you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 12. September 2011

Billy hatte gerade eine Woche Urlaub von mir, heute gings wieder ein bisschen los.

Es herrscht soo schönes Wetter, es hat tatsächlich nochmal fast 30°, strahlender Sonnenschein und ich viel Zeit - d.h. es ging sich wieder ein Ausritt aus.

Billy war schön entspannt, bis zur Grenze unserer beider Komfortzone. Die Kuhbegegnung letztes Mal an der gleichen Stelle hat schon Spuren hinterlassen - ob bei mir oder ihm oder beiden weiß ich nicht. Jedenfalls bin ich ziemlich schnell mal wieder abgesessen (*seufz* und mittlerweile rechne ich auch gar nicht mehr damit, reitend bis zur Komfortzonengrenze zu kommen - irgendwie verkleinert sich die gerade eher wieder) und zu Fuß weiter. Selbst da blieb Billy wieder und wieder wie angewurzelt stehen, obwohl diesmal weit und breit keine Kühe zu hören oder zu sehen waren. Ich kann daher nicht sagen ob er sie in weiterer Entfernung wahrgenommen hat oder es einfach die Erinnerung war... Wir arbeiteten uns also schrittweise vor, obwohl ich doch irgendwie das Gefühl hatte, dass es hier eher ein "ichwillnicht" als ein "ichkannnicht" von seiten Billys war - denn fressen, das konnte man seeehr entspannt und jederzeit. Hmgrml. Als ein Stück Straße kam, das links und rechts von Stacheldraht und E-Zaun flankiert ist und man von Ferne ein rundendrehendes Moped hören konnte, wollte ich nimmer weiter und habe umgedreht. Paar Schritte später bin ich wieder aufgesessen und bis auf das Mopedgeräusch (für mich) war alles gut (Billy interessierte das Mopedgeräusch sowieso nicht).

Irgendwie hab ich mich dann geärgert, weil ich an diesem Wegstück nicht und nicht weiterkomme und wollte eine Abzweigung nehmen und dort ein Stück entlang gehen - nur ein paar Meter, konkret hatte ich den Plan einfach ein bissl um die dort eingesteckten Pfosten (ohne Zaun) rumzureiten, um mich und Billy abzulenken. Ja, und dann kam das böse alte Muster raus: Billy meinte nur: Da gehts nicht nach hause... nach Hause gehts daaaaa lang, drehte um und fing an zu traben. Das war dann wirklich purer Unwille, ich konnte dort keine Ängstlichkeit spüren. Ich wurde gleichzeitig ängstlich, aber auch sauer dass DAS nun wieder losgeht (hat er seit einem Jahr nicht mehr gemacht!), ich hab ihn echt fest eingedreht, abwechselnd in beide Richtungen bis ich ihn endlich umgedreht und im Stillstand hatte. Ein paar Schritte in die von mir gewünschte Richtung und dann eine von mir gewünschte Drehung und im Schritt Richtung heimwärts hab ich grade noch zusammengebracht, mich natürlich geärgert über mich selbst, das war nicht gut - aber natürlich wurde justament in dem Moment das Mopedgeräusch immer lauter *aaah*. Also war ich froh, dass ich im Schritt gemütlich gehen konnte, halbwegs entspannt.

Als Billy dann allerdings noch die letzten paar hundert Meter vor dem Stall selbständig abbog und zu diskutieren anfing über die Richtung (er wollte den Weg quer über die Wiese abkürzen) hab ich ihn dann knapp vorm Stall wirklich hackeln lassen. Von unserer Winterkoppel geht leicht bergauf ein perfekter Galoppweg weg vom Stall - also kurz vorm Zuhause umgedreht (was eine heftige Diskussion war) und raufgaloppiert. Als er dort tatsächlich schon wieder umdrehen wollte, weitergaloppiert. Als er stillstehen konnte, umgedreht, im Schritt heimwärts. 180° Wendung probiert, wieder heftige Diskussion - Galopp. So ging das 4x (schönes Intervalltraining). Beim 5. Mal ließ er sich nur mit Schenkeln und ohne Zügel vom Stall wegwenden und -reiten, und dann hab ich wieder umgedreht. Hat mir leid getan, aber mit genau dieser blöden Angewohnheit hat mein ganzer Ausreitstress begonnen :-( . Und natürlich sollte ich genauso vehement das ganze einfordern, wenn wir weiter vom Stall weg sind - aber dort bin ich unsicher und tu's nicht.

Ganz zum Schluss hab ich zum Runterkommen ein bisschen Hinterhandwendung gemacht - Schritt für Schritt... mit dem Gedanken, warum ich sowas nicht öfter im Gelände mache. Ich musste konsequent Konzentration einfordern, kaum schaute der Kopf bei unseren Wendungen Richtung Stall, trappelte er vorwärts. Zum Glück konnte ich da aber ganz ruhig bleiben und es einfach so lange ruhig weiter fordern, bis er eine schöne Runde auf der Hinterhand gedreht hatte voller Konzentration. Und dann gings ja auch schon nach Hause.

Ich werd dort hinten auf dem Weg nun öfter Gymnastik-Übungen machen. Da steht z.B. eine tolle Reihe jung eingepflanzter Bäume mit Stehern gesichert - perfekt um drumrum Weave oder Fig. 8s zu üben :-).

Ein bisschen frage ich mich schon, ob ich das Ausreiten jeeemals hinkriegen werde :-(.

1 Kommentar:

Marion Princic hat gesagt…

klar bekommst du es hin! du bist ja schon so weit gekommen, jetzt heisst es nur dran zu bleiben :). ich finde du hast mega fortschritte gemacht seit letztem jahr!
und uebrigens, freut mich das du wieder zurueck bist, hab mich schon gewundert wo du bleibst :)