you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 1. Mai 2012

Sommer, Sonne, Ausreiten :-)

... äh, eigentlich ist ja erst grad mal Frühling, aber trotzdem hatte es heute am 1. Mai schon wieder 30°. Zeit für kurze Ärmel und einen tollen Ausritt!

Das war heute der längste Ausritt, den Billy und ich bisher gemeinsam bestritten haben. Das war schon fast ein Tagesritt. Über 18 Kilometer legten wir in insgesamt 3 Stunden zurück, und nochmal so 400 Höhenmeter, behauptete das smarte Telefon einer Mitreiterin.
8 Leute unseres Stalls hatten sich zusammengefunden, wir waren wirklich eine tolle tolle Truppe, und unsere Pferdchen allesamt ohnehin die besten. Wir ritten auf geplanter Route zu einem Pferdehof in der Nähe, insgesamt etwa 1,5 Stunden. Unsere Pferde blieben immer cool, sei es beim Gruppengalopp ein ganzes Stückchen bergauf oder einen Wiesenweg entlang, bei der Begegnung mit Traktoren auf fremden Höfen, oder beim Überqueren mehrere (stillgelegter) Bahnübergänge, oder beim Überqueren der Straße oder beim Überqueren einer Holzbrücke (ohne Geländer, sehr gruselig, aber mehr für die Reiter). Kühen und Ziegen begegneten wir auch, sowie einem Gartenfest mit Kindern. Sogar an einer Koppel mit Miniaturpferdchens ritten wir vorbei. Die waren für Billy definitiv das Aufregendste am ganzen Ausritt, wenn nicht überhaupt das Seltsamste, was er je sah *lol*. Während er noch überlegte, ob das Ding da Hund oder Pferd war, begann eines zu glaoppieren, zu buckeln und zu wiehern, das gab ihm völlig den Rest, sodass er, den Hals um 180° gebogen, um sie nur ja nicht aus den Augen zu verlieren, als wir eigentlich schon vorbei waren, fast über die eigenen Füße stolperte *g*. Aber mehr fasziniert als ängstlich. Die Ziegen dagegen bekamen von ihm nicht einmal ein Ohrzucken. Die Kühe waren etwas unheimlich, aber wir fühlten uns im Pulk sicher genug. 
2x galoppiertn wir in der Gruppe, einmal ein ganz schön langes Stück bergauf im Wald mit vielen Kurven. Billy ließ sich dabei super zurücknehmen und galoppierte die Kurve fast versammelt durch; die meisten fielen hier in Trab. Da hatten wir eine schöne Kommunikation, er fragte mich nämlich, ob er auch traben sollte quasi, ich bat aber drum ob er bitte versuchen könnte, den Galopp nur ein bisschen zu verkürzen, während die anderen langsamer wurden, und ja, er konnte :-)

Im nahen Pferdehof angekommen, hatten Pferde und Reiter wahrlich eine Pause verdient. Der Herdenboß, der nicht ganz verkraftete, dass er heute hintennach marschieren musste, montierte gleich die Anbindevorrichtung des Stalles ab und kam dann in eine freie Box. Billy hatte Glück und ergatterte eine große Doppel-Box daneben im schattigen Stall, manche wollten lieber draußen bleiben. In der Box gabs sogar Heu, also Billy in seinem Element, der fraß die ganze Zeit. Für die Reiter gabs zu trinken (für die Pferde auch, aber die wollten allesamt nicht wirklich).
Nach der Pause sattelten wir neu. Wir hatten jetzt noch 5 weitere Reiter vom anderen Stall eingesammelt. In einer riesigen Gruppe von jetzt dann insgesamt 13 Reitern ritten wir auf anderer Route als dem Hinweg wieder zurück. Die Pferde vertrugen sich gut; die neuen Pferdchens wollten allerdings die Holzbrücke nicht überqueren, die sich nur 100m vom eigenen Stall befand, während unsere da alle ohne Zögern drübermarschierten. Da waren wir alle noch ein bisschen stolzer ;-).

Geschafft, aber zufrieden kamen wir wieder im heimischen STall an. Die Reiter des anderen Stalls machten hier Pause und ritten später wieder zurück. Billy plumpste am Viereck in den Sand, danach stapfte er gleich zum Gras.
Tja, und da sind wir beim einzigen Wermutstropfen: Die unerlaubte Graserei muss ich bald abstellen, das war wirlich lästig. Solange wir in Bewegung sind, gibts kein Fressen, das hat sich in Billys Hirn festgesetzt, da ist er wirklich brav. Früher blieb er oft einfach stehen, das macht er jetzt nicht mehr. Aaaber: Sobald wir stehenblieben, und das kommt bei so einer großen Gruppe halt öfter vor, rammt er die Nase ins Gras, koste es was es wolle, ignoriert Knoti und Schenkel völlig. Abhalten kann ich ihn nur mit einem anständigen Vorwärts mittels Motivations-Seilende auf den Popo, aber das ist in so einem Pulk keine gute Lösung. Während er dann grast, geht im Grunde jede Kontrolle verloren, er stapft Schritt für Schritt weiter und ignoriert mich.
Somit habe ich an den Ausritt und das Wutzeln eine "Wir grasen nur wenn ich es sage"-Übung gleich angeschlossen. Wir stellten uns ins frische Gras, und dann hieß es erst einmal "nein". So oft, verbunden wenn nötig mit einem effektiven Ruck am Knoti, bis er den Kopf oben ließ und man am Gesichtsausdruck sehen konnte, dass er kapiert hatte, dass das nun nicht gewünscht ist. Als er soweit war, dass er wirklcih wartete, was nun kommt, legte ich ihm die Hand auf den hals, mit leichtem  Druck, dazu "Iss"-Kommando und Aussuchen eines schönen Grasbüschels. Dann durfte er ein Weilchen fressen, dann hielt ich ihn wieder davon ab. zum Schluss klappte das dann schon ganz gut, und das werden wir jetzt solange weiterüben, bis es klappt, bis er auf den zügel reagiert, auch wenn er frisst; dann das ganze in den Sattel verlegen.

Aber bis auf diese Sache einfach nur ein herrlicher Ausritt; mit jedem Mal gewinne ich wieder ein bisschen mehr Vertrauen in Billy, und vielleicht auch er in mich. Ich war jetzt schon lange nicht mehr alleine draußen und werde das demnächst mal wieder versuchen.

2 Kommentare:

Marion Princic hat gesagt…

ich liebe deine einläge! wenn ich mir das so durchlese fuehle das ich mit euch mitreite :). ich beneide dich um deine ausritte!! und um die landschaft auch! hier gibts ueberhaupt keine huegel oder berge und nur wenig wald - falls man nicht mit dem anhänger ein stueckchen weiter weg fährt.

BB hat gesagt…

ja, unser Ausreitgebiet ist wirklich herrlich!
Aber manchmal sehen ich mich schon so ein ganz winziges bisschen nach einer schönen Ebene, wo man vielleicht einmal länger als 3 Minuten durch gradaus traben kann, oder ohne einen Abgrund links oder rechts *g*.
Ich hab sehr lang gebraucht, um mich an das ständige bergauf- und bergab zu gewöhnen, aber jetzt mag ichs nicht mehr missen :-)