you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 28. Juni 2011

Eine sehr interessante Liberty-Einheit hatten wir heut.

Geplant war ja wieder mal alles ganz anders. Ich wollte unser Liberty auf dem Viereck austesten - kein Zaun, mehr Platz. Einfach die simplen Dinge probieren. Vorher aber "kurz" in die Halle, zuerst mal die Verbindung testen bevor wir uns auf freie Fläche begeben! Und vielleicht auch nen Handwechsel probieren, der steht sozusagen gerade an im Programm ;-).

Tja, und dieser Handwechsel, daran sind wir auch gleich gescheitert. War vielleicht aber eh gut so.

Der erste Versuch klappte gleich toll, von links auf rechts, die einfachere Seite. Viel gelobt, gleich nach 1 Minute große Pause, ist doch schön! Aaaber ich weiß die andere Richtung geht schlecht, die muss aber auch irgendwie sein. Also nach rechts geschickt. Auch kaum dass er draußen war, wieder eingeladen. Billy kam nicht, lief lieber weiter. Jede Runde hab ich ihn eingeladen, er kam nicht. Dazwischen machte er ein Spiel,ständig Richtung zu wechseln, aber nach außen und in bestimmten Ecken. Gut, das ließ er dann irgendwann sein, als es nichts fruchtete.

Ich lud ihn weiter jede Runde ein zu mir zu kommen. Ja, mit der Intention Handwechsel, weil ich sonst irgendwie das Gefühl kriege, das Pferd wickelt mich mal wieder um den kleinen Huf ("wenn ich lange genug nicht reinkomme, gibt sie auf und macht statt Handwechsel ein Bringback, weil sie froh ist dass ich überhaupt komme" - gut ich weiß nicht ob sie so komplex denken können - aber das ist was in Praxis dann passiert ;-) ). Nein, Billy galoppiert lieber. Runde um Runde um Runde. *staun* Ich war echt ratlos. Er raste nicht herum oder so, er ging dazwischen auch mal Schritt und Trab, was mir auch egal war, es ging mir ja drum, dass er zu mir reinkommt. Aber nix, auch nicht in Schritt und nicht in Trab. Ja, dachte ich, dann lauf halt wenn das mehr Spaß macht. Mein Angebot steht.
Ich weiß nicht wie langs gedauert hat bis ich ihn eeendlich rein bekommen habe - und ja, ich hab den Handwechsel dann noch gemacht (nicht unbedingt nach Lehrbuch, aber immerhin irgendwie) und nach ein paar Schritten auf der linken Hand kam dann das Bringback und eine laaaange Pause. Billy klatschnass, und dabei wollte ich doch so kurz nach der Augensache nichts Anstrengendes machen....

Gut, nach langer Pause wollte ich doch sehen, ob er kapiert hat, ob es ein zweites Mal besser geht. Aber wieder nicht oder kaum. Wieder ewiges Kreiseln, diesmal im Trab, für Galopp war er wohl schon zu müde, und ich hab auch keinen gefordert. Wieder Runde um Runde eingeladen, auch drauf geachtet, ob er mal was fragt oder so - er fragt manchmal, aber wenn ich dann einlade, geht er wieder auf den Zirkel.
Und er kann haargenau unterscheiden, ob ich zum Bringback einlade (da kam er sofort) oder zum handwechsel (die Unterscheidung ist ja prinzipiell nicht schlecht und so geplant, nur verstehe ich nicht, warum er den handwechsel so vermeidet).
Ich hab ihn dann auch ans Seil genommen, da klappten beide Richtungen mit durchhängendem Seil. Dann hab ich Liberty noch das S-Pattern (ich gehe rückwärts, Pferd macht vor mir Schlangenlinien, indem ich die Schulter ständig verschiebe - eigentlich lauter perfekte Handwechsel) probiertz - klappt einwandfrei in beide Richtungen.

Zum Schluss konnte ich zweimal relativ bald auf meine Einladung hin im Schritt ganz gute Wechsel von rechts auf links, dann lange Pause und aufgehört.

Komisches Pony!! Solche Aktionen machen mich immer baff und etwas ratlos, denn es entspricht einfach so ganz und gar nicht seinem Naturell, lieber 20 Minuten durchzugaloppieren statt eine Einladung zur Pause anzunehmen.

Danach kam noch ein Highlight: Wir sind gemeinsam at Liberty von der Halle zum Viereck gegangen (meinen ursprünglichen Plan entsprechend), zum Rand-Abgrasen. Klappte super. Billy trocknete, ich setzte mich daneben und genoss die Abendsonne. Dann hatte ich genug nach so 10 Minuten, stand auf, sah ihm noch ein bisschen beim Grasrupfen zu... dann sagte ich "na komm Billy", drehte mich um und ging weg... und das Billytier nahm sofort die Nase aus dem Gras und trottete hinterher, at Liberty, zum Putzplatz. Pfuh war ich baff!! Es hat mich riesig gefreut :-)))). Ich bin wichtiger als Gras, juchu!

In dem Zusammenhang hab ich was vergessen: Ich möchte jetzt auch etwas gezielter üben, dass Billy auf der Weide und im Auslauf auf Zuruf bzw. Pfiff auf mich zukommt. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann einmal erreichen, nicht 1km latschen zu müssen, bevor ich mein Pferd antreffe. Seit letztem Jahr ist es ja eigentlich "normal" geworden, dass Billy freiwillig und Liberty mit mir mitkommt von der Weide. Da brauchte es nicht mehr viel, in Schritt Trab und Galopp folgt er mir weg vom Gras und weg von den Kumpels -aaaber abholen muss ich ihn schon. Ich muss hingehen, muss sagen "komm" und er kommt mit. Und momentan bleibe ich in gewissem Abstand stehen, beobachte ob er mich sieht und quasi mir zuwinkt (schaut mich freundlich/neugierig an - was er die ersten 3 Jahre nie getan hat!), warte, pfeife meine "Komm Billy"-Melodie und rufe ihn und warte... und warte... und warte... und wenn ich genug Geduld habe, dann setzt er sich vielleicht doch auf mich zu in Bewegung. Das hat die letzten beiden Tage so für 3, 4 Schritte funktioniert. Den ersten Tag 2 Schritte auf der Weide (wenn es nicth funktioneirt, geh ich immer näher und rufe und pfeife immer wieder und geb ihm Gelegenheit zu kommen), den 2. Tag ist er im Auslauf so in 10m Entfernung auf mich zugekommen - 4 Schritte, dann haben ihm Ranghöhere den Weg versperrt, ich bin fest überzeugt er wollte bis zu mir kommen ;-).
Wenn er bei mir angekommen ist gibts ein Leckerli.
Bin gespannt wie sich das weiterentwickelt und werde berichten. Diese 4 Schritte auf mich zu waren letztes Jahr nicht möglich, probiert hätte ich es oft genug...

Keine Kommentare: