you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 19. Dezember 2010

Wir fliiiiegen !

Das Finesse-Yoyo ist vorerst abgeschlossen, ich habe zum Schluss schon sehr gute und schnelle Ergebnisse erzielt.
Als nächste intensive Übung hab ich mir wieder den Galopp On Line vorgenommen. In der Halle, auch wenn die klein ist, egal. Irgendwann muss es ja sein. Wobei der Galopp quasi die Vorübung ist für Galoppwechsel on line.

Hab mir heute also den Herrn Billy bei klirrender Kälte geschnappt, das Lasso dazu und ab in die Halle. Zuerst mal aufwärmen. Billy zog Schritt-Kreise, so langsam, das gibts gar nicht. Langsam taute er auf, ich habe ein paar ganz langsame Handwechsel im Schritt abgefragt, die er brav gemacht hat. Ich bemerke, dass er bei den Handwechseln zusehends aufwacht, daher wende ich das in letzter Zeit gern an - früher hat das nie funktioniert (ihr wisst schon, der Tip, bei LBI-Pferden einen Handwechsel zu machen, wenn sie die Gangart brechen - ich hab mir damit immer nur Diskussionen und den Ruin der Handwechsel eingebrockt). Nun gehts aber gut. Er wird munterer und trabt auch mal an beim Wechseln.
Dann ein bisschen Trab gefragt, dann Handwechsel im Trab, die er 1a hingelegt hat, richtig schön! Klappen in letzter Zeit sehr sehr gut. Dann hab ich das Send beim Handwechsel mal etwas energischer gemacht, so krieg ich dann meistens einen Galopp in der zweiten Hälfte des Wechsels - sehr brav! Dann ein paar Galopp-Trab-Übergänge auf dem Zirkel. Ich dachte dann, ich probier mal Galopp - Trab- Wechsel - wieder Galopp aus, holte ihn aus dem Galopp rein (natürlich von der unliebsamen linken auf die liebere rechte Hand - man muss sich's ja nicht extra schwer machen ;-) ).
Dann die erste Erkenntnis: ok, man muss wirklich SCHNELL laufen dabei, der Pocket Guide hat wieder mal recht ;-). Also rückwärts laufen geübt, zuerst ohne Billy, dann nochmal probiert. Galopp, gleich reingeholt, wieder rausgeschickt - und Herr Billy flog und machte einen fliegenden, womit ich nie gerechnet hatte, ich war völlig perplex, hab Stick und Lasso fallen lassen, Billy kam rein und wurde fest geknuddelt und wusste wahrscheinlich gar nicht wie ihm geschieht *lol*.
Ein bisschen unkoordiniert war es wohl noch, kurz dachte ich, es haut ihn hin, aber er hats dann eben ganz gut geschafft - hätte nie gedacht, dass wir das so "einfach" hinkriegen, ich dachte nun werke ich Wochen und Monate da dran. Man darf auch nicht vergessen, dass es sich aufgrund der kleinen Halle quasi um einen Wechsel in einer 12m-Volte handelt (unsere Halle ist nur 12m breit, auch wenn ich versucht hab, ihn in der Länge wechseln zu lassen und nicht in der Breite).

So ein braves Ferd!

Dann bin ich noch eine Schrittrunde ausreiten gegangen; unser Stallbesitzer hat uns wieder eine Schneeautobahn mit der Pistenraupe (bei uns kann man auch schifahren :-) ) planiert, den kleinen Hang bergauf. Hui, da rauf im Galopp (hat Billy auch gefallen), war auch wie fliegen; danach tiefschneestapfen einmal rund um die Weiden und ein bisschen durch den Wald. Dann noch ein rosaroter Sonnenunter- und Mondaufgang, haach... Schön war das :-)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Finesse-Yoyo

Es ist eisig kalt bei uns und wir ersticken in Schnee. Deshalb mach ich momentan nicht so viel mit dem Herrn Billy.

Woran wir momentan arbeiten - die letzten 3 Male - ist das Finesse-Yoyo. Damit soll v.a. die Gewöhnung an abwechselnd einen losen und angenommen Zügel geübt werden. Funktioniert so, dass man Schritt, später Trab geht, anhalten und in ein 9-Step-Backup übergehen, einige Schritte retour, dann wieder Schritt anreiten. Das ganze mache ich noch mit Knotenhalfter, nicht mit dem Gebiss.

Rückwärts und Herr Billy sind immer noch zwei Dinge, die sich schwer vertragen. Mittlerweile gibt es aber Fortschritte. Wir habens jetzt 3x gemacht. Anfangs sträubt er sich immens gegen das Rückwärts, hat viel Opposition Reflex. Dadurch, dass hier der Focus aber auf dem Vorwärts-Rückwärts-Vorwärts ist, also auf den Übergängen, statt bloß auf dem Rückwärts, fällt es mir leichter, mich nicht so zu ärgern und geduldiger zu werden, aus irgendeinem Grund. Nachdem ich also meistens die ersten 5 oder so Versuche groß mit Herrn Billy diskutiere, wird es danach leicht und fein, und wir konnten bisher immer aufhören, dass er bereits aufs Zügelanheben (Also Schritt 1 des 9-Step-Backup) rückwärts tritt. Auch aus dem und wieder in den Trab, auch wenn er da etwas Schwung holen darf mit ein paar Schritt-Zwischentritten.
Wenn er früh reagiert mit rückwärts, muss er nur 1-2 Schritte rückwärts gehen momentan. Fängt er an zu diskutieren, muss er dann im Endeffekt weiter gehen (bis es flüssiger wird). Keine Ahnung, ob er das versteht und es je was bringt.
Werde weiter berichten.

Montag, 13. Dezember 2010

Rezension: Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden

Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden. Cham: Müller-Rischlikon, 2004. 159pp.

Der Titel dieses Buches von Kerstin Diacont ist etwas schwammig, und teilweise trifft das auch auf den Inhalt zu. Zwar wie man es von Diacont gewohnt ist, fundiert, gut erklärt und motivierend, doch die Aneinanderreihung der Inhalte vor allem im hinteren Teil des Buches lässt einen gewissen roten Faden vermissen; es ist nicht unbedingt ein Nachschlagewerk, in dem man schnell etwas findet, wenn man etwas bestimmtes sucht.

Der erste Teil ist noch sehr gut gegliedert und übersichtlich.

Diacont beginnt im 1. Kapitel mit der Erklärung anatomischer Grundlagen und den Grundlagen der klassischen Reiterei.

Im 2. Kapitel widmet sie sich sehr genau und interessant dem „Funktionskreis Reiter“. Sie beschreibt, was im Reiterkörper passiert, wenn er diesen oder jenen Muskel verspannt, wenn er schief sitzt, die Knie nach außen oder innen dreht, oder wie Muskelketten zusammenhängen; sie motiviert dabei, auch einmal vom Lesesessel aufzustehen und den einen oder anderen Effekt auszuprobieren, den eine kleine Veränderung in Haltung und Positur bewirken kann.

Das 3. Kapitel widmet sich dann dem „Funktionskreis Pferd“. Genau wie beim Reiter zuvor werden Zusammenhänge von Muskelgruppen und -ketten sowie Auswirkungen bestimmter Körperhaltungen erklärt und an Zeichnungen und Bildern gut veranschaulicht.

Im 4. Kapitel schließlich wird es etwas unüberschaubar. Hier beschreibt Diacont die Zusammenwirkung von beiden Funktionskreisen – denen des Reiters plus denen des Pferdes. Teil für Teil geht sie den Funktionskreis Pferd-Mensch durch, von der Hals- und Kopfhaltung des Pferdes, über Zügellänge, Rückentätigkeit bis zur Hinterhandaktivität. Es ist klar, dass derart große Themenkreise zum Teil nur angekratzt werden können. Alles erscheint logisch und ist gut erklärt, und wie gewohnt weiterhin gut bebildert und mit Skizzen und Zeichnungen untermauert.

Durch das Fehlen eines klaren roten Fadens (die Unterkapitel im letzten Teil wirken teilweise recht unmotiviert aneinandergereiht) nimmt man vielleicht aus dem Buch weniger mit, als man wahrscheinlich könnte. Deshalb keineswegs schlecht! Sondern einfach ein Buch zum Mehrmals-Lesen.

Dienstag, 30. November 2010

Zum Aufwärmen hab ich heute wieder "Vorhand zu mir" On Line gemacht. Ging wieder nur mit (sanften) Phasen 4. Ich muss halt touchieren, sonst tut er nix. Nach etlichen Versuchen wurde es mir etwas zu bunt und ich fühlte mich wenig ernst genommen, dann hat der String mal an die Schulter außen geklatscht, und danach ging es - voilà - auf Phase 1. Tsssss ;-).

Dann Liberty: Zuerst Draw versuchen zu verbessern, wieder mit der Übung "Come to me". Billy braucht etwas, um aufzuwachen, aber dann trabte er fleißig auf mich zu.

Danach hab ich wieder einmal Circling Game mit Übergängen und Galopp geübt. Das CG war sehr gut, ich vernachlässige allerdings das Send. Mir ist momentan relativ egal, wie er rausgeht auf den Zirkel, Hauptsache er geht, wenn ich es sage. Also ich bestehe nicht akribisch auf zuerst rückwärts, dann auf den Zirkel. Das hat eine Zeitlang nur bewirkt, dass Yoyo überhaupt nicht möglich war, weil er bei der kleinsten Frage nach rückwärts dachte, es kommt ein circling game, und ist abgehaut.
Die Übergänge waren von Anfang an sehr schön. Schönes Antraben, auch gutes Angaloppieren. Auf dem Zirkel blieb er auch sehr brav, nützte aber auch manchmal die Halle aus.
Nur das Galoppieren wil nicht so recht werden. 2 Galoppsprünge, wieder Trab, und so geht das auch 10x hintereinander. Wenn ich mich mitdrehe und im rechten Moment anfeuere, kann er auch eine Runde durchgaloppieren. Ich bin nciht sicher, ob es hier nur ein reines "willnicht" ist (sicher auch dabei), oder ob es nicht einfach wirklich noch sehr schwierig ist in der kleinen Halle. V.a. linksrum. Bring back aus dem Galopp ist dafür immer sehr gut ;-).

ich bin nicht ganz sicher, wie ich da weitermachen soll. Wenn ich versuche neutral zu bleiben, scheint es nicht und nicht und nicht zu klappen. Es ist wirklich sehr zermürbend. Ein stärkeres Send für quasi mehr Schwung hilft auch nix, eher im Gegenteil (zu schneller Galopp in der kleinen Halle ist ja noch schwieriger). Gehe ich mit, habe ich schon das Gefühl, dass er mich dazu kriegt, immer mehr zu tun und er immer weniger.

hm *kauschleck*

Sonntag, 28. November 2010

Den 1. Adventsonntag hab ich auf Herrn Billys Rücken im Wald durch den Schnee stapfend verbracht.
Ja, es hat geschneit! Ganz ordentlich sogar. Im Wald gingen die Wege, und ich war ganz glücklich, das Glatteis auf den Straßen als Ausrede zu haben, meine Comfort-Zone nicht verlassen zu müssen ;-).
Ansonsten war es herrlich, wieder einmal etwas frische Luft und vor allem Tageslicht zu haben. Hab mein Pferdchen seit 2 Wochen glaub ich nur im Schein der Neonröhren gesehen!

Billy war sehr brav und vollständig entspannt, gemeinsam betrachteten wir die Rehe durch den Wald hüpfen; wir sind ein Stückchen des Weges mit Stallgefährten gegangen, die waren früher weggegangen, wir haben sie überholt und gingen ganz zufrieden und ohne irgendwie einen GEdanken daran zu verschwenden, allein weiter.

Schööön :-).

Donnerstag, 25. November 2010

Heute haben wir On Line gemacht.

Zum Aufwärmen etwas Circling Game, das ich schon lange "liegen" lassen habe. Was eigentlich gut ist, weil ich eher dazu tendiere, es zu viel zu machen. Naja, aber Billy war sehr sehr zäh. Rechts total blockiert, wie zu früheren Zeiten. D.h. wenn ich antraben möchte, dreht er den Hintern raus, giftelt mich frontal an und ist nicht vorwärts zu bekommen. Ich kann das lösen, indem ich das Seil immer kürzer nehme (er weiß genau, dass ich ihn draußen nicht erreichen kann mit dem String) - sobald das Seil ganz kurz ist, trabt er dann ohne weiteren Druck an (ich brauche also keienn Stick + String). Ich finde das seltsam, hm.
Als er dann mal getrabt ist, haben wir schöne Zirkel hinbekommen, travelling Circles ohne den Trab zu verlieren, auch schöne Übergänge Trab-Schritt und wieder Schritt-Trab, aber sobald ich eine Pause mache und danach wieder Trab möchte, klemmt es wieder total. Früher war das eher auf der linken Hand, heute auf der rechten.
Handwechsel haben wir dann auch gemacht, und 2 schöne in jede Richtung hingekriegt :-).
Und stolz bin ich, dass ich das 14m Seil die ganze Zeit halbwegs unter Kontrolle hatte. Früher hab ich es immer von mir geschmissen, weil ich mit den Schlaufen in der Hand nicht zurecht kam, aber heute hat das ganz gut geklappt, inklusive schnelles Schlaufen-Legen zum Verkürzen und Loslassen zum Verlängern. Und sogar bei den Handwechseln hab ich mich nur ein einziges Mal verheddert ;-)

Squeeze Game kam danach, ich hab wieder Tonnen und Cavalettis aufgebaut, die Tonne diesmal liegend, damit das Seil da nicht immer so hängen bleibt und ihn bremst. Er war trotzdem blockiert und stand am Anfang bei der Tonne minutenlang still und konnte/wollte (?) nicht weiter. Das wundert mich und ist untypisch. Ich hab ihm Zeit gelassen und es ging dann. Noch mehr Zeit, bis es im Trab in beide Richtungen klappte. Aber das stehenbleiben, umdrehen, warten am Ende hat er nun verinnerlicht, wie es scheint, macht er hübsch selbständig. :-)

Dienstag, 23. November 2010

Heute war die emotionale Fitness wieder besser *uff*.

Ich hab zuerst Liberty gemacht, wieder mal etwas mehr Gas geben. Da ich jetzt leider wegen Mangel an Tageslicht nur die Halle (nur 12x25) zur Verfügung habe, bewegt sich das Tier viel zu wenig - sieht aus wie trächtig, der Herr ;-).
Ich hab 2 Stangen platziert, bei 3 und 9 h sozusagen des Zirkels, und dann ein lustiges Spiel gespielt - trabst du über die Stangen (er kann nach außen und innen ausweichen), gibts ein Bring Back, vielleicht sogar ein Kekserl. Trabst du nicht über die Stangen sondern weichst aus, musst du galoppieren (wobei mir dann egal ist wie lange, einfach nur mal angaloppieren, auch gut für die Kondi ;-) ).
Ich hab das schon einmal gemacht und bin erstaunt, wie schnell er das kapiert, mein kleiner Blitzkneißer. Ruckizucki wird über die Stangen getrabt und danach gefragt - sogar höflich - ob es jetzt ein Bring Back gibt. Hat toll geklappt und war endlich mal wieder etwas Bewegung.

Danach bin ich geritten und hab für das Rückwärts ohne Zügel auch meine Strategie etwas geändert. Wir sind getrabt, dann anhalten und gleich ins rückwärts fragen. Geht er auf Phase 1, 2 oder 3, gibts Pause, für niedrige Phasen Leckerli. Und statt einer Phase 4, bei der ich mich nur wieder ärgere und alles kaputt mach, wird halt wieder getrabt, wenn er das lieber möchte, schön flott und viele Runden. Danach wieder anbieten: Halt-Rückwärts. Rückwärts heißt Pause, nicht rückwärts heißt traben. Ich weiß zwar nicht, ob er das so kapieren kann oder ob diese Konsequenzen-Folge für ein Pferdehirn doch zu komplex ist, aber mir hilft das sehr, es so ein bisschen als Spiel zu sehen und mich daher nicht zu ärgern.
Schließlich hab ich dann auch keien Phase 4 mehr gebraucht und habe mit wirklich langen Pausen aufgebaut auf eine etwas längere Distanz rückwärts: 1 Schritt-Pause. 2 Schritte - pause. 3 Schritte - Pause. 4 Schritte.... bis zu 6 Schritten, denn 3 oder 5 scheint so eine magische Grenze zu sein - mehr rückwärts will Herr Billy normalerweise nicht. Es hat ihn gestresst, er begann wieder, mit der Lippe auf und zu zu klappen, und nach den 6 Schritten hat er 10x gegähnt, aber dann konnte ich ja eh schon aufhören mit einem schönen Abschluss.

Montag, 22. November 2010

Die emotionale Fitness *seufz*

Heut war ich emotional ganz und gar nicht fit und ärger mich über mich selbst.

Was ist passiert? Wieder einmal steck ich fest mit dem Rückwärts, weiß nicht warum, und wenn ich bei einer Sache durch Nachdenken nicht mehr weiterkomme und mir keine Lösungsmöglichkeiten mehr einfallen, dann werd ich grantig. Wenn ich grantig werde, wird auch der Billy grantig (zu Recht), und dann geht gar nix mehr.

Also wie erwähnt steckt das Rückwärts einfach auf einem bestimmten Niveau, und es wird und wird nicht besser. Ja wir können jetzt auf Phase 1-2 ganz ohne Zügel rückwärts gehen, aber erstens erst nach 30 Sekunden nachdenken (laaaange Phase 1, aber wie viele Jahre kann/darf/soll die so lang bleiben?) und zweitens ist nach spätestens 1,5 Schritten Schluss. Will ich mehr als eineinhalb Rückwärts-Tritte, muss ich bis mindestens Phase 3 gehen. Möchte ich eine schnellere Reaktion, brauchts Phase 4, dann werd ich (zumindest heut) schon emotional und dann geht gar nix mehr. Kein Millimeter geht dann mehr, nichtmal mit Phase 10 (eine Vermutung, das hab ich nicht ausprobiert).

Ich bin mal abgesessen, um mich wieder in den Griff zu kriegen (worauf ich ja schon stolz bin), und hab das Rückwärts vom Boden abgefragt. Da war ich dann sehr streng, aber kaum mehr emotional, immerhin. Der Bernie-Kurs vom Sommer kam mir wieder in Erinnerung: "Rückwärts ist auch nichts anderes als eine weitere Gangart." Ok, also hab ich versucht mir vorzustellen, was ich tun würde wenn Billy so wie er rückwärts geht, vorwärts geht. Er musste dann ziemlich viel rückwärts - ja, mehrere Runden. Wenn es flüssig wurde und flott, gabs Pause, und zwischendurch hab ich auch das Friendly Game kontrolliert und ob es für ihn noch ok ist, herzukommen. War beides in Ordnung, also war es wohl ok, obwohl Billy zwischendurch durchaus besorgt war ("was'n nu los??"). Ich musste auch da wieder an Bernie denken, der bei unserem Kurs Herrn Billy dahingehend analysierte, dass bei ihm Respektlosigkeit und Angst nah beieinander liegen - was bedeutet, dass man bei ihm bis an die Schwelle der Angst gehen muss, um Respekt zu erlangen. Eine Gratwanderung - dachte ich schon damals.

Ich weiß nicht ob ichs hingekriegt habe - jedenfalls war das Friendly Game und Draw weiter ok, und das Rückwärts am Boden besser. Im Sattel fehlt mir allerdings eine Strategie. Fordere ich wenig, belohne früh, bekomm ich immer weniger und weniger. Forder ich mehr und setze es härter durch, bekomm ich irgendwann gar nichts mehr...
Ideen willkommen...

Donnerstag, 18. November 2010

Heute zum Aufwärmen wieder On Line: Vorhand zu mir. Da herrscht jetzt einmal vorerst STillstand und es gab keine weitere Verbesserung. Ich werd's vielleicht ein bisschen ruhen lassen, was anderes tun und dann in ein paar Wochen wieder konzentriert öfter üben.

Dann bin ich etwas Freestyle geritten und hab weiterhin versucht, das rückwärts ohne zügel zu verbessern. Es musste leider - wie bei jeder Einheit 1x - mit einer deutlichen Phase 4 einmal knallen, und danach gings auf Phase 1 (Gewicht nach hinten) oder 2 (Beine leicht nach vorn und Fußspitzen anheben - als nächstes würde Füße wackeln folgen). Weil es dann wirklich gut war, bin ich gleich wieder abgesessen und hab Schluss gemacht.
Ich möcht nur einmal, dass es beim ersten Mal einer Einheit ohne Phase 4 geht - dann lass ich auch diese Übung wieder ein Weilchen ruhen. Eigentlich wollte ich das ganze längst aus dem Schritt und dann direkt aus dem Trab, aber es ist aus dem Halten dazu noch viel zu zäh... außerdem gefällt mir noch nicht ganz, dass Herr Billy nach maximal 5 Schritten die Übung als jedenfalls beendet ansieht. - Noch viel Arbeit! ;-)

Dienstag, 16. November 2010

Wir haben heute weiter On Line Dinge geübt. Zum einen zum zweiten Mal das Squeeze Game am 14m Seil und zum anderen das Vorhand-zu-mir weiter ausgebaut.

Vorhand-zu-mir geht nun auch in der Mitte der Bahn, ohne Hilfe einer Bande :-). Ich hab heute - Schrittchen für Schrittchen, nicht alles auf einmal - eine 360°-Drehung in jede Richtung verlangt. Es geht schon sehr gut, ich muss aber doch meistens mal antippen mit dem Stick am Widerrist auf der gegenüberliegenden Seite - also eine Phase 4.1. Danach geht es tw. auch auf Phase 2-3. Die Hinterhand geht auf Phase 1-2.
Schön ist, dass er wirklich eine hübsche Hinterhandwendung macht, die Hinterbeine bleiben brav stehen. Wenn ich zu schnell werde, weicht die Hinterhand nach außen aus. Und am Anfang gibts ein bisschen Missverständnisse, da denkt er ich möchte die Hinterhand zu mir haben. Zugegeben sind die Kommandos dafür aber auch sehr ähnlich.

Danach habe ich wieder die anspruchsvolle Hinderniskombi (2 Cavalettis parallel zur Bande + die hohe Tonne in der Mitte in 1m Abstand von der Bande) für das Squeeze Game aufgebaut. Ging besser als zuletzt, v.a. das Rope Handling - Billy hat sich heut nur ein einziges Mal im Rope verheddert. Der Trab kam etwas früher und schneller als beim letzten Mal, und er geht nun von sich aus bis zum Ende der Halle, wenn ich nicht vorher disengage. Disengagement auf Entfernung klappt toll.

Seil-Aufwickeln kann ich auch schon besser. Ich brauch jetzt nicht mehr 30, sondern nur noch 7 Minuten für das ganze Seil mit exakten, gleichmäßigen, kleinen Schlingen. ;-)

Mittwoch, 10. November 2010

Zitat

Außderdem seh ich mir im Moment viele DVDs ein weiteres Mal an, die laufen so im Hintergrund während ich versuche meine Wohnung wieder in etwas vorzeigbareren Zustand zu bringen (dass mich am Sonntag abend meine pingelige Nachbarin überfallen hat und ich ihr meine Wohnung im Dreckszustand zeigen musste, hat mich peinlich berührt).
Unter anderem hat sich mir da der folgende Satz grad so eingeprägt, weil er so schön ist:
"In muscle, there is strenght. In softness, there is power."
Mark Rashid, aus der DVD "Developing Softness"

Dienstag, 9. November 2010

Squeeze am 14m Seil

Ich bin nun alle Spiele am 14m Seil durchgegangen. Squeeze nun zuletzt.
Ich hasse dieses Ding, dauernd verheddere ich mich, v.a. wenn Hindernisse mit im Spiel sind.

Heute hab ich einen richtig laaangen und eeengen Squeeze-Gang gebaut. In der Mitte unsere riesige schwarze Tonne (fast schulterhoch, und in Folge forderte sie gemeinsam mit dem 14m Seil jede Menge Emotional Fitness von mir *grrr*) aufgestellt, etwas 1 m von der Wand. Billys Bauch passt so gerade vorbei *g*. Dann, um diesen Engpass zu verlängern, links und rechts, parallel zu Wand und auch genauso weit davon entfernt, also 1m ca., 2 Cavalettis. Ich wollte damit üben und mir und Billy helfen, dass er nach dem Squeeze etwas länger geradeaus geht, bevor ich die Hinterhand wegtreibe und er mich ansieht und wartet. Denn oft geht er am Engpass grade so vorbei, dreht sich sofort um steht dann direkt vor mir.

Die Übungsanordnung hat auch wirklich geholfen. Ich konnte das gesamte Seil ausnutzen und Billy an der ganzen langen Seite entlangdirigieren. Er hat dann schon sehr brav drauf geachtet, wann es soweit ist, dass er umdrehen soll und warten.

Billy war sehr sehr zäh am Anfang. Schlurfschritt, und vor der Tonne sooo eng an der Wand hatte er tatsächlich Probleme (kenne ich ja normal eher nicht bei ihm), da blieb er mehrmals stehen und stockte. Ich hab alles sehr langsam angehen lassen, ließ ihn das wirklich wirklich oft im ganz langsamen Schritt gehen und übte inzwischen, das Lasso auch zwischendurch aufzuwickeln, wenn Pferd sich bewegt *verhedder*. Nach und nach wurde er munterer und dann konnte ich auch Trab fragen. Zuerst ging der Trab nur in einer Hälfte - entweder vor oder nach der Tonne. Und schließlich trabte er super durch, auf beiden Seiten, damit hab ich mich dann zufrieden gegeben.

Montag, 1. November 2010

Her mit der Hinterhand, her mit der Vorhand

Kurz vor dem Wochenende hat Herr Billy gemeint eine Phlegmone aufreißen zu müssen. Und ich dachte schon, die Anfälligkeit dafür wär vorbei (im 1. Jahr als ich ihn hatte, hatte er 4 Phlegmonen - ich dachte damals das hängt am Immunsystem und Stress, den er durch den Stall-, Besitzer- und Geschlechtswechsel *g* sicherlich hatte). Nun gut, er scheint weiter anfällig.
GsD haben wir ja unsere TÄ neuerdings im Haus, Billy bekam Verband und Antibiotika und nach 2 Tagen ist das Beinchen nun wieder so wie es sein soll. Ich hoffe es kommt kein Rückschlag mehr.

Bedingt dadurch hab ich nur versucht ihn in gleichmäßiger ruhiger Schrittbewegung zu halten mit etwas ruhigem Trab. Wir haben z.B. unser Stick-to-Me im Trab bei verschiedenen Geschwindigkeiten geübt und das klappt super. Gaaaanz langsamer Trab - schneller Trab (so schnell ich halt kann *g*) - wieder Zeitlupentrab. Pferdchen bemüht sich sehr, mein langsamstes Tempo noch zu halten, das war wirklich toll.

Weiters haben wir inzwischen sehr gut zusammengebracht, die Hinterhand zu mir herzuschwenken. Das geht jetzt auf Phase 2, und zwar sowohl an der Bande als Hilfe als auch im freien Raum. Ich hab dann eine Übung gemacht: Ein SChrittchen Hinterhand weg, ein Schrittchen Hinterhand her ;-). Denn Billy soll möglichst nicht vergessen, wie das Kommando ist, die Hinterhand wegzutun.
Dementsprechend habe ich zum ersten Mal probiert, die Vorhand in einer sauberen Hinterhandwendung zu mir zu holen. Und: Hat geklappt! An der Bande haben wir eine 1A-180°-Hinterhandwendung zusammengebracht, mit Phase 3 ca.

Beides (Hinterhand und Vorhand) soll nun noch etwas besser werden, bevor ich mit Seitwärts zu mir her beginne.
Ich dachte ich schreib auch noch einmal auf, warum die Hinterhand zu einem her zuerst sehr gut sein soll, bevor man mit der Vorhand beginnt. Das habe ich wieder auf dem Bernie-Kurs gelernt (und in Praxis, weil ich ja nicht hören kann, auch am eigenen Leib ausprobiert *g*):
Beginnt man damit, dem Pferd beizubringen, dass es die Vorhand herschwenkt, ist die Chance relativ groß, dass es eine Ausgleichsbewegung mit der Hinterhand macht - also die Vorhand herschwenkt, gleichzeitig die Hinterhand aber weg (was nicht erwünscht ist, wir wollen ja eine saubere Drehung UM die Hinterhand, diese soll am Platz bleiben). Wenn ich nun links stehe und die Hinterhand nach rechts ausweicht, muss das Herholen der Hinterhand gut sitzen, um dem Pferdchen zu erklären, dass dies ungewünscht ist. Hat man vorher nicth geübt, die Hinterhand zu sich herzuholen, hat man in diesem Moment keine Chance, dieses unerwünschte Wegbewegen zu verhindern. Im Gegenteil hat man durch das Seil am Kopf sehr wohl eine Möglichkeit, aufs Vorderende einzuwirken, wenn man beginnt, das Pferdchen zu lehren, dass es die Hinterhand herschwenken soll. Da kann ich mit Seil verhindern, dass es die Schulter/Vorhand dafür wegdreht und wieder eine "Flaschendrehung" lernt.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Seitwärts zu mir

Momentan mach ich nicht so viel.

Wir haben wieder 2x daran gewerkt, dass Billy die Hinterhand zu mir herschwenkt (und zwar nur auf Kommando *g*). Ich brauche dafür noch eine Wand, mitten in der Halle ist er verwirrt und flüchtet dann aufgeregt (was total untypisch ist). An der Wand konzentriert er sich sehr und wir können eine hübsche Schritt-für-Schritt-180°-Wendung auf mich zu, wobei die Vorhand ganz brav am Platz bleibt.
Ich brauch dafür noch hohe Phasen (ohne touchieren hat es nur 2x nach etlichen Wiederholungen endlich geklappt), aber das wird bald. Ich habs zuerst von rechts nach links geübt, viele viele Wiederholungen mit Pausen, bis ich endlich endlich das erste Mal nicht touchieren musste. Dann nach einer langen Pause (und er hat heute total viel gekaut und geschleckt :-) ) auf der anderen Seite - und voilà, da hats auf Anhieb geklappt fast, nur 1x musste ich touchieren, beim zweiten Versuch gings auf Phase 3, beim 3. Versuch auf Phase 1. Toll :-)

Meine Phasen bei der Übung sind (nach Bernie):
[Null]: gegenüberliegende Hinterhand mit dem Stick streicheln (= Vorbereitung: "Achtung, ich sprech gleich mit deiner Hinterhand da drüben")
[1]: Energie hoch, Stick/Arm in die Höh und übers Pferd
[2]: Energie bleibt oben, Stick beginnt weit oben zu wacheln
[3]: Energie bleibt oben, Stick bewegt sich wachelnd nach unten
[4-1 bis 4-x]: Stick touchiert Pferd leicht bis fester, bis es reagiert.

Klappt hervorragend so.

Das soll nun richtig gut werden (Phase 1 in beiden Richtungen), dann widme ich mich der Vorhand, und dann möcht ich es zusammensetzen zu einem kontrollierten Seitwärts auf mich zu.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Nur Mut ...

Am Wochenende und heutigen Feiertag war ich mutig, gleich 3x.
Nach gefühlten Ewigkeiten hab ich es gewagt und bin ausgeritten, jeweils nur ganz kurz, am Wochenende jeweils alleine und heute mit einer Freundin vom Stall, die ihr Pferd langsam wieder ankonditionieren muss (war lang krank).

Alleine bin ich hauptsächlich in der Comfort-Zone geblieben - also unserm Stallgrundstück, im Wald. Kurze Stückchen bin ich darüber hinaus geritten, da war das Magenflattern wieder da, aber es ging, und alles ging gut. Solang ich im Wald bin fühl ich gar nix und genieße den Ausritt. Auch ein Reh, das Herr Billy ziemlich spät gesehen hat und mit einem Hupfer zur Seite zur Kenntnis nahm, hat dem keinen Abbruch getan.

Heute der Ausritt war dann schon mehr Magenflattern... Da es viel geregnet hat, fallen alle Kurzrouten, die Wiesen enthalten, schon mal aus. Also gingen wir hauptsächlich an der Straße. Auch über die Bundesstraße, dann einen kleinen Anrainerweg entlang, ein bisschen durch den Wald, wieder über die Bundessstraße, dort ein Stückchen entlang (und dort begann das Magenflattern), über den GEhsteig einer Brücke (*aaaaaaaahhhhhh*), und dann wieder in den Wald und dort kreuz und quer, durch viel Matsch und Rinnsale (die Herrn Billy allesamt egal waren) und dann über den Weg auf unseren eigenen Weiden wieder nach Hause.

Bin froh dass ich nun ein Erfolgserlebnis hab... auch wenn die 10m an der Straße mit speiübel wurde. Herrn Billy war die Straße eh egal, auch das hohle Klappern des Gehsteigs über der Brücke... ist ja alles nur in meinem Kopf...

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Heute hab ich nur wenig gemacht, ein bisschen Seitwärts at Liberty geübt.
Mit Bernies Ansatz (wird gleich erklärt) klappt der Beginn jetzt schon sehr gut.

Ich hatte das Problem beim Seitwärts am Zaun, dass Billy zumindest auf einer Seite - die ihm schwerer fällt - die Hinterhand zuerst nachhängen ließ, dann vorne immer schneller wurde, bis er quasi wieder geradeaus am Hufschlag ging - und ich in Zone 5 hinterher. Oder, umgekehrt, wirkte ich vermehrt auf die Hinterhand, um das zu verhindern, drehte er sich zu mir und es wurde quasi ein Rückwärts auf dem Hufschlag draus.
Bernie hat mir im Kurs vom August geholfen, den Beginn des Seitwärts langsamer zu erarbeiten (ich hab natürlich immer gleich drauflos gewerkt - Pferd mit Kopf zum Zaun und los gehts). Dabei gehe ich am Hufschlag und Billy in einem Stick-to-Me neben mir, am 2. Hufschlag. Durch Körperdrehung nach hinten, Druck mit [1] Blick und wenn nötig [2] Stick-Anheben, [3] Stick-Bewegen oder gar [4] Touchieren wird die Hinterhand ins Bahninnere "geschoben" und ein erster Seitwärtstritt veranlasst. Halt und loben, wenn es klappt. Erst wenn so die Hinterhand besser auf feinen Druck, nämlich möglichst Blick, reagiert, zum Seitwärts übergehen.

Tatsächlich werde ich mir so wieder mehr der Phasen bewusst und es klappt sehr gut. Ich hatte anfangs wirklich Schwierigkeiten, die Hinterhand aus dieser Position, quasi in der Bewegung, überhaupt nach innen zu bekommen. Er wurde schneller und dachte er soll vorwärts.
Seit ich das Seitwärts nun so ansetze, läuft er nicht mehr davon. Dass er mir das Gesicht zuwendet, weil ich zu viel Druck auf die Hinterhand mache, passiert auch kaum mehr.

Ich war ganz fasziniert, dass ich Liberty auf 5-6 m Abstand mit nicht mehr als Hände heben gezielt die Hinterhand und die Vorhand verschieben kann. Ich fühl mich dann immer so ein bisschen wie in einem Fantasy-Zauberer-Film: stehe am Hufschlag, das Pferd 6m weg, dann hebe ich die Arme, Handflächen zum Pferd hin, Energie hoch, mache eine "Abrakadabra"-Blick und tatsächlich, Pferd bewegt sich *g*. Und noch viel besser: Energie runter und Pferd steht. Ich möchte es bald mal filmen :-)

Und weils so schön war, hab ich noch am Seitwärts zu mir her gewerkt, zuerst als ersten Baustein die Hinterhand auf mich zu schwenken (jetzt, nach 3,5 Jahren, trau ich mich, ihm das beizubringen *g*). Klappt hervorragend. Zweiter Baustein: Vorhand zu mir herschwenken, klappt gar nicht, er dreht die Hinterhand nur weg. Aaaaber, deshalb hat Bernie uns ja auch eingebleut: Zuerst Baustein 1 richtig richtig gut werden lassen. Denn wenn dann beim Versuch, die Vorhand herzuschwenken, die Hinterhand weicht, kann man sie schnell und einfach wieder zu sich holen. Solange das nicht geht, bringt man Pferdchen nur die falsche Bewegung bei.
Es war natürlich völlig doof, das erste Mal es at Liberty zu probieren *hüstel*. Das werde ich nun als On Line Übung in unser Programm einbauen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Rezension: Mark Rashid, Pferde suchen einen Freund

Mark Rashid, Pferde suchen einen Freund... denn Pferde brauchen Sicherheit. 238pp. Stuttgart: Kosmos, 2010.

Vorweg: Wie man vom englischen Titel „Horsemanship through Life“ auf den deutschen Titel kommt, ist mir ein Rätsel. Vor allem, wenn Rashid im Vorwort erklärt, warum er den englischen Titel wählte; um nämlich zu zeigen, wie sich die Einstellung, die mit Natural Horsemanship einhergeht, auf das gesamte Leben, nicht nur hinsichtlich des Umgangs mit Pferden, auswirkt. Tatsächlich bin ich hier versucht zu sagen, dass dann auch der englische Titel nicht so passend ist, es müsste vielleicht tatsächlich „Aikido through Life“ heißen – dann würden aber keine Pferdeleute das Buch kaufen, und das wäre sehr schade. ;-)

Alle von Rashids Büchern sind ja immer schon eine Mischung aus Biographie und Ratgeber gewesen. Durch aneinandergereihte Episoden aus seinen Erfahrungen als Pferdetrainer bekam man zwar kein Lehrbuch, aber jede Menge Tips, die man auf den eigenen Umgang mit den eigenen Pferden umlegen konnte.
Dieses Buch macht noch einmal einen großen Schritt hin zur Biographie und weg vom Ratgeber. Und doch habe ich aus diesem Buch am allermeisten von allen mitgenommen.
Es geht nicht um Techniken, es geht nicht um Pferdekorrektur, es geht fast ausschließlich um Persönlichkeitsentwicklung und Einstellung gegenüber den Pferden. Dabei scheut Rashid – eher ungewöhnlich in der Welt der Pferdetrainer! – nicht davor zurück, seine eigenen Prinzipien aus früheren Büchern (z.B. das Prinzip, das Erwünschte angenehm und das Unerwünschte unangenehm zu machen) zwar nicht gleich vollständig über Bord zu werfen, aber immerhin in Frage zu stellen.

Das Buch beginnt mit einem Tiefpunkt in Rashids Leben, den er sehr ehrlich und ungeschönt beschreibt: Wie er sich im Alltagstrott des Pferdetrainings verlor, eigene körperliche Probleme überging, nicht mehr genug auf die Pferde hörte und das Training immer stereotyper gestaltete... bis es zu einem Unfall kommt, der ihm die Augen öffnet und ihn dann – durch eine Zufallsbekanntschaft – zu Aikido bringt. Die Einstellung, die er beim Aikido lernt, scheint alles zu verändern und wird von Rashid direkt und erfolgreich auf das Pferdetraining umgelegt. Rückblenden auf seine Jugend in der Lehre des „alten Mannes“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Dieses Buch ist philosophischer und irgendwie privater als die bisherigen. Ungeschönt zeigt Rashid einen Tiefpunkt in seinem Leben und wie er sich daraus wieder aufrappelt. Das ist sympathisch und gibt all denen Hoffnung, die derlei Tiefpunkte zur Genüge kennen – also allen Pferdebesitzern ;-). Es gibt jede Menge Anregungen zum Nachdenken und Anstöße, die eigene Einstellung zu überdenken und vielleicht manches aus anderem Blickwinkel zu betrachten.
Und auch wenn man nicht unbedingt Aikido betreiben muss, um etwas aus dem Buch mitzunehmen, könnte ich mir vorstellen, dass der Prozentsatz der Pferdebesitzer unter den Aikido-Schülern seit Erscheinen des Buches ganz schön gestiegen ist ;-).

Montag, 18. Oktober 2010

Heute haben wir nur kurz was gemacht. Ich hab ein bisschen mit Squeeze Game am 14m Seil begonnen. Irgendwie bin ich allerdings ausgerechnet beim Squeeze ziemlich einfallslos. Es ist auch nicht unbedingt mein Lieblingsspiel.
Ich habe zuerst 2 Cavalettis mit etwas Abstand zum Hufschlag aufgebaut und ihn da durch geschickt; dabei darauf geachtet, dass das Seil möglichst lang durchhängt und ich Abstand zum Pferdchen bekomme. Hat sehr gut geklappt, v.a. dass er auch danach noch weiter geradeaus geht, ist viel besser geworden als noch vor einiger Zeit (da lief er bevorzugterweise gleich immer nach dem Squeeze hinter mir vorbei auf den Zirkel). Hinterhand aus der Ferne (ungefähr mit halbem bis 3/4 Seil) hat auch ganz toll geklappt.
Nach einigen Durchgängen hab ich auf Trab erhöht und dann schließlich über die Cavalettis gesqueezed mit einem kleinen Sprung. Ganz gelingt das nicht, er meint oft er hat nicht genug Schwung, um den Riiiesensprung zu bewältigen. Aus dem Zirkel klappt es ohne Zögern, aber aus dem Squeeze hergeholt verweigert er manchmal oder steigt dann drüber (DAS geht ja *lol*).

Zwischendurch konnte ich ihn auch aus der Ferne toll Seitwärts schicken, um mehr Abstand zum Squeeze-Punkt zu bekommen. Hat mich fast selbst verwundert, dass er mich da verstanden hat.

Weil das Podest im Weg rum stand, haben wir auch damit wieder mal ein bisschen gespielt. 3 Beine gehen nun schon recht regelmäßig drauf, aber für den 4. fehlt ihm noch das Vertrauen, sich vom Boden abzustoßen und das GEwicht voll aufs Podest zu verlagern. Ich finde aber süß, wie man sieht, dass er es eigentlich gern möchte, ganz ohne mein Zutun rudert er herum mit dem dritten Bein, sucht das Podest, probiert herum :-). Man muss schon auch dazu sagen, dass das Podest einfach sehr klein für ihn ist, er muss sich da wirklich ordentlich zusammenkrümmen. Nicht einfach. Aber der vierte Fuß kommt schon noch rauf ;-).

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Durchbruch? Tatsächlich??

Ja, ich war wirklich seeehr gespannt, was heute mit dem Gebiss sein würde. Nimmt er's oder beißt er nur wieder die Zähne zusammen.
Also mal mit dem Zaumzeug gekommen. Anfangs ist meine Zuversicht ziemlich gesunken. Er wich aus, kaum hatte er das Zaumzeug gesehen, wandte den Kopf ab, streckte ihn dann in die Höh. Gut, ließ ich nicht zu, Kopf senken bitte-danke. Dann ließ er den Kopf brav da, ich hielt das Gebiss vors Maul.... waaarten.... waaarten... waaaarten. Und tatsächlich, es hat ein bisschen gedauert, aber schließlich bewegten sich die Lippen, schnofelten ein bisschen am Metall, dann hat er ein bisschen dran geschleckt und es sich dann ganz einfach ins Maul schieben lassen und den Kopf auch noch dagelassen, bis ich das Zaumzeug über die Ohren gestreift hatte. Da hat er sogar den Kopf so ein bisschen gesenkt, wie er das mit dem Knotenhalfter macht, um ins Nasenteil zu schlüpfen.
Halleluja, ich freu mich!!!

Wir haben das Tageslicht dann ausgenützt und sind am Viereck geritten (mit Hackamore über dem Gebiss natürlich, anfassen will ich es immer noch nicht, aber bald wohl).

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit den Fortschritten, was Wendungen betrifft.
Im Schritt bin ich zum Aufwärmen Zirkel und volten geritten. Die Zügel lagen am Hals, Stick hab ich gar nicht mitgenommen. Ich hab ein bisschen mit kleinen und großen Volten gespielt und probiert, wie genau ich den Radius festlegen kann - das geht erstaunlich genau!
Dann Trab: Auch hier haben sich die Wendungen verbessert. Zirkel gehen einwandfrei, manchmal lässt er sich durch die Pferde auf der Koppel ablenken, aber das macht nichts und er reißt sich zusammen, wenn ich ihn dann zur Ordnung rufe. Zum ersten Mal hab ich dann abwechselnd zum Zirkel auch Volten probiert. Das ging zuerst schief. Trab+Abwenden = jedenfalls Zirkel, dachte der Billy und ging brav auf den Zirkel. Mit etwas mehr Schenkeldruck und einmal Zügel dazu hatte er dann aber kapiert, dass es auch im Trab Volten gibt. Klappte hervorragend: Zirkel, gerade, Volte, Zirkel. Nur mit Körperdrehung und manchmal (für kleinere Volten) auch Bein. Toll!
Dann noch im Galopp, aber der Galopp generell war heute nicht so gut. Es lag an mir, irgendwie hab ich meinen Körper nicht so unter Kontrolle gehabt. Hier hat sich gezeigt, dass Billy durch die vorangegangene Übung, abwechselnd Links- und Rechtsgalopp, sensibilisiert wurde - da ich heute am Hufschlag galoppiert bin, hab ich nicht so richtig auf meine Körperhaltung geachtet, und schwupps, ging er Außengalopp. Einmal Kreuzgalopp. Also musste ich mich ein bisschen zusammenreißen, bis wir gute Zirkel im Galopp zusammengebracht haben. Gut ist übertrieben, aber ich bin momentan zufrieden, wenn ich ohne Zügel auf den Zirkel abwenden und ihn beenden kann. Die Zügel wirklich ganz los zu lassen im Galopp, sie wegzulegen auf den Hals, fällt mir noch etwas schwer. Komisch und rein psychologisch. Denn wenn ich sie halte, dann ganz am Ende mit nur einer Hand, sodass ich damit sowieso nix ausrichten kann...

Montag, 11. Oktober 2010

Ein Durchbruch?!

Ich freu mich heut total, weil es endlich einen Durchbruch in Sachen Gebiss gab heute!
Ich war in der Halle, zog Billy das Knotenhalfter aus, streifte ihm das Kopfstück vom Gebiss über die Nase, bissi streicheln, dann mit der einen Hand das Gebiss hingehalten (diesmal wieder das dünne Sweet Iron) - erstmal ohne LEckerli... plauderte ein bisschen mit dem Miteinsteller, weil er mich angesprochen hat, war ein bisschen abgelenkt dadurch... schleckt der Billy doch tatsächlich am Gebiss rum und fängt an es von selbst ins Maul zu arbeiten, ließ sich das Kopfstück dann über die Ohren ziehen ohne jeden Widerstand. Da war ich dann sprachlos und ließ den Miteinsteller weiterreden, weiß gar nicht mehr was er gesagt hat *g*. Danach gabs dann natüüüürlich Leckerlis, sogar 2, aber für mich machts einen großen Unterschied: Leckerli kam hinterher als Belohnung, nicht vorher als Lockmittel. Und er hat das Gebiss freiwillig genommen, ich hab es nicht mit dem Leckerli mit ins Maul geschummelt.
Jetzt bin ich ja nur gespannt, ob das ein einmaliger Irrtum des Herrn Billy war oder vielleicht so bleibt! Hach wär das schön!

Sonst hab ich dann nicht so viel gemacht.
Einerseits Liberty ein bisschen am Seitwärts geübt (was nicht besonders gut war und ich war heute irgendwie nicht klar und hatte kein genaues Bild dessen vor Augen, wie es aussehen soll, was immer schlecht ist); danach bin ich noch geritten und hab weiter Rückwärts aus Halt, dann aus Schritt und dann aus Trab geübt. Es ging ganz gut, aber ich bin zu ungenau im Phasen-Einhalten, wieder einmal. Und zu ungeduldig und ehrgeizig und daher zu ruppig *schäm*.
Ich verlange halt jetzt immer mehr rückwärts, immer so lange, bis ich hören kann, dass er aufhört, die Vorderhufe durch den Sand zu ziehen. Unsere Spuren werden dadurch auch langsam besser. Früher haben wir tatsächlich 2 durchgehende parallele Furchen hinterlassen ...

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ich wollte heute das Tageslicht ausnutzen, alles wurde schon wieder mal später als gedacht und so war ich leider von Anfang an hektisch und ungeduldig mit Billy.

Den Kampf mit dem Gebiss hab ich auch schon so satt, es wird einfach nicht besser. Er nimmt es, ja, mit Leckerli, aber immer zeigt er erstmal dass ers nicht mag - beißt die Zähne zusammen oder weicht aus, wie heute. Wie lange mach ich das jetzt? Ich lasse es ihn immer nur tragen, mache gar nichts damit. Aber es hilft nix.

Ich bin gleich geritten ohne viel Vorbereitung, bis es finster wurde. Man sieht erstaunlich gut bis dahin ;-). Wir haben wieder Zirkel abwechselnd mit Geraden geübt. Das Abwenden ohne Zügel und ohne Stick, nur mit einem Hauch Bein, funktioniert nun im Trab auch sehr schön, sogar trotz Ablenkung von hin- und hergaloppierender Herde.
Im Galopp klappt es noch nicht gut, aber weil ich nicht ruhig genug sitze um mein Bein anständig einzusetzen. Bzw. krieg ich im Galopp schwer eine ruhige Körperdrehung zustande, auf die er ja im Idealfall noch vor dem Bein hören soll. Also hab ich es gelassen, probiere ich in einer Weile wieder.
Im Schritt funktioniert alles genial, ich brauche kein Bein, keinen Zügel, keinen Stick und kann hübsche Volten, Zirkel und Slalom reiten. Super! Billy reagiert weich und willig und schnell. Ein 8er ohne alles dürfte jetzt eigentlich kein Problem mehr sein (habs nicht versucht) - daran bin ich im Frühling noch gescheitert, brauchte nicht nur Stick sondern auch noch Zügel dazu. Freu mich sehr über diesen Fortschritt!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Momentan habe ich leider weniger Zeit für das Pferdchen als mir lieb ist. Heute auch nur kurz was gemacht.

Angefangen wieder mal mit dem Gebiss... ging gleich gut los, denn ich hatte die Leckerlis vergessen. Macht nix, mal probieren wie es mittlerweile ohne geht ... .... ... ok, schlecht! Wieder stummer Protest mit Zähne Zusammenbeißen und Totstellen. Mit viel Geduld und auch ein bisschen Ungeduld war es schließlich drin, und Billy schaute wieder unglücklich.

Wir haben dann Liberty ein bisschen Stick to Me gemacht. Ich war heut nicht allein in der Halle, deshalb wollte ich nicht viel anderes machen. Das Stick to Me war genial, es wird immer besser. Er "klebt" wirklich an mir wie es wohl gedacht ist. Er schließt sofort auf wenn ich schneller gehe. Anhalten klappt ganz vorbildlich. Wir haben heute auch ganz ganz enge Zirkel im Trab gemacht, bei denen ich mich nur noch drehen musste, Billy trabt außen. Das hat er rechts quasi von selbst angeboten, links kam er mir dann doch ein bisschen abhanden, driftete in eine Ecke und wollte sich dort ins "Leo" stellen, kam dann aber gerne wieder mit.

Danach bin ich etwas geritten und habe unser Rückwärts weiter geübt, diesmal dann auch mal direkt aus dem Schritt und zum Schluss sogar aus dem Trab. War ganz gut. Ich habe versucht drauf zu achten, dass er vorne leichter wird und den Kopf nicht hochreißt, aber auch nicht im Sand vergräbt, und dass er mal die Beine hebt. So habe ich diesmal auch längere Strecken gefordert (solange, bis diese Kriterien eben erfüllt waren), was ihm natürlich nicht gefallen hat. Irgendwie mag ich sein missmutiges Grunzen *ggg*. Und es gab auch viiiiel viel Lob und baldiges Aufhören.

Donnerstag, 30. September 2010

Heutiges Programm: 1) Gebiss, 2) FreeStyle reiten, an Wendungen feilen.

1) Gebiss war - wie auch gestern - in 1 Minute drin. Wieder mit der Leckerli-Methode. Ich habe allerdings einen ganz kurzen Moment lang befürchtet, dass er trotz Leckerli die Zähne zusammenbeißt. Aber dann wollte er es doch haben und hat dafür das Gebiss in Kauf genommen. Er hat es relativ bewusst aufgenommen und ins Maul gearbeitet (das Gebiss meine ich), ich habe den Eindruck, dass er weniger versucht, das Leckerli am Gebiss vorbei zu erhaschen. So als würde er langsam unseren Deal akzeptieren (Tausche Leckerli gegen Gebiss-Rumtragen!).
Beim Ausziehen hab ich auch wieder versucht drauf zu achten, dass er den Kopf nicht im letzten Moment hochreißt, aber ich hab irgendwie zu wenig Hände. ich habs aber geschafft, das Gebiss ruhig mit beiden Händen an den Ringen im Maul festzuhalten (Kopfstück war schon drüber, denn er reißt den Kopf erst dann hoch, wenn das geschehen ist) und erst dann vorsichtig rauszunehmen, als der Kopf wieder unten war. Dieses Kopfhochreißen ist nicht hektisch, er denkt wohl einfach, so zieht man ein Gebiss aus. Möchte ihm halt einfach zeigen, dass das auch angenehmer geht. ;-).

2) Viereck war so lálá bereitbar. Ich wollte mich heute aufs Lenken ohne Zügel und ohne Stick konzentrieren und den Seitwärts-Schenkel-Gehorsam, der im Schritt wie gestern beschrieben genial funktioniert, ein bisschen im Trab üben, später dann Galopp - denn da hapert's dann ncoh gewaltig.

Billy ist in letzter Zeit irgendwie verändert. Eigentlich zum Positiven, nur für mich ist es ungewohnt. Denn der Büffel benimmt sich nun wie ein Pferd mit FLuchtinstinkt. Ich überlege schon, ob es doch am Mineralfutter liegen kann - seit ca. Juli gebe ich ein von der Osteopathin empfohlenes.
Jedenfalls ist Billy ungewohnt guckig am Viereck. Er sieht hierhin, er sieht dorthin, er wird an jeder langen Seite schneller (schneller, kann man sich das vorstellen???). Er benimmt sich eben wie ein normales Pferd, wenn es kühler und Herbst wird, Blätter rascheln und Wind weht. Nicht hektisch oder ängstlich, aber eben mit neugieriger Aufmerksamkeit und Anteilnahme an seiner Umwelt. Gleichzeitig achtet er auch mehr auf mich, auch wenn er hie und da unkonzentriert scheint, aber mit einem Zucken nimmt er dann wahr: "uh oh, sie will was von mir", wenn ich nur ganz sanft mit dem Schenkel komme (100g-Tafel Schweizer Schokki halt, die reitet bei uns jetzt immer mit *gggg*). Das ganze ist ungewohnt, es freut mich eigentlich, weil ich doch mehr Lebensfreude als in den letzten 2 Jahren sehe. Gleichzeitig ist es wie gesagt ungewohnt - ich hab mich so sehr drauf eingestellt, dass das Pferd ein Büffel ohne Fluchtreflex ist, dass ich mich nun halt umstellen muss.

However, ich habe zuerst Aufwärmvolten im Schritt gemacht, wir diskutierten manchmal drüber, wie tief eine Pfütze sein darf, dass pferd ohne Zögern reinsteigt, aber er war sehr brav, und ich kann Volten auf reinen Schenkel, nach einiger Zeit dann mit bloßer Körperdrehung reiten. Ich kann sogar bestimmen wie groß die werden :-).

Dann im Trab: Da haperts wie gesagt. Er missversteht und reagiert gar nicht, kommt dann der Schenkel, wird er schneller. Wir sind dann 20 Minuten durchgetrabt: Einmal einen Zirkel, solange bis er auf mein Körperkommando zum Abwenden reagiert. Dann wieder geradeaus. So lange bis er auf den Zirkel vergessen hat *g*. Dann wieder Zirkel, geradeaus, einmal so, einmal so. Pause, wenn er einige Male hintereinander gut auf mich geachtet hat und Zirkel und geradeaus gut unterschieden hat.

Es war eine recht unkonzentrierte Einheit, aber doch ganz erfolgreich, bin zufrieden.

Mittwoch, 29. September 2010

Im Zaum II

Wieder hab ich heute als erstes das Zaumzeug angezogen. Zuerst ein bisschen Friendly Game damit, während eines Stick to Me hab ich ihn gestreichelt, während der Zaum an meinem Arm hing. Man merkt dass er skeptisch ist, er weicht dann aus, drückt sich an die Hallenwand, weil er denkt ich leg ihn gleich an. So hab ich ein bisschen Liberty aufgewärmt, wobei es dann schwierig war, einen Moment zu finden, wo ich ihm das Zaumzeug anlege. Nach einem Draw in die Mitte ist das u.U. nicht so klug, dann mag er womöglich gar nicht mehr reinkommen, wenn er denkt, er bekommt dann die Trense rein. Schwierig schwierig.

Aaaber: Das Ding war heut in 1 Minute drin. Wieder ein Leckerli unter das Gebiss geschoben, ein bisschen mit Kopfsenken gespielt, dann hingehalten, das Leckerli gleichzeitig mit dem Gebiss reinarbeiten lassen, fertig. Er versuchte es heut gar nicht sooo zu vermeiden, sondern nahm scheinbar das Gebiss als notwendiges Übel zum Erlangen des Leckerlis in Kauf.
Während des Reitens hat er dann öfter hektisch darauf herumgekaut, aber das war, weil er nervös und ungeduldig und unkonzentriert war, weil er gesehen hat, dass Heu verteilt wird.

Diese Unkonzentriertheit war auch etwas kontraproduktiv, weil ich eigentlich Konzentrationsübungen vorhatte. Ich ließ ihn daher etliche Runden traben, und dann gings besser mit der Konzentration. Er hat sich sehr bemüht, aber man konnte richtig fühlen, wie er immer nur ans Heu dachte *g*.
Ich habe abwechselnd Hinterhandwendungen und seitwärts abgefragt, da er das nun beides brav macht, aber manchmal verwechselt (was vermutlich an mir liegt). In der Mitte der Halle hatte er heute wirklich Schwierigkeiten, mir zuzuhören, war ein bisschen wie ein hyperaktives Kind ;-). da er stets nur um seinen Mittelpunkt kreiselte, statt bei der Hinterhandwendung selbige stehen zu lassen, hab ich es uns dann erleichtert und bin an die Hallenbande gegangen. Voilà, er tat sich viel leichter. Wir haben wirklich 1A 180°-Drehungen gemacht, Stick brauch ich dazu auch keinen mehr. Dann kombiniert mit Seitwärts: 180°-Hinterhandwendung am Hufschlag, dann Pause zum Nachdenken, dann seitwärts die ganze kurze Seite (die in der Halle nur 10m lang ist) entlang bis zum gegenüberliegenden Hufschlag. Dort wieder Pause, dann dort 180°-Wendung und wieder zurück. Nach 2x hat er die Übung und das Muster geschnallt und brav mitgemacht.
Ich habs nur ein paarmal gemacht und dann nach einer wirklich perfekten HH-Wendung Schluss gemacht. Dann noch etwas geübt, den Zaum auch wieder kontrolliert auszuziehen (er reißt immer, kaum hat man das Kopfstück über die Ohren, den Kopf hoch und haut sich das Ding selbst an die Zähne - kein Wunder dass ers nicht mag) mit gesenktem Kopf - ging etwas besser als zuletzt.

Besonders entzückt bin ich momentan vom Schenkelgehorsam. Er ist oft so übereifrig, dass ich nun wirklich wirklich aufpassen muss, was die Schenkel machen. Bisschen zu viel anspannen und er beginnt schon seitwärts zu gehen. Ich kann nun perfekt Schlangenlinien und Volten gehen und mit den Schenkeln lenken... ein Riesenfortschritt zu noch vor 1/2 Jahr! Das haben die Isolationen von Vorhand-Weichen und Hinterhand-Weichen bei Bernie gebracht, sowie seine Unterteilung der Beinhilfen in noch einmal 4 Zwischenphasen (oberer Unterschenkel, unterer Unterschenkel, Achillessehne, Ferse).
Ein ganz tolles Pferdchen hab ich :-).

Dienstag, 28. September 2010

Billy im Zaum halten

Ich war am Wochenende wieder bei einem Kurs von Bernie Zambail zusehen und hatte Gelegenheit, ihn zu meinem (bzw. Billys) Trensenproblem zu befragen. Nachdem er nach den üblichen gesundheitlichen Aspekten (Zähne usw.) gefragt hatte und ich es näher geschildert habe, hat er - meinen Herrn Pferd ja gut vom August kennen - aus der Ferne versuchsweise diagnostiziert, dass mir Herr Billy wohl wieder mal den Stinkefinger bzw. eine ganze Stinke-Hand zeigt ("Deiner macht dann ja eher SO", sprach Bernie und hielt 4 Finger in die Höhe). Er meinte weiters, gewisse Dinge müssten zu gewisser Zeit halt einfach vom Pferd akzeptiert werden, auch wenn klar ist, dass es ohne Metall im Maul angenehmer ist als mit. Ich sollte einfach Gebiss rein, jedes Mal wenn ich mit ihm spiele, egal was ich mache, nicht anfassen, einfach nur tragen lassen.

Also hab ich das heut wieder gemacht. Tja, da geht halt das letzte Tageslicht dahin, während ich mit Billy eine Dreiviertelstunde "touch it" mit dem Gebiss spiele, das Zaumzeug über die Ohren und wieder runter tue ungefähr 100x hintereinander (ohne das Gebiss reinzutun, das baumelt dann unterm Kinn) - bis er den Kopf reinsteckt, sehr gut. Gebiss abschlecken lassen, Kopf senken aufs Gebiss zu, alles geht. Nur Mund aufmachen und reinnehmen, nö. Tja, es musste aber sein und schließlich hab ichs ihm mit einem Leckerli untergeschummelt. Gleich wieder raus, etwas später nochmal mit Leckerli reingeschummelt, dann drin gelassen und normal gespielt, heute Liberty.

Dazu muss ich gleich schwärmen, wie toll heute das Von-der-Weide-Holen war. Und ich hätts fast nicht bemerkt. Also ich gehe zum mampfenden Billy, und er kam ziemlich sofort mit. Wir gingen so, Liberty, Schulter an Schulter, dann bin ich über irgendwas gestolpert und wollte sehen was das ist, blieb stehen, inspizierte.... und merkte überhaupt nicht, dass Billy auch stand und brav wartete. Ich ging weiter und er mit und erst ein paar Sekunden später kam mir in den Sinn, wie toll das gerade war! Ich hab ihn dann noch zu den im Wind flatternden Siloballen geführt und wir haben uns die gemeinsam angesehen, bis sie ihn nicht mehr interessierten.
Das geht jetzt echt schon so gut... nachdem Billy im Frühling eine Phase hatte, wo er immer voraus gelaufen ist (ich durfte ihn holen, dann ließ er mich stehen und galoppierte zum Ausgang), habe ich einmal dran gearbeitet - einfach am Halsriemen gezupft, wenn er sich davon machen wollte. Seither bleibt er da, in Schritt, Trab und Galopp. Letzte Woche sind wir abwechselnd in Schritt zum Ausgang gegangen, dann ein bisschen Trab, Galopp und danach wieder Schritt und sogar Halt.

Die Liberty-Session in der Halle war auch sehr gut. Ich muss ja das Bring Back auf der rechten Hand üben, und so haben wir nur das gemacht. Rausgeschickt, gleich wieder reingeholt. War bemerkenswert gut, ich habe ungefähr 1 Monat kein Liberty mehr gemacht. Er kam sofort immer rein, bekam lange Pause und auch einmal ein Leckerli.
Dann hab ich ihn nach links geschickt, mit Bernies Details einen suuuuper-Handwechsel auf rechts hingekriegt! wirklich perfekt, ein perfektes S und den Trab gleichmäßig gehalten - wieder mal bin ich baff, denn On Line bringen wir das nicht so gut zusammen.

Gut, nun war das die bessere Seite. Ich ließ es drauf ankommen, holte ihn von rechts rein, schickte ihn links, kurz hat er gezögert, und dann auf dieser Hand einen ebenso perfekten Handwechsel im Trab hingelegt. Zum ersten Mal hat das in diese Richtung geklappt! *freu*

Nur leider war dann der Draw wieder kaputt auf der rechten Hand, ab da war das Bring Back wieder zäh und er ließ sich 3, 4x einladen, bevor er in die Mitte kam. Mist! Aber es wird schon werden, dass beides klappt.

Donnerstag, 23. September 2010

Noch einmal Schlammcatchen :-)

Ich habe Billy zuerst wieder On Line vorbereitet. Ganz kurz haben wir zum zweiten Mal Seitwärts am 14m Seil geübt. Wieder hab ich ihn in immer größer werdenden Halbkreisen mit der Nase zum Zaun geschickt und dort pausieren lassen. Dann, fast mit dem ganzen Seil als Distanz, nach Seitwärts gefragt. Das nahm er nicht besonders ernst, aber Frauli kann sich schnell bewegen, und nachdem ich dann mal, als keine Reaktion auf Phase 1,2,3 kam, hingestartet bin und ihn an der Hinterhand mit dem STring touchiert hab, hat er danach auch auf größere Entfernung (noch nicth ganz 14m, aber doch recht weit) reagiert und ein paar Schrittchen angeboten. Die Hinterhand hängt so noch sehr nach, weil er auf diese Distanz mein Driving nicht sehr ernst nimmt.
Wird aber schon noch ;-).

Danach bin ich zu unserem Matschloch geritten, um die Trainingseinheit dort zu wiederholen bzw. fortzusetzen.
Riiiiesenfortschritt gegenüber letztem Mal!
Erstens hates nicht wie letztes Mal 1 Stunde, sondern nur noch 15 Minuten gedauert, bis ich einen Fortschritt gesehen habe, mit dem ich abschließen konnte (darüber war ich froh, denn es wird ja schon wieder so früh dunkel!).
Zweitens gab es eine Riesenverbesserung, insofern er schon bald - zumindest in eine Richtung - nicht nur nicht gehüpft ist, sondern nach 1x traben das ganze im Schritt geschafft hat. Ich habe - leider nur rein zufällig - richtiges Timing an den Tag gelegt.... ich sah, dass er das Matschloch schon wieder springen wollte, noch dazu so, dass er mir definitiv zu knapp an mir dran war. Ich hab daher ein ziemlich eindeutiges STOP!!-Signal mit dem Seil gegeben, das zufällig genau in dem Moment ankam, als er die Vorderbeine hob um zu springen - setzte sie wieder ab, der Sprung war unterbrochen, und der arme Billy landete mit einer Art Schocktherapie mit beiden Vorderbeinen genau dort, wo er seine Füße absolut nicht hinsetzen und deshalb hatte springen wollen *hihi*. Mitten in der tiefsten Stelle des Matschlochs (die geht wohlgemerkt nicht einmal bis zum Fesselkopf *g*)! Billy starrte mit entsetztem Blick auf seine im Matsch versunkenen Vorderhufe und wartete, dass nun das Matschmonster auftaucht und ihn frisst. Ich wartete mit und blieb mal ganz entspannt.
Siehe da, das Matschmonster kam nicht. Und nicht nur das, pferd kann sogar den Fuß wieder rausziehen aus dem Matsch! Und ohne Anstrengung auf die andere Seite gehen!

Es gab Riesenlob und ein Leckerli.
Ab da konnte er zumindest diese Richtung im Schritt durchgehen. Noch nicht ganz entspannt, aber er geht im Schritt und ruhig.
In die andere Richtung ist es schwieriger, warum auch immer, hier hat er bis zum Schluss noch kleine Hupferl gemacht (aber sehr kleine im Vergleich zum letzten Mal), und schließlich so ein halb-Trab-halb-Hupf, das ich gelten ließ, ihn noch einmal in die andere Richtung im Schritt durchgeschickt hab und dann wieder aufgestiegen und heimgeritten bin.
Wobei zu bemerken ist, dass ich ihn zum Aufsteigen in eine Pfütze parkte, die genauso tief wie das gefürchtete matschloch ist - da schaut er nichtmal, steigt rein, steht still. Lustiges Pferdchen ;-).

Dienstag, 21. September 2010

Hatte heute ein paar Zuschauer, da bin ich immer ein bisschen planloser als sonst. Aber lief alles ganz gut.

Ich habe nun On Line mit Sideways am 14m Seil begonnen. Zuerst einmal die Vorübung: Billy in Halbkreisen in Richtung Viereckbegrenzung zu schicken und dann stehen zu lassen. Klappte gut, er bekam dabei - vorher eher schläfrig - richtig Energie und galoppelte auch mal davon, obwohl ich kaum Druck machte (kein Stick). Dann hab ich ihn etwas seitwärts driften lassen, in die bessere Richtung auch mal etwas schneller mit mehr Druck, er hat brav reagiert; damit habe ichs für den ersten Versuch gut sein lassen. Jetzt möchte ich langsam die Distanz bis auf die ganzen 14m ausbauen - ein Lernprozess mehr für mich als für Billy *verhedder*.

Dann bin ich geritten, wieder Galopp geübt, werde aber jetzt langsam wieder zu anderen Übungen übergehen. Ich bekomme zu 90% den Handgalopp, nach dem ich gefragt habe, auch auf freien Linien, auf der Mittellinie, der Diagonalen, der offenen Seite des Zirkels. Wenn es nicht klappt, bin ich meistens schief gesessen oder verdreht oder hab ihn überfallen.

Danach hab ich mich noch auf Rückwärts eingelassen, was dann wieder lange gedauert hat, 100x vor und zurück, weil Herr Billy immer auf Phase 3 wartete - ich aber genau wusste, dass es auf Phase 1-2 auch geht, also hab ich ihn so lang genervt, bis es klappte. Auf Phase 1 ging es schließlich (und dann bin ich sofort abgesessen und hab Schluss gemacht), aber was für eine Phase 1!! Eine laaaaaange! Sicher 1 Minute. Oder länger. Angefühlt hat sichs wie eine Stunde. Aber dann ging er ohne Phase 2 fünf Schritte zurück. How interesting ;-).

Montag, 20. September 2010

Um weiter an den "leads" im Galopp zu arbeiten, hab ich heut eine Art simple Question Box aufgebaut. Die bestand nur aus einer Pylonenreihe bei X, parallel zur kurzen Seite. Ich bin dann einfach Zirkel geritten, und bei X gabs jeweils eine Änderung: einen Handwechsel oder einen Gangartwechsel usw.
Angefangen haben wir im Schritt, mit Haltparade in der Pylonenreihe. Mal rechte, mal linke Hand. Dann antraben bei X in der Pylonenreihe und wieder anhalten bei der nächsten Runde. Mal Handwechsel, mal keiner.
Billy wusste ziemlich schnell, dass bald Galopp kommt ;-). Gleich der erste Versuch war ein voller Erfolg: wir kamen vom Zirkel auf der rechten Hand, und bei X fragte ich aber nach Linksgalopp (weniger gute Seite) - und voilà, das Pferd scheint tatsächlich auf mich zu hören, denn er galoppierte richtig links an :-). Wir sind die Runde galoppiert, dann gabs Pause bei X und viel Lob.
So hab ich dann weiter gemacht: Mal rechts, mal links, mehrere Male links, mehrere Runden rechts, immer schön abwechseln, damit er nicht denkt, er weiß ohnehin was kommt. Dann wieder ein paar ruhige Trabrunden eingebaut, weil er sich durch das oftmalige Angaloppieren schon ein bisschen aufheizt (hätt ich wohl auch nie gedacht früher *g*).

Ich hätte aufhören müssen, nachdem es 2 oder 3x auf jeder Hand gut geklappt hat... es wurde dann eher schlechter, Billy begann Knoten in den Beinen zu bekommen und der Linksgalopp wurde überhaupt zum Renntrab. Nun ja. Wieder eine Lektion - für mich ;-)

Donnerstag, 16. September 2010

Wir haben heute weiter an unserem Yoyo am 14m Seil geübt. Die ersten 6-7 m gehen wirklich fein, nicht schnell, aber sehr fein (Phase 0,5, d.h. Energie und Hand etwas heben). Danach braucht es etwas höhere Phasen.
Heute hab ich mich aber drauf konzentriert, dass er die 14m zügig, d.h. nicht unbedingt schnell, aber ohne stehenzubleiben, rückwärts geht. Und hat auch gut geklappt, ich brauche dann allerdings bei weiterer Entfernung auch mal eine Phase 4, um bei ihm anzukommen.
was mich besonders freut ist aber, dass das Rückwärts nun ohne angelegte Ohren geht. Die ersten paar Meter ist er sogar sehr aufmerksam, Ohren vorne, achtet sehr genau auf Veränderungen in meiner Energie.
So lustige Sachen wie ein Schritt vor, einer zurück, 2 vor, 2 zurück klappen auch auf Körperspannung.

Dann noch etwas FreeStyle - ich habe weiter das Angaloppieren auf freien Linien, diesmal der Diagonalen - geübt. Da er freiwillig immer im Rechtsgalopp anspringt, übe ich v.a. Linksgalopp. Auf dem Hufschlag wählt er ihn immer richtig, aber auf der freien Linie habne wir dann doch auch mal rechts, obwohl ich links wollte, oder auch mal Kreuz. Aber ich bilde mir ein, dass der Prozentsatz, wo er links anspringt, weil ich es sage, leicht gestiegen ist. Meine Körpersprache ist aber noch zu ungenau, dann gibts Kreuzgalopp. Momentan versuche ich eben überdeutlich, meine innere Hand/Schulter vorzunehmen und tapse am äußeren Bein an - wahrscheinlich aber oft im falschen Moment --> muss mich mehr mit Fußfolgen beschäftigen und sie endlich fühlen lernen.

Kein Biss

Wo die Tage wieder kürzer werden und manchmal wenig Zeit ist, ists wieder Zeit für etwas, was ich länger vernachlässigt habe: Billy mit dem Gebiss anfreunden.

Nur: Es gelingt und gelingt nicht und langsam gehen mir die Ideen aus. Er wehrt sich nicht sonderlich, er steht einfach da und beißt die Zähne zusammen. Auch eine halbe Stunde, wenns sein muss. Da hilft kein Massieren von Zunge und Laden, kein gut Zureden, kein Leckerli, kein gar nix. Er mags nicht. Er mag gar kein Gebiss. Probiert hab ich nun schon doppeltgebrochen dünn, doppeltgebrochen dick, doppeltgebrochen mit Kupferrolle, einfach gebrochen dünn, einfach gebrochen dick, Olivenkopf, Wassertrense, Knebeltrense, Kupfer, Sweet Iron, und nun Plastik - egal, er mags nicht.
Ja mit viel viel Geduld und manchmal auch mit weniger krieg ich es irgendwie rein, aber ich komm mir doch eher vor wie beim Horse-Wrestling, jedenfalls nicht besonders horsemanship-mäßig. Clickern hab ich probiert, immerhin mit dem Erfolgt, dass er es ins Maul nimmt, ganz ganz kurz (lang genug um aufs Plastik so fest reinzubeißen, dass es beim ersten Versuch ruiniert ist *grml*), dann den Kopf hochreißt um es wieder loszuwerden, um hernach nach dem verdienten Leckerli zu gieren. An diesem Punkt steh ich an, besser wird es nicht. Klar kann ich das Kopfstück dann schnell drüberziehen und dann ist es drin, mit Sicherheit gehts beim nächsten Versuch aber schlechter.
Und dabei hab ich es noch nie angefasst, allenfalls Zügel blind reingeschnallt. Wenn ich sie mal angefasst hab für ganz ganz vorsichtige erste Kontaktaufnahme, konnte ich am nächsten Tag oder beim nächsten Mal mit heftiger Gegenwehr rechnen.

Ich hab versucht am Ende der Einheit anziehen, zum Putzplatz führen, dort ausziehen und Fresschen (quasi: Gebiss anziehen mit Arbeitsende assoziieren). Ich hab versucht Gebiss anziehen dann Fresschen geben (Heucobs gehen schon - Gebiss mit Fresschen assoziieren). Ich hab vesucht lange und oft drin lassen, bis es einfach normal wird.

Ich versteh einfach nicht warum er so ein Problem damit hat. Er wurde vor mir mit Gebiss geritten, aber nur ausreiten, kann mir nicht vorstellen dass da arg rumgezerrt wurde, da er ja ein gemütlicher Typ ist. Eigentlich ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, den er wirklich mag und wo er den Kopf reinsteckt, das Knotenhalfter *seufz*.

Mir gehen die Ideen aus... falls wer welche hat, nur her damit!

Mittwoch, 15. September 2010

Rezension: Angelika Schulten: Pferde lieben reicht nicht

Angelika Schulten: Pferde lieben reicht nicht! Pferdeverstand einschalten – Fehler vermeiden. Mit Tipps der alten Meister. Norderstedt: Books on Demand, 2009. 164pp.

Oje!
Das dachte ich bei Lektüre der Einleitung. Nach jedem Satz ein Rufzeichen, nach wichtigen Sätze doppelte Rufzeichen (die für mich in einem seriösen Buch gar nichts zu suchen haben), und nach jedem Satz – auch wenn der Gedankengang weitergeht – ein doppelzeiliger Absatz. Anstrengend zu lesen, dachte ich.
So blieb es leider auch.

Das Inhaltsverzeichnis liest sich ja noch recht gut, es erweckt den Eindruck, dass es einen roten Faden gäbe. Da dann aber viele der Kapitel themenmäßig an ihrer Überschrift nur knapp vorbeischrammen oder das Thema überhaupt verfehlen (im Kapitel über die Sprache des Pferdes geht es plötzlich ausschließlich über die Sinne und deren Vermögen – was zwar natürlich mit der Sprache zu tun hat, aber über die Sprache selbst findet sich dann nichts mehr), geht der rote Faden im Text selbst für den Leser (zumindest für mich) verloren. Manche Kapitel, über die man eigene Bücher schreiben könnte, werden in einigen Zeilen abgehandelt (die Ausführungen zur „Lernbereitschaft“ passen auf eine halbe Seite, die dann plötzlich nur von „artgerechter Haltung“ handelt – worüber man aber auch mehr als eine halbe Seite schreiben könnte). Die gebotenen Informationen wirken einfach unvollständig und unwillkürlich zusammengesucht.
Was mich weiters besonders gestört hat sind die verallgemeinernden Formulierungen, die völlig außer Acht lassen, dass es mehr als eine Reitweise gibt. „Man tut“, „man nimmt“, „man geht“, „man sagt“ oder z.B. (p. 162) „auch beim Schulterherein macht die Lektion auf der rechten Hand mehr Probleme“ (sagt das mal bitte wer meinem Pferd???). Daneben finden sich unglückliche Formulierungen, die teilweise einfach herzig-amüsant sind wie „Der Heckmotor sitzt hinten“ (p. 7), teilweise aber auch einfach einen falschen Eindruck erwecken, wie z.B. „Im Schritt sind im ersten Ausbildungsjahr jeglicher Hilfszügel und jegliches Ausbinden verboten“ (p. 95 - schön wärs!). Dinge werden in einem einzigen Satz als Fakten dargestellt, über die die Experten der Reiterwelt bücherweise diskutieren.

Kommen wir nun zu den auf dem Cover beworbenen „alten Meistern“. Wenn man sich auf diese stützt, sollte man vielleicht irgendwo formulieren, wen man unter „alte Meister“ zählt und warum. Zitiert werden soweit ich sehen kann nur 1) Xenophon, 2) de la Guérinière und 3) Oliveira. Mehr konnte ich nicht entdecken (Literaturangaben leider auch Fehlanzeige). Warum ausgerechnet diese drei – nicht erklärt.
Die Zitate passen manchmal zum Thema – manchmal aber auch nicht wirklich. Wer zitiert wird, ist manchmal angegeben – manchmal aber auch gar nicht (da steht dann: „Zitat: blablablabla“. Punkt. Keine Angabe, welcher der 3 großen alten Meister das jetzt war). WO die Zitate her sind, wird sowieso kein einziges Mal angegeben – nicht einmal ein einziges Werk der „alten Meister“ wird erwähnt.

Es bleibt inhaltlich einfach völlig unklar, was die Autorin eigentlich bezweckt. Sie streift jedes Thema, behandelt sogar das Fahren, aber nichts davon ausführlich genug, als dass man etwas damit anfangen könnte. Für einen Anfänger viel zu unstrukturiert und unausführlich, für einen Fortgeschrittenen keinerlei neue Informationen. Für Kinder zu trocken. Insgesamt wirkte das Buch auf mich wie das etwas ausgebaute Referat für die Schule einer vielleicht 16jährigen Pferdebegeisterten, zusammenrecherchiert aus Internet und ein paar Pferdebüchern.

Nun gibt es genügend andere Bücher, die ihren fehlenden Inhalt mit hübschen Fotos und ansprechendem Layout wettmachen. Das ist hier aber auch nicht passiert; das Layout ist in den 80ern des letzten Jahrhunderts steckengeblieben. Sichtbar verpixelte Bilder und Zeichnungen sind einem Buch auch eher… naja.

Mein Fazit: Sehr bemüht, keine Frage. Aber: Ein bisschen Pferdewissen reicht nicht (um ein Buch zu schreiben).

Das alles gibt selbstverständlich nur meinen persönlichen Eindruck wieder. Nix für ungut!

Dienstag, 14. September 2010

Schlammschlacht

Während es auf dem Viereck und in der Halle sowohl reiterlich als auch vom Boden aus momentan wirklich gut läuft, werden Ausritte für mich immer mehr zu einem Angstgegner. Billys Abhauen und Über-die-Straße-Rennen im Mai hatte wohl doch größere Auswirkungen auf meine Confidence als ich bisher geglaubt habe.

Meine Comfortzone, der "ruhige blaue See", wie Bernie es nannte, ist massiv geschrumpft und beschränkt sich momentan auf das Stallgrundstück. Ok, das ist groß, Mini-Ausritte möglich, aber sobald wir uns über die Grenze begeben, werde ich angespannt. Wenn ich ein Moped höre, krieg ich Panik.

Natürlich überträgt sich das aufs Pferd, und das einstmals "bomb-proof"-Tier ist nun auch angespannt und fluchtbereit - so machte er bei zwei Ausritten - einer allein, der andere mit anderen - in zwei verschiedenen Situationen auf dem Absatz kehrt und versucht nach Hause zu rasen. Worauf ich natürlich noch angespannter bin. Was das Tier noch angespannter macht. Usw. usf.

Hier ein Bild, wie ich Billy derzeit bei Ausritten empfinde (man vergleiche mit seiner "normalen" Horsenality...): Das meiste davon trifft eher auf mich zu, Billy spiegelt es wohl nur.










Da der letzte Ausritt wirklich ganz ganz schlimm für mich war und seit dem Abhauen an der Hand Absitzen in Notsituationen für mich einfach nicht mehr machbar ist, versuch ich jetzt mal etwas Confidence innerhalb der Comfort-Zone zu gewinnen.

Einer der ganz konkreten Angstgegner ist Wasser in jeder Form. Da mir Billy aber am letzten Ausritt bewiesen hat, dass er, von einer ruhigen Person geführt, völlig ohne Zögern ins Wasser steigt und sogar 3 oder 4 m dem Bachlauf folgt (bei mir setzt er keinen Fuß hinein und springt höchstens), ist klar dass das an mir liegt. Also haben wir mal daran gearbeitet heute, in sicherer Umgebung: Am stalleigenen "Gatschloch", das uns bisher immer einen Weg versperrte.

Bin mal hingeritten, natürlich wollte er nicht drüber, also vom Boden aus: Zuerst mal geführt, er sprang es immer. Dann drübergeschickt à la Squeeze Game. Er hat hier keine große Angst, er will nur einfach nicht in den Gatsch steigen (was mir durchaus verständlich war, nachdem ich es vorgemacht habe und bis zur Wade in der Pfütze versank, die ich für 10cm tief gehalten hatte). Trotzdem - manche Pferde müssen so wohnen, also wird Herr Billy da wohl auch einen Fuß reinsetzen können. Anfangs ließ ich ihn noch an den Rand ausweichen, dann haben wir uns immer mehr an die Mitte herangetastet. Schließlich konnte er ziemlich ohne Zögern in der Mitte wenigstens durchtraben, ohne Sprung. Das war schon sehr gut, ich ließ es gut sein, wir waren beide schon eingegatscht bis zu den Ohren ;-)

... und nächstes Mal versuchen wir dann eine Steigerung. Ich möchte gern dass er Schritt durchgeht; das ging heute nicht mehr, ich wollte keinen Misserfolg provozieren, das kann ich im Moment gar nicht brauchen ;-) .


Donnerstag, 9. September 2010

Es läuft...

... alles schön rund momentan *freu*. Wir machen gute Fortschritte, bei On Line und FreeStyle.

Unglaublich wie Bernies simpler "Standards-Beobachten-Tipp" mir weiterhilft. Obwohl ich mir einbilde, doch bisher auch schon die Fortschritte beobachtet und in etlichen Listen festgehalten zu haben. Aber irgendwie ist es momentan einfach total hilfreich.

Woran wir momentan arbeiten:
On Line: Galopp. Ich möchte das Viereck noch ausnutzen, solange es geht. Bald nehmen die mir wieder eine Stunde Tageslicht weg und dann ist nix mehr mit Viereck, außer am Wochenende.
Grad gestern haben wir da wieder einen großen Schritt vorwärts gemacht: Billy kann jetzt 2 Runden auf der linken Hand durchgaloppieren, während ich in Neutralstellung bleibe. Gott sei Dank hab ich nach dem Bernie-Kurs erkannt, dass ich wieder mal am besten Weg bin, das Pferdchen gründlichst abzustumpfen, weil es einfach sooo mühsam war, 100x in Trab verfallen, 1 Galoppsprung, Trab, 1 Galoppsprung. Um endlich loben zu können, hab ich mich dann schon öfter mitgedreht oder dauergeschnalzt oder so. Was ich jetzt anders mache, weiß ich nicht, aber ich bleib jetzt in Neutral und in der Mitte! Wenn ich Phase 4 brauche, hol ich Pferdchen zu mir her dazu *g* - sehr interesssant, dass das viel effizienter ist als aufs Pferdchen zuzugehen - was er immer - und mit Recht - als aggressiv betrachtet hat. Interessanterweise galoppiert nun Pferdchen an, wenn ich nach laaaanger Phase 1 und dann 2 und 3 beginne, das Seil als Vorbote der Phase 4 kürzer zu nehmen *g*.
Jedenfalls war das angaloppieren heute super - auf rechter Hand sofort auf Phase 1, dann 2einhalb Runden gehalten, das hat mir schon gereicht. Links mussten wir etwas öfter ansetzen und ich habe Phase 3 gebraucht, aber dann gings, und nach einigen Versuchen mit ungewünschten Trabparaden ist er eben 2 volle Runden durchgaloppiert, ohne dass ich mich gedreht habe oder geschnalzt hab - ich konnts gar nicht glauben. :-)
Und noch immer verstehe ich nicht, warum es Liberty besser geht und FreeStyle auch *kopfschüttel*.

FreeStyle arbeiten wir am Seitwärts. Das ging von rechts nach links super gut, daher hab ich das die letzten paar Sessions ganz gelassen und nur links nach rechts geübt, um es gleich gut zu kriegen. Mittlerweile muss ich erstmal kurz diskutieren, während Billy alles anbietet außer Seitwärts, bis er sich dann darauf einlässt, die Beinchen zu sortieren. Vorbereitet hab ich das Seitwärts, indem ich neu und genauer als zuvor das Weichen von Hinterhand und Vorhand isoliert habe (haben wir bei Bernie gemacht). Seither kapiert Pferdchen endlich den seitwärts treibenden Schenkel, und manchmal reagiert er sogar zu heftig, ich muss richtig aufpassen, dass ich nur ganz ganz leicht drücke, v.a. beim SEitwärts. In die Richtung, in die er sich schwerer tut, läuft er mir manchmal richtig davon - soll auch nicht sein, ist aber sehr bemüht.
Ohne Zaun können wir es auch nach ein bisschen Vorbereitung, seit 2 Tagen :-). Geht sogar besser als mit Zaun (der ist irgendwie so magnetisch *g*).

Und dann übe ich FreeStyle noch das Angaloppieren auf "freien Linien", nachdem ich festgestellt habe, dass es nur am Hufschlag klappt. Zuerst an der offenen Seite des Zirkels , das ist kein Problem mehr. Dann auf der Diagonalen. Dort hab ich das PRoblem erstmals bemerkt. Im Zuge dessen möchte ich üben, den Galopp wirklich bestimmen zu können, was momentan noch nicht geht. Billy galoppiert brav richtig an, zu 99%, aber wenn er nicht den Hufschlag und die Richtung zur Orientierung hat, wird es immer Rechtsgalopp, auch wenn ich nach Linksgalopp frage. Heute haben wirs schon 2x geschafft, Linksgalopp zu erwischen, beim Wechsel (im Trab) von der rechten auf die linke Hand.

Dienstag, 31. August 2010

Das Bernie-Feeeling...

... war heut wieder da! Dieses Gefühl, dass ich Dinge hie und da auch richtig mache ;-) - im genau richtigen Moment aufhören. Eine genaue Vorstellung dessen haben, was ich vom Pferd erwarte und genau das auch bekommen. Mir meiner Phasen bewusst sein, v.a. 1 + 4. Mir meiner Standards bewusst sein und vergleichen. Feststellen dass ich bei einer Übung einen neuen Standard gesetzt habe - und genau dann aufhören :-).

Wir hatten zuerst eine ganz tolle Liberty Session. Zuerst hab ich am Draw gefeilt, denn für den Handwechsel reicht der momentan noch nicht, zumindest was den Wechsel von der besseren auf die schlechtere Seite (rechts auf links) betrifft. Andersrum geht es schon gut im Trab!
Für den Draw hat Bernie uns eine Übung gezeigt, die ich nicht kannte, er nannte sie: Come to Me. Man kann sie On Line oder auch Liberty machen. Am besten am Hufschlag entlang eines Zauns. Zuerst schickt man dabei das Pferd rückwärts, nur ganz wenig, 1, 2 Schritte. Liberty so weit wie man die Verbindung nicht verliert (inzwischen spüre ich sehr gut den Moment, wo sie flöten gehen wird - und kann vorher Schluss machen, um die Distanz so immer wieder ein winziges Stückchen zu vergrößern). Dann geht man direkt vom Rückwärts-Schicken dazu über, selbst rückwärts zu gehen und das Pferd mit ausgestrecktem Handrücken zu sich einzuladen. Wenn es gar nicth kommt, war die Distanz zu weit, und man kann den Stick dazu nehmen. Brauche ich normale aber nicht. Man geht weiter rückwärts, Tempo dem Pferd angepasst (anfangs, später kann man beginnen das Tempo zu erhöhen und das Pferd zu beeinflussen), und man bleibt stehen und gibt Pause, sobald das Pferd den Handrücken berührt. Es soll lernen, dass das der Knopf ist, der den Menschen zum Stehen und ihm die Pause bringt.
Bei uns klappt das super, erstens hat es das rückwärts Liberty (auch ohne Begrenzung mittlerweile) ganz toll verbessert, wir schaffen jetzt so 4-5 gute Schritte, ohne die Verbindung zu verlieren. Und zwar auf Phase 1. Das Herkommen wurde auch viel besser, auch Phase 1 (ich "schmelze" nur rückwärts), und wenn ich Phase 1 mit mehr Energie kombiniere, trabt er oft direkt aus dem Stand an und kommt her. Zwar hat er die Ohren dabei angelegt, aber naja, darum kümmer ich mich momentan nicht. Sobald er mich erreicht hat, sind sie wieder vorn und da ist kein bisschen Aggression, ich lese nur Spiel. Ihm macht das glaube ich total Spaß.
Überhaupt war er heute sehr gut drauf, vermutlich wegen des vielen Regens, Pferde konnten sich nicht wirklich austoben, außerdem ist ihm saukalt, der ganze Rücken war verspannt...

Dann bin ich übergegangen zum Circling Game, ein paar Übergänge, und viele viele Bring Backs auf der rechten Hand. Links klappt alles super, da wirbelt er richtig herum, wie es idealerweise sein soll, aber rechts muss ich meist 1, 2 Runden bitten. Bernie hat uns übrigens gesagt, dass auf 1x Handwechsel 5x Bring Back mit Pause kommen sollte. Puh. Also: Bring Back, Bring Back, Bring Back. Klappte besser mit der Zeit. Dann hab ich die ersten handwechsel probiert von der schlechten auf die gute Seite - klappen hervorragend, und so hab ich es nach 2x gelassen. Dann die schlechtere Seite... schwierig schwierig. Ich kann einen handwechsel machen, allerdings braucht es viele Einladungen und dann lasse ich ihn ruhig in Schritt verfallen (was meist passiert) und sogar ganz ganz kurz anhalten, um ihn dann gleich neu zu schicken. Vielelicht kann ichs so erarbeiten.
Beim GAlopp auf der rechten Hand hat mir Herr Billy dafür einen superengen Zirkel um mich rum geschenkt - ja er kann eine 6m-Volte galoppieren! Hat er selbst angeboten! Normal werde ich unrund, wenn er so enge Kreise um mich zieht, weil das oft mit Frechsein und Herdrohen verbunden ist, aber diesmal gar nicht - er galoppierte, und der Kreis wurde einfach immer kleiner, ich stand nur in der Mitte mit Riesenaugen und dachte, das darf nicht wahr sein (On Line erklärt mir Herr Billy ja immer, dass das 7m-Seil viiiiel zu kurz ist, um anständig dran zu galoppieren). Es war auch so lustig weil man richtig sehen konnte, wie er sich wirklich wirklich körperlich und geistig anstrengt, auf dem engen Kreis den Galopp zu halten. Als dann zu sehen war, dass er ihn gleich verlieren wird, hab ich ihn hergeholt und sooo gelobt und es regnete ein Leckerli (auch da versuch ich mich an Bernie zu halten: Leckerlis für außergewöhnliche Leistungen, aber nicht für jeden .... äh... wisst schon). Ich glaub er war selbst sehr stolz auf sich, und ich erst!
Links klappt der Galopp nicht so gut, da brauch ich hohe Phasen, dann gelingt meist eine Runde, wo ich in Neutral bleiben kann - und wieder fällt auf, dass wir das On Line nicht können, ist das nicth seltsam??

Ich hab mich dann noch kurz draufgesetzt um ein bisschen das Rückwärts ohne Zügel zu üben. Jaaaa, das können wir jetzt *freu freu freu*. Bernie hat uns sooo geholfen beim Rückwärts! Und heut hab ichs zum ersten Mal geschafft (nach mehreren Anläufen, auch welche mit Phase 4, aber trotzdem), dass er auf Phase 1 zwei Tritte rückwärts macht. Phase 1 heißt nur Gewichtsverlagerung nach hinten, kein Zügel, kein Stick, kein Beinwackeln! Ich war so weg vor Begeisterung dass ich gleich runtergehüpft bin, ihn abgeknuddelt hab, er hat sich ein Leckerli abgeholt und dann gings heim zu Fresschen :-). Besser hätt ich nicth aufhören können. Bin gespannt, ob er sich nächstes Mal noch erinnert ;-).

Montag, 30. August 2010

Kurs mit Bernie Zambail - 5.-8. August 2010

Teil meines Urlaubs hab ich heuer in einem Kurs mit Bernie Zambail verbracht.

Ein Traum war das! Ich - wir alle - haben sooo viel gelernt, ganz unglaublich. Die Tage waren so vollgestopft mit Erkenntnissen über die eigenen Fehler und wie es richtig geht, dass ich jeden Abend ins Bett fiel wie ein Stück Holz, um am letzten und vierten Tag ging schon fast nichts mehr rein in mein Hirn. Leider - auch unglaublich - beginnt vieles schon wieder zu verblassen, schon wieder steh ich hie und da vorm Pferdchen und denk "Moment, wiiiie war das wieder? *kopfkratz*".

Ich hab aber seitenweise mitgekritzelt, Video gemacht, v.a. von den Liberty Sessions. Danke an Bernie und die Teilnehmer, dass ich das durfte. Da ich versprochen habe dass nichts davon im www landet, wird das auch so sein, also bitte kein Video erwarten. ;-).

Was Bernie als Instruktor für mich ganz besonders von allen anderen, die ich bisher selbst mit Pferd oder als Zuschauer erlebt habe, sind seine tollen Qualitäten, was das Unterrichten anbelangt. Wir haben beispielsweise sehr sehr viel Theorie gemacht - auch wenn wir mit den Pferden draußen waren, rief er uns immer wieder in die Mitte, wenn sich bei einem etwas ergab, was für alle interessant war. Ich könnte nicht sagen, dass jetzt viele dieser Dinge ganz neu gewesen wären - einige schon, aber nicht viele. Und trotzdem hat er sie so eindringlich erzählt und erklärt, dass sie mir oft in neuem Licht erschienen oder ich so dieses Gefühl hatte, sie endlich wirklich verstanden zu haben. Oder mir endlich ein Licht aufging bezüglich einer Verbindung von Theorie und Praxis. Ganz ganz toll.

Auch das Erklären bei den Praxis Teilen hab ich noch nicht so genau und eindringlich erlebt. Sowohl, wenn Bernie selbst was vorgeführt hat an einem unserer Pferde, als auch wenn er uns zugesehen und kommentiert hat, zählte er immer die Phasen mit: 1-2-3-4. Endlich mal jemand, der wirklich haargenau erklärt, wie welche Phase auszusehen hat - dabei gab es auch noch einiges neues, was mir und allen anderen völlig neu war (z.B. das Bein-Anlegen nochmal in kleine Mini-Phasen zu unterteilen). Wenn er uns ausbesserte, war das wirklich ganz genau. Erst da hab ich gesehen, wie viel andere Instruktoren quasi "durchgehen" lassen, ohne es zu kommentieren. Ich hab sicher schon in vielen Kursen und Stunden vorher hundertmal vergessen, dass es eine Phase 1 gibt und wie die auszusehen hat - ohne dass es korrigiert worden wäre. Aber Bernie ließ es kein einziges Mal unkommentiert - und steigert so m.M. das Lernergebnis ganz ungemein.

Auch was die Trainingsgestaltung generell betrifft, gab er unbezahlbar gute Tips; etwa dass es in Level 2 kein planloses Drauflos-tun mehr geben dürfe. Weiters, was sich mir besonders eingeprägt hat und für mich wirklich hilfreich ist: Das Definieren von "Standards". Als Standard definierte Bernie das beste Ergebnis bei einer bestimmten Übung, das man jemals erzielt hat. Jedesmal, wenn man die Übung angeht, sollte das Ziel sein, diesen Standard zu toppen - und so einen neuen Standard zu erzielen. Auf jeden Fall immer vergleichen - nicht einfach vor sich hin üben, sondern überlegen - ging das schon besser, ist es heute schlechter, oder kann ich mich über einen neuen Standard freuen. So simpel es ist, so hilfreich für mich! Und ebenfalls ganz wichtig für mich Perfektionistin: Geht eine Übung zu ca. 70 % (schmunzelnd meinte er, die Perfektionisten sollten halt 80 oder 85 nehmen), dann weiter zur nächsten, was neues. Nicht ewig herumgrundeln bei den gleichen Dingen. Auch ganz ganz wichtig für mich.

Und was auch noch kein Instruktor so betont hat wie er: Loben! Eins der am häufigsten von Bernie benutzen Wörter in dem Kurs war "GUUUT, STREICHELN!!!!!". Und das Warten, bis das Pferd kaut - auch das, wie ich sagen muss, oft von Instruktoren vernachlässigt (vielleicht weil es ihnen so selbstverständlich ist). Wobei ich sehe, dass ich mir damit sehr schwer tue, so lange zu warten - weil Billy oft sehr lang braucht. Und auch nochmal aufgefrischt: Wenn ein Pferd nicht kaut, war die Stimulation zu gering (--> langweilig) oder zu stark (zu viel Druck).

Bernie hatte für mich auch ein absolut ausgeglichenes Verhältnis zwischen Milde und Strenge. Ich hab selten so feine Phasen 1 gesehen, aber auch selten eine so strenge Phase 4 (Billy musste z.B. lernen, dass man die Zähne gegen einen 4-Stern-Instruktor ganz sicher nur ein einziges Mal bleckt....), und v.a. ein wirklich unglaubliches Hin- und Herspringen zwischen beiden. Von einem gebrüllten "JETZT REICHTS!" zu einem wirklich liebevollen streicheln (*g*) in Sekundenbruchteilen. Schwer schwer nachzumachen, aber ich habe wenigstens endlich mal einen Eindruck, wie das aussehen kann, wenn man's kann ;-).

Da war natürlich noch viel viel mehr. Wir haben Riesen-Fortschritte gemacht, Billy und ich. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht wieder in den alten Trott zurückfalle, wie ich mich leider bereits öfter wieder ertappe (z.B. Phase 1 auslassen, nicht warten bis er kaut, zu viele Übungen hintereinander statt mich auf eine zu konzentrieren, mich mit "irgendwie" zufrieden zu geben etc.).

Also ich bin begeistert, genau wie die anderen Kursteilnehmer. Ich bin ein Riesen-Bernie-Fan geworden und kann nur jedem ans Herz legen, teilzunehmen - als Zuschauer ist das Input immer noch riesig.
Also: Alle Daumen hoch für diesen Kurs, danke Bernie!

Dienstag, 3. August 2010

Rezension

Robert M. Miller: Natural Horsemanship Explained. From Heart to Hands. Guilford: Lyons Press, 2007. 186pp.

Robert M. Miller ist Veterinärmediziner, der eng mit diversen Horsemen zusammenarbeitet und die Bewegung der „Natural Horsemanship Revolution“ (wie er es selbst nennt und wie auch der Titel eines weiteren Buches von ihm ist) seit ihrem Beginn unterstützt.

In diesem Buch reiht er locker Kapitel um Kapitel aneinander, um dem Leser einen Eindruck zu geben, worum es in Natural Horsemanship geht und wodurch sie dieses v.a. von anderen Umgangsmethoden mit Pferden unterscheidet. Den größten Unterschied ortet Miller darin, dass NH mit dem kleinstmöglichen Signal beginnt, um dieses zu verstärken, bis die gewünschte Reaktion eintritt – während andere Methoden gleich mit dem stärksten Signal beginnen.

Die angewandten Methoden, die Miller selbst noch von Horsemen gelehrt wurde, scheinen für uns Europäer – zumindest für mich – eher absurd und höchstens aus Filmen bekannt. Ich denke nicht, dass es in Europa selbst vor Jahrhunderten in großem Stil üblich war, Pferde umzuwerfen, um sie danach einzureiten. Millers selbst erlebte Erfahrungen derartiger Praktiken machen den „clash of cultures“ doch sehr deutlich. Besonders eingehend war ein geschilderter Fall, in dem Miller ein Pferd einreiten sollte und seinem Lehrer berichtete, es würde schlecht wenden – worauf dieser dem Pferd kurzerhand die Vorderhufe fühlig raspelt, um es zu zwingen, mehr auf der Hinterhand zu wenden. Derartige Schilderungen haben mir klar gemacht, warum NH im amerikanischen Raum als verweichlichte Methode gilt, während es im europäischen Raum umgekehrt eher als brutal (weil konsequent) verschrieen ist. Ein interessanter Aspekt.
Miller eklärt, warum die Methoden des „Werfens“ u.ä. funktionieren – ein Pferd unterwirft sich, wenn es an der Flucht gehindert wird. Einem Pferd ein Bein hochzubinden funktioniert daher besser, um es ruhig zu bekommen, als ihm z.B. eine Nasenbremse anzulegen.

In weiteren Kapiteln geht Miller auf „tools“ wie Gebisse ein, auch mit historischem Rückblick, er erklärt wie Desensibilisierung funktioniert und beschreibt kurz das „Flooding“ und „Imprint Training“ mit Fohlen, welcher Begriff von Miller geprägt wurde (das er aber, wie er betont, keineswegs erfunden hat). Auch positive und negative Verstärkung werden in einem eigenen Kapitel kurz und bündig erklärt, um falsche Verwendung dieser Begriffe auszuschließen. Dem Begriff „Feel“, geprägt von den Dorrance-Brüdern, ist ein weiteres kurzes Kapitel gewidmet.
Etwas fehl am Platz wirkt auf den ersten Blick das Kapitel mit der Überschrift „Schimpansen“; dieses beinhaltet aber eine für mich ganz interessante Erkenntnis: Während Pferde als Fluchttiere meist von einer älteren Stute angeführt werden, ist bei Schimpansen – Primaten wie wir – ein junges Männchen der Anführer, der seine Dominanz durch Aggression zeigt. Ich denke diese interessante Beobachtung könnte eine Erklärung liefern, warum es uns Menschen so schwer fällt, Dominanz von Aggression zu trennen.

Wie erwähnt, werden die – durchgehend sehr kurzen – Kapitel lose aneinandergereiht, einen roten Faden gibt es nicht wirklich. Manche der Kapitel haben auch nicht unbedingt viel mit NH zu tun. Abgesehen von den erwähnten kleinen interessanten Aspekten wird das Buch für jemanden, der sich bereits etwas für NH interessiert hat, nicht viel Neues bieten. Dennoch ein lesenswertes Buch, denn Miller schreibt leicht lesbares Englisch und gibt einen deutlichen Einblick in die amerikanische colt-breaking-„Kultur“, die vielen Europäern wohl nicht bewusst ist.