you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 15. Mai 2011

Kursbericht: Michael Wanzenried, 10.-11. Mai 2011

Gerade als danach verlangt wird, logg ich mich ein, um den Kursbericht endlich zu schreiben, das passt ja :-).

Allzu viel kann ich gar nicht berichten, Michael hat uns eher das große Bild vermittelt, weniger irgendwelche Details.
Wir waren 8 Teilnehmer, in 2 Gruppen geteilt. Jeder hatte andere Problemfelder, die es zu bearbeiten galt. Bei mir und Billy waren es hauptsächlich Strenge und Konsequenz (;-) wer hätte das gedacht??).

Hier kurz zusammengefasst die Punkte, die ich mir im Nachhinein notiert habe:

- Have a plan ... nichts wirklich neues, trotzdem immer wieder eine Erinnerung wert. Michael nennt das "Projekte". Er hat v.a. gut dargestellt, wie man vom direct-line-Denken zu einem lateralen Ansatz gelangt, z.B. wie man einen 8er mit einem Pferd entwickelt, das tw. unsicher ist und gefallen will, aus dem Grund aber nicht mehr zuhört.

- Obstacles!! Wenn ich ihn richtig verstanden habe, plädiert Michael dafür, ab einem bestimmten Niveau (sobald man über Level 1 hinaus ist), ständig Objekte zu benutzen. Wenn schon nichts anderes, dann zumindest die Ecken im Viereck. So gibt man einem Pferd - v.a. solchen wie Billy - ein Ziel, einen Sinn. Die Objekte als "Rastplatz" etablieren. Alle Spiele immer auf ein Objekt hinspielen. Dort dann Pause geben. Ein Beispiel war z.B.: Wenn man mit Pferden wie Billy Seitwärts ohne Zaun üben möchte, ein paar Schritte mitten im Viereck bekommt und dann Pause macht, ohne ersichtlichen Grund, ist das viel weniger wert und prägt sich viel weniger ein, als wenn man das Seitwärts z.B. auf eine Tonne, eine Stange, oder zur Ecke hin spielt. Pause gibt es nach Erreichen des Ziels, und so macht das fürs Pferd mehr Sinn, da es eine Aufgabe hat: Geh seitwärts bis zur Tonne. Und nicht: Geh seitwärts, bis das Seil schüttelt (oder welches Stop-Kommando auch immer). Quasi: Das Point to Point-Spiel in alle 7 Games integrieren.
Daraus kann man dann auch komplizierte Hufschlagfiguren entwickeln.

- Pausen bei LBIs laaange gestalten. Als ich konkret fragte, wie lange die Pause sein soll (ca.), bekam ich zur Antwort: 15 Minuten. Ich gestehe, so lange halt ich selten durch. Zur folgenden Einheit nach dem Kurs hab ich mir übrigens was zu lesen mitgenommen, das hält man ja sonst nicht aus *g*.

- Die langen Pausen führen zwangsläufig zum nächsten Punkt: Mit einem LBI die Übungen kurz halten. Sehr sehr kurz. Die langen langen Pausen verhindern, dass man zu viel und zu lange spielt (da der durchschnittliche Pferdebesitzer nun mal begrenzt Zeit hat - Je länger die Pause, desto kürzer zwangsläufig die Spielzeit).

- Und die kurze Spielzeit führt zum nächsten Punkt: Kurz, aber knackig! Sehr knackig! Billy sagte laut Michael zu allem sowieso nein und musste daher ordentlich einstecken, bis er in Habtacht-Stellung stand. Ich sollte das dann auch versuchen, kann es aber halt einfach nicht so heftig. Ich geb mich einfach immer schon viel früher zufrieden.
Die Auswirkung von kurz und knackig war auch gleich zu sehen, Billy suchte nämlich schon am Nachmittag des ersten Kurstags das Weite, als er mich kommen sah, ähem.
Generell meinte Michael, wir alle wollten zu früh die Phasen verfeinern. Phasen verfeinern ja, aber viel viel viel später erst.

Wir haben mit Billy an unserem Rückwärts gearbeitet, wie ich gleich zu Anfang gebeten hatte. Zuerst eben Online: Heftiges Hinterhand verschieben, abwechselnd mit knackigem Vorwärts in einem DrivingGame (nicht Circling Game), dann sofort rückwärts jagen zwischen ein Tor aus Tonnen (Zielpunkt), und dort dann eben Rastplatz, für 15 Minuten und länger.
Dasselbe hab ich dann am letzten nachmittag auch vom Pferderücken aus gemacht, es klappte ganz gut. Generell hat Michael unser FreeStyle gelobt, mehrmals *stolzschau*. Es gab dann eben den Vorführeffekt, dass Billy das Rückwräts nicht generell verweigerte wie sonst oft. Es war tw. an der Grenze, aber er gab immer doch noch nach. Fürs Timing der Pause danach wurden wir wieder gelobt *freu*.

Billy war trotz fremder Pferde und jeder Menge Gewusel am Viereck sehr konzentriert und hörte brav zu. Wir konnten eine fast perfekte Hinterhandwendung ohne Zügel hinlegen, und ein fast perfektes Seitwärts ohne Zügel und ohne Stick und ohne Zaun.

Insgesamt wars ein sehr netter und lustiger Kurs, mit netten Teilnehmern und Prachtwetter, der mir wieder einen Schubser in Richtung Konsequenz gegeben hat - auch wenn ich nicht wirklich was gänzlich neues erfahren hab. Michael ist ein unterhaltsamer Lehrer, Bernies Unterrichtsstil gefällt mir aber besser, da er mehr Details vermittelt hat und mehr am Menschen ausbesserte als am Pferd. ;-)

1 Kommentar:

Marion Princic hat gesagt…

vielen dank fuer deinen bericht! 15 minuten!!! wer hätte das gedacht. auf der celebration haben sie das ja auch immer wieder gesagt das warten und lange pausen fuer lbi wichtig sind aber 15 min ist halt schon lange. werde mir mal auch ein buch einstecken... an der konsekvens muessen wir auch mal arbeiten kann ich sehen ;)