Für heute hatte ich mir vorgenommen, mal endlich etwas weiter ins Finesse reinzuschnuppern. Bisher haben sich meine Finesse-Versuche darauf beschränkt zu vesuchen, dem Tierchen das Gebiss schmackhaft zu machen, ein schwieriges Unterfangen. Weil er immer so wild drauf herumkaute, hab ich es dann immer wieder aufgegeben.
Heute hab ich mal probiert was passiert wenn ich ihm das Seilchen ins Maul schnalle, also Cherokee Bridle. Das hat überraschend gut funktioniert, jedenfalls wars schneller drin als sämtliche bisher ausprobierten Gebisse. Und meine ganz ganz zaghaften Versuche einer lateralen Biegung waren sogar auch fast sofort erfolgreich. Und: Er konnte so sogar rückwärt gehen *staun*. Alles vom Boden aus natürlich, und mit Knotenhalfter und Seil als Haupthilfe, falls benötigt. Das war aber eben überraschenderweise nicht nötig.
Gut, danach hatte er dann heraußen, wie er die Zunge drüberlegt und sich das Seilchen, wenn es keinen Spaß mehr macht dran rumzulutschen, aus dem Maul arbeitet. Und fester wollte ich es nicht schnallen, also reichts das vorerst.
Danach habe ich das Gebiss wieder einmal vorgestellt - dauerte wieder laaange, anstupsen-Lob, anstupsen - Lob, schnell reinbeißen und wieder weg - Lob usw. usf., bis er es von selbst ins Maul nimmt und ich den Genickriemen über die Ohren streifen konnte. Ich habe dann noch leichte Zügel eingeschnallt und bin eine Runde geritten, mit Knotenhalfter drunter und weiteren Zügeln, und hab versucht, mal ganz vorsichtig Kontakt herzustellen. Was ihn nicht hinderte, mit Schwung anzureißen um eine Maulvoll Gras zu schnappen, das war wieder einmal eine Probe für emotionale Fitness *grr*.
Wir haben dann ein, zwei Volten probiert und auch ein Rückwärts, jeweils mit leichtem Kontakt, und ich muss sagen, ich war recht angetan vom Ergebnis. Abgesehen von der Futtergier reagierte er fein, aber nicht hektisch (frühere Versuche hatten eher zur Folge, dass er wie verrückt herumkaute, anriss, etc.), sehr positiv.
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