Schlag auf Schlag gehts jetzt.
Das Wetter war gut, ich hatte Zeit: Alles gut vorbereitet und ausreiten gegangen, allein. Diesmal der Plan im Kopf: Wir gehen die etwas größere Runde, die ich vor einer Woche oder so mit fußgänger-Begleitung mit Billy gemeistert hatte. Wir müssen da wieder zweimal über die Straße, ein etwas längeres Stück durch den Ort, eine steile Steigung.
Ja, was soll ich sagen? Alles problemlos. Gleich die erste Wegkreuzung ließ sich Billy bergab nur mit Schenkel lotsen (vor 2 Jahren: ungewinnbare Diskussionen hier, abbiegen und heimrennen). Braves Anhalten an der Straße. Völlig ruhiges und kontrolliertes Überqueren der Straße. Die nächste Kreuzung. Auch hier weiß Billy, wo die kürzeste Runde ist, die wollen wir heute aber nciht nehmen. Schenkel, ein bisschen Zügel, und Billy ging willig durch die Eisenbahnunterführung. (Rückblick: Vor drei Jahren musste ich hier öfter absitzen, weil Billy sich weigerte diese Abzweigung zu nehmen und lieber rückwärts auf den ziemlich steilen Abgrund zulief). Weiter die "Waldautobahn" entlang. Ein Auto. Na gut, das war immer schon egal ;-). Die nächste Kreuzung. Vor 1,2 Jahren war die unüberwindbar. Manchmal sogar zu Fuß. Heute nichts zu bemerken, gar nichts.
Ein Pferd kam uns an der nächsten Wegkreuzung entgegen. Jaaa, da schlug Billy schon vor, ob wir uns dem nicht anschließen und Richtung Heimat gehen können. Aber etwas Zügel, Schenkel und ein Gertentupfer für etwas mehr Vorwärtsdenken, bitte, und die Situation war überwunden.
Wir kletterten den steilen Anstieg hoch. Ich liebe es, wenn Billy da die Hinterhand anwirft und sich Schritt für Schritt hochkatapultiert. Ein paarmal bleibt er immer stehen um zu verschnaufen, aber es ist wirklcih steil, und so darf er das.
Dann gehts durch den Wald. Wir trabten ein Stückerl. Matschpfützen inklusive. Er schaut schon, dass er die Hufe nicht unbedingt mitten reinsetzt, aber er unterbricht den Trab nicht und macht keine Riesenschlangenlinien.
Zweimal erschrak er über irgendwas im Wald, aber immer nur kurzes Zucken, Gucken, aha, aso, ein Eichhörnchen.. ... weiter.
Wir verlassen den Wald und reiten durchs Dörfchen. Da flattern Fahnen, Leute grillen hinter dem Zaun, Hunde kläffen. Hier wurde Frauli etwas unsicherer und machte Yoga-Atmung. Billy war mehr neugierig als unsicher.
Dann die zweite Straßenüberquerung. Hier gibts eine Baustelle in der Nähe, was insofern positiv ist, als nur noch 50 kmh erlaubt sind. Wir tasten uns vorsichtig heran. Bleiben zuerst mal weiiit weg stehen, Frauli lauscht den Motorengeräuschen. Ein paar schritte näher. Frauli beäugt argwöhnisch den Verkehrsspiegel. Nix zu sehen in der einen Richtung. Für die andere noch 2 Schritte bis an die Begrenzungslinie der Fahrbahn, sonst sieht Frauli nix. Billy steht. Es kommt nix, leichter Schenkeldruck und Billy stapft flüssig voran.
Auf der Fahrbahn sind heute nich nur 2 weiße, sondern zusätzlcih (wegen Baustelle) 2 rote Linien. Unglaublich, aber ausgerechnet DAS bringt Billy für einen Sekundenbruchteil ein wenig aus der Fassung... aber nur ein wenig, er stapft drüber; da sieht man wofür Trailübungen wichtig sind. Dann gehts ein Stückchen die Straße entlang, überhaupt kein Problem.
Dann zum Bach. Billy stapft rein als wär da nix. Er kennt jetzt den Weg auch schon, der zur besten Ausstiegsstelle führt. Dann noch die wirklich wirklich steile Böschung rauf, hühüüüppp.
Und wir haben unsere eigenen Weiden erreicht und sind so gut wie zu Hause.
Frauli jauchzt komisch und verteilt eine Extraportion Knuddeln und Leckerlis. Komisch... war was? ;-)
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