfen – zack – und dann wieder probieren, geht es jetzt, noch immer nicht? – zack – geht’s jetzt? Ja! Danke. Und David überschlug sich dann noch im Lobpreisen von billy-like LBI s (man werde ja auch nicht jünger!) ;-). Er redete noch drüber, wie man Tools stumpf macht: over-use, mis-use, under-use (dann rosten sie – bei Pferden wie Billy kommt das aber kaum vor ;-).

Am Nachmittag gings dann zum Reiten, und das war auch wieder sowas von super! David ist echt ein sehr großer Motivator. Wir ritten alle zusammen, weil bei uns ja genug Platz ist. Als erstes machten wir Zirkel mit starker Biegung, mit dem Ziel, dass die ganzen Rennpferde, die noch so dabei waren, sich mal nach unten strecken wollten. Billy sollte das aus anderen Gründen machen. Billy liefe ganz vernünftig, meinte David, nicht mit durchgedrücktem Rücken, aber auch nicht mit aufgewölbtem Rücken. Durch das Biegen auf dem Zirkel würde das besser werden. Billy bog sicher sehr sehr gut am Knotenhalfter, ich bemerke einen Effekt des Hackamore-Trainings! Er gab auf die gleiche Handhabung des Knotenhalfters nämlich auch im Genick nach! Ganz toll gemacht, nur manchmal etwas unmotiviert zu traben.

Dann eine weitere Übung, die für den Teilnehmer mit dem beim Ausreiten zu flott werdenden Araber gedacht war: das „Beep Beep Game“. Hier geht’s drum, das eigene Pferd vom Vorderpferd in einer Reihe rückwärts richten zu lassen. Alle stehen, der vorderste fängt an rückwärts zu schieben und wachelt mit dem Stick hinter sich (und sagt dabei wie ein LKW: Beep beep beep). Der Hintermann hält nur die Nase des eigenen Pferdes am Schweif des Vorderpferdes und wartet, bis dieses durch das Stick-Wacheln ebenfalls zurücktritt. Aufhören, wenn es leicht ist. Billy ließ ich lieber nicht als Vorderpferd agieren, wir trauten uns nicht. Anfangs kapierte ich das Spiel nicht ganz und richtete Billy aktiv rückwärts. Was soll ich sagen, er schenkte mir in dieser halben Stunde das beste Rückwärts ever. Leicht, willig, ohne Diskussion. Einfach nur genial, ich kam aus dem Loben gar nicht heraus! Ich fragte David später, ob das mit dem Zirkeln mit enger Biegung zusammenhängen könnte, und er meinte ja, posture wurde besser, daher auch leichter für ihn, rückwärts zu gehen. Ich werde damit experimentieren.
Zurück zum Beep Beep. Ich war mit den beiden RBE-Renntrabern in der Gruppe. Denen wurde bald zu fad, und sie machten das Spiel nicht mehr aus dem Stehen, sondern im Schritt, dann Trab, dann machten wirs im Galopp. Super geklappt. Ganz zum Schluss hängte David noch den Araber an uns hinten dran, ich schaute, dass ich ihn vehement mit Stick und String abhielt, und es passierte nix, uff. Billy war brav.

Dann packte David wieder die Musik aus, und es ging rund. Wir mussten den Schritt-Takt wieder dem Musiktakt anpassen. Billy und ich hatten sowas ja vor kurzem geübt, Schritt und Trab schneller und langsamer über den Sitz zu machen. Und mit Musik ist das dann überhaupt toll; ich kann gar nicht genau sagen wie ich es mache, aber wir waren meistens im Takt. Los ging es mit mittlerem Tempo, dann schneller und schneller im Schritt. Ich legte mich richtig ins Zeug. Am Schluss war Billy an der Grenze seiner Kapazitäten, was den Schritt anbelangt, es gelang mir aber, ihn so an der Grenze zum Antraben zu halten, dass wir den Takt immer noch halten konnten. Am Schluss spielte David noch eine Ballade, superlangsam zum Schreiten, da packte Billy dann sein Talent aus - sooooooo ein langsamer Schritt, da staunten die Rennpferde ;-). Das ganze kam dann noch im Trab. Auch da konnte ich Billy meistens super im Takt halten. Ich war die einzige mit Barebackpad, und als es richtig schnell wurde, musste ich für Billy Pausen einlegen. Er verspannte sich aber nie, ich konnte es super sitzen. Und dann gings auch noch in den Galopp. Die anderen sausten herum, Billy war müde und begann zu quengeln. Ich ließ ihn immer wieder kurz stehen und verschnaufen und hängte mich dann hie und da an die anderen an, um zu sehen, ob ich den Galopptakt auch halten kann. Konnte er gut! Am Schluss war das richtig schnell, Billy hielt mit, halt immer nur eine kurze Runde, dann ließ ich ihn wieder ausruhen.

Ein suuuper-Kurstag! David ist vor allem einfach auch ein super Motivator.

2. Kurstag:

Tag 2 vom David Lichman-Kurs!
Am Vormittag gab es wieder Bodenarbeit: Kopf auf ein bestimmtes Signal senken, um im Panikfall dieses entspannende Kopfsenken parat zu haben. David möchte dem Pferd beibringen, dass die Antwort darauf, wenn es sich in einer Situation sorgt, Kopfsenken ist. Also macht er mit dem Stick und String irgendwas zwischen Friendly und Driving Game, etwas, was das Pferd nervt und stört. Er schubst z.B. den String über den Rücken mit einem leichten Klatschen. Die meisten Pferde orten das als „sideways towards“, auch Billy. Ganz tolles Sideways Towards hat er gemacht! Also versuchte ich ein anderes Signal, klopfen auf die Schulter. Dadurch bekomme ich auch gleichzeitig die richtige Biegung, auf die David ebenso achtet, als weiteren Schritt. Also nerven mit einem bouncing stick, wenn das Pferd keine Antwort sucht, am Halfter nachhelfen und Kopf senken lassen, Pause. Ein Friendly Game im Grunde, nur dass die Antwort nicht stillstehen, sondern Kopfsenken ist. Wir übten im Stillstand, dann im Schritt und auch im Trab. Nur: Billy zeigte sich unüblich lernresistent, vielleicht muss man es mit Cookies installieren. Ich war jedenfalls leicht frustriert. Vielleicht klappte es auch nicht, weil mich das Signal nicht überzeugt hat – ich habe Angst, dass mein Driving Game leidet. Im Grunde ist es aber wie Karen Rohlfs Friendly Game in Bewegung, was wir ja auch machen, nur dass die Antwort Kopfsenken ist. Damit ging der Vormittag vorbei.

Am Schluss haben wir noch Anleitung zum Spin gekriegt, da hat unser erster Versuch gleich gut geklappt, ich habe das wieder aus Zone 5 aufgebaut. David baut den Spin so auf, dass er das Pferd am Hufschlag gehen lässt, es zu sich zieht ("draw"), die Nase am Bauchnabel vorbeischickt und dann von hinten die Vorhand rum, um es auf der anderen Seite wieder in Empfang zu nehmen. Haben wir auch am Kurs vor 3 Jahren gemacht.
Die zweite Gruppe übte „Boomerang“ at liberty: mit dem Pferd zu einem Hindernis, dann selbst rückwärts drumrum und das Pferd mitziehen. Von immer größerer Entfernung. Weitere Übungen: das Pferd „parken“ und dann zu sich rufen. Das klappte bei einigen wirklich toll.

Außerdem machten sie Sprung über eine Tonne: Auf dem Hufschlag ein hohes Hindernis aufgebaut, dann eine Lücke gelassen, dann eine liegende Tonne, dann wieder hoch. Das Pferd wird durch die Lücke durchgeschickt, und mit dem „Boomerang“ kombiniert, d.h. nicht die Hinterhand disengaged wie bei einem normalen Squeeze Game, das Pferd soll gleich herkommen. David lässt einen dann immer auf das Hindernis hinsetzen, als neutrale Position und "gut gemacht". Die Lücke zwischen den Hindernissen wird nach und nach verkleinert, bis sie ganz weg ist und das Pferd als nächst einfachste Möglichkeit die niedrige Tonne springt. Nach und nach kann man dann die höheren Hindernisse rundherum entfernen und beginnen, freistehende Tonnen zu springen. Eine Möglichkeit dazu ist auch, das Pferd über die "Falling Leaf"- Übung nahe heranzuführen und dann mit einem Fingerzeig über die Tonne zu schicken. Klappte schon gut bei manchem Teilnehmer!

Am Nachmittag sind wir wieder alle zusammen geritten, wir waren jetzt 1 Pferd mehr, denn die Vollblüter hatten sich verdoppelt: Eine Zuschauerin war offenbar so begeistert gewesen, dass sie in der Früh ihr Pferd nachholte, um den 2. Tag mit Pferd teilzunehmen. :-)

Am Anfang hat David das gelernte von gestern üben lassen; wir haben also enge Zirkel mit viel Biegung im Schritt und Trab geübt, auf dass Billy den Kopf senken soll. Lustig, im Gegensatz zur Bodenarbeit funktioniert das beim Reiten richtig gut.

Einige wollten an den Flying Lead Changes arbeiten. David ließ ein Bow Tie Muster aufbauen, mit 2 schräg vor dem Hufschlag aufgestellten niedrigen Cavalettis. Also so, dass man quasi einen Achter drumrum reiten konnte. Wir sollten auf die ersten Stangen hintraben und den ersten Galoppsprung genau über der Stange verlangen, und dann noch 2, 3 Galoppsprünge weiterreiten. Billy und ich schafften es, jedesmal justament den falschen Galopp zu kriegen. Ich mach also irgendwas falsch. Zusätzlich sollte ich das Pferd in die Richtung „pushen“, in die der Galopp stattfinden soll. Billy traf den Galopp manchmal, und manchmal nicht, das war pures Zufallsprinzip. Es liegt natürlich daran, dass wir nie ein eindeutiges Links- und Rechtsgalopp-Signal etabliert haben *ähem*. Das muss ich mir noch irgendwie mal überlegen.
Als es dann daran ging, nicht mehr im Trab hinzugehen, sondern hinzugaloppieren und auf einen fliegenden Wechsel zu hoffen, habe ich aufgehört, weil es uns glaub ich nur verwirrt hätte. Das kleine Hüpfen mit Billy nur im Barebackpad war aber toll. Hie und da machte er einen größeren Hüpfer als nötig, aber es fühlte sich immer gut an, konnte gut mitgehen und alles gut sitzen.

Am Schluss kam noch Davids „Ringstechen“, das er auch beim letzten Kurs gemacht hat. Ringe wurden am Zaun befestigt, und wir mussten sie aus verschiedenen Situationen mit dem Stick auffädeln: Im Schritt, mit der linken Hand, ohne Zügel, im Trab, im Galopp, … natürlich immer alles hübsch mit Musik ... da waren ein paar wirklich gute Leute dabei: Galopp ohne Zügel und beide – auch den wirklich winzigen – Ringe aufgefädelt, alle Achtung.David verteilte Punkte und alle hatten eine Riesen-Hetz!
Das war der Abschluss wie schon beim letzten Mal.
Kann auch nach dem 2. Tag nur wiederholen: Ein super Kurs!

Wir hoffen sehr, dass David vielleicht nächstes Jahr wiederkommt. Kann wirklich nur jedem empfehlen, hinzugehen, es lohnt sich!
Und so idyllisch war's!