you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 14. September 2010

Schlammschlacht

Während es auf dem Viereck und in der Halle sowohl reiterlich als auch vom Boden aus momentan wirklich gut läuft, werden Ausritte für mich immer mehr zu einem Angstgegner. Billys Abhauen und Über-die-Straße-Rennen im Mai hatte wohl doch größere Auswirkungen auf meine Confidence als ich bisher geglaubt habe.

Meine Comfortzone, der "ruhige blaue See", wie Bernie es nannte, ist massiv geschrumpft und beschränkt sich momentan auf das Stallgrundstück. Ok, das ist groß, Mini-Ausritte möglich, aber sobald wir uns über die Grenze begeben, werde ich angespannt. Wenn ich ein Moped höre, krieg ich Panik.

Natürlich überträgt sich das aufs Pferd, und das einstmals "bomb-proof"-Tier ist nun auch angespannt und fluchtbereit - so machte er bei zwei Ausritten - einer allein, der andere mit anderen - in zwei verschiedenen Situationen auf dem Absatz kehrt und versucht nach Hause zu rasen. Worauf ich natürlich noch angespannter bin. Was das Tier noch angespannter macht. Usw. usf.

Hier ein Bild, wie ich Billy derzeit bei Ausritten empfinde (man vergleiche mit seiner "normalen" Horsenality...): Das meiste davon trifft eher auf mich zu, Billy spiegelt es wohl nur.










Da der letzte Ausritt wirklich ganz ganz schlimm für mich war und seit dem Abhauen an der Hand Absitzen in Notsituationen für mich einfach nicht mehr machbar ist, versuch ich jetzt mal etwas Confidence innerhalb der Comfort-Zone zu gewinnen.

Einer der ganz konkreten Angstgegner ist Wasser in jeder Form. Da mir Billy aber am letzten Ausritt bewiesen hat, dass er, von einer ruhigen Person geführt, völlig ohne Zögern ins Wasser steigt und sogar 3 oder 4 m dem Bachlauf folgt (bei mir setzt er keinen Fuß hinein und springt höchstens), ist klar dass das an mir liegt. Also haben wir mal daran gearbeitet heute, in sicherer Umgebung: Am stalleigenen "Gatschloch", das uns bisher immer einen Weg versperrte.

Bin mal hingeritten, natürlich wollte er nicht drüber, also vom Boden aus: Zuerst mal geführt, er sprang es immer. Dann drübergeschickt à la Squeeze Game. Er hat hier keine große Angst, er will nur einfach nicht in den Gatsch steigen (was mir durchaus verständlich war, nachdem ich es vorgemacht habe und bis zur Wade in der Pfütze versank, die ich für 10cm tief gehalten hatte). Trotzdem - manche Pferde müssen so wohnen, also wird Herr Billy da wohl auch einen Fuß reinsetzen können. Anfangs ließ ich ihn noch an den Rand ausweichen, dann haben wir uns immer mehr an die Mitte herangetastet. Schließlich konnte er ziemlich ohne Zögern in der Mitte wenigstens durchtraben, ohne Sprung. Das war schon sehr gut, ich ließ es gut sein, wir waren beide schon eingegatscht bis zu den Ohren ;-)

... und nächstes Mal versuchen wir dann eine Steigerung. Ich möchte gern dass er Schritt durchgeht; das ging heute nicht mehr, ich wollte keinen Misserfolg provozieren, das kann ich im Moment gar nicht brauchen ;-) .


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