you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 22. März 2010

:-(

Trotz wunderschönen Frühlingswetters ... gar kein schönes Wochenende. :-( Die Übungen die ich so vorhatte mit dem Büffli liefen sogar großartig, aber alles wird überschattet von unserem häßlichen Umgang miteinander ... von dem ich nicht weiß was ich noch probieren soll, um ihn zu verbessern - nichts scheint zu nützen, und langsam bin ich mit meinem Latein und meiner emotionalen Fitness am Ende. Seit Wochen, Monaten, eigentlich Jahren geht das nun...

Unser kleines unschönes Ritual beginnt, indem ich den Büffel freundlich begrüße. Wirklich freundlich, momentan weiß ich nicht wie, aber ich freue mich immer ehrlich, zu ihm zu kommen. Ich halte ihm die Hand hin zur Begrüßung, oder manchmal bleibe ich auch in einiger Entfernung stehen. Dann kommt er meistens, sagt freundlich hallo und checkt, ob ich was zu Fressen dabei hab. Was ich niemals habe, weil im Offenstall nicht so klug. Kaum hat er festgestellt dass es kein Fressen gibt, gehen die Ohren auch schon zurück, wenn er ganz schlecht aufgelegt ist und ich Pech hab, passiert auch schon das erste Herschnappen.
Ich warte dann entweder, bis er freundlich schaut und sich anfassen lässt, oder ich gehe auch schon mal wieder weg. Dann geht er mir meistens - mit äußerst grantigem Gesicht - hinterher. Er folgt mir auch ohne Halfter und Seil bis zum Putzplatz.
Dort geht’s im gleichen Ton weiter. Ich versuche so höflich wie möglich zu sein, ich weiß auch schon, dass er Putzen generell nicht sehr schätzt, ich weiß auch schon mit welchen Bürsten ich an welche Körperstellen unerwünscht bin und versuche mich darauf einzustellen. Bei jedem Seitenwechsel halte ich neuerlich die Hand hin und warte, bis die Ohren vor gehen und ich quasi Erlaubnis bekomme. Und trotzdem geht’s dann u.U. los: Herschnappen, herbeißen, mich mit der Schulter wegrempeln. Ganz ganz früher waren An-die-Wand-Quetschen und Treten auch noch dabei, das hat sich mittlerweile immerhin gelegt. Natürlich bin ich auch schon mal von Schmerzen ausgegangen, gegen die er sich wehrt, aber dagegen spricht, dass alles in Ordnung ist, wenn man ihm Heu vor die Nase hängt. Da tut dann plötzlich nix mehr weh. Und die Reaktion geht auch nahtlos von "hmm, wie angenehm"-Putzgesicht zu Beißattacken über - im Bruchteil von Sekunden.

Dieses Wochenende warens die Beine. Nachdem es ca. 1 Jahr lang ziemlich gesundheitsgefährdend war, dem Tier die Beine heben zu wollen, wurde es mit viel Geduld, viel Lob, viel Leckerli, und quasi ein halbes Jahr lang kaum was anderes üben eigentlich recht gut. Seit einiger ZEit wird es wieder schlechter. Beine berühren ist kein Problem, ich glaube nicht an ein Confidence-Problem. Kaum stellt man sich in Position, das Vorderbein anzuheben, geht die erste Beißattacke los. Dem begegne ich mit "blocks", Gertewacheln, Hufkratzer wacheln, was ihn aber immer mehr anstachelt und nichts hilft.
Dieses Wochende wars besonders schlimm, und nachdem ich ca. 1 Stunde ständig ziemlich ruhig und neutral die Zähne mit Blocks abgewehrt hatte, und dann plötzlich wieder einmal auf ein freundliches Putzgesicht eine Beißattacke folgte, die ziemlich knapp vor meinem Gesicht zu Ende war und ich die Zähne klacken hörte, hab ich ihm eine gescheuert, und zwar so richtig :-(. Danach war Stress (kurzes Zunge-Lutschen), danach aber Ruhe und Kooperation und Freundlichkeit.

Sonntag war leider nicht viel besser. Nur dass ich mich NOCH mehr zusammengerissen habe immer freundlich zu bleiben, jede Berührung erlauben zu lassen - es nützte gar nix, die Blocks machten ihn noch aggressiver, Rückwärtsrichten dito. Als er dann die Zähne ernsthaft in meinen Unterarm gebohrt hat, hat er leider wieder eine abgefangen, schon rein aus Reflex heraus.
Meine emotionale Fitness ist einfach am Ende. Ich fühle mich, als hätt ich einen Freizeitpartner, den ich sehr gern hab und der eigentlich auch sehr nett ist, der aber statt die zur Begrüßung hingestreckte Hand zu schütteln, mir mit der Faust eine ins Gesicht schlägt.

Das ist nicht schön, und ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich hab schon so viel probiert, alles über längere Zeiträume, um den Strategien Zeit zu geben zu wirken:

Rückwärtsrichten - macht erst so richtig aggressiv.
Blocks - helfen kurzfristig im jeweiligen Moment, machen ihn aber auch aggressiv, v.a. wenn er dann in den Block reinrennt. Auf lange Sicht mit mehreren Wochen ausschließlich höchst neutrale Blocks - keine Besserung.
Rückzug - mit dem Gedanken dass es unconfidence auch sein könnte. Keine Veränderung.
Wochen- oder Monate(?) lange Undemanding Time - vor längerer Zeit habe ich die Strategie entwickelt, wenn er mich nicht freundlich begrüßt, ja dann geh ich halt wieder. Hat über mehrere Wochen hinweg praktiziert nichts geändert.
Völlig ignorieren, aus der Reichweite gehen - keine Veränderung.
Stehenlassen und Raum verlassen, auch lange Zeit - keine Veränderung.
Überraschungseffekt - fürs Beißen Karotte reinschieben: selbst das hab ich probiert, obwohl es mir völlig unlogisch von der Lernpsychologie erscheint - kurzfristige Überraschung ja, aber nach Fressen der Karotte gleiches von vorn.
Nur noch in der Halle putzen - dort geht’s, hatte aber keinen Effekt auf Begrüßung oder Putzplatz.
Spielen vor dem Putzen - spielen ok, sobald am Putzplatz - wie immer.
Bei Beißattacke richtig viel verlangen am Putzplatz (z.B. Seitwärts, rückwärts, HH oder VH verschieben, etc., richtig beschäftigen): keine Veränderung.
2-3 wöchige Kur mit Magenschutz (da Beißen und Gifteln v.a. beim Bauchputzen und auch Gurten auftrat- mittlerweile hat es sich aber eben auf Beineheben verschoben) - ich dachte kurz die Ursache gefunden zu haben, da es besser wurde - lag im Endeffekt aber daran, dass er Fressen hatte (mit dem Magenschutz) - solange Fressen vorhanden - alles gut. Aufgegessen - wieder von vorne.

Mir fällt jetzt echt nix mehr ein.

Und meine emotionale Fitness ist nach 3 Jahren, wo das in Wellen so geht - mal schlimmer, mal besser - scheinbar aufgebraucht. :-(

5 Kommentare:

Simone hat gesagt…

Hi Du!

Sowas habe ich auch teilweise "daheim"! ;o)
Sie ist allerdings eine Stute. Auf er Koppel begrüßt sie mich auch freudig, teilweise mit brummeln, aber an manchen Tagen kann ich sie gar nicht angreifen bzw. kommt sie mit angelegten Ohren zu mir ... das lasse ich solange nicht zu, bis sie mal freundlich schaut. Am Putzplatz das Selbe (vielleicht in milderer Form von Deinem Büffel) wie bei Dir. Putzen von der rechten Seite, besonders im Winter, wird klappertend Zähnen in meine Richtung begleitet ...
Ich spiele jetzt voher immer mit ihr und denke nicht, dass ihr irgendetwas wehtut ... den "Fehler2 habe ich auch gemacht. Jetzt denke ich das, das rüpelhaftes Teenager-Verhalten ist ... obwohl sie kein Teenager mehr ist ... ;o)
Wir können uns ja gerne austauschen!
Liebe Grüße
Simone

Elisabeth hat gesagt…

Hey!

Wenns mit immer freundlich sein nicht funktioniert, vielleicht solltest du dann mal etwas dominanter werden. Hast du das schon mal probiert? Kann natürlich sein das er dann noch grantiger wird, aber vielleicht musst du ihm auch mal "zeigen wer der Boss ist". Versteh das jetzt nicht falsch, ich will nicht das du die zu Tode schlägst.
Ich nehme mal an das er auch recht Ranghoch ist? Was macht denn der Herdenchef um ihn sich vom Leib zu halten? Vielleicht kannst du dir da was abschauen.

Eli

BB hat gesagt…

Ja ich hatte auch schon die Idee, dass ich ZU geduldig bin. ich will nur nicht ganz wahrhaben, dass es das überhaupt gibt. Also vielleicht müsste ich gleich beim ersten täglichen Herschnappen mal klären, dass das ein VErhalten ist, das ich nicht dulde, und vielleicht ist es dann erledigt für den Tag... das fällt mir allerdings sehr schwer, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es die Beziehung verbessert.

In der Herde? Ist er allerletzter und macht sich in die Hose, wenn das 40 Jahre alte Pony ihm einen Schwiegermutter-Blick zuwirft.

Allerdings ist er manchmal ziemlich rüpelhaft und frech und wenn er so drauf ist, ignoriert er auch alle Phasen des Herdenchefs solange, bis es richtig klescht.

Der Eingangstext zu meinem Blog trifft das ganze wohl sehr genau. Nur wie ich da rauskomme, weiß ich noch nicht so genau.

Andrea E. hat gesagt…

Hallo BB,

vielleicht tröstet es Dich, dass Du nicht allein da stehst mit Deinem Frust. Mir geht es auch oft so. Wenn ich mich gerade mal wieder selbst bemitleide, denke ich - wieso sieht man im Internet sooo viele tolle Paare, wo es so einfach zu sein scheint und ich bin offensichtlich zu dumm dazu. *g*

Meine Idee zu Deinem Rüpel. Wenn er der Rangniedrigste ist, freut er sich sicher schon darüber, wenn Du kommst und er Dich ein wenig herum schupsen kann. Er spürt all Deine Emotionen, egal ob traurig, frustriert, wütend, ratlos - einfach alles. Und er spielt damit, gerade wie er will.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass Du ihn mehr herausforderst. Mal ein wenig mehr "Action" machst. Alles schön mit Sicherheitsabstand, aber in jedem Fall mit einer wirklich effektiven Phase 4 im Gepäck! Trau Dich, mal an die Grenzen zu gehen und darüber hinaus. Wieviel verkraftet er in so einem Spiel? Mach mal Dampf auch am Putzplatz. Lass ihn ruhig erschrecken, dass Du auch beißen kannst - und zwar dann, wenn er das erste Mal die Ohren anlegt. Jag ihn mit riesigem Getöse zum Teufel und lass ihn erst wieder kommen, wenn er nett guckt. Glaub mir, er verkraftet das, wenn Du danach wieder gut bist, wird er das respektieren. ER muss sich Sorgen machen, dass DU ihn nicht mehr lieb hast, nicht umgekehrt.

Er wird sicher nicht davon sterben und was hast Du zu verlieren? Nach so langer Zeit experimentieren ist es Zeit für einen neuen Versuch. Du bist bestimmt viel zu lange nett zu ihm gewesen. Ich habe letztens Dein Video gesehen, wo der Liebe ein bis zwei bis drei Mal in der Halle "ungestraft" abgedüst ist. Er macht da schon ganz gut klar, wer zu sagen hat.

Wir haben auch so ein Exemplar. Weißt Du wann der am nettesten ist? Wenn es so richtig gedonnert hat. Manchmal glaube ich, er braucht das einfach, um wieder mal für ne Weile einzusehen, wer das Sagen hat. Gibt es ne Backpfeife (auf NH-Art), kommt er kleinlaut an und stopft seinen Kopf unter Deinen Arm und tut gaaaaaaaaanz lieb. *g*

Auf zu neuen Taten und vorallem, pass auf, dass Du es nicht persönlich nimmst! Er tut im Enedeffekt nur das mit Dir, was Du zulässt.

LG R-B

BB hat gesagt…

Danke euch allen sehr! Geht mir schon wieder besser, habe meine emotionale Fitness zumindest teilweise wiedererlangt und freu mich heute wieder auf mein Tierchen.

Mal schauen, es wird jedenfalls viiiel Action geben. Und vielleicht putze ich mal am langen Seil und unangebunden, das könnte auch einen Überraschungseffekt geben.

Und viiiiel lachen über den grantigen Clown, das hilft meistens. Aber manchmal wirds einem halt doch zu viel.

Werde dann weiter berichten ;-).