Tja, also irgendwie werden ich, Billy und das Ausreitgelände nicht wirklich warm miteinander. Heut ging es sich endlich einmal aus, dass ich mit meinen Miteinstellern (insgesamt zu dritt) ausreiten gehen konnte, ich war auch total entspannt, und dann passierte das:
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:
Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)
Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.
you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
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Samstag, 19. Juli 2014
Samstag, 28. Juni 2014
Wir waren ausreiten!! Nicht allein, neinnein, mit einer Stallkollegin.
Völlig entspannt im Schritt und etwas Trab, Billy manchmal voran,manchmal hinterdrein. Wir haben auch geübt, stehenzubleiben (ohne fressen!!), während das andere Pferd weiter Richtung Stall marschierte. Erstaunlich guter Erfolg!! Zuerst zappelte der Billy etwas, dann wollte er fressen, aber dann akzeptierte er das stehenbleiben einfach und entspannte ganz gut. Das ganze nur kurz vom Stall entfernt, nicht schlecht.
Schlechtere Nachrichten erreichten mich am Sonntag... Kaum denkt man, es geht alles gut und man kann dem Tier wieder langsam vertrauen, beweist er das Gegenteil - und tritt einfach so, ohne jeglichen ersichtlichen Grund, die Stallbesitzerin ans Knie. Zum Glück scheint nichts Ernstes passiert, aber es war wieder einmal gezielt und unvorhersehbar - sie stand bei ihrer eigenen Stute, zwischen den beiden war auch kein Gezicke... und aus dem Nichts heraus tritt Billy (so stark, dass sie hinfiel) und rennt dann sofort davon. Wie soll man ihm da je vertrauen?! *grummel*
Völlig entspannt im Schritt und etwas Trab, Billy manchmal voran,manchmal hinterdrein. Wir haben auch geübt, stehenzubleiben (ohne fressen!!), während das andere Pferd weiter Richtung Stall marschierte. Erstaunlich guter Erfolg!! Zuerst zappelte der Billy etwas, dann wollte er fressen, aber dann akzeptierte er das stehenbleiben einfach und entspannte ganz gut. Das ganze nur kurz vom Stall entfernt, nicht schlecht.
Schlechtere Nachrichten erreichten mich am Sonntag... Kaum denkt man, es geht alles gut und man kann dem Tier wieder langsam vertrauen, beweist er das Gegenteil - und tritt einfach so, ohne jeglichen ersichtlichen Grund, die Stallbesitzerin ans Knie. Zum Glück scheint nichts Ernstes passiert, aber es war wieder einmal gezielt und unvorhersehbar - sie stand bei ihrer eigenen Stute, zwischen den beiden war auch kein Gezicke... und aus dem Nichts heraus tritt Billy (so stark, dass sie hinfiel) und rennt dann sofort davon. Wie soll man ihm da je vertrauen?! *grummel*
Samstag, 22. März 2014
Das Wetter war herrlich heute, und Billy und ich haben es für einen schönen Spaziergang genutzt. Über eine Stunde sind wir schön durch den Wald spaziert, Billy war großteils entspannt und superbrav. Einen großen Teil, wo die Wege es zuließen, sind wir auch gemeinsam getrabt, das war herrlich! Billy passt sich toll meinem Tempo an, und nur ein paarmal verfiel er in Schritt, meist bedingt durch die Wege (z.B. bergab oder wenn Frauli sehr langsam wurde). Kein Überholversuch und kein Rempeln, alles perfekt. Inklusive gemeinsamem Hüfper über einen Baumstumpf :-)
Geschwitzt haben wir beide ordentlich bei über 20°! Billy trägt noch den Winterpulli, und Frauli war auch zu warm angezogen. Macht nix, so ein bisschen schwitzen tut gut :-)
Schön wars!
Geschwitzt haben wir beide ordentlich bei über 20°! Billy trägt noch den Winterpulli, und Frauli war auch zu warm angezogen. Macht nix, so ein bisschen schwitzen tut gut :-)
Schön wars!
Samstag, 8. März 2014
Heute waren wir bei herrlichstem Frühlingswetter eine Stunde spazieren und neue Wege erkunden. Billy war superbrav und stapfte mit seinen Schuhen völlig entspannt neben mir her. Sogar 3 Mountainbiker verkraftete er ohne sichtliche Aufregung (ich war eindeutig nervöser als er). Früher hatte er vor Radfahrern komischerweise Angst, ist immer zumindest zusammengezuckt oder machte einen Hüpfer (sehr untypisch). An unserem Stall fahren aber so viele Radfahrer vorbei, dass er sich inzwischen daran gewöhnt zu haben scheint. Jedenfalls waren die alle erstens sehr nett (boten sogar an, ob sie absteigen sollen), und zweitens interessierte sich Billy kaum für sie, nicht einmal für den, der von hinten herangebraust kam.
Samstag, 18. Januar 2014
Ich war ausreiten!! So richtig echt, mit obensitzen und so!
Natürlich nicht allein, davor hab ich immer noch die Hosen voll, ist leider so. Aber ich habe nicht weit entfernt einen Bekannten, der langjähriger Wanderreiter und ein Mensch mit sehr viel Leadership ist. Seit ich mit Billy umgezogen bin, hat er mir stets angeboten, ich könnte mich ihnen anschließen, er würde mir ein paar schöne Runden zeigen und würde ohnehin regelmäßig an unserem Stall vorbeireiten. Ich lehnte die Angebote immer ab, erstens passte - wie so oft - einfach immer irgendwas nicht (Zeit, Ausrüstung, Dunkelheit, Wetter ... jaja, es gibt viele Ausreden!!) und zweitens habe ich mich - ich gebs zu - auch ein wenig geniert wegen meiner Ängstlichkeit. Er gehört eher zu den Menschen, die sowas nicht kennen und vermutlich auch nie kennenlernen werden. Die Angebote, mich mitzunehmen, wurden mit jeder Absage meinerseits dann seltener und seltener, klar. Er dachte wohl, ich will einfach nicht. Aber am Freitag hab ich mir ein Herz gefasst, schnell angerufen bevor ichs mir anders überlegen konnte, und für Samstag vormittag einen gemeinsamen Ausritt vereinbart.
Ich wurde sogar vom Stall abgeholt! Und da konnte ich auch gleich erleben, was Leadership ausmacht, sei es von Menschen oder Pferden. Ich wurde also abgeholt, die beiden Mitreiter saßen auf ihren Pferdchen und ich kletterte auf den Billy, schon etwas skeptisch, was er heute wieder für eigene Pläne haben würde. Wir hatten gerade eben das Stallgelände verlassen, das Tor lag einen Meter hinter uns. Die anderen beiden ritten los- und Billy folgte ihnen. Faszinierend. Er stapfte von alleine hinterher, obwohl es zwei völlig unbekannte Pferde waren, und der Stall gerade hinter ihm lag. Man merkte einfach auch sofort, dass sowohl Menschen wie Pferde völlig routiniert und selbstsicher und völlig entspannt sind. Seine Stute, meinte mein Bekannter, müsse überhaupt eine für Pferde sehr gewinnende Ausstrahlung haben, denn fast alle Pferde würden sich ihr sofort anschließen. Leadership halt ;-). Jedenfalls fand auch Billy, dass er sich in sicheren Händen/Hufen befand, und trottete tiefenentspannt hinter den beiden her. Hie und da hielt ich kurz an, um mehr Abstand zu gewinnen, das funktionierte problemlos, er hörte also schon auch noch auf mich ;-).
So ritten wir - die Straße entlang, AUF der Straße ein kurzes Stück, am Nachbarstall entlang, wo die Pferde ziemlich ausrasteten, als wir knapp an ihrem Zaun entlang ritten - unsere Leaderstute zuckte mit keinem Ohrwaschel, und ebenso (fast) nicht der Billy. Wir kletterten Böschungen rauf und stapften durch Pfützen, über Äste und Stämme, alles höchst gemütlich. Bei einem lauten Geräusch im Wald schaute der Billy genau einmal auf, war dann aber sofort wieder entspannt. Tja. Muss mir nur noch wer lernen, so zu sein wie unsere Leaderstute oder ihr Herrli ;-)
Dann kam der große Moment, wo wir uns trennten, und ich allein auf unbekannten, aber genau geschilderten Wegen nach Hause sollte. Ich war unsicher, ob das unproblematisch vor sich gehen würde und stieg sicherheitshalber ab. Und blieb übrigens auch unten den Rest des Weges ;-). Ich musste allein bis zur Straße, dann ein kurzes Stück direkt auf der Straße (hätte ich mich NIE getraut, wenn mich die nicht einfach hier "ausgesetzt" hätten - ich musste ja irgendwie heim kommen!), dann eine Straßenüberquerung, und das alles noch dazu in mittlerweile so dichtem Nebel, dass es auch Nieselregen sein hätte können. Wir fanden die beschriebene Wegmarkierung und folgten ihr durch schmale Wegelchen durch den Wald. Billy ging völlig zufrieden mit mir mit, er stapfte über alles drüber: Wurzeln, Stufen, Straßengraben, wir spazierten an Häusern entlang, an fremden Pferden vorbei, bis wir auf den Teil des Wanderweges kamen, den ich schon kenne, und kamen nach insgesamt 1:40 flotten Schrittspaziergang wieder zu Hause an.
Stolz bin ich auf uns!!
Natürlich nicht allein, davor hab ich immer noch die Hosen voll, ist leider so. Aber ich habe nicht weit entfernt einen Bekannten, der langjähriger Wanderreiter und ein Mensch mit sehr viel Leadership ist. Seit ich mit Billy umgezogen bin, hat er mir stets angeboten, ich könnte mich ihnen anschließen, er würde mir ein paar schöne Runden zeigen und würde ohnehin regelmäßig an unserem Stall vorbeireiten. Ich lehnte die Angebote immer ab, erstens passte - wie so oft - einfach immer irgendwas nicht (Zeit, Ausrüstung, Dunkelheit, Wetter ... jaja, es gibt viele Ausreden!!) und zweitens habe ich mich - ich gebs zu - auch ein wenig geniert wegen meiner Ängstlichkeit. Er gehört eher zu den Menschen, die sowas nicht kennen und vermutlich auch nie kennenlernen werden. Die Angebote, mich mitzunehmen, wurden mit jeder Absage meinerseits dann seltener und seltener, klar. Er dachte wohl, ich will einfach nicht. Aber am Freitag hab ich mir ein Herz gefasst, schnell angerufen bevor ichs mir anders überlegen konnte, und für Samstag vormittag einen gemeinsamen Ausritt vereinbart.
Ich wurde sogar vom Stall abgeholt! Und da konnte ich auch gleich erleben, was Leadership ausmacht, sei es von Menschen oder Pferden. Ich wurde also abgeholt, die beiden Mitreiter saßen auf ihren Pferdchen und ich kletterte auf den Billy, schon etwas skeptisch, was er heute wieder für eigene Pläne haben würde. Wir hatten gerade eben das Stallgelände verlassen, das Tor lag einen Meter hinter uns. Die anderen beiden ritten los- und Billy folgte ihnen. Faszinierend. Er stapfte von alleine hinterher, obwohl es zwei völlig unbekannte Pferde waren, und der Stall gerade hinter ihm lag. Man merkte einfach auch sofort, dass sowohl Menschen wie Pferde völlig routiniert und selbstsicher und völlig entspannt sind. Seine Stute, meinte mein Bekannter, müsse überhaupt eine für Pferde sehr gewinnende Ausstrahlung haben, denn fast alle Pferde würden sich ihr sofort anschließen. Leadership halt ;-). Jedenfalls fand auch Billy, dass er sich in sicheren Händen/Hufen befand, und trottete tiefenentspannt hinter den beiden her. Hie und da hielt ich kurz an, um mehr Abstand zu gewinnen, das funktionierte problemlos, er hörte also schon auch noch auf mich ;-).
So ritten wir - die Straße entlang, AUF der Straße ein kurzes Stück, am Nachbarstall entlang, wo die Pferde ziemlich ausrasteten, als wir knapp an ihrem Zaun entlang ritten - unsere Leaderstute zuckte mit keinem Ohrwaschel, und ebenso (fast) nicht der Billy. Wir kletterten Böschungen rauf und stapften durch Pfützen, über Äste und Stämme, alles höchst gemütlich. Bei einem lauten Geräusch im Wald schaute der Billy genau einmal auf, war dann aber sofort wieder entspannt. Tja. Muss mir nur noch wer lernen, so zu sein wie unsere Leaderstute oder ihr Herrli ;-)
Dann kam der große Moment, wo wir uns trennten, und ich allein auf unbekannten, aber genau geschilderten Wegen nach Hause sollte. Ich war unsicher, ob das unproblematisch vor sich gehen würde und stieg sicherheitshalber ab. Und blieb übrigens auch unten den Rest des Weges ;-). Ich musste allein bis zur Straße, dann ein kurzes Stück direkt auf der Straße (hätte ich mich NIE getraut, wenn mich die nicht einfach hier "ausgesetzt" hätten - ich musste ja irgendwie heim kommen!), dann eine Straßenüberquerung, und das alles noch dazu in mittlerweile so dichtem Nebel, dass es auch Nieselregen sein hätte können. Wir fanden die beschriebene Wegmarkierung und folgten ihr durch schmale Wegelchen durch den Wald. Billy ging völlig zufrieden mit mir mit, er stapfte über alles drüber: Wurzeln, Stufen, Straßengraben, wir spazierten an Häusern entlang, an fremden Pferden vorbei, bis wir auf den Teil des Wanderweges kamen, den ich schon kenne, und kamen nach insgesamt 1:40 flotten Schrittspaziergang wieder zu Hause an.
Stolz bin ich auf uns!!
Sonntag, 23. Juni 2013
Das war heut mal eine interessante Session!
Als ich Billy heut aus dem Auslauf holte, holte ich ein RBE-Pferd! Da bekam ich gleich am Anfang meine Lektion in "don't make assumptions"... und wenn er auch 363 Tage im Jahr als LBI aus dem Auslauf zu führen ist, muss das die restlichen 2 Tage nicht so sein. Ich also träumerisch Billy das Tor passieren lassen und dann - es war heiß! - im Zeitlupentempo das Tor geschlossen, bemerkte ich Seltsames am Billy: Sein Hals wunderhübsch gewölbt, Nüstern aufgebläht, schnorchelnd und mit aufgerissenen Augen starrte er so einen Steinklotz an. Der Steinklotz liegt da seit Wochen oder Monaten. Ich war relativ baff, dass ihn dieses völlig unbewegliche Ding so echauffierte. Tatsächlich drehte das RBE-Billy-Tier um und wollte durch das (mittlerweile leider geschlossene) Tor zurück in den Auslauf. Dann tänzelte er herum, schnorchelte, starrte immer wieder das Ding an. Ich ließ ihn ein wenig weg, führte ihn wieder hin, zum Schluss setzte ich mich drauf, da war dann zu bemerken, dass ihm das mehr Sicherheit gab, dass ich so ruhig da drauf saß - immerhin wurde ich nicht gefressen. Er konnte es dann anschauen, näherkommen, mit der Schnauze berühren und als ungefährlich schubladisieren, und dann wars gut.
Ich dachte mir da nichts weiter dabei. Billytier geputzt wie immer, er war schläfrig wegen der Hitze, alles bestens. Meine Utensilien brachte ich schon einmal rauf zum Viereck. Dann holte ich das Billytier und stellte fest, dass ich auch mein langes Seil schon etwas voreilig am Viereck platziert hatte, und weil Billy da so brav döste, dachte ich mir nichts weiter dabei, ihn at Liberty zum Viereck zu führen. Oft lege ich das Seil nur über den Rücken, halte es gar nicht, oder gehe ganz ohne, wenn ich ohnehin Liberty machen will (was heute der Plan war - hatte schon Hütchen für Weave am 3. Hufschlag aufgestellt).
Dann Lektion #2 in punkto "don't make assumptions!" Billy ging superbrav mit, alles wie immer. Dann betraten wir das Viereck - und da war er wieder, der RBE! Billy setzte kaum 2 Hufe auf den Sand, da begann er zu schnorcheln, die Augen zu verdrehen und rumzutänzeln. Ich bereute, dass ich kein Seil dran hatte, konnte ihn direkt am Halfter irgendwie soweit händeln, dass ich das Seil einschnallte. Die eine lange Seite des Vierecks war heute pferdefressendes Monster. Ich konnte nichts sehen, da ist ein Baum, der in den letzten 6 Jahren auch schon da war ;-).
Ich ließ ihn ein wenig herumhüpfen an der langen SEite, dann begann ich einfach stur, die Weave einzufordern. Zuerst weiter weg, da wars kein Problem, aber die 3 Hütchen an der besagten langen Seite, da wich er aus, trabte an, galoppierte sogar an, jeweils mit schreckgeweiteten Augen auf den immer schon dagewesenen Baum.
Das wurde eine total interessante Session. Ich blieb dort, solang er es aushalten konnte, und machte immer wieder Rückzüge in "sichere Gefilde" auf der anderen Seite. Als nächstes hatte ich ein Aha-Erlebnis, weil ich bemerkte, dass er sich wesentlich sicherer fühlte, wenn ich mich auf den Hufschlag - zwischen ihn und dem Monsterbaum - stellte, statt umgekehrt. Da konnte er viel besser zuhören. Wir machten Weave und Achter. Nach und nach wurde er ruhiger, dann bestand ich auch auf Schritt (brauchte einiges, er wollte immer schnell vorbeitraben) und Abstand.
Zum Schluss fand ich, dass er nun mutig genug gewesen war und entspannt genug für eine Pause. Ich ließ ihn dort an der STelle stehen und setzte mich - zwischen ihn und den Monsterbaum - auf den Viereckrand. Billy zeigte ein "comin off adrenaline" wie im Bilderbuch. Er stand starr. Dann kaute er unglaublich stark und viel. Plötzlich sank der Hals 10cm runter. Wieder still. Wieder kauen. Der Hals sank weitere 10cm. Dann ging ein Ruck durchs ganze Pferd und er schüttelte sich. Total spannend auch, ich saß hier im Grasparadies, aber er machte überhaupt keine Anstalten, sich zu näheren, um zu fressen!
Total spannend!
Ich ging dann noch auf die Geländestrecke, da war er auch RBI/E; ich war dort leider nicht selbstsicher genug, weil ich Angst hatte, wir könnten uns über die im sehr hohen Gras nicht mehr sichtbaren fixen Cavalettis derstolpern, und ging lieber wieder in die Comfort Zone statt mich des Problems anzunehmen. Werden wir aber beim nächsten Mal tun.Am Weg dorthin gingen wir aber auch an dem monsterfressenden Baum vorbei, von der anderen SEite. Wieder die Aufregung, ich ließ ihn 2x hin- und hergehen, beim 2. Mal war er schon so entspannt, dass ich es für ok befunden habe.
Ganz kurze Finesse-Einheit am Viereck gabs dann auch noch, Billy war wieder aufgeregter als On Line, ließ sich aber durch klare Ansagen dann beruhigen.
Ganz der alte war er erst wieder beim Heimgehen am Putzplatz. Und 10 Minuten später war es für ihn kein Problem, sich ohne Seil aufs Viereck zu begeben und zu wälzen.
Spannender Tag heut! :-)
Als ich Billy heut aus dem Auslauf holte, holte ich ein RBE-Pferd! Da bekam ich gleich am Anfang meine Lektion in "don't make assumptions"... und wenn er auch 363 Tage im Jahr als LBI aus dem Auslauf zu führen ist, muss das die restlichen 2 Tage nicht so sein. Ich also träumerisch Billy das Tor passieren lassen und dann - es war heiß! - im Zeitlupentempo das Tor geschlossen, bemerkte ich Seltsames am Billy: Sein Hals wunderhübsch gewölbt, Nüstern aufgebläht, schnorchelnd und mit aufgerissenen Augen starrte er so einen Steinklotz an. Der Steinklotz liegt da seit Wochen oder Monaten. Ich war relativ baff, dass ihn dieses völlig unbewegliche Ding so echauffierte. Tatsächlich drehte das RBE-Billy-Tier um und wollte durch das (mittlerweile leider geschlossene) Tor zurück in den Auslauf. Dann tänzelte er herum, schnorchelte, starrte immer wieder das Ding an. Ich ließ ihn ein wenig weg, führte ihn wieder hin, zum Schluss setzte ich mich drauf, da war dann zu bemerken, dass ihm das mehr Sicherheit gab, dass ich so ruhig da drauf saß - immerhin wurde ich nicht gefressen. Er konnte es dann anschauen, näherkommen, mit der Schnauze berühren und als ungefährlich schubladisieren, und dann wars gut.
Ich dachte mir da nichts weiter dabei. Billytier geputzt wie immer, er war schläfrig wegen der Hitze, alles bestens. Meine Utensilien brachte ich schon einmal rauf zum Viereck. Dann holte ich das Billytier und stellte fest, dass ich auch mein langes Seil schon etwas voreilig am Viereck platziert hatte, und weil Billy da so brav döste, dachte ich mir nichts weiter dabei, ihn at Liberty zum Viereck zu führen. Oft lege ich das Seil nur über den Rücken, halte es gar nicht, oder gehe ganz ohne, wenn ich ohnehin Liberty machen will (was heute der Plan war - hatte schon Hütchen für Weave am 3. Hufschlag aufgestellt).
Dann Lektion #2 in punkto "don't make assumptions!" Billy ging superbrav mit, alles wie immer. Dann betraten wir das Viereck - und da war er wieder, der RBE! Billy setzte kaum 2 Hufe auf den Sand, da begann er zu schnorcheln, die Augen zu verdrehen und rumzutänzeln. Ich bereute, dass ich kein Seil dran hatte, konnte ihn direkt am Halfter irgendwie soweit händeln, dass ich das Seil einschnallte. Die eine lange Seite des Vierecks war heute pferdefressendes Monster. Ich konnte nichts sehen, da ist ein Baum, der in den letzten 6 Jahren auch schon da war ;-).
Ich ließ ihn ein wenig herumhüpfen an der langen SEite, dann begann ich einfach stur, die Weave einzufordern. Zuerst weiter weg, da wars kein Problem, aber die 3 Hütchen an der besagten langen Seite, da wich er aus, trabte an, galoppierte sogar an, jeweils mit schreckgeweiteten Augen auf den immer schon dagewesenen Baum.
Das wurde eine total interessante Session. Ich blieb dort, solang er es aushalten konnte, und machte immer wieder Rückzüge in "sichere Gefilde" auf der anderen Seite. Als nächstes hatte ich ein Aha-Erlebnis, weil ich bemerkte, dass er sich wesentlich sicherer fühlte, wenn ich mich auf den Hufschlag - zwischen ihn und dem Monsterbaum - stellte, statt umgekehrt. Da konnte er viel besser zuhören. Wir machten Weave und Achter. Nach und nach wurde er ruhiger, dann bestand ich auch auf Schritt (brauchte einiges, er wollte immer schnell vorbeitraben) und Abstand.
Zum Schluss fand ich, dass er nun mutig genug gewesen war und entspannt genug für eine Pause. Ich ließ ihn dort an der STelle stehen und setzte mich - zwischen ihn und den Monsterbaum - auf den Viereckrand. Billy zeigte ein "comin off adrenaline" wie im Bilderbuch. Er stand starr. Dann kaute er unglaublich stark und viel. Plötzlich sank der Hals 10cm runter. Wieder still. Wieder kauen. Der Hals sank weitere 10cm. Dann ging ein Ruck durchs ganze Pferd und er schüttelte sich. Total spannend auch, ich saß hier im Grasparadies, aber er machte überhaupt keine Anstalten, sich zu näheren, um zu fressen!
Total spannend!
Ich ging dann noch auf die Geländestrecke, da war er auch RBI/E; ich war dort leider nicht selbstsicher genug, weil ich Angst hatte, wir könnten uns über die im sehr hohen Gras nicht mehr sichtbaren fixen Cavalettis derstolpern, und ging lieber wieder in die Comfort Zone statt mich des Problems anzunehmen. Werden wir aber beim nächsten Mal tun.Am Weg dorthin gingen wir aber auch an dem monsterfressenden Baum vorbei, von der anderen SEite. Wieder die Aufregung, ich ließ ihn 2x hin- und hergehen, beim 2. Mal war er schon so entspannt, dass ich es für ok befunden habe.
Ganz kurze Finesse-Einheit am Viereck gabs dann auch noch, Billy war wieder aufgeregter als On Line, ließ sich aber durch klare Ansagen dann beruhigen.
Ganz der alte war er erst wieder beim Heimgehen am Putzplatz. Und 10 Minuten später war es für ihn kein Problem, sich ohne Seil aufs Viereck zu begeben und zu wälzen.
Spannender Tag heut! :-)
Sonntag, 9. Juni 2013
Ausreiten/FreeStyle: Ja, ich war schon länger nicht ausreiten. Den Grund hab ich aus lauter Frust hier nicht geschrieben: Jedenfalls wurde das mit der Left-Brain-Durchgeherei nach Hause eher immer schlimmer von meinem "Hin-und-Zurück"-Programm. Leider ist die schon besiegt geglaubte Angst zurück und ehrlich gesagt hab ich momentan keine Lust, alleine rauszugehen und wieder einen Kampf heraufzubeschwören.
Heute hab ich es wieder einmal gewagt; Plan war eigentlich, die Finesse-Einheit einfach auf die Straße zu verlegen und ganz ganz viele Volten da zu reiten. Ich probierte das, für meinen Kopf ist das auch gut, und Billy machte brav mit, aber unsere Straßen sind einfach zu schmal, stellte ich bald fest.
Wir kamen an dem Haus mit der hohen Hecke vorbei, hier war Billy dann gespannt wie eine Feder, genau dieses Gefühl, wo ich dann Angst bekomme, er könnte umdrehen und heimrennen (und er vermutlich auch tatsächlcih an sowas denkt). Ich habe dann beschlossen, dass womöglich ein besserer Weg sein könnte, die ganzen Treshholds bewusst zu behandeln, die Billy ja ganz offensichtlich hat. Mit Anhalten, warten, auch absteigen und Führen bin ich vor Jahren da schon auf die Nase gefallen, dieses Programm ließ nur unzählige neue Treshholds entstehen, sodass ich damals schließlich nicht mal mehr 5 m alleine vom Stall weggekommen bin.
Diesmal hatte ich die Idee, einfach das "Hin-und-Zurück"-Programm hier zu kombinieren, ganz einfach: Wir reiten so oft an diesem Haus und dieser Hecke vorbei, bis das entspannt geht. Beim ersten Vorbeigehen war Billy wie gesagt kurz vor einer Explosion. Zurück, Richtung Stall, gings immer besser, aber auch da äugte er misstrauisch auf die Hecke (wobei man ihm hier zugute halten muss, dass ja hier tatsächlich oft ein zähnefletschender Hund aus dem Gebüsch geschossen kommt, und auch Kindergeburtstage, Besucherscharen, Grillen, Kindergekreische und ähnliches lassen gewisses Verständnis aufkommen ;-) ). Ich wendete und ritt nochmal vorbei; Zügel hatte ich a) am Gebiss und b) auf Kontakt, quasi händchenhaltendes "ich-bin-noch-da". Ich ließ sie mit zunehmender Entspannung lockerer. Beim 2. Vorbeireiten suchte sich Billy immer noch den möglichst weit entfernten Punkt der Straße aus (der leider gleichzeitig der nächstgelegene Punkt des 5-Meter-Abgrundes in den Bach ist), er äugte noch hin, aber die Anspannung war weniger. Beim 3. Mal war er fast ganz entspannt. Beim 4. Mal schien er kapiert zu haben, dass er zumindest heute nicht gefressen wird hier. Ich hielt zur Überprüfung direkt neben der Hecke an, ließ die Zügel lang. Billy wartete auf ein Leckerli (wir stehen, also muss es was geben!). Er konnte stehenbleiben und schien entspannt. Also noch einmal gewendet und dann heimgeritten.
Die Wendungen waren auch nie ein PRoblem, obwohl ich, solang er angespannt war, ständig mit diesem bewussten Ignorieren meiner Hilfen und Durchgehen rechnete.
Brav gemacht! Bin gespannt, ob das beim nächsten Mal einen Unterschied bringt.
Finesse: Weil Heimkommen vom Ausritt nach wie vor besser nicht "end of session" bedeuten soll, gingen wir in die Halle und Billy musste anstrengende Gymnastik machen: Kreinbergs "Voltenslalom", bestehend aus wirklich engen Volten, 1 1/2 in die eine, dann 1 1/2 in die andere Richtung, quasi Weave mit je noch einer Volte dazwischen. Das ganze zuerst im Schritt, ist aber langweilig, daher Trab - das strengt ordentlich an, das merke ich ;-). Ich warte, bis Billy sich wirklich Mühe gibt, den Trab zu halten, und dann ists genug, ein paar Minuten davon reichen.
Liberty: Weiter rätseln wir am Spin. Manchmal klappts ganz gut, manchmal gar nicht, dann geht er nur noch rückwärts (wenn er doch nur so schnell und brav rückwärts ginge, wenn ich danach frage! ;-) ). Es hilft, wenn ich zuerst die Schulter von mir wegschicke und dann nach dem ersten Vierel oder dem ersten Drittel des Spin die Hinterhand von der mir abgewandten Seite herhole. Das ist aber kein richtiger Spin. Aber vielleicht versteht er so schneller die gefragte Bewegung, also hat im wörtlichen Sinne schneller den Dreh raus ;-)
Danach noch viel undemanding Time mit Grasen am Viereckrand.
Heute hab ich es wieder einmal gewagt; Plan war eigentlich, die Finesse-Einheit einfach auf die Straße zu verlegen und ganz ganz viele Volten da zu reiten. Ich probierte das, für meinen Kopf ist das auch gut, und Billy machte brav mit, aber unsere Straßen sind einfach zu schmal, stellte ich bald fest.
Wir kamen an dem Haus mit der hohen Hecke vorbei, hier war Billy dann gespannt wie eine Feder, genau dieses Gefühl, wo ich dann Angst bekomme, er könnte umdrehen und heimrennen (und er vermutlich auch tatsächlcih an sowas denkt). Ich habe dann beschlossen, dass womöglich ein besserer Weg sein könnte, die ganzen Treshholds bewusst zu behandeln, die Billy ja ganz offensichtlich hat. Mit Anhalten, warten, auch absteigen und Führen bin ich vor Jahren da schon auf die Nase gefallen, dieses Programm ließ nur unzählige neue Treshholds entstehen, sodass ich damals schließlich nicht mal mehr 5 m alleine vom Stall weggekommen bin.
Diesmal hatte ich die Idee, einfach das "Hin-und-Zurück"-Programm hier zu kombinieren, ganz einfach: Wir reiten so oft an diesem Haus und dieser Hecke vorbei, bis das entspannt geht. Beim ersten Vorbeigehen war Billy wie gesagt kurz vor einer Explosion. Zurück, Richtung Stall, gings immer besser, aber auch da äugte er misstrauisch auf die Hecke (wobei man ihm hier zugute halten muss, dass ja hier tatsächlich oft ein zähnefletschender Hund aus dem Gebüsch geschossen kommt, und auch Kindergeburtstage, Besucherscharen, Grillen, Kindergekreische und ähnliches lassen gewisses Verständnis aufkommen ;-) ). Ich wendete und ritt nochmal vorbei; Zügel hatte ich a) am Gebiss und b) auf Kontakt, quasi händchenhaltendes "ich-bin-noch-da". Ich ließ sie mit zunehmender Entspannung lockerer. Beim 2. Vorbeireiten suchte sich Billy immer noch den möglichst weit entfernten Punkt der Straße aus (der leider gleichzeitig der nächstgelegene Punkt des 5-Meter-Abgrundes in den Bach ist), er äugte noch hin, aber die Anspannung war weniger. Beim 3. Mal war er fast ganz entspannt. Beim 4. Mal schien er kapiert zu haben, dass er zumindest heute nicht gefressen wird hier. Ich hielt zur Überprüfung direkt neben der Hecke an, ließ die Zügel lang. Billy wartete auf ein Leckerli (wir stehen, also muss es was geben!). Er konnte stehenbleiben und schien entspannt. Also noch einmal gewendet und dann heimgeritten.
Die Wendungen waren auch nie ein PRoblem, obwohl ich, solang er angespannt war, ständig mit diesem bewussten Ignorieren meiner Hilfen und Durchgehen rechnete.
Brav gemacht! Bin gespannt, ob das beim nächsten Mal einen Unterschied bringt.
Finesse: Weil Heimkommen vom Ausritt nach wie vor besser nicht "end of session" bedeuten soll, gingen wir in die Halle und Billy musste anstrengende Gymnastik machen: Kreinbergs "Voltenslalom", bestehend aus wirklich engen Volten, 1 1/2 in die eine, dann 1 1/2 in die andere Richtung, quasi Weave mit je noch einer Volte dazwischen. Das ganze zuerst im Schritt, ist aber langweilig, daher Trab - das strengt ordentlich an, das merke ich ;-). Ich warte, bis Billy sich wirklich Mühe gibt, den Trab zu halten, und dann ists genug, ein paar Minuten davon reichen.
Liberty: Weiter rätseln wir am Spin. Manchmal klappts ganz gut, manchmal gar nicht, dann geht er nur noch rückwärts (wenn er doch nur so schnell und brav rückwärts ginge, wenn ich danach frage! ;-) ). Es hilft, wenn ich zuerst die Schulter von mir wegschicke und dann nach dem ersten Vierel oder dem ersten Drittel des Spin die Hinterhand von der mir abgewandten Seite herhole. Das ist aber kein richtiger Spin. Aber vielleicht versteht er so schneller die gefragte Bewegung, also hat im wörtlichen Sinne schneller den Dreh raus ;-)
Danach noch viel undemanding Time mit Grasen am Viereckrand.
Samstag, 23. März 2013
Samstag und wieder einmal mehr Zeit! Das Wetter lässt zwar zu wünschen übrig, es ist ziemlich kalt und ein schneidender Wind bläst, aber trotzdem möchte ich die trockenen Straßen nutzen, um anzutesten, wie sich Billy auf einem neuerlichen Ausritt benimmt, nach unserem Wendungs-Intensiv-PRogramm letzte Woche.
Diesmal hab ich nicht gleich zu Anfang immer wieder gewendet, sondern ritt erst einmal eine ganze Strecke weg vom Stall. Billy ist weiterhin aufgekratzt auf unseren Ausritten. Er legt einen richtig flotten Schritt an den Tag; das TEmpo gefällt mir ausgesprochen gut, Billy wirkt wach statt wie sonst oft eingeschlafen, er guckt in der Gegend herum, fürchtet sich sichtlich vor den Waldarbeiten auf unserem Hausberg, glaubt mir aber, dass man vorbeigehen kann. Frauli ist auch sehr entschlossen, immer noch.
Etwas weiter weg vom Stall begann ich dann auszutesten, wie Billy es annimmt, zuerst Richtung Heimat und dann wieder in die andere Richtung gewendet zu werden. Alles klappt wunderbar, ich bin total stolz und froh, dass das Intensiv-PRogramm letzte Woche gefruchtet zu haben scheint. Ich bemühe mich sehr, die WEndungen ganz sanft einzuleiten mit einer Phase 1 oder 2 (Augen, BAuchnabel). Spüre ich allerdings auch nur das geringste Zögern bei Billy (das dann ganz schnell in absolutes Steifmachen und Heimrasen ausartet), kommt eine entschlossene Phase 4. Nicht mal dran denken, Billylein!! Billy ist dadurch ziemlich auf Habtacht: "Yes, Ma'am!". Ein ungewohntes und irgendwie unheimliches Gefühl, v.a. gepaart mit dem zügigen, munteren Schritttempo. Hie und da teste ich die Bremse mit einem lauten "Whoa!", auf das hinauf Billy jedesmal die Hufe ruckartig in den Asphalt bohrt. Dass Halt doch Halt meint, hat sich also letztes Mal ins Gehirn gebrannt.
Da alle WEndungen auf feine Signale funktionieren und Billy keine Anstalten macht, zu diskutieren, reite ich nicht mehr so oft hin und her. Nerven will ich ihn ja schließlich auch nicht - eiiiigentlich sollen wir uns auf Ausritten beide entspannen können! Statt hin und her reite ich Volten - die testen die WEndungen genauso gut. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.
Billy ist dort, wo unsere kritische Stelle ist (war?) wieder aufgeregt, aber er denkt offenbar nicht dran umzudrehen. Die Volten-Tests gehen alle gut aus, kein Steifmachen, kein Umdrehen, kein Schnellerwerden Richtung heimwärts. Billy biegt sich brav, er ist guckig, aber er hört auf mich und reagiert gut. Wir reiten ein gutes Stück weiter als letzte Woche, bis zu einem Bauernhof, wo wir mit anderen schon öfter vorbeigeritten sind. Hier war - von mir vorher im GEiste festgelegt - unser quasi "Zielpunkt", ab hier wollte ich wieder heimreiten. Immer wieder mit Tests der Lenkung und Bremse und mit kleinen Aufgaben für Billy, damit er geistig bei mir bleibt. Wir ritten an diesem Zielpunkt noch eine hübsche Volte, dann die Straße wieder zurück.
Es geht jetzt bergab, es kommt eine Kehre in der STraße, wo wir gerade vorher eine hübsche Volte gemahct haben. Aber jetzt, wo Billy natürlich sofort fühlt, dass es wieder nach Haus geht, gehts wieder heftig los, unglaublich! Ich möchte eine Volte reiten an dieser Kehre, und prompt macht sich Billy steif und trabt die Straße bergab entlang nach Haus. Das darf doch nicht wahr sein! Ich bin aber inzwischen irgendwie cooler bei dieser Sache.... Ein lautes Whoa und ein paarmal rhythmische Impulse am Knoti, und er steht wieder. Ich wollte wenden, also leite ich erneut eine Wende ein. Ich bemühe mich, sanft anzufangen. Und prompt hat Billy noch nicht fertig diskutiert: Wieder macht er sich steif, wendet in die andere Richtung als ich eigentlich vorgebe, und zur Sicherheit fällt er jetzt überhaupt gleich in Galopp. Es geht bergab die Asphaltstraße entlang im Galopp, 2 Kehren und noch eine ganz gute gerade Strecke brauchen wir, bis Billy neuerlich steht, und leider musste ich diesmal auch ins GEbiss greifen. Ich wende nochmal, aber diesmal halt dann doch gleich mit Phase 4, wenn er meine Phase 1 missbraucht, um - wiederum alles völlig left brain! - heimzugaloppieren. Also Wendung, und Energie so hoch ich nur kann, und wir galoppieren den Asphaltweg zurück bergauf, alle Kehren durch zurück bis rauf zu dem Bauernhof. Dort Volten und Volten und Volten, bis die wieder weich und fein sind.
Wieder umdrehen und heimwärts. Wieder an der erste Kehre eine Volte probiert. Sehr gut, Billy akzeptiert meine Richtung. An der nächsten Kehre nochmal und auch später immer wieder. Billy hat fertig diskutiert. Wir bauen noch Slalom ein von einem Straßenrand zum anderen mit schöner Biegung, dazwischen wieder Volten.
Es begegnet uns ein Pferd von unserem Stall. Billy bemerkt die Stute gar nicht, so konzentriert ist er jetzt. Erst als sie vor uns stehen und wir ein paar Worte wechseln, scheint er sie zur Kenntnis zu nehmen. Die STallkollegin reitet in die andere Richtung weiter, und wir weiter Richtung Heimat, ohne Problem.
Wenn ich das Gefühl habe, dass Billy flotter wird, prüfe ich die Bremse mit Whoa und entspanntem Stehenbleiben am langen Zügel, oder eben mit Volten, hie und da reiten wir auch weiterhin noch ein STück retour und dann erst wieder Richtung zu Hause.
Auf unserer Hofzufahrt, also fast zu Hause angekommen, werden die Volten wieder schlechter, Billy beginnt wieder zu diskutieren. Das bringt nur mehr Volten und ein späteres Heimkommen.
Dann ists endlich geschafft! Uff! Es war viel besser als letzte Woche, aber trotzdem muss ich das wohl noch oft oft oft durchziehen, oder für immer und ewig, bis er mir glaubt, dass meine Richtung immer die bessere ist, und meine Gangart immer die vernünftigere.
Ich werde wohl auch heuer wieder nicht die unzähligen tollen Waldwege jenseits der Bundesstraße erkunden können, sondern diesseits bleiben, bis ich 100%ig sicher bin, dass Bremse und Lenkung in jeder Situation funktionieren. Diesseits heißt leider in Kürze dafür Kuhalarm, sobald es Frühling und Sommer wird, aber diese Baustelle gehört ohnehin auch aufgeräumt. ;-)
Diesmal hab ich nicht gleich zu Anfang immer wieder gewendet, sondern ritt erst einmal eine ganze Strecke weg vom Stall. Billy ist weiterhin aufgekratzt auf unseren Ausritten. Er legt einen richtig flotten Schritt an den Tag; das TEmpo gefällt mir ausgesprochen gut, Billy wirkt wach statt wie sonst oft eingeschlafen, er guckt in der Gegend herum, fürchtet sich sichtlich vor den Waldarbeiten auf unserem Hausberg, glaubt mir aber, dass man vorbeigehen kann. Frauli ist auch sehr entschlossen, immer noch.
Etwas weiter weg vom Stall begann ich dann auszutesten, wie Billy es annimmt, zuerst Richtung Heimat und dann wieder in die andere Richtung gewendet zu werden. Alles klappt wunderbar, ich bin total stolz und froh, dass das Intensiv-PRogramm letzte Woche gefruchtet zu haben scheint. Ich bemühe mich sehr, die WEndungen ganz sanft einzuleiten mit einer Phase 1 oder 2 (Augen, BAuchnabel). Spüre ich allerdings auch nur das geringste Zögern bei Billy (das dann ganz schnell in absolutes Steifmachen und Heimrasen ausartet), kommt eine entschlossene Phase 4. Nicht mal dran denken, Billylein!! Billy ist dadurch ziemlich auf Habtacht: "Yes, Ma'am!". Ein ungewohntes und irgendwie unheimliches Gefühl, v.a. gepaart mit dem zügigen, munteren Schritttempo. Hie und da teste ich die Bremse mit einem lauten "Whoa!", auf das hinauf Billy jedesmal die Hufe ruckartig in den Asphalt bohrt. Dass Halt doch Halt meint, hat sich also letztes Mal ins Gehirn gebrannt.
Da alle WEndungen auf feine Signale funktionieren und Billy keine Anstalten macht, zu diskutieren, reite ich nicht mehr so oft hin und her. Nerven will ich ihn ja schließlich auch nicht - eiiiigentlich sollen wir uns auf Ausritten beide entspannen können! Statt hin und her reite ich Volten - die testen die WEndungen genauso gut. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.
Billy ist dort, wo unsere kritische Stelle ist (war?) wieder aufgeregt, aber er denkt offenbar nicht dran umzudrehen. Die Volten-Tests gehen alle gut aus, kein Steifmachen, kein Umdrehen, kein Schnellerwerden Richtung heimwärts. Billy biegt sich brav, er ist guckig, aber er hört auf mich und reagiert gut. Wir reiten ein gutes Stück weiter als letzte Woche, bis zu einem Bauernhof, wo wir mit anderen schon öfter vorbeigeritten sind. Hier war - von mir vorher im GEiste festgelegt - unser quasi "Zielpunkt", ab hier wollte ich wieder heimreiten. Immer wieder mit Tests der Lenkung und Bremse und mit kleinen Aufgaben für Billy, damit er geistig bei mir bleibt. Wir ritten an diesem Zielpunkt noch eine hübsche Volte, dann die Straße wieder zurück.
Es geht jetzt bergab, es kommt eine Kehre in der STraße, wo wir gerade vorher eine hübsche Volte gemahct haben. Aber jetzt, wo Billy natürlich sofort fühlt, dass es wieder nach Haus geht, gehts wieder heftig los, unglaublich! Ich möchte eine Volte reiten an dieser Kehre, und prompt macht sich Billy steif und trabt die Straße bergab entlang nach Haus. Das darf doch nicht wahr sein! Ich bin aber inzwischen irgendwie cooler bei dieser Sache.... Ein lautes Whoa und ein paarmal rhythmische Impulse am Knoti, und er steht wieder. Ich wollte wenden, also leite ich erneut eine Wende ein. Ich bemühe mich, sanft anzufangen. Und prompt hat Billy noch nicht fertig diskutiert: Wieder macht er sich steif, wendet in die andere Richtung als ich eigentlich vorgebe, und zur Sicherheit fällt er jetzt überhaupt gleich in Galopp. Es geht bergab die Asphaltstraße entlang im Galopp, 2 Kehren und noch eine ganz gute gerade Strecke brauchen wir, bis Billy neuerlich steht, und leider musste ich diesmal auch ins GEbiss greifen. Ich wende nochmal, aber diesmal halt dann doch gleich mit Phase 4, wenn er meine Phase 1 missbraucht, um - wiederum alles völlig left brain! - heimzugaloppieren. Also Wendung, und Energie so hoch ich nur kann, und wir galoppieren den Asphaltweg zurück bergauf, alle Kehren durch zurück bis rauf zu dem Bauernhof. Dort Volten und Volten und Volten, bis die wieder weich und fein sind.
Wieder umdrehen und heimwärts. Wieder an der erste Kehre eine Volte probiert. Sehr gut, Billy akzeptiert meine Richtung. An der nächsten Kehre nochmal und auch später immer wieder. Billy hat fertig diskutiert. Wir bauen noch Slalom ein von einem Straßenrand zum anderen mit schöner Biegung, dazwischen wieder Volten.
Es begegnet uns ein Pferd von unserem Stall. Billy bemerkt die Stute gar nicht, so konzentriert ist er jetzt. Erst als sie vor uns stehen und wir ein paar Worte wechseln, scheint er sie zur Kenntnis zu nehmen. Die STallkollegin reitet in die andere Richtung weiter, und wir weiter Richtung Heimat, ohne Problem.
Wenn ich das Gefühl habe, dass Billy flotter wird, prüfe ich die Bremse mit Whoa und entspanntem Stehenbleiben am langen Zügel, oder eben mit Volten, hie und da reiten wir auch weiterhin noch ein STück retour und dann erst wieder Richtung zu Hause.
Auf unserer Hofzufahrt, also fast zu Hause angekommen, werden die Volten wieder schlechter, Billy beginnt wieder zu diskutieren. Das bringt nur mehr Volten und ein späteres Heimkommen.
Dann ists endlich geschafft! Uff! Es war viel besser als letzte Woche, aber trotzdem muss ich das wohl noch oft oft oft durchziehen, oder für immer und ewig, bis er mir glaubt, dass meine Richtung immer die bessere ist, und meine Gangart immer die vernünftigere.
Ich werde wohl auch heuer wieder nicht die unzähligen tollen Waldwege jenseits der Bundesstraße erkunden können, sondern diesseits bleiben, bis ich 100%ig sicher bin, dass Bremse und Lenkung in jeder Situation funktionieren. Diesseits heißt leider in Kürze dafür Kuhalarm, sobald es Frühling und Sommer wird, aber diese Baustelle gehört ohnehin auch aufgeräumt. ;-)
Sonntag, 10. März 2013
Ein Wochenende in der Zeitmaschine
Pfuuuuh, was für ein Wochenende!
Es herrschen endlich frühlingshaftere Temperaturen. Die steigen Billy scheinbar in den Kopf. Heute wurden wir so ungefähr 2,3,4,... Jahre in der Zeit zurückkatapultiert, so kam es mir vor; gerade berichte ich noch wie toll sich alles entwickelt, da ist der Höhenflug auch schon vorbei und ein heftiger Beziehungsstreit im Gange...
Tolles Wetter, und ich hatte - endlich, endlich, endlich! - einmal einfach GAR nix anderes vor als in den Stall fahren und das Wetter genießen und ein bisschen ausreiten! So toll haben wir uns weiterentwickelt, schrieb ich gerade.
Also in aller Ruhe geputzt, gesattelt, die anderen ziehen lassen und auf den Weg gemacht, einen Weg zu erkunden, den ich kürzlich mit der Stallkollegin geritten bin. Eine kleine Runde, nichts spannendes. Billy kennt den Weg, latschte letztes Mal völlig entspannt dort entlang, mal vorn, mal hinten; nur alleine waren wir dort noch nicht.
Alles fing herrlich an. Ich stellte fest, dass ich erstmals kein Herzflattern mehr bekomme, wenn ich reitend die Straße überquere. Hinreiten, anhalten (obwohl von weither sichtbar, dass nix kommt - aber angehalten wird immer, diese Gewohnheit soll sich einfach etablieren), schauen, drüberreiten, fertig. Billy und ich tiefenentspannt. Unter der Unterführung war Billy guckig, konnte man ihm aber nicht verübeln, denn der dort fließende Bach ist ums 10fache angeschwollen und machte Lärm, der von den Wänden der Unterführung unheimlich widerhallte. Er war aufgeregt, hörte aber brav auf mich und ging ohne Zögern durch. So ging es weiter. Auf dem Weg war er ebenfalls guckig, aber er ließ sich toll lenken und leiten und fror nie ein oder war unansprechbar, was auch gut war, denn dieser Weg war noch nicht von Schnee befreit - in der MItte lag eine SChicht Schneematsch, auf der wir gut reiten konnten, links und rechts war der Schnee aber zusammengefahren und hie und da zu einer glatten Eisschicht zusammengeschmolzen.
So gingen wir bis zum Ende des Weges. Und dort kippte alles ....
Ich erkannte, dass ich eine Abzweigung verpasst hatte, denn ich stand nun vor einer Wiese eines Bauernhofes, die schmelzwassergetränkt und auf keinen Fall zu bereiten war. Ich hatte eigentlich gerechnet, auf einen anderen Weg zu treffen und diesen zurückzureiten. Offenbar hätte ich da aber früher bergauf abbiegen müssen als hier. Nun gut, macht ja nichts.
Billy vorsichtig gewendet auf dem nassen, rutschigen Gras, und den Schneematsch-Weg wieder hinunter. Billy hatte es eilig, ließ sich aber noch halbwegs bremsen. Ich merkte noch nix, es ging ja bergab. Dann kam die Abzweigung, die ich hätte nehmen sollen. Ach ja, hier wars... Billy angesprochen, die WEndung vorsichtig eingeleitet, nicht dass wir hier ausrutschen .... und stellte mit einigem Unbehagen fest, dass die Lenkung ausgefallen war. Nicht nur schwergängig oder so, sondern Totalausfall. Das Pferdchen steuerte stur geradeaus, Hals steifgemacht: "Iiiiich will aber heim!". Ich fluchte innerlich. Das altbekannte Gefühl, Systemtotalausfall. Druck in der Magengegend macht sich breit, mir wird schlecht vor Angst. So war das früher immer. Aber seit Jahren hatten wir das glaub ich nicht mehr. Ich versuche mal vorsichtig zu bremsen. Richtig. Systemtotalausfall. Keine Bremse. Im Gegenteil, Billy wird schneller: "Iiiiiich willlllll heiiiiimmmm!"
Ich versuche ruhig durchzuatmen, nicht zu zerren, sondern gebe rhythmische Impulse, versuche locker zu bleiben. Mit jedem Impuls, der ihn bremsen soll, wird Billy justament schneller. In mir macht sich gleichzeitig unsägliche Angst und unsägliche Wut breit. Ich lasse alles lang und Billy seinen Willen und wir gehen gemütlichen Schritt. Ich nehme die Zügel kürzer oder versuche zu wenden, wir traben und beginnen zu galoppieren. Zur Erinnerung: Wir befinden uns auf einem teilweise vereisten Weg, und die Querung der Bundesstraße nähert sich unaufhaltsam.
Mir ist zum Plärren. Ich kann nicht absitzen, denn dazu müsste ich ja mal etwas bremsen. Ich kann nicht bremsen, dann wirds schneller, ich kann nicht wenden, dann wirds noch schneller. Ich ärgere mich über meine Unfähigkeit und lasse mich erpressen und warte auf die größere Straße, an die wir bald kommen, wo Billy bislang immer entspannt und langsam schlurfend - auch Richtung heimwärts - entlangging. Dort wird er wieder ansprechbar sein, dieser neue Weg war offenbar zu viel.
Pustekuchen. Auf der altbekannten Straße genau dasselbe. Die Bremse hat sich in GAs verwandelt, Lenkung ebenfalls. Und die Bundesstraße ist wirklich nicht mehr weit. Ich sitze oben als hilfloser Passagier und traue mich nicht, die Meinungsverschiedenheit über die Richtung auszudiskutieren, die Chancen stehen nämlich gut, dass ich dann im GAlopp Richtung STraße unterwegs bin und nicht im schnellen Schritt wie jetzt noch.
Irgendwann kommt ein Auto von hinten. Billy ist kurz abgelenkt, sodass er irrtümlich und aus Gewohnheit meinen bremsenden Kommandos gehorcht - ha!!!! Wir stehen kurz, und ich bin so schnell unten wie er gar nicht schauen kann.
Wir überqueren die gefürchtete Bundesstraße. Sooo entspannt waren wir schon! Und nun alles kaputt, weg, all die Arbeit für die Katz'. Alles von vorne :-( .
Nach der Bundesstraße sitze ich wieder auf. Billy bleibt vorbildlich stehen. Aber nur, bis ich oben bin, und dann geht Billy durch. Im Galopp gehts rein in den Wald, knapp an den Bäumen vorbei, Richtung Heimat ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin so baff, dass ich etwas zum Reagieren brauche; zum Glück ists hier nicht mehr rutschig und die STraße ist nun auch hinter uns. MIt ungefähr Phase 20 kann ich bremsen und anhalten. Endlich geht es in gesittetem Schritt weiter. Da kommt ein Matschloch ... Billy springt es, obwohl er auch drübersteigen könnte - und nutzt den Sprung, um nochmal weiterzugaloppiern, wieder durchzugehen und mich wieder zu ignorieren.
Irgendwie schaffen wirs gesittet nach Hause, aber ich bin stinksauer, wütend, traurig, enttäuscht und voller Angst.
Billy darf erstmal in die Halle - er wollte galoppieren, oder wie war das. Wir traben, wir galoppieren ... Billy muss jetzt richtig arbeiten. Nach den Arbeiten muss er dann noch etwas warten. Schließlich schwitzt das Pferd ja jetzt und muss mal Abschwitzen. Er darf mir zusehen, wie ich Spind aufräume und Sattel putze und so meine Wut abarbeite. Zu den Kumpels gehts erst seeehr spät - Frauli hat heut Zeit, wie blöd.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am nächsten Tag wache ich auf wie gerädert und hab ehrlich gesagt überhaupt keine Lust, das Pferd wiederzusehen. Es ist Sonntag, und ich habe - ein Wunder - schon wieder viel Zeit! Ich wollte ausreiten, nur... wohin? Über die Straße - no way, nie wieder, ganz sicher nicht. Die Erinnerung an den gestrigen hilflosen Kampf um die Richtung schnüren mir jetzt schon die Kehle zu.
Dann kommt mir eine Idee. Wenn die Probleme die WEndungen sind, dann werden wir einfach Wendungen üben. Man kann nicht nur in der Halle wenden, man kann das auch im Gelände. Jawoll! Billy weiß das scheinbar nur noch nicht. Ein Plan formt sich in meinem Kopf.
Also heute wieder: Mit viel Zeit im Gepäck und dem Rest an Geduld, den ich noch irgendwo zusammenkratze, wird Billy wieder gesattelt. Wir reiten los. Und heute bin ich fest entschlossen, mich nicht erpressen zu lassen.
Ich beginne mal harmlos an unserer Hofzufahrt. Billy ist aufgekratzt, es muss doch der Frühling sein. Oder auch die gestrige Auseinandersetzung. Sicherlich spürt er meinen Grant. Er ist jedenfalls flott unterwegs. In der Mitte der Hofzufahrt halte ich an. Das funktioniert natürlich, immerhin sind wir ja Richtung weg von zu Hause unterwegs. Ich wende. Auch das klappt super, wir wenden ja heimwärts. Billy wird sehr flott, ich bremse, es klappt, wenn auch widerwillig. Wir kommen wieder am Hof an. Ich wende. Bzw.: will wenden. Gleiches wie gestern, Ignorieren, schneller werden. ABer heute lasse ich nicht nach, bestehe darauf, wir wenden und reiten wieder weg vom Stall. So bewegen wir uns die nächsten zweieinhalb STunden weiter: 100m zielwärts, 50 Meter heimwärts. Die sage und schreibe ersten 2 Stunden diskutiert und kämpft Billy gegen jede Wendung zielwärts. Jedes einzelne Umdrehen wurde fast zum Kampf, mal mehr, mal weniger. Er bekam jedesmal die Chance, auf eine Phase 1 oder 2 zu reagieren. Jedesmal verweigerte er die WEndung und versuchte nach Haus zu traben oder zu galoppieren. Ich konnte es aber schaffen, ihn jedesmal doch noch zu wenden. Schön anzuschauen war es aber sicher nicht (dies soll ein ehrliches Blog sein...).
Billy schwitzte und regte sich wohl auf. Ich hatte ein schlechtes Gewissen; es ist meine Schuld, dass er denkt, er habe das Sagen über die Richtung. Ich hätte viel früher viel weniger machen müssen. Jetzt muss ich sehr spät sehr viel machen.
Wir bewegen uns immer weiter weg vom Stall, 100m vorwärts, 50 Meter wieder zurück. Die WEndungen werden weicher. Manche sind schon fast wie eine "normale" WEndung in der Halle. Da wird Billy sofort gelobt dafür.
Dass man heimwärts nur im Schritt geht, darauf bestehe ich auch. Bei Antraben drehen wir sofort wieder um und gehen weg von zu Hause.
So überwinden wir sogar eine der kritischen Stellen, über die ich nie allein reitend hinaus gekommen bin. Die Wendungen sind weich, meistens. Auf "Whoa" steht Billy und linst nach hinten. Ziel erreicht! Wir bewegen uns langsam wieder eher nach Hause. Also 100m heimwärts und 50 wegwärts. Billy entgeht das natürlich nicht, und kurzfristig wird das ganze wieder kritisch. Ich leite eine weiche WEndung ein, Billy nimmt alle Kraft zusammen und macht sich steif und beginnt sofort Richtung Heimat zu galoppieren statt zu wenden. Er rutscht auf dem nassen Asphalt aus und wir fallen fast hin; ich mache einen unfreiwilligen Abgang, Billy erfängt sich noch und fällt wenigstens nicht auf mich drauf. Betropetzt steht er da. Ich checke kurz alles, nix passiert. Wieder rauf und erst recht weg von daheim. Kurz darauf geht Billy noch einmal durch. Bei einer Wendung Richtung heimwärts prescht er los im Galopp, kaum dass die Wendung vollzogen ist. Ich kann ruhig bleiben und ihn ganz gut bremsen. Wir wenden wieder.
Schließlich wirds besser und besser. Billy rennt auch nicht mehr heimwärts. Hat keinen Sinn, ich sags doch die ganze Zeit!
Wir kommen zur Hofzufahrt. Billy glaubt, die traben zu müssen - es geht bergauf. Ich bin fies - die Anstrengung war umsonst - ich wende nochmal, reite nochmal die Abfahrt hinunter. Beim zweiten Mal kann Billy ruhigen Schritt gehen.
Billy war brav, wenn auch erstaunlich stur. Er darf sich wutzeln und kriegt Fresschen. Ich bleib noch länger da und wechsel die Decken.
Mal sehen, was es gebracht hat. Ich will dieses Problem lösen, unbedingt. Wie machen andere Leute das? Einfach so ausreiten zu gehen? Ich grüble und grüble, und ich fühl mich schlecht wegen der vielen hohen Phasen, die ich anwenden musste. Aber eben: Mal sehen, was es gebracht hat.... :-/
Es herrschen endlich frühlingshaftere Temperaturen. Die steigen Billy scheinbar in den Kopf. Heute wurden wir so ungefähr 2,3,4,... Jahre in der Zeit zurückkatapultiert, so kam es mir vor; gerade berichte ich noch wie toll sich alles entwickelt, da ist der Höhenflug auch schon vorbei und ein heftiger Beziehungsstreit im Gange...
Tolles Wetter, und ich hatte - endlich, endlich, endlich! - einmal einfach GAR nix anderes vor als in den Stall fahren und das Wetter genießen und ein bisschen ausreiten! So toll haben wir uns weiterentwickelt, schrieb ich gerade.
Also in aller Ruhe geputzt, gesattelt, die anderen ziehen lassen und auf den Weg gemacht, einen Weg zu erkunden, den ich kürzlich mit der Stallkollegin geritten bin. Eine kleine Runde, nichts spannendes. Billy kennt den Weg, latschte letztes Mal völlig entspannt dort entlang, mal vorn, mal hinten; nur alleine waren wir dort noch nicht.
Alles fing herrlich an. Ich stellte fest, dass ich erstmals kein Herzflattern mehr bekomme, wenn ich reitend die Straße überquere. Hinreiten, anhalten (obwohl von weither sichtbar, dass nix kommt - aber angehalten wird immer, diese Gewohnheit soll sich einfach etablieren), schauen, drüberreiten, fertig. Billy und ich tiefenentspannt. Unter der Unterführung war Billy guckig, konnte man ihm aber nicht verübeln, denn der dort fließende Bach ist ums 10fache angeschwollen und machte Lärm, der von den Wänden der Unterführung unheimlich widerhallte. Er war aufgeregt, hörte aber brav auf mich und ging ohne Zögern durch. So ging es weiter. Auf dem Weg war er ebenfalls guckig, aber er ließ sich toll lenken und leiten und fror nie ein oder war unansprechbar, was auch gut war, denn dieser Weg war noch nicht von Schnee befreit - in der MItte lag eine SChicht Schneematsch, auf der wir gut reiten konnten, links und rechts war der Schnee aber zusammengefahren und hie und da zu einer glatten Eisschicht zusammengeschmolzen.
So gingen wir bis zum Ende des Weges. Und dort kippte alles ....
Ich erkannte, dass ich eine Abzweigung verpasst hatte, denn ich stand nun vor einer Wiese eines Bauernhofes, die schmelzwassergetränkt und auf keinen Fall zu bereiten war. Ich hatte eigentlich gerechnet, auf einen anderen Weg zu treffen und diesen zurückzureiten. Offenbar hätte ich da aber früher bergauf abbiegen müssen als hier. Nun gut, macht ja nichts.
Billy vorsichtig gewendet auf dem nassen, rutschigen Gras, und den Schneematsch-Weg wieder hinunter. Billy hatte es eilig, ließ sich aber noch halbwegs bremsen. Ich merkte noch nix, es ging ja bergab. Dann kam die Abzweigung, die ich hätte nehmen sollen. Ach ja, hier wars... Billy angesprochen, die WEndung vorsichtig eingeleitet, nicht dass wir hier ausrutschen .... und stellte mit einigem Unbehagen fest, dass die Lenkung ausgefallen war. Nicht nur schwergängig oder so, sondern Totalausfall. Das Pferdchen steuerte stur geradeaus, Hals steifgemacht: "Iiiiich will aber heim!". Ich fluchte innerlich. Das altbekannte Gefühl, Systemtotalausfall. Druck in der Magengegend macht sich breit, mir wird schlecht vor Angst. So war das früher immer. Aber seit Jahren hatten wir das glaub ich nicht mehr. Ich versuche mal vorsichtig zu bremsen. Richtig. Systemtotalausfall. Keine Bremse. Im Gegenteil, Billy wird schneller: "Iiiiiich willlllll heiiiiimmmm!"
Ich versuche ruhig durchzuatmen, nicht zu zerren, sondern gebe rhythmische Impulse, versuche locker zu bleiben. Mit jedem Impuls, der ihn bremsen soll, wird Billy justament schneller. In mir macht sich gleichzeitig unsägliche Angst und unsägliche Wut breit. Ich lasse alles lang und Billy seinen Willen und wir gehen gemütlichen Schritt. Ich nehme die Zügel kürzer oder versuche zu wenden, wir traben und beginnen zu galoppieren. Zur Erinnerung: Wir befinden uns auf einem teilweise vereisten Weg, und die Querung der Bundesstraße nähert sich unaufhaltsam.
Mir ist zum Plärren. Ich kann nicht absitzen, denn dazu müsste ich ja mal etwas bremsen. Ich kann nicht bremsen, dann wirds schneller, ich kann nicht wenden, dann wirds noch schneller. Ich ärgere mich über meine Unfähigkeit und lasse mich erpressen und warte auf die größere Straße, an die wir bald kommen, wo Billy bislang immer entspannt und langsam schlurfend - auch Richtung heimwärts - entlangging. Dort wird er wieder ansprechbar sein, dieser neue Weg war offenbar zu viel.
Pustekuchen. Auf der altbekannten Straße genau dasselbe. Die Bremse hat sich in GAs verwandelt, Lenkung ebenfalls. Und die Bundesstraße ist wirklich nicht mehr weit. Ich sitze oben als hilfloser Passagier und traue mich nicht, die Meinungsverschiedenheit über die Richtung auszudiskutieren, die Chancen stehen nämlich gut, dass ich dann im GAlopp Richtung STraße unterwegs bin und nicht im schnellen Schritt wie jetzt noch.
Irgendwann kommt ein Auto von hinten. Billy ist kurz abgelenkt, sodass er irrtümlich und aus Gewohnheit meinen bremsenden Kommandos gehorcht - ha!!!! Wir stehen kurz, und ich bin so schnell unten wie er gar nicht schauen kann.
Wir überqueren die gefürchtete Bundesstraße. Sooo entspannt waren wir schon! Und nun alles kaputt, weg, all die Arbeit für die Katz'. Alles von vorne :-( .
Nach der Bundesstraße sitze ich wieder auf. Billy bleibt vorbildlich stehen. Aber nur, bis ich oben bin, und dann geht Billy durch. Im Galopp gehts rein in den Wald, knapp an den Bäumen vorbei, Richtung Heimat ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin so baff, dass ich etwas zum Reagieren brauche; zum Glück ists hier nicht mehr rutschig und die STraße ist nun auch hinter uns. MIt ungefähr Phase 20 kann ich bremsen und anhalten. Endlich geht es in gesittetem Schritt weiter. Da kommt ein Matschloch ... Billy springt es, obwohl er auch drübersteigen könnte - und nutzt den Sprung, um nochmal weiterzugaloppiern, wieder durchzugehen und mich wieder zu ignorieren.
Irgendwie schaffen wirs gesittet nach Hause, aber ich bin stinksauer, wütend, traurig, enttäuscht und voller Angst.
Billy darf erstmal in die Halle - er wollte galoppieren, oder wie war das. Wir traben, wir galoppieren ... Billy muss jetzt richtig arbeiten. Nach den Arbeiten muss er dann noch etwas warten. Schließlich schwitzt das Pferd ja jetzt und muss mal Abschwitzen. Er darf mir zusehen, wie ich Spind aufräume und Sattel putze und so meine Wut abarbeite. Zu den Kumpels gehts erst seeehr spät - Frauli hat heut Zeit, wie blöd.
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Am nächsten Tag wache ich auf wie gerädert und hab ehrlich gesagt überhaupt keine Lust, das Pferd wiederzusehen. Es ist Sonntag, und ich habe - ein Wunder - schon wieder viel Zeit! Ich wollte ausreiten, nur... wohin? Über die Straße - no way, nie wieder, ganz sicher nicht. Die Erinnerung an den gestrigen hilflosen Kampf um die Richtung schnüren mir jetzt schon die Kehle zu.
Dann kommt mir eine Idee. Wenn die Probleme die WEndungen sind, dann werden wir einfach Wendungen üben. Man kann nicht nur in der Halle wenden, man kann das auch im Gelände. Jawoll! Billy weiß das scheinbar nur noch nicht. Ein Plan formt sich in meinem Kopf.
Also heute wieder: Mit viel Zeit im Gepäck und dem Rest an Geduld, den ich noch irgendwo zusammenkratze, wird Billy wieder gesattelt. Wir reiten los. Und heute bin ich fest entschlossen, mich nicht erpressen zu lassen.
Ich beginne mal harmlos an unserer Hofzufahrt. Billy ist aufgekratzt, es muss doch der Frühling sein. Oder auch die gestrige Auseinandersetzung. Sicherlich spürt er meinen Grant. Er ist jedenfalls flott unterwegs. In der Mitte der Hofzufahrt halte ich an. Das funktioniert natürlich, immerhin sind wir ja Richtung weg von zu Hause unterwegs. Ich wende. Auch das klappt super, wir wenden ja heimwärts. Billy wird sehr flott, ich bremse, es klappt, wenn auch widerwillig. Wir kommen wieder am Hof an. Ich wende. Bzw.: will wenden. Gleiches wie gestern, Ignorieren, schneller werden. ABer heute lasse ich nicht nach, bestehe darauf, wir wenden und reiten wieder weg vom Stall. So bewegen wir uns die nächsten zweieinhalb STunden weiter: 100m zielwärts, 50 Meter heimwärts. Die sage und schreibe ersten 2 Stunden diskutiert und kämpft Billy gegen jede Wendung zielwärts. Jedes einzelne Umdrehen wurde fast zum Kampf, mal mehr, mal weniger. Er bekam jedesmal die Chance, auf eine Phase 1 oder 2 zu reagieren. Jedesmal verweigerte er die WEndung und versuchte nach Haus zu traben oder zu galoppieren. Ich konnte es aber schaffen, ihn jedesmal doch noch zu wenden. Schön anzuschauen war es aber sicher nicht (dies soll ein ehrliches Blog sein...).
Billy schwitzte und regte sich wohl auf. Ich hatte ein schlechtes Gewissen; es ist meine Schuld, dass er denkt, er habe das Sagen über die Richtung. Ich hätte viel früher viel weniger machen müssen. Jetzt muss ich sehr spät sehr viel machen.
Wir bewegen uns immer weiter weg vom Stall, 100m vorwärts, 50 Meter wieder zurück. Die WEndungen werden weicher. Manche sind schon fast wie eine "normale" WEndung in der Halle. Da wird Billy sofort gelobt dafür.
Dass man heimwärts nur im Schritt geht, darauf bestehe ich auch. Bei Antraben drehen wir sofort wieder um und gehen weg von zu Hause.
So überwinden wir sogar eine der kritischen Stellen, über die ich nie allein reitend hinaus gekommen bin. Die Wendungen sind weich, meistens. Auf "Whoa" steht Billy und linst nach hinten. Ziel erreicht! Wir bewegen uns langsam wieder eher nach Hause. Also 100m heimwärts und 50 wegwärts. Billy entgeht das natürlich nicht, und kurzfristig wird das ganze wieder kritisch. Ich leite eine weiche WEndung ein, Billy nimmt alle Kraft zusammen und macht sich steif und beginnt sofort Richtung Heimat zu galoppieren statt zu wenden. Er rutscht auf dem nassen Asphalt aus und wir fallen fast hin; ich mache einen unfreiwilligen Abgang, Billy erfängt sich noch und fällt wenigstens nicht auf mich drauf. Betropetzt steht er da. Ich checke kurz alles, nix passiert. Wieder rauf und erst recht weg von daheim. Kurz darauf geht Billy noch einmal durch. Bei einer Wendung Richtung heimwärts prescht er los im Galopp, kaum dass die Wendung vollzogen ist. Ich kann ruhig bleiben und ihn ganz gut bremsen. Wir wenden wieder.
Schließlich wirds besser und besser. Billy rennt auch nicht mehr heimwärts. Hat keinen Sinn, ich sags doch die ganze Zeit!
Wir kommen zur Hofzufahrt. Billy glaubt, die traben zu müssen - es geht bergauf. Ich bin fies - die Anstrengung war umsonst - ich wende nochmal, reite nochmal die Abfahrt hinunter. Beim zweiten Mal kann Billy ruhigen Schritt gehen.
Billy war brav, wenn auch erstaunlich stur. Er darf sich wutzeln und kriegt Fresschen. Ich bleib noch länger da und wechsel die Decken.
Mal sehen, was es gebracht hat. Ich will dieses Problem lösen, unbedingt. Wie machen andere Leute das? Einfach so ausreiten zu gehen? Ich grüble und grüble, und ich fühl mich schlecht wegen der vielen hohen Phasen, die ich anwenden musste. Aber eben: Mal sehen, was es gebracht hat.... :-/
Sonntag, 27. Januar 2013
Am Wochenende genossen Billy und ich den Schneeeee! Denn zu unserem Stall gehört ja auch eine kleine Schipiste mitsamt Lift (das steilste Stück unserer Weiden). Wo Schipiste, da Pistenraupe. Und wenn Pistenraupe schon unterwegs, hat uns unser lieber Stall- und Pistenraupenbesitzer rund um unsere großen Weiden eine Schnee-Reit-Autobahn planiert :-) .
Am Samstag machten Billy und ich einen kleinen Ausritt rund um die Weiden - immer die Autobahn entlang. Das eine lange Bergauf-Stück durfte Billy mal Gas geben soviel er wollte, wui! Also wenn er den Turbo dann einmal anwirft, geht schon was weiter ;-).
Am Sonntag beschloss ich dann, auf der Schneeautobahn ein bisschen Übungen zu machen. Wir trabten das Bergauf-Autobahn-Stück zuerst einmal ruhig, um wieder in ERinnerung zu rufen, dass man da nicht nur im Vollspeed raufgasen kann, sondern auch gesittet traben. Am Ende eine hübsche Haltparade und Hinterhandwendung, im Schritt retour, 3x Volte um den Baum in jede Richtung. Dann wieder zurück bergauf, abwechselnd ruhiger Trab und möglichst ruhiger Galopp, auch mal SChritt und Halt dazwischen, also Übergänge. Oben wieder Anhalten, Pause, Hinterhandwendung, zurück im SChritt, wieder Volten um den Baum. Noch ein letztes Mal bergauf. Diesmal probierte ich Angaloppieren aus dem Halt (klappt super, wenn der Motor mal läuft *Hihi*), und dann aus dem Schritt, wobei ich - wie früher schon, mit mäßigem Erfolg damals - probierte zu bestimmen, ob Billy rechts oder links angaloppiert. Tatsächlich sprang er einmal erwünscht rechts und - nach einem Fehlversuch - die nächsten beiden Male erwünscht links an! Kann auch Zufall gewesen sein, aber andererseits, vielleicht nähern wir uns da langsam an in unserer Kommunikation.
Da ich merkte, dass es am Hügelgipfel (schon sehr nah am Stall) langsam schwieriger wurde, Billy zu einer sauberen Wendung zu bringen (der dachte mittlerweile eindeutig mehr an zu Hause als an mich) und weil das ganze zwar nur kurz, aber trotzdem sicher mordsanstrengend war, gingen wir noch einmal gesittet im Schritt zurück und nahmen den langen Weg nach Hause.
Wir trabten noch ein Stückerl, und Billy wollte trotzdem noch gern galoppieren. Nachdem wir darüber ein wenig diskutiert hatten, bot er mir schließlich - scheinbar sein Kompromiss *lach* - einen soooo tollen Lope an, dass ich ihn ließ - war das ein herrliches Gefühl, ein ganz runder, richtig schön gesprungener Galopp am langen Zügel, aber in einem langsamen Trabtempo, wow! Er kann es also! Muss ich es nur noch schaffen, ihm zu vermitteln, dass genau DAS in der Halle gefragt wäre, dann kämen wir auch fein über die Ecken ;-).
Am Samstag machten Billy und ich einen kleinen Ausritt rund um die Weiden - immer die Autobahn entlang. Das eine lange Bergauf-Stück durfte Billy mal Gas geben soviel er wollte, wui! Also wenn er den Turbo dann einmal anwirft, geht schon was weiter ;-).
Am Sonntag beschloss ich dann, auf der Schneeautobahn ein bisschen Übungen zu machen. Wir trabten das Bergauf-Autobahn-Stück zuerst einmal ruhig, um wieder in ERinnerung zu rufen, dass man da nicht nur im Vollspeed raufgasen kann, sondern auch gesittet traben. Am Ende eine hübsche Haltparade und Hinterhandwendung, im Schritt retour, 3x Volte um den Baum in jede Richtung. Dann wieder zurück bergauf, abwechselnd ruhiger Trab und möglichst ruhiger Galopp, auch mal SChritt und Halt dazwischen, also Übergänge. Oben wieder Anhalten, Pause, Hinterhandwendung, zurück im SChritt, wieder Volten um den Baum. Noch ein letztes Mal bergauf. Diesmal probierte ich Angaloppieren aus dem Halt (klappt super, wenn der Motor mal läuft *Hihi*), und dann aus dem Schritt, wobei ich - wie früher schon, mit mäßigem Erfolg damals - probierte zu bestimmen, ob Billy rechts oder links angaloppiert. Tatsächlich sprang er einmal erwünscht rechts und - nach einem Fehlversuch - die nächsten beiden Male erwünscht links an! Kann auch Zufall gewesen sein, aber andererseits, vielleicht nähern wir uns da langsam an in unserer Kommunikation.
Da ich merkte, dass es am Hügelgipfel (schon sehr nah am Stall) langsam schwieriger wurde, Billy zu einer sauberen Wendung zu bringen (der dachte mittlerweile eindeutig mehr an zu Hause als an mich) und weil das ganze zwar nur kurz, aber trotzdem sicher mordsanstrengend war, gingen wir noch einmal gesittet im Schritt zurück und nahmen den langen Weg nach Hause.
Wir trabten noch ein Stückerl, und Billy wollte trotzdem noch gern galoppieren. Nachdem wir darüber ein wenig diskutiert hatten, bot er mir schließlich - scheinbar sein Kompromiss *lach* - einen soooo tollen Lope an, dass ich ihn ließ - war das ein herrliches Gefühl, ein ganz runder, richtig schön gesprungener Galopp am langen Zügel, aber in einem langsamen Trabtempo, wow! Er kann es also! Muss ich es nur noch schaffen, ihm zu vermitteln, dass genau DAS in der Halle gefragt wäre, dann kämen wir auch fein über die Ecken ;-).
Sonntag, 13. Januar 2013
Es schneit! Schöner dicker flockiger Weihnachtsschnee, etwas zu spät. Aber er macht erstaunlicherweise das Viereck benutzbar, da es nicht so kalt ist, dass der Sand unter der dünnen Schneedecke gefriert, sondern noch weich ist.
Am Samstag hab ich daher das Viereck benutzt und Billy einmal zur Abwechslung vor dem Putzen bespielt. Ich wollte sehen, ob das dem Granteln und Giften beim Putzen einen Abbruch tut. Tut es, zumindest teilweise! Ich vermute an sich immer mehr, dass gewisse Bürsten einfach mit dem Winterfell nicht kompatibel sind. Mit dem Metallkratzer darf ich nämlich kratzen, dass es eine Freude ist, nur wehe, ich komme mit der weichen Bürste! ;-)
Wir haben also heute zuerst einmal gespielt. Ein bisschen aufgewärmt und dann langsam zu einem Circling Game übergegangen, mit viel Schritt, Handwechseln und promptem Anhalten (immer noch nicht besonders gut!).
Schließlich dann auch zum Galopp übergegangen, und dann bekam ich 2 Handwechsel mit fliegenden hintereinander und hab sofort aufgehört. So toll macht er das jetzt schon! Viel koordinierter als früher.
Danach wurde geputzt und gesattelt und wir machten noch einen ganz kleinen Ausritt rund um die Wege auf unserem Hausberg, da stapften wir wieer über verdeckte Baumstämme, schreckten uns beide vor einem Reh, das 2m vor uns aus dem Gebüsch hüpfte, Billy machte ein paar GAloppsprünge (hinterheeer?!!! Oder wie??), ich konnte aber trotz schneeigem Untergrund cool bleiben und wir hatten uns gleich wieder gefangen.
Am Sonntag übten wir auf dem - erstaunlich - weiterhin bereitbaren Viereck ein bisschen, die Hinterhand in der Bewegung zu verschieben. Im Stehen geht das ja auf minimalste Signale ganz toll, ein Schritt links, ein Schritt rechts, z.B. Aber in der Bewegung tut sich Billy schwer, bzw. Frauli macht was falsch. Ich stellte 2 Springständer auf heute als Markierung. Wir ritten eine lange Gerade von Ständer zu STänder, und um den Ständer herum dann jeweils eine halbe Volte, auf der ich versuchte, mit möglichst wenig hinten angelegtem Schenkel Billy dazu zu bringen, hinten zu weichen und entweder weit drunter oder sogar überzutreten.
Dann kamen so die Erkenntnisse. 1) Rechts macht ers toll und sofort, links haperts. Also viel links geübt. Dann wieder die Glühbirne: 2) Hm, auf der rechten Hand klappts toll, und ich sitze mittig bis innen, also rechts, während ich die Hinterhand verschiebe. Auf der linken Hand klappts schlecht, und interessanterweise sitze ich hier auch rechts, das ist hier aber außen! 3) Also was passiert, wenn ich mich bewusster nach innen/links setze - genau, Billy macht es (fast) genauso gut wie rechts!
Nachdem Billy also mit seiner Sitzkorrektur bei mir fertig war, trug er mich dann wieder ein paar Minuten durch das Schneetreiben und den Wald, wir suchten wieder Rehe, fanden auch ein paar, aber die waren diesmal zu weit weg, um sich zu erschrecken ;-).
Am Samstag hab ich daher das Viereck benutzt und Billy einmal zur Abwechslung vor dem Putzen bespielt. Ich wollte sehen, ob das dem Granteln und Giften beim Putzen einen Abbruch tut. Tut es, zumindest teilweise! Ich vermute an sich immer mehr, dass gewisse Bürsten einfach mit dem Winterfell nicht kompatibel sind. Mit dem Metallkratzer darf ich nämlich kratzen, dass es eine Freude ist, nur wehe, ich komme mit der weichen Bürste! ;-)
Wir haben also heute zuerst einmal gespielt. Ein bisschen aufgewärmt und dann langsam zu einem Circling Game übergegangen, mit viel Schritt, Handwechseln und promptem Anhalten (immer noch nicht besonders gut!).
Schließlich dann auch zum Galopp übergegangen, und dann bekam ich 2 Handwechsel mit fliegenden hintereinander und hab sofort aufgehört. So toll macht er das jetzt schon! Viel koordinierter als früher.
Danach wurde geputzt und gesattelt und wir machten noch einen ganz kleinen Ausritt rund um die Wege auf unserem Hausberg, da stapften wir wieer über verdeckte Baumstämme, schreckten uns beide vor einem Reh, das 2m vor uns aus dem Gebüsch hüpfte, Billy machte ein paar GAloppsprünge (hinterheeer?!!! Oder wie??), ich konnte aber trotz schneeigem Untergrund cool bleiben und wir hatten uns gleich wieder gefangen.
Am Sonntag übten wir auf dem - erstaunlich - weiterhin bereitbaren Viereck ein bisschen, die Hinterhand in der Bewegung zu verschieben. Im Stehen geht das ja auf minimalste Signale ganz toll, ein Schritt links, ein Schritt rechts, z.B. Aber in der Bewegung tut sich Billy schwer, bzw. Frauli macht was falsch. Ich stellte 2 Springständer auf heute als Markierung. Wir ritten eine lange Gerade von Ständer zu STänder, und um den Ständer herum dann jeweils eine halbe Volte, auf der ich versuchte, mit möglichst wenig hinten angelegtem Schenkel Billy dazu zu bringen, hinten zu weichen und entweder weit drunter oder sogar überzutreten.
Dann kamen so die Erkenntnisse. 1) Rechts macht ers toll und sofort, links haperts. Also viel links geübt. Dann wieder die Glühbirne: 2) Hm, auf der rechten Hand klappts toll, und ich sitze mittig bis innen, also rechts, während ich die Hinterhand verschiebe. Auf der linken Hand klappts schlecht, und interessanterweise sitze ich hier auch rechts, das ist hier aber außen! 3) Also was passiert, wenn ich mich bewusster nach innen/links setze - genau, Billy macht es (fast) genauso gut wie rechts!
Nachdem Billy also mit seiner Sitzkorrektur bei mir fertig war, trug er mich dann wieder ein paar Minuten durch das Schneetreiben und den Wald, wir suchten wieder Rehe, fanden auch ein paar, aber die waren diesmal zu weit weg, um sich zu erschrecken ;-).
Sonntag, 9. Dezember 2012
Am Wochenende war schönes Winterwetter.
Samstag gingen Billy und ich mit einer Einstellerin und dem Herdenchef ausreiten. Wir gingen eine tolle 1,5 Stunden-Runde mit 7,5 Kilometern und 600 Höhenmetern (ca. 300 rauf, 300 wieder runter) :-). Eine Weile mussten wir führen, weil die Straßen so rutschig waren, das war ein wenig nervenaufreibend. Billy war supersuperbrav, stapfte wie immer überall drüber und drunter und schien auch Spaß am nassen Weiß zu haben.
Am Sonntag machte ich mich dann allein auf einen Ausritt. Es war strahlender Sonnenschein, aber starker Wind bei -5°, brrrr.
Ich hab mit Billy eine neue kleine Ausrittrunde gemeistert, die ich noch nie alleine gegangen bin - weil normalerweise kuhverseucht ;-). Jetzt ist natürlich keien Kuh zu sehen. Billy war durchwegs entspannt, aber aufmerksam. Nur an einer Stelle spannte er sich total an und zuckte dann auch wieder zusammen, was bei den glatten STraßen nicht so lustig war, passierte aber nix, er hat seine Füße eh unter Kontrolle ;-).
Wir galoppierten auch herrlich die Wiesen entlang, Billy durfte auch mal ordentlich Gas geben, hat viel Spaß gemacht :-).
Samstag gingen Billy und ich mit einer Einstellerin und dem Herdenchef ausreiten. Wir gingen eine tolle 1,5 Stunden-Runde mit 7,5 Kilometern und 600 Höhenmetern (ca. 300 rauf, 300 wieder runter) :-). Eine Weile mussten wir führen, weil die Straßen so rutschig waren, das war ein wenig nervenaufreibend. Billy war supersuperbrav, stapfte wie immer überall drüber und drunter und schien auch Spaß am nassen Weiß zu haben.
Am Sonntag machte ich mich dann allein auf einen Ausritt. Es war strahlender Sonnenschein, aber starker Wind bei -5°, brrrr.
Ich hab mit Billy eine neue kleine Ausrittrunde gemeistert, die ich noch nie alleine gegangen bin - weil normalerweise kuhverseucht ;-). Jetzt ist natürlich keien Kuh zu sehen. Billy war durchwegs entspannt, aber aufmerksam. Nur an einer Stelle spannte er sich total an und zuckte dann auch wieder zusammen, was bei den glatten STraßen nicht so lustig war, passierte aber nix, er hat seine Füße eh unter Kontrolle ;-).
Wir galoppierten auch herrlich die Wiesen entlang, Billy durfte auch mal ordentlich Gas geben, hat viel Spaß gemacht :-).
Samstag, 1. Dezember 2012
Frauli hat ein neues Spielzeug, das super zum Ausreiten motiviert, ein Outdoor-Navi :-).
Heute hab ichs zum ersten Mal richtig ausprobiert, gleich auf einem Ausritt. Da diverses Kartenmaterial, auch wenn es an sich gut ist (toll finde ich übrigens dieses Projekt: http://www.wanderreitkarte.de/ ), unsere Gegend nur ziemlich unzulänglich wiedergibt (es fehlen so gut wie alle Wege durch den Wald, auch die großen... keine Ahnung wieso die noch niemand nachgetragen hat), macht es mir derzeit Spaß, diese Wege zu erkunden, in Karten zu übertragen usw.
Also den Billy gesattelt, ausgerüstet, und zum ersten Weg aufgebrochen, von dem ich wusste, dass er in den Karten fehlt. Ich glaube ich war da auf einem meiner allerersten Ausritte. Ich weiß noch dass es Winter war, dass Billy damals zum ersten Mal seine "ich dreh um und geh heim"-Idee hatte und das alles andere als gemütlich war. Jedenfalls bin ich damals abgesessen, bevor er rückwärts mit mir in den Abgrund rennt...
Und heute wars ein wunderschöner Ausritt! Wir mussten über die große Straße, aber das war kein Problem. Dann kam die Abzweigung zum (vormals) unbekannten Weg, es folgt eine lange Gerade mit weichem Waldboden, leicht bergauf. Ich fragte Billy, ob er vielleicht galoppieren wollte, und jaaaa, er wollte! Sonst zeigt Billy ja auf Ausritten - außer es ist jemand vor uns, den es einzuholen gilt ;-) - den gleichen Schaukelgalopp wie auch auf dem Viereck. Heute aber wollte er gern Gas geben, und ich hab ihn gern gelassen. Kraftvoll sind wir den Weg raufgeflitzt, und als der Weg steiniger wurde, ließ sich Billy sofort wieder einfangen und parierte zum Schritt.
Wir kamen dann zu einem steilen Abschnitt, den kannte ich schon... Billy kletterte motiviert hoch und blieb nur einmal stehen, um die Aussicht zu genießen (ich glaube tatsächlich, die Kondi wird besser, obwohl ich lange nicht mehr draußen war). Vor einer Kurve schreckte er sich dann fürchterbar vor einem Holzstoß... aber es war dieses Erschrecken, das mich wirklich zum Lachen bringt, ich glaube manchmal ist es ihm selbst peinlich... dieses von einem kurzen Schnorchler begleitete Alle-Viere-von-sich-Strecken-und-Ducken ;-). ich musste lachen, und Billy ging auch gleich entspannt weiter; allerdings hatten wir dann unserer Runde beendet und kamen wieder auf den Rückweg, und da wurde Frauli kurz unentspannt, weil sie sich einbildete, dass das Pferd nun ans Heimgehen dachte, und nicht mehr ganz so auf mich hört... aber 2x kurz am Zügel signalisiert, dass ich noch da bin und Schritt fürs Heimgehen auch schnell genug ist, und der Moment war vorüber.
Auch an der Straße heimwärts bin ich immer noch unsicher und nervös, weil ich einfach fürchte, dass Billy einmal genug hat vom Warten und einfach drauflos marschiert... schließlich wartet am anderen "Ufer" ja der Heimatstall. Aber auch da war eigentlich kein Grund zur Sorge, und wir kamen gut und mit gespeichertem Track zu Hause an.
4,8 Kilometer in einer Stunde - und dabei 475 Höhenmeter zurückgelegt :-).
Heute hab ichs zum ersten Mal richtig ausprobiert, gleich auf einem Ausritt. Da diverses Kartenmaterial, auch wenn es an sich gut ist (toll finde ich übrigens dieses Projekt: http://www.wanderreitkarte.de/ ), unsere Gegend nur ziemlich unzulänglich wiedergibt (es fehlen so gut wie alle Wege durch den Wald, auch die großen... keine Ahnung wieso die noch niemand nachgetragen hat), macht es mir derzeit Spaß, diese Wege zu erkunden, in Karten zu übertragen usw.
Also den Billy gesattelt, ausgerüstet, und zum ersten Weg aufgebrochen, von dem ich wusste, dass er in den Karten fehlt. Ich glaube ich war da auf einem meiner allerersten Ausritte. Ich weiß noch dass es Winter war, dass Billy damals zum ersten Mal seine "ich dreh um und geh heim"-Idee hatte und das alles andere als gemütlich war. Jedenfalls bin ich damals abgesessen, bevor er rückwärts mit mir in den Abgrund rennt...
Und heute wars ein wunderschöner Ausritt! Wir mussten über die große Straße, aber das war kein Problem. Dann kam die Abzweigung zum (vormals) unbekannten Weg, es folgt eine lange Gerade mit weichem Waldboden, leicht bergauf. Ich fragte Billy, ob er vielleicht galoppieren wollte, und jaaaa, er wollte! Sonst zeigt Billy ja auf Ausritten - außer es ist jemand vor uns, den es einzuholen gilt ;-) - den gleichen Schaukelgalopp wie auch auf dem Viereck. Heute aber wollte er gern Gas geben, und ich hab ihn gern gelassen. Kraftvoll sind wir den Weg raufgeflitzt, und als der Weg steiniger wurde, ließ sich Billy sofort wieder einfangen und parierte zum Schritt.
Wir kamen dann zu einem steilen Abschnitt, den kannte ich schon... Billy kletterte motiviert hoch und blieb nur einmal stehen, um die Aussicht zu genießen (ich glaube tatsächlich, die Kondi wird besser, obwohl ich lange nicht mehr draußen war). Vor einer Kurve schreckte er sich dann fürchterbar vor einem Holzstoß... aber es war dieses Erschrecken, das mich wirklich zum Lachen bringt, ich glaube manchmal ist es ihm selbst peinlich... dieses von einem kurzen Schnorchler begleitete Alle-Viere-von-sich-Strecken-und-Ducken ;-). ich musste lachen, und Billy ging auch gleich entspannt weiter; allerdings hatten wir dann unserer Runde beendet und kamen wieder auf den Rückweg, und da wurde Frauli kurz unentspannt, weil sie sich einbildete, dass das Pferd nun ans Heimgehen dachte, und nicht mehr ganz so auf mich hört... aber 2x kurz am Zügel signalisiert, dass ich noch da bin und Schritt fürs Heimgehen auch schnell genug ist, und der Moment war vorüber.
Auch an der Straße heimwärts bin ich immer noch unsicher und nervös, weil ich einfach fürchte, dass Billy einmal genug hat vom Warten und einfach drauflos marschiert... schließlich wartet am anderen "Ufer" ja der Heimatstall. Aber auch da war eigentlich kein Grund zur Sorge, und wir kamen gut und mit gespeichertem Track zu Hause an.
4,8 Kilometer in einer Stunde - und dabei 475 Höhenmeter zurückgelegt :-).
Sonntag, 4. November 2012
Der Nebel ist aufgerissen, es wurde warm und sogar recht sonnig! Ein schöner Herbsttag, 15°, natürlich wie gemacht für einen Ausritt.
Wir gingen über die Straße und hatten heute Begleitung von meinem Freund, da war ich gleich mutiger, und wir erkundeten einen neuen Weg. Dieser führte bergauf, zu einem Wildgatter, wo Billy etwas aufgeregt war, aber es ging. Dann ging es in einem großen Bogen wieder retour zu altbekannten "Hauptweg". Eröffnet die Möglichkeit, einen Ausritt um ein Viertelstündchen zu verlängern.
Billy war brav, alles super entspannt.
Wir gingen über die Straße und hatten heute Begleitung von meinem Freund, da war ich gleich mutiger, und wir erkundeten einen neuen Weg. Dieser führte bergauf, zu einem Wildgatter, wo Billy etwas aufgeregt war, aber es ging. Dann ging es in einem großen Bogen wieder retour zu altbekannten "Hauptweg". Eröffnet die Möglichkeit, einen Ausritt um ein Viertelstündchen zu verlängern.
Billy war brav, alles super entspannt.
Donnerstag, 1. November 2012
Feiertag!
Billy kam brav mit, war aber sowas von grantig und aggressiv beim Putzen! Die Vorderbeine durfte ich nicht anfassen oder mich bücken, überall giftelte er her und schnappte auch, an der Schulter, am Hals, am Bauch. Puh. Ich hielt einfach den Zackenstriegel zu meiner Verteidigung hin. Hie und da interessierte er sich dann für was anderes, und er wollte den Halsriemen fressen, irgendwie hatte er Streß, keine Ahnung.
Es war kalt und neblig und windig heute, alles ist nass vom schmelzenden Schnee, natürlich sind die Pferde nur drinnen. Vielleicht deshalb. Das wird wieder ein langer Winter *seufz*.
Wir gingen zu dritt ausreiten. Unsere Begleitung waren einerseits der Herdenchef, andererseit der RBE/LBE-Schisser der Truppe. Billy war wohl am coolsten, obwohl es schon ansteckt, wenn der Herdenchef sich mal fürchtet. Wir gingen den Weg, an dem entlang der Zaun zum Wildschweingehege entlangführt. Das packt Herr Herdenchef ganz schlecht, da gibt er Geräusche von sich, dass ich nicht wusste, kommt da jetzt wirklich eine Wildsau, oder ist es das Pferd ;-). Billy lässt sich entsprechend anstecken und fühlte sich kurzzeitig kurz vor der Explosion an, aber alles ging gut. Ohne den Chef wären wir jedenfalls sicherer gewesen ;-).
Auch der Schisser war am Explodieren, aber da brauchte es gar keine Wildschweine, sondern es genügt ein Holzstapel und dergleichen.
Billy trottete ruhig und gelassen hinterher. Als wir zurück am Stall ankamen, waren die beiden tropfnass vor Aufregung. Und der Billy: staubtrocken. Sogar unter dem Sattel ;-).
Billy kam brav mit, war aber sowas von grantig und aggressiv beim Putzen! Die Vorderbeine durfte ich nicht anfassen oder mich bücken, überall giftelte er her und schnappte auch, an der Schulter, am Hals, am Bauch. Puh. Ich hielt einfach den Zackenstriegel zu meiner Verteidigung hin. Hie und da interessierte er sich dann für was anderes, und er wollte den Halsriemen fressen, irgendwie hatte er Streß, keine Ahnung.
Es war kalt und neblig und windig heute, alles ist nass vom schmelzenden Schnee, natürlich sind die Pferde nur drinnen. Vielleicht deshalb. Das wird wieder ein langer Winter *seufz*.
Wir gingen zu dritt ausreiten. Unsere Begleitung waren einerseits der Herdenchef, andererseit der RBE/LBE-Schisser der Truppe. Billy war wohl am coolsten, obwohl es schon ansteckt, wenn der Herdenchef sich mal fürchtet. Wir gingen den Weg, an dem entlang der Zaun zum Wildschweingehege entlangführt. Das packt Herr Herdenchef ganz schlecht, da gibt er Geräusche von sich, dass ich nicht wusste, kommt da jetzt wirklich eine Wildsau, oder ist es das Pferd ;-). Billy lässt sich entsprechend anstecken und fühlte sich kurzzeitig kurz vor der Explosion an, aber alles ging gut. Ohne den Chef wären wir jedenfalls sicherer gewesen ;-).
Auch der Schisser war am Explodieren, aber da brauchte es gar keine Wildschweine, sondern es genügt ein Holzstapel und dergleichen.
Billy trottete ruhig und gelassen hinterher. Als wir zurück am Stall ankamen, waren die beiden tropfnass vor Aufregung. Und der Billy: staubtrocken. Sogar unter dem Sattel ;-).
Sonntag, 21. Oktober 2012
Heute riss der Nebel nicht auf, erst sehr spät, sodass es nicht so schön warm wurde wie gestern und erst am Schluss ein paar Sonnenstrahlen durchkamen.
Heute fand ich eine Mitreiterin zum Ausreiten. Wir testeten eine noch unbekannte Wegabzweigung, mit ein paar Nebenabzweigungen, die uns aber nur in einem Bogen durch viel MAtsch wieder zurückführten.Hier gibts noch jede Menge kleine Wegelchen zu erkunden...
Nach einem längeren Bergauf-Stück kamen wir dann raus aus dem Wald. Da waren dann wieder mal Kühe, die einen waren weit weg, die waren Billy, geführt von seinem Herdenchef, ziemlich egal. Wir ritten bis zum Hof, zu dem der Weg offensichtlich im Endeffekt führte, und sahen, dass man wohl nicht wirklich weiter kommt. Eine Kuh schreckte sich vor uns und Billy sich vor ihr. Danach war er sehr angespannt und ich hatte wieder einmal das scheußlich flaue Gefühl im Magen. Ging so, wir warteten ein bisschen, dann drehten wir vorsichtig um und ritten gesittet heim.Wieder ein Abenteuer bestanden! ;-)
Heute fand ich eine Mitreiterin zum Ausreiten. Wir testeten eine noch unbekannte Wegabzweigung, mit ein paar Nebenabzweigungen, die uns aber nur in einem Bogen durch viel MAtsch wieder zurückführten.Hier gibts noch jede Menge kleine Wegelchen zu erkunden...
Nach einem längeren Bergauf-Stück kamen wir dann raus aus dem Wald. Da waren dann wieder mal Kühe, die einen waren weit weg, die waren Billy, geführt von seinem Herdenchef, ziemlich egal. Wir ritten bis zum Hof, zu dem der Weg offensichtlich im Endeffekt führte, und sahen, dass man wohl nicht wirklich weiter kommt. Eine Kuh schreckte sich vor uns und Billy sich vor ihr. Danach war er sehr angespannt und ich hatte wieder einmal das scheußlich flaue Gefühl im Magen. Ging so, wir warteten ein bisschen, dann drehten wir vorsichtig um und ritten gesittet heim.Wieder ein Abenteuer bestanden! ;-)
Samstag, 20. Oktober 2012
Heute war soo ein schöner Herbsttag! Es gab Nebel, aber der riss bei der Fahrt zum Stall schon auf, die Blätter leuchteten in gelb und rot mit dem Himmel in Blau um die Wette. Dazu wurde es warm, 23°!
Natürlich machte ich bei dem tollen Wetter einen Ausritt. Leider kam keiner mit, so ging ich nur eine recht kleine Runde alleine. ABER eine neue Runde, nämlich eine Kombination aus unserer mittleren und der langen Bergrunde, die ich mit meinem Freund kürzlich joggend erkundet hatte.
Billy war superbrav. Er hatte schon so eigene Ideen, ließ sich aber jeweils gut überreden.
Er stapfte brav den Berg hoch und auch wieder runter, ließ sich von einem Riesen-Holzpferd (das unser STallbesitzer zum runden Geburtstag aufgestellt bekommen hat) und einer Wäscheleine mit Babysachen (zum Willkommnen eins Babys in der Nachbarschaft) nur wenig aus der Ruhe bringen und auch sonst lief alles glatt und ruhig.
Natürlich machte ich bei dem tollen Wetter einen Ausritt. Leider kam keiner mit, so ging ich nur eine recht kleine Runde alleine. ABER eine neue Runde, nämlich eine Kombination aus unserer mittleren und der langen Bergrunde, die ich mit meinem Freund kürzlich joggend erkundet hatte.
Billy war superbrav. Er hatte schon so eigene Ideen, ließ sich aber jeweils gut überreden.
Er stapfte brav den Berg hoch und auch wieder runter, ließ sich von einem Riesen-Holzpferd (das unser STallbesitzer zum runden Geburtstag aufgestellt bekommen hat) und einer Wäscheleine mit Babysachen (zum Willkommnen eins Babys in der Nachbarschaft) nur wenig aus der Ruhe bringen und auch sonst lief alles glatt und ruhig.
Sonntag, 9. September 2012
Das Wetter ist weiter kaiserlich. Strahlend blauer Himmel, sehr warm, aber nicht brütend heiß.
Die Pferde waren auf der Weide, und Billy kam heut freiwillig mit! Zuerst ging er weg, dann folgte er mir im Schritt, Trab und auch Galopp ohne Seil bis zum Viereck. Mit Anhalten dazwischen und allem. Bin sehr stolz.
FINESSE
Gebiss anziehen: Unverändert. Immerhin auch nicht schlechter. Billy senkt den Kopf und beamt sich weg, wenn das Gebiss vor seinen Lippen baumelt. Mit ein bisschen Lippen streicheln und Zunge massieren macht er auf und nimmt es.
Olympische Ringe: Ich ging in die Halle und ritt meine Olympischen Ringe. Eine Weile im Schritt, dann im Trab. Keine große Veränderung gegenüber den letzten Malen. Das mit dem Runden bekomm ich nicht mehr so richtig hin. Konnte im Spiegel sehen, dass Billy einfach den Hals wegstreckt wie eh und je.
Im Halten hab ich 2x gefordert, dass er nachgibt. Er kaut wie ein Irrer und lehnt sich drauf, irgendwann gibt er dann eben im Genick nach, dann hab ich gelobt und hab ihn strecken lassen.
Ausritt: Danach sind wir wieder auf einen kleinen Ausritt gegangen.
Wir gingen einen Teil der Runde wie gestern. Dabei gings heute auch über das immer dort rinnende Bächlein. Billy machte einen Riesenhüpfer drüber, obwohl er eigentlich nur einen großen Schritt hätte machen sollen. Ich drehte um, ließ ihn gesittet noch einmal drüber steigen, dann nochmal gewendet und in die Heimatrichtung nochmal gesittet drübergestiegen, plötzlich ging es.
Wieder ritten wir die Weide rauf, wieder mit einem richtig superschnellen Galopp am Ende.
Am Ende des Weges, fast zu Hause, bin ich nochmal umgedreht und hab Billy nochmal den Berg raufgaloppeln lassen. Mit einem Stop dazwischen, weil Rechtsgalopp. Hab versucht, links zu bekommen, und tatsächlich, bekam ich dann! Beim Heimgehen dann 2x angehalten und Rückwärts gefordert, hat er recht brav gemacht.
Samstag, 8. September 2012
Des einen Leid ...
... des anderen Freud.
Gerade hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, an einem Kurs mit Peter Kreinberg mitzumachen. Seit ich seinen letzten 3-fach-Band zum WEsternreiten gelesen habe, bin ich ein großer Kreinberg-Fan geworden. So stelle ich mir schönes, richtiges Westernreiten vor....Der Kurs ist nicht allzu weit weg, etwa 130km. Es waren keine Plätze mehr frei, meine Stallkollegin hatte den letzten Platz ergattert. Wie es nun so kommt, ist ihr Pferd nun - leider natürlich! - lahm. Daher werden wir es so handeln, dass ich ihren Platz übernehmen kann. Jede Menge Organisation steht daher jetzt auf dem Plan!
FINESSE
Gebiss: Es dauert schon wieder Ewigkeiten, bis Billy das Maul aufmacht für das Gebiss.
Olympische Ringe: Nach einer Aufwärmrunde um den Stall bin ich aufs frisch abgezogene Viereck geritten und meine Olympischen Ringe. Billy war ganz brav, so mittel. Trab war beim ersten Antraben zäh, schlechtes Antraben einfach, dann hielt er die Gangart aber brav und in halbwegs gutem Tempo. So richtig rund wurde er heut nicht, tw. hatte auch noch immer starke Abwehr, also eher uneterdurchschnittlich im Vergleich zu den letzten Wochen. Nächste Woche haben wir wieder Stunde.
FREESTYLE
Ausritt: Tja, und dann sind wir noch ausgeritten. Super Wetter, strahlender Sonnenschein! Ich bin eine große Runde gegangen, in die andere Richtung als üblich; Am Schluss die Runde dann auch nicht wie üblich zu Ende geführt sondern noch eine Mini-Runde drangehängt.
Billy war am Anfang sehr aufgekratzt. Als unser Teich in Sicht kam, ganz am Anfang, noch auf Stallgrund, schreckte er sich vor irgendwas so sehr, dass er ein paar Galoppsprünge in die Wiese machte. Kein Problem es zu dersitzen, aber ich fragte mich, ob ich wirklich über die Straße wollte … beschloss dann aber irgendwie, trotzdem weiterzugehen.
Wir ritten die sehr steile Böschung runter und problemlos durch den Bach. Hat er super gemacht!
Dann den Weg rauf zur Straße. Da war Billy sehr aufgekratzt. Er zuckte bei Motorradgeräuschen. Es kam dann nichts, und so ritten wir einfach über die Straße. Meine größte Angst war, dass er sich dort im Dorf schreckt und zurückrast, aber nichts passierte. Gleich nach der Straße begegneten wir einer fremden Reiterin vom Nebenhof. Wir plauderten kurz, dann ritt ich weiter.
Durchs Dorf hindurch war Billy aufgeregt, schnorchelte, Kopf oben, sehr aufmerksam. Ich trabte hie und da, um ihn in Bewegung zu halten, das hilft.
Sobald wir das Dorf hinter uns hatten und im Wald waren, entspannte er sich zusehends. Wir ritten zuerst den einen Weg rauf, den ich mit meinem Freund erkundet hatte. Billy ging total brav dorthin… aber aufgeregt. Irgendwann sieht man in der Ferne ein Haus, da bin ich dann umgedreht um die geplante Runde zu beenden. Auf den Waldwegen trabten wir recht viel, einmal sogar ein Stückerl Galopp.
Ich war nicht sicher, ob das steile Stück, das wir ja sonst bergauf gehen, nun umgekehrt bergab zu bewältigen ist, aber es ist gar nicht so schlimm steil. Das erste und das letzte Stück, aber dazwischen geht’s. Billy hat das super gemacht.
Sobald wir auf dem Weg waren, wusste er wo er ist und war entspannt. Da passierte auch nix aufregendes. Dann wieder bei der Straße bastelte ein Kind an seinem liegenden Rad herum, und gleichzeitig gab es Traktorgeräusche von gegenüber der Straße. Billy spannte sich total an wegen dem Fahrrad, also hatte ich das Gefühl, lieber abzusitzen und tat das auch. 2 Kinder fuhren dann auf ihren Rädern vorbei, Billy starrte, war aber ok. Wir überquerten die Straße zu Fuß. Der Mann mit dem Traktor telefonierte und hatte den Traktor abgestellt, Billy war wieder ruhig. Ich wollte nun eben nicht gleich nach Haus, sondern noch ein Stück den Weg gehen, um von hinten über unsere Weide zum Stall zurückzukehren.
Kurz vor dem einen Nachbarhaus saß ich wieder auf. Im dortigen Garten waren Kinder beschäftigt, mit lautem Trara ein kleines knallblaues Zelt aufzubauen. Da war Billy wieder ziemlich fertig mit den Nerven. Er trabselte an der dichten Hecke vorbei, konnte ja nix sehen. Hinter dem Haus stand dann noch Gerümpel, das war ihm auch nicht geheuer. Wir brachten das trotzdem hinter uns, und sobald wir über der Brücke waren, war er wieder voll entspannt.
Er schien erstaunt, als ich tatsächlich dann nach links einbog, um heimzugehen (meistens will ich geradeaus weiter ;-) .Auf der Weide, leicht bergauf, fragte ich nach Galopp und feuerte ihn an, und wir flooooogen! Ich hatte ein Aha-Erlebnis: Mein Hintern muss noch viiiiel weiter aus dem Sattel als immer gedacht, dann hat er Platz! Er gab super super Gas, parierte sich aber von selbst in Schritt, wo ein Weg anfängt und wir immer Schritt parieren. So gingen wir gesittet in Schritt heim. Brav! Es leben die Rituale und Gewohnheiten ;-)
Richtig richtig toll dieser Ausritt, wenn auch oft haarscharf an der „roten Grenze“ entlang …
Weil ich das frisch abgezogene Viereck nicht zerstören wollte, forderte ich Billy nachher auf, sich vor dem Viereck, wo so viel Sand herausgeschwemmt worden ist, zu wutzeln – und er legte sich tatsächlich genau dort hin!! Aber nur eine Seite ;-).
Danach gingen wir noch lange grasen, herrlicher Tag, volle Entspannung.
Gerade hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, an einem Kurs mit Peter Kreinberg mitzumachen. Seit ich seinen letzten 3-fach-Band zum WEsternreiten gelesen habe, bin ich ein großer Kreinberg-Fan geworden. So stelle ich mir schönes, richtiges Westernreiten vor....Der Kurs ist nicht allzu weit weg, etwa 130km. Es waren keine Plätze mehr frei, meine Stallkollegin hatte den letzten Platz ergattert. Wie es nun so kommt, ist ihr Pferd nun - leider natürlich! - lahm. Daher werden wir es so handeln, dass ich ihren Platz übernehmen kann. Jede Menge Organisation steht daher jetzt auf dem Plan!
FINESSE
Gebiss: Es dauert schon wieder Ewigkeiten, bis Billy das Maul aufmacht für das Gebiss.
Olympische Ringe: Nach einer Aufwärmrunde um den Stall bin ich aufs frisch abgezogene Viereck geritten und meine Olympischen Ringe. Billy war ganz brav, so mittel. Trab war beim ersten Antraben zäh, schlechtes Antraben einfach, dann hielt er die Gangart aber brav und in halbwegs gutem Tempo. So richtig rund wurde er heut nicht, tw. hatte auch noch immer starke Abwehr, also eher uneterdurchschnittlich im Vergleich zu den letzten Wochen. Nächste Woche haben wir wieder Stunde.
FREESTYLE
Ausritt: Tja, und dann sind wir noch ausgeritten. Super Wetter, strahlender Sonnenschein! Ich bin eine große Runde gegangen, in die andere Richtung als üblich; Am Schluss die Runde dann auch nicht wie üblich zu Ende geführt sondern noch eine Mini-Runde drangehängt.
Billy war am Anfang sehr aufgekratzt. Als unser Teich in Sicht kam, ganz am Anfang, noch auf Stallgrund, schreckte er sich vor irgendwas so sehr, dass er ein paar Galoppsprünge in die Wiese machte. Kein Problem es zu dersitzen, aber ich fragte mich, ob ich wirklich über die Straße wollte … beschloss dann aber irgendwie, trotzdem weiterzugehen.
Wir ritten die sehr steile Böschung runter und problemlos durch den Bach. Hat er super gemacht!
Dann den Weg rauf zur Straße. Da war Billy sehr aufgekratzt. Er zuckte bei Motorradgeräuschen. Es kam dann nichts, und so ritten wir einfach über die Straße. Meine größte Angst war, dass er sich dort im Dorf schreckt und zurückrast, aber nichts passierte. Gleich nach der Straße begegneten wir einer fremden Reiterin vom Nebenhof. Wir plauderten kurz, dann ritt ich weiter.
Durchs Dorf hindurch war Billy aufgeregt, schnorchelte, Kopf oben, sehr aufmerksam. Ich trabte hie und da, um ihn in Bewegung zu halten, das hilft.
Sobald wir das Dorf hinter uns hatten und im Wald waren, entspannte er sich zusehends. Wir ritten zuerst den einen Weg rauf, den ich mit meinem Freund erkundet hatte. Billy ging total brav dorthin… aber aufgeregt. Irgendwann sieht man in der Ferne ein Haus, da bin ich dann umgedreht um die geplante Runde zu beenden. Auf den Waldwegen trabten wir recht viel, einmal sogar ein Stückerl Galopp.
Ich war nicht sicher, ob das steile Stück, das wir ja sonst bergauf gehen, nun umgekehrt bergab zu bewältigen ist, aber es ist gar nicht so schlimm steil. Das erste und das letzte Stück, aber dazwischen geht’s. Billy hat das super gemacht.
Sobald wir auf dem Weg waren, wusste er wo er ist und war entspannt. Da passierte auch nix aufregendes. Dann wieder bei der Straße bastelte ein Kind an seinem liegenden Rad herum, und gleichzeitig gab es Traktorgeräusche von gegenüber der Straße. Billy spannte sich total an wegen dem Fahrrad, also hatte ich das Gefühl, lieber abzusitzen und tat das auch. 2 Kinder fuhren dann auf ihren Rädern vorbei, Billy starrte, war aber ok. Wir überquerten die Straße zu Fuß. Der Mann mit dem Traktor telefonierte und hatte den Traktor abgestellt, Billy war wieder ruhig. Ich wollte nun eben nicht gleich nach Haus, sondern noch ein Stück den Weg gehen, um von hinten über unsere Weide zum Stall zurückzukehren.
Kurz vor dem einen Nachbarhaus saß ich wieder auf. Im dortigen Garten waren Kinder beschäftigt, mit lautem Trara ein kleines knallblaues Zelt aufzubauen. Da war Billy wieder ziemlich fertig mit den Nerven. Er trabselte an der dichten Hecke vorbei, konnte ja nix sehen. Hinter dem Haus stand dann noch Gerümpel, das war ihm auch nicht geheuer. Wir brachten das trotzdem hinter uns, und sobald wir über der Brücke waren, war er wieder voll entspannt.
Er schien erstaunt, als ich tatsächlich dann nach links einbog, um heimzugehen (meistens will ich geradeaus weiter ;-) .Auf der Weide, leicht bergauf, fragte ich nach Galopp und feuerte ihn an, und wir flooooogen! Ich hatte ein Aha-Erlebnis: Mein Hintern muss noch viiiiel weiter aus dem Sattel als immer gedacht, dann hat er Platz! Er gab super super Gas, parierte sich aber von selbst in Schritt, wo ein Weg anfängt und wir immer Schritt parieren. So gingen wir gesittet in Schritt heim. Brav! Es leben die Rituale und Gewohnheiten ;-)
Richtig richtig toll dieser Ausritt, wenn auch oft haarscharf an der „roten Grenze“ entlang …
Weil ich das frisch abgezogene Viereck nicht zerstören wollte, forderte ich Billy nachher auf, sich vor dem Viereck, wo so viel Sand herausgeschwemmt worden ist, zu wutzeln – und er legte sich tatsächlich genau dort hin!! Aber nur eine Seite ;-).
Danach gingen wir noch lange grasen, herrlicher Tag, volle Entspannung.
Donnerstag, 6. September 2012
ON LINE
Ich muss wieder was tun für mich, also waren Billy und ich heute joggen. Auffahrt runter, da bin ich mit Trippelschritten gelaufen, und Billy ging Schritt. Alles war sehr gut. Nur Billy trabte heut zu schnell. Ich musste ihn ständig hindern, allzu weit nach vorne zu traben, tw. geriet ich in Zone 4. Daher war es für Billy eher ein ständiges Übergehen von Schritt zum Trab und umgekehrt. Egal, trainiert auch ;-).
An der üblichen Stelle trafen wir auf eine ganze Kuhherde. Ihr Zaun war bis zum Weg abgesteckt. Zuerst war ich noch zuversichtlich. Billy schaute, aber er erstarrt nicht mehr so sehr. Ich glaube die größte Angst ist mal der Neugier gewichen. Dann allerdings begannen die Kühe sich auf uns zuzubewegen, denen war grad fad. Die galoppierten sogar! Ich machte auf dem Absatz kehrt und wir zogen uns zurück. Die Kühe blieben in noch einiger Entfernung stehen. Ich drehte wieder um und hoffte, sie hätten das Interesse verloren. Wir gingen noch ein Stück weiter. Da kamen sie schließlich vollends her, direkt an den Zaun. Billy schaute und schnorchelte, wollte aber auch auf sie zu. Wirklich mehr Neugier als Angst. Trotzdem irgendwie kurz vor der Explosion. Ich fühlte mich wieder mehr als unwohl. Wir drehten geordnet um, da war er superbrav. Die Kühe verfolgten uns den Zaun entlang. Billy ging und schaute sich ständig nach ihnen um. Zu flüchten versuchte er nicht, aber ich hab trotzdem Angst *seufz*. Für Leckerlis war er aber empfänglich, also soo schlimm war es nicht. Dann waren wir am Ende vom Zaun und die Kühe mussten zurückbleiben. Ich war froh, dass wir das geschafft haben. Trotzdem würde ich gern einmal auch vorbei gehen können.
Wir joggten den Rest vom Weg wieder zurück, ein paar Autos, kein Problem.
Waren 45 Minuten unterwegs.
Ich muss wieder was tun für mich, also waren Billy und ich heute joggen. Auffahrt runter, da bin ich mit Trippelschritten gelaufen, und Billy ging Schritt. Alles war sehr gut. Nur Billy trabte heut zu schnell. Ich musste ihn ständig hindern, allzu weit nach vorne zu traben, tw. geriet ich in Zone 4. Daher war es für Billy eher ein ständiges Übergehen von Schritt zum Trab und umgekehrt. Egal, trainiert auch ;-).
An der üblichen Stelle trafen wir auf eine ganze Kuhherde. Ihr Zaun war bis zum Weg abgesteckt. Zuerst war ich noch zuversichtlich. Billy schaute, aber er erstarrt nicht mehr so sehr. Ich glaube die größte Angst ist mal der Neugier gewichen. Dann allerdings begannen die Kühe sich auf uns zuzubewegen, denen war grad fad. Die galoppierten sogar! Ich machte auf dem Absatz kehrt und wir zogen uns zurück. Die Kühe blieben in noch einiger Entfernung stehen. Ich drehte wieder um und hoffte, sie hätten das Interesse verloren. Wir gingen noch ein Stück weiter. Da kamen sie schließlich vollends her, direkt an den Zaun. Billy schaute und schnorchelte, wollte aber auch auf sie zu. Wirklich mehr Neugier als Angst. Trotzdem irgendwie kurz vor der Explosion. Ich fühlte mich wieder mehr als unwohl. Wir drehten geordnet um, da war er superbrav. Die Kühe verfolgten uns den Zaun entlang. Billy ging und schaute sich ständig nach ihnen um. Zu flüchten versuchte er nicht, aber ich hab trotzdem Angst *seufz*. Für Leckerlis war er aber empfänglich, also soo schlimm war es nicht. Dann waren wir am Ende vom Zaun und die Kühe mussten zurückbleiben. Ich war froh, dass wir das geschafft haben. Trotzdem würde ich gern einmal auch vorbei gehen können.
Wir joggten den Rest vom Weg wieder zurück, ein paar Autos, kein Problem.
Waren 45 Minuten unterwegs.
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