Und in den Hintern könnt ich mich beißen, dass ich diesen Instinkt "WEG HIER", den mein Körper sofort anbietet, nicht unterdrücken kann - klar, ich machte wieder überrascht - obwohl es ja wohl absehbar war und ich eigentlich damit gerechnet hatte - ein paar Schritte rückwärts, flüchtete...
Ganz kurz durchgeatmet, dann weiter geputzt und versucht so zu tun, als wär nix passiert. Er stand dann vorbildlich still, grantelte auch nicht mehr so - schaute ein bissl missmutig, aber nicht aggressiv - dann seufzte er und interessierte sich wieder mehr dafür, was draußen passierte. ER hat dann beim Putzen keinen Mucks mehr gemacht.
Offenbar braucht dieses Pferd doch eine "monatliche Tetschn", wie mein Freund es schon früher diagnostiziert hat.
Ich fühl mich nur immer so furchtbar hinterher...
Sei's drum, Billy mit Knotenhalfter und Seil ausgerüstet, und los in die Halle - mit den neuen Gamaschen in der Hand, weil heut hatte ich Stangenarbeit geplant.
ERste Übung: Gamaschen anziehen. Billy kennt sowas überhaupt nicht. Er versucht in der Halle mal, ob man die essen kann. Nein, auch gut. So, dann hab ich versucht, dem Pferd, das nunmehr durch und durch darauf konditioniert ist, bei Berührung (und eigentlich auf ein Kommando) den Fuß in Hufauskratz-Position zu heben, die Gamaschen anzuziehen. Etwas mühsam, die doofen neuen Klettverschlüsse taten ihr übriges dazu - kletteten aufeinander, an meinen Handschuhen, überall, dazu das den Fuß immer wieder anhebende Pferd - sicher ein Bild für Götter, GsD war ich wieder mal allein, und irgendwann hab ichs geschafft. Dann zur Gewöhnung den Billy eine Runde führen - er war zuerst der Meinung, etwas berührt mich am Fuß, da muss ich den heben, gell? - Und stand da, und hob abwechselnd die Vorderbeine an... Schließlich überredete ich ihn zu einem Schritt, und bald ging er ganz normal wie immer.
Nächste Übung: 2 Stangen mit viel Abstand aufgelegt, Billy im Schritt zum Aufwärmen drübergezirkelt, dabei im Zirkel Handwechsel, der super klappte. Alles gut.
Pause mit Beinchen heben + Leckerli.
Nächste Übung: Habe zwei STangen knapp nebeneinander aufgelegt und Billy abwechselnd rückwärts durchgeschickt durch diese Gasse, wieder hergeholt, rückwärts, ca. 2-3x, das hat er sehr gut gemacht! Danach stellte ich ihn im rechten Winkel zu einer der STangen auf und er sollte daran entlang seitwärts gehen. DAs haben wir schon einmal hingekriegt, fällt ihm aber schwer. Anfangs stand das Pferd wie ein Denkmal, ich musste sehr sehr viel Druck aufbauen, bis er sich überhaupt mal rührte. Beim ersten Ansatz von seitwärts - Pause, Lob und sogar ein Leckerli. Dann gings leichter, und plötzlich trippelte Billy ohne viel Druck eine ganze Stangenlänge seitwärts. Dafür natürlich auch Lob + Leckerli. Wir schafften schließlich eine ganze Runde seitwärts um die zwei Stangen, wobei ich an den Ecken eine Viertelvorhandwendung mahcen ließ - alles sehr sehr brav, wirklich toll hat er das gemacht!!
Wieder Pause und Beinchen heben, und dann gings los:
Wollte ein bisschen Trabarbeit über die Stangen auf dem Zirkel machen - aber das Pferd war nicht raus auf den Zirkel zu kriegen. Was hab ich den nu schon wieder kaputt gemacht
Irgendwann, leider wohl viel zu spät, habe ich beschlossen, dass es eben heute keinen Trab am Zirkel geben wird. Habe die Übung "offiziell" abgebrochen und ein ausgiebiges Friendly Game eingeschoben, weil ich nicht glaube, dass er absichtlich widersetzlich war. Er büffelte keineswegs mit der Schulter, sondern war wirklich aufmerksam: "WAS willst du von mir?!?!?" Also haben wir fest geknuddelt, er hat sich entspannt, ließ den Kopf fallen und ließ sich richtig knuddeln...
Um das ganze positiv abzuschließen, hab ich mich dann intensiv den Hinterbeinen gewidmet, mit Clicker und dem Haufen Leckerlis, den ich noch hatte. Wir haben geschafft, dass Billy das Bein schon gleich so anhebt, dass man es gut nach hinten ziehen kann, bisher hat er meist zuerst nach vorn gerudert und man brauchte viel Kraft, es nach hinten zu ziehen. Zum Schluss hielt er es von selbst in richtiger Position, auch schon recht lange...
Die Übung gefällt ihm mittlerweile so gut, dass er gleich ausschlaucht dabei
Ein dickes dickes Lob am Ende, dann gingen wir wieder nach Hause. Am Putzplatz danach war er freundlich und brav, ließ sich auch wieder brav einschmieren.
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