you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
So, gestern wurde Billy mal gewogen (jaaaa, wir haben sogar ne Pferdewaage im STall - wusste ich vorher gar nicht). Na da haben wir nicht schlecht gestaunt: 565kg bei 1,55 Stock. Also von unterernährt kann man wohl nicht reden?! Dachte ich mir doch, die Schätzung des Stallbesitzers auf "höchstens 400" war doch etwas daneben.
D.h. ich kann ihm die gesamte Dosis der Wurmpaste einverleiben. Leider stellt sich heraus, dass Herr Billy offenbar genau weiß, was das weiße längliche Ding da in der Hand ist, er reißt sofort den Kopf hoch und verdreht die Augen - na toll, allein keine Chance, ich hatte gehofft, dass er es cool nimmt wie das Impfen oder so. Muss ich mir wen zweiten besorgen; bin ja auch sehr unerfahren, sowas selbst durchzuführen.
Dann hab ich wieder mal longieren geübt, nach Anregungen hier aus dem Forum (wegen reindrängeln) - es hat links gut funktioniert, er hat mehrere schöne runde Runden gedreht, auf der rechten Hand hakt es, da gefällt ihm das gar nicht, das draußen bleiben.
Dazwischen zur Abwechslung haben wir mal wieder Füßchen gehoben. Ich arbeite seit einiger Zeit wieder mit Leckerlis, und ja, die haben halt schon Wirkung. Herr Billy kann es kaum erwarten, seine Beinchen zu heben. GsD hat er sich das wilde Scharren wieder abgewöhnt (da nicht ziel-, d.h. leckerliführend *g*). Leider hab ichs noch nicht geschafft, ihm klarzumachen, dass eben der nächste Schritt heißt: Ruhig halten wenn Frauli die Sohle berührt oder auskratzt. Sofort geht wildes Rudern los (ich denke, es ist wieder der Versuch zu scharren... halt in der Luft...). Ich habe versucht, es einfach durchzuhalten, bis wieder ein ruhiger Moment ist und dann das Bein aktiv abzustellen, d.h. es wirklich grade zu ziehen und richtiggehend abzustellen und dann zu belohnen. Ich glaube aber nicht, dass er das geschnallt hat. Mir tut alles weh, ich habe einen mordsmäßigen Muskelkater im Arm *aua* und meinem Rücken bekommt das wilde hin- und hergeschleudert-Werden auch nicht grad...
Aber immerhin, kaum bücke ich mich, ist das Beinchen oben, ist doch shcon was...
Was ganz toll geklappt hat, war hinten übertreten. Mittlerweile brauche ich mich nur in Position zu begeben, halte den Stick parallel zu Billys Körper und blicke auf die Hinterhand, und er dreht sich brav übertretend im Kreis, die Vorhand bleibt schön auf der Stelle. ER hat verstanden, worum es geht.
Nur die Shculter von mir wegkriegen, das ist und bleibt ein Problem...
Gesattelt hab ich auch wieder mal, hier kommt glaub ich das nächste Problem auf uns zu. Satteln macht Billy gar nix aus, er rührt sich keinen Schritt und lässt brav satteln und gurten (aber nicht zu schnell, wie ich gestern gelernt habe, alles schön bedächtig, sonst werden wir grantig). Aber: Bei angedeutetem Aufsteigen gibt es PRobleme, ich kann nur noch nicht sagaen, welcher Natur genau... Hüpfen auf Sattellagen-Höhe gefällt ihm immer noch nicht, aer er legt immerhin nur noch die OHren an, schnappt aber nicht gleich zurück. Es ist ihm nicht geheuer, aber er gewöhnt sich dran, dass nix passiert, wenn das Frauli irr durch die Gegend hüpft. Dann belaste ich den STeigbügel mit der Hand - kein Problem... BIS zu einem Punkt, da gehts: Ohren zurück, hinbeißen...
Mir tönt das sehr nach Schmerzen bei der einseitigen Belastung? Wenn ich mich in den Sattel schupfen lasse von wem andern (also ohne Bügel aufsteige), war er seelenruhig und hat nix gezeigt. Ich finde auch sonst keine Empfindlichkeit am Rücken. Vielleicht ist es doch nur schlechte Erinnerung an früher? Auf beiden Seiten die gleiche Reaktion übrigens.
Und nach dem ersten Mal bringt jeder Versuch, nur ein bisschen Gewicht in den Bügel zu bringen (was davor nix ausgemacht hat), eben dieselbe Reaktion.
Hmmmm...
Ich werd versuchen, mal nur SAttel ohne dieses anti-Rutsch-Pad aufzulegen und dann dasselbe, vielleicht ziept das ja ordentlich - kann sein. Und natürlich mit Aufsteighilfe probieren, was sich da tut - obwohl da genauso mein Gewicht in den Bügel kommt. Sonst muss ich mich wohl als nächstes um Osteopathen o. dgl. kümmern *seufz*.
Wär ja auch zuuu einfach gewesen.
Gestern kam der Tierarzt zur Nachbesprechung des Blutbildes; wir hatten ja beim Impfen auch gleich mal Blut abgenommen um mal auszutesten, ob alles in Ordnung ist, weil Billy doch recht schwer zunimmt. Man sah bis zuletzt die Rippen doch deutlich; doch gerade in den letzten zwei Wochen hat er doch zugelegt (liegt nicht nur am sprießenden Winterfell, fühlt sich auch anders an). Egal, sicher ist sicher.
Ich war ja furchtbar nervös, dass irgendwas Grobes ist
; am Telefon traute ich mich den TA gar nicht danach fragen.
Gut, wie's aussieht ist nix Grobes. Leider hab ich den Wisch jetzt nicht mit, sonst könnte ich euch die Werte aufschreiben. Eine Infektion im Abklingen stellte er fest und schob es auf die verzögerte Wundheilung der Kastration. Sonst war noch der Harnwert leicht erhöht (Eiweiß?) und die SToffe, die eigentlich eine Überforderung der Muskulatur verraten, z.B. durch zu schnelles Antrainieren etc. Gut, da man das so gut wie ausschließen kann und der WErt nur minimal höher ist, meinte der TA, es könnte genausogut von Schlägen und Bissen auf die Muskulatur sein - eher wahrscheinlich. Ließ mir SuperSulf da zum Zufüttern (soll den Muskelstoffwechsel anregen). Und eventuell Verwurmung, aber entwurmen war ja eh schon in Vorbereitung (wurde auch erst vom SB entwurmt, allerdings entwurmt der "homöopathisch" - dass das geht, hab ich noch nie gehört, hat wer damit ERfahrung??
)
Beim zweiten Impftermin testen wir nochmal die Werte, die erhöht waren...
----------
Tja, und Donnerstag zeigte Billy wieder mal bisschen Temperament *autsch*. Wir gingen spazieren, das Wetter war endlich wieder schön, ich hatte Zeit bei tageslicht - perfekt. Nur eine klitzekleine Runde, weil mein freund später nachkommen wollte. Billy war von Anfang an rüpelig. Er überholte ständig, versuchte mich wegzurempeln, so dass wir uns meist in kleinen Volten vowärtsbewegten. Wir kamen wieder an seiner Lieblings-Kuhherde vorbei, und da ich nicht ausmachen konnte, ob diese Kühe eigentlich nochmal extra eingezäunt sind oder ob ich mich gerade mitten auf die Kuhweide begeben hatte, beschloss ich umzudrehen. Inzwischen hatte Herr Billy etwas Vernunft angenommen und zuckelte eigentlich recht brav hinter mir her, immer brav am Windschutzgürtel entlang.
Aber dann: Eine Lücke im Windschutzgürtel, und dort tauchte plötzlich ein Pony auf (andere Wiese jenseits des Gürtels, dort ist ein Ponyhof, dazwischen ist ein Zaun). Billy blieb stehen, starrte es an, ich versuchte mir die Aufmerksamkeit wiederzuholen, doch im gleichen Moment beschloss Herr Billy, dass dieses Pony offenbar furchtbar gefährlich war und setzte zur FLucht an *shit*. Ich versuchte noch, ihn rumzureißen, vergeblich, lief noch ein paar Schritte mit in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwie auf einen Zirkel lotsen könnte, aber keine Chance, er riss mir zuerst den Strick aus der einen, dann aus der andern Hand, ich fand mich wieder mal mit dem Gesicht im Matsch wieder und Billy galoppierte mit Strick und Knotenhalfter dem Horizont zu, ich hoffte nach Hause (war nimmer weit). Rappelte mich auf, schaute ob noch alles dran ist und stapfte Billy hinterher.
Da kam mir auch schon der SB mit ihm am Strick besorgt entgegen. Er hatte vom Stall aus hinter der Baumreihe plötzlcih was Schwarz-Weißes schneller rennen sehen, als er mir zutraute mitzuhalten
, warf sich ins Auto und fuhr die Wiese rauf - und fand Billy im Stacheldraht wieder *kreisch*.
Meine Güte, ich war völlig fertig. Doch Billy war DABEI dann wieder mal die Coolness in Person, er blieb stocksteif stehen, als er merkte da pieksts. Somit ist GsD nicht viel passiert. Zwei kleine Piekser am rechten Vorderbein, wir haben natürlich sofort gründlichst desinfiziert. Überm rechten Auge und auf der Stirn hat er ein kleines unblutiges Cut, da hat wahrscheinliche in Ast radiert. Er war schon etwas geschockt wie es schien, hat dann aber brav gefressen, ich drehte ein paar Runden mit ihm in der Halle, und danach war er wieder wie immer...
Ich hab mir durch den Ruck, den er mir gegeben hat, die Schulter leicht beleidigt und beim Fallen den Mittelfinger leicht verstaucht ... wieder mal mehr Glück als Verstand gehabt. ... und bin heilfroh, dass ich erstens seit einiger Zeit niemals nie nicht ohne Handschuhe spazieren gehe und zweitens wirklich PEINLICHST darauf achte, dass der STrick nie niemals nicht um die Hand gewickelt ist...
Ich frag mich natürlich, was ich falsch gemacht habe, ob es zu verhindern gewesen wäre. Vielleicht hätt ich gleich umdrehen sollen, nachdem er schon zu Beginn so rüpelig war. Aber selbst Billy ist ein Fluchttier, auch wenn er selbst und ich oft drauf vergessen, und wenn er beschließt zu flüchten, dann hab ich wenig Chance ihn zu halten.
Hätte ich andere Ausrüstung nehmen sollen? Ne Kette? Ist ja aber sonst nicht nötig, ich hab Spaziergänge schon in viel aufregenderen Gegenden gemacht. Demnächst doch mit Kappzaum raus?
Nicht mehr alleine rausgehen? ich glaub nicht, dass ein zweites Pferd viel Unterschied gemacht hätte - normalerweise ist Billy ja eh der Nervenstärkste von allen...
Ich hab auch ecth keine Ahnung, was an dem Pony so schrecklich war. Es kam nicht wild und plötzlich angaloppiert, sondern stapfte einfach gemütlich auf der Wiese herum. Wir sind schon oft an fremden Pferden vorbei, es interessiert Billy schon, regt ihn aber nicht auf, geschweige denn dass er flüchten würde - normalerweise hätte ich gerechnet, dass er HINgeht.
Naja, wir habens überstanden... ich hoff ich trau mich noch raus
ohne nervös zu werden....
Es schüttet seit zwei Tagen wie aus Kübeln. Mittlerweile ist die Bundesstraße, an der der STall liegt, weiter vorne wegen Überflutung gesperrt, der SB hat uns allen empfohlen, heut mal zu Hause zu bleiben. GsD wohnen die Pferdis oben am Berg.
Gestern hat es zwar auch durchgeregnet, ich aber wetterfest angezogen und außerdem *halleluja* ist das Licht in der Halle endlich repariert...
Billy wollte sich nicht gern fangen lassen (nach dem Hufschmied am Dienstag hatte ich überhaupt keine Chance, aber heut hab ich ihn wenigstens erwischt); es gab grade Heu für alle, also ließ ich ihn mal eine Weile fressen, dann gings direkt in die Halle.
Überraschenderweise war er heute richtig kooperativ und überhaupt bewegungsfreudiger als sonst - was ich darauf zurückführe, dass sie aufgrund des Wetters wohl ausnahmsweise von der Weide ausgesperrt wurden.
Wir haben abwechselnd diverse Spielchen und gemütliches Longieren gemacht. Beim Longieren war Billy richtig ausgelassen, er trabte gerne an und galoppierte sogar einmal freiwillig eine Runde (wollte eigentlich nicht galoppieren, weil die Halle dafür zu klein ist für ihn), eingeleitet von so was ähnlichem wie einem Buckler. Eine STange legte ich auch auf, da trabte er ohne Zögern drüber, wenn ich es verlangte (habe auch zwischendruch Ganze Bahn eingeschoben an der Longe bzw. den Zirkel auf und ab in der Halle "verschoben").
Dazwischen wie gesagt diverse Bodenarbeits-Spiele; wir sind dabei, das Seitwärts-Spiel zu erlernen. Billy überraschte mich mit perfektem Seitwärts-Gehen nach rechts entlang der Stange - beim letzten Mal haben wir nach vielen Bemühungen (mit Trainerin) 1,2 Schritte hingekriegt. Nach links fällts ihm deutlich schwerer, aber er ist überraschend arbeitswillig und bietet verschiedene Möglichkeiten an, mit konzentriertem Gesicht: "Was willste denn nun eigentlich?" Am Schluss scheint er zu kapieren, dass das, was rechts so gut geht, auch links möglich ist, und dann habe ich nach 1,2maliger Tendenz, sowas ähnliches wie eine SEitwärtsbewegung zu zeigen, aufgehört.
Was ich noch geübt habe, war die "Hüpf-Übung". Billy zeigt ja seit ich ihn habe seltsames Verhalten, wenn man seitlich neben ihm hochhüpft. Er wird sofort aggressiv, legt die Ohren an, beißt hin ... dasselbe geschah, als ich mal probeweise den Fuß in den Bügel stellte (auch schon ohne Gewicht). Also irgendwas muss da mal passiert sein. Lässt man sich von einer zweiten Person in den Sattel schubsen, passiert das nicht, da steht er ruhig und entspannt da...
Also gewöhne ich Herrn Billy langsam daran, dass es nichts Schlimmes ist, wenn Menschen quer durch die Halle hoppeln, und auch nicht, wenn sie nah an seinem Bauch auf und ab springen. Es ging scho recht gut, er ist skeptisch, aber nicht mehr aggressiv.
Am Putzplatz gabs eine Extra-Portion Heu für ihn, hatte der SB extra da gelassen, und während er fraß, hob ich versuchsweise die Hufe - und es ging!!
Ich hatte damit gerechnet, dass der Schmied-Besuch alles wieder ruiniert hat; als ich mit dem Hufkratzer kam, wurde er unruhig, aber nicht aggressiv, und mit viel GEduld und immer wieder Pausen bekam ich die Hufe halbwegs ausgekratzt.
Und seit heute ist Billy offiziell "Buffalo Bill 4" - ich habe endlich seinen Pass bekommen!
Diese Woche hab ich endlich meinen SAttelgurt bekommen und die Steigbügel. Außerdem hab ich noch Urlaub und so immer wieder Besuch von Leuten, die Billy noch nicht kennengelernt haben.
An einem Tag kommt meine Freundin mit, die auch reitet. Ich führe ihr ein bissl Bodenarbeit vor, sowas kennt sie nicht und ist ganz beeindruckt (was würd sie erst sagen, wenn sie ein weniger büffeliges Pferd sehen würd
). Billy zeigt sich von der braven Seite. Ich sattle auf, wachle vorher mit Pad und Sattel wild herum - ist Billy ziemlich egal. DAnn sattle ich und gurte nach und nach an - auch egal.
Weil er gar so brav ist, lasse ich mich unvernünftig von meiner Freundin raufschupfen - Billy recht uninteressiert. Auf leichtes Zupfen von oben am Knotenhalfter biegt er brav den Hals. Dann sitz ich auch schon wieder ab.
Beim nächsten Mal ein paar Tage später ist alles ganz anders: Satteln lässt sich Billy zwar wieder brav und ohne Ohrenzucken, aber als ich an der SEite stehe und probeweise leicht Gewicht auf den STeigbügel gebe und hochhüpfe, passiert wieder einmal, dass er nach hinten droht, Ohren anlegt.... das haben wir ja schon bald festgestellt - hüpft man in Höhe der Sattellage (auch ohne ihn zu Berühren, es kann also nicht nur plötzlicher Schmerz sein), geht er sofort in Verteidigung. Andrea, meine Bodenarbeitstrainerin, hat gestern daran gearbeitet und ist zum Schluss gekommen, dass er diese Bewegung doch mit Schmerz von früher in Verbindung bringt. Überhaupt ist sie mittlerweile der Meinung, dass er wohl doch schon einiges nicht so Gutes mit dem MEnschen erlebt haben muss, weil er gar so introvertiert ist...
Aber wir werdens schon hinkriegen, ich geb da nicht auf...
Tierarzt war auch da diese Woche, impfen und endlich Pferdepass beantragen - das artet bei Billy dann eben in eine Malstunde aus
. Blut haben wir auch abgenommen, weil er irgendwie nicht und nicht zunehmen will (obwohls grad in den letzten 2 Wochen besser wurde, finde ich...) und ja auch immer eher matt wirkt. Vielleicht fehlt irgendwas, mal schauen.
Und einen langen Spaziergang haben wir die Woche auch gemacht, über 1 Stunde. Es war richtig lustig, so nach ca. 1 Stunde hat man richtig gemerkt, wie Herr Billy langsam pampig wurde und fand, dass es Zeit für Fresschen war. Davor war er richtig gut gelaunt, viel neue Umgebung, ist brav und mit freundlichem Gesicht hinter mir hergetrottet - und eben ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte man richtig beobachten, wie er müde wurde, die Nüstern kräuselte, die Ohren anlegte und immer wieder herschnappte (seine neueste Lieblingsbeschäftigung...).
Ich muss gestehen, dass ich auch ziemlich fertig war, bei uns gehts ja viel bergauf und bergab... Wurde ja auch nur so lang weil ich wieder mal eine falsche Abzweigung gewählt hatte...