Nach ein paar Tagen Osterurlaub in unserm Nachbarland bin ich wieder da :-).
Das Wetter war bescheiden und verwandelte den Sand im Viereck zu einem lebendigen Etwas, das versucht, einem die Gummistiefel vom Fuß zu saugen. Ich habe ein paar Biegeübungen gemacht mit Billy, die er brav mitgemacht hat, hatte dann aber genug, als der Himmel aufriss und sich sogar etwas Sonne durchkämpfte. Also gesattelt und auf zu einem Ausritt!
Billy war gehfreudig, er war mir bei dem rutschigen Untergrund bergab manchmal entschieden zu flott unterwegs. Normalerweise geht er bei rutschigem Boden extrem vorsichtig, er rutscht auch leicht und schien immer unsicher. Aber heute: Ohne Zögern, stapf stapf stapf, rutsch, stapf stapf, trab trab, ruuuuutsch, egal, trab trab. Ließ sich aber auch brav bremsen.
Jedenfalls waren heute alle Treshhold scheinbar nicht vorhanden. Keine Anstalten umzudrehen oder stehenzubleiben oder rückwärtszuschieben. Flott und selbstbewusst. Sogar das ziemlich steile - heute natürlich extrem matschige - Stück am Ende des Waldweges ging er ohne zu zögern und für meinen Geschmack fast zu schnell, aber gut.
Und dann beschloss ich, meine Grenzen zum ersten Mal seit dem Herbst wieder zu überschreiten ... wir ritten über die Bundesstraße! Ich blieb in sicherer Entfernung stehen, wartete mal bis nichts zu hören und zu sehen war. Dann vorsichtige Annäherung, nochmal Halt und schauen... und dann flott drüber.
Hier beginnt eindeutig die Zone, wo meine Confidence aufhört. Im Hinterkopf habe ich immer noch die Szenen, wo Pferdchen zwar nicht schnell, aber ziemlich zielsicher wie ein Bulldozer mit defekten Bremsen umdreht und heimwärts stapft - in dem Moment, wo zwischen mir und heimwärts die Bundesstraße liegt, ist das dann nicht mehr lustig.
Heute aber kein Problem. Immer wieder sanft den Go-Button ausgetestet.
Die nächste Grenze ist dann eine Unterführung, wo ich schon so manche Diskussion mit Billy ausgefochten habe. Ich spürte ein leichtes Zögern bei ihm und hab einfach nochmal den Go-Button betätigt, möglichst bestimmt und mit dem Gedanken, dass ich bestimme wo wir hingehen. Es hat super geklappt, ich ließ ihn dann sogar durchtraben, wobei ich nicht fühlen hätte können, dass er irgendwelche Probleme hatte beim Durchreiten.
Dann sind wir die nächste Abzweigung nach oben gegangen, dort ist dann eine Kehre im Weg wo man gemütlich bissl pausieren kann, dort hab ich das Picknick-Heusackerl aufgeschnürt und er war sichtlich überrascht (hatte diesmal nicht mitbekommen dass wir was mithaben, hihi) und erfreut. Durfte es in Ruhe mampfen, dann noch die vorhandenen Grasbüschel abrupfen und dann hab ich ebenso bestimmt "nach Hause" geordert.
Wir kamen dann in einen Eisregen/Hagelschauer *iiieh*, aber Büffli wie immer cool und es war - bis auf die Kälte und den plötzlichen eisigen Wind - eigentlich sehr romantisch im Eisregen bei pechschwarzem Himmel im flotten Schritt (aber heimwärts nicht flotter, danke schön) den Berg wieder retour raufzukraxeln.
Ich hoffe dass das heute einen deutlichen Eindruck gemacht hat: Wenn Frauli bestimmt sagt, wir gehen zu Punkt X, und zwar zügig und ohne Fressi-Pausen, dann hat das einen Sinn und Zweck und Punkt X ist super ;-). Und danach geht es ja eh schon wieder heimwärts.
Jetzt werde ich Punkt x jeweils ein paar Meter weiter weg, jeweils ans nächste gut geeignetenPlätzchen, verlegen, bis wir - hoffentlich - in diesem Sommer dann unseren ultimativen Treshhold, diese eigentlich völlig unspektakuläre Abzweigung, bewältigen können :-).
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