Es hat wieder geschneit bei uns, ca. 15cm. Ich wurde gewarnt, dass es rutschig ist, habe aber trotzdem einen Ausritt gewagt - und nicht bereut!
Buffalo Bill war recht brav am Putzplatz, ließ sich brav holen, Hufe kurz bearbeiten, dann putzen und satteln. Habe mir sehr lange Zeit gelassen mit allem.
Dann sind wir gemütlich vom Hof geschlendert. Ich habe einen Rundkurs geplant - mit einigen Schwierigkeiten, steilen Passagen (aber nicht rutschig dafür) und ein Stück auf der Straße, wo ich nicht sicher war wie rutschig das wird.
Den steilen Weg hat Billy toll hinter sich gebracht. Und zwar ohne jegliches Zögern, kaum zu glauben. Der Weg führt durch den Wald, unter dem Schnee ist lockeres gefrorenes Laub, gut zum Gehen. Dann wird der Weg aber ein, zwei Meter wirklich steil, bisher hat Billy dort jedesmal gezögert, auch im Sommer. Ich war bereit abzusitzen oder umzudrehen. Der Weg sah jedoch gut aus, weniger rutschig als wenn die Erde matschig ist, und mit ziemlich großem Erstaunen hab ich zur Kenntnis genommen, dass im Büffli kein bisschen Zögerlichkeit war - er stapfte voran als wäre nichts, zwar vorsichtig mit kleinen Schritten, aber fühlbar mental seiner Sache sicher. War furchtbar stolz!
Dann kommt die Straße. Die war wirklich glatt, ich probierte ein paar Schritte und stellte fest, dass man am Wegrand, wo auch Kies unter dem Schnee ist, gut gehen kann. Für den Billy kein Problem, auch hier stapfte er voran. Bergauf geht es auch, daher umso weniger Rutschen. Wir brachten auch die Straße ohne jedes Problem hinter uns.
Und dann kam das Bächlein... genau an dieser Stelle hab ich vor ca. 1/2 Jahr ziemlich viel Confidence liegen gelassen, als er nicht drüber wollte und einfach umdrehte und die Straße entlang bulldozerte, bis ich dann einen Notabstieg aus dem Trab machte (bevor er gänzlich unbremsbar galoppiert) ... Und genau dort hab ich heute wieder viiiiel Vertrauen in mein Pferd gewonnen und er hoffentlich auch in mich.
Wir gingen zum Bächlein - schon vorher waren viele Nebenrinnsale, die ihn nicht interessierten (es ist nur genau DIESES eine Rinnsal, keine 10cm tief...). Dann kamen wir hin. Ich auf alles gefasst - absteigen, umdrehen, On Line drüberspielen, was immer halt nötig war...
Nichts war nötig. Billy näherte sich dem Rinnsal - skeptisch, aber trotzdem nachdenkend. Eigentlich interessant, dass man das richtig fühlen kann. Es fühlt sich anders an als wenn er denkt: "Da geh ich sicher nicht drüber". Diesmal war es mehr so ein "WO geh ich hier am besten drüber". Genaues Beäugen des Rinnsals... kurzes Kräftesammeln.... und ein kleiner feiner Hopser drüber, danach 1 Galoppsprung (es geht steil bergauf danach) und dann ruhig durchpariert zum Halten.
Ich bin fast geplatzt vor Stolz und hab begeistert gekreischt und Pferd geknuddelt, versteht er ganz genau, dem stolzen Blick nach zu urteilen. Wir sind dann ein paar Schritte weiter und dort gabs eine Portion Müsli, das ich mithatte und das er brav aus dem Schnee geputzt hat.
Ich glaube mein Ausreit-Programm hilft :-).
Wir sind dann noch über den verschneiten Wiesenrand nach Hause, und obwohl ich vorhatte noch ein bisschen was zu machen, hab ich es gelassen, weil er SO ein braves Pferdchen war!
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