Wir haben Billy gestern wohlbehalten in seine neue Heimat transportiert.
Ziemlich spät ist es geworden, aber das war nicht Billys Schuld, sondern Schicksal: erstens hat sich mein Stallbesitzer/Transporteur verspätet, weil eine Stute im Stall gekolikt hat. Haben wir halt einmal am Treffpunkt gewartet. Dann erreichte mich ein Anruf vom Vorbesitzer - er ist auf einem Wanderritt, hat sich verirrt, kommt später. Gut, dachte ich, wenn sich beide verspäten, muss keiner warten (außer wir, aber das macht ja nix).
Als wir dann am Abholort waren, hatte der Vorbesitzer leider noch immer nicht nach Hause gefunden, und wir mussten über 1 Stunde auf ihn warten. Dann gings aber ruckzuck, Billy zum Hänger geführt, zuerst wollte er nicht so recht da rauf, aber wenn man ihm einen Huf aufhebt und auf die Rampe setzt, spaziert er einfach rein- Klappen zu und los.
Während der Fahrt - wir sind erst um 19:30 weg gekommen, da wollte ich eigentlich schon längst im neuen Stall sein - hat es furchtbar zu schütten begonnen, sodass sie mit dem Hänger stehen bleiben mussten, um hinten zuzumachen. Billy war aber völlig cool.
Schwieriger war dann das Aussteigen...
Es hat in Strömen geschüttet, dunkel wars, spät wars, und der Vorbesitzer hatte Billy im Hänger immer umdrehen und vorwärts rausspringen lassen. Ich bin nicht sicher, ob Billy überhaupt jemals rückwärts aus einem Anhänger gegangen ist. Jedenfalls hat er sich mit "Händ und Füß" dagegen gesträubt, die Rampe rückwärts zu betreten. Umdrehen wollte der Stallbesitzer ihn aber nicht lassen, weil er Angst um seinen Hänger hatte. Trotzdem, Billy machte keinen Schritt rückwärts, hat furchtbar angefangen zu zittern, weil er sich nur mit dem äußersten Zehenspitzerl auf die nasse, rutschige Rampe gewagt hat. Ich stand mit zitternden Knien daneben und dachte nur "Oh mein Gott, mein Pferd bleibt jetzt auf immer und ewig im HÄnger".
Da war er dann natürlich schon aufgeregt, weil ihm alle Pferde vom Offenstall entgegengewiehert haben, aber er hat sich eigentlich gut benommen.
Wir haben ihn dann in eine von zwei Krankenboxen gestellt; er ist gleich von selbst hingestartet: "oh, eine leere Box, die gehört sicher mir"
Als nächstes hat er dann auch gleich Heu zu fressen begonnen und schien sich gleich zu Hause zu fühlen. Getrunken hat er auch gleich und als nächstes die Box markiert.
Aufgeführt hat er sich überhaupt nicht, nur neugierig alles angesehen. Katzen kennen wir jetzt auch
Morgen kommt er dann in eine der Integrationsboxen und wird den Offenstall-Bewohnern langsam einzeln vorgestellt
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