you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Sonntag, 30. Oktober 2011
Hin und her
Wir haben dabei die Halle mit einem anderen Pferd-Reiter-Paar geteilt, also der Schwierigkeitsgrad nochmal ein bissl höher. Daher brav On Line begonnen, um zu sehen, wie das Billy-Tier heut so drauf ist. Ein bisschen Stick to Me, dann Variationen im CG probiert: kleine Kreise, Zirkel dann vergrößern und wieder verkleinern. Klappte toll, verkleinern besser als vergrößern. Durch die Übungen von David und den immensen Draw, den wir zur Zeit haben, ist das momentan einfacher. Es brauchte nur kurz, bis er dann hübshce enge Kreise um mich gemacht hat, während ich in Neutral war.
Dann das Seil abgenommen und weiter. Kleine kreise Schritt, Zirkel etwas vergrößern, Trab. Billy ließ sich schwer von mir wegschicken und behauptete dann gleichzeitig, auf so engem Zirkel nicht traben zu können ;-). Mit mittlerer Entfernung war das dann gelöst. ;-) Billy trabte toll entspannt auf einem schönen runden Zirkel und war mit der Aufmerksamkeit sehr bei mir. Nur einmal kam mir die abhanden, aber ein Blick auf die Hinterhand genügte, und er war wieder da.
Daraufhin hb ich ein paar Übergänge von Schritt in Trab und dann auch in Galopp probiert, die gut geklappt haben. Trotz des anderen Pferdes in der andern Hallenhälfte blieb er ständig bei mir, auch im Galopp :-).
Und schließlich hab ich auf ganz geringe Distanz im Schritt Handwechsel probiert, die waren super! Damit hatte ich ja im Sommer so Probleme... aber heute gar nicht, er wechselte auf kleinste Zeichen, später auch auf größere Distanz und wunderschön im Trab, ohne die Bewegung zu unterbrechen.
Auch Figure 8s klappen plötzlich toll, alles nicht mit Hinterhand wegschicken, sonsern Kopf und Schulter zu mir ziehen.
Jeztt hätte ich nur noch gern einen etwas höflicheren Blick dabei, und dann bin ich sehr zufrieden. Momentan langweil ich ihn wohl. Muss gestehen, dass ich im Moment etwas den roten Faden verloren hab und daher irgendwie zwar schon mit konkreten Tagesplänen zu Billy gehe, aber insgesamt fehlt mir das große Bild im Moment...
Außerdem muss ich von unseren Fortschritten mit dem Gebiss berichten! Toll klappt das momentan. Rein- und rausgeben ist nun endlich kein Thema mehr. Beim Reingeben überlegt er manchmal ein bissl, so hat er heut mal draufgebissen und dann etwas gezögert, bevor er es weiter rein genommen hat. Wenn ich da aber einfach warte, ohne weitern Druck zu machen, dann klappt das gut. Und beim Rausgeben hat er nun endgültig kapiert, dass es klüger ist, den Kopf dort zu halten wo er ist, und v.a. das Maul weit genug aufzumachen, dass das Gebiss auch wieder rauskann! Früher hat er ja gleichzeitig den Kopf hochgerissen, Maul auf- aber gleich wieder zugeklappt und zog auch noch rückwärts - nun hat ers endlich endlich kapiert :-).
Wir machen jetzt eine Phase, wo ich das Gebiss zu Anfang unserer Session reintu, es währenddessen drin lass (Knoti drüber), und danach kommts wieder raus. Das scheint soweit alles ok zu sein für ihn.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Herbstausritt
Beide waren nachher ganz schön groggy... Wie hoch wir waren, sah man nur an einer Stelle, wo der Wald zurückging und wir einen wunderschönen Ausblick über unser Tal hatten - leider nicht so weit, wegen des Nebels.
Billy war brav dabei, aber sehr gemütlich unterwegs, außerdem giftelt er wieder vermehrt - pünktlich mit Herbstbeginn. Und wieder hab ich ein ständig schlechtes Gewissen, ich würde was übersehen... :-/
Sonntag, 23. Oktober 2011
Auf und ab
Die ersten paar Male lief er immer gleich los und ließ sich dann auch nur schwer wieder bremsen. Dann begann er langsam zu kapieren, was gefragt war und hörte besser zu. Ich fand unterwegs ein paar Baumstämme, wo das Aufsteigen überhaupt gut klappte. Billy parkte sich selbständig seitwärts ein, genau wie zu Hause an der Aufsteighilfe (die auch ein Baumstamm ist ;-) ). Bald schon blieb er danach noch stehen und wartete, bis das Kommando zum Antreten kam.
Dazwischen machten wir auch noch ein paar Ruhig-Steh-Übungen, die auch immer besser klappten. So machten wir dann unsere Aufwärmrunde fertig; ich war sehr zufrieden.
Danach sind wir noch aufs Viereck und haben wieder die einfachen Galoppwechsel auf Schlangenlinien durch die Bahn geübt. zweimal gelang das richtig gut, Billy galoppierte heut auch locker an und wollte - anfangs zumindest - auch gern galoppieren.
Anfangs legte er in jeder Runde einen Not-Stopp in der Ecke ein, wo das schöne hohe Gras wächst, aber ich konnte das locker sehen und hab mich gar nicht geärgert ;-) - bin einfach neu angaloppiert und nach 3 Runden hatte er kapiert, dass jetzt keien Fresszeit ist.
Nach einem erfolgreichen Durchgang hab ich aufgehört, abgesattelt und ihn am Viereckrand dann noch grasen lassen.
Samstag, 22. Oktober 2011
Billy war toll, jedesmal wenn er die Konzentration auf etwas anderes gerichtet hat, hab ich mir die Aufmerksamkeit gleich wieder geholt, und er hat da auch brav mitgemacht. So konnten wir an dieser Stelle Circling Game spielen, inklusive Handwechsel im Trab, Sideways, wo wieder ein paar Trabtritte dabei waren, viel Stick to me in allen Gangarten außer Galopp. War alles problemlos, nicht anders als auf dem Viereck. Also hab ich das ganze bald abgebrochen und wir sind den Weg zurück gegangen.
Wo ich mich wieder sicher fühle, bin ich aufgesessen. Tja, und da war es wieder: Kaum sitze ich oben, trappselt Billy los, diesmal sogar wirklich im Trab. Hab wohl ein Muster zu oft wiederholt (wenn sie absitzt unterwegs, und dann wieder aufsteigt, dann gehts heim). Ich musste richtig diskutieren, dass wir wieder langsamer wurden und schließlich stehen konnten. Das Witzige ist, dass er mich superbrav aufsitzen lässt. Da steht er still, dreht auf Wunsch den Hintern zu mir, um sich in Position zu bringen. Er wartet sogar, bis ich beide Füße im Steigbügel hab - aber dann: ab die Post! Nachdem er wieder zur Vernunft gekommen war, mussten wir dann leider beim Heimweg ganz oft stehenbleiben und Übergänge machen. Und ich nahm mir vor, das speziell zu üben (auf- und absteigen).
Zu Hause angekommen ging ich noch ein bissl aufs Viereck und hab probiert, ob ich eine Weave mit einfachen Galoppwechseln reiten kann, mit 3 Schlaufen/Hütchen. Ging gar nicht so schlecht für den ersten Versuch! Billy war grantig allerdings und wollte heim, daher hab ich es bei dem kurzen Versuch gelassen, nachdem er auf alles brav hörte und auch umgesetzt hat.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Momentan kommt der alte Büffel wieder etwas zum Vorschein. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil ich insgesamt etwas planlos bin. Ich hab zwar für jeden Besuch einen konkreten Plan, aber so der große rote Faden fehlt momentan ein bissl.
Wir arbeiten jedenfalls am Neckstring-Reiten. D.h. ich lasse die Zügel komplett weg - Hackamore ist aber immer drauf, für den Fall, dass der Büffel zum Vorschein kommt ;-).
So reiten wir momentan Weave in Schritt und Trab. Alles klappt hervorragend! Zügel brauch ich nicht, den Neckstring eigentlich auch nicht. Alles klappt mit Focus, Körperdrehung, Schenkel (ganz leicht, außer der Büffel... s.o.). Im Schritt kann ich dabei noch sehr fein dosieren und ziemlich genau die Linie bestimmen, die wir gehen. So bin ich im Schritt zuerst ganz große Schlangenlinien um meine 4 Hütchen auf der Mittellinie gegangen - so dass wir immer zwischendurch am Hufschlag gelandet sind. Die nächste Runde landeten wir dann ganz präzise am 2. Hufschlage, die nächste am 3. usw., bis wir uns schließlich nur noch knapp an den Hütchen vorbeischlängelten. Ich war fasziniert wie sanft das klappt. Wenn ich den Stick benutze, mache ich das mittlerweile Richtung Schulter statt Richtung Hals. Klappt viel besser!!
Danach bin ich angetrabt und wir haben das Ganze im Trab probiert. Hier bin ich einfach zu langsam, um so präzise die Linie zu bestimmen, ich kann aber wohl dirigieren, ob wir große oder kleine Bögen machen. Billy reagiert so brav, ganz faszinierend. Lustig finde ich wie man manchmal merkt, dass er abgelenkt ist - wenn die Pferdekollegen reingepfiffen werden z.B. - und dass er sehr wohl lieber bei den anderen wäre. Er ignoriert meinen Schenkel dann, und ich muss meist mit dem Stick nachhelfen. Und irgendwann geht ein kleiner Ruck durchs Pferd, wo er bemerkt: "oh, die da oben gibts auch doch noch" - und schon folgt er brav wieder dem leisen Schenkeldruck ;-).
Woran ich die letzten beiden Male außerdem gearbeitet habe, ist ein wenig "Speedcontrol" im Trab. Beim Workshop mit David gab es ja die nette Übung, wo er Musik anspielte, und wir zuerst Schritt, dann Trab dem Takt anpassen sollten. Schritt klappte dabei bei uns super, aber im Trab haben wir völlig versagt, und ich hab damals erkannt, dass ich Billy einfach immer in seinem normalen Tempo laufen lasse. Wollte ich schnelleren Takt, galoppierte er im Workshop an. Wollte ich langsameren Trab, ging er Schritt. Das hab ich mir als Hausübung vorgenommen und nehme es nun in Angriff.
Überraschend gut reagierte Billy auf mehr Energie, mehr Gas im Trab. Er konnte genau unterscheiden, ob ich schneller traben wollte und gaste ordentlich an, oder ob ich Galopp wollte, da sprang er auch gleich an. Dann kam die Überraschung, dass langsames Traben weitaus schwieriger ist. Ständig gehen wir dann Schritt. Ich versuche mit meinem Sitz insgesamt einen Takt vorzugeben, und belohne durch Loben und Pause, wenn er sich dem anpasst. Es überrascht mich dabei eben, dass er auf den schnelleren Takt besser reagiert als auf den langsamen. Im schnelleren Trab rasen wir dann natürlich mit furchtbarer Haltung dahin, aber es sind eh immer nur ein paar Tritte. Im langsamen streckt er sich dafür schön nach unten und joggt locker und entspannt dahin. An diesem Nach-unten-Strecken und locker Dahintraben möcht ich nun auch im schnelleren Tempo üben.
Geklemmt hat es aber die letzten Male auch ganz schön. Heute blieb er einfach mal, als er meinte etwas gut gemacht zu haben (hatte er ja auch) stehen und weigerte sich schlichtweg, weiterzugehen (außer Richtung Stall). Wir standen da für Minuten und das Pferd war nicht vorwärts zu bekommen. Ziemlich frustrierend, wenn diese alten Dinge wieder an die Oberfläche kommen...
Sonntag, 16. Oktober 2011
Gesagt getan. Der Ritt war ganz unspektakulär, Billy war aufmerksam der Umgebung gegenüber, aber hörte auf mich.
Rechtzeitig vor unserer "Grenze" bin ich abgesessen und hab wie gestern im GElände zu spielen begonnen. Wieder Stick to Me mit Schritt, Trab, Halt, Trab, Rückwärts usw. Klappte hervorragend, Billy war aufmerksamst und gehorsam. Viel Sideways, weil sich die Straße so anbietet. Tatsächlich haben wir - wie gestern - wieder ein paar Seitwärts-Trabtritte zusammengebracht! S-Pattern hab ich auch gemacht, einfach einen Slalom von rechter auf linke Straßenseite und zurück, während ich rückwärts ging.
So näherte ich mich schrittweise der magischen Grenze. Die war auch sofort zu bemerken, ab einem bestimmten Punkt war Billys Aufmerksamkeit weg und nicht mehr so einfach wiederzuholen. Ich spielte dort ein bisschen rum, bis er mehr auf mich aufpasste als auf ... ichweißnichtwas. Dann kehrten wir zurück zu einem Punkt innerhalb der Comfort-Zone, und ich bin wieder aufgesessen.
Billy stand mucksmäuschenstill und wartete, bis sich Frauli raufgehantelt hatte. Und kaum saß ich - übernahm er das Kommando :-( . Er zuckelte heimwärts, ruhig im Schritt, aber ganz offenkundig nicht willens, mich auf dem Rücken zu beachten. Anhalten ging mal nicht. Da wurde er schneller - interessant. Ich bin ruhig geblieben und habs einfach immer wieder versucht, bis ich dann bis zu den Füßen vorgedrungen bin und wir standen. Gut. Auf diese Erfahrung hin gab es dann heimwärts ganz ganz ganz viele Haltparaden. Komisch, je näher wir der Heimat kamen, umso leichter und feiner konnte ich wieder sein, umso mehr achtete er auf mich. Offenbar will er doch nur schnell von dieser "Grenze" weg, oder ich weiß nicht. Interessant jedenfalls.
Am Heimweg kam uns wieder der kläffende knurrende Köter entgegengelaufen, aber nachdem ich mich mit Stallkollegen über ihn letztens unterhalten hatte, wusste ich was man bei dem am besten tut: Laut anpfauchen, außerdem hatte ich heut den Stick mit und drohte ihm mal damit vom Pferderücken aus. Tatsächlich, Köter zog sich auf sein Grundstück zurück und Billy trottete entspannt an der Hecke vorbei - normal trippelt er da ziemlich nervös. Vielleicht hab ich ein paar Leadership-Punkte gesammelt: Frauli kann böses Raubtier in die Flucht schlagen! (Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass der Köter auf einer öffentlichen Straße alles verfolgt was sich bewegt und auch mal zuschnappt - Pferde, Leute, Kinder, Autos...).
Ein schöner Ausritt mit positivem Abschluss :-)
Samstag, 15. Oktober 2011
Am Samstag war ich online mit ihm auf unserer Hofberg-Runde. Ein bisschen Touch it mit Pfützen (jaaa, alle 4 Füße patschten rein) und Baumstammscheiben, ein bisschen Stick to me mit Rückwärts bergauf und bergab. Ein bisschen Circling mit watch were you're going, ein bisschen seitwärts. Letzteres war toll, ich konnte richtig viel Abstand halten und wir haben das erste Mal so viel Energie aufgebracht, dass ein paar Trabansätze dabei waren! Dann ein Stückchen gemeinsam joggen, Halt-Trab-Antritte, und auf dem steilsten Stück dann noch ganz oftiges Halt-Schritt-Antreten, für den Popsch (auch meinen ;-) ).
Ganz toll und hat viel Spaß gemacht.
Danach bin ich noch kurz aufs Viereck und hab weiter versucht, den Spin On Line hinzukriegen. 2 x klappte es, aber wohl eher als Zufallstreffer. Sonst herrscht bei uns beiden eher Ratlosigkeit. Aber immerhin, Billy bemüht sich total zu gefallen und bietet an, was er so kann ("irgendwas will die, nur was?"). Frauli muss sich einfach noch ein bissl mehr Gedanken machen und das Lichman-Video noch öfter ansehen...
Dienstag, 11. Oktober 2011
Irgendwie bin ich gerade wieder in einer abwärts-Bewegung, so im Großen und Ganzen betrachtet. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich die Beziehung gerade wieder verschlechtert, ohne genau zu wissen warum.
Bei Liberty hat sich durch den Kurs mit David Lichman unser Draw zum einen geradezu nach oben katapultiert. Davids Übungen funktionieren dahingehend wirklich toll! Wir machen einerseits die "kleine Zirkel"-Übung, wo Billy die ganze Zeit mich ansehen soll. Das klappt gut im Schritt, aber ich komme irgendwie nicht auf die nächste Stufe, mache keine Fortschritte. Der Draw ist super, ich freue mich - aber gleichzeitig kippt die Waage leider wieder sofort in Richtung Respektlosigkeit, und das freut mich nun wiederum gar nicht. Das Tierchen klebt an mir, drängelt mit der Schulter, ist nur schwer wegzubekommen und zeigt ziemlich respektlose Gesichtsausdrücke - fast wie ganz an unserem Anfang. Ich kann damit nun besser umgehen als früher, aber manchmal fühle ich mich unwohl. Dann kann ich ihn zwar wegschicken, aber beide schauen wir dann grantig.
Eine andere Übung, die noch mehr Draw kreiert ist der "Boomerang", wie David es nannte. Damit bereitet er das Pferd auf Handwechsel und Achten vor. Genau damit (dem Handwechsel und den Achten) hatte ich mir ja vor dem Kurs ziemlich den Draw ruiniert - Billy ging auf den Zirkel und wollte nicht mehr reinkommen - für einen Handwechsel schon gar nicht. Für den Boomerang schickt David das Pferd zuerst aus knapper Distanz (ganz am Anfang mit Seil) ganz knapp um einen Pylon herum. Wichtig dabei war, dass er das vordere Ende ansaugt, anzieht, nicht das Hinter-Ende disengagt! Genauso machte ich zuvor meine Achter, und wie die aussahen war ein Riesenunterschied zu dem Draw, den ich jetzt habe. Dieses enge Dranbleiben zu Anfang (man schickt das Pferd grade ganz knapp um das Hütchen, läuft sofort rückwärts und zieht es zu sich in die Mitte zwischen die beiden aufgestellten Hütchen - dort gibts Pause und ggf. Belohnung) schafft zumindest bei uns einen Draw, der ist schier unglaublich. Billy schießt geradezu auf mich zu. Er trabt von alleine an und kommt. Mitverantwortlich dafür ist natürlich das viele Leckerli-Füttern, das David auch macht - er ist ziemlich motiviert, sogar übermütig.
Und eben der Übermut macht mir wieder zu schaffen. Da spielen wir Boomerang und das Pferd sieht sich bemüßigt, nicht nur auf mich zuzutraben sondern mach 2 Galoppsprünge - und schon kriegt Frauli Angst, ob das jetzt ein Angriff ist und verbietet den Übermut :-( - und Pferd kennt sich schon wieder nicht mehr aus. *seufz*
Ich glaube ich muss mal Davids "Long distance Coaching" in Anspruch nehmen.
Die andere Baustelle, die ich nicht und nicht in den Griff kriege, ist Finesse. Kontakt findet Billy generell bäh, scheinbar. Ich dachte immer es liegt am Gebiss und dass ich mit dem Glücksrad, auf das er ja gut anzusprechen schien, nun eine längerfristige Lösung gefunden hätte, zumindest für die Anfänge von Kontakt-Reiten. Billy nahm - so glaubte ich zu fühlen - den Kontakt gut an, er lehnte sich nicht drauf, folgte dem Zügel brav nach unten (ohnehin kein Problem) oder oben (wenn, dann war das schwieriiger) sowie zur Seite - alles mit sehr wenig Einwirkung. Wenn ich uns im Spiegel betrachtete, sah es zwar immer noch aus als würd ich auf einer Kuh sitzen, aber gut... braucht ja Zeit.
Nur beim letzten Mal zeigte mir Billy allzu deutlich, was er auch vom Glücksrad hält - goar nix! Ich nahm ihm den Zaun ab, damit er sich wutzeln konnte. Wollte ihn dann wieder drauf geben, um ihn zurück zum Putzplatz zu führen (ich hatte nix anderes mit in der Halle). Denkste. Billy veranstaltete mit mir ein sage und schreibe dreiviertelstündiges Catching Game. Mit dem Zaum ließ er sich schlicht und ergreifend nicht mehr anfassen. Bzw. - anfassen schon, aber den Zaum angehoben - weg war das Pferd. Nicht panisch, sondern mit Abscheu im Gesicht schlenderte er vondannen. Und ich war meinerseits zu stur zu gehen und das Knoti zu holen, also haben wir uns eben 45 Minuten so beschäftigt. Ich war ziemlich frustriert - doch nix mit dem Glücksrad. Bzw. : Was mache ich derart falsch, dass ich so ein Feedback bekomme? Ich hatte ihn in der Hauptsache am langen Zügel gehen lassen, mit kurzen Episoden zwischendurch, in denen ich den Zügel vorscihtig Stück für Stück aufnehme und Kontakt suche - dann wieder lang lasse. Und im Stehen hatten wir geübt, den Kopf anzuheben, einfach dem Zügel zu folgen. Nur auf leichtes Zupfen hin. Mit dem Knotenhalfter hab ich jedenfalls schon weit gröber eingewirkt (nicht unbedingt absichtlich) - und in das steckt er nach wie vor von selbst den Kopf.
Also manchmal versteh ich das Pferd einfach nicht. Und ich hasse es wenn ich was nicht verstehe :-(.
Gleichzeitig (schon vor der Un-Glücksradepisode) habe ich wieder von vorne begonnen, Billy ein neues Gebiss schmackhaft zu machen. Ich hab ein Billy Allen Bit gekauft, das seitlich beweglich, aber eigentlich eine Stange ist. Vielelicht mag er sowas lieber als die doppelt und einfach gebrochenen, die ich bisher hatte. Beim Reingeben vom Gebiss machen wir ganz gute Fortschritte, d.h. ich mache die. Geholfen hat mir dabei das Buch von Bill Dorrance, das ich grad lese/gelesen habe (s. auch rechts in meiner Leseliste). Da beschreibt er auf mehreren Seiten minutiös genau, wie man dem Pferd ein Gebiss wirklich ins Mäulchen schiebt - und tatsächlcih, so bewusst gemacht, funktoniert das besser! Ich kann das Buch nur empfehlen. Ich denke ich war meist zu hektisch dabei - Maul ist auf, oh, meine Chance, rein mit dem Biss! Jetzt mache ich viel viel langsamer, schieb es mit den Fingern vorsichtig dorthin wo es liegen soll und lasse Billy dann ein bissl herumprobieren, wie er es halten will. Dieses Gebiss versucht er zum ersten Mal nicht sofort wieder auszuspucken, er hält es sogar selbst fest (es ist derzeit noch Gebiss pur, ohne jegliche Riemen dran - ich halts nur mit beiden Händen an den Ringen fest). Das Rausgeben, das ja immer die noch viel größere Katastrophe war (Maul auf, Gebiss halb raus, dann Kopf in die Höhe reißen und Zähne wieder zuklappen, alles auf einmal), geht so auch viel besser. Er reißt den Kopf nun fast nicht mehr hoch und versteht nun langsam, dass das Gebiss nur raus kann, wenn er das Maul weiter aufmacht ;-).
Ich habe jetzt 7x so geübt, und als nächster Schritt kommt jetzt 7x üben mit Genickriemen und Gebiss für kurze Zeit festhängen. Mal sehen wie es weitergeht. Was ich auf jeden Fall vom Dorrance-Buch auch mitgenommen habe: Die Backenstücke vom Zaumzeug stelle ich aufs weiteste Loch, damit es komfortabel über die Ohren geht. Wie sagt er doch: Man knöpft sich schließlich auch das Hemd auf, wenn man es an- oder ausziehen will ;-).
Montag, 3. Oktober 2011
Rezension
Stacy Westfall: Basic Ground Work. 2 DVDs. $49,99
Dieses DVD-Set ist genau das was der Titel besagt: Wirklich basic, wirklich nur groundwork.
Stacy Westfall beginnt mit dem Führen und Weichen in alle Richtungen und mit allen Zonen des Pferdes. Damit ist auch schon der Inhalt zum größten Teil abgedeckt. Ziemlich ausführlich werden noch Desensibilisierung mit allen möglichen GEgenständen gezeigt, sowie einige kurze Kapitel mit Schülern von Stacy.
Stacy legt v.a. viel Wert auf die Sicherheit des Menschen, ziemlich ausführlich und immer wieder wird gezeigt, wie man sich rüpelige Pferde vom Leib hält - manchmal ganz schön ruppig; Phasen wie bei Parelli gibt es nicht, daher kommt für manches (v.a. junges) Pferd das ein oder andere Seilrucken offensichtlich ziemlich überraschend.
Fazit: Alle beiden DVDs fand ich relativ langweilig, bin ja aber hoffentlich schon über "Basic" zumindest teilweise hinaus. ;-) Vom Informationsgehalt ist das Set wirklich nur für blutigste Anfänger geeignet, und für diese wiederum vermisse ich dahinterstehende Theorien und Feinheiten. Am interessantesten fand ich noch die Kapitel, wo Stacy ihre Schüler coacht, die sind aber ziemlich kurz und auch da fehlen Feinheiten. Der eine oder ander Tip mag ganz brauchbar sein, aber insgesamt würde ich mein Geld in anderen DVDs besser angelegt sehen.