you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 16. April 2013

Hach, der Frühling ist so herrlich. Unser Viereck ist aufgetrocknet! Ich kanns zum ersten Mal seit etlichen Monaten benutzen!

Nach der vielen Finesse-Reiterei bei Peter Kreinberg wollte ich heut mal wieder auf einem Barebackpad sitzen und nur ein Knoti dran haben. Aber trotzdem eine Kreinberg'sche Übung probieren.
Und zwar: Angaloppieren. Im letzten Kurs im September war ja noch keine Rede vom Galoppiren, aber diesmal im Kurs durfte ich. Billy hat sich brav gemacht, und Peters Methode der Übergänge ist interessant. Und zwar pocht er sehr darauf, nicht wie wild zu drücken, zu schieben usw. (gilt v.a. im Galopp), sondern sich und damit das Pferd "einzutakten". Die einzige wirkliche Hilfe, die er uns fürs Angaloppieren zeigte, war ein deutliches Voranstellen der inneren Hüfte. Ansonsten wird nur eingetaktet, kein Schenkeldruck, eigentlich auch keine Stimmhilfe. Soll heißen: Aus dem Schritt oder Trab zuerst mal den Takt mitzählen: 1-2-3-4 für Schritt, oder eben 1-2-1-2 für Trab. Und dann einfach den Takt wechseln, laut mitzählen, und von 1-2-3-4 (habs aus dem Schritt probiert) übergehen zu 1-2-3, 1-2-3-, 1-2-3 für Galopp.
Im Kurs hat das gut funktioniert. Billy hatte zwar sehr sehr viele Trabschritte dazwischen geschaltet, aber das fand er nicht schlimm, sondern seine Meinung ist im Gegenteil: Viele Pferde regen sich im GAlopp auf, weil sie aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Der Wechsel vom 4-Takt oder 2-Takt zum 3-Takt sei nicht so einfach. Daher nicht überfallen, sondern einfach nur den Takt denken bzw. laut zählen, dadurch überträgt man wohl mit unbewusster Muskelspannung die gewünschte Gangart, und es funktioniert; das Pferd hat aber Zeit, sich zu sortieren. Er meinte, die vielen Trabtritte würden mit der Zeit automatisch weniger, weil das Pferd immer mehr darauf vertraue, eben nicht aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden, und Zeit zum Sortieren zu haben.
Einmal im Kurs bin ich beim Angaloppieren ins alte Muster zurückgefallen. Klar, ich wollte dass Billy anspringt, hab zwar das Eintakten gemacht, aber gleichzeitig innen ordentlich (viel zu viel) Schenkeldruck gegeben, beugte zusätzlich meinen Oberkörper völlig nach vorn (passiert leider oft, vor lauter "Energiiiiiiieeee"), und Billy galoppierte zwar an, aber mit grantigem SChweifpeitschen, Ohrenanlegen und Grunzen. Zwar war klar, dass das alles ungewollt so passiert war, aber ui, wurde ich gerügt!! *hüstel* Beim nächsten Versuch war ich wieder knapp davor, den Schenkel dazuzunehmen, hab mich aber im letzten Moment in den Griff gekriegt und ihn wieder weggenommen - wurde von Peter ganz genau gesehen und da gabs dann großes Lob für den erfolgreichen Versuch, das Muster zu durchbrechen ;-).

Also jedenfalls probierte ich das heut auch. Was soll ich sagen, daheim funktionierts nicht *lol*. Ich taktete und zählte und Billy trabte entspannt und schien davon nix mitzukriegen. Natürlich hab ich hier zu Hause auch wieder mein introvertiertes Energiespar-Pferd unterm Popo, und nicht mehr das extrovertierte Rennpferd ;-). Also jedenfalls ignorierte Billy mein Takten, bis ich dann halt doch die Stimme (2x Schnalzen) dazunahm, da war er dann recht brav.
Allerdings auch nur, solange es ihn freute. Nach 2, 3 x Angaloppieren fand er es reicht und wurde grantig, da musste ich schon noch irgendwie drüber, aber konnte schön aufhören.

Zwischendurch haben wir für die ABwechslung Hinterhand-Wendungen gemacht. Die waren heute pipifein! Jeweils bei C und A 180°-Wendungen, und wir haben tolle Muster in den Boden gezeichnet. Perfekte Halbkreise mit der Vorhand, die Hinterhand auf einem kleinen Platz herumgetreten.
Ganz zum Schluss machte ich noch Wendungen mit 2 Tritten Rückwärts, 2 mit der Vorhand seitwärts, 2 rückwärts usw. Das Rückwärts hakte wieder stark, ich brauchte Phase 4 um Billy zu erinnern, dass ich noch da bin, aber dann war er weich, geschmeidig und reagierte richtig auf feinste GEwichtsverlagerungen.

Also abgesessen, einmal wutzeln lassen, und ab nach Hause, gerade recht zum Abendessen ;-)

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ist interessant mit dem Takten! Das probier ich auch mal aus. Jetzt verstehe ich, warum sich Lia beim Angaloppieren immer so aufgeregt.

BB hat gesagt…

Ja probier doch! Würde mich interessieren zu hören, wie das bei euch klappt. Ich denke, gerade bei Pferden, die im oder nach dem Galopp hektisch und aufgeregt werden, ist das eine gute, sanfte Methode.