you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Samstag, 8. September 2012

Des einen Leid ...

... des anderen Freud.
Gerade hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, an einem Kurs mit Peter Kreinberg mitzumachen. Seit ich seinen letzten 3-fach-Band zum WEsternreiten gelesen habe, bin ich ein großer Kreinberg-Fan geworden. So stelle ich mir schönes, richtiges Westernreiten vor....Der Kurs ist nicht allzu weit weg, etwa 130km. Es waren keine Plätze mehr frei, meine Stallkollegin hatte den letzten Platz ergattert. Wie es nun so kommt, ist ihr Pferd nun - leider natürlich! - lahm. Daher werden wir es so handeln, dass ich ihren Platz übernehmen kann. Jede Menge Organisation steht daher jetzt auf dem Plan!

FINESSE
Gebiss: Es dauert schon wieder Ewigkeiten, bis Billy das Maul aufmacht für das Gebiss.

Olympische Ringe: Nach einer Aufwärmrunde um den Stall bin ich aufs frisch abgezogene Viereck geritten und meine Olympischen Ringe. Billy war ganz brav, so mittel. Trab war beim ersten Antraben zäh, schlechtes Antraben einfach, dann hielt er die Gangart aber brav und in halbwegs gutem Tempo. So richtig rund wurde er heut nicht, tw. hatte auch noch immer starke Abwehr, also eher uneterdurchschnittlich im Vergleich zu den letzten Wochen. Nächste Woche haben wir wieder Stunde.

FREESTYLE
Ausritt: Tja, und dann sind wir noch ausgeritten. Super Wetter, strahlender Sonnenschein! Ich bin eine große Runde gegangen, in die andere Richtung als üblich; Am Schluss die Runde dann auch nicht wie üblich zu Ende geführt sondern noch eine Mini-Runde drangehängt.
Billy war am Anfang sehr aufgekratzt. Als unser Teich in Sicht kam, ganz am Anfang, noch auf Stallgrund, schreckte er sich vor irgendwas so sehr, dass er ein paar Galoppsprünge in die Wiese machte. Kein Problem es zu dersitzen, aber ich fragte mich, ob ich wirklich über die Straße wollte … beschloss dann aber irgendwie, trotzdem weiterzugehen.
Wir ritten die sehr steile Böschung runter und problemlos durch den Bach. Hat er super gemacht!
Dann den Weg rauf zur Straße. Da war Billy sehr aufgekratzt. Er zuckte bei Motorradgeräuschen. Es kam dann nichts, und so ritten wir einfach über die Straße. Meine größte Angst war, dass er sich dort im Dorf schreckt und zurückrast, aber nichts passierte. Gleich nach der Straße begegneten wir einer fremden Reiterin vom Nebenhof. Wir plauderten kurz, dann ritt ich weiter.
Durchs Dorf hindurch war Billy aufgeregt, schnorchelte, Kopf oben, sehr aufmerksam. Ich trabte hie und da, um ihn in Bewegung zu halten, das hilft.
Sobald wir das Dorf hinter uns hatten und im Wald waren, entspannte er sich zusehends. Wir ritten zuerst den einen Weg rauf, den ich mit meinem Freund erkundet hatte. Billy ging total brav dorthin… aber aufgeregt. Irgendwann sieht man in der Ferne ein Haus, da bin ich dann umgedreht um die geplante Runde zu beenden. Auf den Waldwegen trabten wir recht viel, einmal sogar ein Stückerl Galopp.
Ich war nicht sicher, ob das steile Stück, das wir ja sonst bergauf gehen, nun umgekehrt bergab zu bewältigen ist, aber es ist gar nicht so schlimm steil. Das erste und das letzte Stück, aber dazwischen geht’s. Billy hat das super gemacht.
Sobald wir auf dem Weg waren, wusste er wo er ist und war entspannt. Da passierte auch nix aufregendes. Dann wieder bei der Straße bastelte ein Kind an seinem liegenden Rad herum, und gleichzeitig gab es Traktorgeräusche von gegenüber der Straße. Billy spannte sich total an wegen dem Fahrrad, also hatte ich das Gefühl, lieber abzusitzen und tat das auch. 2 Kinder fuhren dann auf ihren Rädern vorbei, Billy starrte, war aber ok. Wir überquerten die Straße zu Fuß. Der Mann mit dem Traktor telefonierte und hatte den Traktor abgestellt, Billy war wieder ruhig. Ich wollte nun eben nicht gleich nach Haus, sondern noch ein Stück den Weg gehen, um von hinten über unsere Weide zum Stall zurückzukehren.
Kurz vor dem einen Nachbarhaus saß ich wieder auf. Im dortigen Garten waren Kinder beschäftigt, mit lautem Trara ein kleines knallblaues Zelt aufzubauen. Da war Billy wieder ziemlich fertig mit den Nerven. Er trabselte an der dichten Hecke vorbei, konnte ja nix sehen. Hinter dem Haus stand dann noch Gerümpel, das war ihm auch nicht geheuer. Wir brachten das trotzdem hinter uns, und sobald wir über der Brücke waren, war er wieder voll entspannt.
Er schien erstaunt, als ich tatsächlich dann nach links einbog, um heimzugehen (meistens will ich geradeaus weiter ;-) .Auf der Weide, leicht bergauf, fragte ich nach Galopp und feuerte ihn an, und wir flooooogen! Ich hatte ein Aha-Erlebnis: Mein Hintern muss noch viiiiel weiter aus dem Sattel als immer gedacht, dann hat er Platz! Er gab super super Gas, parierte sich aber von selbst in Schritt, wo ein Weg anfängt und wir immer Schritt parieren. So gingen wir gesittet in Schritt heim. Brav! Es leben die Rituale und Gewohnheiten ;-)

Richtig richtig toll dieser Ausritt, wenn auch oft haarscharf an der „roten Grenze“ entlang …

Weil ich das frisch abgezogene Viereck nicht zerstören wollte, forderte ich Billy nachher auf, sich vor dem Viereck, wo so viel Sand herausgeschwemmt worden ist, zu wutzeln – und er legte sich tatsächlich genau dort hin!! Aber nur eine Seite ;-).

Danach gingen wir noch lange grasen, herrlicher Tag, volle Entspannung.

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