Ein interessantes Wochenende.
Freitag war ich bei Billy und bin wieder einmal fast verzweifelt. Was am Tag davor noch ganz gut klappte - Kopf hoch, Kopf senken, seitliche Biegung, rückwärts - klappte an diesem Tag überhaupt nicht. Das ganze Pferd war voller Brace, und was für welche!
Das einzige was noch funktionierte war: Kopf senken, wenn ich die Hand an den halfterknoten lege und mit 2 Fingern vorsichtig Druck nach unten mache. Das klappte. Aber sonst nix.
Hand ins Genick: Brace! ich glaube ich stand eine halbe Stunde und wartete, nix! Und es ist ja bitte nicht so, als würde er das nicht kennen; wir machen das nun wirklich nicht zum 1. Mal. Aaaber das Muster war wieder da: Einmal offeriert Billy eine Reaktion und denkt, damit soll ich mich doch bitte zufrieden geben. Tu ich aber jetzt nicht mehr. Druck im Genick blieb, und das ganze wieder und wieder, ich wollte nicht aufhören bevor es leicht ist. Aber es kam eine halbe Stunde lang nur Gegendruck. Ich gestehe, ich hab ihn dann ins GEnick gezwickt (obwohl meine neue Bibel ja sagt, das soll man nicht), dann kam eine Reaktion, die ich endlich loben konnte.
Seitwärts biegen kannte Herr Billy plötzlich auch nicht mehr. Das war so schön und leicht einen Tag davor. Jetzt: Brace hoch 10. In beide Richtungen. Kein freiwilliger Zentimeter. Und dabei sah das Pferd noch sowas von unglücklich aus, dass ich natürlich gleich zweifelte und dachte, ich hab grad echt die total falsche Abzweigung erwischt in unserem Weg *seufz*.
Dann noch rückwärts, das war doch auch schon fein und leicht, heute wieder: brace, regelrechte Gegenwehr, etc.
Pfuh. Keine schöne Session.
Und dann kam ich Sonntag wieder zum Pferd. Und Billy wie verwandelt. Er hob den Kopf aus dem Gras, als ich das Halfter entknuddelt hatte. Dann ließ ich ihn nch einen Happen machen, drehte um. Pferd nahm die Nase aus dem Gras und folgte am leicht durchhängenden Strick.
Am Weg zum Stall blieb er kaum zurück, obwohl ich ein ordentliches Gehtempo anschlug. Sobald der Strick sich leicht spannt, schließt er von sich aus auf. Falls doch nicht, nehme ich nur kurz und stetig die Hand vor und er tut's.
Dann gingen wir in die Halle und übten wieder das Nachgeben mit Gefühl. Ich war gefasst auf viele Brace-diskussionen. Und, was war? Nichts. Ein feines Pferd. So wie ich es mir vorstelle! ich hebe die hand mit dem STrick (knapp unterm Knoten angefasst) - Kopf hebt sich. ich senke die Hand, Kopf senkt sich. Hand ins Genick, sanft - Kopf senkt sich. Hinterhand und Vorhand sind wie ein Ball zu verschieben in alle Richtungen. Und zwar sofort, beim ersten Mal. Rückwärts: ich lege die offene Hand ans Seil (kurz unterm Knoten), bewege sie ohne sie zu schließen Richtung Pferdebrust - Pferd geht rückwärts. Vor lauter Faszination musste ich innehalten und Leckerli stopfen *g*. Aaaber der nächste Brace kommt bestimmt, oder? WEiter rückwärts - unsere 4-Jahres-Baustelle. Pferd geht rückwärts, an meiner offenen Hand. 7m (wir schleifen das Seil hinterher), und bis ans Ende vom Viereck. Wow! Ich glaub so ein leichtes rückwärts hatte ich noch nie. Nun schleift er zwar immer noch alle Füße durch den Sand statt sie zu heben, aber wenn man endlich nicth mehr diskutieren muss, OB es überhaupt ein Rückwärts gibt, dann kann man das ja jetzt verbessern! ich träume bereits von Figure 8 rückwärts und Zirkel rückwärts, yeehaw!
Neu hinzugefügt haben wir rückwärts an der nase (kurze Abwehrreakton, dann genauso fein wie am Seil) und Kopf noch etwas höher anheben ohne rückwärts zu denken dabei.
An sich war ich aber nach 10 Minuten fertig.
Billy durfte das Gras am Viereckrand trimmen zum Dank, dass er so ein feines Pferdchen war.
Schon faszinierend, was rauskommt, wenn man mal 2 Tage konsequent ist *hüstel*.
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