you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Donnerstag, 19. Januar 2012

Pfuh, Sauwetter. Sturm und tw. starker Regen. Brrr.
Dem Billytier gings gut. Die Beinchen sind wieder klar gewesen *freu* ... leider kommt da das aber, das nach meiner Trainingseinheit sie wieder leicht angelaufen waren *panik*. Doch noch zu viel? Oder auf ewig nur noch Schritt? :-( Lahmen konnte ich keins sehen, und Billy war gut drauf wie lange nicht - die Pferdchens sind momentan auf dem kleineren Auslauf eingesperrt, tw. wegen des Wetters, hauptsächlich aber aus Solidarität mit einem der Pferde, der einen ganz ganz schlimmen Hufabszess hat und auf keinen Fall in den Gatsch darf.

Jedenfalls wollte ich heut Karen Rohlfs erste Übungen zum Thema "Energie" probieren. Ich lese gerade "Dressage, Naturally", und langsam (so nach 100 Seiten Lektüre) finde ich dort den roten Faden.
Die ersten Übungen im Buch haben mit Energie zu tun. V.a. mit der des Menschen.

Begonnen habe ich mit Übung 2, Friendly Game in der Bewegung. Billy im Schritt am Zirkel, ich bewege mich auf ihn zu, und wieder weg, berühre ihn mit den Händen, berühre ihn mit dem STring, und idealerweise unterbricht er seinen Takt nicht. Das klappt auch toll. Hie und da sieht er nach außen, wenn ich mich nähere, ein Zeichen, dass ich immer noch irgendwie Energie aussende. Und wenn ich mich wieder zur Mitte hinbegebe, nutzt er weiter die Chance zu fragen, ob das Spiel jetzt aus ist ;-). Da kann ich ihn aber ganz ruhig und ohne, dass einer von uns grantig wird (auch er nicht) wieder raus schicken. Und ansonsten klappt das gut!

Übung 3 + 4 ist "Melt to a stop", on line und reitend. Komischerweise fällt uns das schwerer als üblich. Ich merke, dass ich den Go-Button gut geschmiert habe, und den Whoa-Button ein bisschen Rost angesetzt hat.

Weitere Übungen sind dann zu versuchen, dass das Pferd die eigene Energie genau wiedergibt, egal in welcher Gangart. Und das hat heut sowas von gut geklappt! Es hilft schon, wenn man sich auf sich selbst konzentriert, was man dem Pferd denn eigentlich grad mitteilt, welches Energielevel. Bei Karen Rohlf gefällt mir, dass sie den Focus des Lesers wirklich auf ihn selbst lenkt - wenn Pferd nicht reagiert, dann weil der eigene Energielevel nicht stimmt! Tatsächlich hat das ganze soo toll funktioniert, als ich mich auf meine Energie konzentriert habe, und auf das Bild, das ich erreichen möchte. Ganz ohne Vorbereitung trabte Billy auf einen Gedanken hin an, und ging auch wieder Schritt. Wir machten mehrere solcher Übergänge. Dann wieder anhalten und ruhig stehen. Und dann probierte ich einmal was passiert, wenn ich 2 Gänge höher schalte, mental, und danach frage... und Billy folgte und galoppierte aus dem Stand davon *staun*. Gleich wieder anhalten und loben.
Wir haben dann noch einen fliegenden Galoppwechsel gemacht, der sich einfach so ergeben hat, und überhaupt hatte Billy heute richtig Spaß an Bewegung.

ich bin dann noch geritten, aber nur 10 Minuten. Alle Energielevel einmal angetestet: Antraben, auch angaloppieren (nur 1 Sprung), wieder runterschalten, anhalten. Alles klappte feinstens (nur "melt to a stop" brauchte erstaunlicherweise höhere Phasen), daher ließ ich es bleiben. Auch hier hatte ich Karen Rohlf im Hinterkopf, die meint, dass man - je besser das Pferd reagiert - nur noch fragen soll: "würdest du für mich ... ?" - und wenn die Antwort ja ist, dann fragt man gar nicht mehr wirklich nach der Durchführung. Und da Billy heute zu allem brav "ja" sagte, brauchte es heute nicht viel. Sogar das Rückwärts ging leicht (hab ich aber vom Boden vorbereitet und musste dort durchaus durch einen Brace durch) und zum ersten Mal ohne Gerteneinsatz überhaupt. Es klappten dann nette Spielchen wie "kannst du dein Gewicht verlagern", ganz ohne Zügel. Gewicht nach hinten (oder 1 Schrittchen mit 1 Bein), gleich wieder nach vorn.
Weiters habe ich mir überlegt, dass ich für das Rückwärts vielleicht auch mal meine Energie hochfahren soll. Irgendwie hab ich das bis jetzt nicht gemacht, sondern Rückwärts als sowas wie "Minus-Energie" betrachtet. Völlig falsch, oder? Also einmal probiert; zuerst verwechselte Billy das und reagierte (brav!!) mit einem Schritt vorwärts, lief damit aber gegen meine (gedankliche) Rückwärtsbewegung und ja, auch gegen das Knotenhalfter, und wandelte die Energie flugs in ein flottes Rückwärts um. Vielleicht war das tatsächlich der Fehler, den ich bisher immer gemacht habe!

Zum Schluss hab ich die Zügel wieder ins Gebiss geschnallt (vor dem er übrigens heut wieder weglief, schließlich hab ich es letztes Mal ganz leicht benutzt!!! *grummel*) und ganz vorsichtig Laterale Flexion gemacht (klappt toll, mit viel "Feel", ganz ohne Brace!) und bin dann auf jeder Hand ein paar Runden "gebisspassenger" geritten, also nur vorsichtigen Kontakt halten, egal wohin er will mit seinem Kopf. Klappte gut.

Jedenfalls alles toll und ich bin wieder abgesessen - um dann eben festzustellen, dass Billys Beinchen jetzt leicht angelaufen sind. Nur ganz wenig, in der nächsten halben Stunde hab ich ungefähr 100x getastet und schwankte dabei zwischen - "das ist doch nur das Fell" und "dooooch, ganz klar ist das nicht wie vorher" *seufz*.
Ich werd den Trab gleich wieder sein lassen. :-(

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