Wie könnte man ein Blog besser beginnen als mit dem ersten frühlingshaften Tag im Jahr? Wenn nach Wochen des grau-tristen Regen- und Schneewetters endlich wieder blauer Himmel und strahlender Sonnenschein das Gemüt streichelt? Wenn das Thermometer zum ersten Mal seit Wochen wieder deutlich über Null hinauskommt?
Und was gäbe es Schöneres, als an einem solchen Tag, der zudem sogar noch ein Sonntag ist, zum Pferdchen zu fahren und einen kleinen Ausritt zu wagen?
Also hab ich genau das gemacht.
Ich bin ohnehin gerade dabei, ein "Ausreit-Programm" zu absolvieren, nachdem das eigentlich entspannende Durchs-Gelände-Schlendern zunehmend schwieriger wurde. Denn Billy entschied, dass es zu Hause vor der Heuraufe doch am schönsten ist, und er hatte so seine Strategien, mich davon abzuhalten - dazu gehörten u.a. umdrehen und mich ignorierend heimwärts durchgehen (denn laufen liegt dem Tier eher fern), oder auch rückwärts auf den Abgrund zuzusteuern, oder auch einfach stehenzubleiben, letzteres gerne wenn hämische Zuschauer vorhanden waren.
Also ging ich Anfang des Winters in mich und philosophierte, meditierte, las und versuchte so schlauer zu werden als mein Tier.
Schließlich habe ich begonnen, Parelli's "Point to Point"-Reitprogramm für das Geländereiten umzufunktionieren. Zum Gaudium manch anderer packte ich einen Haufen Heu ein und begann vom Stall wegzureiten. An Stellen, wo Billy besonders gern umdrehte, gab es nun nach Überwindung eine Handvoll Heu. So tasteten wir uns nun über mehrere Wochen, wann immer ein Ausritt möglich war, etwas weiter weg vom Stall, mit dem Ziel, Billy einen Zweck im Ausreiten zu bieten. Das Programm wirkt!
So auch heute. Heu eingepackt, und los gings im strahlenden Sonnenschein, blitzblauer Himmel, dazu der noch vorhandene Tiefschnee, der besser ist als jedes Cavaletti-Training ;-). Absolute Stille bis auf das frühlingshafte Vogelgezwitscher, das Knirschen des Schnees und das Schnaufen des Pferdes, das sich durch den Tiefschnee kämpft. Perfekt, nur eines hat gefehlt - der Fotoapparat ;-).
Schließlich die Überwindung einer "schwierigen" Stelle, fast ohne Diskussion, wir reiten in den Wald, Billy geht ohne Zögern über alle natürlichen Hindernisse - Wurzeln, Matschlöcher, Schnee, ... An einer netten Stelle unter einem dicken Baum fällt mir dann das Heu aus der Hand und er darf fressen, während ich mir die Sonne ins Gesicht scheinen lasse und der Rest der Welt verschwindet und nur mich, das Pferd und sein gleichmäßiges Kauen und das Vogelgezwitscher zurücklässt...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen