you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Wird wieder einmal Zeit für einen Lagebericht!
1) Hufe: Ich kann hinten auskratzen, ich kann hinten auskratzen *jubel* *herumhüpf* *tanz*.
Tatsächlich geschafft, Billy hält relativ brav still. Ich ziehe den Fuß noch nicht sooo weit nach hinten raus wie man das normalerweise wohl tun würde, aber er hebt beide Hinterbeine brav an, hält sie oben, lässt sie leicht nach hinten ziehen und v.a. kickt nicht mehr. Manchmal fängt er schon an, nach einiger Zeit das Bein hin- und herzubewegen, aber z.T. denk ich, das sind wirklich "Balance-Ruderer". Ich versuche gar nicht erst, das Bein gewaltsam festzuhalten, ich halts überhaupt nicht sehr fest sondern unterstütze quasi nur die Halte-Richtung mit der Hand. Wenn er meint, er muss es abstellen, stellt ers ab, ich nehm es wieder. Ich hab das Kommando "ab" eingeführt, wenn er bis dahin ruhig hält und dann abstellt (auf dieses Kommando hin), dann gibts ein Leckerli. Vorher wird so oft angehoben, bis er mal aufs Kommando und meine helfende hinstellende Hand wartet.
Vorne gehts weiterhin gut, hie und da gibts Rückschläge, aber dort kann ich im Normalfall die Hufe halten und auskratzen wie bei jedem andern Pferd...
2) Longieren:
Hab ja jetzt endlich auch einen Kappzaum und wollte à la Jen Kopf senken und Biegung üben. Problem: Sobald der schweeeeeere schweeeere Kappzaum drauf ist, kriegt Billy den Kopf sowieso nimmer in die Höh. Irgendwie ist es schwer, die Reaktion auf einen Impuls am Kappzaum einzuüben, wenn das Pferd die Nase sowieso schon im Sand trägt. Er mag den kappzaum auch nicht besonders gern, scheint mir...
Sonst sind wir beim Longieren nicht viel weiter gekommen, weil ich den großen Reitplatz schon länger nicht gesehen hab (komm immer im Dunkeln) und die Halle mir zu klein ist für richtiges Arbeiten. Hie und da machen wir Stangenarbeit an der Longe, das funktioniert recht gut.
3) Viel getan hat sich bei Aufsteigen und "Reiten". Aufsteigen ist Billy nun egal, mit Aufsteighilfe und ohne. Als ich das erste Mal nach mehreren Hüpfern dann endgültig rauf bin, hatte ich allerdings Angst, dass wir gleich beide hinfallen, so sehr hat er sich nachm Leckerli von oben verbogen.
Das hab ich ein paarmal gemacht, dann langsam versucht, Billy einen vorwärtstreibenden Schenkel zu erklären.
Beim ersten Mal war da null Reaktion. Bin noch nach Parellis Schema vorgegangen, weil ich mir denke, für die ersten Kommandos ist das nicht schlecht. Hier gehts so: Körperspannung erhöhen = Phase 1. War meinem Büffel natürlich herzlich wurscht. Phase 2: Schenkel dazu (mit den Beinen "umarmen" nennt Herr P. das). War dem Guten ebenso herzlich wurscht. Phase 3 ist dann, mit dem Ende des SEils SICH SELBST links und rechts um die Shcultern zu schlagen - macht ein bissle ein GEräusch und die Bewegung des Seils sollte PFerdi auch noch mitkriegen. War ebenfalls herzlich wurscht. Phase 4 ist dann, das Seil immer länger zu lassen, bis es Pferdi links und rechts ebenfalls berührt. Das war auch eine Weile wurscht, dann entschloss er sich doch zu einem Schritt. Dann natürlich sofort alles aus und loben. 3, 4 Mal hab ich das gemacht, bis sich Billy wenigstens Richtung Tor in Bewegung setzte. Billy brauchte jedes Mal bis Phase 4... Anhalten funktioniert dafür ohne Probleme
.
So, und dann, sicher 2 Wochen später erst, schwang ich mich wieder mal rauf und ------ staunte! Phase 1 - eine träge, aber doch eine Reaktion von Billy in Form einer Gewichtsverlagerung... Phase 2 - Billy setzt sich gemütlich in Bewegung!
Ich war ganz baff und glaubte selbstverständlich an einen Zufall. Wieder angehalten, nochmal: Körperspannung - Billy geht!!
Langsam schlurfend, aber er bewegt sich. Da das Nachgeben aufs Knotenhalfter nach links und rechts sehr gut funktioniert, geht auch schon so was ähnliches wie Lenken. Noch 2,3x probiert und dann sowas ähnliches wie einen Zirkel hingekriegt!!
Ich war echt völlig baff.
Soweit sind wir also mit dem "Reiten"...
4) Gebiss:
Nimmt er schon besser an. Ganz alleine nimmt er es nicht auf, aber er lässt sich schon schneller überreden. Anfangs kaut er immer noch heftig, aber das wird immer kürzer, dann lässt er es mehr oder weniger in Ruhe und spielt hie und da damit. Wir haben dann geübt, genau wie mit dem Knotenhalfter - auf leichten Impuls dem Zügel nach rechts und links nachzugeben. Da war ja letztes Mal nichts zu machen, er hatte sich total "tot" gestellt. Außer diesem einen Mal habe ich aber mit GEbiss nicht viel gemacht - auch weil mir der Gedanke, dieses Pferd gebisslos zu reiten, immer besser gefällt, weil er wirklich gut drauf reagiert.
5) Allgemeines:
Herr Pferd wächst mir langsam über den Kopf
*hilfe*. Im Sommer, oder wann war das, hatten wir 1,55 STock gemessen. Vor einer Woche hab ich wieder gemessen - 1,58 *uaaah*. Jetzt kann er aber langsam aufhören damit *leiterkaufengeh*...
Und: Gestern war bei einem andern Pferd eine Tierärztin, die sich auf Chiropraktik bei Pferden spezialisiert ist. Ich hab einer Miteinstellerin gegenüber erwähnt, dass ich es seltsam finde, dass Billy v.a. das linke Hinterbein nicht grade nach hinten rausziehen lässt, sondern es ihm lieber zu sein scheint, wenn man es leicht nach außen zieht - die meinte daraufhin, vielleicht was mit dem Ischias, diese Ärztin würde eben kommen und wäre so toll, ich könnte ja kurz fragen.
Habe ich also gemacht, die Frau Doktor war nett, hatte wenig Zeit, meinte aber, zu schauen ob irgendwas ist, das ginge sich schon aus. Habe ihr eben beschrieben, dass Billy ständig grantig ist, sich nicht gern bewegt und ich manchmal doch irgendwie vermute, dass es wo zwackt.
Also strich sie da mal entlang and den speziellen Punkten - ja was soll ich sagen, das Pferd ging fast in die Knie und hätte ihr beinahe eine geknallt, kaum dass sie ihn anfasste, an der Schulter, beim Widerrist, Ischias bestätitgte sie auch. Ja also meine insgeheimen Befürchtungen ("die miese Laune dauernd kann ja nicht normal sein") scheinen sich zu bestätigen, ich werde Billy eine Behandlung bei ihr angedeihen lassen, hoffe, dass er sie dabei nicht krankenhausreif schlägt und es ihm nachher besser geht...
Aber insgesamt kann ich auch sagen, dass er mir jetzt schon manchmal entgegen geht, wenn ich komme. Zwar nur in ERwartung eines Leckerlis, aber immerhin. Letztens hat er sogar den Heuautomaten für mich freiwillig verlassen.
Langsam aber sicher wurde unser Angstgegner, der Schmied wieder fällig. Hatte mich deshalb mal an einen anderen gewandt, der überall hochgelobt wird und von dem ich wirklich ausschließlich gutes gehört habe. Ist ein barhuf-Spezialist, beurteilt erstmal Beinstellung und Gangwerk etc, bevor er draufloswerkelt. Ist natürlich ziemlich ausgebucht, tourt aber durchs ganze Land. Tatsächlich hatte er gestern zufällig einen TErmin in der Gegend frei - allerdings ist er ein absoluter GEgner von Nasenbremse und Herumgezappel, sondern entweder Pferd problemlos oder mit TA sedieren. Ich war lange am Überlegen, ob ich das tun sollte oder nicht, aber seine Argumente - solange es nicht 100% klappt, ist es besser, Pferdi mit Sedierung völlig außer Gefecht zu sezten, sodass er keinerlei schlechtes Erlebnis mit dem Schmied verbindet - haben mich dann doch überzeugt. Da ihm auch meine Erfahrung recht gab - nach jedem Schmiedtermin konnte ich ja bisher von Null wieder neu beginnen - habe ich das gewagt.
Also TA und Schmied beide sogar pünktlich am Sonntag da gewesen, TA sediert, Billy schläft... Er kriegt große Komplimente für die Hornqualität, "so wie das ausschaut wird da nie was ausbrechen", hinten steht er völlig grad und symmetrisch da, vorne natürlich zehenweit und mit dem rechten Fuß leicht nach innen geknickt, das wird nach und nach und jedesmal ein bissl korrigiert, dann wird es keine PRobleme machen.
Sonst wundershcöne Hufe und - nein, wirklich nicht, an diesem Pferd gibt es aber nicht die geringste Spur von Strahlfäule.
Mein Pferd hat entweder ominöse Selbstheilungskräfte, oder zwei Schmiede und ein TA haben eine Fehldiagnose gestellt, oder die Haltung übern Sommer war so gut und trocken, dass es eben rausgewachsen ist. Und das *ich gestehe* hinten ohne jegliche Hufhygiene *schäm*.
Wir haben Pferdi nach vollbrachter Arbeit dann in die NOtbox verfrachtet, eine Gefährtin in die Box nebenan gestellt - er durfte laut TA nix mehr fressen *heul*, wurde aber recht bald wieder munter und suchte verzweifelt alles nach Essbarem ab. Hat mir furchtbar leid getan, und ich hab den festen Vorsatz, dass es beim nächsten Mal "ganz ohne" gehen muss - endlich. Vor der Sedierung probierten die Schmiede eh vorsichtig - vorne null Problem, hinten hat er brav gehoben und auch halten lassen - ich war aber sicher, dass er beim Beginn der Bearbeitung dann herumgezuckt wäre. Und so hatte es den Vorteil, dass endlich mal richtig und in Ruhe bearbeitet werden konnte - nicht ruckizucki, hier ein bissl was weg, dort ein bissl, bevor Pferdi den nächsten Anfall kriegt.
Schon wieder ein Monat vergangen
und ich hab das Gefühl, dass ich überhaupt nix weiterbringe. Warum eigentlich nicht? Lassen wir das Monat Revue passieren...
1) Die Hufe
Doch, ich hab was geschafft!!
Billy gibt mir Hufe! Jaaaa, tatsächlich! Und gerne auch noch, er kanns gar nicht mehr erwarten - weil er nämlich doch wieder Leckerlis dafür kriegt
Schritt für Schritt haben wir Anheben, halten lassen, ruhig halten lassen, draufklopfen, kratzen, auskratzen, belohnt, dann bin ich von der Halle auf den Putzplatz übergegangen, zuerst frei stehend, jetzt auch schon an der Wand: er gibt sie her, er hält sie still, er lässt sie auskratzen, Sohle bürsten, er lässt mich sogar mit dem Strahlfäule-Zeugs dran und selbiges in die mittlere Strahlfurche einmassieren. GAnz ohne Widerrede oder Aufregung (außer übers Leckerli).
Hinten bin ich selbst weitergekommen, insofern ich wieder sicherer hingehe, wir sind soweit, den Fuß auf Berührung mit der Hand anzuheben, beim linken funktioniert sekundenlanges Obenhalten schon, rechts nicht, und den Fuß ohne Kick wieder abzustellen. Festhalten wird hier der nächste Meilenstein.
2) Longieren
Habe ich ausgeweitet und longiere oft über STangen, die er richtig liebt. Übergänge Trab-Schritt funktionieren auf Stimme, rausschicken funktioniert jetzt auch shcon recht gut, hie und da bringen wir einen richtig runden Zirkel zusammen (über mehrere Runden gesehen).
Im Schritt entspannt sich Billy endlich richtig, es ist zwar keine Dehnungshaltung, aber wenigstens reißt er den Kopf nicht mehr hoch und drückt den Unterhals raus. Im Trab macht er es auch schon immer seltener.
Insgesamt bleibt er jetzt immer brav in der einmal gewählten Gangart (nie sehr lange, ich wechsel oft).
Trabstangen hat er - nachdem das doofe Frauli endlich mal den richtigen Abstand gefunden hat - auch kapiert und geht sehr gerne drüber.
MOmentan bin ich dabei, das Galopp-Kommando zu installieren. Da das nur auf dem unbeleuchteten Platz geht (Halle ist zu klein für Galopp), kommen wir nicht oft zum üben, aber es geht schon besser als zu Anfang.
Ich longiere übrigens noch immer mit Knotenhalfter, weil der liebe DPD meinen bestellten Kappzaum einfach jemand andern übernehmen hat lassen (den ich nicht kenne, irgendwelche Nachforschungen laufen).
3) Satteln und Aufsteigen
Ich sattle fast jedes Mal und mache einfach alles ganz normal mit der neuen Ausrüstung. Satteln ist überhaupt kein Thema, es ist ihm schnurzegal mittlerweile. ER hat auch beim Gurten nie wieder gezickt.
Beim Aufsteigen hat sich nicht sooo viel getan. Meistens bin ich alleine, und irgendwie ist es mir doch nicht ganz geheuer so mutterseelenallein.
Hüpfen kann ich nun rund um Billy wie ein karnickel, er verdreht zwar das Ohrwaschel, aber nicht aggressiv, ich glaube er wundert sich nur. Meine KOndi hat sich dadurch auch schon schön gesteigert
. Auch Steigbügelbelastung (auch hüfpenderweise) lässt ihn mittlerweile ganz kalt, und Fuß in den Steigbügel und bis auf halbe Höhe hochhüpfen auch. Aufsteighilfe kennt er jeztt auch, er wollte gleich selber draufsteigen und war nur mit Mühe davon abzuhalten *zirkuspony hab*. Als ich plötzlcih so viel größer war, war er ganz kurz skeptisch, ließ sich dann aber ohne weiteres überall betatschen. Leider ist die Aufstieghilfe (Getränkekiste) nicht hoch genug, dass ich mich einfach so über den Rücken legen könnte...
Aber gestern war ich knapp davor, mich raufzuschwingen, ich denke demnächst wird es soweit sein.
4) Spazierengehen
Ich muss gestehen, dass ich nach der Episode letztens unsicher beim Spazierengehen geworden bin. Einmal waren wir mit einer Miteinstellerin eine STunde kletternd unterwegs, total schön. Sonst mache ich - auch wegen Dunkelheit und Zeit - immer nur kleine Hausrunden; aber solang ich alleine bin, geht das "was ist wenn er wieder..." nur schwer aus meinem Kopf. Auch deshalb warte ich ungeduldig auf meinen Kappzaum!
5) Gebiss
Obwohl mir die gebisslos-Variante immer besser gefällt, versuche ich Billy hie und da zu überreden, das Gebiss ins Maul zu nehmen. ER mag es nicht besonders, und ich glaube obwohl es schon eher dünn ist, ists ihm irgendwie zu schwer und zu groß. Wenn ich es endlich mit viel Geduld geschafft habe, es ihm reinzutun, kaut er erstmal wie verrückt daran herum und versucht es wohl auszuspucken. Wenn er sieht, das geht nicht, stellt er das Maul auf tot. Ich habe versucht, ihn mit ganz zarten Gebissbewegungen zum Kauen zu bringen, nichts mehr. Das war wahrscheinlich zu früh, ich muss mehr einfach Gebiss rein und wieder raus, ohne irgendwas damit zu wollen, so wie mit dem Sattel. Ein weiteres Problem ist: sobalds mal drin ist, mag ers nicht mehr wieder hergeben
, ich hatte meine liebe Not, ihn davon zu überzeugen, dass er jetzt wieder Maul auf machen und loslassen kann.
Tja, sehr viel ist es nicht, aber kleine Schrittchen führen auch irgendwann zum Ziel
So, gestern wurde Billy mal gewogen (jaaaa, wir haben sogar ne Pferdewaage im STall - wusste ich vorher gar nicht). Na da haben wir nicht schlecht gestaunt: 565kg bei 1,55 Stock. Also von unterernährt kann man wohl nicht reden?! Dachte ich mir doch, die Schätzung des Stallbesitzers auf "höchstens 400" war doch etwas daneben.
D.h. ich kann ihm die gesamte Dosis der Wurmpaste einverleiben. Leider stellt sich heraus, dass Herr Billy offenbar genau weiß, was das weiße längliche Ding da in der Hand ist, er reißt sofort den Kopf hoch und verdreht die Augen - na toll, allein keine Chance, ich hatte gehofft, dass er es cool nimmt wie das Impfen oder so. Muss ich mir wen zweiten besorgen; bin ja auch sehr unerfahren, sowas selbst durchzuführen.
Dann hab ich wieder mal longieren geübt, nach Anregungen hier aus dem Forum (wegen reindrängeln) - es hat links gut funktioniert, er hat mehrere schöne runde Runden gedreht, auf der rechten Hand hakt es, da gefällt ihm das gar nicht, das draußen bleiben.
Dazwischen zur Abwechslung haben wir mal wieder Füßchen gehoben. Ich arbeite seit einiger Zeit wieder mit Leckerlis, und ja, die haben halt schon Wirkung. Herr Billy kann es kaum erwarten, seine Beinchen zu heben. GsD hat er sich das wilde Scharren wieder abgewöhnt (da nicht ziel-, d.h. leckerliführend *g*). Leider hab ichs noch nicht geschafft, ihm klarzumachen, dass eben der nächste Schritt heißt: Ruhig halten wenn Frauli die Sohle berührt oder auskratzt. Sofort geht wildes Rudern los (ich denke, es ist wieder der Versuch zu scharren... halt in der Luft...). Ich habe versucht, es einfach durchzuhalten, bis wieder ein ruhiger Moment ist und dann das Bein aktiv abzustellen, d.h. es wirklich grade zu ziehen und richtiggehend abzustellen und dann zu belohnen. Ich glaube aber nicht, dass er das geschnallt hat. Mir tut alles weh, ich habe einen mordsmäßigen Muskelkater im Arm *aua* und meinem Rücken bekommt das wilde hin- und hergeschleudert-Werden auch nicht grad...
Aber immerhin, kaum bücke ich mich, ist das Beinchen oben, ist doch shcon was...
Was ganz toll geklappt hat, war hinten übertreten. Mittlerweile brauche ich mich nur in Position zu begeben, halte den Stick parallel zu Billys Körper und blicke auf die Hinterhand, und er dreht sich brav übertretend im Kreis, die Vorhand bleibt schön auf der Stelle. ER hat verstanden, worum es geht.
Nur die Shculter von mir wegkriegen, das ist und bleibt ein Problem...
Gesattelt hab ich auch wieder mal, hier kommt glaub ich das nächste Problem auf uns zu. Satteln macht Billy gar nix aus, er rührt sich keinen Schritt und lässt brav satteln und gurten (aber nicht zu schnell, wie ich gestern gelernt habe, alles schön bedächtig, sonst werden wir grantig). Aber: Bei angedeutetem Aufsteigen gibt es PRobleme, ich kann nur noch nicht sagaen, welcher Natur genau... Hüpfen auf Sattellagen-Höhe gefällt ihm immer noch nicht, aer er legt immerhin nur noch die OHren an, schnappt aber nicht gleich zurück. Es ist ihm nicht geheuer, aber er gewöhnt sich dran, dass nix passiert, wenn das Frauli irr durch die Gegend hüpft. Dann belaste ich den STeigbügel mit der Hand - kein Problem... BIS zu einem Punkt, da gehts: Ohren zurück, hinbeißen...
Mir tönt das sehr nach Schmerzen bei der einseitigen Belastung? Wenn ich mich in den Sattel schupfen lasse von wem andern (also ohne Bügel aufsteige), war er seelenruhig und hat nix gezeigt. Ich finde auch sonst keine Empfindlichkeit am Rücken. Vielleicht ist es doch nur schlechte Erinnerung an früher? Auf beiden Seiten die gleiche Reaktion übrigens.
Und nach dem ersten Mal bringt jeder Versuch, nur ein bisschen Gewicht in den Bügel zu bringen (was davor nix ausgemacht hat), eben dieselbe Reaktion.
Hmmmm...
Ich werd versuchen, mal nur SAttel ohne dieses anti-Rutsch-Pad aufzulegen und dann dasselbe, vielleicht ziept das ja ordentlich - kann sein. Und natürlich mit Aufsteighilfe probieren, was sich da tut - obwohl da genauso mein Gewicht in den Bügel kommt. Sonst muss ich mich wohl als nächstes um Osteopathen o. dgl. kümmern *seufz*.
Wär ja auch zuuu einfach gewesen.
Gestern kam der Tierarzt zur Nachbesprechung des Blutbildes; wir hatten ja beim Impfen auch gleich mal Blut abgenommen um mal auszutesten, ob alles in Ordnung ist, weil Billy doch recht schwer zunimmt. Man sah bis zuletzt die Rippen doch deutlich; doch gerade in den letzten zwei Wochen hat er doch zugelegt (liegt nicht nur am sprießenden Winterfell, fühlt sich auch anders an). Egal, sicher ist sicher.
Ich war ja furchtbar nervös, dass irgendwas Grobes ist
; am Telefon traute ich mich den TA gar nicht danach fragen.
Gut, wie's aussieht ist nix Grobes. Leider hab ich den Wisch jetzt nicht mit, sonst könnte ich euch die Werte aufschreiben. Eine Infektion im Abklingen stellte er fest und schob es auf die verzögerte Wundheilung der Kastration. Sonst war noch der Harnwert leicht erhöht (Eiweiß?) und die SToffe, die eigentlich eine Überforderung der Muskulatur verraten, z.B. durch zu schnelles Antrainieren etc. Gut, da man das so gut wie ausschließen kann und der WErt nur minimal höher ist, meinte der TA, es könnte genausogut von Schlägen und Bissen auf die Muskulatur sein - eher wahrscheinlich. Ließ mir SuperSulf da zum Zufüttern (soll den Muskelstoffwechsel anregen). Und eventuell Verwurmung, aber entwurmen war ja eh schon in Vorbereitung (wurde auch erst vom SB entwurmt, allerdings entwurmt der "homöopathisch" - dass das geht, hab ich noch nie gehört, hat wer damit ERfahrung??
)
Beim zweiten Impftermin testen wir nochmal die Werte, die erhöht waren...
----------
Tja, und Donnerstag zeigte Billy wieder mal bisschen Temperament *autsch*. Wir gingen spazieren, das Wetter war endlich wieder schön, ich hatte Zeit bei tageslicht - perfekt. Nur eine klitzekleine Runde, weil mein freund später nachkommen wollte. Billy war von Anfang an rüpelig. Er überholte ständig, versuchte mich wegzurempeln, so dass wir uns meist in kleinen Volten vowärtsbewegten. Wir kamen wieder an seiner Lieblings-Kuhherde vorbei, und da ich nicht ausmachen konnte, ob diese Kühe eigentlich nochmal extra eingezäunt sind oder ob ich mich gerade mitten auf die Kuhweide begeben hatte, beschloss ich umzudrehen. Inzwischen hatte Herr Billy etwas Vernunft angenommen und zuckelte eigentlich recht brav hinter mir her, immer brav am Windschutzgürtel entlang.
Aber dann: Eine Lücke im Windschutzgürtel, und dort tauchte plötzlich ein Pony auf (andere Wiese jenseits des Gürtels, dort ist ein Ponyhof, dazwischen ist ein Zaun). Billy blieb stehen, starrte es an, ich versuchte mir die Aufmerksamkeit wiederzuholen, doch im gleichen Moment beschloss Herr Billy, dass dieses Pony offenbar furchtbar gefährlich war und setzte zur FLucht an *shit*. Ich versuchte noch, ihn rumzureißen, vergeblich, lief noch ein paar Schritte mit in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwie auf einen Zirkel lotsen könnte, aber keine Chance, er riss mir zuerst den Strick aus der einen, dann aus der andern Hand, ich fand mich wieder mal mit dem Gesicht im Matsch wieder und Billy galoppierte mit Strick und Knotenhalfter dem Horizont zu, ich hoffte nach Hause (war nimmer weit). Rappelte mich auf, schaute ob noch alles dran ist und stapfte Billy hinterher.
Da kam mir auch schon der SB mit ihm am Strick besorgt entgegen. Er hatte vom Stall aus hinter der Baumreihe plötzlcih was Schwarz-Weißes schneller rennen sehen, als er mir zutraute mitzuhalten
, warf sich ins Auto und fuhr die Wiese rauf - und fand Billy im Stacheldraht wieder *kreisch*.
Meine Güte, ich war völlig fertig. Doch Billy war DABEI dann wieder mal die Coolness in Person, er blieb stocksteif stehen, als er merkte da pieksts. Somit ist GsD nicht viel passiert. Zwei kleine Piekser am rechten Vorderbein, wir haben natürlich sofort gründlichst desinfiziert. Überm rechten Auge und auf der Stirn hat er ein kleines unblutiges Cut, da hat wahrscheinliche in Ast radiert. Er war schon etwas geschockt wie es schien, hat dann aber brav gefressen, ich drehte ein paar Runden mit ihm in der Halle, und danach war er wieder wie immer...
Ich hab mir durch den Ruck, den er mir gegeben hat, die Schulter leicht beleidigt und beim Fallen den Mittelfinger leicht verstaucht ... wieder mal mehr Glück als Verstand gehabt. ... und bin heilfroh, dass ich erstens seit einiger Zeit niemals nie nicht ohne Handschuhe spazieren gehe und zweitens wirklich PEINLICHST darauf achte, dass der STrick nie niemals nicht um die Hand gewickelt ist...
Ich frag mich natürlich, was ich falsch gemacht habe, ob es zu verhindern gewesen wäre. Vielleicht hätt ich gleich umdrehen sollen, nachdem er schon zu Beginn so rüpelig war. Aber selbst Billy ist ein Fluchttier, auch wenn er selbst und ich oft drauf vergessen, und wenn er beschließt zu flüchten, dann hab ich wenig Chance ihn zu halten.
Hätte ich andere Ausrüstung nehmen sollen? Ne Kette? Ist ja aber sonst nicht nötig, ich hab Spaziergänge schon in viel aufregenderen Gegenden gemacht. Demnächst doch mit Kappzaum raus?
Nicht mehr alleine rausgehen? ich glaub nicht, dass ein zweites Pferd viel Unterschied gemacht hätte - normalerweise ist Billy ja eh der Nervenstärkste von allen...
Ich hab auch ecth keine Ahnung, was an dem Pony so schrecklich war. Es kam nicht wild und plötzlich angaloppiert, sondern stapfte einfach gemütlich auf der Wiese herum. Wir sind schon oft an fremden Pferden vorbei, es interessiert Billy schon, regt ihn aber nicht auf, geschweige denn dass er flüchten würde - normalerweise hätte ich gerechnet, dass er HINgeht.
Naja, wir habens überstanden... ich hoff ich trau mich noch raus
ohne nervös zu werden....
Es schüttet seit zwei Tagen wie aus Kübeln. Mittlerweile ist die Bundesstraße, an der der STall liegt, weiter vorne wegen Überflutung gesperrt, der SB hat uns allen empfohlen, heut mal zu Hause zu bleiben. GsD wohnen die Pferdis oben am Berg.
Gestern hat es zwar auch durchgeregnet, ich aber wetterfest angezogen und außerdem *halleluja* ist das Licht in der Halle endlich repariert...
Billy wollte sich nicht gern fangen lassen (nach dem Hufschmied am Dienstag hatte ich überhaupt keine Chance, aber heut hab ich ihn wenigstens erwischt); es gab grade Heu für alle, also ließ ich ihn mal eine Weile fressen, dann gings direkt in die Halle.
Überraschenderweise war er heute richtig kooperativ und überhaupt bewegungsfreudiger als sonst - was ich darauf zurückführe, dass sie aufgrund des Wetters wohl ausnahmsweise von der Weide ausgesperrt wurden.
Wir haben abwechselnd diverse Spielchen und gemütliches Longieren gemacht. Beim Longieren war Billy richtig ausgelassen, er trabte gerne an und galoppierte sogar einmal freiwillig eine Runde (wollte eigentlich nicht galoppieren, weil die Halle dafür zu klein ist für ihn), eingeleitet von so was ähnlichem wie einem Buckler. Eine STange legte ich auch auf, da trabte er ohne Zögern drüber, wenn ich es verlangte (habe auch zwischendruch Ganze Bahn eingeschoben an der Longe bzw. den Zirkel auf und ab in der Halle "verschoben").
Dazwischen wie gesagt diverse Bodenarbeits-Spiele; wir sind dabei, das Seitwärts-Spiel zu erlernen. Billy überraschte mich mit perfektem Seitwärts-Gehen nach rechts entlang der Stange - beim letzten Mal haben wir nach vielen Bemühungen (mit Trainerin) 1,2 Schritte hingekriegt. Nach links fällts ihm deutlich schwerer, aber er ist überraschend arbeitswillig und bietet verschiedene Möglichkeiten an, mit konzentriertem Gesicht: "Was willste denn nun eigentlich?" Am Schluss scheint er zu kapieren, dass das, was rechts so gut geht, auch links möglich ist, und dann habe ich nach 1,2maliger Tendenz, sowas ähnliches wie eine SEitwärtsbewegung zu zeigen, aufgehört.
Was ich noch geübt habe, war die "Hüpf-Übung". Billy zeigt ja seit ich ihn habe seltsames Verhalten, wenn man seitlich neben ihm hochhüpft. Er wird sofort aggressiv, legt die Ohren an, beißt hin ... dasselbe geschah, als ich mal probeweise den Fuß in den Bügel stellte (auch schon ohne Gewicht). Also irgendwas muss da mal passiert sein. Lässt man sich von einer zweiten Person in den Sattel schubsen, passiert das nicht, da steht er ruhig und entspannt da...
Also gewöhne ich Herrn Billy langsam daran, dass es nichts Schlimmes ist, wenn Menschen quer durch die Halle hoppeln, und auch nicht, wenn sie nah an seinem Bauch auf und ab springen. Es ging scho recht gut, er ist skeptisch, aber nicht mehr aggressiv.
Am Putzplatz gabs eine Extra-Portion Heu für ihn, hatte der SB extra da gelassen, und während er fraß, hob ich versuchsweise die Hufe - und es ging!!
Ich hatte damit gerechnet, dass der Schmied-Besuch alles wieder ruiniert hat; als ich mit dem Hufkratzer kam, wurde er unruhig, aber nicht aggressiv, und mit viel GEduld und immer wieder Pausen bekam ich die Hufe halbwegs ausgekratzt.
Und seit heute ist Billy offiziell "Buffalo Bill 4" - ich habe endlich seinen Pass bekommen!
Diese Woche hab ich endlich meinen SAttelgurt bekommen und die Steigbügel. Außerdem hab ich noch Urlaub und so immer wieder Besuch von Leuten, die Billy noch nicht kennengelernt haben.
An einem Tag kommt meine Freundin mit, die auch reitet. Ich führe ihr ein bissl Bodenarbeit vor, sowas kennt sie nicht und ist ganz beeindruckt (was würd sie erst sagen, wenn sie ein weniger büffeliges Pferd sehen würd
). Billy zeigt sich von der braven Seite. Ich sattle auf, wachle vorher mit Pad und Sattel wild herum - ist Billy ziemlich egal. DAnn sattle ich und gurte nach und nach an - auch egal.
Weil er gar so brav ist, lasse ich mich unvernünftig von meiner Freundin raufschupfen - Billy recht uninteressiert. Auf leichtes Zupfen von oben am Knotenhalfter biegt er brav den Hals. Dann sitz ich auch schon wieder ab.
Beim nächsten Mal ein paar Tage später ist alles ganz anders: Satteln lässt sich Billy zwar wieder brav und ohne Ohrenzucken, aber als ich an der SEite stehe und probeweise leicht Gewicht auf den STeigbügel gebe und hochhüpfe, passiert wieder einmal, dass er nach hinten droht, Ohren anlegt.... das haben wir ja schon bald festgestellt - hüpft man in Höhe der Sattellage (auch ohne ihn zu Berühren, es kann also nicht nur plötzlicher Schmerz sein), geht er sofort in Verteidigung. Andrea, meine Bodenarbeitstrainerin, hat gestern daran gearbeitet und ist zum Schluss gekommen, dass er diese Bewegung doch mit Schmerz von früher in Verbindung bringt. Überhaupt ist sie mittlerweile der Meinung, dass er wohl doch schon einiges nicht so Gutes mit dem MEnschen erlebt haben muss, weil er gar so introvertiert ist...
Aber wir werdens schon hinkriegen, ich geb da nicht auf...
Tierarzt war auch da diese Woche, impfen und endlich Pferdepass beantragen - das artet bei Billy dann eben in eine Malstunde aus
. Blut haben wir auch abgenommen, weil er irgendwie nicht und nicht zunehmen will (obwohls grad in den letzten 2 Wochen besser wurde, finde ich...) und ja auch immer eher matt wirkt. Vielleicht fehlt irgendwas, mal schauen.
Und einen langen Spaziergang haben wir die Woche auch gemacht, über 1 Stunde. Es war richtig lustig, so nach ca. 1 Stunde hat man richtig gemerkt, wie Herr Billy langsam pampig wurde und fand, dass es Zeit für Fresschen war. Davor war er richtig gut gelaunt, viel neue Umgebung, ist brav und mit freundlichem Gesicht hinter mir hergetrottet - und eben ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte man richtig beobachten, wie er müde wurde, die Nüstern kräuselte, die Ohren anlegte und immer wieder herschnappte (seine neueste Lieblingsbeschäftigung...).
Ich muss gestehen, dass ich auch ziemlich fertig war, bei uns gehts ja viel bergauf und bergab... Wurde ja auch nur so lang weil ich wieder mal eine falsche Abzweigung gewählt hatte...
Unglaublich: ich konnte heute Billys beide Vorderhufe aufheben und auskratzen.
Einfach so
AM PUTZPLATZ!!
Normalerweise geht dort eher nix, die Wand ist in der NÄhe, wie dafür gemacht, das lästige Menschlein am Bein daran einzuquetschen. Aber diesmal: nix. Fuß gefordert, Billy hebt ihn als wäre nie was gewesen. Ich fange an auszukratzen, da äußert er leichten Unmut indem er leicht herumrudert, aber leicht zu halten, also keine ernsthafte Gegenwehr.
Ich war völlig baff.
Dann habe ich heut die Gelegenheit ergriffen und bin mit einer Miteinstellerin mitgegangen, die einen Schrittausritt machte. Billy an der Hand. Hui, war das aufregend, und Billy bewies wieder einmal, dass seine Nerven aus Stahl sind.
Wir haben überstanden: Den Traktor, der auf der Wiese gerade Heu wendet. Eine Bundesstraßenüberquerung. Auf der engen Straße kommt uns dann ein Riesenlastwagen entgegen (Miteinstellerin ganz baff, sowas wäre ihr da noch nie begegnet). Er fährt so knapp vorbei, dass ich ihn mit der Hand berühren könnte. Rechts von uns ein Abgrund. Billy schaut zwar aufgeregt, aber macht keinen Schritt. Im WAld kommt uns dann mit lautem Getöse ein Quad entgegen. Fährt ebenfalls so nah vorbei, dass wir es berühren könnten. Das andere PFerd macht einen Hupfer, Billy steht und schaut. Danach wieder eine Kuhherde. Ein Bahnübergang mit Holzplanken. Billy schnofelt einmal und spaziert ruhig hinüber. MIteinstellerin höchst erstaunt. Wieder Bahnübergang, diesmal zuerst Metall und dann Holzplanken. Billy überlegt nicht mal. Nochmal Querung der Bundesstraße. Kein Problem. Dann: Bachüberquerung. Mit Wasser, das NICHT aus einem Schlauch kommt, hats Billy ja nicht so. Aber das andere Pferd, das schon am andern Ufer ist, ist wohl ausschlaggebend - Billy fasst einen Entschluss (sieht man richtig) und trabt durchs Wasser (ca. 5 cm tief *gg* - eine kleine Pfütze an dieser Stelle). Auf der andern Seite die Böschung nimmt er ohne Zögern, ich lasse ihm das Seil lang, schicke ihn voraus hinauf und klettere dann nach.
Ganz schön ins Schwitzen gekommen (nur ich, Billy nicht), wir waren ca. 1 Stunde unterwegs, viel auf und ab.
Ich schreib nimmer so oft ... wir haben ja eh oft ein ähnliches Programm, zwar immer schön im Wechsel, aber mit mehr ABstand sehe ich selbst besser, was für Fortschritte wir machen.
Durch die viele Bodenarbeit ist Billy schon wieder wesentlich weniger frech geworden und testet im Moment weniger. Wir können jetzt schon ganze Vorhandwendungen mit nur ganz geringem Druck, tw. nur Hinsehen auf den Popo von Herrn Billy, Schulter von mir weg weichen lassen geht schwieriger, aber doch auch. Auf leichten Druck weicht Billy rückwärts (auch in Alltagssituationen), er bleibt stehen, während ich mich am 4-m-Seil wegbewege und Tore öffne oder schließe, bis ich ihn auffordere, herzukommen. Wegschicken auf den Zirkel funktioniert links sehr gut, rechts z.T. etwas zäh, aber doch auch. Am Zirkel geht Billy jetzt oft schon sehr entspannt, im Schritt eigentlich immer, im Trab immer öfter, an der leicht durchhängenden Longe. Heute hat er im Schritt für Sekundenbruchteile so was wie eine Dehnhaltung eingenommen
. Er hält auf Kommando (meist
) an, hört auf Trab- und Schrittkommando. Letztens sind wir über ein Cavaletti getrabt, niedrigste STufe, aber doch. Cavaletti auf höchster Stufe kann ich ihn auch drüberschicken, da springt er meistens. Aus dem Halten schaffen wir auch einen schönen Handwechsel.
Die Füße hebt Billy nach dem letzten verunglückten Behandlungsversuch langsam wieder, ich konnte heute auskratzen. Hinten bin ich wieder soweit, dass ich mich relativ entspannt in die GEfahrenzone wage (übe zur Zeit mit dem STock + Handschuh-Trick).
Unsere Spaziergänge hab ich jetzt in meinem Urlaub ausgedehnt, heute wars wunderschön und lustig: Wir waren alleine unterwegs, Billy war für seine Verhältnisse ziemlcih aufgedreht, weil wir eine STrecke gingen, die er alleine noch nicht gegangen ist.
Und dann passierts: Kopf ruckt in die Höh, Augen weit aufgerissen, Nüstern beben. Ich seh nix, bin zu klein, ein Hügel ist im Weg. Wir gehen weiter, Billy präsentiert sich, sieht sich dauernd um. Dann sehe ichs auch: Eine Kuhherde! SCHWARZ-WEISSE Kühe! Ein ganzer ganzer Haufen! Billy glaubt offenbar ARtgenossen vor sich zu haben. Er präsentiert sich als Möchtegern-Hengst, rollt mit den Augen, wiehert den Kühen zu. Die glotzen nur. Eine muht.
Die STraße führt in Serpentinen ins Tal, und überall um uns herum sind diese schwarzweißen Kühe, Billy kriegt sich gar nicht mehr ein
vor lauter Schauen. Den Kühen ist dieses Gebaren nicht ganz geheuer, und die ganze Kuhherde galoppiert davon.
Uh-oh, denk ich, bloß cool bleiben. Billy ist ziemlich enttäuscht von dieser Intoleranz seiner Schwarz-Weiß-Kollegen, und wir drehen um.
Weil da ein schöner Wiesenweg ist, probiere ich mal, mit ihm an der Hand zu joggen, und BILLY TRABT! Er trabt an der Hand, das SEil hängt gerade locker durch, er hält Abstand zur Seite und trabt entspannt mein gemächliches Tempo, sicher ein paar hundert Meter weit. Schööön ist das. Es geht leicht bergauf, und wir sind bald beide außer Puste (ich mehr als er), also genug. Wir trabten dann noch 1,2 kurze Strecken.
Das war einfach nur traumhaft. Zur Belohnung gabs dann noch ausgiebiges Grasen (funktioniert übrigens schon recht gut - nur auf Befehl
.
Schon wieder so viele Hochs und Tiefs *seufz*.
Montag waren wir spazieren, das war wirklich ganz ganz toll. Ich hab ein perfektes Spaziergeh-Pferd. Er bleibt brav hinter mir, überholt nicht, geht langsamer oder schneller, wie ich es vormache. Hie und da wechselt er ungefragt die Seite, wenn er auf der andern was interessantes sieht, geht aber wieder zurück, ohne Ohrenanlegen und Drohen, wenn ich leicht mit dem Strick oder Stick wackle.
Ganz mutig haben wir sogar auf meine Aufforderung hin eine Pfütze untersucht
Und gutes Koordinationstraining ist das auch, weil auf der STrecke ziemlich viele Äste herumlagen - Stangentreten einmal anders.
Und natürlcih die Kondi nicht zu vergessen, tw. gehts ganz schön steil bergauf *hechel* - die einzige Situation, in der er gern überholt, allerdings weil Frauli schon so schnauft und er Schwung holt. Auf Aufforderung bleibt er trotzdem zurück.
Dienstag: Katastrophentag. Wir hatten uns vorgenommen, endlich mal zu sedieren mit SEdalin in Absprache mit dem TA, um die Hufe zu behandeln. Gut, Sedalin rein, warten, irgendwann scheint Billy zu dösen. REaktionen getestet - nix mehr viel, das Pferd döst. OK, hinten zuerst, mein SB greift beherzt zum Bein, hebts hoch, Billy macht ein halbes Auge auf, dann beide, fängt an ganz leicht zu zappeln.. ich denk mir noch ohoh, ob das wohl ruhig genug ist für das Strahlfäule-Zeugs? Und dann gehts schon kawumm, und mein armer SB fliegt in hohem Bogen durch die Luft - GsD aus eigener Kraft, Billy hat ihn nur gestreift.
Das Pferd ist wieder munter als wär nix gewesen. Aha. TA angerufen. Der meint er kommt noch. ok. TA kommt nach langer Wartezeit, sediert richtig. Billy schon richtig knapp vorm Umfallen, und noch immer kann der auskicken, wenn man ein Bein haben will!! TA also noch die Nasenbremse dazugeholt, Billy jetzt völlig außer GEfecht, und endlich kann man behandeln... TA leert sich, damit es nicht so fad ist, noch schnell das Jodoformether übern Arm...
Mannomann, ich steh nur daneben völlig fertig...
TA sagt, vorn ist die Strahlfäule schlimmer als hinten. Schmied hat genau das GEgenteil gesagt, na toll. Aber vorn hab ich ja wenigstens halbwegs Chancen, das hinzukriegen, nur hinten??
Ziemliche Verzweiflung macht sich breit...
Mittwoch gibt Billy erwartungsgemäß kein Füßchen mehr her, um nix in der Welt verlagert er auch nur sein Gewicht. Na toll, das ging doch schon wieder so gut - wieder alle kaputt gemacht
(.
Naja, dafür nochmal meinen Sattel mit einem andern Pad getestet, das der Sattler geschickt hat. Billy schreckt einen Moment vorm Sattel zurück und beäugt ihn skeptisch, als hätt er sowas noch nie gesehen, dann steht er aber gaaanz ganz still und lässt satteln, gurten, ganz entspannt.
Wir machen mit Sattel noch ein bissl Bodenarbeit, damit er sich damit ein bissl bewegt, dann wirds schon dunkel und regnet, also hör ich auf.
Donnerstag hab ich wieder NH-Stunde. Billy benimmt sich vorbildlich. Er schlägt nicht, beißt nicht und rempelt beachtenswert selten herum. Wir üben an der Hand im Schritt langsame Volten, damit Billy sich biegt. Links geht das besser als rechts, da mag Billy lieber nicht auf die Volte, wenns nicht sein muss... Muss aber *g*.
Dann noch ein bissl vorwärts und rückwärts über eine Stange - das haben wir ja schon geübt und geht super gut.
Dann noch mit dem Gymnastikball spielen - ich soll Billy dazu kriegen, ihn mit dem Bein zu berühren. Schaffen wir dann auch!
Jetzt bin ich mal eine halbe Woche weg in Urlaub, und Billy ebenso. Dann hab ich noch zwei Wochen frei und 24/7 Zeit, mich dem Hufproblem zu widmen *pläneschmied*
Was gibts von dieser Woche zu berichten...
Ach ja! Erstens: Mein Pferdi hat doch einen Fluchtinstinkt
Damit habe ich ja schon gar nicht mehr gerechnet! Ich freue mich ja auch richtig drüber, dass ihn mal was aus der Fassung bringt, wenn es nicht dazu geführt hätte, dass er mich übern Haufen rennt
. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er kaum eine andere Möglichkeit hatte, so wie ich dastand
. Das kam so: Wir übten grad freudigst das Hinterteil-Weichen auf dem Viereck und standen gerade beide mit dem Rücken Richtung Weide, ich in etwa bei seiner Schulter. Da kam in vollem Karacho eine Gruppe Pferde auf der Weide angaloppiert von hinten. Billy explodierte regelrecht und machte ein paar GAloppsprünge aus dem Stand von mir weg, durch seinen Schwung fand ich mich allerdings, bevor ich noch wusste warum wieso, mit dem Gesicht im Sand wieder (davor machte allerdings mein Steißbein noch kräftig Bekanntschaft mit dem Boden *aua*) und sah nur noch Schwarz und Weiß an mir vorbeiflitzen.
Billy blieb nach den 2,3 Galoppsprüngen ruhig stehen, wo er war, und ließ sich von Freunden einfangen (Gott sei Dank, bei uns wird nämlich der STall erweitert, und deshalb ist im Moment das Viereck nicht ganz verschließbar), während ich mich aufrappelte, den Sand ausspuckte und probierte, ob noch alle Gliedmaßen ihren Dienst verrichten. Gott sei Dank nix weiter passiert, wie gesagt mein Hintern tat ordentlich weh, und am Oberschenkel hab ich einen riesigen mittlerweile schwarzen Fleck,...
Und mein Pferd ist doch auch ein Fluchttier!
Am Freitag hatte ich endlich !! wieder eine Trainerstunde, die nicht abgesagt wurde.
Ich denk ich hab hier viel gelernt. V.a. mich wirklich durchzusetzen. Die Trainerin arbeitete zuerst selbst kurz mit Billy zum Vorzeigen; und ich muss schon sagen, teilweise siehts brutal aus
. Aber Billy rüttelt halt wirklich dauernd am Watschenbaum, wie man so schön sagt.
Mit ihrer Hilfe schaffte ich dann auch halbwegs, ihn auf den Zirkel rauszuschicken, die Schulter weichen zu lassen und beim Führen endlich mal die Nase zu lassen, wo sie hingehört.
Am Sonntag hab ich mich dann wieder mal intensiv den Hufen gewidmet und kann da schönen Erfolg vermelden, er lässt mich wieder auskratzen. Wirklich mit Engelsgeduld hab ich mich immer weiter vorgetastet: Nur aufheben, dann länger halten, dann das aufgehobene Bein abklopfen, etwas herumbewegen, schließlich mit dem Hufkratzer nähern und dann eine Furche nach der andern auskratzen. Dazwischen immer wieder niedergestellt und überschwenglich gelobt und in Ruhe gelassen. Für Protestaktionen wie der Versuch, mir trotz hochgehobenem Vorderbein den Hintern zuzudrehen (wären wir am Putzplatz gewesen, hätte er mich damit schon wieder an die Wand klatschen wollen), übte ich gleich das neu erlernte Auf-den-Zirkel-Schicken, und Herr Billy durfte sich einige Runden flott bewegen. Hat wunderbar geklappt übrigens.
Am Putzplatz hat er wieder sooo getestet. Ich hoffe das gewöhnt er sich bald ab. Sicher 4x hat er versucht, den Hintern zu drehen. Wir habens jedesmal abgefangen, und Billy hat für jeden Trittversuch seinerseits nen Tritt kassiert. Mein Freund ist da echt schnell ... nur ich werd das glaube ich nie zusammenbringen, ich klatsche halt mit beiden Händen auf die Flanke oder mit dem Seil. Irgendwie scheint das nicht optimal, aber das Treten durchgehen lassen kann man auch nicht
Die letzte Woche war irgendwie eine der Hochs und Tiefs. Oder Tiefs und Hochs
.
Am Donnerstag haben es die Freundin des SB, eine andere Einstellerin und noch eine irgendwie geschafft mir einzureden, dass ich ein hochgefährliches Pferd hätte
. Wir waren gemeinsam am Viereck und übten Bodenarbeit - sie haben mir alle Hilfe angeboten, weil die Trainerin immer wieder die Stunden absagt *ärger*. Und dann gings halt los: beim Zurückweichen ginge das viel zu langsam und viel zu unwillig (und das wo ich so stolz drauf war, dass ich nur noch relativ wenig Druck auf die Brust brauche - vor 1,2 Wochen hab ich noch geglaubt, ich komm mit dem Stick auf der andern SEite gleich wieder raus, so hat er sich dagegen gelehnt!).
Beim Führen, v.a. im Trab, giftelt er immer wieder rüber - ja, das weiß ich, und genau dazu würde ich gern die Trainerin befragen, die ja aber nie kommt *wieder ärger*. Ich merkte an, dass es mir generell bei ihm schwer fällt, die Schulter von mir wegweichen zu lassen - das ist alles dasselbe PRoblem - er drängelt beim Führen, wenn er testet, extrem mit der Schulter rein, v.a. im Trab, und auch auf den Zirkel schicken fällt schwer, weil er mit der Schulter nicht weicht. Aber statt mir zu helfen haben sie eher gemeint, das solle ich auf jeden Fall nur noch mit Profi machen, sonst wär es zu gefährlich...
Na jedenfalls war ich beim Heimfahren ziemlich fertig und fast schon am Überlegen, ob ich ihn denn nicht vielleicht doch besser verk..... ---- nö.
Am Freitag war ich wieder allein, mein Freund war mit, und ich hatte beschlossen, das Riesenbaby mal ordentlich zu beschäftigen. Weil eins ist klar: Sobald ihm fad wird, und das geht recht schnell, fällt ihm Blödsinn ein. Mich ins Knie zu schnappen, z.B. Soll wohl eine Spielaufforderung sein, aber Frauli ist davon nicht recht begeistert.
Also alles mögliche hergerichtet und volles Bodenarbeitsprogramm gemacht, in schnellster Abfolge, aber mit Pausen zum Relaxen dazwischen: Bisschen Friendly Game zum Aufwärmen, dann: Rückwärts (schon mit sehr wenig Druck möglich), Hinterhand nach links, Hinterhand nach rechts, immer mehr Schritte (wir bringen schon eine ganze Vorhandwendung zusammen *freu*). Korrekt führen lassen, auch über Stangen. Vorhand weichen (schwierig, aber es geht...), eine Richtung, andere Richtung. Rückwärts durch STrick-Wacheln, wieder zurückkommen und in angemessener Entfernung stehen bleiben (Yoyo-Game). Funktioniert blendend übrigens! Fuß heben rechts, Fuß heben links. Länger heben rechts, länger heben links. Hinterhand weichen links, rechts. Vorhand weichen links, rechts. Kopf senken.
Wir beginnen Circling Game zu üben, aber das funktioniert irgendwie gar nicht, ihn rauszuschicken. Das hebe ich mir für die Trainerin auf.
Samstag
Heute hätte ich Trainerstunde - kurz vorher abgesagt
Na gut, ich hab ein eigenes Programm, habe nämlich einen Sattel zum Testen gekriegt (baumlos). Also heute: Satteln lassen üben.
Als ich das erste Mal mit dem Pad komme, weicht Billy mit großen Kulleraugen aus und will es sich nicht auflegen lassen. Ich lass ihn dran schnüffeln, da ist es ihm ziemlich egal, aber wenn ich es auflegen will, weicht er wieder aus.
Das alte Spiel, das der Sattler schon festgestellt hat: Je mehr Gschistigschasti (Versuch einer Übersetzung: Herumgetüddel??) bei diesem PFerd, desto suspekter wird ihm etwas. Also ein neuer Versuch: Pad in die Hand, hingehen, einmal übers Naserl streichen und dabei als wäre nix, das Pad mit viel Schwung aufn Rücken werfen. Pferd steht still und interessiert sich kaum mehr. Na bitte. DAsselbe mit dem Sattel. Hin, zack rauf, Pferdi wackelt nicht mal mit den Ohren. (Beim Sattelversuch des Vorbesitzers damals gabs durchaus Protest mit angelegten Ohren, Fußstampfen und Nüsternkräuseln). Alles zurechtgerückt, Gurt sanft zu - Pferdi wackelt nicht mal mit dem Ohrwaschel.
In der Halle haben wir dann ein bissl geführt, langsam nachgegurtet, dabei keinerlei negative Reaktionen von Billy. Dann ließ ich mich vom Schatzi raufschupfen - Billy steht wie eine Statue *brav*. Gleich der erste Eindruck: den SAttel nehm ich (Barefoot Atlanta) - geschnitten ist der wie der Cherokee, den ich schon mit Sattler getestet habe, nur die Sattelblätter fehlen, dadurch ist man mit dem Schenkel sehr nah dran. Ich lass mich ein paar Runden führen, dann ist es genug.
Sonntag
Wollte den Sattel schon nochmal in mehr Bewegung testen. Wieder gesattelt, dabei verschiedene Varianten ausprobiert - Billy steht und schläft.
Ich habe dann longiert, und nach anfänglichen Mühen (Pferdi will nicht draußen bleiben) funktioniert das wirklich toll. Viele viele (äh, für unsere Begriffe) Runden ruhiger Trab, ohne dass er dauernd nach außen abhauen will oder reindrängelt oder dauernd in Schritt verfällt. Ein paar Mal testet er, ob er umdrehen darf von links nach rechts, nein, darf er nicht - ok, dann nicht.
Der Sattel hält gut, nix rutscht, obwohl nicht allzu fest gegurtet, es wippt nix, die Wirbelsäule ist frei (hab mit und ohne Reiter Gerte durchgesteckt und locker bewegen können), sieht man auch am Schwitzbild gut. Wir kriegen auf beiden Händen sogar Galopp hin! Links nur ganz kurz, grad ein Angaloppieren und eine halbe, 3/4 Runde, auf der rechten Hand aber sogar 2 oder 3 Runden, und zwar ruhig,ohne Rausdrängen! (Premiere!!). Soooo toll, ich bin ganz stolz auf mein Pferdi.
Mein Freund macht mit dem Handy kurze Videos, darauf sieht man gut, dass Billy relativ entspannt wirkt mit dem SAttel (also genauso wie ohne jedenfalls) - der Schweif pendelt jedenfalls ruhig, er geht gleichmäßig.
Mehr kann ich eh nicht testen, Sattel brauch ich trotzdem, daher werd ich den SAttel nehmen; der Sattler soll dann nochmal vorbeischauen, wenn er in der Gegend ist, und mich bei eventuellen Polsterungen beraten, aber für den Anfang wird das so gehen.