you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 22. September 2014

Rezension

Alfonso Aguilar – Professionelle Ausbildung am Boden… für jedes Alter, für jede Rasse. Schondorf: Wu Wei Verlag, 2013. 359pp.

Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Bot es beim ersten Durchblättern nicht wirklich etwas Neues in punkto Praxis, so hat es mich dann auf den letzten Seiten dazu gebracht, es mitzunehmen. Dort bietet es nämlich eine „Roadmap“, die Aguilars Methode und Aufbau der Ausbildung eines Pferdes von Anfang bis … nun ja, Ende gibt es ja nie, also bis „ziemlich weit“ darstellt. Scheinbar haben Alfonso Aguilar und ich etwas gemeinsam: wir mögen listenhafte Darstellungen ;-). Schon in „Wie Pferde lernen wollen“ hat mich die dortige Liste verschiedener Konditionierungsmethoden beeindruckt – und hier nun die schöne Liste, in der er alle Übungen einer Kategorie zuordnet (z.B. alle Seitwärtsbewegungen) und diese dann von Level zu Level auf immer höheres Niveau bringt (zur allgemeinen Verwirrung nennt er „Kategorie“, was in meinem Kopf Niveau bzw. Level ist).

Aber abgesehen von dieser schönen Liste, die einen wirklich guten Überblick bietet, habe ich in dem Buch auch sonst noch einiges lesenswertes gefunden.

Aguilar beginnt mit dem Fohlen-ABC. Er beschreibt im Zeitraffer, wie er ein Fohlen ausbildet; dabei setzt er es in bestimmten Lebensabschnitten jeweils kurzen intensiven Lernblöcken von einigen Tagen aus, in denen er es täglich für kurze Einheiten mit Neuem konfrontiert (z.B. das Thema „Anbinden“), um das junge Tier danach wieder für Wochen oder Monate ganz Pferd zu lassen. Ich denke dieser Abschnitt des Buches ist toll für Leute, die ihr erstes Fohlen erziehen müssen und zwar das Handwerkszeug prinzipiell kennen, aber einen Fahrplan brauchen.

Nach dieser Beschreibung des „Volksschul“-Niveaus geht das Pferd dann „aufs Gymnasium“. In „Levels“ von 1-8 zusammengefasst geht Aguilar jeweils eine bestimmte Übung durch. Nicht jede Übung beginnt auf Level 1 (z.B. beginnt die Freiarbeit erst ab Level 2, Übungen mit der Doppellonge auf Level 6), und nicht jede Übung geht hinauf bis Level 8 (z.B. die Übung „Kopf senken“ – da ist nach Level 2 alles zu Erreichende erreicht).
Die einzelnen Übungsgruppen dabei sind: Kopf senken – Biegen – Rückwärtsgehen – Verschieben der Hinterhand – Verschieben der Vorhand – Kombination aus beidem – Longieren – das Pferd zu sich holen – Führen und Schicken – Seitwärtsbewegungen – Freiarbeit – Doppellonge – Arbeit am langen Zügel.
Jede dieser Übungsgruppen wird im Hauptteil des Buches beschrieben und mit vielen Fotos und Skizzen gut illustriert.

Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass das Buch eher nur einen Überblick über die Methode „Horsemanship“ gibt. Zwar ist jede Übung auf jedem Niveau beschrieben, aber erstens meist sehr kurz, und zweitens lebt Alfonso Aguilar wie die meisten anderen Ausbilder in einer Welt, in der alles klappt und funktioniert, wenn man nur die richtigen Knöpfe drückt. Es wird gut beschrieben, wie man diese „Knöpfe drückt“, aber es gibt keine „Was tun, wenn…“-Hilfe für den weniger talentierten Horseman; und wie immer scheinen Pferde, die auch mal mit dem linken Huf aufstehen und heute einfach keine Lust zur Mitarbeit haben, nicht zu existieren. ;-) Da wird jemand, der noch wenig Erfahrung hat, sich u.U. etwas alleine gelassen fühlen.
Sehr gut fand ich, dass Aguilar ein paar Übungen im Repertoire hat, die mir neu waren – nicht unbedingt Weltbewegendes, aber Dinge, wo man beim Lesen gleich Lust bekommt, sie auszuprobieren.

Ich denke, das Buch ist eine tolle Ergänzung zum Parelli-Level-System. Letzteres widmet sich – zumindest in seiner ursprünglichen Version – oft so sehr den kleinen Details, dass man als Anfänger den roten Faden nur allzuleicht verliert. Aguilar wiederum zeichnet diesen roten Faden so deutlich auf wie eine Autobahn, hält sich aber nicht großartig mit Details auf. Die Vorgangsweise, die Reihenfolge und die Übungen selbst und ihre Durchführung sind dagegen auf weiten Strecken mehr oder weniger identisch, sodass beides eine wunderbare Kombination ergibt.

Fazit: Lesenswert und sicher ein Buch, das man gerne immer wieder in die Hand nimmt, um etwas nachzusehen. Super für Leute, die das große Ganze manchmal aus den Augen verlieren; nichts für Totalanfänger, hier fehlen zu viele kleine, aber wichtige Informationen.

Dienstag, 16. September 2014

Wir bekommen bald Zuwachs im Stall, bzw. haben wir Zuwachs bekommen. Einerseits hat Billy die Chance auf einen neuen Freund und Spielpartner - ein Isi-Herr ist eingezogen und wird gerade integriert. Und bald bekommen wir was Kleines - Minishetties! Es wird fleißig ein Teil des Auslaufs abgetrennt und shetty-sicher gemacht - mit schwerem Gerät, Traktor fährt, Steine werden geschüttet, Planen ausgebreitet, Sachen beklopft -und alles neben dem Viereck.

Nun ja, Billy ists - wie meistens - völlig egal. Einmal in jede Richtung vorbeigegangen, den laufenden Traktor angeschnofelt und geschaut, ob einem diese netten Arbeiter vielleicht Futter ins Maul stopfen wollen - nö? Dann nicht. Toller Billy, ich konnte ganz normal reiten als wär nix.

Folgende Übungskonstellation gab es heute, mit der haben wir uns in Varianten dann die ganze Einheit beschäftigt:
Hufschlag im Trab, in der Ecke eine Volte platzieren, diese Volte im Schritt. Ziel und Focus auf punktgenauen Übergängen, in der Volte auf der Biegung. Klappte gut, dann fügte ich auf den Geraden zwischen den Volten Galopp hinzu. Billy galoppierte toll an, war aber nachher aufgedreht und dachte nach der nächsten Volte, es ginge nun immer im Galopp weiter.Also habe ich dann immer wieder Trab und Galopp abgewechselt. Als Eefolg konnte ich dann bald ruhigeres Angaloppieren verzeichnen. Als nächstes fügten wir eine Haltparade und einen kurzen Wiegetritt am Ende der Volte hinzu. Dann mehrere Tritte rückwärts, und dann alles wild durcheinandergemixt. Als anspruchsvollsteVariante dann: Volte im Schritt, Anhalten, 5 Tritte rückwärts, aus dem Rückwärts angaloppieren bis zur nächstenVolte. Billy hat sich toll bemüht, ist schließlich super glaoppiert, ließ sich brav pareieren und bemühte sich in den Volten um Biegung.
End of session nach einem besonders willigen und flüssigen Rückwärts!