you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 30. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 3


Heute ging alles wesentlich besser. Ich bin weiter mit der Hackamore-Gebiss-Kombination geritten. Biegen ging insgesamt besser. Wir wiederholten und festigten die Übungen der vorangegangenen zwei Tage: Ecken, Slalom, Volten, Kleeblatt, … Im Schritt alles tiptop, und Billy war flott unterwegs. Im Trab rannte er mir wieder fast weg, aber ließ sich dann ganz gut bremsen.

Ziemlich erstaunt war ich, als Billy sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag sofort das Maul aufmachte, als ich mit dem Gebiss kam. Da war ich schon baff.

Abkauübungen: Ich krieg das irgendwie nicht hin, Billy wehrt sich oder stellt sich tot. Peter kam und half diesmal. Er ortete eine starke Blockade am oberen Hals, da war auch eine Delle (ist auf beiden Seiten). Er werkte vorsichtig mit Mini-Bewegungen am Gebiss herum, bis Billy nachgab und sich streckte. Am Nachmittag war das Biegen dann tatsächlich besser, obwohl das auch Einbildung sein könnte ;-). Peter meinte jedenfalls, das wäre mit einem Mal nicht getan, aber fürs erste…
Wichtig für mich ist immer selbst locker bleiben, ich verspanne schnell, v.a. in den Schultern. Dagegen den „Papagei schaukeln“.

Wir machten in punkto Übungen wieder ein bisschen Fortschritte. Peter ordnete für mich und eine andere Teilnehmerin an, abwechselnd Innen- (Ecken) und Außenbiegung (lange Seite) zu reiten. Die weiter fortgeschrittenen Pferde durften Schultervor gehen. Wir ritten die Ecken mit starker Innenbiegung aus, dann einige Schritte geradeaus (! wichtig!), dann an der langen Seite kurz eine Außenbiegung. Vor der Ecke rechtzeitig wieder ein Stück geradeaus, dann wieder Innenbiegung. Hat Billy sehr toll gemacht. Ich tendiere zu zu starker Stellung im Hals, also nicht zu viel.

Auch die Schritt-Trab-Schritt-Übergänge gelangen mittlerweile sehr gut. Antraben auf der linken Hand klappte besser, ohne großes unbeabsichtigtes Abwenden in die Mitte. Ich denke da hab ich einfach auch zu viel durchgehen lassen. Wenn ich ein paarmal mit deutlicher Hilfengebung dranbleibe, akzeptiert Billy auch, dass er gerade antraben soll und nicht abzubiegen hat (denn ich denke nicht, dass das körperlich ist, er kann es ja!), und es geht mit weniger Außengewicht, Außenzügel und Innenschenkel.

Wir nahmen als neue Übung das richtige Anhalten dazu. Im 4-Punkt-Sitz spannt man die Gesäßmuskeln so stark an, dass die Sitzbeinhöcker nicht mehr zum Tragen kommen. Tatsächlich bemerkt man sofort ein Verhalten des Pferdes im Schritt, und wenn man weiter macht, ein Anhalten. Obwohl ich bei Billy normalerweise anders anhalte (nämlich mit Becken kippen lassen und Rundrücken), hat das gut geklappt, er hats gleich verstanden und kam langsam zum Halten - nicht abrupt. Sobald das Pferd steht, die Gesäßmuskeln wieder entspannen. Kurz warten, wieder anreiten. Billy war willig und kooperativ, die Übung haben wir sehr gut gemeistert. Wichtig dabei: Ellbogen winkeln!

Weiter gins mit richtigem Rückwärts. Peter baute eine Stangengasse auf. Wir ritten zuerst durch, geradeaus, dann verwendeten wir sie für die Rückwärts-Übung. Durchreiten, am Ende anhalten, und 1 Schritt rückwärts. Dann wieder rausreiten.
Für das Rückwärts lehrt Peter unterschiedliche Methoden. Ich war etwas verwirrt, weil er am Tag davor gesagt hatte, wir sollen unser Gewicht nach vorne verlagern, um den Rücken zu entlasten. Das hat ja gut geklappt, obwohl ich es sonst umgekehrt mache. Nun sagte er plötzlich hinten einsitzen (so wie ichs sonst mache). Ich hab nach dem Widerspruch gefragt, und offensichtlich ist es von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Ich machte es dann – und hab es ihm auch gesagt und war in Ordnung – so wie Billy es kennt, also hinten einsitzen. Dazu den Zügel sanft massieren, gleichseitig, dazu das Gesäß rhythmisch anspannen und wenn keine Reaktion kommt, noch ganz ganz sanft (sieht man fast nicht) mit dem Schenkel anpendeln. Tatsächlich hat das super geklappt, Billy wollte sogar immer mehr Schritte nach hinten als gefragt. Wer hätte das gedacht, ich hatte Schwierigkeiten, nur 1 Schritt zu bekommen und dann Halt. (Zu Hause ging es dann wieder besser).
Denn ganz wichtig ist für Peter, dass rückwärts immer nur ein Schritt geritten wird, dann kommt Pause. Im Lauf der Ausbildung wird diese Pause immer kürzer und kürzer, bis sie für Außenstehende nicht mehr sichtbar ist. Dennoch bleibt sie immer da. Denn zu oft habe er gesehen, wie Pferde das Rückwärts sozusagen gegen die Reiter einsetzen. Nach jedem Schritt ist also sicherzustellen, dass es auch wieder vorwärts gehen könnte, wenn man wollte ;-).

Zum Anreiten nach dem Rückwärts den Schenkel drehend-massierend einsetzen, mit einer Wadendrehung von hinten nach vorn, sodass das Pferd dies unterscheiden lernt. (Hat Billy sofort unterschieden, richtig super geklappt).

Es gab noch ein bisschen Theorie zum Aufsteigen: Kontrollieren, ob das Pferd ausbalanciert steht. Einsitzen wie auf einen Kaktus, ganz vorsichtig. Sattel richten auch nur ganz sanft und vorsichtig, nicht mit wilden Ruckbewegungen, wie man es oft sieht..

Zum Schluss signierte Peter mir noch mein Buch und gab mir am Schluss mit, ich solle jetzt weiter mit der Zäumungs-Kombination reiten. Es würde Tage geben, da könnte ich mehr am Gebiss, und manche, da würde weniger gehen am Gebiss, je nach Tages-verfassung. So könnte ich mich nach und nach darauf hinarbeiten, rein am Gebiss zu reiten.

Die Heimfahrt war abenteuerlich. Mein Herr Transporteur war viel zu früh, so geriet ich in Stress. Billy wollte erstmal nicht einsteigen, und wir hatten eine ganze Wanderreitgruppe als Zuschauer beim Verladen.

Herr Transporteur fuhr wieder ziemlich schnell, an einem Rastplatz machte er Pipi-Pause, Billy rumorte im Hänger und wieherte, ich stand Todesängste aus…. Dann fuhr er die Strecke ausgerechnet über die ärgste Gschreamstn (soll heißen: mitten durch die Pampa!), alles ziemlich flott. Unsere Hofeinfahrt hat er verpasst und dann mitten auf der Bundesstraße rückwärts geschoben, während sich der Verkehr von hinten einbremste und die Hängerräder durchaus knapp an den Straßengraben kamen - schließlich wars ja schon finster.... puh hatte ich Angst!! Aber irgendwie ging alles gut. Billy stieg brav aus, hatte gar nicht mehr so viel geschwitzt wie bei der Hinfahrt.
Nächstes Mal wird definitiv selbst gefahren…

Das war er also, der Kurs bei Peter Kreinberg. Ich war schwer begeistert über Peters Art und Weise, wie er jeden dort abholte, wo er war, wie er klar und deutlich seine Meinung äußert, ohne aber je vorwurfsvoll oder allzu kritisch rüberzukommen, wie er auch mal Hand anlegt, um zu verdeutlichen was er meint und einem dabei die Beine und Finger verdreht ;-). Ich mochte, dass er einen einbremst und sich erstmal um die fehlenden Basics kümmert, und wie er minutiös beobachtet und korrigiert; er ist ein toller Lehrer.
Und schließlich hat mir am besten gefallen, wie er in allem, was er macht und sagt, immer, wirklich immer, das Pferd an die erste Stelle stellt. Beim Handling, bei der Ausrüstung, beim Reiten. Als es darum ging, dass der Reiter verfahrene Bewegungsmuster korrigiert, die ihm erstmal schwer fallen, sagte er - das hat sich mir stark eingeprägt - : "Bevor ihr eure Pferde verbiegt, verbiegt lieber erstmal euch selbst!"

Kreinberg ist wirklich ein ganz ganz großer Horseman.

Und zum nächsten Kurs bin ich schon angemeldet :-)

Samstag, 29. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 2


Heute vormittag ritt ich vornehmlich am Gebisszügel, der Hackamore-Zügel lag auf dem Hals so gut wie die ganze Zeit. Daher kam ich auf die Idee, nachmittags dann nur mit Gebiss aufzukreuzen. Ging ganz gut am Anfang, kaum trabten wir aber, düste Billy los auf die anderen Pferde hin, wir ritten unsere arme Scheckstuti-Kollegin fast über den Haufen, woraufhin ich geschickt wurde, die Hackamore wieder zu holen. Mein Einwand, dass ich den Zügel davon ja am Vormittag nicht benutzt hätte, meinte Kreinberg, dass Billy allein das Gefühl hilft, dass die Hackamore da ist. Also wieder rauf damit. Und das Gebiss immer ÜBER der Hackamore anziehen!

Heute war irgendwie der frustrierendste Tag...

Abkauen geht schlecht. Billy wehrte sich tw. vehementest, mit Schnappen und Weggehen, Kopfschlagen usw.

Am Vormittag übten wir weiter die Biegung in Ecken und Slalom. Dabei begannen wir, etwas zuzulegen auf den langen Seiten, und wieder vor der Ecke zu verkürzen. Billy war ungewöhnlich flott unterwegs, um nicht zu sagen, er rannte mir unterm Hintern davon. Zulegen tat ich demnach fast zu viel. Verkürzen ging aber auch gut, ich war dann nur zu langsam, um die Zügel vorschriftsmäßig zu verkürzen.

Dann am Nachmittag machten wir weitere Übungen zum Fühlen, wann das äußere Vorderbein vortritt. Wir mussten das mit „jetzt“ benennen. Wir sollten dann wieder im Einklang durch die Ecken treiben, klappte gut, wenn ichs richtig erwische, biegt sich Billy serh schön.

Wir gingen über zu Volten und Zirkeln. Den Rest vom Nachmittag ritten wir Volten, bis mir schwindlich wurde. Die kleine, hektische - und deshalb dem Billy sehr verhasste - Scheckstute ritt ebenfalls da, wir kamen uns ständig in die Quere. Es war abwechselnd bei den Zirkelpunkten eine 6m-Volte zu reiten, und dann wieder auf den großen Zirkel zu gehen. Diese Übung sollte der Schenkelkoordination dienen: Für die Volte: Abwenden mit Treiben des äußeren Schenkels, Knie des inneren Beines öffnen, treiben immer wenn das innere Vorderbein vortritt, um es eben auf den kleineren Kreis zu setzen. Ab der Hälfte oder dem letzten Drittel der Volte dann innen treiben in Übereinstimmung mit dem äußeren Vorderbein, um das Pferd wieder auf den großen Zirkel zu versetzen. Das ganze war im Grunde kein Problem, weil Billy ja super auf Außenschenkel reagiert. Ich musste eher aufpassen, dass er mir nicht zu weit innen kam. Das einzig mühsame war die Biegung, v.a. weil wir es so lange machten. Billy wurde auch total triebig, das war lästig.
Die anderen am anderen Zirkel hatten jedoch so ihre liebe Not, eine Trab-Volte überhaupt einzuhalten, da war ich dann schon stolz drauf, was wir können.

Beim Zuschauen bei den anderen beiden Gruppen notierte ich auch noch jede Menge zur Theorie:

Thema Zügelkontakt: Wenn vom Pferd ein Widerstand zu spüren ist, ist Ziehen jedenfalls falsch. Stattdessen Halten durch richtige Positionierung, bis das Pferd nachgibt. Das muss immer das oberste Ziel sein: Nachgiebigkeit! Niemals nachgeben, bevor das Pferd nachgegeben hat. Es folgte eine Übung mit Fingerhakeln und Aus-dem-Gleichgewicht-Bringen, die mich an ein Video von Mark Rashid erinnerte.

Thema Beinkontakt Das Bein ist wie eine Leitplanke. Sollte hier das Pferd dagegen drücken, ebenfalls einfach halten, dabei aber nicht statisch werden, sonst resultiert das in einem Gegeneinander-Drücken. Gibt das Pferd nach, belohnt es sich selbst, da der Druck dann sofort verschwindet.

Peter Kreinberg unterscheidet 3 Arten von Energien:
1) Druckenergie: steigert die Energie (z.B. Pendelschenkel etc.)
2) Blockenergie: Bei Gegendruck des Pferdes
3) raumgebende Energie, Draw-Energie: Wenn Kontakt besteht und der Kontakt sich entfernt, folgt das Pferd um den Kontakt zu suchen = Draw-Energie.

Zum Sitz: Peter Kreinberg benennt einen 2-Punkt, 3-Punkt und 4-Punkt-Sitz. Der 2-Punkt-Sitz verteilt das Gewicht rein auf den Sitzbeinhöckern. Kreinberg zeigte es mir, ich fühlte mich stark vorne, eigentlich mit Hohlkreuz (sicher falsch gemacht). 3-Punkt-Sitz: Noch weiter vorne, jetzt richtig auf dem Schambein. Selten zu verwenden, wir haben den gar nicht angewendet, er hat ihn nicht näher erklärt. 4-Punkt-Sitz: Weiter hinten mit Gewicht auf Sitzbeinhöckern + Gesäßmuskeln verteilt.
Dazu gab es ein Bild: Wir sollten uns vorstellen, wir hätten eine Weintraube im Bauchnabel und müssten sie festhalten (4-Punkt-Sitz). Dann die Weintraube mit dem Bauchnabel "ausspucken" (2-Punkt-Sitz).

Zur Beinhaltung: Der Stützpunkt sollte unter dem Schwerpunkt sein (betrifft den Sattel und seine Bügelaufhängung). Bein lockern: O-Bein, Fußgelenk nach außen rotieren, Steigbügel anheben, ganzes Bein nach hinten legen. Kein Knieschluss! Den brauchen nur Springreiter, die höher als 1m springen. Bei allen anderen führt das nur zum Klemmen.;-)

Abends saßen dann wieder alle zusammen, Peter Kreinberg erzählte aus seinem bewegten Pferdeleben. Das hat mir gut gefallen. Ich war noch nie auf einem Kurs, wo ich auch übernachtet habe. Meist hieß es eher früher als später: Heimfahren, schlafen. Nicht so hier. Bis zum Schlafengehen wurde gefachsimpelt, Geschichten erzählt und Erfahrungen ausgetauscht. 

Freitag, 28. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 1

Billy hat Stress. So viele fremde Pferde, fremde Umgebung, und Frauli ist auch noch hektisch und aufgeregt und gedopt mit Aspirin.
Billy giftelt also gegen alles und jeden, beim Putzen, Satteln, Hufemachen und überhaupt. Ich übergehe das souverän (naja....), am Nachmittag wird es schon besser.

Der Kurs ist klar durchstrukturiert und der Zeitplan wird genau eingehalten, sehr angenehm.
Peter Kreinberg kontrolliert am Anfang bei jedem Zaum und Sattelzeug, überzeugt sich, dass nichts kaputt ist oder absolut nicht passt. Ich bin als einziger bunter Vogel mit meiner Knoti-Hackamore + Gebisszaum drüber da (ebenfalls in bunt gehalten). Die Farbzusammenstellung beleidige ein wenig seine Augen, bemerkt Peter augenzwinkernd, ich darf aber trotzdem so weiterreiten und bekomme wertvolle Tips (Gebiss mit Genickriemen ÜBER das Knoti und nicht drunter).

Jede Reiteinheit beginnt Peter mit Abkau- und Biegeübungen am Gebiss. Mit sanftem Massieren, Schrägstellen des Gebisses, auseinanderziehen des Gebisses, bringt er das Pferd zum Abkauen. Hie und da mit einem kleinen sanften Ruck auch zum Heben des Halses, wenn er allzu zu tief ist. Anfassen soll man dazu nicht die Gebissringe (die Einwirkung wäre dann zu ungenau), sondern ganz nah an den Gebissringen am Zügel, und zwar nur mit Daumen und Zeigefinger. Als wichtig lernen wir: Der Mensch muss locker sein („Alexanderhaltung“): Knie leicht gewinkelt und federnd, Schultern locker. Man kann auch die Schultern langsam kreisen und dabei das Gebiss mitnehmen und so das Pferd mit-lockern.
Mit kleinen Sidesteps bewegt man sich - das Ziffernblatt einer Uhr vorgestellt - von 6h auf 7h, 8h, maximalst 9h und nimmt das Pferd sanft in eine Biegung mit. Immer nur eine Nuance mehr. Sobald was klemmt, bleibt Peter an diesem Punkt oder geht wieder in weniger Stellung zurück, massiert, bis das Pferd abkaut und nachgibt. Auf Nachgeben des Pferdes folgt Nachgeben am Gebiss.
Diese Übung immer vor und nach dem Reiten, sodass das Pferd ein angenehmes Gefühl hat, wenn sich Muskelblockaden lösen und lockern.
Billy hat anfangs sehr rebelliert, war auch stark verspannt im oberen Hals. Als Kreinberg selbst Hand anlegte, ging es viel besser, und irgendwas hat er wohl gelöst.

Dann ging es in den Sattel, und zum ersten Mal seit 25 Jahren brachte mir mal eindlich einer bei, wie man Zügel richtig hält. ;-)  Ich ritt ja mit der Kombination aus Gebiss und Knoti-Hackamore, hatte also 2 Paar Zügel in der Hand. Hier lernte er mir gleich, die Zügel getrennt zu halten (ehrlich gesagt, bisher packte ich sie immer irgendwie, meist alles zusammen): Die Hackamore-Zügel zw. Ringfinger und kleinem Finger durch, ganz "normal" also, und den Gebisszügel jeweils unter den kleinen Finger legen. Das ging erstaunlich gut.
Dann gings ans Üben der Zügelführung. Kreinberg verkürzt und verlängert in winzigen Nuancen, ich wurde gleich gerügt, nahm gleich 10cm auf einmal an ohne es zu merken. Immer nur 1, 2 cm, dafür den Griff ganz schnell hintereinander öfter. Um links zu verkürzen: Linken Zügel mit rechtem Daumen und Zeigefinger kurz halten, rausziehen, wieder mit links schließen, Ellbogen winkeln. Ein wichtiger 3-er-Schritt: Ziehen-Schließen-Winkeln. Zum Verlängern sagte er nichts konkretes, ich ließ sich einfach cm für cm wieder rausrutschen. Das ließ er uns üben bis es uns zu den Ohren rauskam: In jeder Ecke, mit Slalom (hier 3x hintereinander den Griff pro Seite!), in Volten.
Weiters wichtig: Die Daumenbasis muss locker sein. Der Zügel wird nicht hauptsächlich mit Daumen und Zeigefinger festgehalten, sondern mit dem Ringfinger. Kreinberg demonstrierte mir, wie das unterschiedliche Auswirkungen auf die Muskelspannung im Ellbogen und v.a. der Schulter hat. Das war tatsächlich faszinierend. Wenn man mit Daumen und Zeigefinger schließt, versteift sich der Ellbogen, man kann nicht mehr abwinkeln und mitfedern, v.a. aber auch nicht mehr schnell nachgeben! Hält man mit dem Ringfinger, kann man ebenso fest z.B. gegen Gegendruck halten, aber das Nachgeben wird viel schneller und weicher. Immer wieder sollte ich die Hände lockern, indem ich die Daumenbasis kreisen lasse. Schultern lockern: Einzeln (!) kreisen lassen, langsam und sanft, als würde man einen da oben sitzenden Papagei vorsichtig schaukeln. Einzeln deshalb, weil man sonst keinen Unterschied zwischen den Seiten bemerkt.


Danach erklärte Peter, wie er Schenkelimpulse einsetzt. Bei ihm gibt es 2 Arten von Schenkelimpulsen:
1) Pendelschenkel, um mehr Fleiß zu entwickeln. (Am 3. Tag auch fürs Rückwärts).
2) Massierenden Impuls mit der Wade von hinten nach vorne drehen (Fußspitzen nach außen drehen), zur Aktivierung des inneren Hinterbeins und für Biegung.

Wir lernten fühlen, mussten benennen wann das äußere Vorderbein (und somit im Schritt kurz darauf das innere Hinterbein, im Trab gleichzeitig) vortritt. Ging gut, dank meiner Centered Riding-Stunden. Wir übten, den Schenkelimpuls im richtigen Moment zu geben: gleichzeitig mit Vorschwingen des Hinterbeins innen (= Vorschwingen des äußeren Vorderbeins).

Es folgten Übergänge Schritt-Trab. Angetrabt wird durch Pendelschenkel, abwechselnd mit „Sitzimpulsen“ (letztere hab ich nicht genau verstanden, ich denke Gesäß anspannen). Billy driftete ständig v.a. auf der linken Hand ganz ganz schlimm nach innen. Dafür: Gewicht in äußeren Bügel, mit dem Innenschenkel massieren, nicht überfallen. Nach einigen Durchgängen ging es besser. Sonst waren meine Übergänge gut, am letzten Tag bekam ich sogar ein „Tiptop!“-Lob dafür *stolzschau*.

Donnerstag, 27. September 2012

Los gehts! Kreinberg-Kurs, die Anreise

Heute gings los, Fahrt zum Wanderreithof für den Kurs mit Peter Kreinberg!

Zum Transportieren hatte mir ein Freund seinen Stallbesitzer vermittelt. Der kam schon früh, weil er nachher weiter musste. Billy stieg ziemlich brav und auf Anhieb ein, und dann gings los. Herr Transporteur vertraute seinem Navi mehr als meiner stundenlangen Recherche und dem Hinweis auf der Website des Wanderreithofs ("Navis finden uns nicht!!") und fuhr auch sonst .... naja, flott. In mir reifte der Entschluss: Die nächste Fahrt bestreite ich höchstpersönlichst selbst ;-).

Billy stieg ziemlich schweißgebadet und natürlich sehr aufgeregt aus. Ich war zu früh dran, um eine Box oder mein Zimmer zu beziehen, und so gingen wir mal auf und ab, schauen, bis uns die Chefin vom Hof eine Koppel zuwies. Dort stellte ich Billy einmal hin mit seiner Decke zum Abschwitzen und setzte mich daneben. Es war kalt und windig und nicht gerade schön, immer wieder mit etwas Regen, aber nicht schlimm. Wir verbrachten etwas undemanding Time.

Um 15h konnte ich dann mein Zimmer beziehen. Billy hatte sich bereits auf der Koppel ganz gut eingelebt und beruhigt und knabberte am spärlichen Gras. Ich holte ihn und machte ein bissl Bodenarbeit in der Halle, wo er brav mitgemacht hat. Wir begannen mit ein bisschen Stick to Me, weil es in der Situation einfach angebracht war. Billy musste viel umherschauen, bald klappte es aber ganz gut. Zum Schluss konnte ich sogar einem der späteren Kursteilnehmern (der sich angeschlichen hatte und zuschaute ;-) unseren gemeinsamen Galopp zeigen, sogar soweit konzentrierte sich Billy, dass das klappte :-) . 
Ich dachte, dass Billy heute mal die Beine bewegen möchte, und ließ ihn das daher in einem Circling Game machen. Ich bestand noch auf einem korrekten Rückwärts, das klappte hervorragend. Ein bisschen musste ich ihn schon zurechtweisen, weil er nicht aufpasste, aber dann gings gut. Er hatte natürlich heut viel Go und Höherschalten war leicht. Also probierte ich auch Galoppwechsel, und es hat ganz gut geklappt, nach mehreren Anläufen.
Auch seitwärts haben wir wieder probiert. Halbkreise um mich mit seitlichem wegdriften. Ging ganz gut dafür, dass wir in fremder Umgebung waren. Er hat mich verstanden und willig bemüht, auszuführen, was ich möchte.

Er kam dann in seine Box, wo er zuerst noch allein war, bevor sein Nachbar kam. Das machte der Hofchefin Sorgen, aber ich konnte sie wirklich beruhigen... solange Heu vor seiner Nase liegt, ist Alleinsein kein Problem für den Billy, so war es auch. Mit dem Boxennachbarn, der erst spät in der Nacht eintraf, verstand er sich dann auf Anhieb bestens und beide waren für den Rest des Kurses ziemlich unzertrennlich, wir ließen sie ab Freitag dann auch gemeinsam auf eine Koppel.

Donnerstag abend beim Essen wurden dann die Gruppen eingeteilt und Peter Kreinberg erzählte ein bissl was über seine Theorien und Ansichten; die Kursteilnehmer stellten sich und ihre Pferde vor und es wurde noch lange geplaudert. Viele  waren schon zum x-ten Mal da, an denen sah man auch, wo es hinführt. Und mir hat gut gefallen, wo es hinführt!

Groggy fiel ich ins Bett, hatte weiter leichtes Fieber und einen Wattebausch-Kopf…


Dienstag, 25. September 2012

Ich bin inzwischen wirklich krank geworden. Hab erhöhte Temperatur, Schweißausbrüche und wattigen Kopf. Das ist nicht grad toll, Donnerstag gehts zum Kurs.

Gebiss nehmen: Zuerst bin ich mit dem einfach gebrochenen gekommen, das ich letztes Mal verwendet hab. Prompt wollte Billy flüchten und machte das Maul nicht auf. Ich hab dann aufgegeben und das andere geholt – und das war innerhalb von ein paar Minuten drin. Interessant!

Wieder die Centered-Riding Übungen. Habe Zirkel mit geradeaus abgewechselt. Teilweise hat es sehr gut funktioniert, aber Billy war heut ziemlich lauffreudig und rannte mir unterm Hintern davon teilweise, da wurde es gleich schwieriger mit Rahmen Erweitern, er hatte den Kopf oben und rannte im Trab dahin. Tw. wollte er nicht auf die Zirkellinie, da musste ich dann weit mit der inneren Hand ausholen, dann gings. Rahmen verkürzen ging dafür so viel besser, mit so viel Go heute.

Billy wollte heute unbedingt galoppieren, also durfte er auch ein bissl am Schluss. Weil dazwischen wollte er auch, hat sich dann aber brav in den Trab gefügt, das wollte ich belohnen und nicht immer justament das Gegenteil machen. Es war ein toll zu sitzender, flüssiger Galopp, ich hab aber nicht viel gemacht außer oben sitzen, war zu groggy.

Mittwoch, 19. September 2012

Das Gebiss nehmen ging heut ruckzuck!

Wir sind in die Halle und haben dort die Centered Riding Dinge aus der letzten Stunde geübt. Im Schritt versucht den Rahmen zu verlängern, dann mit "Segel Spannen" zu verkürzen. Billy hat brav mitgemacht.

Dann Übungen fürs Neckreining à la Kreinberg-Buch. Billy versteht langsam, und manchmal gelingt eine Volte schön eng als Beginn einer Hinterhandwendung. Hinterhandwendung pur haben wir auch schön gemacht, Schritt für Schritt.

Rückwärts war heut ein heftiger Kampf, aber ein ruhiger. Ich konnte ganz gelassen bleiben. Billy versuchte oftmals, durch den Druck vorne einfach hindurchzustapfen. Ich hab reagiert mit vermehrtem Klopfen der Schenkel (aber nicht fest und nicht wütend), bis er rückwärts auswich, und dann kam aller Druck weg. So konnten wir im Lauf der Einheit ein hübsches Rückwärts erarbeiten. Wieder mal ...

Montag, 17. September 2012

Hängertraining - Mensch und Pferd ;-)

Heute hab ich Hängerfahren geübt! Hab mir einen Hänger geliehen und war mordsaufgeregt. Prompt hat der Typ auf uns vergessen gehabt und musste erst anreisen. Dafür musste ich keine Kaution zahlen und konnte den Hänger zurückstellen, wann wir wollten.
Ich fuhr zu Billy, um etwas Verladetraining zu machen, auch im Hinblick auf nächste Woche, wo wir zum Kreinberg-Kurs fahren.

Zuerst kurz am Viereck Führen aus Zone 5 gemacht, das hat super geklappt, besser als gedacht. Lenken, Anhalten, Schritt und kurz Trab und sogar ein kleines Galöppchen (Premiere!!!)!

Dann auf zum Hänger, wir hatten den mit rundherum schön viel Platz geparkt. Billy stapfte sofort mit den Vorderbeinen drauf, hielt die Rampe für ein Podest ;-). Aber die Hinterbeine waren schwierig, und auch reingehen, da war er skeptisch.
Ich schickte ihn in einem Circling Game rundherum und ließ ihn ein paarmal quer über die Rampe gehen, bis das flüssig ging. War schnell der Fall, auf beiden Händen.
Dann wollte ich ihn reinschicken, aber irgendwie krieg ich das nicht hin, er steigt dann doch immer seitlich runter. Zum Schluss bin ich einfach auf die gute alte Methode in den Hänger rein und hab von vorne Druck ausgeübt. Er zog einige Male zurück, aber bald wars soweit, er stieg zu mir in den Hänger.
Dann machten wir das ein paarmal. Angst hatte er dann v.a. wieder vor dem rückwärts aussteigen. Also geübt: Einsteigen, aussteigen, einsteigen, aussteigen. Zwischendurch machten wir mal die Stange hinten zu, wieder auf, ließen ihn ein bissl stehen, wieder aussteigen.

Super brav... Kreinberg-Kurs, wir kommen! :-)


Samstag, 15. September 2012

Heute haben wir in der Centered Riding Stunde an Übergängen innerhalb einer Gangart gearbeitet. Also im Schritt zulegen und verkürzen und dasselbe im Trab. Zum Schluss noch kurz Galopp.


Beim Zulegen sollte ich mir vorstellen, das Pferd hätte ein Scharnier im Widerrist. Beim Zulegen soll sich alles vor und hinter diesem Scharnier nach unten biegen: Der Hals mit Kopf auf der einen Seite, die Kruppe und Hinterhand an der anderen Seite. Der Widerrist soll oben bleiben. Praktisch bewerktstelligen sollte ich das einfach, indem ich die Kopfbewegung im Schritt z.B. verstärke und mir vorstelle, die Zügel sind Stangen, an denen ich Billys Kopf nach vorne schiebe. Gleichzeitig soll ich mir für das Abkippen bzw. Untertreten der Hinterhand vorstellen, an einem Gymnastikball hinten hinunter zu rutschen. Das letztere Bild hat nicht so gut funkitoniert, aber das erste sehr. Billy legte tatsächlich zu, v.a. aber erweiterte er den Rahmen super.
Will ich das Gegenteil, also ein Verkürzen der Gangart, kürzere, erhabenere Tritte, soll ich mir vorstellen, ich wäre auf Billys Rücken ein „Segel im Wind“. Man richtet sich durch das Bild automatisch auf. Ich habe auch noch aktiv daran gedacht, den Pferderücken anzu“saugen“, und tatsächlich wurden Billys Tritte kürzer und federnder. Für den gleichen Zweck gab es noch das Bild des Zentauren: Meine Sitzbeinhöcker sind mit Billys Beinen verwachsen, und ich selbst mache riesige, erhabene Schritte. Hat auch gut geholfen.
Die Verkürzung soll ich immer nur ganz kurz beibehalten, Billy hat die Kraft noch nicht.
Ich werde also jetzt üben, immer schön abwechselnd, in Trab und Schritt.

Galoppiert sind wir auch noch wie gesagt, aber das war nicht so toll. Das werden wir wohl noch ein bissl ruhen lassen.

Donnerstag, 13. September 2012

Temperatursturz, es hatte nur 9° heut nachmittag! Billy wird plüschig :-) .

Billy öffnete heut das Maul überraschend schnell, als ich mit dem Gebiss kam; beinahe sofort! Davor wollte er aber trotzdem noch dem Riemen ausweichen. Trotzdem, sehr brav heute.

Zum Aufwärmen die "Olympische Ringe"-Übung. Zuerst Schritt. Billy war gut drauf und flott unterwegs, sehr angenehm. Am Anfang ließ ich die Zügel nur auf dem Hals liegen ohne sie anzufassen, und bin alle möglichen Bahnfiguren geritten, alles was mir eingefallen ist. Billy hat super reagiert, sehr präzise und prompt und willig. Super! Danach Zügel aufgenommen und Olympische Ringe. Billy ging alles zügig und willig, fühlte sich sehr gut an.
Dann Antraben. Ging mir zu langsam, daher 2 Runden auf beiden Händen am langen Zügel Schenkelgehorsam geübt, war bald wieder geklärt. Dann die Zügel aufgenommen und los mit den Olympischen Ringen. Teilweise gab es noch große Abwehr gegen das Gebiss. Wenn ichs länger lasse, hört das ganz auf. Ansonsten ging er brav seine Kringel, ich bemühte mich, „große Schritte in sein Gebiss“ zu machen, Pingpong zu schubsen und meine Nase nicht an seinem Innenohr vorbei zu drehen. Samstag haben wir wieder Stunde, bin gespannt, was meine Trainerin sagt. Im Spiegel sieht es manchmal besser aus, Billys Hals ist nicht mehr vorgestreckt wie bei einer Kuh, sondern hie und da tatsächlich gerundet. Go war heut auch super und angenehm.
Und ich hab mich bemüht, etwas mehr Körperspannung zu haben, weil ich das Video gesehen hab, das vor zwei Wochen gemacht wurde – fürchterlich, v.a. meine Halswirbelsäule wie Gummi – es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht mit Dauer-Peitschenschlag herumrenne.

Dann bin ich abgesessen und hab Billy vom Gebiss befreit, wir haben aber noch ein bisschen On Line gemacht. Zuerst ein bisschen CG, Billy flott und super unterwegs. Dann hie und da zur Wand angenähert und Seitwärts geschickt. Er erkannte die Übung bald wieder und ich begann systematisch mal links, mal rechts in einem Halbkreis zu schicken und dann seitwärts driften zu lassen. Nach links geht das in einem 45° Winkel langsam schon richtig gut. Nach rechts will er lieber ganz gradaus, dreht sich von mir weg, aber es ist leicht zu reparieren. Er bemüht sich total und hat viel Lob gekriegt. Nach links bekommen wir ein paar Trabtrittchen zusammen, nach rechts schnellen Schritt.
Beendet hab ich dann mit 4 Runden Galopp mit mir in Neutral, Billy war sehr brav linksrum. Irgendwas hindert ihn, richtig locker zu sein links. Aber er hat sich super bemüht. Auf mich zutraben funzt super, eine ganze Hallenlänge lang.

Dienstag, 11. September 2012

Der letzte Tag mit Super-Wetter ist angesagt. Noch einmal 30°, morgen soll es dann kühl werden und der Sommer soll vorbei sein.

Der Kurs mit Peter Kreinberg bereitet mir noch schlaflose Nächte... ich muss noch einen Transport organisieren...

Wenn ich aber schon zum Kreinberg-Kurs fahre, muss ich ein bisschen üben! Hab daher heut mit Sattel geübt und nur mit Hackamore.

Billy war anfangs seeehr zäh, das war unglaublich. Ich probierte anfangs einfach ein paar Halt-Schritt-Paraden, das ging noch, zäh, aber es ging. Dann rückwärts, und schon hatten wir eine Mega-Diskussion beieinander. Billy verweigerte das Rückwärts wie ganz zu Anfang, einfach stures Stehen, ich hatte viel zu tun, nicht sauer zu werden. Billy ignorierte alle Phasen, die ich krampfhaft versuchte einzuahlten, und ging tw. einfach durch allen Druck vorwärts. Mit sehr hohen Phasen konnte ich ein paar zähe Schrittchen bekommen.

Ich ging über zu einem Achter im Schritt mit Außenbiegung und Innenbiegung. Von der Mitte der Acht kommend Außenstellung, bis ¾ des Kreises, dann umstellen zu Innenbiegung, um die Mitte, und auf den anderen Kreis der Acht wieder in anderer Außenstellung. Kann schwer sagen, welche Richtung besser war, Billy hats bei beiden brav gemacht.

Dazwischen wollte ich dann etwas Schwung holen, weil er bei sowas erst recht gern einschläft, und begann, einen Kringel im Trab zu reiten (mit ganz normaler bzw. ohne Biegung), dann bei X des Achters Schrittparade und einen Kringel in Außenbiegung. Wieder Trab. Ein paarmal, dann Seiten gewechselt. Das klappte ganz gut. Ich kann nur im Sattel echt schlecht aussitzen. Die Gewohnheit ist doch was lustiges... Ohne Sattel kann ich besser aussitzen als mit. REine Übung.

Dann weiter die gleiche Übung, nur Galopp statt Trab. Galopp war gleich katastrophal, v.a. links. Ich werde wie verrückt nach rechts geworfen, und Billy galoppiert verkrampft an und pariert sofort wieder. Galopp kann ich im Sattel noch schlechter sitzen, das geht im Pad viel besser... Irgendwann hab ich mich über das ständige Verfallen und über einen Buckelansatz geärgert und das Seil vonder Hackamore ganz lang in die Hand genommen und ganz sanft im Galopp auf seinen Hintern geklatscht, wenn er zu verfallen drohte, und siehe da, er konnte sehr wohl galoppieren, und ich konnte endlich ein bissl besser sitzen, weil alles flüssiger war.
Nach dem wir diese Übungsfolge immer wieder gemacht haben, wurde es besser. Billy begann mitzudenken, nahm den Galopp manchmal fast schon vorweg, Angaloppieren wurde so besser. Dann hab ich den Galopp nochmal isoliert geübt:
Ziel war ein richtig cool-flüssig-entspanntes Angaloppieren. Einfach schnalzen, und Billy galoppiert. Zuerst rechts. Das war ganz gut. Wir machten viele Übergänge zum Schritt, Angaloppieren aus dem Schritt und Trab. Dann links. Holprig oft, manchmal Kreuzgalopp und manchmal Außen. Manchmal nur 2 Sprünge. Aber ich blieb dran, ganz ruhig, immer aus dem Trab, und sobald er galoppierte, bemühte ich mich, nicht zu treiben, sondern wenn, dann mit dem Seil zu klatschen, aber im großen und ganzen eben am Angaloppieren zu üben. Es wurde dann gut, und Billy war endlich durchlässig! Er gab dann super nach und plötzlich klappte nachher auch das Rückwärts flüssig und willig, und das war ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.


Sonntag, 9. September 2012


Das Wetter ist weiter kaiserlich. Strahlend blauer Himmel, sehr warm, aber nicht brütend heiß.
Die Pferde waren auf der Weide, und Billy kam heut freiwillig mit! Zuerst ging er weg, dann folgte er mir im Schritt, Trab und auch Galopp ohne Seil bis zum Viereck. Mit Anhalten dazwischen und allem. Bin sehr stolz.

FINESSE
Gebiss anziehen: Unverändert. Immerhin auch nicht schlechter. Billy senkt den Kopf und beamt sich weg, wenn das Gebiss vor seinen Lippen baumelt. Mit ein bisschen Lippen streicheln und Zunge massieren macht er auf und nimmt es.

Olympische Ringe: Ich ging in die Halle und ritt meine Olympischen Ringe. Eine Weile im Schritt, dann im Trab. Keine große Veränderung gegenüber den letzten Malen. Das mit dem Runden bekomm ich nicht mehr so richtig hin. Konnte im Spiegel sehen, dass Billy einfach den Hals wegstreckt wie eh und je.
Im Halten hab ich 2x gefordert, dass er nachgibt. Er kaut wie ein Irrer und lehnt sich drauf, irgendwann gibt er dann eben im Genick nach, dann hab ich gelobt und hab ihn strecken lassen.


Ausritt: Danach sind wir wieder auf einen kleinen Ausritt gegangen.
Wir gingen einen Teil der Runde wie gestern. Dabei gings heute auch über das immer dort rinnende Bächlein. Billy machte einen Riesenhüpfer drüber, obwohl er eigentlich nur einen großen Schritt hätte machen sollen. Ich drehte um, ließ ihn gesittet noch einmal drüber steigen, dann nochmal gewendet und in die Heimatrichtung nochmal gesittet drübergestiegen, plötzlich ging es.
Wieder ritten wir die Weide rauf, wieder mit einem richtig superschnellen Galopp am Ende.
Am Ende des Weges, fast zu Hause, bin ich nochmal umgedreht und hab Billy nochmal den Berg raufgaloppeln lassen. Mit einem Stop dazwischen, weil Rechtsgalopp. Hab versucht, links zu bekommen, und tatsächlich, bekam ich dann! Beim Heimgehen dann 2x angehalten und Rückwärts gefordert, hat er recht brav gemacht.

Samstag, 8. September 2012

Des einen Leid ...

... des anderen Freud.
Gerade hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, an einem Kurs mit Peter Kreinberg mitzumachen. Seit ich seinen letzten 3-fach-Band zum WEsternreiten gelesen habe, bin ich ein großer Kreinberg-Fan geworden. So stelle ich mir schönes, richtiges Westernreiten vor....Der Kurs ist nicht allzu weit weg, etwa 130km. Es waren keine Plätze mehr frei, meine Stallkollegin hatte den letzten Platz ergattert. Wie es nun so kommt, ist ihr Pferd nun - leider natürlich! - lahm. Daher werden wir es so handeln, dass ich ihren Platz übernehmen kann. Jede Menge Organisation steht daher jetzt auf dem Plan!

FINESSE
Gebiss: Es dauert schon wieder Ewigkeiten, bis Billy das Maul aufmacht für das Gebiss.

Olympische Ringe: Nach einer Aufwärmrunde um den Stall bin ich aufs frisch abgezogene Viereck geritten und meine Olympischen Ringe. Billy war ganz brav, so mittel. Trab war beim ersten Antraben zäh, schlechtes Antraben einfach, dann hielt er die Gangart aber brav und in halbwegs gutem Tempo. So richtig rund wurde er heut nicht, tw. hatte auch noch immer starke Abwehr, also eher uneterdurchschnittlich im Vergleich zu den letzten Wochen. Nächste Woche haben wir wieder Stunde.

FREESTYLE
Ausritt: Tja, und dann sind wir noch ausgeritten. Super Wetter, strahlender Sonnenschein! Ich bin eine große Runde gegangen, in die andere Richtung als üblich; Am Schluss die Runde dann auch nicht wie üblich zu Ende geführt sondern noch eine Mini-Runde drangehängt.
Billy war am Anfang sehr aufgekratzt. Als unser Teich in Sicht kam, ganz am Anfang, noch auf Stallgrund, schreckte er sich vor irgendwas so sehr, dass er ein paar Galoppsprünge in die Wiese machte. Kein Problem es zu dersitzen, aber ich fragte mich, ob ich wirklich über die Straße wollte … beschloss dann aber irgendwie, trotzdem weiterzugehen.
Wir ritten die sehr steile Böschung runter und problemlos durch den Bach. Hat er super gemacht!
Dann den Weg rauf zur Straße. Da war Billy sehr aufgekratzt. Er zuckte bei Motorradgeräuschen. Es kam dann nichts, und so ritten wir einfach über die Straße. Meine größte Angst war, dass er sich dort im Dorf schreckt und zurückrast, aber nichts passierte. Gleich nach der Straße begegneten wir einer fremden Reiterin vom Nebenhof. Wir plauderten kurz, dann ritt ich weiter.
Durchs Dorf hindurch war Billy aufgeregt, schnorchelte, Kopf oben, sehr aufmerksam. Ich trabte hie und da, um ihn in Bewegung zu halten, das hilft.
Sobald wir das Dorf hinter uns hatten und im Wald waren, entspannte er sich zusehends. Wir ritten zuerst den einen Weg rauf, den ich mit meinem Freund erkundet hatte. Billy ging total brav dorthin… aber aufgeregt. Irgendwann sieht man in der Ferne ein Haus, da bin ich dann umgedreht um die geplante Runde zu beenden. Auf den Waldwegen trabten wir recht viel, einmal sogar ein Stückerl Galopp.
Ich war nicht sicher, ob das steile Stück, das wir ja sonst bergauf gehen, nun umgekehrt bergab zu bewältigen ist, aber es ist gar nicht so schlimm steil. Das erste und das letzte Stück, aber dazwischen geht’s. Billy hat das super gemacht.
Sobald wir auf dem Weg waren, wusste er wo er ist und war entspannt. Da passierte auch nix aufregendes. Dann wieder bei der Straße bastelte ein Kind an seinem liegenden Rad herum, und gleichzeitig gab es Traktorgeräusche von gegenüber der Straße. Billy spannte sich total an wegen dem Fahrrad, also hatte ich das Gefühl, lieber abzusitzen und tat das auch. 2 Kinder fuhren dann auf ihren Rädern vorbei, Billy starrte, war aber ok. Wir überquerten die Straße zu Fuß. Der Mann mit dem Traktor telefonierte und hatte den Traktor abgestellt, Billy war wieder ruhig. Ich wollte nun eben nicht gleich nach Haus, sondern noch ein Stück den Weg gehen, um von hinten über unsere Weide zum Stall zurückzukehren.
Kurz vor dem einen Nachbarhaus saß ich wieder auf. Im dortigen Garten waren Kinder beschäftigt, mit lautem Trara ein kleines knallblaues Zelt aufzubauen. Da war Billy wieder ziemlich fertig mit den Nerven. Er trabselte an der dichten Hecke vorbei, konnte ja nix sehen. Hinter dem Haus stand dann noch Gerümpel, das war ihm auch nicht geheuer. Wir brachten das trotzdem hinter uns, und sobald wir über der Brücke waren, war er wieder voll entspannt.
Er schien erstaunt, als ich tatsächlich dann nach links einbog, um heimzugehen (meistens will ich geradeaus weiter ;-) .Auf der Weide, leicht bergauf, fragte ich nach Galopp und feuerte ihn an, und wir flooooogen! Ich hatte ein Aha-Erlebnis: Mein Hintern muss noch viiiiel weiter aus dem Sattel als immer gedacht, dann hat er Platz! Er gab super super Gas, parierte sich aber von selbst in Schritt, wo ein Weg anfängt und wir immer Schritt parieren. So gingen wir gesittet in Schritt heim. Brav! Es leben die Rituale und Gewohnheiten ;-)

Richtig richtig toll dieser Ausritt, wenn auch oft haarscharf an der „roten Grenze“ entlang …

Weil ich das frisch abgezogene Viereck nicht zerstören wollte, forderte ich Billy nachher auf, sich vor dem Viereck, wo so viel Sand herausgeschwemmt worden ist, zu wutzeln – und er legte sich tatsächlich genau dort hin!! Aber nur eine Seite ;-).

Danach gingen wir noch lange grasen, herrlicher Tag, volle Entspannung.

Donnerstag, 6. September 2012

ON LINE
Ich muss wieder was tun für mich, also waren Billy und ich heute joggen. Auffahrt runter, da bin ich mit Trippelschritten gelaufen, und Billy ging Schritt. Alles war sehr gut. Nur Billy trabte heut zu schnell. Ich musste ihn ständig hindern, allzu weit nach vorne zu traben, tw. geriet ich in Zone 4. Daher war es für Billy eher ein ständiges Übergehen von Schritt zum Trab und umgekehrt. Egal, trainiert auch ;-).

An der üblichen Stelle trafen wir auf eine ganze Kuhherde. Ihr Zaun war bis zum Weg abgesteckt. Zuerst war ich noch zuversichtlich. Billy schaute, aber er erstarrt nicht mehr so sehr. Ich glaube die größte Angst ist mal der Neugier gewichen. Dann allerdings begannen die Kühe sich auf uns zuzubewegen, denen war grad fad. Die galoppierten sogar! Ich machte auf dem Absatz kehrt und wir zogen uns zurück. Die Kühe blieben in noch einiger Entfernung stehen. Ich drehte wieder um und hoffte, sie hätten das Interesse verloren. Wir gingen noch ein Stück weiter. Da kamen sie schließlich vollends her, direkt an den Zaun. Billy schaute und schnorchelte, wollte aber auch auf sie zu. Wirklich mehr Neugier als Angst. Trotzdem irgendwie kurz vor der Explosion. Ich fühlte mich wieder mehr als unwohl. Wir drehten geordnet um, da war er superbrav. Die Kühe verfolgten uns den Zaun entlang. Billy ging und schaute sich ständig nach ihnen um. Zu flüchten versuchte er nicht, aber ich hab trotzdem Angst *seufz*. Für Leckerlis war er aber empfänglich, also soo schlimm war es nicht. Dann waren wir am Ende vom Zaun und die Kühe mussten zurückbleiben. Ich war froh, dass wir das geschafft haben. Trotzdem würde ich gern einmal auch vorbei gehen können.
Wir joggten den Rest vom Weg wieder zurück, ein paar Autos, kein Problem.
Waren 45 Minuten unterwegs.

Sonntag, 2. September 2012

Heute war wieder wunderschönes Wetter, richtig schön warm. Ich war zu einem Ausritt verabredet, meine Miteinstellerin kam dann doch erst später, was mir Gelegenheit gab, einmal über eine Stunde Undemanding Time mit Billy zu verbringen, wir gingen grasen. Er fraß so viel, dass er am Schluss echt genug hatte und von allein aufhörte, um dann noch gemütlich ein halbes Stündchen am Anbinder zu dösen, bevor wir losritten.


Schließlich gingen wir zu viert ausreiten. Billy war super brav. Gebiss nahm er - wieder nach langem Warten - dann auch. Wir gingen eine kurze Runde.Billy ging super mit, auch bergauf und alles, Kondi wird besser :-).


Der Ausritt war unspektakulär. Eins der Pferde wollte nicht weg vom Hof, Billy übernahm die Führung. Ein anderes Pferd zickte vorne auch herum hie und da, auch da übernahmen wir die Führung *yeah*. Billy war superbrav, keine Diskussion. Einzig beim Heimweg hielten wir an, weil eine der Mitreiterinnen nach einem kurzen Fußmarsch wieder aufsteigen wollte, da war Billy sehr erpicht darauf, heim zu gehen, und ich konnte ihn nur schwer bremsen. Ich übte dann heimwärts kurz vor dem Stall das Anhalten, während die anderen weiterritten, und das ging gut.
Im Wald kam uns ein Moped entgegen, aber der nette Mensch hielt an und stellte den Motor ab, und so war es unproblematisch. Aber kurz ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht.

Samstag, 1. September 2012

ON LINE
Seitwärts: Mein Freund war wieder mit und durfte die ersten Spiele wiederholen, die er schon gelernt hat; danach hab ich ihm Seitwärts gezeigt, an der Hallenbande entlang. Billy ging, aber sehr zögerlich. Ich übernahm dann kurz zum Vorzeigen. Billy war auch bei mir zögerlich, er hatte dann 4 Chancen und dann gings bumm, und plötzlich, voilà, ging er sowas von flüssig und zügig seitwärts auf Phase 1… Schlawiner. ;-)) Ich war in dieser Situation stolz auf mich, alles war gerecht und vorhersehbar, unemotional und präzise. Und man merkt, wie gut es wirkt, wenn man's mal perfekt hinkriegt ;-). Danach spurte Billy auch bei Gerhard, war schön anzuschaun.
Nachdem das bei den beiden gut klappte, hab ich wieder übernommen, um das Seitwärts im Trab zu verbessern. Gleich ein Aha-Erlebnis: In der Halle funktioniert die Übung mit den Halbkreisen und darauf folgendem Seitwärts-Driften natürlich viel besser. Am Viereck kann ich die nicht machen, da steigt er mir auf die Umrandung, aber in der Halle geht das natürlich nicht, und es klappte gut! Wir machten es immer wieder hin und her, er tat sich schwerer nach rechts (Mein Freund analysierte, dass er den linken Hinterfuß nicht so schnell nach innen kriegt). Wir haben tatsächlich unsere paar ersten Trabtrittchen seitwärts hingekriegt, ganz toll!

FINESSE
Olympische Ringe:Ich nahm heut das einfach gebrochene Apple-Mouth, ich wollte sehen, ob es hier einen Unterschied gibt. Billy wollte das mal lieber nicht, aber irgendwann - Warten ist wieder der Schlüssel - nahm er es dann doch. Dann gingen wir bald direkt in Trab über und ritten unsere Olympischen Ringe, in der Halle sind die halt entsprechend kleiner. Ich hatte gleich mehr Schwierigkeiten, die Nase nicht zu sehr nach innen zu richten (meine eigene). Billy arbeitete vehement mit dem Gebiss, Kampfkauen. Irgendwann gab er dann auch mal Ruhe.
Wir machten nur ein paar Runden, dann war Schluss.