you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 22. November 2010

Die emotionale Fitness *seufz*

Heut war ich emotional ganz und gar nicht fit und ärger mich über mich selbst.

Was ist passiert? Wieder einmal steck ich fest mit dem Rückwärts, weiß nicht warum, und wenn ich bei einer Sache durch Nachdenken nicht mehr weiterkomme und mir keine Lösungsmöglichkeiten mehr einfallen, dann werd ich grantig. Wenn ich grantig werde, wird auch der Billy grantig (zu Recht), und dann geht gar nix mehr.

Also wie erwähnt steckt das Rückwärts einfach auf einem bestimmten Niveau, und es wird und wird nicht besser. Ja wir können jetzt auf Phase 1-2 ganz ohne Zügel rückwärts gehen, aber erstens erst nach 30 Sekunden nachdenken (laaaange Phase 1, aber wie viele Jahre kann/darf/soll die so lang bleiben?) und zweitens ist nach spätestens 1,5 Schritten Schluss. Will ich mehr als eineinhalb Rückwärts-Tritte, muss ich bis mindestens Phase 3 gehen. Möchte ich eine schnellere Reaktion, brauchts Phase 4, dann werd ich (zumindest heut) schon emotional und dann geht gar nix mehr. Kein Millimeter geht dann mehr, nichtmal mit Phase 10 (eine Vermutung, das hab ich nicht ausprobiert).

Ich bin mal abgesessen, um mich wieder in den Griff zu kriegen (worauf ich ja schon stolz bin), und hab das Rückwärts vom Boden abgefragt. Da war ich dann sehr streng, aber kaum mehr emotional, immerhin. Der Bernie-Kurs vom Sommer kam mir wieder in Erinnerung: "Rückwärts ist auch nichts anderes als eine weitere Gangart." Ok, also hab ich versucht mir vorzustellen, was ich tun würde wenn Billy so wie er rückwärts geht, vorwärts geht. Er musste dann ziemlich viel rückwärts - ja, mehrere Runden. Wenn es flüssig wurde und flott, gabs Pause, und zwischendurch hab ich auch das Friendly Game kontrolliert und ob es für ihn noch ok ist, herzukommen. War beides in Ordnung, also war es wohl ok, obwohl Billy zwischendurch durchaus besorgt war ("was'n nu los??"). Ich musste auch da wieder an Bernie denken, der bei unserem Kurs Herrn Billy dahingehend analysierte, dass bei ihm Respektlosigkeit und Angst nah beieinander liegen - was bedeutet, dass man bei ihm bis an die Schwelle der Angst gehen muss, um Respekt zu erlangen. Eine Gratwanderung - dachte ich schon damals.

Ich weiß nicht ob ichs hingekriegt habe - jedenfalls war das Friendly Game und Draw weiter ok, und das Rückwärts am Boden besser. Im Sattel fehlt mir allerdings eine Strategie. Fordere ich wenig, belohne früh, bekomm ich immer weniger und weniger. Forder ich mehr und setze es härter durch, bekomm ich irgendwann gar nichts mehr...
Ideen willkommen...

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Ideen zugegebenermaßen wenig, aber viel Verständnis. Ich habe mir gerade heute wieder gedacht, wie weit darf/muss man bei meinem Pferd mit dem Druck gehen. Ich habe ein ähnliches Problem wie ja auch im Forum beschrieben in gewissen Situationen mit vorwärts. So auch heute wieder. Irgendwie schaff ich es dann vorwärts, aber sollte der nötige Druck nicht auf die Dauer weniger werden?

Ich habe heute die von mir engagierte Trainerin (Tochter der Stallbesitzer und erfahren im Umgang mit Problempferden) bei der Bodenarbeit mit meiner Stute beobachtet. Sie macht sehr viel Druck, bremst sie im Davonstürmen vor diesem Druck und nimmt ihn dann weg. Sie meint, man erreicht bei solchen Pferden nur dann was, wenn der Respekt entsprechend da ist, nicht über Vertrauen. Mein Eindruck war allerdings, dass der Respekt meiner Stute phasenweise schon in Angst umschlägt. Ich bin im Moment hier ziemlich ratlos, was das richtige Maß an Vertrauen und Respekt bei ihr ist.

Ich selbst bin bisher immer am besten gefahren, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört habe, auch wenn erfahrene Leute anderer Meinung waren und ich das dann auch versucht habe. Vielleicht schon deshalb, weil ich im Innersten sowieso nie dran geglaubt habe. Vielleicht solltest Du Dich mal fragen, welche Lösung für Dich die richtige ist und nicht welche fürs Pferd? Nur mal so ne Überlegung, die ich selbst gerade anstelle und bei einem der Problempunkt jetzt mal austesten werde...

Ganz abgesehen davon, stelle auch ich mir die Frage, gibt es Pferde, die für gewisse Dinge immer etwas länger brauchen bis sie reagieren? Ich bemerke bei meiner Stute, dass sie manchmal für mich fast ewig braucht, bis gewisse Reaktionen kommen. Manchmal brauchen wir auch quasi zwei Anläufe. Dann macht sie aber absolut willig mit.

Auch wenn ich keine konkreten Ideen liefern kann, vielleicht hilft's ja, wenn Du siehst, dass es anderen ähnlich geht....

LG Sigrid