you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Heute hab ich auf tierärztliches Geheiß wieder viel Trab und auch Galopp gemacht, hauptsächlich On Line. Ich habe zusätzlich große Wendungen eingebaut (wobei "groß" in der 12m-Halle relativ ist).

Zuerst mal im Schritt aufgewärmt, bisschen Führen, bisschen Rückwärts, heute mit mir in Zone 2. Immer wieder interessant, aus Zone 1 (Pferd anschauen) pipifein mit viel Feel ;-). In Zone 2: bracebrace brace und es brauchte einige Geduld, bis ich es auf dem gleichen Niveau wie aus Zone 1 hatte. Aaaber wir haben das hinbekommen.

Dann hab ich 3 Hütchen auf der Mittellinie in der Halle verteilt. Mir schwebten Schlangenlinien in 3 Bögen durch die ganze Bahn vor - wer mal Reitschulunterricht hatte, kennt das wahrscheinlich. Zuerst im Schritt. Ich ging rückwärts und forderte einen Handwechsel, und dann gleich noch einen, weiter rückwärts gehend. Anfangs blieb Billy nicht draußen wie geplant sondern schrammte möglichst eng an den Hütchen entlang, aber das ging dann bald.

Dann Übergang zum Trab, zuerst mal gecheckt wie Billy so läuft: tatsächlich scheint er sich "einzulaufen". Die ersten paar Tritte, vielleicht eine halbe Runde, sieht steif und irgendwie unrund aus, danach kann ich nichts Lahmes mehr erkennen. Also: zu wenig für Leitungsanästhesie, d.h.: Gas gegeben, aber richtig! Zuerst einmal stellte Frauli fest, dass für die geplante Übung das eigene Rückwärts zu langsam ist bzw. ich zu früh anfange rückwärts zu laufen. Billy reagiert promptest, er wechselt die Hand schön wie nie, und insgesamt hatte ich am Schluss den Eindruck, dass ihm diese Version mal richtig Spaß gemacht hat. Pausen hab ich wenige gemacht und denke nach dem Ergebnis, dass ich vielleicht sonst zu VIELE mache. Pause gab es nach ganz ganz tollem Gelingen, und das war erst ziemlich spät gegen Ende der Einheit, als wir uns dann soweit verständigt hatten, dass die 3 Schlangenlinien wirklich hübsch in einer Reihe funktionierten. Das hat etwas gebraucht, vorher hab ich immer normale Zirkel dazwischengeschaltet.
Nachdem es dann nach doch einiger Zeit 2x hintereinander toll geklappt hat (d.h. 6 Handwechsel in einer Reihe), da gabs dann Pause.

Billy war sehr gut drauf. Er galoppierte zwischendurch auch mal an und ich hab ihn gelassen. 5 große Runden (d.h. ganze Bahn, ich ging in der Mitte mit) waren kein Problem; auch am Zirkel ist er toll galoppiert und dann war ich tollkühn und hab nach der gleichen Übung wie Schritt und Trab gefragt und er hat tatsächlich 2x einen wunderhübschen fliegenden hingelegt :-) (allerdings immer nur in eine Richtung ;-).

Wir gerieten beide ganz leicht ins Schwitzen. So eine Einheit hätte mir richtig Spaß gemacht, wenn das Ziel nicht ein lahmes Pferd wäre.... Am Ende hab ich nochmal genau hingesehen, konnte aber wieder kein Lahmen ausmachen. Also wieder nix.

Irgendwie fange ich an zu bezweifeln, ob das irgendwohin führt. :-(

Ich hab mich dann noch kurz raufgesetzt (mit Pad heute) und bin kurz getrabt. Herrlicher ruhiger, schwingender Trab, ich wusste gleich wieder, warum ich normalerweise mit Pad reite.
Zum Abschluss noch ein bissl am Rückwärts gearbeitet, da lass ich jetzt nicht mehr locker, bis ich flüssige, schnelle, weiche Tritte kriege und er aufhört, gegen das Halfter zu ziehen wie irre. Toll ist, wie weich er auf den einseitigen Schenkel reagiert, die neueste Errungenschaft: Lenken rückwärts, es funktioniert! Und zwar wirklich nur mit einem Hauch von Beinanlegen, ganz toll :-)

Nun gut, es ist schön wieder ein bissl mehr machen zu können und zu reiten, aber wenn das nun die nächsten 1, 2 Male kein Ergebnis bringt, dann weiß ich nicht ... müssen wir uns was anderes überlegen :-(.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Heute bin ich also zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder geritten. Endlich den neuen Sattel probieren! Billy hat sich schön ans Nichtstun gewöhnt und war gar nicht einverstanden, dass ich offensichtlich wieder mal was von ihm wollte.

Wir haben uns ein bisschen am Boden aufgewärmt mit Stick to Me und rückwärts, das nun wirklich gut und leicht geht. Zum Schluss noch ein paar Runden Trab-Driving Game, dabei konnte ich kein Lahmen erkennen - wie gestern in der Klinik.
Also an die Hallenbande geparkt und aufgesessen, Stirnlampe an und raus aufs Viereck. Trotz der Lampe bleibt es etwas schummrig, und wenn wir auf die Halle zureiten, blendet uns das Licht darin. Für diese Verhältnisse und wie lange wir nichts gemacht haben, war Billy sehr sehr brav.

Wie befohlen bin ich viel getrabt und hab mich dabei langsam aber sicher mit dem Sattel angefreundet. Billy zog gleichmäßig seine Runden, ich konnte kein Lahmen spüren außer hie und da eine ganz leichte Unreinheit, die aber immer wieder verschwunden war, sobald ich mich darauf konzentrierte.
Wir machten dann ein paar Übergänge, auch mit ein bisschen Galopp wie aufgetragen; Linksgalopp war plötzlich wieder schwierig; könnte mit der ganzen Sache zusammenhängen.
Zwischendurch blieb Billy immer wieder einmal ziemlich "stecken" im Schritt, ließ sich aber schnell lösen (und führe ich darauf zurück, dass die anderen Pferdchens gerade ihr Abendheu serviert bekamen). Rückwärts machten wir auch, da sträubte er sich wieder gewaltig; eine Sache die ich wirklich nicht verstehe, nun, da es vom Boden aus so leicht und ohne Diskussionen geht.

Nachdem ich genug hatte, ging ich nochmal in die Halle und die zufällig vorhandene Tierärztin und ich konnten ncohmal einen Blick auf die Lahmheit machen - tja, nichts genaues zu sehen, wie gestern. Mal eine Runde leicht unklar, dann wieder gut. Jedenfalls definitiv zu wenig für die Leitungsanästhesie.
Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man reitet und nachher fast schon hoffnungsvoll schaut, ob das Pferd nun "endlich gscheit" lahmt. Ich hab keine Ahnung wie es weitergeht, wenn wir das nicht innerhalb kurzer Zeit hinkriegen. *kopfkratz*

Generell bin ich durch die lange Pause völlig aus dem Konzept gebracht. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo wir stehen, geschweige denn wo ich hin will. Jeglicher Plan ist aus meinem Kopf verschwunden... muss erst mal wieder einen reinkriegen...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Billys Besuch in der Klinik

Nachdem das Leitungsanästhesieren vor Weihnachten doch nichts mehr wurde, beschlossen wir, dass das Ganze in der Klinik (wo meine Tierärztin arbeitet) ohnehin viel besser zu bewerkstelligen ist. Sie wollte außerdem noch, dass Herr Klinikchef das ganze sich mal ansieht, was ich nett fand.

Gesagt, getan, alles organisiert, Billy in den Hänger gepackt (und er stieg sooo brav ein!), eine Stunde Fahrt, wieder ausgespackt (und er stieg sooo brav aus!), kurz ins Paddock in der Klinik. Billy mit großen Augen und aufgeregt, aber es gab Heu, also war die Welt in Ordnung. Frauli bekam inzwischen eine große Thermoskanne mit "Innere-Ruhe-Tee" verabreicht, bis Herr Klinikchef vor Ort war.

Dann mit dem Billy ab ins Round Pen nebenan, mal in den Trab scheuchen. Und das Pferdchen lahmte - gar nicht. Also ich sah zumindest nix. Ein paarmal stolperte er, und am Anfang konnte man mit Phantasie noch ein Ticken wahrnehmen, das nach 2 Runden aber weg war. D.h. wieder zu wenig lahm für eine Leitungsanästhesie, da würde so gar nichts rauskommen.
Herr Klinikchef tastete dann noch die Sehne ab, konnte nix feststellen, außer dass Billy wohl von Natur aus einen extrem dünnen Fesselträger hat - zu seinem Vorteil in unserem Fall, weil somit absolut keine Gefahr besteht, dass hier irgendwie was mit seinen Überbeinen reibt. Fand ich interessant, das hat mir noch kein Tierarzt gesagt.
Die Röntgen schaute Herr Klinikchef auch noch an, konnte darauf aber eben auch nix entdecken, was eine Lahmheit auslösen würde.

Und zum Schluss bekam ich den Auftrag: Pferd reiten! Ordentlich! Halbe Stunde traben, z.B., galoppieren. Mit anderen Worten: Ich soll das Pferd lahm reiten, dann können wir rausfinden, wo das her kommt.
Andere Variante: ein halbes Jahr ruhig stellen (heißt: Boxenhaft) und warten und hoffen, und nachher erst nicht wissen, woher es kam (und daher auch nicht, ob es wohl wieder kommen wird).

Also tja, es wird jetzt wohl mal wieder geritten; da kann ich wenigstens meinen Sattel endlich einweihen. Ein komisches Gefühl ist es aber schon... armer Billy :-(

Sonntag, 18. Dezember 2011

Update

Ein ganz kurzes Update, auch wenn sich nicht viel tut.
Nachdem die Lahmheit nach der ersten Ruhewoche kaum und nach der 2. Ruhewoche gar nicht mehr zu sehen war, und in der 3. Ruhewoche auch die Beine null anliefen (und ich mich schon freute), lahmte Billy plötzlich wieder stärker, und gestern so richtig stark :-( .
"Endlich" stark genug für eine Leitungsanästhesie, die morgen vorgenommen wird. Dann wissen wir vielleicht endlich mehr.

Langsam fange ich an zu zweifeln, ob das ganze wirklich mit der Fehlstellung und ihren Folgen zu tun hat. V.a. kam er heute irgendwie schief daher, ich frage mich ob es ihn zusätzlich irgendwo aufgelegt hat... denn das ganze hindert den unvernünftigen Herrn Billy jedenfalls nicht, über die Koppel zu toben, wie mir berichtet wird (während Frauli darauf achtet, dass Herr Billy nur jaaa keinen Schritt zu viel machen muss). Daher denken wir nun doch Boxenhaft an.

Bis morgen heißts aber einmal abwarten und Tee trinken.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Adventspause

Eine Woche später haben wir wieder getestet, ob Billy noch lahmt. Nein, ist zumindest besser geworden. Trotzdem haben wir jetzt mal 4 Wochen Pause; die Entzündung soll ganz raus. Schritt dürfte ich, verkneif ich mir aber trotzdem. Er bewegt sich ohnehin genug auf der Winterkoppel (Boxenhaft gibts noch nicht).
Danach sehen wir mal weiter.

Samstag, 26. November 2011

Immer noch keine guten Neuigkeiten. Billys Bein ist immer noch immer wieder angelaufen, manchmal sogar warm, letzten Dienstag haben wir noch einmal im Trab geschaut - deutlich lahm (das sah diesmal sogar ich). Daraufhin hab ich natürlich alles eingestellt und mach mal gar nix mehr. Boxenruhe gibts aber (noch?) nicht verordnet.
Jetzt gabs mal Entzündungshemmer, um die offenbar akute Entzündung einzudämmen, 5 Tage lang... nur ich fürchte es hat nichts genützt, weil heute, am letzten Tag, war immer noch bzw. schon wieder links alles dick und sogar warm.

Mal sehen wie wir nun weitertun .... :-(

Sonntag, 20. November 2011

Handarbeit

Wir machen weiter Sparprogramm im Schritt vom Boden aus.

Zuerst hab ich Mann+Pferd zu einem Spaziergang im Wald genötigt ;-). Das Wetter ist immer noch so schön herbstlich, neblig, hie und da mit Sonne, aber jedenfalls schon ewig schön trocken. Ich drückte dem Mann das Pferd in die Hand und ging hinterher, während die beiden einträchtig die Waldwege auf und ab marschierten :-). Klappte toll!

Danach hab ich noch 10 Minuten Handarbeit mit dem Glücksrad in der Halle gemacht. Etwas Schulterherein und etwas Travers. Beides vor Ewigkeiten einstudiert. Schulterherein war positionsmäßig gut, aber das Vorwärts klemmte dabei gewaltig, wurde aber nach einigen Versuchen immer besser.
Beim Travers versuchte ich zuerst wieder von innen die Stellung zu bekommen, das klappte aber mit dieser Ausrüstung nicht, daher hab ich mich dann in die Position außen begeben, und von da aus trappselte Billy brav in Traversstellung die Bande mit richtiger Innenstellung entlang. Richtig brav und bemüht.

Dann war das auch schon genug für heut.

Donnerstag, 17. November 2011

Wieder Notfälle, leider wieder kein lasern für Billy :-( . Aber es wird alles besser - Mauke ist schon recht gut geworden und Billy lässt sich die Stellen auch wieder anfassen und Salben einmassieren, und das Anlaufen der Beine ist vorbei. Weiter abwarten.

In der Halle wieder kurzes Abfragen des Weichens in alle Richtungen. Beim Rückwärts aus Zone 2 war wieder mehr Brace da als gestern, damit mussten wir ein bisschen rumspielen, bis es weg war.

Dann noch ein paarmal Spins geprobt, diesmal auch nach rechts, was leichter ist. Trotzdem hab ich da zu wenig Plan, und die Spins sind nicht sauber, sondern eher kleine Volten, daher lass ich das glaub ich jetzt lieber wieder bleiben, bis ich einen klaren Plan im Kopf habe, wie ich ihm das erkläre. Er bemüht sich, versteht mich aber in diesem Fall einfach nicht (ich selbst würd mich auch nicht verstehen, das ganze ist etwas unausgegoren *ähem*).

Dann wieder Travers probiert, während ich an der Innenseite bin, und da gab es Verbesserungen gegenüber gestern. Billy reagiert schneller, hat kapiert was ich möchte, tut sich meistens noch schwer, die Innenbiegung beizubehalten. Ich habe ihn einfach am Hufschlag entlang geführt und an jeder langen Seite einen Versuch gestartet; ein paarmal gab es 1-2 richtige Trittchen, die groß gelobt wurden.

Das Gebiss hatten wir (äh, nur Billy) wieder drin, und diesmal hab ich begonnen, das Nachgeben am Gebiss zu probieren: Zuerst laterale Biegung, das ging gut, Brace nur nach rechts, den konnte ich mit dem Knotenhalfter auflösen. Links war sofort gut. Dann Hals anheben, Hals senken. Bei beidem kaute er heftig, Kopf heben mochte er so gar nicht, da musste ich auch das Knotenhalfter dazu nehmen. Alles in allem aber schön feine Reaktionen ohne große Aufregung. Mal sehen, ob er es nächstes Mal noch ins Maul nimmt ;-).

Dann hab ich meinen neuen Sattel augelegt und hab mich mal reingesetzt - *aua* - hart! Und doch recht ungewohnt, aber vom Probereiten weiß ich, dass sich das bald legen wird (beim Probieren waren nur die ersten 10 Minuten komisch). Ich ließ Billy eine Runde drehen, dann bin ich wieder abgesessen. Ich freu mich schon, damit zu reiten. Der Sattel hat Distanzbügel mit 45°Aufhängung dran, aaah, ist das bequem!

Mittwoch, 16. November 2011

Heute war eigentlich nochmal lasern geplant, aber meine Tierärztin musste zu einem Kolik-Notfall, also wurde nix draus.

Billy und ich haben nur ca. 15 Minuten in der Halle was getan, das Rückwärts aus Zone 2 jetzt auch von der rechten Seite. Aus dieser Zone und wenn ich in die gleiche Richtung schaue wie Billy, gibt es vor dem ersten Schritt bei den ersten Versuchen immer noch Brace. Wenn ich mich dann in Zone 1 positioniere und auf ihn zugehe, klappt es sofort und weich, also hab ich das öfter gemacht, bis er es kapiert hatte. Dann gings auch aus Zone 2.

Danach haben wir noch ein bissl am Spin rumgespielt, ich versuche das, was ich im Bill Dorrance Buch gelesen habe, da umzusetzen, aber da scheitere ich schon bald. Hie und da klappt es ganz gut, aber dazwischen sind wir beide verwirrt, glaub ich ;-).

Zuletzt hab ich Billy am Hufschlag entlanggeführt und versucht, in der Bewegung einen Schritt mit der Hinterhand nach innen zu bekommen, also Travers. Ich blieb dabei innen, und versuchte die Hinterhand mit dem STick über dem Popo zu mir zu dirigieren. Zuerst im Stehen, da klappte es super. Dann in der Bewegung, klappte auch, allerdings mit Außenbiegung. Dann haben wir uns langsam an Innenbiegung + Popsch-rein herangetastet, und 2x hab ich 1-2 nette Schritte so bekommen. Die Innenstellung ist jetzt sehr leicht zu bekommen, weil er so schön fein dem Seil und dem Gefühl folgt.

Dienstag, 15. November 2011

Billy durchleuchtet...

Ich bin noch die ganze Tierarzt-Geschichte schuldig (sie ist auch noch nicht abgeschlossen).
Also mittlerweile wurden von Billys Beinchen ichweißnichtwieviele Röntgen gemacht. Wie es aussieht, und wie ich es irgendwie im Gefühl hatte, ist wohl ein neuer akuter Entzündungsschub im Röhrbein aufgrund seiner Fehlstellung die Ursache für das Anlaufen. Auf den Röntgen sieht man, dass zwischen Griffelbein und Röhrbein eine Art Kalkablagerung oder Verknöcherung stattfindet - dort wo sich am Röhrbein auch die Überbeine gebildet haben. Quasi ein neuer Schub wie der, als diese Überbeine entstanden.
Außerdem hat sich Billy irgendwann mal das Griffelbein gebrochen - muss schon Jahre her sein. Es ist damals gut zusammengeheilt und angeblich merkt man einem Pferd sowas oft nicht an - bisschen Vorwürfe mach ich mir trotzdem - offenbar hab ich das nicht bemerkt ...
Die Sehne ist laut Ultraschall dafür bestens in Ordnung, da bin ich schon mal froh.
Jetzt gehen wir erstmal gegen die Entzündung vor. Billy wird mit neuem Lasergerät behandelt. Leihgerät der Klinik, hilft gegen alles, wenns nix nutzt, schadets nicht ... es übersteigt ein wenig meine Vorstellungskraft, aber schauen wir einmal. Das machen wir einmal eine Woche, schauen dann noch einmal, ob das Lahmen noch da ist ... und wenn ja, müssen wir vielleicht Stück für Stück Billys Bein einspritzen um sehen zu können, woher genau das kommt - obwohl meine Tierärztin meinte, dafür wäre er fast zu wenig lahm.
Also mal abwarten.

Gleichzeitig hat sie auch gleich die Maukestelle behandelt - erstmal rasiert, dann dicken Verband drauf über Nacht, damit die Krusten sich lösen. Dabei ließ Billy den alten Büffel raushängen, der auch auf 3 Beinen noch munter herumhüpfen kann und versucht, die lästigen Tierärzte an der Wand einzuquetschen. Puh. Aber nun wird das auch leichter einzuschmieren und zu behandeln - sieht schon viel besser aus. Auch die Mauke wird mit dem Laser - einem anderen Aufsatz für die Wundheilung - behandelt. Bin gespannt.
Er führt sich derart auf wenn man an die Mauke kommt, ich versteh das überhaupt nicht. So schlimm sieht das echt nicht aus. Ich habe schon dran gedacht, ob das Lahmen vielleicht sogar davon kommt - ist halt alles am gleichen Bein!

Und zu guter Letzt gibt es noch schönes zu berichten! Meine Sattelsuche hat ein Ende und ich bin seit heute stolze Besitzerin eines ROC Americana! Seit Monaten hab ich so ein Ding gebraucht gesucht - nun gefunden, schnell entschieden, meiner! Und er ist soooo schön, und beim ersten Auflegen heute sah das von der Passform nicht so schlecht aus (ich habe ein leicht weiteren Baum als den, der für Billy vom Profi als passend befunden wurde und dabei relativ knapp war). Das wird der Profi dann noch überprüfen müssen, momentan kann ich ja eh nicht reiten.



Ansonsten haben wir weiter fleißig alle möglichen Braces eliminiert. Billy geht auf Porcupine Game so flüssig und willig rückwärts wie nie. Da kämpf ich jetzt seit Jahren damit - und in Wirklichkeit wars eigentlich so einfach. Wir gehen meterweit rückwärts und haben begonnen, Bögen einzubauen, Schlangenlinien, und auch mal einen Rückwärts-Zirkel. Bisher stehe ich dabei direkt vor Billy und wirke leicht mit dem Seil nach hinten ein, direkt unterm Halfterknoten. Wenn es nicht leicht geht, hab ich einen Brace gefunden und mache weiter, bis er weg ist. Heute habe ich dasselbe probiert, aber seitlich stehend und mit Billy rückwärts gehend, in Zone 2. Überraschung, da gab es wieder massive Braces. Schon interessant, wie ein kleiner Schritt so viel bedeuten kann. Ich bleib jetzt immer sehr ruhig, wildes Herumwedeln mit dem STick als Phase 4 gibts nicht mehr, und es klappt viel besser so. Wenn die Füße gar so fest stecken, tippse ich ganz ganz leicht mit dem Stick das Bein an, das sich bewegen soll, nicht fester als mit der Fingerspitze, und das hilft schon meistens!

Und schließlich hat Billy das Gebiss jetzt oft genug während der Arbeit getragen, dass ich glaube, da dran mal was tun zu können, das werde ich in den nächsten Tagen in Angriff nehmen.

Mittwoch, 9. November 2011

Schritt zurück

Billys Bein war heute weniger angelaufen. Dafür das zweite auch wieder - beide gleich. Zum Verrücktwerden. Morgen abend wird geröngt und geschallt. Ich fürcht mich und hoffe, dass uns nicht die schiefen Füße nun auf den Kopf fallen :-( .

Ich hab heute ein bisschen Nachgebe Übungen im Stand gemacht. Alles recht fein, man merkt einen Unterschied. Außerdem haben wir ein bisschen rückwärts geübt. Es geht immer noch recht fein. Ganz am Anfang musste ich ein bissl Nachdruck üben, und dann schwebte der Billy quasi rückwärts. Wir gingen ein bissl die Bande entlang, weil er den Hintern sonst immer schief reinschiebt. Dann begann ich ein bissl zu lenken, und schließlich haben wir um ein Hütchen einen Zirkel rückwärts in jede Richtung gemacht - schön bedächtig, SChritt für Schrittt, kaum Brace dabei, und wenn, dann nur ganz kurze Momente. Billy durfte sich viele Leckerlis dafür abholen, da er ja so arm ist.

Und jetzt warte ich auf morgen, was da rauskommt ...

Montag, 7. November 2011

Tierarzt

Heute hat sich unsere Tierärztin Billy angeschaut. Ich hab sie letzte Woche bestellt, weil das Billytier immer mal wieder innen angelaufene Beine hat. Beide Vorderbeine, immer gleich, mal mehr, mal weniger. Mir schien immer, etwas im Rhythmus des Wetters, bei starken Temperaturschwankungen z.B. Dann wars mal wieder längere Zeit ganz weg, aber nun wieder da und ging trotz kühler Temperaturen usw. nicht weg. Deshalb wars auch gut, dass ich immer nur Sachen im Stehen oder mit ein paar Schritten gemacht hab.

Heute wars dann überhaupt komisch - Beine zum ersten Mal nicht gleich, sondern das rechte in Ordnung und das linke immer noch angelaufen. Außerdem sind. beide linken Hufe (d.h. vorn und hinten) wärmer als die rechten. Gut dass sie also sowieso da war.

Also hat sie mal untersucht und vortraben lassen. Fazit: Die Sehnenscheide ist jedenfalls mal gefüllt, außerdem lahmt das Billytier leicht wenn man ihn in schnellem Trab auf kleinem Zirkel scheucht (was ich selten tu und daher nix seh *seufz*). Woher genau das kommt, konnte sie nicht gleich sagen, jetzt werden mal Röntgen und Ultraschall herangekarrt und dann sehen wir weiter.

Sonntag, 6. November 2011

Feel hilft viel

Ein interessantes Wochenende.

Freitag war ich bei Billy und bin wieder einmal fast verzweifelt. Was am Tag davor noch ganz gut klappte - Kopf hoch, Kopf senken, seitliche Biegung, rückwärts - klappte an diesem Tag überhaupt nicht. Das ganze Pferd war voller Brace, und was für welche!
Das einzige was noch funktionierte war: Kopf senken, wenn ich die Hand an den halfterknoten lege und mit 2 Fingern vorsichtig Druck nach unten mache. Das klappte. Aber sonst nix.
Hand ins Genick: Brace! ich glaube ich stand eine halbe Stunde und wartete, nix! Und es ist ja bitte nicht so, als würde er das nicht kennen; wir machen das nun wirklich nicht zum 1. Mal. Aaaber das Muster war wieder da: Einmal offeriert Billy eine Reaktion und denkt, damit soll ich mich doch bitte zufrieden geben. Tu ich aber jetzt nicht mehr. Druck im Genick blieb, und das ganze wieder und wieder, ich wollte nicht aufhören bevor es leicht ist. Aber es kam eine halbe Stunde lang nur Gegendruck. Ich gestehe, ich hab ihn dann ins GEnick gezwickt (obwohl meine neue Bibel ja sagt, das soll man nicht), dann kam eine Reaktion, die ich endlich loben konnte.

Seitwärts biegen kannte Herr Billy plötzlich auch nicht mehr. Das war so schön und leicht einen Tag davor. Jetzt: Brace hoch 10. In beide Richtungen. Kein freiwilliger Zentimeter. Und dabei sah das Pferd noch sowas von unglücklich aus, dass ich natürlich gleich zweifelte und dachte, ich hab grad echt die total falsche Abzweigung erwischt in unserem Weg *seufz*.

Dann noch rückwärts, das war doch auch schon fein und leicht, heute wieder: brace, regelrechte Gegenwehr, etc.

Pfuh. Keine schöne Session.

Und dann kam ich Sonntag wieder zum Pferd. Und Billy wie verwandelt. Er hob den Kopf aus dem Gras, als ich das Halfter entknuddelt hatte. Dann ließ ich ihn nch einen Happen machen, drehte um. Pferd nahm die Nase aus dem Gras und folgte am leicht durchhängenden Strick.
Am Weg zum Stall blieb er kaum zurück, obwohl ich ein ordentliches Gehtempo anschlug. Sobald der Strick sich leicht spannt, schließt er von sich aus auf. Falls doch nicht, nehme ich nur kurz und stetig die Hand vor und er tut's.
Dann gingen wir in die Halle und übten wieder das Nachgeben mit Gefühl. Ich war gefasst auf viele Brace-diskussionen. Und, was war? Nichts. Ein feines Pferd. So wie ich es mir vorstelle! ich hebe die hand mit dem STrick (knapp unterm Knoten angefasst) - Kopf hebt sich. ich senke die Hand, Kopf senkt sich. Hand ins Genick, sanft - Kopf senkt sich. Hinterhand und Vorhand sind wie ein Ball zu verschieben in alle Richtungen. Und zwar sofort, beim ersten Mal. Rückwärts: ich lege die offene Hand ans Seil (kurz unterm Knoten), bewege sie ohne sie zu schließen Richtung Pferdebrust - Pferd geht rückwärts. Vor lauter Faszination musste ich innehalten und Leckerli stopfen *g*. Aaaber der nächste Brace kommt bestimmt, oder? WEiter rückwärts - unsere 4-Jahres-Baustelle. Pferd geht rückwärts, an meiner offenen Hand. 7m (wir schleifen das Seil hinterher), und bis ans Ende vom Viereck. Wow! Ich glaub so ein leichtes rückwärts hatte ich noch nie. Nun schleift er zwar immer noch alle Füße durch den Sand statt sie zu heben, aber wenn man endlich nicth mehr diskutieren muss, OB es überhaupt ein Rückwärts gibt, dann kann man das ja jetzt verbessern! ich träume bereits von Figure 8 rückwärts und Zirkel rückwärts, yeehaw!
Neu hinzugefügt haben wir rückwärts an der nase (kurze Abwehrreakton, dann genauso fein wie am Seil) und Kopf noch etwas höher anheben ohne rückwärts zu denken dabei.

An sich war ich aber nach 10 Minuten fertig.
Billy durfte das Gras am Viereckrand trimmen zum Dank, dass er so ein feines Pferdchen war.

Schon faszinierend, was rauskommt, wenn man mal 2 Tage konsequent ist *hüstel*.

Freitag, 4. November 2011

Rezension

Bill Dorrance: True Horsemanship Through Feel. 2nd Edition. Verlag Pryons, 2007. 384pp. € 23,85.


Dieses Buch bekommt von mir 6 (von maximal 5 *g*) Sterne! Sollte man als Horsemanshipler wirklich gelesen haben.

Der Inhalt ist gewaltig, teilweise sehr theoretisch, aber auch oft mit praktischen Übungen versehen, die mit zahlreichen Fotos und Fotoserien untermauert sind. Das Hauptthema "Feel" ist nicht leicht in Worte zu fassen. Trotzdem schafft Bill Dorrance es, dass man am Schluss beim Zuklappen des Buches eine gewisse Vorstellung davon hat, was er damit meint. Und durch die Anleitungen zu den praktischen Übungen auch tatsächlich auch die Idee, wie man es vielleicht erreichen kann.
Prinzipiell verstehe ich - von meinem Parelli-Hintergrund aus gesehen - Bill Dorrance's "Feel" als das perfekte Porcupine Game. Bill arbeitet offenbar viel mehr mit stetem, feinem Kontakt, weniger mit Driving Games (diese werden nur kurz erwähnt und sammeln sich offenbar unter dem Begriff "indirect feel").
Nach allgemeinen theoretischen Überlegungen zum "feel" kommt man mit Kapitel 4 dann zum praktischen Teil. Bill erklärt die Grundübungen: Kopf senken, Hals biegen, Führen, Rückwärtsrichten. Alles ist detailiert beschrieben, gut nachzumachen. Detailiertest auch die Beschreibung des Aufzäumens - wie man das Gebiss ins Pferdemaul kriegt, nimmt ca. 5 volle Seiten ein (ebenfalls reich bebildert) und hat mir z.B. extrem geholfen.
Ein weiteres Highlight ist das Kapitel zu den Fußfolgen, und da besonders zum Galoppwechsel. Das hab ich auch noch selten so schön und klar beschrieben gelesen.

Weiters gibt es ein Kapitel mit Q&A, wo zum großen Teil genau das aufgegriffen wird, was dem Leser zuvor bei der Lektüre so durch den Kopf ging.

Und was man auch nicht unterschätzen darf, ist der kommentierte Index, in dem Bill häufig vorkommende Begriffe aufgreift und noch einmal definiert, was er darunter versteht. Ich wähnte mich schon fertig mit dem Buch - "nur noch der Index" - aber der hat es noch einmal so sehr in sich, dass ich ein Monat dafür gebraucht habe.
Mehr als einen längeren Absatz oder ein Unterkapitel auf einmal konnte ich nie lesen, dazwischen musste ich immer wieder alles sacken lassen ... und das ist für mich auch recht ungewöhnlich, ich lese Bücher normalerweise in einem Zug durch, wenn sie gut sind.

Einen richtigen Schlagwortindex gibt es auch, der scheint sehr akribisch und damit hilfreich.

Schließlich noch ein Wort zur Sprache:
Das Buch gibt es m.W. nur im Original, und das ist gut so. Es wurde von Bill Dorrance gemeinsam mit Leslie Desmond geschrieben, wobei ich denke, dass sie wohl aufgeschrieben hat, was er ihr sagte. Es ist toll, dass hier nicht versucht wurde, den teilweise umgangssprachlich anmutenden Ton in irgendeiner Weise zu "bereinigen". Alles wirkt so direkt, so unmittelbar, als würde Bill Dorrance persönlich vor einem stehen und eine Konversation mit einem führen. Gleichzeitig finde ich, dass die Art, Dinge auszudrücken, eine Menge von der Persönlichkeit Bills durchblicken und einen fast zwangsläufig darüber traurig werden lässt, dass dieser so weise und dabei so bescheiden wirkende Mann nicht mehr unter uns weilt.
Die Sprache ist derart klar und eindringlich, dabei so sehr poetisch in meinem Empfinden, dass ich so manchen Absatz mehrmals gelesen hab - einfach weils so schön ist! Anfangs hatte ich mein Notizbuch neben mir liegen, um Dinge zu notieren, die ich gerne als Zitate verwenden möchte. Dann stellte sich bald heraus, dass ich von so gut wie jeder Seite zeilen- und absatzweise zitieren oder mir T-Shirts drucken lassen würde, also habe ich es aufgegeben.
Dazu passt dann auch noch der absolut letzte Abschnitt, der einige Seiten mit Gedichten oder Liedtexten umfasst.
Obwohl ich mich ewig nicht entscheiden konnte, welchen, möchte ich doch gern einen meiner Lieblings-Absätze zitieren (p. 327):
* HELPING THE HORSE: That's our main goal and through feel is how you go about this. Whatever you're trying to do is to help him. If a person approaches a horse with other ideas that do not include helping that horse, well, to my way of thinking, there's room for improvement in that. There's a place in the attitude they have about the way a horse's mind works that will make it more difficult for them to develop the better results we're talking about here in this book, I'll put it that way. No, Im in hopes that getting ghese ideas getting down in print can help them learn how to help those horses, all right. Because this is my main plan.

Fazit: Kaufen, lesen, nochmal lesen, sacken lassen und nochmal lesen ;-). Bill sitzt jetzt auf meinem Nachtkästchen und in mir der Vorsatz, jeden Abend einen Absatz zu lesen :-).

Donnerstag, 3. November 2011

Back to Basics

So. Durch den Vorfall am Dienstag ist neben der Wut auch eine Art Ehrgeiz entstanden. Ich möchte zurück zur Basis gehen, alles durchkontrollieren, und jede kleinste Spur von Brace eliminieren. Ausnahmslos jede (zumindest jede die ich finde). Sicher bin ich über so manchen Brace hinweggegangen. Aus Faulheit. Oder Dummheit, weil ich es nicht als Brace erkannte. Oder auch aus Gewohnheit (das Pferd fühlt sich halt nun mal nicht leicht an, so isser halt). Und manchmal auch ganz bewusst, einfach, weil ich endlich weitergehen und uns beide nicht langweilen wollte. Wahrscheinlich sogar relativ oft aus letzterem Grund: Ich hab doch einen LBI, die darf man ja nur nicht langweilen, nicht wahr? Der Arme!

Tja, hier kommt dann die Wut ins Spiel, die immer noch im Bauch leise vor sich hinköchelt: Langeweile? Mir doch wurscht! Mein Mitleid hält sich nun in Grenzen. Da er die Abwechslung die ich ihm bieten möchte (mit z.B. Ausritten usw.) eh nicht schätzen mag, dann wird halt in der Halle Porcupine Game gedrillt. So lange bis es so klappt wie ich mir vorstelle. Und wenn wir eine Stunde lang nur Hals biegen üben. Gehen wir halt wieder eine Weile in den Kindergarten zurück.

Dazu noch möglichst fest verankert in meinem Kopf: Die Vorstellung, das Bild, wie es sich anfühlen soll. Kein Ziehen, kein Zerren, kein Drücken, kein Brace. Fein soll er dem Gefühl am Seil folgen. Wie ein Tanzpartner. Den schiebt man ja auch nicht mit Druck übers Parkett. Und alles, was sich anders anfühlt als das, ist Brace und gehört eliminiert. So. Das erfordert von mir ganz schön Konzentration, denn Billy hat ein Talent einen glauben zu machen, dass er ja eh nachgibt. Es in Wirklichkeit aber gar nicht tut.

1) Kopf senken. Das geht leicht, das mag der Billy. Mit Daumen und Zeigefinger am Seil, Kopf senkt sich sofort. Mit der Hand leichter Druck im Genick, da gibt es mehr Brace. Mit dem Halfter funktioniert das besser. Also letzteres noch auf die Merkliste.

2) Hals biegen. Hier kam erstmals ein Phänoment ins Spiel, das mir erst jetzt so richtig bewusst wird. Es war aber sicher immer schon so: Billy gibt nach, pipifein. Ich stehe auf Hals/Schulterhöhe, etwas von ihm weg, das Seil liegt in meiner offenen Handfläche. Ich bewege die Hand nach links, Kopf und Hals kommen mit. Wow. Wie fein, wie weich. So mag ich das. Einmal links, einmal rechts. Pipifein, beide Richtungen. Ich lege das Seil nur auf meinen Zeigefinger und bewege den Arm, und Billy folgt mit Hals und Kopf. Ich bin beeindruckt. Ein zweites Mal links, ein zweites Mal rechts. Genauso. Toll. Ich will schon aufhören.
Und dann mach ichs ein drittes Mal. Und dann ist er da, der Brace. Nur ein ganz leichter, wenn ich nicht so konzentriert danach suchen würde, hätte ich ihn wahrscheinlich wieder übersehen. Nach rechts muss ich plötzlich wieder die Finger zumachen, Billy sträubt sich, nur ganz wenig. Aaaaaaah, interessant. Ich probiere weiter. Der Brace wächst! Mit jedem Versuch braucht es mehr Kraft und dauert länger, bis er nachgibt.
Das bewirkt eine Riesen-Erkenntnis (hab ich das echt noch nie bemerkt?? Wie peinlich...): SO manipuliert einen der Herr Billy. Er gibt nach, so ein bisschen. Damit man Ruhe gibt. Das macht er z.B. immer schon so beim Rückwärts. 1-2 Schritte gehen sehr weich und scheinbar willig. Will man mehr, ist Sense.
Wir standen dann also und beschäftigten uns so eine halbe Stunde oder so mit Hals nach rechts biegen. Blöderweise hatte er mir ja am Anfang gezeigt, dass er kein körperliches Problem zu haben scheint. Es war unglaublich, wieviel Kraft er teilweise aufwandte, nur um den Kopf nicht biegen zu müssen. Ich hab halt null nachgegeben und einfach gehalten, gab er ein wenig nach, gab ich auch ein wenig nach. Und es war unglaublich, wie lange der dagegen ziehen kann! Minutenlang, ohne auch nur einen Versuch, dem Druck zu entkommen. Irgendwann gings dann eben doch.
Wir machten andere Sachen dazwischen, und ich kehrte immer wieder zurück zur Biegung (und zwar immer öfter als 3x, denn das Phänomen: 2x gehts pipifein, dann kommt der Brace, zog sich durch die ganze Session).

3) Vorwärts und Rückwärts, mit Porcupine Game. Zuerst einen Fuß. Vorsetzen, zurücksetzen. Das ging bald überraschend gut. War aber im Endeffekt das gleiche Phänomen wie beim Biegen. 2 Schritte machte er auch noch gerade. Aber bei 3 fand er, dass das nun zuviel wird - Brace. Also haben wir dann eine ganze Weile damit rumgespielt, bis auch das flüssig und weich und mit dem Seil auf der offenen Handfläche funktionierte.

4) Hinterhand weichen. Hab ich - ich weiß - sträflichst vernachlässigt, was das Porcupine betrifft. Die Rechnung bekam ich gleich präsentiert, da war nix mit Tanzen, Billy reagierte nichtmal auf Drücken und Schieben. Dann kam eben der Stick zum Einsatz, es gibt eben nur noch Phase 1 und 4. Ich glaube er kennt das Spiel wohl gut genug. Da wunderte sich der Billy über Fraulis plötzlichen Energieschub und hüpfte auch mal eine 90°-Wendung, um seine Hinterhand in Sicherheit zu bringen. Gut so. Und siehe da, schon nach ganz kurzer Zeit konnte er wie ein höflicher Tanzpartner auf meine Hand auf seiner Seite reagieren.
Auch am Putzplatz hab ich das beibehalten. Immer und überall muss das funktionieren, wenn nicht, dann scheppert's.

5) Führen haben wir auch noch gemacht. Das hab ich schon beim Heimweg am Dienstag begonnen. Auch da möchte ich, dass Billy dem Seil folgt, wenn es in der offenen Handfläche liegt. Nach ein paar etwas kräftigeren Erinnerungen hat das dann auch schön und fein geklappt.

So, und nächstes Mal hier weiter.

Dienstag, 1. November 2011

Heut hatte ich keinen guten Tag, nein, wirklich nicht... Ich wurde so fuchsteufelswildwütend auf das Billytier wie noch nie seit ich ihn habe. Dabei gab es nichtmal einen besonders ungewöhnlichen Auslöser, aber halt das eine Mal zuviel, der eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte...

Es begann alles ganz gut, Feiertag, d.h. Tageslicht ausnutzen, d.h. an unserer Ausrittbegrenzung üben. Toll lief alles. Ich hab ja auch in letzter Zeit viel geübt: Auf- und absitzen mit Stillstehen im Gelände, OnLine Spielen an unserer Comfort-Zonen-Grenze, usw. usf. Heute bin ich wieder hingeritten. Zum Testen, wie es um das Befinden des Billytiers steht, hab ich auf dem Weg zur Grenze Übergänge gemacht. Mal angehlaten, bisschen stillstehen. Antraben aus dem Halt. Ein bisschen Rückwärts. Ums Rückwärts musste ich kämpfen, der Rest war leicht wie sonst im Viereck. Alles wunderbar. In der Nähe der Grenze ließ ich ihn öfter antraben. Alles locker, flüssig. Auf einer Wiese schon sehr in der Nähe probierte ich angaloppieren. Tatsächlich, das funktionierte, fein wie im Viereck. Runterparieren am Ende der Wiese - auf Ausatmen. Ich war richtig stolz und glücklich, und eigentlich bereit umzudrehen und heimzugehen nach der Parade.

Nur dann traf uns die Grenze wie ein Hammerschlag. Billy nahm das Umdrehen vorweg und machte sich auf eigene Faust und ohne zu fragen auf den Heimweg, und zwar sicherheitshalber gleich im Trab. Nun gut, ich war anfangs soweit stolz auf mich, mit dem Mantra "Feeeeeeel, ommmmm, feeel ommmmmm, feeeeeeeel, ommmmmmmmmmmmmmmmm" mich in den wenn auch ungewünschten Trabrhythmus einzufinden statt wild herumzuzerren, zu versuchen ihn mit dem Sitz zu bremsen, so zu tun als wär ich einfach daheim im sicheren Viereck bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit über die Gangart. Auf das Bremsen mit dem Sitz reagierte Billy jedoch nur mit Beschleunigung -- trappseltrappseltraptraptrarapptrarappp auf dem Asphalt, bergab; dann (mittlerweile waren die Gedanken "feeeeeeel" und "ommmmmmmmm" abgelöst von "sch*" und "aaaaaaaaah") nahm ich doch den Zügel dazu. Ich bemühte mich auch das in Phasen zu tun und jegliches Zerren zu unterlassen, aber kaum spürte das Billytier das Anheben des Zügels wurde er justament nochmal schneller. Kaum spürte er dass ich versuchte ihn zu biegen, machte er den Hals noch ein bissl steifer.
Da überkam mich eine derartige Wut, dass ichs kaum beschreiben kann... dieses 100%ige Left-Brain "ich weiß was du willst, das passt mir aber nicht in den kram und deshalb mach ich mal genau das gegenteil" machte mich derart fuchstteufelswild... dann wurde ich wütend über mich selbst, WEIL ich wütend geworden war. Und weiter resultierte jeder halbwegs zivilisierte Versuch zu bremsen immer nur noch in schnelleren Tempo, justament, zufleiß. Irgendwann griff ich halt dann in meiner Wut doch zu den unzivilisierten Not-Mitteln wie Zerren, Reißen und dem Tier in den Rücken Plumpsen damit ihm das Traben vergeht, und schließlich standen wir... endlich! Ich nahm den Fuß ausm Steigbügel und wollte so schnell wie möglich runter - worauf das Billytier erneut anzutrappseln begann - dasselbe von vorne.
Endlich stand er irgendwie lange genug still dass ich sicher runter konnte.

Ooooh, und wie ich sauer war! Und wütend auf mich selbst und auf das Billytier, und traurig, weil ich wütend war...

In meinem Grant hab ich ihn dann Online über die Grenze gejagt, und zwar dalli und zackig... zuerst mal eine Weile bergauf, dann im Schritt zurück, dann aus Zone 4 über die Grenze geschickt, im Schritt, im Trab, alles wunderbar, ca. 20x. Das leftbrainigste Pferd wo gibt.... Ich hab heute einen Mordsmuskelkater und hoffe, das Billytier auch *grml*.
Aufgesessen bin ich nicht mehr, wir sind den Heimweg zusammen gelaufen, und das Billytier fand sich millimetergenau auf dem Platz ein, wo ich ihn haben wollte - fein, zackig, aufmerksam, sogar freundlich.

Die Wut blieb, bis jetzt sogar. Zum ersten Mal seit langem dachte ich wieder dran, ob sich unsere Wege nicht besser trennen sollten. Scheinbar bin ich schlichtweg unfähig, und auch wenn ich 1000 Bücher lese wirds nicht besser. Nu versuch ich schon so viel, und nichts hilft... und in mir hallt immer nur die Frage "warumwarumwarumwarumwarumgehtdasnicht"? *schnief*

Sonntag, 30. Oktober 2011

Hin und her

Heute war eine kleine Liberty-Session dran.
Wir haben dabei die Halle mit einem anderen Pferd-Reiter-Paar geteilt, also der Schwierigkeitsgrad nochmal ein bissl höher. Daher brav On Line begonnen, um zu sehen, wie das Billy-Tier heut so drauf ist. Ein bisschen Stick to Me, dann Variationen im CG probiert: kleine Kreise, Zirkel dann vergrößern und wieder verkleinern. Klappte toll, verkleinern besser als vergrößern. Durch die Übungen von David und den immensen Draw, den wir zur Zeit haben, ist das momentan einfacher. Es brauchte nur kurz, bis er dann hübshce enge Kreise um mich gemacht hat, während ich in Neutral war.

Dann das Seil abgenommen und weiter. Kleine kreise Schritt, Zirkel etwas vergrößern, Trab. Billy ließ sich schwer von mir wegschicken und behauptete dann gleichzeitig, auf so engem Zirkel nicht traben zu können ;-). Mit mittlerer Entfernung war das dann gelöst. ;-) Billy trabte toll entspannt auf einem schönen runden Zirkel und war mit der Aufmerksamkeit sehr bei mir. Nur einmal kam mir die abhanden, aber ein Blick auf die Hinterhand genügte, und er war wieder da.
Daraufhin hb ich ein paar Übergänge von Schritt in Trab und dann auch in Galopp probiert, die gut geklappt haben. Trotz des anderen Pferdes in der andern Hallenhälfte blieb er ständig bei mir, auch im Galopp :-).
Und schließlich hab ich auf ganz geringe Distanz im Schritt Handwechsel probiert, die waren super! Damit hatte ich ja im Sommer so Probleme... aber heute gar nicht, er wechselte auf kleinste Zeichen, später auch auf größere Distanz und wunderschön im Trab, ohne die Bewegung zu unterbrechen.
Auch Figure 8s klappen plötzlich toll, alles nicht mit Hinterhand wegschicken, sonsern Kopf und Schulter zu mir ziehen.
Jeztt hätte ich nur noch gern einen etwas höflicheren Blick dabei, und dann bin ich sehr zufrieden. Momentan langweil ich ihn wohl. Muss gestehen, dass ich im Moment etwas den roten Faden verloren hab und daher irgendwie zwar schon mit konkreten Tagesplänen zu Billy gehe, aber insgesamt fehlt mir das große Bild im Moment...

Außerdem muss ich von unseren Fortschritten mit dem Gebiss berichten! Toll klappt das momentan. Rein- und rausgeben ist nun endlich kein Thema mehr. Beim Reingeben überlegt er manchmal ein bissl, so hat er heut mal draufgebissen und dann etwas gezögert, bevor er es weiter rein genommen hat. Wenn ich da aber einfach warte, ohne weitern Druck zu machen, dann klappt das gut. Und beim Rausgeben hat er nun endgültig kapiert, dass es klüger ist, den Kopf dort zu halten wo er ist, und v.a. das Maul weit genug aufzumachen, dass das Gebiss auch wieder rauskann! Früher hat er ja gleichzeitig den Kopf hochgerissen, Maul auf- aber gleich wieder zugeklappt und zog auch noch rückwärts - nun hat ers endlich endlich kapiert :-).
Wir machen jetzt eine Phase, wo ich das Gebiss zu Anfang unserer Session reintu, es währenddessen drin lass (Knoti drüber), und danach kommts wieder raus. Das scheint soweit alles ok zu sein für ihn.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Herbstausritt

Heute war ich mit einer Stallkollegin auf einem gemütlichen Herbstausritt. Richtig schön. Der Wald in bunter Blätterpracht, leuchtend gelb und rot, während rundherum alles grau in grau und neblig an der Grenze zum Nieselregen war. Leider wieder mal kein Fotoapparat... Wir ließen die Pferdchens ordentlich klettern, die weniger steilen Wege wollten die beiden lieber traben - na gut, na dann... ;-)
Beide waren nachher ganz schön groggy... Wie hoch wir waren, sah man nur an einer Stelle, wo der Wald zurückging und wir einen wunderschönen Ausblick über unser Tal hatten - leider nicht so weit, wegen des Nebels.

Billy war brav dabei, aber sehr gemütlich unterwegs, außerdem giftelt er wieder vermehrt - pünktlich mit Herbstbeginn. Und wieder hab ich ein ständig schlechtes Gewissen, ich würde was übersehen... :-/

Sonntag, 23. Oktober 2011

Auf und ab

Nach der gestrigen Erkenntnis, dass ich dringend was tun muss, damit Billy nicht sofort nach dem Aufsteigen im Gelände losspurtet, hab ich das heute ganz konkret geübt. Gesattelt und ab auf unsere Hofrunde. Alle 10 Meter: Abgesessen. Kurz gewartet. Wieder aufgesessen. Billy spurtet los (tatsächlich: auch weg von zu Hause!). Ich versteh's überhaupt nicht, denn auf dem Hof selbst macht er das nicht, im Gegenteil, da hab ich immer drauf geachtet, dass wir noch ja ein Weilchen ruhig stehenbleiben. Offenbar war ich aber im Gelände damit nicht konsequent genug und so glaubt Billy, dass er loslaufen soll, sobald mein Fuß überm Rücken ist.
Die ersten paar Male lief er immer gleich los und ließ sich dann auch nur schwer wieder bremsen. Dann begann er langsam zu kapieren, was gefragt war und hörte besser zu. Ich fand unterwegs ein paar Baumstämme, wo das Aufsteigen überhaupt gut klappte. Billy parkte sich selbständig seitwärts ein, genau wie zu Hause an der Aufsteighilfe (die auch ein Baumstamm ist ;-) ). Bald schon blieb er danach noch stehen und wartete, bis das Kommando zum Antreten kam.
Dazwischen machten wir auch noch ein paar Ruhig-Steh-Übungen, die auch immer besser klappten. So machten wir dann unsere Aufwärmrunde fertig; ich war sehr zufrieden.

Danach sind wir noch aufs Viereck und haben wieder die einfachen Galoppwechsel auf Schlangenlinien durch die Bahn geübt. zweimal gelang das richtig gut, Billy galoppierte heut auch locker an und wollte - anfangs zumindest - auch gern galoppieren.
Anfangs legte er in jeder Runde einen Not-Stopp in der Ecke ein, wo das schöne hohe Gras wächst, aber ich konnte das locker sehen und hab mich gar nicht geärgert ;-) - bin einfach neu angaloppiert und nach 3 Runden hatte er kapiert, dass jetzt keien Fresszeit ist.
Nach einem erfolgreichen Durchgang hab ich aufgehört, abgesattelt und ihn am Viereckrand dann noch grasen lassen.

Samstag, 22. Oktober 2011

Heute hab ich unser Geländeprogramm weiter verfolgt. Ich bin ausgeritten bis zu unserer Comfort-Grenze. Dort bin ich abgestiegen und hab begonnen On Line zu spielen und dabei die Grenze zu überwinden bzw. auszuweiten. Wir waren dort wo uns letztens im Sommer die Kühe so geschreckt und verfolgt haben...
Billy war toll, jedesmal wenn er die Konzentration auf etwas anderes gerichtet hat, hab ich mir die Aufmerksamkeit gleich wieder geholt, und er hat da auch brav mitgemacht. So konnten wir an dieser Stelle Circling Game spielen, inklusive Handwechsel im Trab, Sideways, wo wieder ein paar Trabtritte dabei waren, viel Stick to me in allen Gangarten außer Galopp. War alles problemlos, nicht anders als auf dem Viereck. Also hab ich das ganze bald abgebrochen und wir sind den Weg zurück gegangen.
Wo ich mich wieder sicher fühle, bin ich aufgesessen. Tja, und da war es wieder: Kaum sitze ich oben, trappselt Billy los, diesmal sogar wirklich im Trab. Hab wohl ein Muster zu oft wiederholt (wenn sie absitzt unterwegs, und dann wieder aufsteigt, dann gehts heim). Ich musste richtig diskutieren, dass wir wieder langsamer wurden und schließlich stehen konnten. Das Witzige ist, dass er mich superbrav aufsitzen lässt. Da steht er still, dreht auf Wunsch den Hintern zu mir, um sich in Position zu bringen. Er wartet sogar, bis ich beide Füße im Steigbügel hab - aber dann: ab die Post! Nachdem er wieder zur Vernunft gekommen war, mussten wir dann leider beim Heimweg ganz oft stehenbleiben und Übergänge machen. Und ich nahm mir vor, das speziell zu üben (auf- und absteigen).

Zu Hause angekommen ging ich noch ein bissl aufs Viereck und hab probiert, ob ich eine Weave mit einfachen Galoppwechseln reiten kann, mit 3 Schlaufen/Hütchen. Ging gar nicht so schlecht für den ersten Versuch! Billy war grantig allerdings und wollte heim, daher hab ich es bei dem kurzen Versuch gelassen, nachdem er auf alles brav hörte und auch umgesetzt hat.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Die letzen beiden Male bin ich mit Billy wieder einmal etwas FreeStyle am Viereck geritten. Wir waren schon lang nicht mehr am Viereck ;-).

Momentan kommt der alte Büffel wieder etwas zum Vorschein. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil ich insgesamt etwas planlos bin. Ich hab zwar für jeden Besuch einen konkreten Plan, aber so der große rote Faden fehlt momentan ein bissl.

Wir arbeiten jedenfalls am Neckstring-Reiten. D.h. ich lasse die Zügel komplett weg - Hackamore ist aber immer drauf, für den Fall, dass der Büffel zum Vorschein kommt ;-).
So reiten wir momentan Weave in Schritt und Trab. Alles klappt hervorragend! Zügel brauch ich nicht, den Neckstring eigentlich auch nicht. Alles klappt mit Focus, Körperdrehung, Schenkel (ganz leicht, außer der Büffel... s.o.). Im Schritt kann ich dabei noch sehr fein dosieren und ziemlich genau die Linie bestimmen, die wir gehen. So bin ich im Schritt zuerst ganz große Schlangenlinien um meine 4 Hütchen auf der Mittellinie gegangen - so dass wir immer zwischendurch am Hufschlag gelandet sind. Die nächste Runde landeten wir dann ganz präzise am 2. Hufschlage, die nächste am 3. usw., bis wir uns schließlich nur noch knapp an den Hütchen vorbeischlängelten. Ich war fasziniert wie sanft das klappt. Wenn ich den Stick benutze, mache ich das mittlerweile Richtung Schulter statt Richtung Hals. Klappt viel besser!!

Danach bin ich angetrabt und wir haben das Ganze im Trab probiert. Hier bin ich einfach zu langsam, um so präzise die Linie zu bestimmen, ich kann aber wohl dirigieren, ob wir große oder kleine Bögen machen. Billy reagiert so brav, ganz faszinierend. Lustig finde ich wie man manchmal merkt, dass er abgelenkt ist - wenn die Pferdekollegen reingepfiffen werden z.B. - und dass er sehr wohl lieber bei den anderen wäre. Er ignoriert meinen Schenkel dann, und ich muss meist mit dem Stick nachhelfen. Und irgendwann geht ein kleiner Ruck durchs Pferd, wo er bemerkt: "oh, die da oben gibts auch doch noch" - und schon folgt er brav wieder dem leisen Schenkeldruck ;-).

Woran ich die letzten beiden Male außerdem gearbeitet habe, ist ein wenig "Speedcontrol" im Trab. Beim Workshop mit David gab es ja die nette Übung, wo er Musik anspielte, und wir zuerst Schritt, dann Trab dem Takt anpassen sollten. Schritt klappte dabei bei uns super, aber im Trab haben wir völlig versagt, und ich hab damals erkannt, dass ich Billy einfach immer in seinem normalen Tempo laufen lasse. Wollte ich schnelleren Takt, galoppierte er im Workshop an. Wollte ich langsameren Trab, ging er Schritt. Das hab ich mir als Hausübung vorgenommen und nehme es nun in Angriff.
Überraschend gut reagierte Billy auf mehr Energie, mehr Gas im Trab. Er konnte genau unterscheiden, ob ich schneller traben wollte und gaste ordentlich an, oder ob ich Galopp wollte, da sprang er auch gleich an. Dann kam die Überraschung, dass langsames Traben weitaus schwieriger ist. Ständig gehen wir dann Schritt. Ich versuche mit meinem Sitz insgesamt einen Takt vorzugeben, und belohne durch Loben und Pause, wenn er sich dem anpasst. Es überrascht mich dabei eben, dass er auf den schnelleren Takt besser reagiert als auf den langsamen. Im schnelleren Trab rasen wir dann natürlich mit furchtbarer Haltung dahin, aber es sind eh immer nur ein paar Tritte. Im langsamen streckt er sich dafür schön nach unten und joggt locker und entspannt dahin. An diesem Nach-unten-Strecken und locker Dahintraben möcht ich nun auch im schnelleren Tempo üben.

Geklemmt hat es aber die letzten Male auch ganz schön. Heute blieb er einfach mal, als er meinte etwas gut gemacht zu haben (hatte er ja auch) stehen und weigerte sich schlichtweg, weiterzugehen (außer Richtung Stall). Wir standen da für Minuten und das Pferd war nicht vorwärts zu bekommen. Ziemlich frustrierend, wenn diese alten Dinge wieder an die Oberfläche kommen...

Sonntag, 16. Oktober 2011

Das superschöne Herbstwetter geht weiter. Ausgenutzt und ausgeritten. Mein Plan heute: Wir gehen bis nahe zur Grenze, aber bleiben noch im ruhigen blauen Comfortzonen-See. Dort sitze ich ab und spiele Online, wobei ich mich der Grenze annähere. Dann wieder aufsteigen und durch den blauen Comfort-Zonensee heimreiten.
Gesagt getan. Der Ritt war ganz unspektakulär, Billy war aufmerksam der Umgebung gegenüber, aber hörte auf mich.

Rechtzeitig vor unserer "Grenze" bin ich abgesessen und hab wie gestern im GElände zu spielen begonnen. Wieder Stick to Me mit Schritt, Trab, Halt, Trab, Rückwärts usw. Klappte hervorragend, Billy war aufmerksamst und gehorsam. Viel Sideways, weil sich die Straße so anbietet. Tatsächlich haben wir - wie gestern - wieder ein paar Seitwärts-Trabtritte zusammengebracht! S-Pattern hab ich auch gemacht, einfach einen Slalom von rechter auf linke Straßenseite und zurück, während ich rückwärts ging.

So näherte ich mich schrittweise der magischen Grenze. Die war auch sofort zu bemerken, ab einem bestimmten Punkt war Billys Aufmerksamkeit weg und nicht mehr so einfach wiederzuholen. Ich spielte dort ein bisschen rum, bis er mehr auf mich aufpasste als auf ... ichweißnichtwas. Dann kehrten wir zurück zu einem Punkt innerhalb der Comfort-Zone, und ich bin wieder aufgesessen.
Billy stand mucksmäuschenstill und wartete, bis sich Frauli raufgehantelt hatte. Und kaum saß ich - übernahm er das Kommando :-( . Er zuckelte heimwärts, ruhig im Schritt, aber ganz offenkundig nicht willens, mich auf dem Rücken zu beachten. Anhalten ging mal nicht. Da wurde er schneller - interessant. Ich bin ruhig geblieben und habs einfach immer wieder versucht, bis ich dann bis zu den Füßen vorgedrungen bin und wir standen. Gut. Auf diese Erfahrung hin gab es dann heimwärts ganz ganz ganz viele Haltparaden. Komisch, je näher wir der Heimat kamen, umso leichter und feiner konnte ich wieder sein, umso mehr achtete er auf mich. Offenbar will er doch nur schnell von dieser "Grenze" weg, oder ich weiß nicht. Interessant jedenfalls.

Am Heimweg kam uns wieder der kläffende knurrende Köter entgegengelaufen, aber nachdem ich mich mit Stallkollegen über ihn letztens unterhalten hatte, wusste ich was man bei dem am besten tut: Laut anpfauchen, außerdem hatte ich heut den Stick mit und drohte ihm mal damit vom Pferderücken aus. Tatsächlich, Köter zog sich auf sein Grundstück zurück und Billy trottete entspannt an der Hecke vorbei - normal trippelt er da ziemlich nervös. Vielleicht hab ich ein paar Leadership-Punkte gesammelt: Frauli kann böses Raubtier in die Flucht schlagen! (Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass der Köter auf einer öffentlichen Straße alles verfolgt was sich bewegt und auch mal zuschnappt - Pferde, Leute, Kinder, Autos...).

Ein schöner Ausritt mit positivem Abschluss :-)

Samstag, 15. Oktober 2011

Das herrschende kalte, aber wunderschöne Herbstwetter habe ich genützt und bin mit Billy wieder schön viel rausgegangen. So oft wie möglich, Comfortzone erweitern. ;-)

Am Samstag war ich online mit ihm auf unserer Hofberg-Runde. Ein bisschen Touch it mit Pfützen (jaaa, alle 4 Füße patschten rein) und Baumstammscheiben, ein bisschen Stick to me mit Rückwärts bergauf und bergab. Ein bisschen Circling mit watch were you're going, ein bisschen seitwärts. Letzteres war toll, ich konnte richtig viel Abstand halten und wir haben das erste Mal so viel Energie aufgebracht, dass ein paar Trabansätze dabei waren! Dann ein Stückchen gemeinsam joggen, Halt-Trab-Antritte, und auf dem steilsten Stück dann noch ganz oftiges Halt-Schritt-Antreten, für den Popsch (auch meinen ;-) ).

Ganz toll und hat viel Spaß gemacht.

Danach bin ich noch kurz aufs Viereck und hab weiter versucht, den Spin On Line hinzukriegen. 2 x klappte es, aber wohl eher als Zufallstreffer. Sonst herrscht bei uns beiden eher Ratlosigkeit. Aber immerhin, Billy bemüht sich total zu gefallen und bietet an, was er so kann ("irgendwas will die, nur was?"). Frauli muss sich einfach noch ein bissl mehr Gedanken machen und das Lichman-Video noch öfter ansehen...

Dienstag, 11. Oktober 2011

In der letzten Woche habe ich mit Billy sehr viel an Liberty und Finesse gearbeitet. Beides habe ich über den Sommer zugunsten von Ausritten etwas vernachlässigt. Nun, da es früher wieder dunkel und das Viereck vom Regen regelmäßig überschwemmt wird, ist die Halle und damit Liberty wieder unser bester Freund ;-).

Irgendwie bin ich gerade wieder in einer abwärts-Bewegung, so im Großen und Ganzen betrachtet. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich die Beziehung gerade wieder verschlechtert, ohne genau zu wissen warum.

Bei Liberty hat sich durch den Kurs mit David Lichman unser Draw zum einen geradezu nach oben katapultiert. Davids Übungen funktionieren dahingehend wirklich toll! Wir machen einerseits die "kleine Zirkel"-Übung, wo Billy die ganze Zeit mich ansehen soll. Das klappt gut im Schritt, aber ich komme irgendwie nicht auf die nächste Stufe, mache keine Fortschritte. Der Draw ist super, ich freue mich - aber gleichzeitig kippt die Waage leider wieder sofort in Richtung Respektlosigkeit, und das freut mich nun wiederum gar nicht. Das Tierchen klebt an mir, drängelt mit der Schulter, ist nur schwer wegzubekommen und zeigt ziemlich respektlose Gesichtsausdrücke - fast wie ganz an unserem Anfang. Ich kann damit nun besser umgehen als früher, aber manchmal fühle ich mich unwohl. Dann kann ich ihn zwar wegschicken, aber beide schauen wir dann grantig.

Eine andere Übung, die noch mehr Draw kreiert ist der "Boomerang", wie David es nannte. Damit bereitet er das Pferd auf Handwechsel und Achten vor. Genau damit (dem Handwechsel und den Achten) hatte ich mir ja vor dem Kurs ziemlich den Draw ruiniert - Billy ging auf den Zirkel und wollte nicht mehr reinkommen - für einen Handwechsel schon gar nicht. Für den Boomerang schickt David das Pferd zuerst aus knapper Distanz (ganz am Anfang mit Seil) ganz knapp um einen Pylon herum. Wichtig dabei war, dass er das vordere Ende ansaugt, anzieht, nicht das Hinter-Ende disengagt! Genauso machte ich zuvor meine Achter, und wie die aussahen war ein Riesenunterschied zu dem Draw, den ich jetzt habe. Dieses enge Dranbleiben zu Anfang (man schickt das Pferd grade ganz knapp um das Hütchen, läuft sofort rückwärts und zieht es zu sich in die Mitte zwischen die beiden aufgestellten Hütchen - dort gibts Pause und ggf. Belohnung) schafft zumindest bei uns einen Draw, der ist schier unglaublich. Billy schießt geradezu auf mich zu. Er trabt von alleine an und kommt. Mitverantwortlich dafür ist natürlich das viele Leckerli-Füttern, das David auch macht - er ist ziemlich motiviert, sogar übermütig.
Und eben der Übermut macht mir wieder zu schaffen. Da spielen wir Boomerang und das Pferd sieht sich bemüßigt, nicht nur auf mich zuzutraben sondern mach 2 Galoppsprünge - und schon kriegt Frauli Angst, ob das jetzt ein Angriff ist und verbietet den Übermut :-( - und Pferd kennt sich schon wieder nicht mehr aus. *seufz*
Ich glaube ich muss mal Davids "Long distance Coaching" in Anspruch nehmen.

Die andere Baustelle, die ich nicht und nicht in den Griff kriege, ist Finesse. Kontakt findet Billy generell bäh, scheinbar. Ich dachte immer es liegt am Gebiss und dass ich mit dem Glücksrad, auf das er ja gut anzusprechen schien, nun eine längerfristige Lösung gefunden hätte, zumindest für die Anfänge von Kontakt-Reiten. Billy nahm - so glaubte ich zu fühlen - den Kontakt gut an, er lehnte sich nicht drauf, folgte dem Zügel brav nach unten (ohnehin kein Problem) oder oben (wenn, dann war das schwieriiger) sowie zur Seite - alles mit sehr wenig Einwirkung. Wenn ich uns im Spiegel betrachtete, sah es zwar immer noch aus als würd ich auf einer Kuh sitzen, aber gut... braucht ja Zeit.
Nur beim letzten Mal zeigte mir Billy allzu deutlich, was er auch vom Glücksrad hält - goar nix! Ich nahm ihm den Zaun ab, damit er sich wutzeln konnte. Wollte ihn dann wieder drauf geben, um ihn zurück zum Putzplatz zu führen (ich hatte nix anderes mit in der Halle). Denkste. Billy veranstaltete mit mir ein sage und schreibe dreiviertelstündiges Catching Game. Mit dem Zaum ließ er sich schlicht und ergreifend nicht mehr anfassen. Bzw. - anfassen schon, aber den Zaum angehoben - weg war das Pferd. Nicht panisch, sondern mit Abscheu im Gesicht schlenderte er vondannen. Und ich war meinerseits zu stur zu gehen und das Knoti zu holen, also haben wir uns eben 45 Minuten so beschäftigt. Ich war ziemlich frustriert - doch nix mit dem Glücksrad. Bzw. : Was mache ich derart falsch, dass ich so ein Feedback bekomme? Ich hatte ihn in der Hauptsache am langen Zügel gehen lassen, mit kurzen Episoden zwischendurch, in denen ich den Zügel vorscihtig Stück für Stück aufnehme und Kontakt suche - dann wieder lang lasse. Und im Stehen hatten wir geübt, den Kopf anzuheben, einfach dem Zügel zu folgen. Nur auf leichtes Zupfen hin. Mit dem Knotenhalfter hab ich jedenfalls schon weit gröber eingewirkt (nicht unbedingt absichtlich) - und in das steckt er nach wie vor von selbst den Kopf.

Also manchmal versteh ich das Pferd einfach nicht. Und ich hasse es wenn ich was nicht verstehe :-(.

Gleichzeitig (schon vor der Un-Glücksradepisode) habe ich wieder von vorne begonnen, Billy ein neues Gebiss schmackhaft zu machen. Ich hab ein Billy Allen Bit gekauft, das seitlich beweglich, aber eigentlich eine Stange ist. Vielelicht mag er sowas lieber als die doppelt und einfach gebrochenen, die ich bisher hatte. Beim Reingeben vom Gebiss machen wir ganz gute Fortschritte, d.h. ich mache die. Geholfen hat mir dabei das Buch von Bill Dorrance, das ich grad lese/gelesen habe (s. auch rechts in meiner Leseliste). Da beschreibt er auf mehreren Seiten minutiös genau, wie man dem Pferd ein Gebiss wirklich ins Mäulchen schiebt - und tatsächlcih, so bewusst gemacht, funktoniert das besser! Ich kann das Buch nur empfehlen. Ich denke ich war meist zu hektisch dabei - Maul ist auf, oh, meine Chance, rein mit dem Biss! Jetzt mache ich viel viel langsamer, schieb es mit den Fingern vorsichtig dorthin wo es liegen soll und lasse Billy dann ein bissl herumprobieren, wie er es halten will. Dieses Gebiss versucht er zum ersten Mal nicht sofort wieder auszuspucken, er hält es sogar selbst fest (es ist derzeit noch Gebiss pur, ohne jegliche Riemen dran - ich halts nur mit beiden Händen an den Ringen fest). Das Rausgeben, das ja immer die noch viel größere Katastrophe war (Maul auf, Gebiss halb raus, dann Kopf in die Höhe reißen und Zähne wieder zuklappen, alles auf einmal), geht so auch viel besser. Er reißt den Kopf nun fast nicht mehr hoch und versteht nun langsam, dass das Gebiss nur raus kann, wenn er das Maul weiter aufmacht ;-).
Ich habe jetzt 7x so geübt, und als nächster Schritt kommt jetzt 7x üben mit Genickriemen und Gebiss für kurze Zeit festhängen. Mal sehen wie es weitergeht. Was ich auf jeden Fall vom Dorrance-Buch auch mitgenommen habe: Die Backenstücke vom Zaumzeug stelle ich aufs weiteste Loch, damit es komfortabel über die Ohren geht. Wie sagt er doch: Man knöpft sich schließlich auch das Hemd auf, wenn man es an- oder ausziehen will ;-).

Montag, 3. Oktober 2011

Rezension

Stacy Westfall: Basic Ground Work. 2 DVDs. $49,99

Dieses DVD-Set ist genau das was der Titel besagt: Wirklich basic, wirklich nur groundwork.

Stacy Westfall beginnt mit dem Führen und Weichen in alle Richtungen und mit allen Zonen des Pferdes. Damit ist auch schon der Inhalt zum größten Teil abgedeckt. Ziemlich ausführlich werden noch Desensibilisierung mit allen möglichen GEgenständen gezeigt, sowie einige kurze Kapitel mit Schülern von Stacy.

Stacy legt v.a. viel Wert auf die Sicherheit des Menschen, ziemlich ausführlich und immer wieder wird gezeigt, wie man sich rüpelige Pferde vom Leib hält - manchmal ganz schön ruppig; Phasen wie bei Parelli gibt es nicht, daher kommt für manches (v.a. junges) Pferd das ein oder andere Seilrucken offensichtlich ziemlich überraschend.

Fazit: Alle beiden DVDs fand ich relativ langweilig, bin ja aber hoffentlich schon über "Basic" zumindest teilweise hinaus. ;-) Vom Informationsgehalt ist das Set wirklich nur für blutigste Anfänger geeignet, und für diese wiederum vermisse ich dahinterstehende Theorien und Feinheiten. Am interessantesten fand ich noch die Kapitel, wo Stacy ihre Schüler coacht, die sind aber ziemlich kurz und auch da fehlen Feinheiten. Der eine oder ander Tip mag ganz brauchbar sein, aber insgesamt würde ich mein Geld in anderen DVDs besser angelegt sehen.

Dienstag, 27. September 2011

Heute haben wir zur Abwechslung ein bissl mit On Line herumgespielt.

Zuerst wieder versucht den Spin hinzukriegen und ein bisschen in Sachen Rope-Handling dazu gelernt - ich weiß jetzt, dass das Seil um den Hintern gehen muss, damit Billy versteht. Ganz kapiert er noch nicht, was das Ganze soll, er schaut skeptisch und hält Frauchen für plemplem, glaub ich. Ich hab versucht die Bewegung in kleine Schritte zu unterteilen; das Reinkommen funktioniert noch super, auch das Drehen der Vorhand, bis Billy zur Bande (bzw. am Viereck: Zum Gras *g*) schaut; aber ab dann versteht er mich nicht mehr. Wenn das Seil auf der Seite um den Hintern geht, kann ich ihn dann lotsen, dann folgt er auch brav dem Seil und ich kann ihn vorne wieder "abholen". Naja, es braucht wohl einfach Übung. Ich freu mich jedenfalls schon sehr, dass er so brav reinkommt, auch 20x hintereinander *g*.

Danach haben wir die Rundenzahl des Galopps - während ich in Neutral bleibe - auf 4 pro Seite erhöht, das war leicht. Es wird, es wird.

Sonntag, 25. September 2011

Während ich heut einen gemütlichen Sonntag-Vormittag verbracht habe, war Billy beim Friseur. Ohne Zustimmung von Mama hat er sich doch tatsächlich Dreadlocks machen lassen!


Ja, da geniert er sich zu Recht, der Bub!


Ok, nachdem Mama den Frisurenfauxpas repariert hatte (zum Glück gings halbwegs ohne Schere), sind wir nochmal auf unserm Gelände rumgeritten und haben ein paar Übungen gemacht - neben dem Bach, da hat sich gleich gezeigt, dass Billy meint, dass ich ab einer bestimmten Entfernung zum Stall wieder nix zu sagen habe, wenn's hart auf hart kommt (soll heißen: sobald er keine Lust mehr hat). Ich ritt Achten um einen Baumstamm, bis wir nicht mehr Richtung Heimat antraben mussten.
Auch rückwärts bergab in einer kleinen Mulde - das rückwärts klappt überraschend gut außerhalb des Vierecks (besser als im Viereck definitiv - *interesting*).
Hinterhandwendung klappte gar nicht, da wurde er entweder ganz unlustig oder unconfident, ich kanns nicht sagen. JEdenfalls kam ich nicht weiter und ritt zu unserem Weg hinter dem Hof, wo es schonmal besser war. Auch dort gabs aber heut grobe Probleme mit der Konzentration und dem Gehorsam.
Gut dass ich schon beim BAch meinen ursprünglichen Plan, etwas weiter weg zu reiten (geplantermaßen bis an die Grenze der roten Zone), um dort On lIne auf einer Wiese etwas zu spielen, gleich ad acta gelegt hatte.

Es ist interessant, wie sich diese Probleme beim Ausreiten eh schon 200m vom STall entfernt zeigen. Solang wir hier noch Diskussionen führen, brauch ich wohl wirklich nicht probieren, mich allein ausreitend in brenzlige Situationen, wie z.B. in Kuhnähe, zu bringen...

Samstag, 24. September 2011

Heut haben Billy und ich mit der Stallkollegin mit Junghafi wieder einen schönen Ausritt gemacht. Das Wetter ist so traumhaft! Ende September, und man kann getrost mit T-Shirt reiten.

Ich lernte heut einen neuen wunderschönen Weg kennen, wir waren etwas über eine Stunde unterwegs, mit Schritt überwiegend und einem kleinen Trabstück. Ein STückchen gehts richtig steil bergauf, da haben sie ordentlich klettern müssen, die beiden ;-) (und ich danach neu satteln *ähem*). Sonst gehts hauptsächlich auf einem schönen Wiesenweg durch lichten Wald mit atemberaubender Aussicht auf den Berg gegenüber und dort unsern Stall.

Beim Rückweg kamen wir auch wieder an den Bach, und diesmal war ich - frisch geübt - kein bisschen in Sorge, dass da was nicht klappen könnte, und genau wie erwartet, nach kurzer Untersuchung der Wassertemperatur ;-) stapfte Billy im ruhigen Schritt durchs Wasser und ging ans andere Ufer ohne jegliche Aufregung und nix.
Ach was bin ich stolz :-)

Freitag, 23. September 2011

Splish-Splash FreeStyle

Hurra, hurra, ein Durchbruch *freu*.

Heut hab ich dasselbe wie gestern gemacht: Gestern konnte ich Billy ja nur On Line in den Bach reinstellen. Heute ein neuer Tag, neues Glück ;-).

Wie gehabt machte ich zuerst ein bisschen Vorbereitung (reitend) in unserer Geländestrecke, und als ich die verlassen wollte, um zum gleichen Bachstück wie gestern zu reiten, fiel mir auf, dass innerhalb der Geländestrecke auch eine Stelle ist, wo man schön flach ins Wasser gehen könnte. Erblickt und gleich mal hingeritten.
Die Stelle ist für Wassereinstieg sogar besser als die andere, weil flacher. Dafür ist das andere Ufer für einen Ausstieg ungeeignet: Enge Bäume und große Steine und Felsen. Da schoß mir schon kurz der Gedanke in den Kopf, dass wenn er HIER versucht rüberzuspringen, wir uns weh tun werden...
Aber es gab überhaupt keinen Grund zur Sorge. Irgendwie schaffte ich es den Kontrollzwang seinerseits zu bezwingen und Billy die Zügel ganz lang zu lassen. Er stapfte neugierig zum Wasser und schnofelte mal dran. Patschte mit dem Fuß rein. Trank ein bissl. Patschte mit dem Fuß rein und ließ ihn stehen, was mir Freudengluckser entlockte und Billy ein Leckerli aus dem Automaten auf seinem Rücken bescherte. Prompt patschte er mit dem zweiten Vorderfuß auch rein, schön laut, damit ich es nicht überhöre, dass er da drin steht. Automat spuckte wieder ein Leckerli aus und schlug vorsichtig vor, ein paar Schritte vorwärts ins Wasser zu gehen. Und tatsächlich, er tat's!! Mit allen vieren standen wir im Wasser, das ihm dort bis ca. Sprunggelenk geht! Und dann konnte ich ihn doch noch (mit doch etwas energischerer Einwirkung) daran hindern, ans andere Ufer zu klettern und dort zwischen den Bäumen steckenzubleiben. Wir drehten im Wasser um und ritten völlig cool und gelassen ohne Hüpfer, hektisches Traben oder sonstwas zurück ans Ufer.

Ich war baff und völlig happy :-)

Wir ritten weiter zum andern Bachstück, wo es gestern reitend so Probleme gab... dazwischen auf der Wiese ein paar Achter und Trab und ruhigen Canter-Galopp *schöön*.
Wir kamen in die Nähe der andern Einstiegstelle. Böschung runter, kein Problem. Und auch weiter, kein Problem. Wie ausgewechselt, keine Spur mehr von der gestrigen Panik "da geh ich sicher nicht rein". Billy kam, schnofelte und besiegte das Wasser. Stapf, stapf, drin warn wir. Ich konnte nur so staunen. Wir gingen drei Schritte den Bachlauf entlang, so wie gestern On Line, erklommen das andere Ufer, gingen dort ein paar Schritte weiter und an der andern STelle wieder rein. Wir wagten uns sogar ein paar Schritte ins Tiefere vor, wo noch dazu mehr "Strömung" ist, da fließt mehr. Fand Billy sehr spannend und kletterte ohne Umschweife auf Aufforderung dort ans relativ steile Ufer (wie eine große Stufe). Einfach nur toll.

Am nächsten Tag hab ich dann noch Beweisfotos geknipst; nur On Line, weil wenn ich oben sitze sieht man ja gar nicht, dass er drin steht ;-)




Donnerstag, 22. September 2011

Splish-splash ...

Heute war schönes Wetter und für Ende September recht warm. Und ich hab umgesetzt, was ich mir so heimlichstillundleise beim letzten Ausritt mit Bächleinquerung mit der Stallkollegin vorgenommen hatte: Das muss geübt werden!
Man muss ja wohl ausnutzen, dass es a) noch hell ist, b) warm genug ist, c) keine Insektenschwärme gibt und d) man einen Bach in unmittelbarer Nähe direkt am Grundstück hat. Wer hat das sonst schon.

Billytier also gesattelt und Richtung Bach losgeritten, dabei haben wir den Weg über unsere Geländestrecke genommen. Da hab ich vorher ein bissl geübt: 8er um Bäume rundelum, Volten, halt, rückwärts, bergauf rückwärts, wieder Volten, eine Matschpfütze durchreiten, mich in 20 Quadratmeter Wald verreiten und den Weg nicht mehr finden *g*.... Billy nahm alles gelassen. Er war gut drauf, wollte sogar ständig traben. Die Volten waren gut, fast alles konnte ich nur mit Schenkel reiten (wobei er den heute eben gern als "Vorwärts" missinterpretierte). Nur hie und da griff ich in die Zügel, z.B. um zu verhindern, dass Billy statt der anvisierten grooooßen Lücke zwischen 2 Bäumen die viel kleinere und engere zwischen 2 Bäumen nimmt - da wären wir jedenfalls stecken geblieben, Billy ist breiter als 20 Zentimeter. ;-) Also mit dem Durchsqueezen zwischen Engpässen hat das Tierchen definitiv kein Problem *lach*.

Dann kamen wir zum Bächlein. Zuerst mal steil die Böschung runter. Kein Zögern, hat er suuuper gemacht. Da hab ich mehr gezögert als er (es kam mir plötzlich bergab doch viel steiler vor als in die andere Richtung bergauf).
So, und dann befinden wir uns quasi auf einer kleinen "Insel". Es gibt viel Gestrüpp, Bäume, Sträucher, ein bisschen Gras, eine Sandbank, Kiesel - ein Parelli-Paradies! Nur leider alles sehr eng. Den Stick hab ich gleich mal weggeworfen und Billy an die leichteste Einstiegstelle bugsiert. Ließ ihn stehen und schauen. Er wollte natürlich gleich umdrehen, ich hab ihn ruhig immer wieder zurückgelenkt.
Leider wurde das nicht besser. Genau wie auf den Ausritten: Man kann so richtig spüren, wie er beschließt: aber jetzt geh ich! Egal was du da oben tust... er beginnt dann alle Hilfen zu ignorieren... Als wir soweit waren, dass er sich wieder knapp an Baumstämmen durchquetschen wollte und dann nur noch rückwärts schob mitten ins Gesträuch hinein, bin ich abgesessen, etwas frustriert.

Weiter am Seil vom Boden aus. Ich führte ihn wieder zu der Einstiegstelle. Dort muss man von der Böschung eine Art Stufe runtersteigen - und steht dann aber noch nicht im Wasser, sondern auf trockenem Kiesel, groß genug auch für ein Pferd. Von dort führt das Wasser vielleicht 10cm tief ganz flach in den Bach. Perfekt eigentlich. Dort hatte ich ihn reitend ja schon mal nicht hingebracht. Und On Line - Billy kam hin, schaute, stieg hinab auf die Kiesel. Ich war baff. Gleichzeitig total erfreut und auch frustriert. Vertraut er mir so viel weniger, wenn ich im Sattel sitze? Oder ist es eine Respektsache? Nichtmal das weiß ich. Er war jedenfalls eher left brain die ganze Zeit.
Dann gings weiter. Billy ging mal trinken. Dann spielte er mit der Lippe mit dem Wasser und wusch seine Hackamore. Dann patschte er ins Wasser mit beiden Vorderbeinen. Und dann stand er auch schon drin im Bach, alle 4 Füße! Ich war ja sooo stolz und das wurde groß belohnt ;-). Ich ging am Ufer entlang und er stapfte durchs Wasser, ein paar Schritte. Beim Umkehren wollte er zuerst zu mir ans Ufer, bei einem zweiten Versuch klappte es dann. Wir gingen auch auf der anderen SEite wieder an Land, woanders wieder rein, durch, wieder raus.

Alles ganz gemütlich, es gab kein hektisches Raus- oder Drüberspringen wie früher (vorzugsweise mir auf den Schoß!). Man merkt natürlich leichte Skepsis, aber generell schien ers nicth so schlimm zu finden.

Als mir die Leckerlis ausgingen, durfte er noch lange grasen, während ich meinen Stick suchte.

War echt toll und unser größtes Erfolgserlebnis bisher mit Wasser- bzw. Matschquerungen :-)

Dienstag, 20. September 2011

Es regnet, daher wieder einmal Hallenarbeit.

Begonnen haben wir zum Aufwärmen wieder mit Zone-5-Herumspazieren und Lenken-Üben. So richtig Fortschritte machen wir dabei momentan nicht.

Dann hab ich zum ersten Mal probiert, langsam einen Spin zu erarbeiten :-). Das wurde beim DAvid Lichman Kurs mit einer Teilnehmerin erarbeitet, und ich hab mir vor kurzem meine Videobänder wieder angesehen. Zuerst brauchte ich mal ca. eine halbe Stunde, bis ich wusste, wie ich das Seil legen muss, dass es sich nicht irgendwie falsch herum aufwickelt beim Spin (durch den Kurs wusste ich wenigstens: Irgendwie geht das... ). Dann langsam Schritt für Schritt probiert: Stick to me an der Bande, Draw nach innen. DAs ein paarmal als Vorübung, klappte super. Dann einen Schritt weiter, nach dem Draw den Drive um die Vorhand außen herumzubekommen. Das war schon schwieriger, Billy verstand nicht, dachte er soll seitwärts oder rückwärts. Mit ganz langsamem Erklären und Pause zwischen den einzelnden Schritten klappte es. Und dann Schritt 3: Wenn Pferd dabei ist ganz rumzuspinnen, nach vorn laufen und es "abholen" und rückwärts laufend wieder zu sich ziehen.
Für den Anfang nicht schlecht, werde ich weiter ins Programm einbauen.

Danach unser Hauptprogramm Galopp; wir sind jetzt auf beiden Händen bei 3 Runden, während ich in Neutral stehen kann. Mir fällt irgendwie schwer, Neutral und Energie-hoch zu vereinbaren. Es klappt aber immer besser, wir hatten nur wenige Fehlversuche.
Dazwischen beim Angaloppieren war Billy derart übermütig mit Kopfschlackern und kleinen Hüpfern und energischem Galopp, dass ich den Vorwärtsdrang genützt habe um Handwechsel zu machen - und beim 3. Handwechsel schenkte er mir wieder einen Fliegenden, von der leichteren (rechts) auf die schwierigere (links) Galoppseite :-).

Damit haben wir dann aufgehört.

Sonntag, 18. September 2011

Heute war ich mit einer Stallkollegin und ihrem Jungtier-Hafi wieder eine kleine Runde ausreiten.
Beide Pferde waren super entspannt, und wir hatten wunderschönes Wetter.
Die Wiese konnten wir galoppieren, und hab mich gefreut dass Billy ganz cool blieb, als Junghafitier etwas ungestüm davongestoben ist und wir mehr Abstand bekommen haben - es war nur wenig Zügeleinwirkung nötig, dass das so blieb und wir in unserem gemütlichen Tempo blieben, toll (ist nicht unbedingt immer so).

Beim Rückweg machten wir nicht den Umweg wie mit der anderen Stallkollegin, sondern ritten durch unser kleines Wäldchen - inklusive Wasserquerung. Mir wurde mulmig. Wasserquerung ok, aber wie bekannt springt Billy solche Dinge gern, was mir auch egal ist, nur dass dort relativ eng Bäume und Büsche stehen, wo er mich hübsch abstreifen kann (oder ich mir zumindest ordentlich wehtun kann).
Stallkollegin mit Junghafi ritt voran, ließ Junghafi ruhig das Wasser begutachten (kennt er schon) und ritt dann ruhig durch. Billy schnaufte und schnorchelte, ich war auf einen Sprung gefasst, hab ihm aber durch kleine Zügelzupfer zu verstehen gegeben, dass wir da bitte nicht nachspringen ... und tatsächlich konnte er zwar schnell aber doch in Schritt, halb Trab, durch! War furchtbar stolz, nur ritten wir den Junghafi am andern Ufer fast um, naja.
Dann kommt da noch eine steile Böschung bergauf, die ist Billy die paarmal, dass wir dort gegangen sind, auch immer gespungen wie ein Hochspringer. Heute nicht, heute kletterte er gesittet hinauf!
Ich war dort ziemlich lange nicht (ähem - Problemverdrängung ;-) ), ich glaub das Tier ist erwachsen geworden ;-).

Bewundernswert finde ich ja meine Stallkollegin. Hat ihren Junghafi seit Anfang des Sommers ungefähr und geht mit ihm überall hin. Der kommt gar nicht in den Sinn, dass Hafi über Wasser nicht gehen könnte oder dass sie irgendwohin nicht gehen würde, weil ... was auch immer. Und derart selbstsicher geht Hafi dann auch tatsächlich überall hin. Die ist ein richtig guter Leader *seufz*.

Samstag, 17. September 2011

Heute war ich mit Billy am Viereck, On Line Dinge üben.

Zuerst haben wir alles mögliche aus Zone 5 gemacht. Wollte ich eigentlich zum Aufwärmen, es war dann aber der Großteil unserer Session.
Schritt-Halt-Übergänge wieder eingeübt (ich hab lang nix aus Zone 5 gemacht), dann viele viele Achter durchs ganze Viereck, alles an einem Seil. Das Lenken, das schon so gut geklappt hatte, hat er wieder vergessen, und auch Frauli ist wieder unkoordinierter geworden. Einen nicht kleinen Teil der Einheit hab ich nur geübt, das Seil über Billys Kopf zu schupfen (der hat sich wohl gewundert über das seltsame Tun, aber solang er sich dabei nicht besonders bewegen muss, störts ihn wohl nicht *g*). Dann hat das beim Wechsel auch ein, zweimal gut geklappt.
Ein bisschen gekämpft haben wir mit rückwärts aus Zone 5. Wenn ich leicht versetzt an seiner rechten Seite stehe, klappt es hervorragend, sobald ich das Seil anhebe und selbst rückwärtsgehe. Stelle ich mich hinter ihn, aber links versetzt, dreht er nur den Hintern weg und rotiert und rotiert und scheint nicht zu wissen was ich möchte. Das muss ich an der Bande üben... es hat lang gedauert und ich musste näher an ihn ran und eine Hand auf die Kruppe legen, also eher in Zone 4, damit er kapiert hat und ich ihn belohnen konnte.

Schließlich bin ich zur Hauptübung übergegangen: Galopp, und ich will nun wirklich wirklich endlich endlich in Neutral bleiben können! Das können wir immer noch nicht *ähem*. Bei der letzten Einheit hat es ewig gedauert bis es im Linksgalopp funktioniert hat, aber heute ging alles ruckizucki: Zuerst die leichtere rechte Hand. Auf Anhieb - trotz Ablenkung der andern Pferde auf der Winterkoppel - 1 ganze Runde Galopp und ich in Neutral. Dann links, 2x brach er die Gangart, beim 3. Anlauf klappte 1. Runde. Das war der Standard, mit dem ich letztes mal aufgehört habe. Heute also dann auf 2 Runden gesteigert: Rechts sofort auf Anhieb *freu*; dann machte ich mich auf eine längerdauernde Übung auf der linken Hand gefasst... aber nichts... zuerst galoppierte er locker und flockig 1,5 Runden, wo ich die Gelegenheit ergriff und ihn gleich reinholte zum Loben - dann nochmal rausgeschickt, 2 Runden locker galoppelt --> tadaa, fertig für heute :-).

Manchmal fragt man sich schon, warum er um manche Dinge so ein Tamtam macht - heute hat er auch gar nicht nach außen gezogen wie beim letzten Versuch, und das obwohl wirklich die ganze Herde nebenan wild rumgaloppierte und ständig irgendwas Außerordentliches begutachten musste.
So ein Braver :-)

Freitag, 16. September 2011

So, heute hatte ich Gelegenheit in die Tat umzusetzen, was ich mir letztes Mal vorgenommen hatte beim Freestyle Reiten: Ich möchte alles einfach nach außerhalb des Vierecks verlegen.
Wetter hat heut super gepasst (wir haben einen herrlichen Herbst!), also bin ich mit Billy auf den Wiesenweg gegangen, der von hinter der Winterkoppel zum nächsten Windschutzgürtel führt. Der Weg führt vom Stall weg leicht bergan - toll zum Galoppieren - und geht dann noch um die Kurve und den Windschutzgürtel entlang (auf dessen anderer Seite unser Nachbarbauer mit seinen furchtbar gefährlichen Fleckvieh-Raubtieren haust ;-) ). Neben dem Weg ist beidseits unendliche Weide, und auf einer Seite flankieren ihn noch vor ein paar Jahren frisch gesetzte und mit Pfosten gesicherte Bäumchen - perfekt zum Weave reiten oder um Volten drumrum zu machen :-).

Zuerst war Billy mal total unkonzentriert - wegen der Raubtiere nebenan, ihr wisst schon. Jedenfalls gabs beim Windschutzgürtel dann viel Gucken, leichtes Einfrieren (noch leicht händelbar), schnorcheln. Der Gedanke, dass ich hier meine Gymnastik-Übungen reite, hat mir sehr geholfen, mich eben darauf zu konzentrieren, und das half wiederum Billy, auf mich zu hören. Gegen das Geschnorchel hab ich mit Konzentrationsübungen begonnen: Hinterhandwendungen auf dem schmalen Weg, möglichst ohne in die Wiese zu treten. Dann ein paar Übergänge bergauf und bergab. Rückwärtsrichten. Das war anfangs schwierig, als ich es dann aber durchgesetzt hatte (wobei es nur schwierig war, weil er absolut nicht aufgepasst hat, da alles andere rundherum wichtiger war), brachte es einen großen Durchbruch in Sachen Konzentration. Überhaupt hab ich in dieser Einheit ein paar der besten Rückwärtsschritte ever bekommen, richtig schön gerade und bemüht. Ich hab es einfach immer wieder eingebaut.

Es hat sich dann - wie zu erwarten war - gezeigt, dass eben hier, nur 50m Luftlinie vom Viereck entfernt, die Dinge nicht mehr so selbstverständlich sind.
Auf dem Weg in Richtung Stall war Anhalten (das funktioniert im Viereck ja auf bloßes Ausatmen) nicht mehr so selbstverständlich. Ich hab dran gearbeitet wie ich es im Viereck würde - einfach alle paar Schritte gefordert, Phasen mitzählend durchlaufen, und siehe da, plötzlich konnte er auch hier anhalten und ruhig stehen.
Eine weitere Herausforderung waren die Wendungen, v.a. die, die ihn gleich hinter der Winterkoppel wenden und den Weg wieder weg vom Stall nehmen ließ. Da hatten wir ordentlichen Opposition Reflex; Billy zeigte genau das Verhalten, das mich beim Ausreiten so fertig macht, er machte den Hals steif, bog Richtung STall ab und meinte, die Einheit für beendet erklären zu können. Im Gegensatz zum Ausreiten befinde ich mich hier aber in meiner absoluten Comfort-Zone und konnte ihm also erklären, dass das Kommando zum Abwenden und auch zum Angaloppieren immer von mir zu kommen hat. Wir zirkelten dort - wieder und wieder und wieder und wieder... eine Häflte des Zirkels wollte Billy immer traben und die Wendung ignorieren, die andere Hälfte war die Wendung seeehr leicht und der Schritt in Ordnung. ich bin den Zirkel einfach und ganz ruhig so lange geritten, bis die Wendungen gleichermaßen ohne Zügel funktionierten und "don't change gait" wieder zum Pferdehirn durchgedrungen war.

Was ich auch probiert habe, aber nicht geklappt hat, war den Handgalopp zu bestimmen, in dem wir losgaloppieren - der gerade Weg ohne Bande links oder rechts eignet sich toll, um das zu überprüfen bzw. mal zu etablieren. Leider hat es sich nur gezeigt, dass es mir nicht und nicht gelingt, Linksgalopp zu bekommen. Ich hab versucht, im Einklang mit der Fußfolge ausm Trab anzugaloppieren, damit er wahrscheinlicherweise Linksgalopp geht - nein, immer rechts. Und ich brauch einfach immer noch furchtbar lang, um überhaupt zu sehen welchen Galopp wir gehen geradeaus, von fühlen ganz zu schweigen *seufz*. Also da brauchts noch viel mehr Vorarbeiten. Immerhin fühle ich im Trab schon besser...

Was ich nun tun möchte ist so oft wie möglich da draußen meine Dressurübungen machen, wann immer es wetter- und bodenmäßig möglich ist. Dann auch mal das ganze auf unsere Geländestrecke oder den Hausberg verlegen und so immer mehr Gelände mit dem Gefühl "hier sind wir genauso zu Hause wie am Viereck" zu belegen. Mal sehen, wie das so gelingt.

Montag, 12. September 2011

Billy hatte gerade eine Woche Urlaub von mir, heute gings wieder ein bisschen los.

Es herrscht soo schönes Wetter, es hat tatsächlich nochmal fast 30°, strahlender Sonnenschein und ich viel Zeit - d.h. es ging sich wieder ein Ausritt aus.

Billy war schön entspannt, bis zur Grenze unserer beider Komfortzone. Die Kuhbegegnung letztes Mal an der gleichen Stelle hat schon Spuren hinterlassen - ob bei mir oder ihm oder beiden weiß ich nicht. Jedenfalls bin ich ziemlich schnell mal wieder abgesessen (*seufz* und mittlerweile rechne ich auch gar nicht mehr damit, reitend bis zur Komfortzonengrenze zu kommen - irgendwie verkleinert sich die gerade eher wieder) und zu Fuß weiter. Selbst da blieb Billy wieder und wieder wie angewurzelt stehen, obwohl diesmal weit und breit keine Kühe zu hören oder zu sehen waren. Ich kann daher nicht sagen ob er sie in weiterer Entfernung wahrgenommen hat oder es einfach die Erinnerung war... Wir arbeiteten uns also schrittweise vor, obwohl ich doch irgendwie das Gefühl hatte, dass es hier eher ein "ichwillnicht" als ein "ichkannnicht" von seiten Billys war - denn fressen, das konnte man seeehr entspannt und jederzeit. Hmgrml. Als ein Stück Straße kam, das links und rechts von Stacheldraht und E-Zaun flankiert ist und man von Ferne ein rundendrehendes Moped hören konnte, wollte ich nimmer weiter und habe umgedreht. Paar Schritte später bin ich wieder aufgesessen und bis auf das Mopedgeräusch (für mich) war alles gut (Billy interessierte das Mopedgeräusch sowieso nicht).

Irgendwie hab ich mich dann geärgert, weil ich an diesem Wegstück nicht und nicht weiterkomme und wollte eine Abzweigung nehmen und dort ein Stück entlang gehen - nur ein paar Meter, konkret hatte ich den Plan einfach ein bissl um die dort eingesteckten Pfosten (ohne Zaun) rumzureiten, um mich und Billy abzulenken. Ja, und dann kam das böse alte Muster raus: Billy meinte nur: Da gehts nicht nach hause... nach Hause gehts daaaaa lang, drehte um und fing an zu traben. Das war dann wirklich purer Unwille, ich konnte dort keine Ängstlichkeit spüren. Ich wurde gleichzeitig ängstlich, aber auch sauer dass DAS nun wieder losgeht (hat er seit einem Jahr nicht mehr gemacht!), ich hab ihn echt fest eingedreht, abwechselnd in beide Richtungen bis ich ihn endlich umgedreht und im Stillstand hatte. Ein paar Schritte in die von mir gewünschte Richtung und dann eine von mir gewünschte Drehung und im Schritt Richtung heimwärts hab ich grade noch zusammengebracht, mich natürlich geärgert über mich selbst, das war nicht gut - aber natürlich wurde justament in dem Moment das Mopedgeräusch immer lauter *aaah*. Also war ich froh, dass ich im Schritt gemütlich gehen konnte, halbwegs entspannt.

Als Billy dann allerdings noch die letzten paar hundert Meter vor dem Stall selbständig abbog und zu diskutieren anfing über die Richtung (er wollte den Weg quer über die Wiese abkürzen) hab ich ihn dann knapp vorm Stall wirklich hackeln lassen. Von unserer Winterkoppel geht leicht bergauf ein perfekter Galoppweg weg vom Stall - also kurz vorm Zuhause umgedreht (was eine heftige Diskussion war) und raufgaloppiert. Als er dort tatsächlich schon wieder umdrehen wollte, weitergaloppiert. Als er stillstehen konnte, umgedreht, im Schritt heimwärts. 180° Wendung probiert, wieder heftige Diskussion - Galopp. So ging das 4x (schönes Intervalltraining). Beim 5. Mal ließ er sich nur mit Schenkeln und ohne Zügel vom Stall wegwenden und -reiten, und dann hab ich wieder umgedreht. Hat mir leid getan, aber mit genau dieser blöden Angewohnheit hat mein ganzer Ausreitstress begonnen :-( . Und natürlich sollte ich genauso vehement das ganze einfordern, wenn wir weiter vom Stall weg sind - aber dort bin ich unsicher und tu's nicht.

Ganz zum Schluss hab ich zum Runterkommen ein bisschen Hinterhandwendung gemacht - Schritt für Schritt... mit dem Gedanken, warum ich sowas nicht öfter im Gelände mache. Ich musste konsequent Konzentration einfordern, kaum schaute der Kopf bei unseren Wendungen Richtung Stall, trappelte er vorwärts. Zum Glück konnte ich da aber ganz ruhig bleiben und es einfach so lange ruhig weiter fordern, bis er eine schöne Runde auf der Hinterhand gedreht hatte voller Konzentration. Und dann gings ja auch schon nach Hause.

Ich werd dort hinten auf dem Weg nun öfter Gymnastik-Übungen machen. Da steht z.B. eine tolle Reihe jung eingepflanzter Bäume mit Stehern gesichert - perfekt um drumrum Weave oder Fig. 8s zu üben :-).

Ein bisschen frage ich mich schon, ob ich das Ausreiten jeeemals hinkriegen werde :-(.

Dienstag, 30. August 2011

Zum Aufwärmen bin ich heute eine kleine Runde um die Geländestrecke geritten. Billy war wieder aufgekratzt, aber total brav. Beim Matschloch musste er 5x drüber, dann ging es auch im Schritt. Aber immerhin ließ er von Anfang an diese Riesenhüpfer drüber sein.

Dann zurück zum Stall und aufs Viereck.
Heute hab ich zum ersten Mal ganz bewusst versucht, mit Neckstring zu reiten. Zügel und Knotenhalfter war zwar drauf, aber ich hab glaub ich nur 2x hingegriffen. Zuerst alle Gangarten und Übergänge ausprobiert. Da war ich sicher, dass das gut geht, das reite ich ja sonst auch ohne Zügel. Diesmal aber wirklich nichtmal angefasst. Mit dem Neckstring ging sogar etwas rückwärts, zwar zäh, muss ich weiterüben, aber es ging.
Danach Wendungen probiert in allen Gangarten. Schritt und Trab sowieso ziemlich einfach, und im Galopp gingen wir richtig schöne Zirkel. Schließlich (wieder mal zuviel?) fing Billy aber an im Galopp zu diskutieren, drehte sich eng ein auf winzige Volten und machte sein persönliches ungefragtes "Bull's Eye" (ohne Bull's Eye *lol*) um sich Pause zu holen. Das war der Augenblick, als ich in die Zügel griff ;-). Na gut, ein schöner Zirkel noch, und dann sind wir zu langsamen, dafür kniffligen Übungen übergegangen:
Nur mit Neckstring Vorhand weichen, Hinterhand bleibt stehen - ging erstaunlich gut. Nur mit Neckstring Hinterhand weichen, Vorhand bleibt stehen - war erstaunlicherweise schwieriger, da hier dann doch die Halsbiegung fehlt, die er sonst kennt (und jetzt erst fällt mir auf, dass ich die ja mit dem STick machen hätt können - gar nicht dran gedacht). Trotzdem, bald hatte er es heraußen, dass bei Körperdrehung + Bein hinten die Hinterhand weichen soll. So, und dann kombiniert *g*. Bein vorne und Körperdrehung + Blickwinkel in Bewegungsrichtung = Vorhand weicht 1 Schritt, Bein nach hinten und Körperdrehung in die andere Richtung, Blick auf Hinterhand = Hinterhand weicht. Da konnte man wieder mal richtig das Hirn rattern hören "was will die von mir eigentlich???", bis er das mit Schenkel vorn/Schenkel hinten kapiert hatte und unterscheiden konnte - dann hat ers auch superbrav umgesetzt --> Ende, Wutzeln, Fressen, Weide :-)

Montag, 29. August 2011

Heute haben wir wieder einmal etwas Liberty gemacht. Auf dem Viereck, dem ohne Zaun ;-). Natürlich nur Dinge auf enge Distanz.

Zuerst ein bisschen Stick to Me. Da traue ich mich jetzt langsam an Galopp heran. Rechtsrum funktioniert das auch schon hübsch, aber linksrum haben wir PRobleme, ich vermute hier eher Balanceprobleme als sonstwas. Billy kippt nach innen, kommt mir daher zu nahe, findet, dass er so langsam schon überhaupt nicht galoppieren kann, und dann verkleinert sich auch noch das ganze (ungewollt) aufgrund des Nach-innen-Kippens zu einem kleinen Zirkel...
Ich hab deshalb geübt, dass er a) mehr Abstand einhält und b) nicht überholt, das fängt er nämlich jetzt an, im Trab. Ein paar Sprünge schaffen wir links, aber mehr nicht. Und Pferdchen wird schön grantig dabei, aber auch übermütig (ich weiß nicht ob es Grant oder Übermut ist, ehrlich gesagt) - jedenfalls wildes Kopfschütteln und da ist mir dann auch nicht mehr ganz wohl dabei - also leiber zurück zu Trab.

Danach die Schrittzirkel um mich rum auf David-Art weiter geübt und dann schon auf Trab hingearbeitet. Der Draw ist momentan ein Wahnsinn - aaaber die Waage kippt nun wieder ein bisschen in die andere Richtung - Herr Pferd kommt mir gern zu nahe und fängt bei den engen Zirkeln auch an, mich anzudrohen; fast fühl ich mich wie vor 3 Jahren, als das das übliche Gesicht war - Hals rein auf mich zugebogen und ordentlich giften. Das kommt nun nur, wenn ich Trab verlange, und Herr Pferd meinte dann auch, giften erspart ihm den Trab... er hat nicht kapiert, dass er ruhig einen ein wenig größeren Kreis auch gehen darf, kam immer wieder zu eng rein. Also zurück ans Seil, ordentlich geklärt dass Abstand trotzdem einzuhalten ist und Trab trotzdem Trab heißt - und danach ging es auch Liberty für eine Runde, und das reichte mir.
Vielleicht mach ich schon wieder mal zu viel davon...

Trotzdem, der Draw ist super... Billy trabt aus dem Stand auf mich zu und lässt den Blick nicht von mir. Auf der Koppel galoppierende Pferde oder selbst das Gras in Maulreichweite sind ihm... nun ja, sicher nicht egal (v.a. letzteres ;-) - aber ich und was ich sage scheint doch wichtiger :-).