Billys Rücken zuckt noch immer weg. :-( Wird wohl doch ein Osteopath her müssen, nur wieder mal die große Frage: Welcher!?
Zusätzlich hat er eine große abgeschabte Stelle an derKruppe, knapp rechts neben der Wirbelsäule. Keine Ahnung, ob er sich da gescheuert hat (wir hatten letzte Woche leider eine Entdeckung von Haarlingen und gleich alle Pferde durchbehandelt - bisher konnte ich auf Billy keine entdecken) oder versucht hat, ob er wo drunterpasst, wo er nicht drunterpasst ;-). Jedenfalls hab ich die Stelle, glatt und verkrustet war, wohlmeinend eingeschmiert, war natürlich gerade falsch, war noch zu frisch offenbar, drunter hats genässt und heute war es richtig heiß und tat bei Berührung sichtlich weh. Hab also heute den Großteil meiner Zeit damit verbracht, die blöde Salbe vooorsichtig abzuwischen, dann mit kaltem Wasser abzuwaschen und mit immer neu gekühlten Fetzchen zu kühlen. Wurde auch bald besser und kühler, das war wohl wirklich nur ein Hitzestau unter der Salbe. Dazwischen noch Unmengen an Betaisodona verbraucht aus Angst vor Verdreckung und Entzündung, und dann sind wir doch noch etwas arbeiten gegangen.
Ich habe die Seitengänge an der Hand jetzt monatelang vernachlässigt, weil Billy so starke Stresssymptome dabei zeigte. Das Maul Auf- und Zuklappen zum Beispiel. Das zeigte er zum Schluss auch bei jeglicher Form des Rückwärts... und erst jetzt - Schande über mich! - fällt mir auf, dass sich das in den letzten Wochen wieder gelegt hat.
Also heute vorsichtige Versuche, mit Knotenhalfter, weil ihm irgendwie der Kappzaum nicht zu gefallen scheint.
Wir haben nach kurzem Aufwärmen mit Übertreten auf kleiner Volte begonnen. Er war sehr bemüht, rechts tat er sich offensichtlich wirklich schwer, das Bein unter den Schwerpunkt zu setzen, was ich aber auf die Wunde schiebe - sie befindet sich genau an dem Fleck, der sich dann dehnen und bewegen müsste.
Dann Schulterherein, und das ging links perfekt. Brauchte kaum Zügel, die hingen quasi durch, auch kaum Gerte, er erinnerte sich offenbar sofort an die Übung und führte sie brav aus. Natürlich gabs immer wieder eine lange Seite, die er gedehnt neben mir herlatschen durfte, und Leckerlis zuhauf. Rechts war das SH etwas schlechter, er wurde zu schnell (ganz was neues!!), überholte mich quasi, kam zu weit in die Bahn rein. Ich brauchte mehr Einwirkung, aber gemacht hat er es dann trotzdem brav und schön.
Dann noch ein bisschen Renvers und Travers, immer wieder ein Stücken, hier tat er sich schon schwerer, verdrehte den Hals in die falsche Richtung oder irgendwie S-förmig, da musste ich schon etwas mehr nachhelfen. Teilweise schiebe ich das aber aufs Knotenhalfter (statt Kappzaum), weil ja doch eine exakte seitliche Einwirkung fehlt. Hier begann dann aber auch sichtlich wieder der Stress für ihn, er begann wie ganz zu Anfang, in die runterhängende Zügelschalufe zu schnappen oder nach meiner Hand. Ich bin allerdings manchmal unsicher, ob die Schnapperei nicht (auch) mit der exzessiven Leckerli-Fütterei bei der Handarbeit zusammenhängt.
Er hat sich jedenfalls sehr bemüht und viele Dehn- und Leckerlipausen und Stimmlob bekommen. Nach 15 Minuten waren wir auch wieder fertig, er durfte sich noch genüßlich wutzeln, worauf ich die Schürfwunde neuerlich verarztete, weitere Mengen Betaisodona verbrauchte und ihn dann mit Hoffnung auf schnelle Krustenbildung (bevor er sich in den nächsten Misthaufen legt) auf die Weide zu den Kumpels entließ.
Beim Galoppieren auf die Weide war die Schürfwunde jedenfalls offenbar nicht hinderlich ;-)
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