you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Iiiiieh, in der Stadt schüttet es seit 2 Tagen, draußen beim Stall schneits - Schneefahrbahn, an der Auffahrt zum Stall selbst bleib ich fast stecken, sehr toll...
Na egal, was tut man nicht alles fürs Pferdi.
Präpariere zwei Apfelhälften mit je 1 Kaffeelöffel Chinesen-Pülverchen und betrete den Offenstall, wo mich Pferdi wie gewohnt mit angelegten Ohren und skeptisch begrüßt. Noch wirkt nix in Richtung "streichelweich". Die Äpfel frisst er trotzdem, das Pülverchen scheint doch nicht so schlecht zu schmecken.
Da es schneit und das Pferd waschelnass ist, fang ich erst gar nicht an zu putzen sondern marschiere mit ihm schnurstracks schneestapend zur Halle. Mal schauen, ob er sich nach der Chiropraktik anders bewegt als vorher.
Habe wieder geübt, ihn auf den Zirkel zu schicken, das klappt wieder sehr gut, nachdem es ja letztens nur noch seitwärts ging. Mir fällt allerdings auf, dass er nach Einüben der SEitwärts-Übung öfter versucht, sich dadurch zu entziehen. Statt anzutraben ein bisschen seitlich übertreten auf dem Zirkel: "Willst du vielleicht das, schau doch was ich kann, ist viel lustiger als traben!!". Und ich kann dann leider sehr schlecht meine Begeisterung darüber verbergen, dass er endlich die Beine sortiert bekommt.
Trotzdem, es wird getrabt, Billy ist wieder stinkig.
Ich mach dann noch wieder die Aus-dem-Zirkel-Wechseln-Übung an der Hand, er hat es kapiert, funktioniert toll, von rechts nach links muss ich sehr korrekt stehen, sonst trickst er mich aus, aber von links nach rechts wechselt er gerne.
DAzwischen wieder Beinheben mit Clicker, er hält jetzt wirklich schon sehr lange sehr ruhig auch die Hinterbeine. Morgen kommt der Schmied, ich werde dieses eine Mal noch sedieren lassen, aber ab 2008 ist die Schonfrist dann vorbei *beschließ*.
Dann nochmals bissl zirkeln, abwechselnd seitwärts, damit er das verinnerlicht, dass es sich um 2 verschiedene Übungen handelt. Ein bisschen traben. Mir fällt nichts auf, dass er sich lockerer oder lieber bewegen würde als zuvor...
Und dann ging's wieder los...
Machte mit Billy das Squeeze-Game - im Grunde nur an einem Hindernis und mir vorbeischicken, umdrehen lassen, gut. Er machte es 1x auf jeder Hand recht brav (haben wir noch nicht so viel geübt), er hatte massig Platz (schickte ihn zwischen Hallenwand und mir durch, eigentlich nix anderes als ein halber Zirkel an der geschlossenen Seite...). Dann trieb ich ihn nochmal - Billy steht. Bisschen mehr treiben, Billy steht. Aha, mag wohl nimmer. Na gut, 1x muss aber noch sein, sooo viel haben wir ja heute wirklich nicht getan. Nochmal auffordern zu gehen - Billy hebt das Hinterfüßchen
. Ok, es gibt einen verbalen Verweis von mir: "NNNNEIINNNN", + weitere Aufforderung vorwärts zu gehen und etwas mehr treiben. Billy steht, hebt nochmal das HInterfüßchen.
Wieder schärferer verbaler Verweis, stärkere Aufforderung vorwärts zu gehen... Billy tritt grantig nach hinten (also nicht in meine Richtung, ich stand ja quasi in der Zirkelmitte) aus "mag nicht"
Ok, so gehts nun nicht, ein Klaps mit dem STick kommt dafür retour, ich wurde auch langsam grantig und wir schaukelten uns offenbar emotional gegenseitig wieder schön hoch... tja, und auf den Klaps (das war echt nicht fest, nur ein "so gehts nicht, mein Freund"), schoss er wenigstens vorwärts (wofür ich ihn ja gelobt hätte), drehte dann alelrdings am Zirkel den Hintern wieder mal schräg und fetzte mit beiden Beinen in meine Richtung (allerdings weit weg, aber trotzdem) aus. Gut, dann hats natürlich wieder was gesetzt, er war grantig, ich war fertig, ließ ihn möglichst ruhig zu bleiben versuchend 2 Runden traben, dann ließ ich ihn stehen und versuchte nicht zu heulen
. Nachdem ich mich dann halbwegs unter Kontrolle hatte, schickte ich ihn möglichst freundlich wieder raus und bestand auf Trab, den er nach viel Überredungskunst dann wenigstens noch 1 Runde durch hinbekam, dann machte ich Schluss und wir gingen...
Keine Ahnung, ob das nun richtig war, was vorher falsch war, ob ich das verhindern hätte können oder nicht, was ich anders machen hätte sollen oder wo es anfing schief zu laufen

Am Putzplatz war er dann wieder recht nett, ließ sich sogar gern eine juckende Stelle am Hals massieren.
ABer das war wieder ein Moment wo ich dachte, das Pferd wird nur immer schlimmer, irgendwas mach ich grob falsch... und obs nicht doch klüger wäre, ihn herzugeben...
Wie gestern – nahm Billy nur kurz aus dem Offenstall, er scheint keine Nachwirkungen der Behandlung zu haben.
Fütterte ihm wieder seine Antidepressiva-Chinesen-Pülverchen, und tatsächlich war er heut beim Putzen recht ungrantig – für seine Verhältnisse zumindest. Gab mir brav alle 4 Hufe und durfte wieder zurück zu den Kumpels…
Besuchte kurz mein Stinketier, machen sollte ich ja heute nichts. Nahm ihn nur kurz raus zum Drüberschrubben und schauen, wie die Stimmung so ist und ob er Muskelkater hat. Er bewegte sich aber wie sonst auch, bei seinem Schlurfschritt ist schwer festzustellen, ob er nun Muskelkater hat oder nicht.
Verabreichte ihm das Weichspüler-Pülverchen, er beäugte die Heucobs zwar skeptisch am Anfang, fraß dann aber brav alles auf.
Mit Clicker noch das Füße-Aufheben ganz kurz rundherum geübt zum Hufe-Auskratzen, Mauke eingeschmiert und sonst in Ruhe gelassen.
Übrigens: Unser neuer zweiter Ruhe-Unterstand ist fertig! Ist auf 3 Seiten geschlossen und dick mit Stroh eingestreut, die Pferde lieben ihn, es teilt sich jetzt alles auf, und Billy steht gern mit Freunden drin!
Heute war also die Chiropraktikerin da! Musste mich extrem hetzen, und kam exakt 2 Minuten vor ihr am Stall an, zerrte das Tier aus dem Offenstall und klar – zum allerallerersten Mal seit ich ihn habe hatte er sich echt von oben bis unten mit Gatsch einpaniert.
Na gut, der Frau Doktor wars GsD egal.
Habe ihr dann gleich am Anfang von der Giftelei der letzen zwei Wochen erzählt und sie gebeten, vorsichtig zu sein.
Sie strich ihn vorerst mal ab mit weniger Druck als normal und begann dann einzurenken. Billy wie erwartet giftig, versuchte sie auch mal wegzudrängeln, drohte auch mal mit dem Hinterbein, aber sie hatte alles gut im Griff und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass es nicht schlimmer war.
Trotzdem hat Billy jetzt nach 2 Tierärzten und 2 Schmieden zum fünften Mal die Diagnose „ein ganz spezieller Charakter“ gekriegt… Die Chiropraktikerin diagnostizierte ein mimosenhaftes Schmerzempfinden gepaart mit Grant-Charakter … 
Sie renkte ungeachtet der Giftelei brav weiter herum, manchmal kurz für Sekundenbruchteile schien Billy sich doch zu entspannen … „na ja
*grantelgrantel* ok
*grantel* vielleicht ist das ja doch nicht so schlecht
*grantelgrantel*“.
Viel zu tun war v.a. beim Widerrist ausstrahlend in die Schulter, v.a. rechts (genau dort ging die Giftelei der letzten Wochen meist los…), Lendenwirbelsäule, Ischias. Wurde soweit „repariert“, dann sah sich Fr. Doktor noch meinen Sattel an und empfand ihn für sehr ok, wenn ich weiter hinten sattle als vom Sattler empfohlen.
Sie meinte auch, dass mit dieser Sitzung eigentlich von ihr aus alles behoben und keine weitere Nachbehandlung nötig sein sollte. 2 Tage sollte ich jetzt nichts machen, dann normal mit ihm arbeiten, wie ich das so tue.
Fürs Gemüt des Stinketiers gab sie mir irgendwelche „Chinesischen Kräuter“, sündteuer und machen solche Tiere angeblich „streichelweich“. Weichspüler in Pulverform also, bzw. natürliche Stimmungsaufheller.
In einer Woche soll ich sie dann anrufen und berichten, ob die Grantelei besser ist.
Edit: Die Zähne meinte sie, glaubt sie nicht dass irgendwohin ausstrahlen. Der ganze vordere Teil - Genick, Hals - bis zum Widerrist war gänzlich locker, da musste sie nix tun. Anschauen wird trotzdem nicht schaden, denk ich, wird dann das nächste sein, aber zuerst ist wieder der Hufschmied dran...
So, heut wars soweit... ich denke nun, es handelt sich um eine Testphase bei der Grantlerei am Putzplatz, bei der ich zu inkonsequent durchgegriffen habe, denn heute versuchte Billy Trick Siebzehn: Ein kurzes Granteln, ein kurzes Herschnappen, dann gings wie ganz am Anfang trap, trap, trap - Hinterteil in meine Richtung mit affenartiger Geschwindigkeit und austreten dabei!!!
Und in den Hintern könnt ich mich beißen, dass ich diesen Instinkt "WEG HIER", den mein Körper sofort anbietet, nicht unterdrücken kann - klar, ich machte wieder überrascht - obwohl es ja wohl absehbar war und ich eigentlich damit gerechnet hatte - ein paar Schritte rückwärts, flüchtete...
Bis ich den Instinkt unter Kontrolle hatte, aber dann hats gescheppert, dass dem Kleinen die Ohren wackelten
Er machte einen Satz zur Seite, blieb dann parallel zur Wand, Hintern weit weg von mir, stehen und schaute wie ein ertapptes und zurechtgewiesenes Kind - das er ja im Prinzip auch war.
Ganz kurz durchgeatmet, dann weiter geputzt und versucht so zu tun, als wär nix passiert. Er stand dann vorbildlich still, grantelte auch nicht mehr so - schaute ein bissl missmutig, aber nicht aggressiv - dann seufzte er und interessierte sich wieder mehr dafür, was draußen passierte. ER hat dann beim Putzen keinen Mucks mehr gemacht.
Offenbar braucht dieses Pferd doch eine "monatliche Tetschn", wie mein Freund es schon früher diagnostiziert hat.
Ich fühl mich nur immer so furchtbar hinterher...
Sei's drum, Billy mit Knotenhalfter und Seil ausgerüstet, und los in die Halle - mit den neuen Gamaschen in der Hand, weil heut hatte ich Stangenarbeit geplant.
ERste Übung: Gamaschen anziehen. Billy kennt sowas überhaupt nicht. Er versucht in der Halle mal, ob man die essen kann. Nein, auch gut. So, dann hab ich versucht, dem Pferd, das nunmehr durch und durch darauf konditioniert ist, bei Berührung (und eigentlich auf ein Kommando) den Fuß in Hufauskratz-Position zu heben, die Gamaschen anzuziehen. Etwas mühsam, die doofen neuen Klettverschlüsse taten ihr übriges dazu - kletteten aufeinander, an meinen Handschuhen, überall, dazu das den Fuß immer wieder anhebende Pferd - sicher ein Bild für Götter, GsD war ich wieder mal allein, und irgendwann hab ichs geschafft. Dann zur Gewöhnung den Billy eine Runde führen - er war zuerst der Meinung, etwas berührt mich am Fuß, da muss ich den heben, gell? - Und stand da, und hob abwechselnd die Vorderbeine an... Schließlich überredete ich ihn zu einem Schritt, und bald ging er ganz normal wie immer.
Nächste Übung: 2 Stangen mit viel Abstand aufgelegt, Billy im Schritt zum Aufwärmen drübergezirkelt, dabei im Zirkel Handwechsel, der super klappte. Alles gut.
Pause mit Beinchen heben + Leckerli.
Nächste Übung: Habe zwei STangen knapp nebeneinander aufgelegt und Billy abwechselnd rückwärts durchgeschickt durch diese Gasse, wieder hergeholt, rückwärts, ca. 2-3x, das hat er sehr gut gemacht! Danach stellte ich ihn im rechten Winkel zu einer der STangen auf und er sollte daran entlang seitwärts gehen. DAs haben wir schon einmal hingekriegt, fällt ihm aber schwer. Anfangs stand das Pferd wie ein Denkmal, ich musste sehr sehr viel Druck aufbauen, bis er sich überhaupt mal rührte. Beim ersten Ansatz von seitwärts - Pause, Lob und sogar ein Leckerli. Dann gings leichter, und plötzlich trippelte Billy ohne viel Druck eine ganze Stangenlänge seitwärts. Dafür natürlich auch Lob + Leckerli. Wir schafften schließlich eine ganze Runde seitwärts um die zwei Stangen, wobei ich an den Ecken eine Viertelvorhandwendung mahcen ließ - alles sehr sehr brav, wirklich toll hat er das gemacht!!
Wieder Pause und Beinchen heben, und dann gings los:
Wollte ein bisschen Trabarbeit über die Stangen auf dem Zirkel machen - aber das Pferd war nicht raus auf den Zirkel zu kriegen. Was hab ich den nu schon wieder kaputt gemacht
Das hat wirklich schon 100%ig gesessen. Und nun: Denkt Billy, er soll wohl weiter seitwärts gehen, obwohl meine Körpersprache eine ganz andere ist (finde ich zumindest), aber er macht im Grunde wunderschönes Übertreten auf kleiner Volte rund um mich rum, ich kriege den Kopf und die Schulter einfach nicht mehr raus auf die Zirkellinie! Leider hab ich mich etwas reingesteigert ("das MUSS doch gehen!!"), Billy wusste nicht, was er falsch machte, ich auch nicht...
Irgendwann, leider wohl viel zu spät, habe ich beschlossen, dass es eben heute keinen Trab am Zirkel geben wird. Habe die Übung "offiziell" abgebrochen und ein ausgiebiges Friendly Game eingeschoben, weil ich nicht glaube, dass er absichtlich widersetzlich war. Er büffelte keineswegs mit der Schulter, sondern war wirklich aufmerksam: "WAS willst du von mir?!?!?" Also haben wir fest geknuddelt, er hat sich entspannt, ließ den Kopf fallen und ließ sich richtig knuddeln...
Um das ganze positiv abzuschließen, hab ich mich dann intensiv den Hinterbeinen gewidmet, mit Clicker und dem Haufen Leckerlis, den ich noch hatte. Wir haben geschafft, dass Billy das Bein schon gleich so anhebt, dass man es gut nach hinten ziehen kann, bisher hat er meist zuerst nach vorn gerudert und man brauchte viel Kraft, es nach hinten zu ziehen. Zum Schluss hielt er es von selbst in richtiger Position, auch schon recht lange...
Die Übung gefällt ihm mittlerweile so gut, dass er gleich ausschlaucht dabei 
Ein dickes dickes Lob am Ende, dann gingen wir wieder nach Hause. Am Putzplatz danach war er freundlich und brav, ließ sich auch wieder brav einschmieren.
Ich sollte wahrlich nicht so schreibfaul sein... mein Gott, wie die Zeit vergeht...
Im Fotoalbum hab ich davon schon geschrieben: Seit ca. 2 Wochen hab ich mit Billy wieder massive Probleme, am Putzplatz. Er droht, er beißt, er droht zu treten und gebärdet sich wie ein Höllenpferd. Siehe Foto...
Ich vermute als Ursache entweder die ersten Testgriffe der Chiropraktikerin (fand genau dort statt) oder ein Zahnproblem (er lutscht ständig mit der Zunge herum) oder eine Testphase.
Aber gestern war zum ersten Mal seit langem wieder alles mehr oder weniger normal. Mag dran liegen, dass ich ihm Heu vor die Nase gelegt habe; war keine Strategie zur Problemvermeidung, sondern die andern haben alle grad ihr Heu gekriegt, und wenn ich ihn dann raushole und bissl mit ihm arbeite, ist nachher für ihn nicht mehr so viel übrig.
Billy hat also ruhig gefressen und mich putzen lassen und blieb freundlich.
Danach mit Knotenhalfter und SEil ausgerüstet und in die Halle für ein bisschen BOden- und Longenarbeit.
Habe mir gefinkelte Übungen ausgedacht, die auch eigentlich toll geklappt haben!
Übung eins: Aus dem Zirkel wechseln ohne stehenbleiben. Musste es vorher ein paar Mal im Kopf für mich durchspielen, damit ich weiß, wo ich mich da wann wohin bewegen muss. Es hatt beim ersten Mal gleich toll geklappt, Billy wechselte schön die Hand, fing eigentlich sofort an konzentriert zu kauen. Habe dann immer öfter gewechselt - also anfangs noch 3 Runden Zirkel - aus dem Zirkel wechseln - 3 Runden andere Hand, dann nur noch 2 Runden, 1 Runde, und schließlich bei jeder Runde aus dem Zirkel wechseln, also große Achten. Ein paarmal kam ich selbst dem Pferdi in die Quere, aber sonst sah das richtig gut aus! Von links auf rechts hat besser funktioniert, das kann aber an meiner eigenen Händigkeit liegen.
Danach gabs Pause mit ruhig stehen und Friendly Game, danach Fußhebe-Übung, die macht Spaß, da gibts Leckerlis dafür
- er gab mir alle 4 Hufe brav. Halte hinten schon länger oben und ziehe weiter nahc hinten-oben hinaus, warte bis ich merke, dass er den Fuß entspannt und locker hält und stelle dann wieder ab. Wird schon immer besser.
Als nächste Übung dann wieder Zirkel im Schritt, anhalten bei Wechselpunkt - Versuch von Schulterherein oder zumindest Schultervor an der langen Seite, dann wieder Zirkel. Ich gehe dabei knapp neben ihm. Hie und da schaffte er ein, zwei Schritte, dann großes Lob und auch ein Leckerli. Das ganze auf beiden Händen. Links gings ganz gut, Rechts schwieriger, da wurde es eher eine Schlangenlinie, aber ist ja auch gut für die Beweglichkeit
Nach ein paar Mal wieder Pause in Form von ruhig stehen dürfen und dann wieder Füße heben + Leckerli.
Dann noch ein bissl Trab am Zirkel, gemixt mit dem vorher erlernten Handwechsel im Schritt, dann wieder Trab, ein paar Übergänge eben. Klappte gut, er war nicht besonders gehfreudig, ließ aber glaub ich zum allerersten Mal den Hals etwas fallen, v.a. auf der linken Hand sah das zeitweise recht manierlich aus! Im Schritt geht er ja schon immer sehr entspannt, aber antraben bedeutete bisher meist: Kopf hoch, Unterhals raus. Diesmal blieb der Kopf halbwegs unten, es ist bei weitem keine Dehnhaltung, aber der Unterhals wird nicht mehr rausgedrückt.
Habe ihn sehr dafür gelobt, dann nochmal stehen lassen, eine dritte Runde Füße heben + Leckerli, und dann gingen wir wieder heim.
Am Putzplatz war diesmal auch nach der Arbeit alles in ORdnung, ich putzte probehalber nochmal drüber, dann kriegte er sein fresschen, und währenddessen konnte ich ihm wirklich toll die leider immer noch nicht ganz verschwundene Mauke-STelle eincremen und einmassieren. Das ist normal auch eher nervenaufreibend (durch die Fußhebe-Übungen hebt er halt immer den Fuß... sollte ihn da aber eher stehenlassen) - diesmal ließ er ruhig stehen und alles gut.
Wird wieder einmal Zeit für einen Lagebericht!
1) Hufe: Ich kann hinten auskratzen, ich kann hinten auskratzen *jubel* *herumhüpf* *tanz*.
Tatsächlich geschafft, Billy hält relativ brav still. Ich ziehe den Fuß noch nicht sooo weit nach hinten raus wie man das normalerweise wohl tun würde, aber er hebt beide Hinterbeine brav an, hält sie oben, lässt sie leicht nach hinten ziehen und v.a. kickt nicht mehr. Manchmal fängt er schon an, nach einiger Zeit das Bein hin- und herzubewegen, aber z.T. denk ich, das sind wirklich "Balance-Ruderer". Ich versuche gar nicht erst, das Bein gewaltsam festzuhalten, ich halts überhaupt nicht sehr fest sondern unterstütze quasi nur die Halte-Richtung mit der Hand. Wenn er meint, er muss es abstellen, stellt ers ab, ich nehm es wieder. Ich hab das Kommando "ab" eingeführt, wenn er bis dahin ruhig hält und dann abstellt (auf dieses Kommando hin), dann gibts ein Leckerli. Vorher wird so oft angehoben, bis er mal aufs Kommando und meine helfende hinstellende Hand wartet.
Vorne gehts weiterhin gut, hie und da gibts Rückschläge, aber dort kann ich im Normalfall die Hufe halten und auskratzen wie bei jedem andern Pferd...
2) Longieren:
Hab ja jetzt endlich auch einen Kappzaum und wollte à la Jen Kopf senken und Biegung üben. Problem: Sobald der schweeeeeere schweeeere Kappzaum drauf ist, kriegt Billy den Kopf sowieso nimmer in die Höh. Irgendwie ist es schwer, die Reaktion auf einen Impuls am Kappzaum einzuüben, wenn das Pferd die Nase sowieso schon im Sand trägt. Er mag den kappzaum auch nicht besonders gern, scheint mir...
Sonst sind wir beim Longieren nicht viel weiter gekommen, weil ich den großen Reitplatz schon länger nicht gesehen hab (komm immer im Dunkeln) und die Halle mir zu klein ist für richtiges Arbeiten. Hie und da machen wir Stangenarbeit an der Longe, das funktioniert recht gut.
3) Viel getan hat sich bei Aufsteigen und "Reiten". Aufsteigen ist Billy nun egal, mit Aufsteighilfe und ohne. Als ich das erste Mal nach mehreren Hüpfern dann endgültig rauf bin, hatte ich allerdings Angst, dass wir gleich beide hinfallen, so sehr hat er sich nachm Leckerli von oben verbogen.
Das hab ich ein paarmal gemacht, dann langsam versucht, Billy einen vorwärtstreibenden Schenkel zu erklären.
Beim ersten Mal war da null Reaktion. Bin noch nach Parellis Schema vorgegangen, weil ich mir denke, für die ersten Kommandos ist das nicht schlecht. Hier gehts so: Körperspannung erhöhen = Phase 1. War meinem Büffel natürlich herzlich wurscht. Phase 2: Schenkel dazu (mit den Beinen "umarmen" nennt Herr P. das). War dem Guten ebenso herzlich wurscht. Phase 3 ist dann, mit dem Ende des SEils SICH SELBST links und rechts um die Shcultern zu schlagen - macht ein bissle ein GEräusch und die Bewegung des Seils sollte PFerdi auch noch mitkriegen. War ebenfalls herzlich wurscht. Phase 4 ist dann, das Seil immer länger zu lassen, bis es Pferdi links und rechts ebenfalls berührt. Das war auch eine Weile wurscht, dann entschloss er sich doch zu einem Schritt. Dann natürlich sofort alles aus und loben. 3, 4 Mal hab ich das gemacht, bis sich Billy wenigstens Richtung Tor in Bewegung setzte. Billy brauchte jedes Mal bis Phase 4... Anhalten funktioniert dafür ohne Probleme
.
So, und dann, sicher 2 Wochen später erst, schwang ich mich wieder mal rauf und ------ staunte! Phase 1 - eine träge, aber doch eine Reaktion von Billy in Form einer Gewichtsverlagerung... Phase 2 - Billy setzt sich gemütlich in Bewegung!
Ich war ganz baff und glaubte selbstverständlich an einen Zufall. Wieder angehalten, nochmal: Körperspannung - Billy geht!!
Langsam schlurfend, aber er bewegt sich. Da das Nachgeben aufs Knotenhalfter nach links und rechts sehr gut funktioniert, geht auch schon so was ähnliches wie Lenken. Noch 2,3x probiert und dann sowas ähnliches wie einen Zirkel hingekriegt!!
Ich war echt völlig baff.
Soweit sind wir also mit dem "Reiten"...
4) Gebiss:
Nimmt er schon besser an. Ganz alleine nimmt er es nicht auf, aber er lässt sich schon schneller überreden. Anfangs kaut er immer noch heftig, aber das wird immer kürzer, dann lässt er es mehr oder weniger in Ruhe und spielt hie und da damit. Wir haben dann geübt, genau wie mit dem Knotenhalfter - auf leichten Impuls dem Zügel nach rechts und links nachzugeben. Da war ja letztes Mal nichts zu machen, er hatte sich total "tot" gestellt. Außer diesem einen Mal habe ich aber mit GEbiss nicht viel gemacht - auch weil mir der Gedanke, dieses Pferd gebisslos zu reiten, immer besser gefällt, weil er wirklich gut drauf reagiert.
5) Allgemeines:
Herr Pferd wächst mir langsam über den Kopf
*hilfe*. Im Sommer, oder wann war das, hatten wir 1,55 STock gemessen. Vor einer Woche hab ich wieder gemessen - 1,58 *uaaah*. Jetzt kann er aber langsam aufhören damit *leiterkaufengeh*...
Und: Gestern war bei einem andern Pferd eine Tierärztin, die sich auf Chiropraktik bei Pferden spezialisiert ist. Ich hab einer Miteinstellerin gegenüber erwähnt, dass ich es seltsam finde, dass Billy v.a. das linke Hinterbein nicht grade nach hinten rausziehen lässt, sondern es ihm lieber zu sein scheint, wenn man es leicht nach außen zieht - die meinte daraufhin, vielleicht was mit dem Ischias, diese Ärztin würde eben kommen und wäre so toll, ich könnte ja kurz fragen.
Habe ich also gemacht, die Frau Doktor war nett, hatte wenig Zeit, meinte aber, zu schauen ob irgendwas ist, das ginge sich schon aus. Habe ihr eben beschrieben, dass Billy ständig grantig ist, sich nicht gern bewegt und ich manchmal doch irgendwie vermute, dass es wo zwackt.
Also strich sie da mal entlang and den speziellen Punkten - ja was soll ich sagen, das Pferd ging fast in die Knie und hätte ihr beinahe eine geknallt, kaum dass sie ihn anfasste, an der Schulter, beim Widerrist, Ischias bestätitgte sie auch. Ja also meine insgeheimen Befürchtungen ("die miese Laune dauernd kann ja nicht normal sein") scheinen sich zu bestätigen, ich werde Billy eine Behandlung bei ihr angedeihen lassen, hoffe, dass er sie dabei nicht krankenhausreif schlägt und es ihm nachher besser geht...
Aber insgesamt kann ich auch sagen, dass er mir jetzt schon manchmal entgegen geht, wenn ich komme. Zwar nur in ERwartung eines Leckerlis, aber immerhin. Letztens hat er sogar den Heuautomaten für mich freiwillig verlassen.
Langsam aber sicher wurde unser Angstgegner, der Schmied wieder fällig. Hatte mich deshalb mal an einen anderen gewandt, der überall hochgelobt wird und von dem ich wirklich ausschließlich gutes gehört habe. Ist ein barhuf-Spezialist, beurteilt erstmal Beinstellung und Gangwerk etc, bevor er draufloswerkelt. Ist natürlich ziemlich ausgebucht, tourt aber durchs ganze Land. Tatsächlich hatte er gestern zufällig einen TErmin in der Gegend frei - allerdings ist er ein absoluter GEgner von Nasenbremse und Herumgezappel, sondern entweder Pferd problemlos oder mit TA sedieren. Ich war lange am Überlegen, ob ich das tun sollte oder nicht, aber seine Argumente - solange es nicht 100% klappt, ist es besser, Pferdi mit Sedierung völlig außer Gefecht zu sezten, sodass er keinerlei schlechtes Erlebnis mit dem Schmied verbindet - haben mich dann doch überzeugt. Da ihm auch meine Erfahrung recht gab - nach jedem Schmiedtermin konnte ich ja bisher von Null wieder neu beginnen - habe ich das gewagt.
Also TA und Schmied beide sogar pünktlich am Sonntag da gewesen, TA sediert, Billy schläft... Er kriegt große Komplimente für die Hornqualität, "so wie das ausschaut wird da nie was ausbrechen", hinten steht er völlig grad und symmetrisch da, vorne natürlich zehenweit und mit dem rechten Fuß leicht nach innen geknickt, das wird nach und nach und jedesmal ein bissl korrigiert, dann wird es keine PRobleme machen.
Sonst wundershcöne Hufe und - nein, wirklich nicht, an diesem Pferd gibt es aber nicht die geringste Spur von Strahlfäule.
Mein Pferd hat entweder ominöse Selbstheilungskräfte, oder zwei Schmiede und ein TA haben eine Fehldiagnose gestellt, oder die Haltung übern Sommer war so gut und trocken, dass es eben rausgewachsen ist. Und das *ich gestehe* hinten ohne jegliche Hufhygiene *schäm*.
Wir haben Pferdi nach vollbrachter Arbeit dann in die NOtbox verfrachtet, eine Gefährtin in die Box nebenan gestellt - er durfte laut TA nix mehr fressen *heul*, wurde aber recht bald wieder munter und suchte verzweifelt alles nach Essbarem ab. Hat mir furchtbar leid getan, und ich hab den festen Vorsatz, dass es beim nächsten Mal "ganz ohne" gehen muss - endlich. Vor der Sedierung probierten die Schmiede eh vorsichtig - vorne null Problem, hinten hat er brav gehoben und auch halten lassen - ich war aber sicher, dass er beim Beginn der Bearbeitung dann herumgezuckt wäre. Und so hatte es den Vorteil, dass endlich mal richtig und in Ruhe bearbeitet werden konnte - nicht ruckizucki, hier ein bissl was weg, dort ein bissl, bevor Pferdi den nächsten Anfall kriegt.
Schon wieder ein Monat vergangen
und ich hab das Gefühl, dass ich überhaupt nix weiterbringe. Warum eigentlich nicht? Lassen wir das Monat Revue passieren...
1) Die Hufe
Doch, ich hab was geschafft!!
Billy gibt mir Hufe! Jaaaa, tatsächlich! Und gerne auch noch, er kanns gar nicht mehr erwarten - weil er nämlich doch wieder Leckerlis dafür kriegt
Schritt für Schritt haben wir Anheben, halten lassen, ruhig halten lassen, draufklopfen, kratzen, auskratzen, belohnt, dann bin ich von der Halle auf den Putzplatz übergegangen, zuerst frei stehend, jetzt auch schon an der Wand: er gibt sie her, er hält sie still, er lässt sie auskratzen, Sohle bürsten, er lässt mich sogar mit dem Strahlfäule-Zeugs dran und selbiges in die mittlere Strahlfurche einmassieren. GAnz ohne Widerrede oder Aufregung (außer übers Leckerli).
Hinten bin ich selbst weitergekommen, insofern ich wieder sicherer hingehe, wir sind soweit, den Fuß auf Berührung mit der Hand anzuheben, beim linken funktioniert sekundenlanges Obenhalten schon, rechts nicht, und den Fuß ohne Kick wieder abzustellen. Festhalten wird hier der nächste Meilenstein.
2) Longieren
Habe ich ausgeweitet und longiere oft über STangen, die er richtig liebt. Übergänge Trab-Schritt funktionieren auf Stimme, rausschicken funktioniert jetzt auch shcon recht gut, hie und da bringen wir einen richtig runden Zirkel zusammen (über mehrere Runden gesehen).
Im Schritt entspannt sich Billy endlich richtig, es ist zwar keine Dehnungshaltung, aber wenigstens reißt er den Kopf nicht mehr hoch und drückt den Unterhals raus. Im Trab macht er es auch schon immer seltener.
Insgesamt bleibt er jetzt immer brav in der einmal gewählten Gangart (nie sehr lange, ich wechsel oft).
Trabstangen hat er - nachdem das doofe Frauli endlich mal den richtigen Abstand gefunden hat - auch kapiert und geht sehr gerne drüber.
MOmentan bin ich dabei, das Galopp-Kommando zu installieren. Da das nur auf dem unbeleuchteten Platz geht (Halle ist zu klein für Galopp), kommen wir nicht oft zum üben, aber es geht schon besser als zu Anfang.
Ich longiere übrigens noch immer mit Knotenhalfter, weil der liebe DPD meinen bestellten Kappzaum einfach jemand andern übernehmen hat lassen (den ich nicht kenne, irgendwelche Nachforschungen laufen).
3) Satteln und Aufsteigen
Ich sattle fast jedes Mal und mache einfach alles ganz normal mit der neuen Ausrüstung. Satteln ist überhaupt kein Thema, es ist ihm schnurzegal mittlerweile. ER hat auch beim Gurten nie wieder gezickt.
Beim Aufsteigen hat sich nicht sooo viel getan. Meistens bin ich alleine, und irgendwie ist es mir doch nicht ganz geheuer so mutterseelenallein.
Hüpfen kann ich nun rund um Billy wie ein karnickel, er verdreht zwar das Ohrwaschel, aber nicht aggressiv, ich glaube er wundert sich nur. Meine KOndi hat sich dadurch auch schon schön gesteigert
. Auch Steigbügelbelastung (auch hüfpenderweise) lässt ihn mittlerweile ganz kalt, und Fuß in den Steigbügel und bis auf halbe Höhe hochhüpfen auch. Aufsteighilfe kennt er jeztt auch, er wollte gleich selber draufsteigen und war nur mit Mühe davon abzuhalten *zirkuspony hab*. Als ich plötzlcih so viel größer war, war er ganz kurz skeptisch, ließ sich dann aber ohne weiteres überall betatschen. Leider ist die Aufstieghilfe (Getränkekiste) nicht hoch genug, dass ich mich einfach so über den Rücken legen könnte...
Aber gestern war ich knapp davor, mich raufzuschwingen, ich denke demnächst wird es soweit sein.
4) Spazierengehen
Ich muss gestehen, dass ich nach der Episode letztens unsicher beim Spazierengehen geworden bin. Einmal waren wir mit einer Miteinstellerin eine STunde kletternd unterwegs, total schön. Sonst mache ich - auch wegen Dunkelheit und Zeit - immer nur kleine Hausrunden; aber solang ich alleine bin, geht das "was ist wenn er wieder..." nur schwer aus meinem Kopf. Auch deshalb warte ich ungeduldig auf meinen Kappzaum!
5) Gebiss
Obwohl mir die gebisslos-Variante immer besser gefällt, versuche ich Billy hie und da zu überreden, das Gebiss ins Maul zu nehmen. ER mag es nicht besonders, und ich glaube obwohl es schon eher dünn ist, ists ihm irgendwie zu schwer und zu groß. Wenn ich es endlich mit viel Geduld geschafft habe, es ihm reinzutun, kaut er erstmal wie verrückt daran herum und versucht es wohl auszuspucken. Wenn er sieht, das geht nicht, stellt er das Maul auf tot. Ich habe versucht, ihn mit ganz zarten Gebissbewegungen zum Kauen zu bringen, nichts mehr. Das war wahrscheinlich zu früh, ich muss mehr einfach Gebiss rein und wieder raus, ohne irgendwas damit zu wollen, so wie mit dem Sattel. Ein weiteres Problem ist: sobalds mal drin ist, mag ers nicht mehr wieder hergeben
, ich hatte meine liebe Not, ihn davon zu überzeugen, dass er jetzt wieder Maul auf machen und loslassen kann.
Tja, sehr viel ist es nicht, aber kleine Schrittchen führen auch irgendwann zum Ziel
So, gestern wurde Billy mal gewogen (jaaaa, wir haben sogar ne Pferdewaage im STall - wusste ich vorher gar nicht). Na da haben wir nicht schlecht gestaunt: 565kg bei 1,55 Stock. Also von unterernährt kann man wohl nicht reden?! Dachte ich mir doch, die Schätzung des Stallbesitzers auf "höchstens 400" war doch etwas daneben.
D.h. ich kann ihm die gesamte Dosis der Wurmpaste einverleiben. Leider stellt sich heraus, dass Herr Billy offenbar genau weiß, was das weiße längliche Ding da in der Hand ist, er reißt sofort den Kopf hoch und verdreht die Augen - na toll, allein keine Chance, ich hatte gehofft, dass er es cool nimmt wie das Impfen oder so. Muss ich mir wen zweiten besorgen; bin ja auch sehr unerfahren, sowas selbst durchzuführen.
Dann hab ich wieder mal longieren geübt, nach Anregungen hier aus dem Forum (wegen reindrängeln) - es hat links gut funktioniert, er hat mehrere schöne runde Runden gedreht, auf der rechten Hand hakt es, da gefällt ihm das gar nicht, das draußen bleiben.
Dazwischen zur Abwechslung haben wir mal wieder Füßchen gehoben. Ich arbeite seit einiger Zeit wieder mit Leckerlis, und ja, die haben halt schon Wirkung. Herr Billy kann es kaum erwarten, seine Beinchen zu heben. GsD hat er sich das wilde Scharren wieder abgewöhnt (da nicht ziel-, d.h. leckerliführend *g*). Leider hab ichs noch nicht geschafft, ihm klarzumachen, dass eben der nächste Schritt heißt: Ruhig halten wenn Frauli die Sohle berührt oder auskratzt. Sofort geht wildes Rudern los (ich denke, es ist wieder der Versuch zu scharren... halt in der Luft...). Ich habe versucht, es einfach durchzuhalten, bis wieder ein ruhiger Moment ist und dann das Bein aktiv abzustellen, d.h. es wirklich grade zu ziehen und richtiggehend abzustellen und dann zu belohnen. Ich glaube aber nicht, dass er das geschnallt hat. Mir tut alles weh, ich habe einen mordsmäßigen Muskelkater im Arm *aua* und meinem Rücken bekommt das wilde hin- und hergeschleudert-Werden auch nicht grad...
Aber immerhin, kaum bücke ich mich, ist das Beinchen oben, ist doch shcon was...
Was ganz toll geklappt hat, war hinten übertreten. Mittlerweile brauche ich mich nur in Position zu begeben, halte den Stick parallel zu Billys Körper und blicke auf die Hinterhand, und er dreht sich brav übertretend im Kreis, die Vorhand bleibt schön auf der Stelle. ER hat verstanden, worum es geht.
Nur die Shculter von mir wegkriegen, das ist und bleibt ein Problem...
Gesattelt hab ich auch wieder mal, hier kommt glaub ich das nächste Problem auf uns zu. Satteln macht Billy gar nix aus, er rührt sich keinen Schritt und lässt brav satteln und gurten (aber nicht zu schnell, wie ich gestern gelernt habe, alles schön bedächtig, sonst werden wir grantig). Aber: Bei angedeutetem Aufsteigen gibt es PRobleme, ich kann nur noch nicht sagaen, welcher Natur genau... Hüpfen auf Sattellagen-Höhe gefällt ihm immer noch nicht, aer er legt immerhin nur noch die OHren an, schnappt aber nicht gleich zurück. Es ist ihm nicht geheuer, aber er gewöhnt sich dran, dass nix passiert, wenn das Frauli irr durch die Gegend hüpft. Dann belaste ich den STeigbügel mit der Hand - kein Problem... BIS zu einem Punkt, da gehts: Ohren zurück, hinbeißen...
Mir tönt das sehr nach Schmerzen bei der einseitigen Belastung? Wenn ich mich in den Sattel schupfen lasse von wem andern (also ohne Bügel aufsteige), war er seelenruhig und hat nix gezeigt. Ich finde auch sonst keine Empfindlichkeit am Rücken. Vielleicht ist es doch nur schlechte Erinnerung an früher? Auf beiden Seiten die gleiche Reaktion übrigens.
Und nach dem ersten Mal bringt jeder Versuch, nur ein bisschen Gewicht in den Bügel zu bringen (was davor nix ausgemacht hat), eben dieselbe Reaktion.
Hmmmm...
Ich werd versuchen, mal nur SAttel ohne dieses anti-Rutsch-Pad aufzulegen und dann dasselbe, vielleicht ziept das ja ordentlich - kann sein. Und natürlich mit Aufsteighilfe probieren, was sich da tut - obwohl da genauso mein Gewicht in den Bügel kommt. Sonst muss ich mich wohl als nächstes um Osteopathen o. dgl. kümmern *seufz*.
Wär ja auch zuuu einfach gewesen.
Gestern kam der Tierarzt zur Nachbesprechung des Blutbildes; wir hatten ja beim Impfen auch gleich mal Blut abgenommen um mal auszutesten, ob alles in Ordnung ist, weil Billy doch recht schwer zunimmt. Man sah bis zuletzt die Rippen doch deutlich; doch gerade in den letzten zwei Wochen hat er doch zugelegt (liegt nicht nur am sprießenden Winterfell, fühlt sich auch anders an). Egal, sicher ist sicher.
Ich war ja furchtbar nervös, dass irgendwas Grobes ist
; am Telefon traute ich mich den TA gar nicht danach fragen.
Gut, wie's aussieht ist nix Grobes. Leider hab ich den Wisch jetzt nicht mit, sonst könnte ich euch die Werte aufschreiben. Eine Infektion im Abklingen stellte er fest und schob es auf die verzögerte Wundheilung der Kastration. Sonst war noch der Harnwert leicht erhöht (Eiweiß?) und die SToffe, die eigentlich eine Überforderung der Muskulatur verraten, z.B. durch zu schnelles Antrainieren etc. Gut, da man das so gut wie ausschließen kann und der WErt nur minimal höher ist, meinte der TA, es könnte genausogut von Schlägen und Bissen auf die Muskulatur sein - eher wahrscheinlich. Ließ mir SuperSulf da zum Zufüttern (soll den Muskelstoffwechsel anregen). Und eventuell Verwurmung, aber entwurmen war ja eh schon in Vorbereitung (wurde auch erst vom SB entwurmt, allerdings entwurmt der "homöopathisch" - dass das geht, hab ich noch nie gehört, hat wer damit ERfahrung??
)
Beim zweiten Impftermin testen wir nochmal die Werte, die erhöht waren...
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Tja, und Donnerstag zeigte Billy wieder mal bisschen Temperament *autsch*. Wir gingen spazieren, das Wetter war endlich wieder schön, ich hatte Zeit bei tageslicht - perfekt. Nur eine klitzekleine Runde, weil mein freund später nachkommen wollte. Billy war von Anfang an rüpelig. Er überholte ständig, versuchte mich wegzurempeln, so dass wir uns meist in kleinen Volten vowärtsbewegten. Wir kamen wieder an seiner Lieblings-Kuhherde vorbei, und da ich nicht ausmachen konnte, ob diese Kühe eigentlich nochmal extra eingezäunt sind oder ob ich mich gerade mitten auf die Kuhweide begeben hatte, beschloss ich umzudrehen. Inzwischen hatte Herr Billy etwas Vernunft angenommen und zuckelte eigentlich recht brav hinter mir her, immer brav am Windschutzgürtel entlang.
Aber dann: Eine Lücke im Windschutzgürtel, und dort tauchte plötzlich ein Pony auf (andere Wiese jenseits des Gürtels, dort ist ein Ponyhof, dazwischen ist ein Zaun). Billy blieb stehen, starrte es an, ich versuchte mir die Aufmerksamkeit wiederzuholen, doch im gleichen Moment beschloss Herr Billy, dass dieses Pony offenbar furchtbar gefährlich war und setzte zur FLucht an *shit*. Ich versuchte noch, ihn rumzureißen, vergeblich, lief noch ein paar Schritte mit in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwie auf einen Zirkel lotsen könnte, aber keine Chance, er riss mir zuerst den Strick aus der einen, dann aus der andern Hand, ich fand mich wieder mal mit dem Gesicht im Matsch wieder und Billy galoppierte mit Strick und Knotenhalfter dem Horizont zu, ich hoffte nach Hause (war nimmer weit). Rappelte mich auf, schaute ob noch alles dran ist und stapfte Billy hinterher.
Da kam mir auch schon der SB mit ihm am Strick besorgt entgegen. Er hatte vom Stall aus hinter der Baumreihe plötzlcih was Schwarz-Weißes schneller rennen sehen, als er mir zutraute mitzuhalten
, warf sich ins Auto und fuhr die Wiese rauf - und fand Billy im Stacheldraht wieder *kreisch*.
Meine Güte, ich war völlig fertig. Doch Billy war DABEI dann wieder mal die Coolness in Person, er blieb stocksteif stehen, als er merkte da pieksts. Somit ist GsD nicht viel passiert. Zwei kleine Piekser am rechten Vorderbein, wir haben natürlich sofort gründlichst desinfiziert. Überm rechten Auge und auf der Stirn hat er ein kleines unblutiges Cut, da hat wahrscheinliche in Ast radiert. Er war schon etwas geschockt wie es schien, hat dann aber brav gefressen, ich drehte ein paar Runden mit ihm in der Halle, und danach war er wieder wie immer...
Ich hab mir durch den Ruck, den er mir gegeben hat, die Schulter leicht beleidigt und beim Fallen den Mittelfinger leicht verstaucht ... wieder mal mehr Glück als Verstand gehabt. ... und bin heilfroh, dass ich erstens seit einiger Zeit niemals nie nicht ohne Handschuhe spazieren gehe und zweitens wirklich PEINLICHST darauf achte, dass der STrick nie niemals nicht um die Hand gewickelt ist...
Ich frag mich natürlich, was ich falsch gemacht habe, ob es zu verhindern gewesen wäre. Vielleicht hätt ich gleich umdrehen sollen, nachdem er schon zu Beginn so rüpelig war. Aber selbst Billy ist ein Fluchttier, auch wenn er selbst und ich oft drauf vergessen, und wenn er beschließt zu flüchten, dann hab ich wenig Chance ihn zu halten.
Hätte ich andere Ausrüstung nehmen sollen? Ne Kette? Ist ja aber sonst nicht nötig, ich hab Spaziergänge schon in viel aufregenderen Gegenden gemacht. Demnächst doch mit Kappzaum raus?
Nicht mehr alleine rausgehen? ich glaub nicht, dass ein zweites Pferd viel Unterschied gemacht hätte - normalerweise ist Billy ja eh der Nervenstärkste von allen...
Ich hab auch ecth keine Ahnung, was an dem Pony so schrecklich war. Es kam nicht wild und plötzlich angaloppiert, sondern stapfte einfach gemütlich auf der Wiese herum. Wir sind schon oft an fremden Pferden vorbei, es interessiert Billy schon, regt ihn aber nicht auf, geschweige denn dass er flüchten würde - normalerweise hätte ich gerechnet, dass er HINgeht.
Naja, wir habens überstanden... ich hoff ich trau mich noch raus
ohne nervös zu werden....
Es schüttet seit zwei Tagen wie aus Kübeln. Mittlerweile ist die Bundesstraße, an der der STall liegt, weiter vorne wegen Überflutung gesperrt, der SB hat uns allen empfohlen, heut mal zu Hause zu bleiben. GsD wohnen die Pferdis oben am Berg.
Gestern hat es zwar auch durchgeregnet, ich aber wetterfest angezogen und außerdem *halleluja* ist das Licht in der Halle endlich repariert...
Billy wollte sich nicht gern fangen lassen (nach dem Hufschmied am Dienstag hatte ich überhaupt keine Chance, aber heut hab ich ihn wenigstens erwischt); es gab grade Heu für alle, also ließ ich ihn mal eine Weile fressen, dann gings direkt in die Halle.
Überraschenderweise war er heute richtig kooperativ und überhaupt bewegungsfreudiger als sonst - was ich darauf zurückführe, dass sie aufgrund des Wetters wohl ausnahmsweise von der Weide ausgesperrt wurden.
Wir haben abwechselnd diverse Spielchen und gemütliches Longieren gemacht. Beim Longieren war Billy richtig ausgelassen, er trabte gerne an und galoppierte sogar einmal freiwillig eine Runde (wollte eigentlich nicht galoppieren, weil die Halle dafür zu klein ist für ihn), eingeleitet von so was ähnlichem wie einem Buckler. Eine STange legte ich auch auf, da trabte er ohne Zögern drüber, wenn ich es verlangte (habe auch zwischendruch Ganze Bahn eingeschoben an der Longe bzw. den Zirkel auf und ab in der Halle "verschoben").
Dazwischen wie gesagt diverse Bodenarbeits-Spiele; wir sind dabei, das Seitwärts-Spiel zu erlernen. Billy überraschte mich mit perfektem Seitwärts-Gehen nach rechts entlang der Stange - beim letzten Mal haben wir nach vielen Bemühungen (mit Trainerin) 1,2 Schritte hingekriegt. Nach links fällts ihm deutlich schwerer, aber er ist überraschend arbeitswillig und bietet verschiedene Möglichkeiten an, mit konzentriertem Gesicht: "Was willste denn nun eigentlich?" Am Schluss scheint er zu kapieren, dass das, was rechts so gut geht, auch links möglich ist, und dann habe ich nach 1,2maliger Tendenz, sowas ähnliches wie eine SEitwärtsbewegung zu zeigen, aufgehört.
Was ich noch geübt habe, war die "Hüpf-Übung". Billy zeigt ja seit ich ihn habe seltsames Verhalten, wenn man seitlich neben ihm hochhüpft. Er wird sofort aggressiv, legt die Ohren an, beißt hin ... dasselbe geschah, als ich mal probeweise den Fuß in den Bügel stellte (auch schon ohne Gewicht). Also irgendwas muss da mal passiert sein. Lässt man sich von einer zweiten Person in den Sattel schubsen, passiert das nicht, da steht er ruhig und entspannt da...
Also gewöhne ich Herrn Billy langsam daran, dass es nichts Schlimmes ist, wenn Menschen quer durch die Halle hoppeln, und auch nicht, wenn sie nah an seinem Bauch auf und ab springen. Es ging scho recht gut, er ist skeptisch, aber nicht mehr aggressiv.
Am Putzplatz gabs eine Extra-Portion Heu für ihn, hatte der SB extra da gelassen, und während er fraß, hob ich versuchsweise die Hufe - und es ging!!
Ich hatte damit gerechnet, dass der Schmied-Besuch alles wieder ruiniert hat; als ich mit dem Hufkratzer kam, wurde er unruhig, aber nicht aggressiv, und mit viel GEduld und immer wieder Pausen bekam ich die Hufe halbwegs ausgekratzt.
Und seit heute ist Billy offiziell "Buffalo Bill 4" - ich habe endlich seinen Pass bekommen!
Diese Woche hab ich endlich meinen SAttelgurt bekommen und die Steigbügel. Außerdem hab ich noch Urlaub und so immer wieder Besuch von Leuten, die Billy noch nicht kennengelernt haben.
An einem Tag kommt meine Freundin mit, die auch reitet. Ich führe ihr ein bissl Bodenarbeit vor, sowas kennt sie nicht und ist ganz beeindruckt (was würd sie erst sagen, wenn sie ein weniger büffeliges Pferd sehen würd
). Billy zeigt sich von der braven Seite. Ich sattle auf, wachle vorher mit Pad und Sattel wild herum - ist Billy ziemlich egal. DAnn sattle ich und gurte nach und nach an - auch egal.
Weil er gar so brav ist, lasse ich mich unvernünftig von meiner Freundin raufschupfen - Billy recht uninteressiert. Auf leichtes Zupfen von oben am Knotenhalfter biegt er brav den Hals. Dann sitz ich auch schon wieder ab.
Beim nächsten Mal ein paar Tage später ist alles ganz anders: Satteln lässt sich Billy zwar wieder brav und ohne Ohrenzucken, aber als ich an der SEite stehe und probeweise leicht Gewicht auf den STeigbügel gebe und hochhüpfe, passiert wieder einmal, dass er nach hinten droht, Ohren anlegt.... das haben wir ja schon bald festgestellt - hüpft man in Höhe der Sattellage (auch ohne ihn zu Berühren, es kann also nicht nur plötzlicher Schmerz sein), geht er sofort in Verteidigung. Andrea, meine Bodenarbeitstrainerin, hat gestern daran gearbeitet und ist zum Schluss gekommen, dass er diese Bewegung doch mit Schmerz von früher in Verbindung bringt. Überhaupt ist sie mittlerweile der Meinung, dass er wohl doch schon einiges nicht so Gutes mit dem MEnschen erlebt haben muss, weil er gar so introvertiert ist...
Aber wir werdens schon hinkriegen, ich geb da nicht auf...
Tierarzt war auch da diese Woche, impfen und endlich Pferdepass beantragen - das artet bei Billy dann eben in eine Malstunde aus
. Blut haben wir auch abgenommen, weil er irgendwie nicht und nicht zunehmen will (obwohls grad in den letzten 2 Wochen besser wurde, finde ich...) und ja auch immer eher matt wirkt. Vielleicht fehlt irgendwas, mal schauen.
Und einen langen Spaziergang haben wir die Woche auch gemacht, über 1 Stunde. Es war richtig lustig, so nach ca. 1 Stunde hat man richtig gemerkt, wie Herr Billy langsam pampig wurde und fand, dass es Zeit für Fresschen war. Davor war er richtig gut gelaunt, viel neue Umgebung, ist brav und mit freundlichem Gesicht hinter mir hergetrottet - und eben ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte man richtig beobachten, wie er müde wurde, die Nüstern kräuselte, die Ohren anlegte und immer wieder herschnappte (seine neueste Lieblingsbeschäftigung...).
Ich muss gestehen, dass ich auch ziemlich fertig war, bei uns gehts ja viel bergauf und bergab... Wurde ja auch nur so lang weil ich wieder mal eine falsche Abzweigung gewählt hatte...