you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 28. Februar 2012

Zuallererst gab es heute einmal Pediküre. Meine Hufbearbeiterin ist sehr zufrieden mit Billys Hufen und seinem Gang. Billy war heut allerdings frech und ungeduldig beim Bearbeiten, zog den Huf wieder mal weg und suchte mich penetrant nach Leckerlis ab. Ist auch sonst meist besser.

Nachher gingen wir in die Halle. Dort wurde gerade der Gang nach dem Ausschneiden eines Kumpels von ihm analysiert. Wir ließen den Billy auch frei dazu und die zwei trabten wie abgerichtete Zirkustierchen den Hufschlag entlang. Dann begann Billy, den Kumpel in jeder Ecke zu überholen (da ists am wenisten anstrengend *g*), um ihm den Weg abzuschneiden und ihn umzudrehen. Sehr eindrucksvolle Richtungswechsel *g*. Billy war also in Cutting-Laune; ich probierte, wie weit ich ihn Liberty an mich binden kann, solange der andere da auch noch unterwegs ist. Klappte ganz gut, solange die Distanz nicht zu groß wurde. Beim Versuch, ihn auf einen Zirkel zu schicken, vergrößerte er den Zirkel bis zum Tor - allerdings war der andere gerade dabei, sich aufs Rausgehen vorzubereiten. Ich holte den Billy vom Tor ab und da kam er brav mit.

Danach nahm ich ihn ans Seil und baute unsere zuletzt fortgeschrittenen Achter weiter aus - zum Weave-Pattern. Zuerst stellte ich 3, später 4 Kegel auf und tastete mich heran. Mal davor, mal dahinter, mal um 2 Kegel rum, dann nur um einen. Billys Drive war heute super, nur ein bisschen mehr Energie und er trabte; angaloppieren kam auch prompt und willig. Wir haben einige Einfach-Durchgänge der Weave im Trab geschafft und ich fragte mich, was da zuletzt so schwierig dran gewesen war. Es war jetzt irgendwie total simpel. Billy trabte langsam genug, dass ich in schnellem Schritt oder gemächlichem MEnschentrab dabeibleiben konnte (vielleicht war ich auch nur endlich klug genug, es gar nicht erst zu probieren, wenn Billy allzu sehr in Fahrt war und das Trabtempo somit zu hoch, als dass ich mitgekommen wäre), Draw passierte am durchhängenden Seil (ich meine mich zu erinnern, dass ich da bei früheren Versuchen schon ordentlich mit dem SEil nachhelfen musste), Drive mit ausreichend Abstand. Hie und da galoppierte Billy sogar an, aber für Weave mit Galopp bin ich noch nicht koordiniert genug. Billys Gesichtsausdruck ist nicht besonders erbaulich, aber naja, vielleicht krieg ich das in 10 jahren oder so dann auch mal raus.
Sonst war er total aufmerksam. Wir hatten z.B. einmal oder zweimal ein Missverständnis, als ich von der Pylonenreihe weg (aber vorwärts) lief, um ihm Platz zu machen, dacthe er es geht wieder um Achter und wollte handwechseln. Das Missverständnis konnten wir aber ganz ruhig und simpel klären, ohne dass er das GEfühl bekam, kritisiert worden zu sein, glaube ich, und danach wechselten wir hie und da Achter und Weave miteinander ab und Billy wurde total aufmerksam: "wohin, wohin, wohin? gradaus oder rum?" Durch viele Gangart- und Musterwechsel hat es ihm glaub ich auch Spaß gemacht.

Nächstes mal probier ichs dann auch Liberty ;-)

Sonntag, 26. Februar 2012

Billy spielte heut das "du kannst das Gebiss sonstwohin stecken, aber sicher nicht in mein Maul"-Spiel mit mir :-( . Wie gehabt - kaum macht man mal was mit dem Gebiss (und das war sicher nicht sooo furchtbar), verweigert Billy dahingehend jede Kooperation. Ich versuchte viiiel Geduld zu haben, aber da nützt alle Geduld nix. Billy steht da und weigert sich einfach. Angst hat er nicht, er mag es offenbar nur nicht: mag ich nicht, war anstrengend, bäh, blöd, mach ich nicht.
Ich sags gleich, ich hab irgendwann aufgegeben, bevor ich völlig die Nerven verliere und irgendwann mal mit dem Gebiss um mich schlage :-( .Es war ein schlechter Moment um aufzugeben, aber ich hätte glaub ich sonst wirklich mal einen cholerischen Anfall bekommen.
Tja, dann wars halt nichts mit Finesse Halt-Schritt Übergängen (mehr wäre nicht auf dem Programm gestanden), da gingen wir ins Gelände. Nicht so weit, nur die Straße runter, in den Wald abgebogen, dort ein nettes Wegelchen gefunden, wo der Boden so gut war, dass wir traben konnten - bergauf. Ich verlangte flotten Schritt und angemessenen Trab. Diese bergauf-bergab 10-Minutenrunde gingen wir zu Billys Erstaunen 3x, und eben flott. Es war ein toller Ausritt, mit ordentlich Energie dahinter (dass ich immer erst grantig werden muss, um meine Energie hoch zu kriegen *seufz*) und hübshcen Trabstrecken.

Und ich bin schon wieder gleich am Überlegen, ob ich es jetzt vielleicht endlich wirklich endgültig und für immer und ewig bleiben lasse, das doofe Gebiss-Reiten. Ich mag einfach auch langsam nimmer. ...

Samstag, 25. Februar 2012

Heut war angenehmes Wetter, und Billy und ich machten einen Spaziergang. Wir wagten uns über die Straße, ich hatte eine kurze Runde geplant, wo meine Komfortzone ordentlich gedehnt wird. Ganz gelang uns die Runde nicht, weil im Wald eine riesige Eisplatte den Weg versperrte. Also umgedreht und wieder gemütlich nach Hause, alles gut gegangen.

Zu Hause gingen wir noch kurz in die Halle, Liberty-Figure 8s antesten. Wie gestern klappte alles super im Schritt, und auch Trab klappten bald ein paar hintereinander! Übermütig fragte ich nach Galopp und sogar das klappte (fast). Billy galoppierte, Draw war weiterhin vorhanden, einmal wechselte er fliegend, sonst über Trab, was vollkommen ok war. Ich war ziemlich baff, wie gut das klappt!

Freitag, 24. Februar 2012

Heute haben wir nur kurz was gemacht, und ich habe unsere Liberty-Achter weiter ausgebaut.

Bin total perplex, es klappten Trab-Achter fast auf Anhieb! Wir brauchen etwas mentale Vorbereitungszeit, bis wir drauf eingestimmt sind, aber dann... hin, her, Handwechsel, Drive, Draw, wunderbar! Sooo ein braver Billy!

Sonntag, 19. Februar 2012

Die Kältewelle ist eindeutig vorüber, der Schnee taut, die Wiesen sind allesamt patschnass und rutschig, die Straßen noch von Eis bedeckt und ebenfalls rutschig. Also wieder in die Halle.
Billy hatte sich kurz zuvor genau in der Sattellage beißen lassen - daher haben wir wieder nur vom Boden aus gearbeitet.

Zuerst haben wir On Line weitergemacht, wo wir letztes Mal aufgehört haben: Figure 8 im Galopp. Nach 5 Minuten hatte ich einen Achter mit durchgehendem Galopp und zwei fliegenden Wechseln - danke Billy und Pauseee! Das war echt toll!

Nach einer langen Pause mit Genick-Massage für einen sehr entspannten Billy nahm ich das Seil wieder einmal ab - wir haben seit Eeewigkeiten kein Liberty mehr gemacht. Wir begannen ein bisschen den Draw zu testen. War ganz gut, aber lasch. Mit höherer Energie meinerseits konnte ich Billy dann aber gut dazu bringen, auf mich zuzutraben. Ich schickte ihn dann mit der bei David Lichman gelernten "Boomerang"-Übung um je einen Pylon herum und holte ihn sofort durch Rückwärtslaufen wieder zu mir, dort gabs Pause.
Bald konnte ich ihn im Schritt in einer vollständigen Acht herumschicken. Das ging, als ich es das letzte Mal probierte, auch noch nicht so gut! Tatsächlich ist das Wichtigste dabei, dass ich nicht beginne, die Hinterhand wegzuschicken, um Billy um den Pylon herumzukriegen. Sobald ich das mache, hab ich ihn "verloren". Ich muss das Vorderende zu mir ziehen, nicht das Hinterende wegschicken. Das zeigte sich dann v.a. deutlich und sehr interessant, als ich begann, den Trab mit einzubauen. Ich schickte Billy im Schritt um den Pylon und zog ihn dann , sobald er halb herum war, mit viel Energie auf mich zu - dann trabte er brav an. Aus diesen Trabtritten konnte ich ihn dann auch weiter um den 2. Pylon schicken, statt ihn zu mir kommen zu lassen.
Es war total spannend, was NICHT funktioniert hat, nämlich: Billy zwischen den Pylonen in Trab versetzen, also in der "Drive"-Phase der Figure 8. Dann trabte er zwar, aber kam mit beim Umrunden des Pylons abhanden, ich musste ihn dann wieder von weiter weg "abholen". Solange ich den Trab beim Draw auf mich zu verlangte, klappte es ganz toll, ihn dann im Trab zu behalten und um den zweiten Pylon zu schicken. Und was zweitens nicht funktionierte: Sobald ich begann, die Wendung um den Pylon mit einem Wegschicken der Hinterhand zu bewerkstelligen, kam er mir ebenfalls abhanden.
Interessant, interessant.
Und wir konnten auch da total erfolgreich (wie der Online-Achter im Galopp mit fliegenden Wechseln) mit einer Premiere abschließen: Unser erster Achter Liberty im Trab!

Manchmal ist es wirklich so, dass man die größten Fortschritte hat, wenn man eine Übung mal eine ganze Weile einfach nicht mehr macht ... seit ich das letzte Mal bewusst einen Achter verlangt habe, sind sicher Monate vergangen ;-).

Freitag, 17. Februar 2012

Nach dem intensiven Kurstag wollte ich heut was ganz anderes mit Billy machen. Also habe ich beschlossen, nach der vielen konzentrierten Arbeit vom Sattel aus etwas Peppigeres mit mehr Bewegung vom Boden aus zu machen. Was ich extrem lange nicht mehr weiter verbessert habe, sind unsere Achter.
Ich stellte 2 Pylonen in der Halle auf und begann mich mit Zirkeln, Driving Game und so an die Achten heranzuarbeiten, vom Schritt über den Trab bis hin zum Galopp, den fragte ich immer beim Punkt X zwischen den beiden Achter-Schleifen an, und Billy galoppierte sehr brav an.
Ich wollte dann übergehen zu Galoppwechseln über den Trab, aber Billy meinte wohl das wär ihm zu umständlich, und wechselte gleich mal fliegend, was ihm eine grooooße Pause einbrachte. Er hat jetzt eindeutig gelernt, seine Beine so zu sortieren, dass er auch von rechts auf links fliegend wechseln kann! Vor einiger Zeit konnte er das eindeutig nicht, sondern verhedderte sich regelmäßig.
Wir schlossen ab mit einem solchen hübschen fliegenden :-)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Rezension

Jaime Jackson: The Natural Horse. Foundations for Natural Horsemanship. Star Ridge Publishing, 1997. 192pp. € 19,99.

Nachdem ich Paddock Paradise und die Natural Hoof Care Bücher von Jaime Jackson mit großem Interesse gelesen habe, habe ich auch dieses Buch erstanden.

Ich war ein bisschen enttäuscht. Vieles daran sind sehr oberflächlich beschriebene Tatsachen. Jacksons Beobachtungen an den Wildpferdeherden sind zwar interessant, aber die Erkenntnisse, die er daraus zieht, nicht wirklich neu.
Die Gestaltung gefiel mir auch nicht so, ich fand es deshalb etwas mühsam zu lesen (und ehrlich gesagt ist es eins der wenigen Bücher, die ich nicht fertig gelesen habe). Immer wieder hat er lange Tabellen, das macht das ganze recht trocken.
Ein sehr großer Teil des Buches wird von der ganzen Hufgeschichte eingenommen - mehr als zu erwarten war. Wer das Natural Hoof Care Buch kennt, kennt damit auch schon den Hauptteil dieses Buches.
Man findet viel Basiswissen, z.B. Fußfolgen der Gangarten etc.

Ich denke es ist ein nettes Buch für jemanden, der von Jackson noch gar nichts kennt und auch sonst kein großesWissen hat. Es liest sich ein wenig wie eine Zusammenfassung von "Horse Owner's Guide to Natural Hoof Care" und "Paddock Paradise". Bzw. sind wohl umgekehrt diese beiden Bücher (die m.W. später herauskamen) die Folge weiterer Forschungen und Überlegungen nach "The Natural Horse". Ich empfehle, gleich die beiden o.g. zu lesen und sich dieses hier zu sparen ;-)

Mittwoch, 15. Februar 2012

Légèr-parellianischer Kurstag

Heute hatten wir einen kleinen feinen stallinternen Kurstag mit Martin Wimmer. Martin ist 3-Stern-Parelli-Instruktor und gleichzeitig schon länger in der Ausbildung zum Ausbildnernach Philippe Karls Légèreté.

Ich bat ihn, an unserer Finesse zu arbeiten (bzw. damit endlich einmal zu beginnen), und genau das haben wir getan.

Die 2x 1,5 Stunden waren für mich und Billy gleichermaßen anstrengend - v.a. geistig! So viel Neues, alles sehr sehr intensiv, genau, Millimeter-Arbeit. Es hat mir sehr gut gefallen, aber am Abend waren wir beide so groggy, dass Billy seine Heucobs halb aus dem Maul fielen und mir die Augen zu. 

Wir begannen am Vormittag vom Boden aus: Abkauübungen, Hals heben, Biegen am Gebiss. Danach in den Sattel und von da aus dasselbe im Stillstand. Als die Gewichtsverlagerung nach hinten gut klappte, übten wir, die Hinterhand mit dem Schenkel anzusprechen: Billy war toll und ich sehr stolz, denn das klappte hervorragend - ein Schrittchen nach links, ein Schrittchen nach rechts, auf einen nur leichten Impuls und schrittweise zu kontrollieren. Das war allerdings nur eine kurze Kontrollübung, das sollten wir nur einmal tun.
Danach ging es ans Bewegen. So wie wir die Hinterhand gerade angesprochen hatten, um einen Schritt seitwärts zu machen, sollten wir sie nun ansprechen, um im Schritt anzureiten - ohne dass sich die Halshaltung oben viel ändert, und so dass die Hinterhand die Bewegung einleitet und nicht die Vorhand. Das ging von diesen Aspekten her ganz gut, aber schon trat einiges zutage, das ich bisher immer schön ignoriert hatte: Billy bricht sofort mit dem ersten Schritt über die Schulter aus, meist die rechte (egal welche Hand). Auf der rechten Hand war der erste Schritt mit dem Vorderbein jedenfalls gleich in die Bahnmitte hinein. Ja, und da gings los: Wie ein Maschinengewehrfeuer prasselten die Anweisungen auf uns ein: Die Schulter bricht aus, korrigier das! Ja, aber du musst schneller reagieren! Achtung, die andere Schulter! Ja, aber jetzt weicht er nach unten aus, richt ihn wieder auf! Achtung die Hinterhand! Weiterreiten! Du knickst in der Hüfte ein! Arme wieder senken! Finger locker! Du klemmst mit dem Oberschenkel! Weiter Schrittreiten in deinem Körper! Bein lang, du dauertreibst! Becken locker! Achtung, die Schulter! Schneller! Nein nicht so viel! Er hat nachgegeben, du musst nachgeben! Schneller nachgeben! Hände runter! finger locker!
Ja, und dann hatten wir auch schon so ca. 3m zurückgelegt *g*. Auf mein "pfuuuh" hin hieß es ein wenig hämisch: Ja, das ist jetzt reiten, net mehr nur obensitzen!

So ging die Vormittagsstunde zu Ende, wir erarbeiteten uns ganz gut das Anreiten im Schritt auf beiden Händen, ohne dass irgendwo irgendwelche Körperteile (meine oder Billys) vom Weg abkamen, und ebensolches Anhalten und das Beibehalten bzw. Wiederherstellen des Gleichgewichts nach hinten.

Nach der Mittagspause ging es weiter. Wir wiederholten kurz das Gelernte vom Vormittag; man konnte sehen, dass Billy einiges davon verdaut und verinnerlicht hatte. Das Anheben des Halses ging viel besser, er gab viel schneller nach, und das Anreiten im Schritt klappte sofort viel besser, ohne Ausbrechen von Schultern oder Hinterteilen.
Wir begannen Volten bzw. Zirkel zu reiten. Da ging es wieder los wie am Vormittag. Billy bewegte sich schlangengleich fort, mal kam die rechte Schulter abhanden, mal die linke, die Hinterhand brach regelmäßig aus usw. usf. Ich wurde wie vorhin maschinengewehrartig gerügt für einknickende Hüfte, Bein-Hochziehen, Dauertreiben, Dauer-handhoch, zu langsamen Release, zu viel Release, zu wenig Release, steifes Becken, und manchmal auch für falsches Equipment ;-).
Es dauerte ganz schön, bis ich ein Gefühl dafür bekam, wann ich wo einwirken musste, und bis ich wenigstens halbwegs schnell genug wurde zu erkennen, wo denn die Baustelle des jeweiligen Moments gerade war.
Als wir das so halbwegs konnten, war der nächste Schritt eine stärkere Halsbiegung. Das ganze ging von vorne los. Billy wollte nicht bzw. wusste nicht so recht was er sollte, alle möglichen Körperteile brachen wieder irgendwohin aus, ich verkrampfte mich im Versuch, alles richtig zu machen, blockierte wieder den Schritt total; das Bild das wir abgaben muss so schaurig gewesen sein, dass Martin lieber beschloss, sich mal selbst draufzusetzen um sich ein Bild zu machen. Er stellte fest, dass Billy wohl keine Grundausbildung hat (ja, das hätte ich ihm auch sagen können *g*) und wir ihn also anreiten müssen wie "einen jungen" (ist doch noch jung!!). Martin hatte ihn innerhalb weniger Runden soweit, dass er nachgab und sich bog, so gut er konnte - keine besonders starke Biegung, aber er bemühte sich und gab nach. Ich durfte mich noch einmal für ein paar Zirkelrunden draufsetzen, bis die Biegung auch bei mir halbwegs klappte und ich spüren konnte, wie sich das anfühlen soll.
Das war dann so unser Abschluss.

Ich habe mächtig viel gelernt und hatte schon wirklich viele große Aha-Momente. Wir werden jetzt versuchen, genau diese Übungen immer wieder kurz (heute war auf jeden Fall viel zu lang, aber eine Ausnahme) einfließen zu lassen. Ich hoffe, dass Martin wie wir es planen würden, nun alle paar Wochen zu uns kommt und uns weiter coacht. Denn Billy hat zum ersten Mal nicht ausgesehen wie eine schlurfende Kuh, sondern gab ein richtig imposantes Bild ab - und das nicht nur, weil der Kopf "irgendwie" oben war (das hätte ich ja selbst auch noch zusammengebracht, aber das Bild der schlurfenden Kuh änderte sich dadurch nie).

Tja also ... ein intensives Übungsprogramm liegt vor uns!

Sonntag, 12. Februar 2012

Samstag und Sonntag habe ich das Tageslicht und den Schnee ausgenutzt und wieder mal was draußen gemacht. Das Hallendach fällt mir momentan etwas auf den Kopf.

Wir gingen an beiden Tagen große Runden um all unsere Wiesen. Absichtlich ließ ich Billy das ziemlich steile Stück ganz am Ende unserer Weiden im Schnee hinaufstapfen. Er durfte stehenbleiben, wann immer er wollte; war schon anstrengend ;-).

Auf dem Weg hinter unserer Winterkoppel machten wir ein paar von den "Kontakt"übungen, klappte gut. Überall im Gelände klappt nun eine Rückwärts-Anfrage fast ohne Zögern und willig und prompt.

Am Samstag musste der Billy dann noch beweisen, dass an richtiges Ausreiten trotzdem nicth zu denken ist: Ich beschloss, den Weg, den wir gerade unsere Dressurübungen entlang gemacht hatten, zum Abschluss einmal raufzugaloppieren. Wiese mit dünner Schneeschicht drüber, leicht ansteigend, perfekt. Billy galoppierte brav an und es machte ihm deutlich Spaß (dachte ich zumindest), mal ein bisschen Gas zu geben, ich freute mich, dass er mal ein bisschen mehr Vorwärts hatte... und dann schlug der Billy einen Haken und raste den gegenüberliegenden Weg Richtung Stall entlang und weigerte sich dabei zu reagieren *argl*, auf einem Weg, von dem ich weiß, dass er unter der recht dünnen Schneeschickt mit faustgroßen Felsenstücken bedeckt ist. Wir rasten fast bis auf den Hof, neben dem Auslauf konnte ich ihn endlich stoppen und umdrehen. Wir ritten natürlich sofort zurück und er musste dann noch 3x an der Stelle gesittet vorbeigaloppieren... das klappte dann auch gut, auch am nächsten Tag, da machte ich das noch einmal zur Kontrolle.

Trotzdem nicht lustig, und ich bin wieder etwas deprimiert, weil ein anständiger Ausritt mit gegenseitigem Vertrauen offenbar sooo weit weg ist :-(

Donnerstag, 9. Februar 2012

30km lang rutschige Schneefahrbahn - ich war heute schon ziemlich ausgelaugt, als ich endlich beim Billytier ankam.

Geplant war gewesen, ein bisschen zu reiten und weitere Übungen von Karen Rohlf zu erarbeiten, vom Sattel aus. Eine ganz frische und noch blutende Schürfwunde an Billys Bauch - genau dort wo der Sattelgurt wäre, oder ohne Sattel: mein Bein - machte die Pläne gleich zunichte, und ich stand wieder einmal ohne Plan B da. Die Einheit war dementsprechend relativ langweilig. Ich langweile das Billytier glaube ich momentan ständig. Aber vielleicht bin ich auch nur selbst von der ständigen Finsternis, der furchtbar staubigen Halle (für die ich dennoch dankbar bin) und den ständig erfrorenen Zehen und Fingern ein wenig genervt.

Wir haben wieder ein bisschen Beinheben geübt, also Spanischer Schritt. Vorläufig übrigens alles mit dem rechten Bein. Heute gab es den Fortschritt, dass Billy das Bein nach vorne gestreckt und dort länger gehalten hat, ganz locker. Also wir kommen weg von den Zufallstreffern, wo er halt aufstampft. Ich denke er versteht langsam, was er soll, jedenfalls war die Trefferquote, dass das Bein nach vorne geht, heute schon viel höher als letztes Mal. Und das eine Mal angehoben lassen, war natülrich der Jackpot.

Danach und dazwischen haben wir an Übergängen On Line gefeilt, inklusive Rückwärts. Aber das wird nicht und nicht besser. Zäh 1 Schritt auf Phase 10 ist was ich momentan bekomme. Ich muss das Yoyo-Game wieder einmal konkret üben. Porcupine Game rückwärts geht dafür nach wie vor geradezu sensationell. Dabei scheint er dann auch kein Problem mit dem Rückwärts zu haben, daher vestehe ich sein Problem nicht ganz.
Aaaber, ich habe probiert, hier die gleiche Übung zu machen wie ich sie schon aus dem Sattel gemacht habe: Eine kurze Halt-Rückwärts-Parade, mit gleich wieder losmarschieren; zum Ausbalancieren und das Gewicht etwas nach hinten bringen. Das hat wirklich toll geklappt, sodass Billy prompt und gut reagiert auf Trab-kurzHalt, Gewicht zurück, gleich wieder antraben in der neuen Positur. Nach wenigen Schritten schlurft er wieder dahin, dann nochmal.
Nebenbei hab ich Angaloppieren geübt, das klappt nun fein auf Phase 1. Einmal direkt aus dem Halten - Gewicht nach hinten - Galopp - wow! Da ging aber nur auf der rechten Hand, links galoppiert er momentan wiedernicht so gern bzw. wirkt unbalanciert. Während er rechts kein Problem hat, prompt anzugaloppieren, scheint er links erst die Beine sortieren zu müssen und läuft im Endeffekt dann in den Galopp über einen schnellen Trab hinein. Aber willig ist er dabei, da gibts nix.

Dienstag, 7. Februar 2012

Es ist weiter so kalt und hat nun auch geschneit. Unsere Tränke ist eingefroren, der arme Stallbesitzer muss nun 30 Pferde aus Bottichen tränken bei -12°.

Billy war recht gut drauf; wir machten OnLine in der Halle. Wir haben wieder Übergänge ins Rückwärts geübt, das geht ein bisschen besser, aber immer noch so zäh... Verstanden hat er denke ich, und viel höhere Phasen gehen nicht mehr. Gibt mir wieder einmal Rätsel auf. Aus der Nähe, also mit Porcupine Game usw., ist und bleibt das Rückwärts nun wirklich toll, das haben wir schein's dauerhaft erarbeitet.
Ich habe Karen Rohlf's "Invisible Human" gespielt, diesmal in Schritt, Trab und - wenn ich schnell genug wäre! - auch im GAlopp. Trab geht super! Im GAlopp ist er mir zu schnell. Ich muss ja recht nahe hin, um z.B. den String über den Rücken zu schwingen, und so nahe muss ich dann echt schnell rennen; das schaff ich schwer, schon gar nicht mit "Energie unten". Aber Trab, das war wirklcih toll. Ich konnte mich am Seil näher hinhanteln, Seilchen schwingen, wieder zurückhanteln, in der Mitte stehen, wieder hin, usw. Billy versteht nun, ob ich was will, wie angaloppieren, oder ob ich nur so "invisible" hin und her spaziere.

Im Galopp hat er mir 2 schöne Wechsel in beide Richtungen gemacht! Einer der seltenen fliegenden Wechsel von rechts auf links! Als ich das dann noch einmal gefordert habe, war ich zu langsam, das hat ihn verwirrt oder geärgert und hatte einen kleinen Wutausbruch zur Folge: buckeln, Hinterhand zu mir drehen und halbherzig quietschen dabei. Ich war weit genug weg, dass ich das lustig finden konnte, und danach waren wir auch wieder schön gesittet im Galopp unterwegs. Aber ein typischer Fall von: einmal zu viel verlangt!

Sonntag, 5. Februar 2012

Heute beschloss ich der Kälte zu trotzen und auszureiten. Billy gesattelt und los gings. Wir sind rund um unsere Weiden gegangen, Billy superbrav und aufmerksam. Unterwegs beschloss ich, unsere derzeitigen Übungen ins Gelände einzubauen, also gab es ein paar Schritt-Rückwärts-Übergänge, die super gelungen sind, dafür, dass da draußen ja Ablenkung etc. herrscht.

Am Schluss ritt ich auf dem Weg hinter unserer Winetrkoppel, wo ich rund um die Bäumchen Slalom reiten konnte, sogar im Trab, und Volten im Schritt. Immer wieder gespickt mit Übergängen zum Halten und Rückwärts.

Samstag, 4. Februar 2012

Weiterhin so kalt. Da die Wiesen gefroren sind, dürfen wir überall reiten. Da der Boden auf der gefrorenen Wiese mit dünner Schneeschicht defintiv besser ist als der Staub in der Halle, gingen wir auf den Hügel des Nachbarbauern für ein paar Runden Galopp.
Die Pferdchens waren durchwegs unausgelastet, auch Billy glaubte mitmachen zu müssen und versuchte sowas wie einen kleinen Buckler, zum Glück kann er das gar nicht richtig *hihi*.

Danach bin ich noch etwas in die Halle, um übergänge zu Üben, aber ich war planlos, es staubte ärgstens, also hab ich nach ein paar Minuten Schluss gemacht.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Es ist kahahaaaalt, - 12° im Stall. Den Billy störts nicht.

Wir haben die Übungen weiter voran gebracht.

Die Hinterhand ganz isoliert und feingetunt auf mich zuzuweichen, ging etwas besser als zuletzt. Die rechte Seite ist aber immer noch sehr schwierig; Billy fühlt sich gestresst ob der Anforderung, ging rückwärts, schnappte und kaute auf dem Seil, wich seitwärts, lief Kreise um mich. Links geht es viel besser schon!

Dann zum zweiten Mal daran gearbeitet, die Schulter einzeln anzuheben, also halt mal den Fuß auf touchieren. Hier hatten wir den Fortschritt, dass Billy nicht mehr das Bein einfach wie beim Fliegenabwehren an den eigenen Bauch knallt, sondern nach vorne aufstampft. Das hab ich belohnt, für bloßes Anwinkeln gab es nix mehr.
Das haben wir später auch vom Sattel aus geübt. Da muss ich meine Signale noch überdenken. Es klappt, wenn ich sehr weit unten touchiere. Dann beuge ich mich aber nach vorn genau über das Bein, das abheben soll, verlagere also das Gewicht genau dorthin, wo es m.M. nach nicht sein sollte. Zügel anheben, auch einseitig, versteht Billy nun als Rückwärts (nicht zu verübeln). Touchieren der Schulter lässt eben jene weichen. Ich muss wohl ankonditionieren, dass er das Bein hebt und nach vorne hebt, wenn ich den oberen Teil des Beines touchiere, das müsste dann gehen.

Schließlich haben wir noch die Übergänge vom und ins Rückwärts weiter geübt. Im Schritt geht das nun richtig schön flüssig ohne Halt dazwischen. Ich kann es nun auch wirklich schon ein bisschen als Aufforderung an Billy nutzen, sich neu auszubalancieren und das Gewicht nach hinten zu verlagern. Das klappt noch nicht in der Vorwärtsbewegung, aber mit einem ganz kurzen Innehalten. Antraben aus dem Rückwärts war auch sehr schön, damit üben wir nun weiter.