Also ich gehöre ja zu den zwanghaften Listen-Schreibern. Ich schreibe Einkaufslisten, To-Do-Listen, Telefonlisten, Adresslisten, Ideenlisten, Wunschlisten, Geschenklisten, Leselisten. Außerdem wird katalogisiert, bibliographiert, geschlichtet und geordnet was das Zeug hält. Das ist so und war schon immer so, ich kann nix dafür ;-). Ich muss mich sehr bemühen, das Blog hier nicht mit lauter Listen anzufüllen, die keiner lesen mag.
Heute hab ich wieder einmal festgestellt, dass mir diese Listen aber trotzdem eine Menge weiterhelfen, nämlich um einen Plan zu haben.
Erfahrungsgemäß wird eine Einheit mit Pferdchen genau dann ein Desaster, wenn ich keinen oder einen nur ungenügenden Plan habe. Ich lasse mich dann viel zu leicht ablenken, mache Dinge die ich eigenltich gar nicht machen wollte, dafür die, die eigentlich geübt werden sollten, nicht, mache immer dasselbe und und und.
Heute hatte ich - da lange nicht beim Pferd aus Zeitgründen und daher abends viel Zeit zum Planen und Listen-Schreiben - einen sehr genau in meinem Kopf erstellten Plan plus - falls der Kopf aussetzt, das kommt vor - eine ganze A5-Liste mit dem Aufbau meiner Übungseinheit in der Tasche. Also keine Chance für den Buffalo, mich abzulenken ;-).
Geschafft hat ers trotzdem kurz, denn er hatte sich ganz offensichtlich im Gatsch gewälzt, sodass ich kurz glaubte, wir hätten ein neues Pferd in der Herde - hab ihn fast nicht erkannt. So kenne ich ihn nicht, er legt sich normalerweise nur in trockenen Untergrund. Egal. Dank meiner Liste (kurz draufgelinst, da stand was von reiten - also wird geritten, jawoll) ist es ihm nicht ganz gelungen und nach nur 1 Stunde dauerputzen war die Sattellage frei und es konnte losgehen.
1. Punkt auf der Liste:
Kurzes Aufwärmen On Line, mit Führen in Stellung und dann ein bisschen Untertreten auf dem Zirkel. Billy hat brav mitgemacht --> abgehakt.
2. Punkt auf der Liste:
Reitend Aufwärmen mit Follow the Rail, vielen Volten um wahllos herumstehende Pylonen, viele Handwechsel, auch mal Anhalten, Rückwärts, Schritt, etwas später dann Trab-Schritt-Halt- und sonstige Übergänge. Wir haben den Go-Button, der wie immer anfangs etwas klemmte, gelöst und dann war alles superfein und Pferdchen biegsam und aufmerksam.
3. Punkt:
Weiter die Zügelfunktionen verfeinern. D.h. direkter Zügel beeinflusst gleichseitiges Vorderbein, indirekter Zügel gegenseitiges Hinterbein. Der indirekte Zügel ist dabei nie unser Problem, aber den direkten so schön sauber einsetzen zu können, dass es quasi eine Hinterhandwendung wird und nicht eine Mini-volte oder doch ein Wegdriften der Hinterhand, das ist noch schwer. Ich habe es zuerst in der Bewegung gemacht (von der Bande weg), dann isolierter in der Mitte vor dem Spiegel. Es wird langsam besser :-)
4. Punkt.
Da dieses konzentrierte Vorhandweichen dem kleinen Büffel wieder etwas zu schaffen gemacht hat, dazwischen wieder eine Lockerungsübung mit Go-Button überprüfen, bisserl Galopp und einfach nur Follow the Rail zum Hirn-Auslüften.
5.
Wieder etwas schwieriges: Rückwärts mit 2 Carrot Sticks - und da hatten wir diesmal einen Durchbruch, denk ich! Ich habe versucht es ihm so leicht wie möglich zu machen, dass er die richtige Antwort gibt (ich denke zwar dass er sie kennt, aber sie gefällt ihm halt nicht so recht). Daher schräg in eine Ecke eingeparkt und vorerst Corner's Game gespielt. Das mag er ja. Und dann mit den beiden Sticks links und rechts am Rückwärts gearbeitet und dabei extrem auf die Einhaltung der Phasen geachtet. Eine Gewichtsverlagerung kam relativ schnell von ihm, aber darüber sind wir noch nie hinausgekommen. Gut, beim ersten Mal hab ich das gelobt und Pause gegeben. Beim zweiten Mal wollt ich dann einen halben Schritt. Pause. Dann wollte ich 2 Schritte. Solang er rückwärts ging, ging ich zur Phase 1-2 zurück, aber ganz aufgehört habe ich nicht. Und so haben wir dann tatsächlich so an die 5 Schritte rückwärts bekommen, ohne dass ich die Zügel anfassen musste *freu*.
6. Punkt:
Aufhören wenns am schönsten ist - abgehakt :-)
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