you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Samstag, 10. März 2012

Heute wurde der aufregende Ausritt mit Stallkollegin auf dem Westernstütchen wiederholt, und wieder konnten wir alle 4 diesen Ausritt positiv abhaken. Ich freu mich sehr, dass ich die Gelegenheit bekomme öfter rauszugehen und das ganze nicht mit einem negativen Erlebnis zu beenden sondern dabei zu lernen, dass wir auch brenzlige Situationen (wobei die Brenzligkeit hauptsächlich in meinem Kopf existiert...) gut meistern können, ohne dass Katastrophen passieren. Ich muss aber schon sagen, dass das alles ein sehr sehr knappes Entlangschrammen an der Roten Grenze für mich und auch für Billy, glaube ich, bedeutet.

Wir gingen wieder zu viert los, diesmal war das Westernstütchen wesentlich entspannter, solange wir auf dem Weg waren, den sie vom letzten Mal kannte. Es gab auch keine Diskussion, überhaupt den Hof zu verlassen, wie beim letzten Mal. Auch Billy unetrlässt momentan jegliche derartige Diskussion, übrigens.

Wir nahmen dann recht bald mal eine andere Abzweigung als letztes Mal. Meine Angst-Abzweigung! Die, wo IMMER irgendwas passiert und mir Billy mindestens 5x umgedreht hat und heim wollte. Jedesmal ist dort irgendwas. Gehe ich zu Fuß, um meine Confidence etwas zu stärken, geht der Weg genau dort, wo Billy anfängt unconfident zu werden, in eine pure Eisplatte über und ich muss umdrehen. Oder es kommen Kühe auf uns zugaloppiert. Oder es kommt der große große Milch-LKW daher; links und rechts sind dort an einer Stelle übrigens Stacheldrähte für die Kühe *aaah*. Ja und wie konnte es anders sein: Genau dort wo Billy immer unconfident wird, hörte man schon das Geräusch einer MOtorsäge, die genau neben dem Weg Bäume fällte. Ich geriet in Panik, Billy hätte gern umgedreht. Westernstuti auch nicht besonders confident ;-). Da war ich nur froh, dass ich die resolute Stallkollegin mithatte, die nur von hinten rief, dass wir da jetzt AUF KEINEN FALL UMDREHEN. Ich gab dieses Kommando mal an Billy weiter, der dabei war im Schritt "einzufrieren" und spürbar an den heimatlichen Stall dachte. Der Mann an der Motorsäge war ein wirlich total netter, der das Ding abstellte, als er uns da mit den Pferden um jeden Schritt kämpfen sah. Ich würd Billy ja gern stehen und schauen lassen, aber wie oftmals erwähnt, geht das normalerweise schief. Also resolut vorbeigetrieben, wir trabten, besser als stehen, umdrehen, heimgaloppieren, und dann waren wir vorbei und im Wald und alle wieder etwas entspannter. Stuti ist übrigens von der gleichen Sorte wie Billy, friert eher ein als davonzustürmen, die beiden sind sich irgendwie ähnlich ;-).

Danach ging es ein Weilchen recht entspannt die Straße entlang, bis wir zum nächsten Hof kamen. Da führt der Weg wieder mal durch. Stütchen war etwas fertig mit den Nerven, und auch körperlich, weil steil. Billy schwitzte kein bisschen, auch ein Zeichen, wie viel Angst er in Wirklichkeit hat, nämlich kaum. Wenn er sich wirklich fürchtet, dann schwitzt auch ein Billy ordentlich. Als wir an der mit Planen zugemachten Halle im Hof vorbeiritten, raschelten die natürlich prompt in einem Windstoß, Billy war eigentlich relativ cool, ließ sich aber von STütchen anstecken, und so mussten wir beide wieder überreden, nicht heimzugehen. Haben sie brav gemeistert, und es folgte wieder ein entspannterer Abschnitt über den Weg auf den Wiesen und durch den Wald.

Noch ein weiterer Hof musste auf unserer RUnde durchquert werden. Wieder musste ich Billy scon vorher um jeden Schritt weiter bitten. Und dann gab es auf diesem Hof so eine Ungeheuerlichkeit wie ENTEN! Da stand Billy kurz vor der Explosion (malte sich zumindest mein pessimistisches Hirn farbenfroh aus), und ich bat, ob wir kurz stehenbleiben und die Enten anschauen können. Billy überlegte fühlbar, ob er die Enten untersuchen oder vor ihnen flüchten sollte, er war unentschlossen ;-). Wir standen kurz, dann drängte die Stallkollegin weiterzureiten, weil das Stehen für Stuti wiederum kontraproduktiv war und die eher noch mehr die Nerven schmiss. Billy hatte auch genug geschaut und wir führten Stuti dann ziemlich confident und mutig durch den Hof wieder zurück auf die Straße, um unsere Runde zu vollenden. Die Stallkollegin lobte uns und Billy, was er nicht für ein cooler Kerl ist, und JA, das ist er eh, wenn Frauchen nicht ausflippt ;-).

Kaum hatten wir den Hof durchquert und die Straße erreicht, war es, als hätte man Billy und mir einen Schalter umgelegt. Völlig confident fühlte ich mich da, und Billy auch ... denn ab hier gehts nach Hause! ich weiß wirklic nicht, ob das nun an mir lag oder an ihm... Jedenfalls war es endlich vorbei, dass er nach jedem Schritt steckenzubleiben drohte und man daher jeden Schritt raustreiben musste. Beide Pferde gingen plötzlich in brav flüssigem flottem Schritt die Straße entlang... Wir trafen noch Kinder, die uns völlig egal waren, und dann war die Runde auch schon beendet.

War wieder richtig toll; Billy schwitzte kaum, trotz der Bergaufstrecke am Schluss. Bekam eine Armvoll Heu und wir einen Nachmittagskaffee im Sonnenschein.
Ach, ich hoffe wirklich dass wir heuer noch oft gemeinsam rausgehen können, damit ich mich überwinden kann und mit Billy auch mal die Führungsrolle übernehmen muss. Denn wenn ich nicht muss, dann tu ichs nicht, und dann wird alles wieder nur schlimmer statt besser. Mal sehen. Für Dienstag haben wir uns wieder verabredet.

2 Kommentare:

Marion Princic hat gesagt…

deine berichte bringen mich immer zum schmunzeln ;). irgendwann mal sind milva und ich auch mal soweit ;).

BB hat gesagt…

So lang wird das bei euch nicht mehr dauern, und sicher ganz einfach sein ... habt doch so eine gute Relationship, ihr zwei :-) !