you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Freitag, 16. September 2011

So, heute hatte ich Gelegenheit in die Tat umzusetzen, was ich mir letztes Mal vorgenommen hatte beim Freestyle Reiten: Ich möchte alles einfach nach außerhalb des Vierecks verlegen.
Wetter hat heut super gepasst (wir haben einen herrlichen Herbst!), also bin ich mit Billy auf den Wiesenweg gegangen, der von hinter der Winterkoppel zum nächsten Windschutzgürtel führt. Der Weg führt vom Stall weg leicht bergan - toll zum Galoppieren - und geht dann noch um die Kurve und den Windschutzgürtel entlang (auf dessen anderer Seite unser Nachbarbauer mit seinen furchtbar gefährlichen Fleckvieh-Raubtieren haust ;-) ). Neben dem Weg ist beidseits unendliche Weide, und auf einer Seite flankieren ihn noch vor ein paar Jahren frisch gesetzte und mit Pfosten gesicherte Bäumchen - perfekt zum Weave reiten oder um Volten drumrum zu machen :-).

Zuerst war Billy mal total unkonzentriert - wegen der Raubtiere nebenan, ihr wisst schon. Jedenfalls gabs beim Windschutzgürtel dann viel Gucken, leichtes Einfrieren (noch leicht händelbar), schnorcheln. Der Gedanke, dass ich hier meine Gymnastik-Übungen reite, hat mir sehr geholfen, mich eben darauf zu konzentrieren, und das half wiederum Billy, auf mich zu hören. Gegen das Geschnorchel hab ich mit Konzentrationsübungen begonnen: Hinterhandwendungen auf dem schmalen Weg, möglichst ohne in die Wiese zu treten. Dann ein paar Übergänge bergauf und bergab. Rückwärtsrichten. Das war anfangs schwierig, als ich es dann aber durchgesetzt hatte (wobei es nur schwierig war, weil er absolut nicht aufgepasst hat, da alles andere rundherum wichtiger war), brachte es einen großen Durchbruch in Sachen Konzentration. Überhaupt hab ich in dieser Einheit ein paar der besten Rückwärtsschritte ever bekommen, richtig schön gerade und bemüht. Ich hab es einfach immer wieder eingebaut.

Es hat sich dann - wie zu erwarten war - gezeigt, dass eben hier, nur 50m Luftlinie vom Viereck entfernt, die Dinge nicht mehr so selbstverständlich sind.
Auf dem Weg in Richtung Stall war Anhalten (das funktioniert im Viereck ja auf bloßes Ausatmen) nicht mehr so selbstverständlich. Ich hab dran gearbeitet wie ich es im Viereck würde - einfach alle paar Schritte gefordert, Phasen mitzählend durchlaufen, und siehe da, plötzlich konnte er auch hier anhalten und ruhig stehen.
Eine weitere Herausforderung waren die Wendungen, v.a. die, die ihn gleich hinter der Winterkoppel wenden und den Weg wieder weg vom Stall nehmen ließ. Da hatten wir ordentlichen Opposition Reflex; Billy zeigte genau das Verhalten, das mich beim Ausreiten so fertig macht, er machte den Hals steif, bog Richtung STall ab und meinte, die Einheit für beendet erklären zu können. Im Gegensatz zum Ausreiten befinde ich mich hier aber in meiner absoluten Comfort-Zone und konnte ihm also erklären, dass das Kommando zum Abwenden und auch zum Angaloppieren immer von mir zu kommen hat. Wir zirkelten dort - wieder und wieder und wieder und wieder... eine Häflte des Zirkels wollte Billy immer traben und die Wendung ignorieren, die andere Hälfte war die Wendung seeehr leicht und der Schritt in Ordnung. ich bin den Zirkel einfach und ganz ruhig so lange geritten, bis die Wendungen gleichermaßen ohne Zügel funktionierten und "don't change gait" wieder zum Pferdehirn durchgedrungen war.

Was ich auch probiert habe, aber nicht geklappt hat, war den Handgalopp zu bestimmen, in dem wir losgaloppieren - der gerade Weg ohne Bande links oder rechts eignet sich toll, um das zu überprüfen bzw. mal zu etablieren. Leider hat es sich nur gezeigt, dass es mir nicht und nicht gelingt, Linksgalopp zu bekommen. Ich hab versucht, im Einklang mit der Fußfolge ausm Trab anzugaloppieren, damit er wahrscheinlicherweise Linksgalopp geht - nein, immer rechts. Und ich brauch einfach immer noch furchtbar lang, um überhaupt zu sehen welchen Galopp wir gehen geradeaus, von fühlen ganz zu schweigen *seufz*. Also da brauchts noch viel mehr Vorarbeiten. Immerhin fühle ich im Trab schon besser...

Was ich nun tun möchte ist so oft wie möglich da draußen meine Dressurübungen machen, wann immer es wetter- und bodenmäßig möglich ist. Dann auch mal das ganze auf unsere Geländestrecke oder den Hausberg verlegen und so immer mehr Gelände mit dem Gefühl "hier sind wir genauso zu Hause wie am Viereck" zu belegen. Mal sehen, wie das so gelingt.

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