you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 6. März 2012

Rezension


Karen Rohlf: Dressage, Naturally. Results in Harmony (Book and DVD). A Guide to the Basics of Dressage from a Natural Horsemanship Perspective.Temenos Fields, 2007.187pp. US $ 99,-

Der Klappentext:
„A result of Karen Rohlf's combined experience as a dressage professional and her immersion in natural horsemanship, this book/DVD bridges the gap between these two worlds. The material will take every horseman on a practical and philosophical journey to create healthy bio-mechanics and stronger partnerships through combining principles of natural horsemanship with the art of dressage.“

Dieses Buch war eins der besten, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Karen Rohlf teilt das Buch in 3 große Teile. Im ersten stellt sie ihre Prinzipien dar, spricht über Horsemanship und Dressur im allgemeinen, beschreibt Sinn und Zweck der Dressur und die Zutaten, die dafür nötig sind. Hier kann man gleich einwerfen, dass sich das Buch sicher nicht an Anfägner richtet, weder in Sachen Dressur noch in Sachen Horsemanship. So setzt Karen Rohlf z.B. für die später folgenden Übungen zum Zügelkontakt voraus, dass alles ohne Zügel ohnehin klappt. Wie man dahin kommt, wird nicht beschrieben, es wird vorausgesetzt, dass man das alleine hinkriegt. Eher noch ist das Buch sinnvoll für Dressur-Anfänger, die also recht weit in Sachen Horsemanship und vielleicht FreeStyle Reiten sind, aber noch wenig Erfahrung mit Zügelkontakt und Dressur im allgemeinen haben.
Im zweiten Teil geht es dann ans Eingemachte. Es ist der umfangreichste Teil und besteht aus sehr genau beschriebenen Übungen, die in Themenschwerpunkte zusammengefasst sind. Einer davon ist z.B. Energie; hier finden sich Übungen, wie man sein Pferd „vor den Schenkel“ bekommt, wie man selbst seine Energie an- und abschalten, hoch- und runterfahren kann. Ein weiterer Schwerpunkt ist Balance, hier finden sich Übungen, die das Pferd geraderichten oder das Gewicht vermehrt auf die Hinterhand bringen. Weitere wichtige Themen sind Flexibility und Mobility.
Im dritten Teil gibt es noch eine Reihe kurzer Essays zur Einstellung gegenüber dem Pferd und dem Training, die auch noch einmal sehr nett zu lesen sind. 

Am wichtigsten ist der zweite Teil. Eigentlich ist er sehr gut strukturiert. Eigentlich, denn durch die vielen Unetrkapitel und Unterpunkte verlor ich hie und da den Faden. Er ist aber definitiv da, da hilft auch noch einmal die Übersicht ganz hinten, die alle Übungen ihrem Namen nach einzeln auflistet. Man sollte das Buch wohl zuerst in einem durchlesen, um das „big picture“, das Karen Rohlf immer wieder erwähnt, einmal zu sehen, bevor man es dann wieder und wieder in seinen Details durchsieht und anfängt, die Übungen auszuprobieren.
Was mir besonders gefallen hat, war die „kochrezeptartige“ Anleitung zu den einzelnen Übungen. Hier hat man wirklich minutiös beschrieben, worauf zu achten ist, worauf man bei sich selbst achten soll und worauf beim Pferd, wie man erkennt wann es richtig ist, welche Fehler man nicht machen sollte. Am besten sollte man das Buch zum Pferd mitnehmen ;-). Manchmal steht man natürlich auch an, immer dann, wenn Pferd nicht so reagiert, wie es lt. Buch-Vorschrift eigentlich reagieren sollte ;-). Hier merkt man wieder, dass es sich an fortgeschrittene Horsemanshipler richtet, die diese auftretenden Probleme zu lösen wissen.

Nicht zu vergessen ist, dass es zum Buch eine DVD gibt. Ich habe den Fehler gemacht, mir diese schneller anzusehen, als ich mit dem Lesen des Buches hinterherkam. Ich würde empfehlen, das Buch zu lesen, und jeweils parallel die entsprechenden Kapitel auf der DVD anzusehen. Ich fand in umgekehrter Reihenfolge die DVD völlig konfus mit ihren ebenfalls vielen Unterkapiteln; Karen zeigt hier manche der Übungen mit ihren Pferden vor; den Hintergrund dazu findet man aber nur im Buch!

Ich kann das ganze Buch wirklich nur uneingeschränkt empfehlen und muss es gleich noch einmal lesen, denn ich habe die Flut an Information schon wieder halb vergessen. 

Ich würde sogar sagen, dass man das Buch auch als quasi Level 5 des Parelli-Programms bezeichnen könnte, das sich ganz besonders der Finesse widmet; es hat alles, was bei Parelli in dieser Hinsicht fehlt! Also: unbedingt lesen!

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