you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 21. Oktober 2007

Langsam aber sicher wurde unser Angstgegner, der Schmied wieder fällig. Hatte mich deshalb mal an einen anderen gewandt, der überall hochgelobt wird und von dem ich wirklich ausschließlich gutes gehört habe. Ist ein barhuf-Spezialist, beurteilt erstmal Beinstellung und Gangwerk etc, bevor er draufloswerkelt. Ist natürlich ziemlich ausgebucht, tourt aber durchs ganze Land. Tatsächlich hatte er gestern zufällig einen TErmin in der Gegend frei - allerdings ist er ein absoluter GEgner von Nasenbremse und Herumgezappel, sondern entweder Pferd problemlos oder mit TA sedieren. Ich war lange am Überlegen, ob ich das tun sollte oder nicht, aber seine Argumente - solange es nicht 100% klappt, ist es besser, Pferdi mit Sedierung völlig außer Gefecht zu sezten, sodass er keinerlei schlechtes Erlebnis mit dem Schmied verbindet - haben mich dann doch überzeugt. Da ihm auch meine Erfahrung recht gab - nach jedem Schmiedtermin konnte ich ja bisher von Null wieder neu beginnen - habe ich das gewagt.
Also TA und Schmied beide sogar pünktlich am Sonntag da gewesen, TA sediert, Billy schläft... Er kriegt große Komplimente für die Hornqualität, "so wie das ausschaut wird da nie was ausbrechen", hinten steht er völlig grad und symmetrisch da, vorne natürlich zehenweit und mit dem rechten Fuß leicht nach innen geknickt, das wird nach und nach und jedesmal ein bissl korrigiert, dann wird es keine PRobleme machen.
Sonst wundershcöne Hufe und - nein, wirklich nicht, an diesem Pferd gibt es aber nicht die geringste Spur von Strahlfäule. Shocked Mein Pferd hat entweder ominöse Selbstheilungskräfte, oder zwei Schmiede und ein TA haben eine Fehldiagnose gestellt, oder die Haltung übern Sommer war so gut und trocken, dass es eben rausgewachsen ist. Und das *ich gestehe* hinten ohne jegliche Hufhygiene *schäm*.

Wir haben Pferdi nach vollbrachter Arbeit dann in die NOtbox verfrachtet, eine Gefährtin in die Box nebenan gestellt - er durfte laut TA nix mehr fressen *heul*, wurde aber recht bald wieder munter und suchte verzweifelt alles nach Essbarem ab. Hat mir furchtbar leid getan, und ich hab den festen Vorsatz, dass es beim nächsten Mal "ganz ohne" gehen muss - endlich. Vor der Sedierung probierten die Schmiede eh vorsichtig - vorne null Problem, hinten hat er brav gehoben und auch halten lassen - ich war aber sicher, dass er beim Beginn der Bearbeitung dann herumgezuckt wäre. Und so hatte es den Vorteil, dass endlich mal richtig und in Ruhe bearbeitet werden konnte - nicht ruckizucki, hier ein bissl was weg, dort ein bissl, bevor Pferdi den nächsten Anfall kriegt.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Schon wieder ein Monat vergangen Rolling Eyes und ich hab das Gefühl, dass ich überhaupt nix weiterbringe. Warum eigentlich nicht? Lassen wir das Monat Revue passieren...

1) Die Hufe
Doch, ich hab was geschafft!! Wink Billy gibt mir Hufe! Jaaaa, tatsächlich! Und gerne auch noch, er kanns gar nicht mehr erwarten - weil er nämlich doch wieder Leckerlis dafür kriegt Cool Schritt für Schritt haben wir Anheben, halten lassen, ruhig halten lassen, draufklopfen, kratzen, auskratzen, belohnt, dann bin ich von der Halle auf den Putzplatz übergegangen, zuerst frei stehend, jetzt auch schon an der Wand: er gibt sie her, er hält sie still, er lässt sie auskratzen, Sohle bürsten, er lässt mich sogar mit dem Strahlfäule-Zeugs dran und selbiges in die mittlere Strahlfurche einmassieren. GAnz ohne Widerrede oder Aufregung (außer übers Leckerli).
Hinten bin ich selbst weitergekommen, insofern ich wieder sicherer hingehe, wir sind soweit, den Fuß auf Berührung mit der Hand anzuheben, beim linken funktioniert sekundenlanges Obenhalten schon, rechts nicht, und den Fuß ohne Kick wieder abzustellen. Festhalten wird hier der nächste Meilenstein.

2) Longieren
Habe ich ausgeweitet und longiere oft über STangen, die er richtig liebt. Übergänge Trab-Schritt funktionieren auf Stimme, rausschicken funktioniert jetzt auch shcon recht gut, hie und da bringen wir einen richtig runden Zirkel zusammen (über mehrere Runden gesehen).
Im Schritt entspannt sich Billy endlich richtig, es ist zwar keine Dehnungshaltung, aber wenigstens reißt er den Kopf nicht mehr hoch und drückt den Unterhals raus. Im Trab macht er es auch schon immer seltener.
Insgesamt bleibt er jetzt immer brav in der einmal gewählten Gangart (nie sehr lange, ich wechsel oft).
Trabstangen hat er - nachdem das doofe Frauli endlich mal den richtigen Abstand gefunden hat - auch kapiert und geht sehr gerne drüber.
MOmentan bin ich dabei, das Galopp-Kommando zu installieren. Da das nur auf dem unbeleuchteten Platz geht (Halle ist zu klein für Galopp), kommen wir nicht oft zum üben, aber es geht schon besser als zu Anfang.
Ich longiere übrigens noch immer mit Knotenhalfter, weil der liebe DPD meinen bestellten Kappzaum einfach jemand andern übernehmen hat lassen (den ich nicht kenne, irgendwelche Nachforschungen laufen).


3) Satteln und Aufsteigen
Ich sattle fast jedes Mal und mache einfach alles ganz normal mit der neuen Ausrüstung. Satteln ist überhaupt kein Thema, es ist ihm schnurzegal mittlerweile. ER hat auch beim Gurten nie wieder gezickt.
Beim Aufsteigen hat sich nicht sooo viel getan. Meistens bin ich alleine, und irgendwie ist es mir doch nicht ganz geheuer so mutterseelenallein.
Hüpfen kann ich nun rund um Billy wie ein karnickel, er verdreht zwar das Ohrwaschel, aber nicht aggressiv, ich glaube er wundert sich nur. Meine KOndi hat sich dadurch auch schon schön gesteigert Rolling Eyes . Auch Steigbügelbelastung (auch hüfpenderweise) lässt ihn mittlerweile ganz kalt, und Fuß in den Steigbügel und bis auf halbe Höhe hochhüpfen auch. Aufsteighilfe kennt er jeztt auch, er wollte gleich selber draufsteigen und war nur mit Mühe davon abzuhalten *zirkuspony hab*. Als ich plötzlcih so viel größer war, war er ganz kurz skeptisch, ließ sich dann aber ohne weiteres überall betatschen. Leider ist die Aufstieghilfe (Getränkekiste) nicht hoch genug, dass ich mich einfach so über den Rücken legen könnte...
Aber gestern war ich knapp davor, mich raufzuschwingen, ich denke demnächst wird es soweit sein.

4) Spazierengehen
Ich muss gestehen, dass ich nach der Episode letztens unsicher beim Spazierengehen geworden bin. Einmal waren wir mit einer Miteinstellerin eine STunde kletternd unterwegs, total schön. Sonst mache ich - auch wegen Dunkelheit und Zeit - immer nur kleine Hausrunden; aber solang ich alleine bin, geht das "was ist wenn er wieder..." nur schwer aus meinem Kopf. Auch deshalb warte ich ungeduldig auf meinen Kappzaum!

5) Gebiss
Obwohl mir die gebisslos-Variante immer besser gefällt, versuche ich Billy hie und da zu überreden, das Gebiss ins Maul zu nehmen. ER mag es nicht besonders, und ich glaube obwohl es schon eher dünn ist, ists ihm irgendwie zu schwer und zu groß. Wenn ich es endlich mit viel Geduld geschafft habe, es ihm reinzutun, kaut er erstmal wie verrückt daran herum und versucht es wohl auszuspucken. Wenn er sieht, das geht nicht, stellt er das Maul auf tot. Ich habe versucht, ihn mit ganz zarten Gebissbewegungen zum Kauen zu bringen, nichts mehr. Das war wahrscheinlich zu früh, ich muss mehr einfach Gebiss rein und wieder raus, ohne irgendwas damit zu wollen, so wie mit dem Sattel. Ein weiteres Problem ist: sobalds mal drin ist, mag ers nicht mehr wieder hergeben Shocked , ich hatte meine liebe Not, ihn davon zu überzeugen, dass er jetzt wieder Maul auf machen und loslassen kann.

Tja, sehr viel ist es nicht, aber kleine Schrittchen führen auch irgendwann zum Ziel Wink