you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 19. Dezember 2010

Wir fliiiiegen !

Das Finesse-Yoyo ist vorerst abgeschlossen, ich habe zum Schluss schon sehr gute und schnelle Ergebnisse erzielt.
Als nächste intensive Übung hab ich mir wieder den Galopp On Line vorgenommen. In der Halle, auch wenn die klein ist, egal. Irgendwann muss es ja sein. Wobei der Galopp quasi die Vorübung ist für Galoppwechsel on line.

Hab mir heute also den Herrn Billy bei klirrender Kälte geschnappt, das Lasso dazu und ab in die Halle. Zuerst mal aufwärmen. Billy zog Schritt-Kreise, so langsam, das gibts gar nicht. Langsam taute er auf, ich habe ein paar ganz langsame Handwechsel im Schritt abgefragt, die er brav gemacht hat. Ich bemerke, dass er bei den Handwechseln zusehends aufwacht, daher wende ich das in letzter Zeit gern an - früher hat das nie funktioniert (ihr wisst schon, der Tip, bei LBI-Pferden einen Handwechsel zu machen, wenn sie die Gangart brechen - ich hab mir damit immer nur Diskussionen und den Ruin der Handwechsel eingebrockt). Nun gehts aber gut. Er wird munterer und trabt auch mal an beim Wechseln.
Dann ein bisschen Trab gefragt, dann Handwechsel im Trab, die er 1a hingelegt hat, richtig schön! Klappen in letzter Zeit sehr sehr gut. Dann hab ich das Send beim Handwechsel mal etwas energischer gemacht, so krieg ich dann meistens einen Galopp in der zweiten Hälfte des Wechsels - sehr brav! Dann ein paar Galopp-Trab-Übergänge auf dem Zirkel. Ich dachte dann, ich probier mal Galopp - Trab- Wechsel - wieder Galopp aus, holte ihn aus dem Galopp rein (natürlich von der unliebsamen linken auf die liebere rechte Hand - man muss sich's ja nicht extra schwer machen ;-) ).
Dann die erste Erkenntnis: ok, man muss wirklich SCHNELL laufen dabei, der Pocket Guide hat wieder mal recht ;-). Also rückwärts laufen geübt, zuerst ohne Billy, dann nochmal probiert. Galopp, gleich reingeholt, wieder rausgeschickt - und Herr Billy flog und machte einen fliegenden, womit ich nie gerechnet hatte, ich war völlig perplex, hab Stick und Lasso fallen lassen, Billy kam rein und wurde fest geknuddelt und wusste wahrscheinlich gar nicht wie ihm geschieht *lol*.
Ein bisschen unkoordiniert war es wohl noch, kurz dachte ich, es haut ihn hin, aber er hats dann eben ganz gut geschafft - hätte nie gedacht, dass wir das so "einfach" hinkriegen, ich dachte nun werke ich Wochen und Monate da dran. Man darf auch nicht vergessen, dass es sich aufgrund der kleinen Halle quasi um einen Wechsel in einer 12m-Volte handelt (unsere Halle ist nur 12m breit, auch wenn ich versucht hab, ihn in der Länge wechseln zu lassen und nicht in der Breite).

So ein braves Ferd!

Dann bin ich noch eine Schrittrunde ausreiten gegangen; unser Stallbesitzer hat uns wieder eine Schneeautobahn mit der Pistenraupe (bei uns kann man auch schifahren :-) ) planiert, den kleinen Hang bergauf. Hui, da rauf im Galopp (hat Billy auch gefallen), war auch wie fliegen; danach tiefschneestapfen einmal rund um die Weiden und ein bisschen durch den Wald. Dann noch ein rosaroter Sonnenunter- und Mondaufgang, haach... Schön war das :-)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Finesse-Yoyo

Es ist eisig kalt bei uns und wir ersticken in Schnee. Deshalb mach ich momentan nicht so viel mit dem Herrn Billy.

Woran wir momentan arbeiten - die letzten 3 Male - ist das Finesse-Yoyo. Damit soll v.a. die Gewöhnung an abwechselnd einen losen und angenommen Zügel geübt werden. Funktioniert so, dass man Schritt, später Trab geht, anhalten und in ein 9-Step-Backup übergehen, einige Schritte retour, dann wieder Schritt anreiten. Das ganze mache ich noch mit Knotenhalfter, nicht mit dem Gebiss.

Rückwärts und Herr Billy sind immer noch zwei Dinge, die sich schwer vertragen. Mittlerweile gibt es aber Fortschritte. Wir habens jetzt 3x gemacht. Anfangs sträubt er sich immens gegen das Rückwärts, hat viel Opposition Reflex. Dadurch, dass hier der Focus aber auf dem Vorwärts-Rückwärts-Vorwärts ist, also auf den Übergängen, statt bloß auf dem Rückwärts, fällt es mir leichter, mich nicht so zu ärgern und geduldiger zu werden, aus irgendeinem Grund. Nachdem ich also meistens die ersten 5 oder so Versuche groß mit Herrn Billy diskutiere, wird es danach leicht und fein, und wir konnten bisher immer aufhören, dass er bereits aufs Zügelanheben (Also Schritt 1 des 9-Step-Backup) rückwärts tritt. Auch aus dem und wieder in den Trab, auch wenn er da etwas Schwung holen darf mit ein paar Schritt-Zwischentritten.
Wenn er früh reagiert mit rückwärts, muss er nur 1-2 Schritte rückwärts gehen momentan. Fängt er an zu diskutieren, muss er dann im Endeffekt weiter gehen (bis es flüssiger wird). Keine Ahnung, ob er das versteht und es je was bringt.
Werde weiter berichten.

Montag, 13. Dezember 2010

Rezension: Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden

Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden. Cham: Müller-Rischlikon, 2004. 159pp.

Der Titel dieses Buches von Kerstin Diacont ist etwas schwammig, und teilweise trifft das auch auf den Inhalt zu. Zwar wie man es von Diacont gewohnt ist, fundiert, gut erklärt und motivierend, doch die Aneinanderreihung der Inhalte vor allem im hinteren Teil des Buches lässt einen gewissen roten Faden vermissen; es ist nicht unbedingt ein Nachschlagewerk, in dem man schnell etwas findet, wenn man etwas bestimmtes sucht.

Der erste Teil ist noch sehr gut gegliedert und übersichtlich.

Diacont beginnt im 1. Kapitel mit der Erklärung anatomischer Grundlagen und den Grundlagen der klassischen Reiterei.

Im 2. Kapitel widmet sie sich sehr genau und interessant dem „Funktionskreis Reiter“. Sie beschreibt, was im Reiterkörper passiert, wenn er diesen oder jenen Muskel verspannt, wenn er schief sitzt, die Knie nach außen oder innen dreht, oder wie Muskelketten zusammenhängen; sie motiviert dabei, auch einmal vom Lesesessel aufzustehen und den einen oder anderen Effekt auszuprobieren, den eine kleine Veränderung in Haltung und Positur bewirken kann.

Das 3. Kapitel widmet sich dann dem „Funktionskreis Pferd“. Genau wie beim Reiter zuvor werden Zusammenhänge von Muskelgruppen und -ketten sowie Auswirkungen bestimmter Körperhaltungen erklärt und an Zeichnungen und Bildern gut veranschaulicht.

Im 4. Kapitel schließlich wird es etwas unüberschaubar. Hier beschreibt Diacont die Zusammenwirkung von beiden Funktionskreisen – denen des Reiters plus denen des Pferdes. Teil für Teil geht sie den Funktionskreis Pferd-Mensch durch, von der Hals- und Kopfhaltung des Pferdes, über Zügellänge, Rückentätigkeit bis zur Hinterhandaktivität. Es ist klar, dass derart große Themenkreise zum Teil nur angekratzt werden können. Alles erscheint logisch und ist gut erklärt, und wie gewohnt weiterhin gut bebildert und mit Skizzen und Zeichnungen untermauert.

Durch das Fehlen eines klaren roten Fadens (die Unterkapitel im letzten Teil wirken teilweise recht unmotiviert aneinandergereiht) nimmt man vielleicht aus dem Buch weniger mit, als man wahrscheinlich könnte. Deshalb keineswegs schlecht! Sondern einfach ein Buch zum Mehrmals-Lesen.