Wollte wieder reiten, v.a. meine Aufregung vorm Aufsteigen überwinden nach dem Faux-Pas vom letzten Mal.
Pferdi knabberte an Resten vom Stroh, als ich kam. Ich stellte mich neben ihn und wir knabberten ein bisschen gemeinsam, wobei er immer näher kam; das hat mich gefreut. Dann aufhalftern und er kam ganz brav mit, ohne große Aufforderung.
Putzen war sehr gut heute. Wir blieben draußen, ich habe ihn auch angebunden. Er blieb ruhig und döste entspannt. Für die rechte SEite band ich ihn dann los. Ich wollte ihn ein bisschen in Position schieben, da hatten wir eine kleine Diskussion, aber es ging. Gein großes Gifteln, nur etwas Widerrede sozusagen.
Mein neues Knotenhalfter passt wie angegossen - endlich mal eines! Alle andern sind meistens zu groß rund ums Maul rum, sodass ich sie ganz hoch knoten muss, damit er sie sich nicht auszieht. Dieses passt. Neues 3,7m-Seil liegt gut in der Hand.
Wir gingen in die Halle. Zum Aufwärmen haben wir ein bisschen Ball-Kicken gespielt. Machte uns Spaß. Dann hab ich PG und DG mit der Vorhand gespielt. PG hat sich sehr verbessert, wir schafften auf jeder Hand schließlich eine ganze Drehung. Von rechts schnappte er leicht her, spielerisch, aber als Zeichen, dass er das nicht schätzt; er hats dann trotzdem brav getan und durfte lange in Ruhe stehen und dann noch mit dem Ball spielen.
Dann sattelte ich, kein Problem.
Dazwischen Yoyo- und DG Hinterhand, dazwischen nachgurten.
Dann gings ans Aufsteigen. Es war furchtbar. Ich musste mich sooo überwinden, den Fuß in den Bügel zu tun. Ich weiß nicht, ob ich genau beschreiben kann, was in mir vorgeht... nicht missverstehen, ich habe keine Angst, aufzusteigen. Ich hab auch keine Angst, drauf zu sitzen, im Gegenteil. Ich hab nichtmal Angst, dass er mich beißen oder treten könnte, weil er es eh nicht tut. Er beißt zwar nach hinten, aber in Aufsteigposition erwischt er mich kaum, selbst wenn er wollte. Er zeigt nur Unwillen, und das reicht, um mir den Puls derart in die Höhe schnellen zu lassen. Ich glaub ich hab einfach nur Angst vor dem Frust! Ich möchte, dass er mich ruhig aufsteigen lässt und sich daran nicht stört, und ich finde schon wieder keine Lösungsmöglichkeit, weil ich die Ursache wieder mal nicht kenne.
Es ist wie beim Putzen: Ich kann nicht sehen, was wirklich stört! Ich steige auf die Aufsteighilfe, das ist 5x ok, beim 6. Mal giftelt er und schnappt nach hinten nach mir. Beim 7. Mal ist es wieder ok. Ich belaste den Bügel (mit der Hand) - das ist 20 Sekunden ok (Hausnummer! Vermutlich kürzer), in der 21. gibt es Gifteln und Beißen, ich lasse aber nicht nach (sonst hat er genau das Falsche gelernt), und in der 22. Sekunde ist es wieder ok, und er döst weiter!
Ich glaube ich bin eine halbe STunde da gestanden, auf die Aufsteighilfe und wieder runter, Bügel belasten, wieder aus, auf beiden Seiten streicheln, und er döste dabei, hie und da giftelte er - aber in einem undurchschaubaren Muster. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es ihm vielleicht einfach zu lange dauert? Wär es ihm lieber, ich mach nicht so nen Firlefanz, sondern stell mich hin, zieh mich hoch, fertig? Stillstehen kann er, er hat sich die halbe Stunde wirklich NICHT bewegt, keinen Schritt. Nur nach hinten biegen und Gifteln, Schweifschlagen, Ohrenanlegen zwischendurch. Ich war zwischendurch wirklich wieder halb am Heulen, weil ich mich so hilflos fühle.
Ich hab mich dann doch hochgezogen - vielleicht hätt ichs nicht tun sollen, aber im Endeffekt hat es mir die Einheit gerettet...
Beim endgültigen Aufsteigen giftelte er sehr, schnappte nach hinten, Ohren anlegen, Augen verdrehen - aber kein Schritt. Sobald ich oben bin, ist alles wieder ok. Vielleicht ziept es einfach wirklich nur, aber was kann ich da tun? Ein anderes Pad mit Lammfell hab ich schon bestellt. Vielleicht ändert das was...
Gut, ich wollte nicht viel tun. Habe dann doch wieder zu viel getan *gr* - aber es war toll!.
Nachdem ich eine Weile ruhig oben saß, beschloss er loszugehen, ich ließ ihn. Er ging bis zum Tor. Dort übten wir Indirect Rein, also Hinterhand weichen. Er hat seit dem letzten Mal dazugelernt. Eine Seite geht schlechter, ich hab doch tatsächlich vergessen, welche
Gut, dann konnte ichs nicht lassen. Die "Won't Go"-DVD hat mich sehr motiviert. Was soll ich sagen - es wirkt, es funktioniert!!
Ich wollte von Punkt zu Punkt reiten, einfach quer durch die Halle, einmal zum Spiegel (dort steht er gerne). So, an die DVD gedacht und meine Energie hochgeschraubt. Dachte an Pat und sein "vroom vrooooom"
Also Energie in mir hochgefahren, gelächtelt, Schenkeldruck, Zungeschnalzen und dann schnelle Phase 3+ 4. Gefiel ihm gar nicht, er grunzte unwillig, ging aber nach vorne, trabte an! Ich bemühte mich, den Schenkeldruck wegzulassen, die Energie aber oben zu lassen! Das fällt irrsinnig schwer! Ich habe mich extrem auf den Punkt konzentriert, zu dem ich reiten wollte, und einfach immer nur gedacht "vorwärts, vorwärts, vorwärts!" Er trabte tatsächlich quer durch die Halle. Kurz vor dem Punkt wollte er in Schritt fallen, ich spürte es, fuhr nochmal die Energie hoch, habe leider gleichzeitig auch mit dem Schenkel getrieben, habe ihn also den Fehelr nicht machen lassen. Naja, ok, wir sind bis zum Spiegel getrabt, dort gab es stehen, Ruhe, viiiiel viel FG und verbales Lob.
Dann nochmal umgedreht. Wollte zurück zum Tor. Nochmal die Energie hoch, wir sind ein Rennpferd in der STartbox!!! Musste bis Zungeschnalzen gehen, aber keine Phase 4 - dann Zack, er geht Schritt, Energie noch eine Stufe höher, er trabte, Schenkeldruck weg, ich focussierte das Tor, er wollte aber lieber auf die Tour abbiegen, kurze Diskussion, aber gut, Hauptsache er trabt weiter. Wir kamen wieder beim Spiegel an, er hielt an, viel Lob und Ruhe.
Dann noch ein letztes Mal. Zuerst nur ein bisschen Energie, er ging brav auf Phase 2 im Schritt los, die Reaktion war schon viel schnellr und deutlicher. Dann nach 2 Schritten meine Energie weiter hochgefahren, nochmal durch die Phasen bis Zungeschnalzen, er trabt, und zwar flott! Viiiel gelobt, verbal, sonst versucht einfach nicht zu stören. Er trabte toll am Hufschlag entlang (von alleine, mir war es in dem Moment egal, wo, nur Richtung Tor). Ich habe versucht, die Energie hochzuhalten. Irgendwie muss ich sie sogar noch erhöht haben, weil plötzlcih spürte ich, wie er hinten den Turbo anwarf, so ein richtig schöner Schub von hinten, wieder viiiiiel gelobt, und dann merkte ich doch tatsächlich, er versucht anzugaloppieren! Habe die Energie oben gelassen, wollte ihn auf keinen Fall bremsen, weil ich denke, dass ich JEDE Bemühung in Richtung Energie nach vorne rauslassen ermuntern sollte bei diesem Pferd, stellte mich auf eine Galoppbewegung ein, und dann galoppierten wir doch tatsächlich, nur 2 oder 3 Sprünge, aber es war ein Galopp! Er bremste in der Kurve wieder zum Trab, weil er das Gleichgewicht verlor - ich wollte ja auch gar nicht Galoppieren in der kleinen Halle - aus dem Trab habe dann ich schnell die Gelegenheit ergriffen, ihn von mir aus zu bremsen, bevor er es von sich aus tut, wir hielten an, und dann lobte ich ihn ganz viel, bin sofort abgesessen, nochmal abgeknuddelt vom Boden aus, und wir gingen SOFORT und ohne Umschweife nach Hause. Vor der Halle durfte er Gras zupfen, dann kriegte er noch einen Abendsnack und durfte zu den Kumpels auf die Weide.
Toll war das! Es war so toll, zu fühlen, wie er endlich mal die Energie nach vorn rauslässt und den Turbo hinten angeworfen hat!
DAs mit der eigenene Energie wirkt - wahrscheinlich war das bis jetzt der Grund, warum er so lasch war. Ich bin selbst ein sehr ruhiger Mensch, die Energie so hochzuschrauben und oben zu halten finde ich sehr schwierig. Meine Trainerin hat mein Pferd außerdem mal als enormen Energiesauger bezeichnet. Und wir zwei in Kombination geben so erst recht das Ober-Schlurf-Paar ab. Aber es wird werden!
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Meine Güte, schon wieder so'n Roman. Respekt, wer es liest
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