you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Samstag, 24. Mai 2014

Unverhofft kommt oft... meistens ja eher ... "was dazwischen", aber heute wars genau umgekehrt; ursprünglich dachte ich, ich komme heut eh nicht zum Reiten, aber dann ging es sich überraschend doch aus :-). Blöd nur, dass meine Hackamore sich nicht im Stall, sondern - formenderweise eng die Whisky-Flasche umschlingend - zu Hause in meinem Wohnzimmer befand, wo sie immer ihre Feierabende verbringen darf.

Macht ja aber nichts, ritt ich wieder einmal mit dem Knotenhalfter. Da wurde ich dann auch gleich wieder an die Limits desselben erinnert: Laterale Biegung ja, das ging noch gut; die Anfrage für Genickbeugung versteht Billy aber schon nicht mehr. Auch das Stellen und Biegen geht mit dem Bosal in feineren Nuancen.
Ich ließ das viele sinnlose Gezuppel dann lieber sein und ritt wieder einmal Freestyle. Billy durfte wieder einmal nach Herzenslust galoppieren ;-). Wir übten Übergänge, zuerst in den unteren Gangarten zwischen Schritt, Trab, Halt und Rückwärts, und später dann versuchte ich mir einen ruhigen Galopp am völlig losen Zügel zum Ziel zu setzen. Immer noch wirft sich Billy mit Kraft in den ersten Galoppsprung, regt sich außerdem ganz untypisch auf und zackelt dann im Trab dahin wie ein Weltmeister. Also blieb ich in Trab und begann einfach "million transitions" in den Galopp. Galopp-Trab-Galopp-Trab-Galopp-Trab usw. usf. immer wieder und wieder und wieder, bis Billy aufhörte, sich aufgeregt in den Galopp zu werfen.
Es wird schon noch Übung brauchen, bis das richtig flüssig und selbstverständlich wird, wie ich das gern hätte.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Wir üben brav und fleißig weiter!
Zum Aufwärmen mache ich gern ganz simple Übungen zur Innenstellung, also am Hufschlag entlang und schauen, wie lang Billy die Innenstellung am losen Zügel hält. Das geht jetzt manchmal schon ein paar Schritte. Wichtiger ist mir aber, dass Billy jetzt viel besser auf mein Gewicht hört. Es passiert immer seltener, dass er auf einen Impuls am Innenzügel abbiegt, weil er ignoriert, wo mein Gewicht ist (nämlich in der MItte für "weiter geradeaus").
Aus der simplen Innenstellungs-Übung hab ich dann heute ein Spiel mit der passiven Schulterkontrolle und eben der Reaktion auf meine Gewichtshilfe für die Richtungsänderung entwickelt. Wir gehen also mit Innenstellung auf dem Hufschlag, Fraulis Gewicht sagt: weiter geradeaus, Billy macht, sehr brav! Ich lasse alles wie es ist, verlagere aber mein Gewicht nach innen bzw. blicke nach innen - wir biegen ab :-). Ich lasse wieter die Stellung wie sie ist, verlagere aber das Gewicht nach außen - wir gehen in passiver Schulterkontrolle wieder 2, 3, Tritte bis zum Hufschlag. Für letzteres braucht es noch manchmal eine Schenkelhilfe, aber im Großen und Ganzen orientiert sich Billy jetzt mehr auf mein Gewicht.
Am meisten aber freut mich, dass das Ganze etwas später dann sogar im Trab zu funktionieren begonnen hat! Da hat er sich richtig bemüht, der Bub.

Das Untertreten/Kreuzen mit dem Hinterbein im Stilltand haben wir auch wieder geübt, auch das wird immer besser und braucht immer weniger Schenkel. Jetzt nehme ich dann demnächst den zweiten Teil der Übung dazu, d.h. nach dem Weichen der HH ein Weichen der Vorhand.

Und galoppiert sind wir auch noch ganz hübsch, wobei ich Billy tw. deutlich machen musste, wohin die Reise zu gehen hat - er wollte sich gern wieder oben in seiner Ecke einschleifen, denn dort waren die Kumpels auf der Weide. Kaum kommt etws mehr Energie zu der Sache, meint er schon mich ignorieren zu können. Wir sind daher viele schöne Zirkel geritten, quer übers Viereck verteilt.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Es schüttet ohne Unterlass, daher waren Billy und ich faul die letzte Woche.
Umso mehr Zeit, endlich meinen ausführlichen Kursbericht zu verfassen!!

Donnerstag, 8. Mai 2014

Hab heute wieder die Technik von Kurt mit Übungsabfolge von Kreinberg kombinieren können, und zwar die Vorderhandwendung. Bei Kreinberg haben wir im Kurs 4 Hütchen in einem Quadrat aufgestellt, und an jeder Ecke war die Übung anzuhalten, dann mit 2, 3 Tritten die Hinterhand 90° herumschwenken zu lassen und dann wieder geradeaus weiterzureiten bis zum nächsten Hütchen.
Kurt hat uns ja gezeigt, dass das Übertreten der Hinterhand auf Anheben des Innenzügels (bzw. halt einfach Innenstellung) plus Gewicht nach außen-vorne (Hinterhand Platz machen) weichen soll, und zwar wenn möglich ohne Schenkel. Der Schenkel kommt dazu, wenn das Pferd nicht aufs Gewicht reagiert.
Tja, und Billy reagierte natürlich ... nicht! Er war komisch drauf, während ich ihn gebogen hielt und wartete, ob er vielleicht doch … knabberte er ungeduldig am Fender, nahm ihn richtig zwischen die Zähne und versuchte mich so von seinem Rücken zu ziehen, glaub ich. ;-) Jedenfalls fand er es doof. Ich blieb aber einfach dran, und irgendwann schwenkte er die HH schön, allerdings fast immer mit Schenkel.

Die Übung auf das Quadrat zu verlegen, half enorm. Hier konnte ich besser dran bleiben, ohne ihn so sehr zu nerven, weil es ja dazwischen immer wieder geradeaus geht. Also einfach: Zur Ecke geritten, Innenzügel hoch, Innenstellung herstellen, Gewicht nach außen/vorn (sehr deutlich vorerst noch!), 10 Sekunden warten, wenn keine Reaktion kam, den Innenschenkel dazu, ganz leicht nur nötig, und die HH schwenkte (er kennt es ja!); gleich geradeaus weitergeritten zum nächsten Hütchen, dasselbe von vorne. Irgendwann hatte ich dann plötzlich den ersten Erfolg, Billy hatte die Übung auswendig gelernt und schwenkte die Hinterhand ohne das Zutun von meinem Schenkel. Es gab ein riesiges Lob. Dann noch dasselbe auf der anderen Hand, ebenfalls so lange und so oft wie nötig, bis er wenigstens einmal das ganze ohne Schenkel machte. Brauchte wieder ewig viele Wiederholungen, aber plötzlich war es da. Und ab da funktionierte es abwechselnd auf beiden Händen, hab es noch 2x getestet. Innenstellung + Gewicht nach außen heißt für Billy jetzt: Schwenk die Hinterhand unter den Schwerpunkt!

Einheit erledigt, fertig!

Dienstag, 6. Mai 2014

Heute gings gleich los, das beim Kurs gelernte in die Praxis umzusetzen! Trotz später Stunde kletterte ich auf den Billy, der war etwas baff ob dieser Spätschicht.

 Auf dem Programm stand Kreinbergs Übung „Voltenslalom“. 4 Hütchen aufgestellt und dann mit normalem Slalom begonnen, dabei immer schön links und rechts gedehnt mit kleinen Impulsen. Billy bog sich nach rechts sehr gut, nach links hatte er Schwierigkeiten. Ich muss aufpassen, dann nicht am Innenzügel hängen zu bleiben. Wir gingen dann über zu Volten + Slalom im Schritt, d.h. eine volle Volte um ein Hütchen, dann Richtung wechseln und zum zweiten Hütchen, Volte in die andere Richtung, wieder wechseln, Volte in die erste Richtung um das 3. Hütchen usw.. Billy bemühte sich sehr, obwohl die anderen Pferde neben dem Viereck grasten.

Zwischendurch gingen wir dann über zu einem frischen Trab, Billy war gut drauf und trabte flüssig und flott. Den Trab nützte ich, um das Nachgeben im Genick im Trab zu üben. (Schritt und Stehen hat gut geklappt). Mit wechselnden Impulsen links und rechts, manchmal auch gleichzeitig (Innenzügel etwas anheben und angehoben lassen und mit dem Außenzügel nach der Seite Impulse geben) gelang es dann immer schneller, dass Billy im Genick ganz kurz abkippt. Jetzt muss er nur noch lernen und üben, das über immer mehr Schritte zu halten. So 2,3 Tritte geht das hie und da schon, danach wurde er auch immer super gelobt.

Wir kehrten dann zurück zu dem Voltenslalom und probierten ihn im Trab. Genial! Billy bog sich super, zumindest rechts. Links fiel ihm einfach schwer, ich begnügte mich mit anständigen Bemühungen. Aber rechtsrum, genial: Kurz gezupft und er hielt oft die Innenbiegung für fast eine ganze Volte (ca 8m-Volten). Rechts kippte er auch fast automatisch im Genick ab. Und das allergenialste war, dass er begann, im Trab zu federn und zu schweben, wie ichs bisher nur von der Gebissreiterei kenne. Linksrum blieb das schweben aus, aber auch da bemühte er sich zumindest um Biegung, war auch ganz gut.

Dann fragte ich noch kurz das Rückwärts mit Soft Feel ab. Soft Feel -->warten --> dann erst rückwärts. Billy horchte nicht gleich auf den Sitz, also schaltete ich den Schenkel zu, sobald die Rückwärtsbewegung ins Stocken geriet, hörte wieder auf mit dem Schenkel (rückwärts-Sitzen bleibt natürlich), solange er die Bewegung aufrecht erhielt, bei drohendem Absterben wieder Schenkel dazu. Ein paar Minuten, und Billy horchte auf den Sitz :-) . Dann noch kurz drauf konzentriert, das Soft Feel zu behalten und abwechselnd, mit absolut keiner Änderung der Zügel- und daher Kopfposition, vorwärts und rückwärts geritten. Klappte super. Das hat er entkoppelt, der Billy: Soft Feel bedeutet nicht automatisch Rückwärts. Und Rückwärts bedeutet nicht automatisch Nachgeben im Genick.

Super Einheit!

Sonntag, 4. Mai 2014

Hackamore-Kurs mit Kurt Murauer, 3.-4. Mai 2014

 

Es war soweit!! Kurs mit Kurt!

Wie schon vor dem Workshop im Jänner war ich so aufgeregt wie ein Kind vor Weihnachten, sodass ich schon  am Freitag um 3:30 aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte. Die beiden Kurstage gings mir nicht viel anders ;-)

Noch am Freitag abend schlug leider das Wetter – wie schon lange vorhergesagt – um, und es gab ein Gewitter mit Platzregen.
Das schlechte Wetter hielt am Samstag leider an, sodass wir in die Halle auswichen.
Zuerst gab es aber noch die Theorie im Stüberl. Kurt verteilte Unterlagen, zeigte seine Hackamore, erklärte kurz woraus sie besteht und wie sie wirkt, wie sie passen muss und die Grundpfeiler der altkalifornischen Reitweise.
Wir waren 4 Teilnehmer mit Pferd und 7 Zuschauer!

Danach bildeten wir 2 Gruppen: Die ersten beiden waren Hackamore-Neulinge (ok, eigentlich waren wir das alle). Sie probierten zuerst verschiedene Hackamores an, bis die richtige für die jeweiligen Pferde gefunden war. Kurt zeigte uns gleich wie man die Zügel beim Führen richtig verknotet. So führten sie die Pferde in die Halle. Dort gleich der nächste Knoten: Wie montiert man ordentlich das Führseil an den Sattel (bis heute hab ichs nicht mehr zusammengebracht!)?

Dann gings los. Gruppe 1 und Gruppe 2 machten jeweils die gleichen Übungen. Wir schnitten die Übungen immer nur an, Kurt ließ sie uns probieren, bis wir die Hackamore korrekt handhabten und die erwünschten Reaktionen von den Pferden bekommen hatten; danach ging es meist gleich weiter zur nächsten Aufgabe. Wir sollten einfach ein möglichst großes Repertoire an Übungen bekommen, damit wir dann nach Ende des Kurses mit unseren Pferden alleine üben könnten. Dabei baute immer ein Schritt auf dem nächsten auf, alles wurde ausführlich erklärt, geübt, Fehler ausgebessert, nochmal probiert, und auch die Zuschauer wurden immer wieder extra miteinbezogen, wenn sie Kurts Erklärungen gegenüber den Reitern nicht hatten hören können.

So erarbeiteten wir uns mit unseren Pferden die folgenden Übungen:

1) Allgemeine Grundlagen 

a) Lenkung
Gelenkt wird "altkalifornisch" mit dem Gewicht. Das Gewicht gehört immer in Bewegungsrichtung. Gut üben kann man das, indem man den inneren Arm mit relativ lockerem Hackamore-Zügel in die Richtung weist, in die man möchte (nach vorn/seitlich, nicht nach hinten oder unten). Das Handgelenk ist dabei nach oben gedreht. Die äußere Hand bleibt am Vorderteil des Sattels liegen, der äußere Zügel hängt ganz durch. Durch die weitausholende Bewegung des Armes verlagert sich das Gewicht automatisch nach innen. 
 b) Armhaltung
Um die Hackamore richtig zu bedienen, sollten wir die Arme eher strecken als zu weit anwinkeln, "wie ein Dirigent" (ein enthusiastischer ;-). Dabei bleiben die Hände immer vor dem Sattel. Nur ja nicht die Ellbogen an den Körper pressen, denn von dort ist es dann nicht mehr weit, die Arme zugleich nach hinten zu ziehen.
Im Zusammenhang damit: Die Zügel nicht lang wie Wäscheleinen lassen, denn auch das verleitet dazu, die Arme schlussendlich nach hinten zu ziehen. Also besser: Zügel kürzer und Arme vor.


2) Innenstellung
Zuerst vom Boden, dann vom Sattel aus, mit kleinen Zupfern zur Seite, wird das Pferd gestellt. Unsere Pferde hatten allesamt Horsemanship-Hintergrund, daher war das prinzipiell für keinen ein Problem.
Dann aber kommt irgendwann der schwierige Part: Pferd soll verstehen, dass es die Stellung so beibehalten soll, auch wenn wieder etwas Slack im Seil ist. Denn das wichtigste Um und Auf: Es wird immer nur mit Impulsen geritten, niemals sollte man an den Zügeln "hängenbleiben". Aber irgendwann nach der Lernphase ist auch ein ständiges Zupfen unerwünscht - lästig für beide Seiten, Pferd und Reiter. Wie also dem Pferd klarmachen, dass es die Stellung beibehalten soll, wenn es sie einmal eingenommen hat? Das war eins der Dinge, an denen ich mit Billy ja vorher bereits scheiterte, wir gerieten in ein ständiges Zupfen.
Und das hat funktioniert: Den Pferd in diesem Fall nicht den "Fehler machen lassen", um es danach (wenn es den Hals wieder gerade hält) neuerlich zu stellen. So denkt Pferd nur, dass dies die neue Übung ist: Stellen - gerade - stellen - gerade. Ist es aber nicht. Es hilft daher, nach dem ersten Stellen nur minimalen Slack im Zügel zu behalten und das Pferd, sobald es ansetzt, den Hals wieder gerade zu stellen, mit einem zweiten kleinen Impuls dazu zu bringen, die Stellung zu behalten. So oft und so lange, bis es sichtlich verstanden hat.
Die Entlassung in die gerade Halshaltung erfolgt auf ein deutliches Signal, z.B. ein Stimmlob und deutliches Hingeben des Zügels oder Streicheln.
Die Methode hat erstaunlich schnell und gut funktioniert bei Billy, der hatte das in kürzester Zeit begriffen.

3) Innenstellung in die Bewegung übertragen
Klappt das Halten der Stellung gut im Stillstand, kann man dann nach und nach dazu übergehen, die Stellung in der Bewegung (zuerst einmal Schritt natürlich ;)) zu verlangen und dann wiederum nach und nach über einen, zwei, dann immer mehr Schritte zu halten.
Sobald man sich in Bewegung setzt und die Innenbiegung fordert, gehen die meisten Pferde naturgemäß ihrer Nase nach, sprich: wenden nach innen ab. Das bedeutet, dass einfach die Lenkung von der Biegung noch nicht genug "entkoppelt" ist. Mit dem Innenschenkel (in Impulsen, nur wenn nötig) und Gewichtshilfe kann man das Abwenden verhindern, bis Pferd kapiert hat, dass der Zügel nur die Kopfstellung anspricht, die Richtung aber vom Reitergewicht (und als Verstärkung desselben dem Schenkel) bestimmt wird.
Wichtig dabei: An der Bande gibt es jeweils nur Innenstellung. Außenstellung oder einen Wechsel zwischen Links- und Rechtsstellung immer nur im "freien Raum". Ja, das hatte einen Grund, aber der ist mir hier zu kompliziert ;-)

4) Genickbeugung
Von der gelungenen Innenstellung gehts dann weiter, die Genickbeugung abzufragen. Zur Innenstellung  kommen seitliche Impulse mit dem Außenzügel. Sofort wenn das Pferd im Genick abkippt, nachgeben, loben. Im Stillstand hatte ich das mit Billy schon geübt und das klappte ganz gut. Wir übertrugen es dann noch in die Bewegung, Schritt und sogar Trab. Natürlich immer nur für Momente; 2-3 Tritte dies zu halten war dann schon ein Fortschritt. Billy glaubt nach dieser Übung dann hie und da, dass das Genick-Abkippen nun die Antwort auf alles ist ;-). Mit ein bisschen Geduld bringt man ihn aber dann schon noch dazu, zu differenzieren. ;-)

5) Passive Schulterkontrolle
Eine ganz wichtige Übung, deren Name mich aber schon im Jänner bei unserem ersten Workshop verwirrt hat. Schulterkontrolle versteh ich ja noch, aber was soll passiv bedeuten?? Nun ja, im Grunde bedeutet es für mich simpel "Reiten in Außenstellung" bzw. "Halsstellung unabhängig von Bewegungsrichtung". Man stellt also z.B. rechts und reitet nach links. Theoretisch kein Problem, schließlich "lenkt" man ja ausschließlich mit dem Gewicht. Theoretisch. Praktisch wissen wir, dass Pferde gern ihrer Nase nachgehen, man braucht also dann zusätzlich den Außenzügel mit Impulsen zur Seite und/oder Innenschenkel zur Verdeutlichung der Richtung.
Wir übten das auf einer Acht, bei der wir eine Hälfte mit Innenbiegung, die andere mit Außenbiegung ritten (sprich: Die Stellung nach z.B. rechts bleibt gleich, man wechselt auf der 8 aber die Hand). Die gleiche Übung kenne ich wieder einmal von Kreinberg :-). Etwas fortgeschrittener wechselt man von Außenstellung zu Außenstellung: Auf der linken Hälfte in Rechtsstellung reiten, auf der rechten Hälfte in Linksstellung.
Eine sehr gute Übung für den Anfang fand ich so einen "freien Slalom": Nur ganz wenige Schritte werden mit passiver Schulterkontrolle geritten (Außenstellung), danach wechselt man gleich wieder die Richtung für ein paar Schritte und reitet in die andere Richtung, nun Innenbiegung. Man bewegt sich dann in einem kleinen Slalom übers Viereck. Es macht die Übung zu Anfang leichter, weil man immer nur 2, 3 Tritte fordert und zu "normaler" Innenbiegung (durch simplen Richtugnswechssel, die Biegung bleibt immer gleich) übergeht. Man kann so auch das u.U. verlorengegangene Vorwärts wieder gut herstellen.
Am 2. Tag haben wir das dann sogar schon im Trab probiert (die Betonung liegt auf "probiert" ;-).

6) Anhalten zum Rückwärts
Beim Rückwärts war Kurt ganz wichtig, dass die Rückwärts-Bewegung von der Genickbeugung "entkoppelt" wird. Und tatsächlich ist es ja bei Billy so, dass er die beiden Dinge miteinander assoziiert. Da ich doch immer noch den Zügel annehmen muss für das Rückwärts, beugt er das Genick, dann geht's rückwärts. Fertig mit Rückwärts bedeutet für ihn automatisch fertig mit Genickbeugung. Das soll entkoppelt werden. Wir übten daher, aus dem Schritt (später Trab) anzuhalten durch einsitzen, Genickbeugung abfragen, aber zuerst noch ohne Bewegung, dann durch Gewicht (Steigbügel nach unten drücken) rückwärts, wieder anhalten, aber weiter Genickbeugung abfragen, dann erst Zügel hingeben als Release. D.h., Pferd soll die Genickbeugung vorher und nachher beibehalten, auch ohne die Rückwärtsbewegung. Wenn man das versucht, merkt man erst, wie sehr man ankonditioniert hat, dass beides zusammengehört.... Wir übten dann auch weiter, abwechselnd  rückwärts und wieder vorwärts zu gehen, immer nur ein paar Tritte, und dabei die Hände völlig unverändert zu lassen. Wie beim Wenden zur Seite wird die Richtung auch im Fall von vorwärts oder rückwärts alleine durchs Gewicht bestimmt (Schenkel bedeutet in beiden Fällen: "beweg dich [schneller]", wobei die Schenkellage beim rückwärts schon etwas weiter vorn ist als beim vorwärts). Also weiterhin alles total logisch aufgebaut: Gewicht bestimmt: vorwärts, rückwärts, links und rechts;Schenkel sind eher für die Bewegungsintensität zuständig, und die Zügel widmen sich rein der gewünschten Kopfstellung. (Wenn ich denn nu alles richtig verstanden hab ;-).

7) Diagonalkontrolle
Die "Diagonalkontroll"-Übung bestand für mich aus 2 Teilen. Teil 1 lässt die Hinterhand herumschwenken (also Vorhandwendung), gleich im Anschluss die Vorhand herumschwenken, also Hinterhandwendung. Die Übung kenne ich mittlerweile von allen Horsemanship-Richtungen. Parelli nennt sie "Indirect-Direct-Rein-Ballett", Richard Thompson hat sie uns gezeigt (vom Boden und vom Sattel aus) und Buck Brannaman verwendet viel Zeit darauf in seiner "7-Clinics"-DVD-Reihe. Und auch sonst überall sieht man sie: Hinterhand weichen lassen, Vorhand weichen lassen.
Wie üblich war Billys Vorhand etwas "sticky", die weicht immer noch nicht gerne ;-)
Interessant war auch der 1. Teil der Übung, also die Hinterhand weichen zu lassen. Billy hat es so gelernt, dass Innenzügel ohne Schenkel = Biegung und stillstehen. Innenzügel + Innenschenkel = Biegung + Hinterhand weichen. Nun mussten wir beide umlernen, denn Kurt lehrt das ganze so, dass der Innenzügel Innenstellung gibt, dann aber kein Schenkel kommt, sondern nur eine Gewichtsverlagerund (in Bewegungsrichtung und etwas nach vorn, um die Hinterhand frei zu machen, damit sie wieder unter den Schwerpunkt treten kann). Schenkel sollte nur dazu als letzte Phase, wenn keine Reaktion kommt. Und natürlich kam bei uns keine, ich hab Billy ja ausführlich beigebracht, dass er stillzustehen hat und erst auf Schenkel seitwärts weichen soll. DAs hat er auch brav gemacht, sprich, er tat nix. Wir werden das üben, um es umzukonditionieren. Mit Gewicht hab ich beim HH-Weichen noch nicht wirklich bewusst gearbeitet.
Warum das ganze aber überhaupt? Kurt erklärte den Zusammenhang: Übt man fleißig, dass die Hinterhand mit Innenstellung und Gewichtsverlagerung kreuzt, so kann man das später in die Bewegung übertragen und erreicht, dass das Pferd später bei einem Impuls am Innenzügel mehr oder weniger automatisch das gleichseitige, innere Hinterbein mehr unter den Schwerpunkt bringt, die Effekte werden sozusagen automatisch gekoppelt. Fand ich sehr interessant und bin gespannt, ob wir einmal da hin kommen ;-).

7) Angalopp
Ganz zum Schluss widmeten wir uns noch ganz kurz dem Angalopp. Theoretisch hab ichs verstanden, praktisch hats nicht so wirklich geklappt, aber deshalb, weil Billy a) schon etwas ausgepowert und stinkig war und b) die Vorübung, nämlich die passive Schulterkontrolle, noch besser werden muss.
Um den jeweiligen Handgalopp zu bekommen, sollten wir etwas von der Bande wegreiten, dann mit passiver Schulterkontrolle die Schulter nach außen verschieben (sodass man also in eine Kruppherein-Stellung kommt; aber eben nicht, indem man die Kruppe herein schiebt, sondern indem man die Schulter hinaus schiebt); dadurch ist das Gewicht außen, wo es auch beim Angaloppieren sein soll (um das innere Vorderbein frei zu machen).

NAch den zwei Kurstagen war mein Kopf (und der von Billy glaube ich auch) solchermaßen voll bis oben und ich brauchte erst einmal so ca. 15 Stunden Schlaf ;-)
Jedenfalls ganz toll, danke Kurt! :-)))




Samstag, 3. Mai 2014

Was für ein Kurs!!! :-)

Endlich war es soweit, unser Bosal-Kurs hat stattgefunden! Und was für ein Kurs das war! Wir haben alle so unglaublich viel gelernt und hatten gleichzeitig unglaublich viel Spaß. Selten hab ich so viel in einem Kurs gelernt!
Kurt führte uns von Übung zu Übung, aufeinander aufbauend, immer nur kurz angeschnitten, sodass wir einen Überblick bekamen, wie man mit der Hackamore einwirkt und arbeitet, und welche Dinge man sich - eins nach dem anderen - so erarbeiten kann, von der lateralen Stellung im Stehen bis hin zum Angaloppieren. Ich jedenfalls habe jetzt eine wirklich gute Vorstellung davon, wie ich - endlich!!! - mit der Hackamore gebisslos all die tollen gymnastizierenden Übungen reiten kann, die ich von meinen Kursen bei Peter Kreinberg mitgenommen habe - die aber bisher immer nur mit Gebiss wirksam waren.

Ich hoffe, ich kann vielleicht bald einen ganz ausführlichen Kursbericht posten, vorher muss ich aber ein bisschen Schlaf nachholen ;-).

Besonders gefreut hat mich das durchgehend positive Feedback von allen Teilnehmern und Zuschauern.

Super wars!! Bericht folgt!