you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 25. März 2013

Heute stand ein abwechslungsreiches PRogramm auf dem Plan.

Ich möchte weiter für den Kreinberg-Kurs üben und hatte ein paar STangen und Hütchen aufgestellt.

Wir wärmten uns durch gemeinsames Gehen auf, dann machte ich die bei Kreinberg gelernten Biegeübungen vom Boden aus am Gebiss. Billy bog sich toll, keine Widerstände zu spüren, alles flüssig und weich.
Dann in den Sattel, besser gesagt Pad, und Zügel verkürzen und verlängern geübt in jeder Ecke, und Billy übte Biegen. 10 Ecken auf jeder Hand, ganz bewusst geritten.
Wir gingen danach über zu Slalom um 4 Hütchen, sodass abwechselndes Verlängern und VErkürzen schneller erfolgen muss und Billy sich noch mehr biegen muss. 10x hin und her.
Nächste Übung: Abwechselnd Innenbiegung und Außenbiegung um Hütchen. Wir umrunden Hütchen 1 auf der linken Hand mit Linksbiegung, behalten die Linksbiegung bei und wechseln die Hand zu Hütchen 2 (also wir reiten einen Achter). Billy geht schon viel flüssiger und fast ohne Stocken mit der Außenbiegung. Nach einer Umrundung von Hütchen 2 stelle ich um und reite noch einmal ums Hütchen 2, diesmal also rechte Hand und Innenbiegung nach rechts.Dann wieder Handwechsel, aber unter Beibehaltung der Rechtsbiegung, um Hütchen 1 mit Außenbiegung. So immer wieder hin und her, 10x insgesamt.
Dann üben wir noch Antraben und Schrittparaden nach Kreinberg; in seinem Buch, das ich nur empfehlen kann, schlüsselt er die einzelnen Hilfen fürs Antraben und v.a. für die Schrittparade ganz akribisch auf. Ich versuche es ganz bewusst so, und erziele tatsächlich v.a. viel bssere Schrittparaden, bei denen Billy sich toll zusammenschieb, die ganz flüssig sind und mich spüren lassen, dass Billy hier seine Hinterhand benutzt; ganz toll!Ebenfalls 10x ;-).
Dann noch die Trabstangen genommen, auch 10x, dazwischen für den Handwechsel Hinterhandwendungen Schritt für Schritt eingebaut.

Billy bekam natürlich immer wieder seine Pausen, er hat sich richtig gut konzentriert, manches klappt nur stockend, aber bemüht hat er sich die ganze Zeit.

Samstag, 23. März 2013

Samstag und wieder einmal mehr Zeit! Das Wetter lässt zwar zu wünschen übrig, es ist ziemlich kalt und ein schneidender Wind bläst, aber trotzdem möchte ich die trockenen Straßen nutzen, um anzutesten, wie sich Billy auf einem neuerlichen Ausritt benimmt, nach unserem Wendungs-Intensiv-PRogramm letzte Woche.

Diesmal hab ich nicht gleich zu Anfang immer wieder gewendet, sondern ritt erst einmal eine ganze Strecke weg vom Stall. Billy ist weiterhin aufgekratzt auf unseren Ausritten. Er legt einen richtig flotten Schritt an den Tag; das TEmpo gefällt mir ausgesprochen gut, Billy wirkt wach statt wie sonst oft eingeschlafen, er guckt in der Gegend herum, fürchtet sich sichtlich vor den Waldarbeiten auf unserem Hausberg, glaubt mir aber, dass man vorbeigehen kann. Frauli ist auch sehr entschlossen, immer noch.
Etwas weiter weg vom Stall begann ich dann auszutesten, wie Billy es annimmt, zuerst Richtung Heimat und dann wieder in die andere Richtung gewendet zu werden. Alles klappt wunderbar, ich bin total stolz und froh, dass das Intensiv-PRogramm letzte Woche gefruchtet zu haben scheint. Ich bemühe mich sehr, die WEndungen ganz sanft einzuleiten mit einer Phase 1 oder 2 (Augen, BAuchnabel). Spüre ich allerdings auch nur das geringste Zögern bei Billy (das dann ganz schnell in absolutes Steifmachen und Heimrasen ausartet), kommt eine entschlossene Phase 4. Nicht mal dran denken, Billylein!! Billy ist dadurch ziemlich auf Habtacht: "Yes, Ma'am!". Ein ungewohntes und irgendwie unheimliches Gefühl, v.a. gepaart mit dem zügigen, munteren Schritttempo. Hie und da teste ich die Bremse mit einem lauten "Whoa!", auf das hinauf Billy jedesmal die Hufe ruckartig in den Asphalt bohrt. Dass Halt doch Halt meint, hat sich also letztes Mal ins Gehirn gebrannt.
Da alle WEndungen auf feine Signale funktionieren und Billy keine Anstalten macht, zu diskutieren, reite ich nicht mehr so oft hin und her. Nerven will ich ihn ja schließlich auch nicht - eiiiigentlich sollen wir uns auf Ausritten beide entspannen können! Statt hin und her reite ich Volten - die testen die WEndungen genauso gut. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.
Billy ist dort, wo unsere kritische Stelle ist (war?) wieder aufgeregt, aber er denkt offenbar nicht dran umzudrehen. Die Volten-Tests gehen alle gut aus, kein Steifmachen, kein Umdrehen, kein Schnellerwerden Richtung heimwärts. Billy biegt sich brav, er ist guckig, aber er hört auf mich und reagiert gut. Wir reiten ein gutes Stück weiter als letzte Woche, bis zu einem Bauernhof, wo wir mit anderen schon öfter vorbeigeritten sind. Hier war - von mir vorher im GEiste festgelegt - unser quasi "Zielpunkt", ab hier wollte ich wieder heimreiten. Immer wieder mit Tests der Lenkung und Bremse und mit kleinen Aufgaben für Billy, damit er geistig bei mir bleibt. Wir ritten an diesem Zielpunkt noch eine hübsche Volte, dann die Straße wieder zurück.
Es geht jetzt bergab, es kommt eine Kehre in der STraße, wo wir gerade vorher eine hübsche Volte gemahct haben. Aber jetzt, wo Billy natürlich sofort fühlt, dass es wieder nach Haus geht, gehts wieder heftig los, unglaublich! Ich möchte eine Volte reiten an dieser Kehre, und prompt macht sich Billy steif und trabt die Straße bergab entlang nach Haus. Das darf doch nicht wahr sein! Ich bin aber inzwischen irgendwie cooler bei dieser Sache.... Ein lautes Whoa und ein paarmal rhythmische Impulse am Knoti, und er steht wieder. Ich wollte wenden, also leite ich erneut eine Wende ein. Ich bemühe mich, sanft anzufangen. Und prompt hat Billy noch nicht fertig diskutiert: Wieder macht er sich steif, wendet in die andere Richtung als ich eigentlich vorgebe, und zur Sicherheit fällt er jetzt überhaupt gleich in Galopp. Es geht bergab die Asphaltstraße entlang im Galopp, 2 Kehren und noch eine ganz gute gerade Strecke brauchen wir, bis Billy neuerlich steht, und leider musste ich diesmal auch ins GEbiss greifen. Ich wende nochmal, aber diesmal halt dann doch gleich mit Phase 4, wenn er meine Phase 1 missbraucht, um - wiederum alles völlig left brain! - heimzugaloppieren. Also Wendung, und Energie so hoch ich nur kann, und wir galoppieren den Asphaltweg zurück bergauf, alle Kehren durch zurück bis rauf zu dem Bauernhof. Dort Volten und Volten und Volten, bis die wieder weich und fein sind.
Wieder umdrehen und heimwärts. Wieder an der erste Kehre eine Volte probiert. Sehr gut, Billy akzeptiert meine Richtung. An der nächsten Kehre nochmal und auch später immer wieder. Billy hat fertig diskutiert. Wir bauen noch Slalom ein von einem Straßenrand zum anderen mit schöner Biegung, dazwischen wieder Volten.
Es begegnet uns ein Pferd von unserem Stall. Billy bemerkt die Stute gar nicht, so konzentriert ist er jetzt. Erst als sie vor uns stehen und wir ein paar Worte wechseln, scheint er sie zur Kenntnis zu nehmen. Die STallkollegin reitet in die andere Richtung weiter, und wir weiter Richtung Heimat, ohne Problem.
Wenn ich das Gefühl habe, dass Billy flotter wird, prüfe ich die Bremse mit Whoa und entspanntem Stehenbleiben am langen Zügel, oder eben mit Volten, hie und da reiten wir auch weiterhin noch ein STück retour und dann erst wieder Richtung zu Hause.
Auf unserer Hofzufahrt, also fast zu Hause angekommen, werden die Volten wieder schlechter, Billy beginnt wieder zu diskutieren. Das bringt nur mehr Volten und ein späteres Heimkommen.

Dann ists endlich geschafft! Uff! Es war viel besser als letzte Woche, aber trotzdem muss ich das wohl noch oft oft oft durchziehen, oder für immer und ewig, bis er mir glaubt, dass meine Richtung immer die bessere ist, und meine Gangart immer die vernünftigere.
Ich werde wohl auch heuer wieder nicht die unzähligen tollen Waldwege jenseits der Bundesstraße erkunden können, sondern diesseits bleiben, bis ich 100%ig sicher bin, dass Bremse und Lenkung in jeder Situation funktionieren. Diesseits heißt leider in Kürze dafür Kuhalarm, sobald es Frühling und Sommer wird, aber diese Baustelle gehört ohnehin auch aufgeräumt. ;-)

Donnerstag, 21. März 2013

Interessant war das heute! Mein Freund war mit und durfte ein bissl mit dem Billytier spielen.
Ich fing an mit Stick to Me, zeigte ihm kurz, worauf es ankommt, dann kam das Seil dran und er durfte mal probieren. Antreten, schneller werden, langsamer werden. Billy war brav und passte sich schön an. Beim Anhalten mussten sie sich erst ein bisschen kennenlernen, klappte aber auch bald gut. Ich ließ die beiden antraben und Schrittparieren. Billy war übermütig mit Kopfschlenkern usw. In der Ecke probierte er, meinen Freund mit der Schulter wegzuschubsen, der merkte das gar nicht, aber nachdem ich ihn drauf aufmerksam gemacht hatte, bestand er auf seiner Lauflinie und Billy fügte sich drein.

Dann machten die beiden noch ein wenig Circling Game. Mein Freund konnte Billy richtig toll gerade zurückschicken. Das war richtig gut! Nur mit dem Send klappte es nicht so recht. Ich konnte sehen, dass mein Freund es irgendwie anders macht als ich, konnte ihm aber nicht genau erklären, was er falsch macht. Auch Übergänge von Schritt in Trab auf dem Zirkel klappten nicht. Daher hab ich dann Billy vom Seil losgemacht und selbst Pferd gespielt und ließ mich von meinem Freund ins CG schicken. Das war richtig interessant! Zeitweise konnte ich spüren, dass er mich zu sich rein zog statt vorwärts auf dne Zirkel (wir übten dann Übergang von Schritt in Trab). Dann passierte was lustiges: Billy, der in der anderen Zirkelhälfte herumstand, wurde es zu langweilig, und er gesellte sich zu uns! Mein Freund also in der Mitte, ich als Pferd lief außenrum, wir übten Schritt-Trab-Übergänge, und da kam Billy und parkte sich an seiner üblichen Position außen an meiner Schulter ein, er at Liberty, ich On Line :-) . Mein Freund machte seine Übergänge, ich trabte und ging Schritt und Billy mit mir. Wir galoppierten dann sogar an, alle beide ;-).
Nachher klappte es dann mit meinem Freund und Billy allein auch schon ganz gut!

Billy und ich machten dann noch ein paar Stick to Me Übungen mit Galopp: Trab-Galopp, Schritt-Galopp und schließlich Halt-Galopp-Halt. Als Beobachter konnte mir mein Freund nachher Feedback geben, er meinte, wenn ich versuche, aus dem Halten anzugaloppieren, setze ich mich selbst total zurück und galoppiere dann los, und Billy spiegelt mich total und setzt sich auf die Hinterhand, um dann loszugaloppieren. Toll, war mir überhaupt nicht bewusst, dass ich das mache, geschweige denn, dass es diesen Effekt auf Billy hat. Ein-, zweimal haben wir ein tolles Angaloppieren aus dem Halten geschafft. Mein Freund war fasziniert davon, da durfte er auch mal probieren. Sie übten zuerst noch das Antraben, dann auch mal angaloppieren... dabei wurde Billy von meinem Freund gebremst, der sich nach dem Losgaloppieren sofort umsah, ob das Pferd eh mitkommt ;-).

Lauter lehrreiche Beobachtungen, eine richtig gute Session :-)

Sonntag, 17. März 2013

Happy Birthday Billy!!!

Billy hat heute Geburtstag und einen runden noch dazu: 10 Jahre wird er alt !
Da gabs heut eine doppelte Portion Apferl und 2 Karotten - und außerdem eine Spätschicht Centered Riding ;-).

Wir arbeiteten heute an halben Paraden. Billy interpretierte die Bilder, die ich bekam, gern als ganze Parade: "Ah, is scho aus?".
Sonst arbeiteten wir daran, dass ich erkenne, wann welche Schulter ausbricht, wenn auch nur minimal. Ich soll permanent reinfühlen, welcher Zügel mehr Gewicht hat. Die gleichseitige Schulter bricht aus. Ich tat mir schwer das zu fühlen, außer wenn es gerade ein Extrembeispiel war. Ansonsten kams mir meistens gleich vor... naja, manchmal mit viel Phantasie erriet ichs. Aber insgesamt war die Trefferquote beim Sehen deutlich höher - auch schon ein Fortschritt, denn vor nicht allzulanger Zeit konnte ich es weder fühlen noch sehen, nicht mal wenn ichs gesagt bekam ;-).

Billy war am Schluss genervt von der vielen Traberei, bei der nichts aufregendes passierte, außer dass Frauli sich zu sortieren versuchte. Nun ja, hie und da muss das auch sein. ;-)

Samstag, 16. März 2013

Ich wollte ja eigentlich wieder raus ins Gelände gehen und hier weiter an unserer Harmonie werken ;-), aber was ich nicht bedacht hatte war, dass die Nebenstraßen noch furchtbar eisig sind. Keine gute Voraussetzung für die eine oder andere Richtungsdiskussion. Also hab ich es gelassen und hab stattdessen etwas Liberty in der Halle gemacht.

Aufwärmen mit Stick to Me: Langsamer und schneller Schritt abgewechselt, das wurde sehr schnell sehr gut. Promptes Anhalten und etwas Rückwärts. Ich bin weiterhin streng und hab darauf bestanden, dass Billys Kopf genau auf der HÖhe in Relation zu meinem Körper ist, wo ich ihn haben möchte. Nicht 50cm weiter hinten oder weiter vorn. Hat gut geklappt, bald holte Billy unaufgefordert im Trab auf, wenn er zu weit nach hinten geriet.
Aus dem Stick to Me gingen wir über zur Weave, an der ich hauptsächlich arbeiten wollte. Also zuerst den Slalom á la Stick to Me gelaufen, d.h. ich lief mit Billy mit. Nach und nach erhöhte ich den Abstand und schickte ihn schließlich um die Hütchen, während ich auf einer Seite blieb.
Im Schritt waren wir schnell erfolgreich, daher Übergang zu Trab. Auch hier ganz supertoll, Weave im Trab at Liberty klappt! Bis auf ein einziges Hütchen, das 3. von links, das ließ Billy jedesmal aus, hier versagte der Draw. Jedesmal. Und nur in die Richtung, wo ich rechts von ihm war. In die andere Richtung, wo ich also links von ihm bin, war alles ok und er trabte wieder und wieder den Slalom perfekt. Keine so rechte Ahnung, woran das lag. Ich streute zwischendurch wieder einen Stick-to-Me-Slalom ein, klappte gut. Im Schritt klappte es auch. Nur im Trab nicht mehr. Ich probierte es mit mehr Druck (klappte halb, insofern er dann zwar mich ansah und auf mich zukam, aber das Muster war natürlich unterbrochen, auch wenn ich ihn danach weiter "richtig rum" um die HÜtchen schicken konnte) und auch mit weniger Druck, aber so richtig half alles nix. Ich schloß mit einem guten Slalom in die "gute" Richtung ab und ließ es gut sein.

Danach machten wir noch Galopp-Übergänge auf einem Circling GAme, zuerst vom und in den Trab, danach vom und in den Schritt. Runterbremsen geht at Liberty viel schlechter als On Line, how interesting. Angaloppieren war dagegen super, auch aus dem Schritt, richtig prompt, aber dabei relaxt.

Donnerstag, 14. März 2013

Meine Güte ist das kalt! -5° und Schneesturm!

In nur 3 Wochen ist es schon wieder soweit: Der nächste Peter-Kreinberg-Kurs winkt! Mein Gott wie die Zeit vergeht... Das schlechte Gewissen drückt, denn ich hab viel zu wenig vom letzten Kurs umgesetzt, wenig geübt, die Theorie schon wieder vergessen...
Deshalb machten wir heute eine kleine Finesse-Einheit, bei der ich die Übungen, die wir im SEptember gelernt haben, der Reihe nach durchprobierte. Billy war brav und kooperativ (meistens ;-)).

Ich begann am Boden mit Stick to Me, Anhalten, Rückwärts. Dann aufgesessen und Fingerübungen gemacht: Zügel verkürzen, Zügel verlängern, in jeder Ecke, mal linksrum, mal rechtsrum. Billy bog sich supergut, der ganze Kontakt hat sich wirklich enorm verbessert. Das ist zwar mehr den Centered-Riding-Stunden zu verdanken als eigenständigem Üben nach Kreinberg, aber ist ja egal. Wir gingen über zu Slalom, da wurde es schon knapp mit der Fingerfertigkeit. Ich nehme dann zu viel Zügel auf einmal an oder vergesse aufs Nachgeben. Außerdem waren die Finger meiner linken Hand völlig eingefroren, ich spürte fast nix mehr. Auch nicht gerade förderlich.
Wir ritten dann noch abwechselnd Volten und große Zirkel im Schritt und danach übten wir noch das Antraben. Wie gewohnt biegt Billy nach links ab, sobald er realisiert, dass es ans Antraben geht. Keine Ahnung, wie ich ihm das wieder ungewollt beigebracht habe. Es ist jedenfalls eine Ausflucht, um nicht traben zu müssen, denn nach 2 kleinen Gertenklapsern (Phase 4) versteht mich Billy plötzlich wieder sehr sehr gut. ;-), und danach können wir superweich antraben und ebenso superweich Schritt parieren.

Ganz zum Schluss geht es noch ein ganzes Stück rückwärts, nämlich bis zum Tor - dort absitzen und fertig!

Dienstag, 12. März 2013

Heute stand zuerst einmal Pediküre auf dem Programm. Billy war brav, keine besonderen Vorkommnisse, außer dass die freche Stimmung dahingehend weitergeht, dass Billy doch tatsächlich bettelnd an meiner Jacke zupft. Freundlich, aber trotzdem ... da versiegt der Leckerli-Fluss doch gleich erst recht ;-).

Danach gingen wir noch in die Halle und haben etwas On Line gespielt. Kurz und zackig, mit ein paar Pausen, wenn was besonders gut war:
Aufgewärmt mit Stick to Me in Schritt und mit Rückwärts. Letzteres hab ich auch einmal mit etwas mehr Bemühung eingefordert, und siehe da, es ging.
Wir setzten fort mit Hinterhand- und Vorhandwendungen auf mich zu und von mir weg, dann Übergang zu ein wenig Trab und Weave. Weave im Trab klappt nun wirklich super. Beim Umdrehen verfällt er manchmal im Schritt, wenn ich einen zu kleinen Radius um das letzte Hütchen erlaube. Ich würde langsam gern Galopp in die Weave mit einbauen, aber es gelingt nicht. Ich weiß nicht an welcher Stelle ich das am besten machen soll, bin viel zu langsam und überhaupt. Das dauert noch ein wenig.
Dann Übergang zu einem Circling Game mit ganz vielen Übergängen vom und in den GAlopp. Zuerst vom Trab aus, dann Schritt. Angaloppieren aus dem Schritt wurde nach ein paarmal richtig richtig gut, sehr sauber, sehr unaufgeregt. Auch Übergang vom Galopp zum Schritt wurden sehr gut.
Daraufhin kehrte ich zum Stick To Me zurück und wir übten gemeinsames Angaloppieren. Billy hielt recht brav Abstand und sah nicht allzu grantig drein. Übergänge Trab-Galopp klappten sehr gut, ich probierte dann auch Schritt-Galopp, und auch das klappte bestens. Richtig richtig gut! Ich probierte dann noch ein Anhalten aus dem Galopp, Billy machte total brav mit und reagierte prompt. Und dann ein Angaloppieren aus dem Halten - auch geklappt, juhu!

Und Feierabend :-)

Sonntag, 10. März 2013

Ein Wochenende in der Zeitmaschine

Pfuuuuh, was für ein Wochenende!
Es herrschen endlich frühlingshaftere Temperaturen. Die steigen Billy scheinbar in den Kopf. Heute wurden wir so ungefähr 2,3,4,... Jahre in der Zeit zurückkatapultiert, so kam es mir vor; gerade berichte ich noch wie toll sich alles entwickelt, da ist der Höhenflug auch schon vorbei und ein heftiger Beziehungsstreit im Gange...

Tolles Wetter, und ich hatte - endlich, endlich, endlich! - einmal einfach GAR nix anderes vor als in den Stall fahren und das Wetter genießen und ein bisschen ausreiten! So toll haben wir uns weiterentwickelt, schrieb ich gerade.
Also in aller Ruhe geputzt, gesattelt, die anderen ziehen lassen und auf den Weg gemacht, einen Weg zu erkunden, den ich kürzlich mit der Stallkollegin geritten bin. Eine kleine Runde, nichts spannendes. Billy kennt den Weg, latschte letztes Mal völlig entspannt dort entlang, mal vorn, mal hinten; nur alleine waren wir dort noch nicht.
Alles fing herrlich an. Ich stellte fest, dass ich erstmals kein Herzflattern mehr bekomme, wenn ich reitend die Straße überquere. Hinreiten, anhalten (obwohl von weither sichtbar, dass nix kommt - aber angehalten wird immer, diese Gewohnheit soll sich einfach etablieren), schauen, drüberreiten, fertig. Billy und ich tiefenentspannt. Unter der Unterführung war Billy guckig, konnte man ihm aber nicht verübeln, denn der dort fließende Bach ist ums 10fache angeschwollen und machte Lärm, der von den Wänden der Unterführung unheimlich widerhallte. Er war aufgeregt, hörte aber brav auf mich und ging ohne Zögern durch. So ging es weiter. Auf dem Weg war er ebenfalls guckig, aber er ließ sich toll lenken und leiten und fror nie ein oder war unansprechbar, was auch gut war, denn dieser Weg war noch nicht von Schnee befreit - in der MItte lag eine SChicht Schneematsch, auf der wir gut reiten konnten, links und rechts war der Schnee aber zusammengefahren und hie und da zu einer glatten Eisschicht zusammengeschmolzen.
So gingen wir bis zum Ende des Weges. Und dort kippte alles ....

Ich erkannte, dass ich eine Abzweigung verpasst hatte, denn ich stand nun vor einer Wiese eines Bauernhofes, die schmelzwassergetränkt und auf keinen Fall zu bereiten war. Ich hatte eigentlich gerechnet, auf einen anderen Weg zu treffen und diesen zurückzureiten. Offenbar hätte ich da aber früher bergauf abbiegen müssen als hier. Nun gut, macht ja nichts.
Billy vorsichtig gewendet auf dem nassen, rutschigen Gras, und den Schneematsch-Weg wieder hinunter. Billy hatte es eilig, ließ sich aber noch halbwegs bremsen. Ich merkte noch nix, es ging ja bergab. Dann kam die Abzweigung, die ich hätte nehmen sollen. Ach ja, hier wars... Billy angesprochen, die WEndung vorsichtig eingeleitet, nicht dass wir hier ausrutschen .... und stellte mit einigem Unbehagen fest, dass die Lenkung ausgefallen war. Nicht nur schwergängig oder so, sondern Totalausfall. Das Pferdchen steuerte stur geradeaus, Hals steifgemacht: "Iiiiich will aber heim!". Ich fluchte innerlich. Das altbekannte Gefühl, Systemtotalausfall. Druck in der Magengegend macht sich breit, mir wird schlecht vor Angst. So war das früher immer. Aber seit Jahren hatten wir das glaub ich nicht mehr. Ich versuche mal vorsichtig zu bremsen. Richtig. Systemtotalausfall. Keine Bremse. Im Gegenteil, Billy wird schneller: "Iiiiiich willlllll heiiiiimmmm!"
Ich versuche ruhig durchzuatmen, nicht zu zerren, sondern gebe rhythmische Impulse, versuche locker zu bleiben. Mit jedem Impuls, der ihn bremsen soll, wird Billy justament schneller. In mir macht sich gleichzeitig unsägliche Angst und unsägliche Wut breit. Ich lasse alles lang und Billy seinen Willen und wir gehen gemütlichen Schritt. Ich nehme die Zügel kürzer oder versuche zu wenden, wir traben und beginnen zu galoppieren. Zur Erinnerung: Wir befinden uns auf einem teilweise vereisten Weg, und die Querung der Bundesstraße nähert sich unaufhaltsam.
Mir ist zum Plärren. Ich kann nicht absitzen, denn dazu müsste ich ja mal etwas bremsen. Ich kann nicht bremsen, dann wirds schneller, ich kann nicht wenden, dann wirds noch schneller. Ich ärgere mich über meine Unfähigkeit und lasse mich erpressen und warte auf die größere Straße, an die wir bald kommen, wo Billy bislang immer entspannt und langsam schlurfend - auch Richtung heimwärts - entlangging. Dort wird er wieder ansprechbar sein, dieser neue Weg war offenbar zu viel.
Pustekuchen. Auf der altbekannten Straße genau dasselbe. Die Bremse hat sich in GAs verwandelt, Lenkung ebenfalls. Und die Bundesstraße ist wirklich nicht mehr weit. Ich sitze oben als hilfloser Passagier und traue mich nicht, die Meinungsverschiedenheit über die Richtung auszudiskutieren, die Chancen stehen nämlich gut, dass ich dann im GAlopp Richtung STraße unterwegs bin und nicht im schnellen Schritt wie jetzt noch.
Irgendwann kommt ein Auto von hinten. Billy ist kurz abgelenkt, sodass er irrtümlich und aus Gewohnheit meinen bremsenden Kommandos gehorcht - ha!!!! Wir stehen kurz, und ich bin so schnell unten wie er gar nicht schauen kann.
Wir überqueren die gefürchtete Bundesstraße. Sooo entspannt waren wir schon! Und nun alles kaputt, weg, all die Arbeit für die Katz'. Alles von vorne :-( .
Nach der Bundesstraße sitze ich wieder auf. Billy bleibt vorbildlich stehen. Aber nur, bis ich oben bin, und dann geht Billy durch. Im Galopp gehts rein in den Wald, knapp an den Bäumen vorbei, Richtung Heimat ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin so baff, dass ich etwas zum Reagieren brauche; zum Glück ists hier nicht mehr rutschig und die STraße ist nun auch hinter uns. MIt ungefähr Phase 20 kann ich bremsen und anhalten. Endlich geht es in gesittetem Schritt weiter. Da kommt ein Matschloch ... Billy springt es, obwohl er auch drübersteigen könnte - und nutzt den Sprung, um nochmal weiterzugaloppiern, wieder durchzugehen und mich wieder zu ignorieren.
Irgendwie schaffen wirs gesittet nach Hause, aber ich bin stinksauer, wütend, traurig, enttäuscht und voller Angst.

Billy darf erstmal in die Halle - er wollte galoppieren, oder wie war das. Wir traben, wir galoppieren ... Billy muss jetzt richtig arbeiten. Nach den Arbeiten muss er dann noch etwas warten. Schließlich schwitzt das Pferd ja jetzt und muss mal Abschwitzen. Er darf mir zusehen, wie ich Spind aufräume und Sattel putze und so meine Wut abarbeite. Zu den Kumpels gehts erst seeehr spät - Frauli hat heut Zeit, wie blöd.
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Am nächsten Tag wache ich auf wie gerädert und hab ehrlich gesagt überhaupt keine Lust, das Pferd wiederzusehen. Es ist Sonntag, und ich habe - ein Wunder - schon wieder viel Zeit! Ich wollte ausreiten, nur... wohin? Über die Straße - no way, nie wieder, ganz sicher nicht. Die Erinnerung an den gestrigen hilflosen Kampf um die Richtung schnüren mir jetzt schon die Kehle zu.
Dann kommt mir eine Idee. Wenn die Probleme die WEndungen sind, dann werden wir einfach Wendungen üben. Man kann nicht nur in der Halle wenden, man kann das auch im Gelände. Jawoll! Billy weiß das scheinbar nur noch nicht. Ein Plan formt sich in meinem Kopf.

Also heute wieder: Mit viel Zeit im Gepäck und dem Rest an Geduld, den ich noch irgendwo zusammenkratze, wird Billy wieder gesattelt. Wir reiten los. Und heute bin ich fest entschlossen, mich nicht erpressen zu lassen.
Ich beginne mal harmlos an unserer Hofzufahrt. Billy ist aufgekratzt, es muss doch der Frühling sein. Oder auch die gestrige Auseinandersetzung. Sicherlich spürt er meinen Grant. Er ist jedenfalls flott unterwegs. In der Mitte der Hofzufahrt halte ich an. Das funktioniert natürlich, immerhin sind wir ja Richtung weg von zu Hause unterwegs. Ich wende. Auch das klappt super, wir wenden ja heimwärts. Billy wird sehr flott, ich bremse, es klappt, wenn auch widerwillig. Wir kommen wieder am Hof an. Ich wende. Bzw.: will wenden. Gleiches wie gestern, Ignorieren, schneller werden. ABer heute lasse ich nicht nach, bestehe darauf, wir wenden und reiten wieder weg vom Stall. So bewegen wir uns die nächsten zweieinhalb STunden weiter: 100m zielwärts, 50 Meter heimwärts. Die sage und schreibe ersten 2 Stunden diskutiert und kämpft Billy gegen jede Wendung zielwärts. Jedes einzelne Umdrehen wurde fast zum Kampf, mal mehr, mal weniger. Er bekam jedesmal die Chance, auf eine Phase 1 oder 2 zu reagieren. Jedesmal verweigerte er die WEndung und versuchte nach Haus zu traben oder zu galoppieren. Ich konnte es aber schaffen, ihn jedesmal doch noch zu wenden. Schön anzuschauen war es aber sicher nicht (dies soll ein ehrliches Blog sein...).
Billy schwitzte und regte sich wohl auf. Ich hatte ein schlechtes Gewissen; es ist meine Schuld, dass er denkt, er habe das Sagen über die Richtung. Ich hätte viel früher viel weniger machen müssen. Jetzt muss ich sehr spät sehr viel machen.
Wir bewegen uns immer weiter weg vom Stall, 100m vorwärts, 50 Meter wieder zurück. Die WEndungen werden weicher. Manche sind schon fast wie eine "normale" WEndung in der Halle. Da wird Billy sofort gelobt dafür.
Dass man heimwärts nur im Schritt geht, darauf bestehe ich auch. Bei Antraben drehen wir sofort wieder um und gehen weg von zu Hause.
So überwinden wir sogar eine der kritischen Stellen, über die ich nie allein reitend hinaus gekommen bin. Die Wendungen sind weich, meistens. Auf "Whoa" steht Billy und linst nach hinten. Ziel erreicht! Wir bewegen uns langsam wieder eher nach Hause. Also 100m heimwärts und 50 wegwärts. Billy entgeht das natürlich nicht, und kurzfristig wird das ganze wieder kritisch. Ich leite eine weiche WEndung ein, Billy nimmt alle Kraft zusammen und macht sich steif und beginnt sofort Richtung Heimat zu galoppieren statt zu wenden. Er rutscht auf dem nassen Asphalt aus und wir fallen fast hin; ich mache einen unfreiwilligen Abgang, Billy erfängt sich noch und fällt wenigstens nicht auf mich drauf. Betropetzt steht er da. Ich checke kurz alles, nix passiert. Wieder rauf und erst recht weg von daheim. Kurz darauf geht Billy noch einmal durch. Bei einer Wendung Richtung heimwärts prescht er los im Galopp, kaum dass die Wendung vollzogen ist. Ich kann ruhig bleiben und ihn ganz gut bremsen. Wir wenden wieder.
Schließlich wirds besser und besser. Billy rennt auch nicht mehr heimwärts. Hat keinen Sinn, ich sags doch die ganze Zeit!
Wir kommen zur Hofzufahrt. Billy glaubt, die traben zu müssen - es geht bergauf. Ich bin fies - die Anstrengung war umsonst - ich wende nochmal, reite nochmal die Abfahrt hinunter. Beim zweiten Mal kann Billy ruhigen Schritt gehen.

Billy war brav, wenn auch erstaunlich stur. Er darf sich wutzeln und kriegt Fresschen. Ich bleib noch länger da und wechsel die Decken.

Mal sehen, was es gebracht hat. Ich will dieses Problem lösen, unbedingt. Wie machen andere Leute das? Einfach so ausreiten zu gehen? Ich grüble und grüble, und ich fühl mich schlecht wegen der vielen hohen Phasen, die ich anwenden musste. Aber eben: Mal sehen, was es gebracht hat.... :-/