Heute gab es wieder ein bisschen Bodenarbeit:
Wir
haben daran gearbeitet, mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Zuerst im
Slalom, dazu ging ich innen am Viereck und ließ Billy am Ende des
7-m-Seils am Hufschlag gehen. Dann holte ich ihn immer wiedr mal rein
und schickte ihn wieder raus. Klappte hervorragend im Schritt, im Trab
wurde er mir manchmal zu schnell und ich war unkoordiniert (und
unkonditioniert!!).
Später gingen wir über zu Achtern,
zuerst im SChritt, dann im Trab, dann mit Galopp, und Billy vollführte
sogar ein paar fliegende Wechsel. Trotzdem kommt er einem manchmal
wirklich patschert vor, also ein Supertalent für fliegende Wechsel ist
er nicht. Er scheint sich mit den Beinen zu verheddern, springt falsch
um, korrigiert sich selbst, stolpert manchmal, fällt in Trab, wird zu
eilig, oder oder oder. Aber WENN er dann einen schafft, schaut er sehr
stolz, und er hat sich heute wirklich sehr sehr viel Mühe gegeben und
wurde dafür groß belohnt.
Dann haben wir zum ABschluss
noch mit einem neuen Podest gespielt, wir können jetzt ruhig und sehr
koordiniert in einer Schrittbewegung darüber steigen. also mit den
Vorderbeinen rauf, und dann kommt das 3. Bein, und wenn das 4.
nachkommt, dann macht er schon wieder vorne einen Schritt hinunter. Aber
dass wir dann im richtigen Moment innehalten und dann somit alle 4e auf
dem Podest sind, das schaffen wir auch noch.
Ich war auch
verwndert, wie gut es ging, denn das Podest ist ein neues, rundes, und
noch kleiner als das Parelli-Podest. Da muss er sich schon wirklich sehr zusammenschieben, um alle 4e überhaupt drauf zu bekommen, mein kleiner Panzer.
Aber immer noch ist das Podest sein absolutes Lieblingsspielzeug! :-)
you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Donnerstag, 30. Oktober 2014
Sonntag, 5. Oktober 2014
Bosal Workshop III - Einmal durchknuddeln, bitte!
Heute war wieder Kurt da, für den 3. Bosal-Workshop in Folge :-).
Rückblicke: Workshop I , Workshop II
Das war wieder ein Workshop-Tag, der uns glaube ich alle wieder ein ganzes Stück vorankatapultiert hat.
Anfangs wiederholten wir die schon gelernten Basis-Übungen, Kurt ließ sich zeigen, wie das alles so aussah, machte Korrekturen und hob dann das Gelernte auf die nächste Niveaustufe: Wir sollten nun regelmäßig am Beginn der Trainingseinheiten unsere Pferde mit einer fließenden Abfolge der Basisübungen "so richtig durchknuddeln". Also nicht mehr auf eine Übung um der Übung willen konzentrieren, sondern in einem fließenden Übergang Innen- und Außenstellung abwechseln, Gdnickkontrolle kleine und große Zirkel, Untertreten, Kruppe rausschwingen, Diagonalkontrolle, Anhalten zum Rückwärts usw., das ganze mit Schritt und Trab abwechseln, bis das Pferd richtig schön weich und geschmeidig ist. "Durchgeknuddelt" eben! ;-)
Dabei ging uns ein großes Licht in punkto Genickkontrolle auf. Immer noch konnte ich Billy nicht dazu bringen, gleichmäßig und länger im Genick nachzugeben. Auf Anfrage (Impulse am Außenzügel) reagierte er zwar brav und prompt, irgendwie hatte er aber den Eindruck gewonnen, dass das, was ich möchte, ein kurzes Nach-hinten-Schnicken des Kopfes ist - und nach einem Sekundenbruchteil war er wieder vorn. Hier zeigte mir Kurt, mit dem äußeren Zügel stärker dran zu bleiben, und siehe da, so konnte Billy dann doch die Haltung seitenlang halten, und auch im Trab. Am Nachmittag wurde das besonders gut. Hier fingen wir auch am Zirkel an, Innenzügel hinstellen, weit vorne, ziemlich kurz, und halten. Der äußere Zügel liegt in losem Kontakt am Hals, die Hand bleibt an der Pferdeschulter. So muss das Pferd sich biegen und gibt sich innen selbst release, wenn es die Biegung beibehält. Hie und da kann man mit einem kurzen Impuls auch innen erinnern. Das klappte super, Billy biegt sich wirklich toll.
Dann kam der neue Teil, wir widmeten uns bei diesem Kurs jetzt erstmals ernsthaft der Hinterhand (bisher haben wir ja eher vorne bearbeitet).
Als erstes bekamen wir Übungen, die die Hinterhand zu anständigem Untertreten bringen sollen: Kleine Zirkel, bis das Hinterbein gut untertritt, dabei Vorwärts erhalten. Danach gingen wir dazu über, die Kruppe auf der Geraden nach außen zu schicken (mit Schenkel/Gerte). Da taten Billy und ich uns sehr schwer. Kurt verglich es für mich dann mit dem One-Rein-Stop, nur dass das Pferd sich nicht so stark drehen soll. Bei dem Vergleich löste sich dann ein Knoten in meinem Kopf, und es klappte besser. Auf dem Zirkel taten wir uns auch leichter mit dem "Kruppe raus".
Als nächstes haben wir das Rückwärts verfeinert. Wir sollten nun üben, aus einem Vorwärts direkt ins Rückwärts überzugehen, möglichst ohne Stop dazwischen, ein fließender Übergang. Anfangs war Billy hier zäh, aber zum Schluss hat ers toll gemacht. Wichtig wird nun, dass das Pferd sich im Rückwärts nach hinten setzt und nicht mit der Vorhand rückwärts schiebt, denn das bremst bei jedem Schritt. Es soll also vorn hoch und hinten runter kommen. Wir sollten dazu im Schritt zunächst wieder Genickkontrolle verlangen, sobald die erreicht ist, einsitzen für rückwärts. Reicht das Einsitzen noch nicht als alleinige Hilfe, mit den Schenkeln deutlich vorne an der Schulter treiben. Hand dabei hoch, nicht zurückziehen. Wichtig war Kurt: Das Pferd wird mit den Schenkeln rückwärts getrieben, nicht mit der Hand rückwärts gezogen, hier musste ich etwas aufpassen. Aus dem Rückwärts gingen wir dann direkt wieder in ein Vorwärts über und übten so die Schaukel. Man spürt auch deutlich, wenn das Rückwärts fließend und leicht wird. Wichtig nach wie vor: Bei Beendigung der Übung zuerst den Sitz (Rückwärts) auflösen und danach erst die Vertikalkontrolle auflösen. Niemals soll das Pferd verbinden, dass die Vertikalkontrolle Einfluss auf Richtung bzw. Tempo hat.
Damit verbunden war eine weitere Übung, die Tempokontrolle im Trab. Durch einsitzen ähnlich wie für Rückwärts wird die Trabbewegung gebremst, aber erhalten. Hier sollten wir hie und da dann aber auch tatsächlich anhalten und rückwärts verlangen.
Am Nachmittag kamen wir zum Galopp. Zum Glück war Billy etwas motivierter als am Vormittag, wo er völlig transusig war... . Rechts ging es ganz gut, Kurt ließ uns auf dem Zirkel galoppieren. Im Zirkel sollte ich dann mit der inneren Hand weit vor, Zügel sehr kurz, Stellung und Biegung verlangen, und auf vorwärts bestehen. Links wurde es dann schwierig, Billy geriet eher in Renntrab. Kurt gab mir den Tip, mal mit beiden Schenkeln zugleich ein ordentliches Vorwärts einzufordern, und das klappte überraschend gut. Wichtig bei Pferden, die sich wie Billy schwer mit dem Galopp tun, sagte Kurt: Angaloppieren ohne auf die Stellung oder sonst etwas zu achten. Hauptsache Galopp. Sobald der Galopp da ist, dann kann an Stellung und Biegung gearbeitet und dabei das Vorwärts erhalten werden. Wichtig auch: Eher kurze Reprisen, dafür oft. Zwischen den Zirkeln mit der Stellung auch hie und da mal ganze Bahn und ordentlich vorwärts, dann pareieren und schön loben.
Am Schluss kam dann noch das nächste ganz Neue: Schulterherein! Wir sollten die Pferde genau zwischen den Zügeln und Schenkeln führen, anfangs noch nicht sehr auf die Stellung achten. Der äußere Arm mit dem Außenzügel hat Kontakt und zeigt über die äußere Pferdeschulter in Reitrichtung. Wichtig: Punkt anvisieren, auf den man zureitet. Wir visierten Kurt an, und die letzten Tritte, wenn er schon ganz nahe war, waren immer die besten. Mit dem Schenkel korrigierten wir die Hinterhand, wenn sie den Hufschlag verlassen wollte. Auf der rechten Hand bog Billy gern nach innen ab, da musste ich die Hinterhand mehr korrigieren. Links ging es etwas besser, da kam er dafür mit der Vorhand immer wieder zurück zum Hufschlag. Trotzdem machte er das richtig gut. Wir machten ungefähr 3-5 Durchgänge auf unseren langen Seiten, dazwischen loser Zügel und Trab.
Somit haben wir wieder neue Sachen zum Üben: GAlopp werde ich forcieren und das Schulterherein, gemeinsam mit der Durchknuddelei, die Billy wirklich gut tut.
Wichtige Inputs von Kurt am Schluss waren noch: Abwechselnd Anspannung und Abspannung soll den Hals kräftig machen, sodass er hoch kommen kann. Dann erst könne man verlangen, dass das Pferd hinten tiefer kommt. D.h. also fürs Training immer Genickkontrolle und Biegung für eine Weile, danach wieder locker traben am losen Zügel und dabei Vorwärts verlangen. Man kann auch mit der Hand auf dem Widerrist ein Signal für Kopfsenken einbauen, das Pferd sollte sich schön nach unten dehnen.
Und zum Schluss gab mir Kurt noch ein Plädoyer für regelmäßiges Training mit auf den Weg: für grantige Pferde wie Billy sei regelmäßiges Training wichtig, weil viel einfach auch Gewöhnung ist. Trainiert man mit solchen nur sporadisch, gewöhnen sie sich einfach nie daran, auch einmal ein bisschen Anstrengung an den Tag zu legen, der Grant und die Abwehr wird dann eher größer. Bei schöner Regelmäßigkeit gewöhnen sie sich eher dran, akzeptieren es eher, und nicht zuletzt wird mit steigender Kraft auch alles leichter und der Grant schwindet. Ist sicher ein wahres Wort, und genau wie bei uns Menschen beim Sport: Wenn ich nur 1x pro Monat zum Joggen gehe, wird es jedesmal ein anstrengender Kraftakt werden und die Überwindung, es wieder zu tun, sehr groß. Zwingt man sich einmal eine Zeitlang, täglich seine Runde zu joggen, wird es leichter und leichter und etwas so Selbstverständliches, dass es einem geradezu abgeht, wenn man mal keine Zeit hat.
In diesem Sinne: Auf geht's, auf ein fleißiges Knuddeln bis zum nächsten Workshop!
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